|
Engelsgeduld 2/3
back
Crowl *Ich proste Zira leicht zu und sorge dafür, dass sich unsere Blicke beim `Kling´ der Gläser ein paar Sekunden länger berühren als
unbedingt notwendig bevor ich -innerlich grinsend- an meinem Wein nippe. Der Jahrgang ist wirklich hervorragend und Zira summt selbstvergessen bei `Spiel es noch einmal, Sam´ mit. Ich -wusste- dass ihm die Musik hier gefallen
würde, die Sachen aus den `goldenen Zwanzigern´ sind so ungefähr das einzige außer Klassik, mit dem man ihn begeistern kann. Alles andere ist für ihn nur `be-bop´... bis jetzt läuft alles wirklich hervorragend und ich stelle
-ein bisschen zu meiner Überaschung- fest, dass es mir wirklich Spaß macht, Zira mal mit allen Schikanen auszuführen. Mein Engel hängt wirklich viel zu oft seine Nase in alte verstaubte Bücher und ab und an mal in ein Glas mit
altem verstaubten Wein, da ist es irgendwie richtig spannend zu sehen, wie er auf all die kleinen Überraschungen reagiert die ich noch so in petto habe für ihn. Er knabbert begeistert an einem Stück frischgebackenem Brot aus
dem Korb auf unserem Tisch und ich entschließe mich, ihn ein bisschen neugierig zu machen was den Rest des Abends anbelangt.* Verdirb dir nicht den Appetit Engel, es wäre doch wirklich zu schade...
Zira *Ich nippe an meinem Wein, genieße das exquisite Gesöff, die Atmosphäre, die Musik und vor allem Crowleys Gesellschaft. Er gibt
sich wirklich alle Mühe, diesen Abend zu etwas Besonderem zu machen und ich habe auch gar nicht mehr den Eindruck, dass er es als eine Gaudi ansieht, sondern dass er es im Gegenteil wirklich genießt. Ich stelle mein Glas ab und
lächle ihm zu.* Wieso, was gibt es denn noch? Mitternachts-Dinner am Strand oder was? *Crowley sieht mich fassungslos an und als mir klar wird, dass ich wohl ins Schwarze getroffen habe, muss ich lachen.* Ich habe gestern so
eine Werbetafel dafür gesehen, sonst wäre ich nicht darauf gekommen. Aber dass du das wirklich machst… *irgendwie ist das Flattern in meinem Bauch wieder da. Das Werbeplakat sprach von `romantischer Stimmung, mit eigenem Koch
und Candlelight-Atmosphäre, ideal für Verliebte und solche die es werden wollen…’ ich zwinge mein Herzklopfen in seine Schranken und nehme einen Schluck Wein, dann bin ich wieder fähig zu sprechen. Ich sehe ihn über den
Glasrand an, so kann ich mich ein bisschen verstecken ohne dass es auffällt.* Ich fühle mich sehr wohl und sehr geehrt.. - treibst du eigentlich bei jedem Date so einen Aufwand?
Crowl *Ich nehme schnell einen Schluck von meinem Wein um das klitzekleine muffige Gefühl in mir runterzuspülen bevor ich antworte.
Wirklich zu ärgerlich, dass Zira das erraten hat, ich hätte wirklich -zu- gerne sein Gesicht gesehen wenn wir nachher an den Strand runtergegangen wären. Aber naja, kann man halt nichts machen, auch Engel haben mal einen
lichten Moment ne. Und ich werde mir wegen einer geplatzten Überraschung sicher nicht den Abend verderben lassen. Ich zucke leicht mit der Schulter.* Vergiss nicht, mit wem du hier sprichst, verführen und alles was damit
zusammenhängt ist schließlich mein Job. *Ich krame wieder eins meiner seltenen echten Lächeln aus meiner Repertoire-Kiste, damit Zira erst gar nicht auf dumme Gedanken kommt und seltsamerweise gelingt es mir sogar, das Ganze
warm rüberkommen zu lassen.* Aber das hier ist auch für mich etwas Besonderes... und besondere Dates gibt es nur für besondere Menschen... oder Engel in dem Fall…
Zira *Mir tut es schon leid, mit meiner Frage herausgeplatzt zu sein, denn die winzige Unmutsfalte, die ich so gut kenne, droht sich
auf Crowleys Stirn einzunisten. Schon bin ich drauf und dran, eine besänftigende Antwort zu geben, aber der letzte Satz erstickte diese Absicht quasi im Keim. Verführen? Was Besonderes… ich? Und dieses Lächeln… Es fehlt nicht
viel und ich hätte das Glas umgestoßen, als sich meine Hand in einer kleinen, nervösen Bewegung selbständig macht. Mich räuspernd lenke ich die Bewegung zum Brotkorb und nehme noch eine der knusprigen Scheiben, während meine
Wangen verdächtig warm werden. Ich kann nur froh sein, dass hier so schummeriges Licht ist… aber auf einmal, ganz plötzlich, fühle ich mich –wirklich- wie was Besonderes und irgendwie so gut wie schon lange nicht mehr.* Danke
Crowl. Das ist dir auch wirklich hervorragend gelungen. Ich freue mich schon auf die nächste Überraschung… *Damit lächle ich zurück, proste ihm zu und knabbere an meiner Brotscheibe, während der Pianist sanft das Thema aus
Doktor Schiwago klimpert…
Crowl *Es ist mehr als selten, dass Zira irgendwelche `Kosenamen´ oder Abkürzungen für meinen Namen verwendet - er ist ja ohnehin schon
reichlich kurz und irgendwelche Verniedlichungen passen einfach nicht zu einem Dämon - und so sorgen diese `Ausnahme´ und das dazu gehörende Lächeln dazu, dass -ich- dieses Mal leicht aus der Fassung gerate. Am liebsten würde
ich mich räuspern und mir genau wie er ein Stück Brot als `Ablenkungsmanöver´ besorgen, aber irgendwie passt auch das nicht so ganz zu einem Dämon. Zum Glück reagiert mein Mund automatisch bevor ihm mein -verwirrtes- Gehirn
irgendwie dazwischen kommen kann und ich bemerke mit einer leicht gut-gelaunt sarkastischen Unternote* Na dann pass bloss auf, dass du sie nicht wieder vorher errätst…
Zira *Ich schlucke rasch ein Stück Brot hinunter und damit auch die Antwort, dass ich mir fürderhin wohl eher die Zunge abbeißen würde
ehe ich ihm nochmal die Pointe verderbe… aber vornehmen tu ich mir das natürlich trotzdem. Die nächste Stunde verläuft eher entspannt und mit Smalltalk, schließlich muss ich die Hochspannung ein bisschen abbauen, die mir
Crowleys ungewohnter Charme, wobei eher deshalb ungewohnt, weil auf –mich- konzentriert, beschert hat. Auch er verzichtet auf Neckereien in dieser Richtung und am Grunde der Weinkaraffe und etliche Filmschnulzen später
sind wir beide in guter Stimmung, locker aber nicht betrunken. Ich lupfe die leere Decantier-Flasche und sehe ihn fragend an.* Noch eine davon? *Er schüttelt den Kopf. `Wir sollten langsam aufbrechen, ich hatte den Weg zum
Strand zu Fuß eingeplant. Oder willst du noch Wein? Dann können wir auch ein Taxi rufen…’* Nein, lass nur ich würde gerne ein Stück gehen. *Ich sehe ihm beim Bezahlen zu und wieder meldet sich ein Kribbeln in meinem Bauch. Wir
sind jetzt schon mehr als drei Stunden zusammen unterwegs und ich habe nicht das Gefühl, dass der Abend so bald zu Ende sein wird… ich bemühe mich, meine Aufregung zu zügeln. Immerhin ist das hier nur ein `als-ob’ Date, also…
`Lass uns gehen.’ Crowleys Stimme reißt mich aus meinen Gedanken und ich stehe rasch auf.* In Ordnung. Ich nehme an, du kennst den Weg? *Er hakt mich locker unter. `Worauf du dich verlassen kannst.’* Na, dann bin ich ja
beruhigt. *Ich bin alles andere als beruhigt, aber das muss er ja nicht wissen…
Crowl *Ich verkneife mir sämtliche Kommentare auf diese Äußerung, denn es ist Zira deutlich anzusehen, dass er sich noch immer nicht so
ganz mit unserer `Situation´ anfreunden kann. Auch wenn ich nicht glaube, dass es ihm wirklich unangenehm ist, das würde ich sofort spitz bekommen. Schließlich kenne ich ihn ja schon lange genug. Ich glaube eher, dass er
einfach unsicher ist und nicht so ganz weiß, was er tun oder lassen soll. Ich schnaube leicht und winke Ziras besorgten Blick ab. Wenn irgendeiner da unten mitbekommt, dass ich ein Date mit einer 6000 Jahre alten Jungfrau
habe... aber Unerfahrenheit hat auch so seine Vorteile. Während wir so über dies und das plaudern -oder eher Zira plaudert und ich nicke an den passenden Stellen, er wird immer zum reinsten Wasserfall wenn er nervös ist - und
die Strandpromenade entlangschlendern verstärke ich nach und nach meinen Griff um seinen Arm bis wir wirklich so fest untergehakt sind wie das Liebespaar das wir `spielen´. Er bekommt das gar nicht so genau mit, der Wein
scheint seine `Hemmschwelle´ etwas herabgesetzt zu haben und ich nutze die Gelegenheit, um seine Präsenz einfach ausgiebig zu genießen. Zira ist wirklich der einzige Engel, bei dem mir die ganze `himmlische´ Atmosphäre, die
Engel nun mal per se ausströmen, nichts ausmacht, ganz im Gegenteil, manchmal erinnert es mich sogar an früher als ich selber noch im oberen Departement tätig war. Auch wenn ich mich meist weigere da näher drüber nachzudenken,
-eigentlich- bin ich mit meinem jetzigen job nämlich ganz zufrieden. Natürlich würde ich ihm das nie sagen und er hat mich noch nie in der Gesellschaft anderer Engel gesehen um zu wissen, dass diese Flattermänner mich immer zum
Niesen bringen, wie bei einer Allergie. Aber Ziras `Naivität´ in manchen Dingen ist ja gerade das was ihn so `speziell´ macht...*
Zira *Während wir den Weg zum nächsten `Event’ zurücklegen merke ich, dass ich anfange zu plappern. Ich kann nicht anders - wenn ich
nervös bin muss ich reden und reden. Und ich bin –sehr- nervös. Dass Crowley das wahrscheinlich sehr genau mitbekommt macht die Situation auch nicht einfacher, und erst nach einer geraumen Zeit merke ich, dass er ziemlich
wortkarg ist, mich aber unmerklich immer enger an sich gezogen hat – und das merke ich auch nur deshalb, weil ich ihn leicht anremple. Nun habe ich die Wahl, mich zu entschuldigen und auf Abstand zu gehen oder so zu tun als ob
nichts gewesen wäre und einfach weiterzulaufen. Ich entscheide mich für das letztere – denn das Bemerken dieser Nähe trägt zwar einerseits dazu bei, dass ich noch ein bisschen hibbeliger werde, führt aber auch dazu, dass ich
mich –noch- ein bisschen wohler fühle. So lasse ich alles wie es ist, genieße unseren Körperkontakt und sehe gespannt auf die kleine Lichtinsel vor uns, wo Dutzende von Kerzen einen offenen Pavillion erhellen, der kurz vor der
Wasserlinie aufgebaut ist. Ein Grill glüht im Dunkeln vor sich hin und einige Gestalten laufen geschäftig hin und her.* Ich nehme an, dass es das da vorne ist?
Crowl Du nimmst richtig... *Ich kann mir ein kleines zufriedenes Grinsen nicht verkneifen, von hier aus sieht es so aus als wäre alles
genau so wie ich es bestellt habe. Dutzende von perlmuttfarbenen Kerzen, große und kleine, und selbst über die Entfernung kann ich den Geruch von weißem Jasmin und klassischen roten Rosen riechen. Nach Essen riecht es noch
nicht, das wird live gekocht während wir daneben sitzen, aber ich weiß, dass als Vorspeise ein paar Austern und andere kleine Meeresköstlichkeiten auf uns warten. Das Hauptgericht ist gegrillter Hummer, Zira hat eine Schwäche
für diese Krabbelviecher und als Nachtisch gibt es ein teufli... ähm… ein herrliches Fruchtsorbet aus frischen Früchten mit Vanille-Sahne-Schaum und Eis. Ziras Augen werden immer größer je näher wir dem Ganzen kommen und ich
bin absolut zufrieden mit mir selber als ich ihm galant den Stuhl zurecht rücke und der `Kellner´ uns eisgekühlten Champagner als Aperitif einschenkt.* Na, gefällt es dir?
Zira *Ich lasse meine Blicke über die Kerzen wandern, die die verschwenderische Blumendeko in ein zauberhaftes Licht tauchen und
inhaliere den herrlichen Duft.* Es ist exzellent. Exklusiv, möchte ich sagen… *Wir nehmen an dem mit Kristall, Silber, edlem Porzellan und Satintuch gedeckten Tisch Platz. Crowley reicht mir mein Glas und nimmt sein eigenes.
`Auf diesen Abend.’ Dabei sieht er mich über den Rand seiner Sonnenbrille mit dem selben Blick an wie schon in der Kneipe vorher, und ich merke umgehend eine leichte Gänsehaut auf den Armen. Er hat es wirklich drauf…* Cheers.
Auf den Abend. *Die Gläser klingen hell aneinander und kaum haben wir einen Schluck genommen bringt der Ober schon den ersten Gang. Jeder bekommt ein halbes Dutzend Austern auf Eis und ich betrachte begehrlich den Teller, der
vor mir steht.* Du hast wirklich Stil, Crowley… *Er wirft mir einen Blick zu, den ich nicht deuten kann da er seine Sonnenbrille wieder nach oben gerückt hat und nimmt dann wortlos eine Auster an die Lippen. Ich frage so
nebenher, ob er nicht die Gläser absetzen will, es sei schließlich stockfinster, aber er winkt ab. `Keine Lust, meine Augen `menschlich’ zu machen.’ Ich widme mich ebenfalls meiner ersten Auster.* Wozu auch? Ich mag sie genau
so wie sie sind. *Ein leichtes Hüsteln lässt mich aufblicken.* Hast du dich verschluckt?
Crowl *Ich hoffe einfach mal darauf, dass Zira schon genug getrunken hat um ein klitzekleines `Fingerschnippen´ meinerseits nicht mehr
zu bemerken und schwuppdiwupp zaubere ich eine kleine Perle zwischen meine Lippen, die ich unter weiterem Gehüstel schließlich ans Tageslicht zerre. Zira blinzelt kurz bis er erkennt was ich da zwischen den Fingern halte und
kichert dann leise. `Hihi, eine Glücksauster. Jetzt darfst du dir was wünschen...´ *Och, mir fällt grade nichts ein, ich verwahr mir den Wunsch für später... *mit jahrelang geübter Nonchalance lege ich das Perlmuttkügelchen
neben mir auf die Serviette und trinke einen Schluck Champagner um auch den letzten Hustenfrosch aus meinem Hals zu verbannen. Auch Zira isst genussvoll weiter und ich bin mehr als nur erleichtert, dass er mir mein kleines
Ablenkungsmanöver so offensichtlich abgekauft hat. Schließlich kann sich ein Dämon ja keine Blöße vor einem Engel erlauben und Zira hat mich mit seinem Kommentar absolut kalt erwischt. Da denkt man sich nichts Böses und bekommt
so urplötzlich ein `Kompliment´ verplättet und das ausgerechnet auch noch für das `dämonischste´ Teil an mir. Zira hat noch nie irgendwelche Kommentare über meine Augen gemacht, und er hat sie ja schließlich schon des öfteren
zu sehen bekommen. Und dass er sich ausgerechnet in so einer Situation dazu hinreißen lässt... vielleicht haben Jasminkerzen ja irgendwelche drogenähnlichen Wirkungen auf Engel...*
Zira *Nachdem ich die letzte Auster mit Champagner heruntergespült habe, ich weiß, es ist stillos aber ich mag es nunmal so, drehe ich
unschlüssig den Gläserstiel zwischen den Fingern. So richtig will mir kein Gesprächsthema einfallen. Es geht ja schlecht dass ich Crowley frage, ob er in seinem `Job’ erfolgreich war bisher… und ich bezweifle stark, dass er
darauf brennt etwas über die landestypische Kunst oder alte Bücher aus der spanischen Erobererzeit zu hören. Doch wie um mich zu widerlegen fragt er mich plötzlich nach meinen Exkursionen. `Diese Vernissage neulich, was war das
überhaupt für ein Kram?’ Erfreut über sein Interesse fange ich an zu erzählen. Als ich fertig bin runzelt er die Brauen. `Das ist ja ganz was anderes als das, was dich immer interessiert. Sonst bist du doch nur auf die
Klassiker scharf.’ Das Wort „Klassiker“ sagt er mit einem Unterton, der klar macht was er in Wirklichkeit meint… „verstaubte Dinger die sich sowieso keiner mehr anschaut…“ er winkt dem Ober und dieser schenkt noch mal
Champagner nach. `Was waren das denn überhaupt für Motive?’*
Oh… hauptsächlich Bilder von Eingeborenen. *Etwas Interesse blitzt jetzt doch in seinen Augen auf. `Also auch halbnackte Frauen mit Hularöckchen?’ Ich schürze leicht missbilligend die Lippen, lächle dann aber.* Genau das…
Crowl *Ich schnaub-lache in mein Glas und zwinkere Zira über den Rand hinweg zu* Also wirklich Zira, so allmählich fürchte ich um deine
sprichwörtliche engelhafte Unschuld. Auf Dauer scheine ich abzufärben. Wer weiß, noch zwei oder drei Jahrtausende und -du- hast Enten-Versenken als Hobby!*...vielleicht sind ja nicht -alle- von diesen alten verstaubten Bildern,
die Zira mag, so uninteressant wie ich immer gedacht habe. Wenn mir langweilig ist könnte ich mir die ja auch mal angucken. Ich trinke meinen Champagner aus und grinse Zira an.* Also -gemalte- nackte Frauen dürft ihr Engel euch
angucken aber wenn ich dich mal mitnehme um am Oben-ohne-Strand `Feldforschung´ zu betreiben droht sofort der Abstieg in untere Gefilde? Eure Innenpolitik hatte schon immer ein paar seltsame Lücken und Löcher Engel...
Zira *Ich sehe ihn gespielt missbilligend an.* Was bitte haben versenkte Enten mit Aktmalerei zu tun?? Außerdem… Es ist –sehr wohl- ein
Unterschied, ob man Kunst betrachtet oder einen echten nackten Körper mit den Blicken verschlingt. Ich darf sehr wohl auch –lebende- Menschen, die nichts anhaben, anschauen… es kommt auf das –wie- an. Und ich gehe nicht mit dir
an Oben-Ohne-Strände, weil… *weil ich die Blicke nicht mag die –er- bei seinen `Feldforschungen’ auf die besagten nackten Körper wirft. Aber das will ich ihm nicht auf die Nase binden…* … weil ich mir deine `Feldforschungen’
lebhaft vorstellen kann. Daran habe ich kein Interesse. /An Frauen eher sowieso nicht, aber das muss er ja auch nicht unbedingt wissen./ Ich bin mit in diese Vernissage gegangen, weil Jean Pierre mich dazu überredet hat.
*Crowley winkt dem Ober, den nächsten Gang zu bringen und meint über die Schulter `Aso, ja, dieser ältere Professor… ein Franzose also, ja?’ Ich sehe ihn erstaunt an.* Älterer Professor? Nein. Jean Pierre ist Student auf
Sabbatjahr, ich denke er ist knapp über zwanzig. *Es ist auf einmal sehr still am Tisch. Selbst der Ober scheint mit seinem Tablett lieber nochmal kehrt gemacht zu haben, die Temperatur scheint auch etwas gesunken zu sein denn
mich fröstelt es auf einmal. Unbehaglich sehe ich zum Himmel.* Es scheint ein Gewitter zu geben oder so, ist auf einmal so kühl… *Nur komisch das keine einzige Wolke am sternenklaren Himmel zu sehen ist.*
Crowl *...-mir- ist es nicht kalt, ganz im Gegenteil, die plötzliche Kühle die Zira so irritiert ist alleine auf die Tatsache
zurückzuführen, dass ich wie ein kleiner zornig-brizzelnder Schwamm alle Wärme um uns herum aufgesogen habe. –Warum- ich urplötzlich so wütend geworden bin, dass ich sogar die Augen hinter meiner Sonnenbrille zukneifen muss,
damit Zira das plötzliche Glühen nicht auffällt ist mir selber ein Rätsel und für ein paar Sekunden bin ich selber so überrascht dass es fast noch ein Unheil gibt. Nur jahrelang trainierte Selbstbeherrschung führt dazu, dass
die Bahamas die hübschen kleinen Ferieninseln bleiben und sich nicht in einen rauchenden Schlackekrater verwandeln. Irgendwie stellen sich schon bei der bloßen Nennung des Namens `Jean Pierre´ alle meine Nackenhaare
angriffslustig auf und es verwirrt mich, dass ich urplötzlich wieder diesen widerlichen Inkubus-Gestank in der Nase zu haben scheine. Irgendetwas ist hier mehr als faul im Staate Dänemark... und das hängt nicht nur damit
zusammen, dass mich Ziras `Vorliebe´ für französische Studienschwänzer Anfang Zwanzig ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt hat. Ein kurzer `Blick´ über den Rand meiner Sonnenbrille in Richtung Kellner sorgt dafür dass wir in
Windeseile unseren Hauptgang vor der Nase stehen haben und ich gebe mir alle Mühe, möglichst non-chalant zu wirken und zu scherzen während ich Ziras Glas mit einem ausgezeichneten Chablis fülle.* Sicher nur eine frische Brise
vom Meer, Petrus würde es nicht wagen, unser Date mit schlechtem Wetter zu versauen... möchtest du lieber Baguette oder Toast zum Hummer?
Zira Ich möchte Baguette. *Ich muss mich wohl getäuscht haben, gerade hatte ich das Gefühl, dass Crowley verärgert ist. Oder nein…
nicht verärgert. Eher stinkwütend. Aber sein Tonfall klingt ganz normal, wenn auch nicht mehr ganz so warm wie kurz vorher. Ich trinke rasch einen Schluck Wein und nicke anerkennend.* Hervorragend. Aber ich wundere mich schon
gar nicht mehr. Du hast das alles wirklich perfekt organisiert, Crowley. *Er prostet mir zu, erwidert jedoch nichts. Dann kommt der Hummer und die nächsten Minuten bin ich vollkommen mit dem köstlichen Gericht beschäftigt. Als
der letzte Krümel vertilgt ist seufze ich wohlig und hebe Crowley mein Glas entgegen.* Einfach vollkommen… aber jetzt bin auch auch sowas von satt… *er grinst etwas boshaft. `Oh, wie schade. Dann muss ich das Frucht-Sahne
Sorbet wohl alleine essen… das tut mir jetzt echt leid.’ Bei seinen Worten läuft mir schon wieder das Wasser im Munde zusammen.* Ooooch, ein bisschen geht wohl doch noch rein.. dazu hätte ich dann ganz gerne nochmal den
gleichen Rotwein wie in dem Lokal vorhin… *Crowley grinst etwas breiter, nickt, und mit einem Fingerschnippen eilt der Kellner herbei und kurz darauf ist mein Wunsch erfüllt. Ich sitze vor einer nicht zu kleinen Portion des
leckeren Desserts und bin restlos selig.* Dieses Date ist einfach große Klasse. - Man könnte direkt neidisch auf deine ganzen Eroberungen sein… *Ich habe das letzte Teil ganz leise zwischen zwei Happen Sorbet gemurmelt, und
hoffe dass er es nicht gehört hat. Dass es grosse Klasse ist kann er ja ruhig wissen…*
Crowl *Ich zucke leicht mit den Schultern und löffele genüsslich vor mich hin. Im Laufe des Essens habe ich mich wieder beruhigt, auch
wenn ich immer noch nicht so ganz genau weiß, -was- diesen `Reflex´ vorhin ausgelöst haben könnte. *Die hätten wohl eher Grund auf -dich- neidisch zu sein, oder glaubst du etwa, dass ich für alles und jeden so einen Aufwand
treibe? *Ich schlecke ein paar Eisreste von meinem Löffel und grinse Zira betont verführerisch an. Schließlich soll das hier ja ein Date sein und ich fühle mich wohler wenn -ich- bei so etwas die Zügel in der Hand habe.* Ich
hab dir doch gesagt, besondere Dates gibt es nur für besondere Leute...und du bist nun halt mal das Besonderste was ich kenne, Engel...
Zira Oh.. Danke. *Dieses Mal habe ich nichts um die heftige Röte zu verstecken, die mir in die Wangen schießt, also löffle ich vehement
an meinem Eis. Mein Herz ist wild geworden und bummert gegen meinen Brustkasten so dass ich fürchte, Crowley könnte es hören… sein Kommentar inclusive Lächeln hat direkt ins Schwarze getroffen. Gleichzeitig wünschte ich mal
wieder, dass ich diese Einladung abgesagt hätte,… denn so oft ich mir auch gewünscht habe, sowas mal von ihm zu hören - es ist ja nicht echt gemeint… es gehört alles zu dem Spiel. Aber was soll’s. Ich bin hier, und ich spiele
mit. Es ernüchtert mich zwar etwas, aber nicht soweit, dass ich es nicht doch genießen würde, außerdem ... ich –will- ja mitspielen, denn sonst wäre ich nicht hier. Ich sehe ihn an und der Blick den er mir zuwirft ist von der
Art, dass ich fast glauben könnte, dass das hier alles vielleicht doch nicht so ganz gespielt ist… was natürlich vollkommener Quatsch ist. Ich schiebe es einfach mal auf meinen nicht mehr ganz so niedrigen Alkoholpegel, tue
allerdings auch nichts, um wieder nüchtern zu werden. Dazu ist es im Moment einfach viel zu schön…* Wollen wir nach dem Essen ein bisschen am Strand rumlaufen?
Crowl Gerne... *...schließlich gehört ein romantischer Strandspaziergang zu einem richtigen Date wie Knoblauch ins Ajoli....und meist
geht es eben bei solchen Spaziergängen vom flirtenden in den `handgreiflichen Teil´ des Abends über. -Dieser- spezielle Aspekt wird heute zwar wegfallen, aber das tut der Sache ja keinen Abbruch. Auch wenn Zira `tabu´ ist, ist
er doch ausgesprochen angenehme Gesellschaft und das halte ich für eine mehr als angemessene Entschädigung. Ich schenke Zira noch eins meiner seltenen Lächeln und er wird schlagartig wieder rot.* Was meinst du, wir nehmen uns
eine Flasche von dem Rotwein mit und laufen ein bisschen in Richtung Klippen? Die Sicht da soll phantastisch sein...
Zira Gute Idee. *Wie von Zauberhand /sehr originell, Aziraphael/ erscheint eine weitere Flasche des Roten und Crowley will zwei Gläser
mitnehmen. Plötzlich übermütig geworden schüttle ich den Kopf.* Lass doch. Die Flasche reicht… *Er sieht mich etwas überrascht an, zuckt dann die Schultern und klemmt sich die Flasche so unter den Arm. `Dein Wunsch sei mir
Befehl…’ Und –rums- Wieder hat er es geschafft, mich leicht aus der Fassung zu bringen. Ich grinse etwas einfältig.* Na dann los, die Nacht schreitet voran. Sonst sehen wir noch den Sonnenaufgang am Strand… *Wir machen uns auf
und marschieren einen Moment schweigend nebeneinander her, immer in Richtung auf die Klippen, die sich dunkel vor dem nachtblauen Himmel abzeichnen. Bis auf das leise Wellenplätschern ist es ganz still. Irgendwie treibt sich
jetzt der Gedanke nach dem `Warum’ in meinem leicht benebelten Hirn herum. Warum macht Crowley auf einmal so einen Aufstand um mich? Und … Preisfrage. Wie weit wird dieses Date wohl noch gehen? Solche Spaziergänge führen
ja meist dazu, dass die Betreffenden sich ziemlich schnell ziemlich nahe kommen… /Ah Blitzmerker. Darum hast du es ja wohl auch vorgeschlagen./ Mein Gewissen geht mir langsam aber sicher auf den Geist und ich bringe es zum
Schweigen. Was soll schon dabei sein den Abend zu genießen und vielleicht Arm in Arm… in diesem Moment stelle ich fest, dass ich Crowley bereits wieder untergehakt habe und seit geraumer Zeit Arm in Arm mit ihm laufe. Was ihn
nicht zu stören scheint,.. nicht im geringsten. `Du bist ja so ruhig? Müde?’ Ich schüttle rasch den Kopf.* Neinein, kein Problem. Aber könnten wir uns vielleicht zum Wein trinken irgendwo hinsetzen?
Crowl *Ich hebe leicht eine Augenbraue und schmunzle ihn an. Zira scheint das Ganze hier doch irgendwie zu genießen, auch wenn er
noch immer reichlich `schüchtern´wirkt. Auch Wein kann nicht viel an einem Engel ändern... auch wenn mich ein wenig wundert, dass er so gar nichts gegen meine Hand unternimmt, die langsam aber sicher von seinem Ellenbogen
abwärts krabbelt. Ich bin schon an seinem Handgelenk und es fehlt nicht mehr viel bis wir wirklich Händchen halten. Irgendwie macht mir das einen unwahrscheinlichen Spaß... auch wenn ich über das `warum´ besser nicht
nachdenke.* Angst, das du sonst umfällst, Engel? Ich pass schon auf das du dir keine Federn verbiegst...
Zira Mhm.
Sicher. *Ich bemühe mich nach Kräften, zu ignorieren, dass Crowleys Hand, die eine angenehme Wärme ausstrahlt sich kurz über meinem Handgelenk befindet. Ich habe das Gefühl, dass die Haut dort schon fast glühen müsste. In mir kämpft das Verlangen, einfach zuzugreifen und tatsächlich Hand in Hand mit ihm weiterzugehen, mit dem, weit vernünftigeren, Impuls, meinen Arm wegzuziehen. Aber ich bin heute einfach nicht in `vernünftiger’ Stimmung. Es mag am Alkohol liegen, oder an diesem besonderen Flair das der Abend hat… oder aber schlicht an Crowley und daran, dass ich mir einfach -wünsche- er würde meine Hand nehmen. Bevor ich noch zu einem Beschluss gekommen bin trete ich auf ein Stück Treibholz oder was auch immer und strauchle ganz leicht. Und Schwupps, schon ist meine Hand in Crowleys. Ich kann nicht mehr nachvollziehen wer nun als erster zugegriffen hat, aber das ist mir auch egal. Ich weiß, dass ich nicht so doll gestolpert bin dass es nötig gewesen wäre… aber es reicht ja auch wenn Crowley das denkt oder? Die nächsten paar Schritte lege ich in vollkommener Zufriedenheit zurück, aber leider sind wir schon fast an den Klippen und Crowley lässt meine Hand wieder los und geht vor, einfach weil er im Dunkeln viel besser sieht als ich. `Ich suche mal ein trockenes Plätzchen.’ Ich nicke, bis mir einfällt dass er hinten keine Augen hat.* Ok. Ist mir Recht. *Schade dass wir schon angekommen sind…*
Crowl *Während ich im Dunklen ohne Probleme über die teilweise recht schroffen Steine klettere und nach einem Sitzplatz Ausschau halte
schimpfe ich innerlich mit mir selber. -Was- um alles in der Welt sollte denn das jetzt, du warst doch eigentlich genau da wo du hinwolltest. Ziras Tollpatschigkeit war ein ziemlicher Glücksfall, so war es nicht weiter
auffällig dass ich zugegriffen habe als er gestolpert ist. Sonst hätte das noch eine ganz schöne Arbeit werden können die letzten paar Zentimeter sind immer die schwierigsten. Aber anstatt meinen `Erfolg´ zu genießen kriege ich
auf einmal kalte Füße und mache mich mit einer dämlichen Ausrede aus dem Staub. Ich verpasse im Vorübergehen ein paar Steinen einen etwas heftigeren Tritt als unbedingt notwendig bis ich ein hübsches Plätzchen gefunden habe.
Ich gehe allerdings nicht direkt zurück um Zira zu holen - der Engel hat eine erbärmliche Nachtsicht, auch wenn sie immer noch besser ist als die eines Menschen - sondern bleibe ein paar Sekunden am Oberrand der Klippe stehen
um tief Luft zu holen. In so exponierter Lage mit dem entsprechenden Wind juckt es mir immer förmlich in den Federn einfach eine kleine Flugrunde einzulegen aber ich bin heute ja nicht hier um Luftakrobaktik zu machen. Auch
wenn mir das mittlerweile wesentlich sicherer vorkommt als dieses vermeintlich so harmlose Date mit Zira. Mit der seltsamen Anziehung, die er auf mich auswirkt umzugehen wenn wir -nicht- gerade absichtlich `verliebtes Paar´
spielen kann manchmal schon schwer genug sein, aber im Moment habe ich ganz schöne Probleme damit mir klar zu machen, dass das hier ja nur ein -gespieltes- Date ist und kein echtes... auch wenn mir das Gegenteil lieber wäre...*
Zira *Ich blicke suchend in der Dunkelheit umher kann Crowley aber nirgends ausmachen. Als er nach ein paar Minuten nicht wieder da ist
frage ich mich dann doch, wo er bleibt. Kurz flackert ein Gedanke auf, dass er mich hier her geschleppt hat um mich dann `auszusetzen’ und sich morgen im Hotel schlapp zu lachen… aber ich verwerfe das als Unsinn. Crowley hat
einen seltsamen Humor, aber er ist nicht geschmacklos. Trotzdem bin ich erleichtert, als er wieder vor mir auftaucht.* Ich hab ein nettes Plätzchen gefunden. Nur schade dass du von der Aussicht gar nichts hast… *Er dreht sich
um, deutet die Klippen hinauf und will loslaufen.* Äh… Crowley? *Er stockt und wendet sich mir zu. `Hm? Was ist?’ Ich gebe keine Antwort, sondern strecke nur stumm die Hand aus. Er greift nach kurzem Zögern zu und ich folge ihm
vorsichtig über das Geröll das hier überall herumliegt aufwärts. Er grummelt die ganze Zeit was von `nicht überlebensfähig’ und ich kontere kichernd.* Immerhin hab ich 6000 Jahre überlebt, und wer wollte denn meine Federn vor
Knicken bewahren – uuuppsss.. *Mit diesen Worten gleite ich diesmal –richtig- aus, und nur Crowleys beherztes Zupacken bewahrt mich davor, den ganzen Weg wieder zurückzurutschen.
Crowl *Der langleidende Seufzer inklusive bissigem Kommentar über `linke Füße´ und `unkoordinierte Flattermänner in Nachthemden´
bleiben mir irgendwie schlagartig im Hals stecken als ich mich auf einmal auf dem Rücken wiederfinde... und zwar
mit einer -nicht unbeträchtlichen- Menge Engel im Arm. Der Boden hier ist -wirklich- tückisch und als ich reflexartig zugepackt habe damit Zira nicht fällt bin ich selber auf eine wackelige Stelle gekommen und die Schwerkraft hat den Rest erledigt. Gute alte zuverlässige Schwerkraft... ich schüttele leicht den Kopf und erwische dabei eine ordentliche Dosis `Engelhaarduft´, der mir den Kopf schweben lässt. An Ziras Engelgedufte bin ich ja eigentlich schon gewöhnt... aber nicht an solche überdimensionalen Dosen auf einmal. Und dass er sich außerordentlich warm und gut anfühlt, wie er da so auf mir rumliegt sorgt auch nicht gerade dafür, dass mein Hirn mehr als die üblichen Basisfunktionen ausführt* ...ahm...hast du dir wehgetan?
Zira *Ich richte mich widerwillig auf und stütze die Arme erstmal rechts und links von Crowleys Kopf ab, denn irgendwie genieße ich
seine Nähe total und will eigentlich gar nicht aufstehen, wenn sich auch ein recht besorgter Gedanke meldet.* Nein. Aber du sicher, oder? *Er richtet sich ebenfalls auf und für einen Moment glaube ich er will mich umarmen. Oder
eher sich an mir festhalten, er wirkt leicht desorientiert… Jedenfalls ist sein Gesichtsausdruck irgendwie… entrückt? Vernebelt? Ich rücke vorsichtig von ihm runter und stehe wieder auf, indem ich den Untergrund mit den Füßen
teste. Als ich sicher stehe ziehe ich Crowley zu mir hoch. Er hat sich wieder gefangen, guckt aber noch leicht glasig. Was allerdings auch am Wein liegen könnte, den er in nicht unbeträchtlichen Mengen genossen hat. Ich fasse
vorsichtig nach seinem Arm.* Crowley? Ich denke, wir sollten mit unserem Alkoholpegel lieber nicht mehr hier rumklettern. Apropos… ist die Weinflasche noch ganz?
Crowl Huh? Weinflasche? *Ich blinzele Zira verständnislos an und versuche verzweifelt, meinen Kopf wieder klar zu bekommen aber
irgendwie schaffe ich es nicht, diesen seltsam betörenden Duft, den er ausströmt wieder in mein Unterbewusstsein zu verbannen wie ich es fast 6000 Jahre lang geschafft habe. -Ganz- vergessen konnte ich ihn nie, schließlich ist
unser guter Geruchssinn sozusagen eine Art effektives Frühwarnsystem bei uns Dämonen und mehr als einmal war genau das der Grund, dass sich irgendwelche low-grade-Engel plötzlich in einem hübschen Hinterhalt mit der
endgültigen `Entkörperung´ durch Klauen und Zähne konfrontiert sahen. Außerdem liegt noch irgendetwas in der Luft was einen viel `primitiveren´ meiner dämonischen Sinne anspricht und für mich fast genauso betörend ist wie Ziras
himmlisches Blümchenaroma. Auch er scheint jetzt gerochen zu haben was Sache ist und seine Augen werden groß als er seinen Blick auf den Boden herabgleiten lässt und dort die zersplitterten Reste von etwas
sieht, was wohl mal die genannte Weinflasche war. Mein Blick wandert genau wie seiner etwas höher bis wir beide meinen Arm ansehen und erst jetzt nehme ich wahr, dass dieser ganz feucht ist... und ganz rot. `Crowley du blutest
ja!´ Ziras Augen sind riesig und er wirkt irgendwie geschockt, vor allem als ich meinen Arm ein bisschen anhebe um den Schaden genauer zu betrachten und ein paar dicke rote Tropfen aus verschiedenen Schnitten dabei auf dem
Boden zerplatzen. Ich war wohl so fixiert darauf, Zira zu fangen, dass ich ganz vergessen habe, dass ich ja eine Glasflasche mit mir rumtrage und ich muss wohl drauf gefallen sein. Mit fasziniertem, aber kühlen Interesse
beobachte ich die kleinen roten Bäche, die über meinen Unterarm laufen und zucke dann leicht mit den Schultern. Die paar Kratzer werden mir wohl kaum etwas machen, schließlich ist das hier nur eine Art Leihkörper und einen
Dämon muss man schon mit anderen Mitteln kleinbekommen als mit einen bisschen Blutverlust. Ich bin schon komplett zerstückelt und wieder zusammengebaut worden, das hier ist nur eine Lappalie. Außerdem bin ich im Moment so high
auf Engelpheromonen, dass es mir vermutlich nicht mal auffallen würde, wenn ich plötzlich meinen Kopf unterm Arm hätte.* Nur Kratzer, ist nich schlimm... *Ich zucke leicht zusammen bei dem scharfen Blick den Zira mir dafür
verpasst und noch einmal als dieser sich urplötzlich meinen Arm schnappt und sanfte Finger warm und vorsichtig über die Wunden gleiten. `Pah nur Kratzer, gib her ich bring das wieder in Ordnung...´ Sein Gesicht wirkt
konzentriert als er anfängt, die Schnitte wieder zu heilen. Es ist nicht einfach für ihn, einen Dämonenkörper zu flicken, schließlich wurde er nicht dafür konzipiert, seine eigentlichen Erzfeinde zu heilen und es klappt einfach
am besten bei Menschen und Engeln. Nichtsdestotrotz hat er Übung darin, schließlich ist das nicht das erste Mal, dass ich irgendwas habe, als Dämon macht man sich selten beliebt und es kommt schon mal vor, dass der ein oder
andere Mob einen guten Moment erwischt - oder für mich einen schlechten - und ich in näheren Kontakt mit Fackeln und scharfen Gegenständen komme als mir eigentlich lieb ist. Anfangs hat das Heilen sogar noch mehr weh getan als
die eigentlichen Verletzungen aber mittlerweile ist es nur noch ein irgendwie kitzliges Ziepen das mich durchläuft... und das gerade dafür sorgt, dass sich das bisschen `normaler Dämonenverstand´, den ich so verzweifelt
versucht habe zurückzubekommen in Wohlgefallen auflöst. Mein ganzer Körper fühlt sich mit einem Schlag so an als ob ich den Finger in eine Steckdose gesteckt hätte und es kostet mich meine ganze schwindene
Selbstbeherrschung, den Engel nicht einfach hier und jetzt in einen -gefallenen- Engel zu verwandeln. Vor lauter Anstrengung, mich zurückzuhalten entwickele ich ein hübsches Ganzkörper-Vibrieren - doch das bringt Zira
dummerweise nicht etwa zum Aufhören, sondern er schickt - wohl in der Annahme, dass ich doch Schmerzen habe und das nur nicht zeigen will - eine zweite Welle himmlische Heilkräfte in mich hinein und dieses Mal beschränkt er sie
nicht nur auf meinen Arm und die Verletzungen dort, sondern kuriert direkt alle möglichen blauen Flecken die ich mir bei dem Sturz vielleicht zugezogen haben könnte... und -das- ist einfach zuviel für meine ohnehin schon
reichlich angeschlagene Selbstkontrolle. Ich kann spüren wie etwas in mir förmlich ´zaaaaping´ macht, wie ein zu straffes Stahlseil das plötzlich reißt und mit der bildlichen Kraft von hunderttausenden außer Kontrolle geratenen
Tonnen an Stahl krachen meine Instinkte durch die dünne Schicht aus `Mensch´ die sich im Laufe der Jahrtausende in mir abgelagert haben wie Dreck in Wasser und ich kann nur noch eins denken: ich -will- den Engel! Jetzt und
hier...* Zzzzzira... *Er blickt erschrocken auf bei dieser letzten kleinen Warnung, die ich noch irgendwie zustande bekommen habe - aber bevor er noch realisieren kann, was los ist um sich gegebenenfalls zu verteidigen habe ich
ihn auch schon mit unmenschlicher Schnelligkeit gepackt und brutal gegen mich gezogen. Als ich ihn küsse durchzuckt mich ein neuer Schlag an purer Energie, um viele tausend Male heftiger als der erste und für ein paar Sekunden
kann ich tatsächlich den Himmel auf seinen Lippen schmecken und lange vergessen geglaubte Bilder und Erinnerungen explodieren in meinem Kopf. Die Blumen auf den elysischen Feldern, das Gefühl von niemals zu warmem und niemals
zu kaltem Wind unter meinen -weißen- Flügeln, das Hochgefühl beim Gesang der Grigori und sogar eine winzig kleine Ahnung von dem überwältigenden Gefühl der Präsenz meines `Vaters´ die damals so normal und alltäglich für mich
war... das alles hat auf mich eine Wirkung wie eine Ladung reinstes, klarstes Crystal es vielleicht auf einen Menschen hat, der keine Drogen gewöhnt ist, nur unendlich viel stärker. Ich kann spüren, wie auch der letzte Rest
`Mensch´ von mir abfällt wie eine alte, zu klein gewordene Haut und ein leises hungriges Knurren entringt sich meiner Kehle während um mich herum die Luft vor Hitze zu flimmern beginnt und mein Körper zu -wachsen- scheint. Es
ist so lange her dass ich meinen eigentlichen dämonischen Körper gegen meinen menschlichen getauscht habe, dass mir dieses Gefühl von -Macht- einen zusätzlichen Kick verpasst und Zira gibt einen absolut erschrocken-ängstlichen
Laut von sich als sich auf einmal spitze Krallen in seinen Rücken bohren und es plötzlich keine wirklich -menschliche- Zunge mehr ist, die gerade versucht, soviel von ihm wie nur irgend möglich auf einmal zu kosten. Ich kann
spüren wie er reflexartig beginnt -sich- zu verändern und selbst wenn ich weiß, dass ich gegen den Seraphim vor mir nicht den Hauch einer Chance habe wenn Zira sich wirklich wehrt lasse ich ihn nicht los. Wenn schon
`sterben´ dann wenigstens so. Aber plötzlich stoppt die Verwandlung und ein einzelner traurig-bittender Gedanke saust durch mein umnebeltes Gehirn.. /...bitte, Crowley.../ Ziras Stimme in meinem Kopf hat eine Wirkung wie
ein Eimer Eiswasser auf ein paar kämpfende Hunde und mit einem Schlag bin ich wieder absolut klar... und absolut geschockt. Mit einem erschrockenen kleinen Laut lasse ich Zira los und er fällt fast als er sich so plötzlich
wieder frei bewegen kann. Er starrt mich aus großen blauen Augen an und zum ersten Mal seit tausenden von Jahren ist das bisschen Gewissen, das ich nie so ganz abschütteln konnte, wieder voll in Aktion. Ich hatte mir geschworen
-niemals-, absolut niemals so bei Zira die Kontrolle zu verlieren, er ist mein -Freund- schon seit Äonen und er ist der einzige den ich habe.* Ich... ich… d-das wollte ich nicht Zira, es tut mir leid, wirklich, ich w-wollte
dich nicht....
Zira *Im ersten Moment als ich Crowleys Lippen auf meinen spüre durchschießt mich nur ein einziger, alles beherrschender Gedanke.
–„Endlich“-. Sein plötzlich um etliche Grade heißerer Körper, der sich fest gegen meinen presst, seine Hände, die mich blitzschnell von meinem Jackett befreit und sich unter mein Top auf die nackte Haut meines Rückens
geschlichen haben und schließlich der heiße, hungrige, alles verzehrende Kuss… wildes Verlangen durchpulst mich und ich habe keine Gegenwehr. Ich will es ja auch gar nicht… Ich bin nur noch eine Winzigkeit davon entfernt, die
eherne, seit langer Zeit mühsam gehaltene, Barriere fallen zu lassen und den Kuss leidenschaftlich zu erwidern, Verdammnis hin oder her, als sich etwas verändert. Und zwar grundlegend. Der Griff von Crowleys Händen – oder eher
gesagt sind es jetzt Klauen – bohrt sich schmerzhaft in meine Haut und ich `sehe’ mehr mit meinem geistigen Auge als mit den echten, dass er sein wahres Äußeres annimmt. Der Ton, der aus seiner Kehle dringt hat nichts
menschliches mehr an sich und seine Zunge in meinem Mund … nun, sagen wir mal, dafür, dass ich mich nie hätte küssen lassen dürfen hatte ich mir dann doch etwas anderes vorgestellt, wenn ich es mal zulassen würde ... Fakt ist
jedoch, dass Crowley im Begriff ist zu seinem dämonischen Selbst zu werden, und somit jegliche Kontrolle fallen lassen wird. Was jetzt mit mir geschieht basiert auf reinem Instinkt. Mein Top verwandelt sich in einen Haufen
Stoffstreifen als sich meine Schwingen mit einem gewaltigen Rauschen entfalten. Ich spüre wie ich an Größe zunehme und meine Kraft sich um ein Vielfaches steigert. Der `gerechte Zorn’ – lange nicht in mir geweckt – steigt in
mir empor, Gedanken an Flammenschwerter und diese machtvolle Stimme, die uns Engeln zu eigen ist wenn wir etwas verkünden oder Unwürdige maßregeln werden immer stärker in mir und mein Mund öffnet sich schon, um diesen alles
durchdringenden Ton auszustoßen, der Crowley wahrscheinlich als wimmerndes Häufchen auf dem Boden zusammensacken lassen wird… Ja - ich kenne meine Macht genau und ich weiß auch nach fast 60 Jahren noch, wie sie anzuwenden ist.
Der letzte der diesen Ton zu hören bekam war Adolf Hitler, kurz bevor er sich selbst umgebracht hat. Ich weiß auch, dass Crowley die Veränderung in mir spürt, also warum hört er nicht endlich auf? Ich will ihn doch garnicht
vernichten… plötzlich bekomme ich eine Riesenangst, selber die Kontrolle zu verlieren. Es kostet mich enorme Kraft, aber ich stoppe die Metamorphose. Endlich wird das Glühen um mich zu einem blasseren Wabern, ich lasse die
Flügel sinken und bin auf einmal nichts weiter als erschöpft und tief deprimiert. /Bitte, Crowley…/ - Und plötzlich ist es vorbei. Ruckartig löst er sich von mir, so dass ich fast strauchle und mit den Flügeln schlagen muss um
das Gleichgewicht zu halten. Er weicht etwas zurück, einen Ausdruck nackten Grauens im Gesicht. Ich fange etwas von seinen Emotionen auf. Wo vorher pure, rohe Gier war ist jetzt eine Art traurigen Entsetzens. Seine gestammelte
Entschuldigung klingt ehrlich und verzweifelt, aber anstatt mich zu versöhnen weckt das in mir eine unbändige Wut. Trotzdem klingt meine Stimme kühl und beherrscht… jahrtausendelanges Training eben.* Soso du wolltest also nicht
–mich- ? Wen denn dann? *Er schluckt, gibt aber keine Antwort. Mein Blick ist eiskalt als ich ihn fixiere. Enttäuschung würgt in meiner Kehle. Er wollte es also gar nicht wirklich? Nicht –mich-? Nur eine momentane Schnapslaune?
Und ich hätte fast bedenkenlos mein Seelenheil weggeschmissen… Crowley hat echt Glück dass ich mein Flammenschwert nicht habe, und das weiß er, nach seinem Gesicht zu urteilen ganz genau. Ich habe meine Überlegenheit nie
heraushängen lassen, trotzdem war es immer klar, dass er gegen mich keinen Stich sieht, wenn es drauf ankommt. Das war allerdings auch nie von Bedeutung… bis heute. Wieder will sich der Ärger in mir regen, aber Zorn ist eine
der Todsünden also kämpfe ich das Gefühl gewaltsam nieder. Als es mir zum zweiten Mal gelungen ist meine Wut zu besiegen bin ich einfach nur noch müde. Bedrückt falte ich meine Flügel zusammen und setze mich auf einen Stein.
Die Schwingen richtig verschwinden zu lassen habe ich im Moment einfach nicht die Kraft. Ich sehe zu Crowley hinüber – er sieht tief deprimiert aus, und in mir regt sich ganz plötzlich heftiges Mitleid… hey, ich bin schließlich
nicht –nur- ein Rächer, in erster Linie bin ich immer noch ein Engel. Ich suche krampfhaft nach irgendeiner versöhnlichen Floskel, ich habe auf einmal das Gefühl, dass das hier das Aus unserer Freundschaft sein könnte, und
natürlich will ich das nicht. Sicher bin ich sauer… und Crowley –weiß- das auch, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass –er- einen ziemlich unzutreffenden Grund dafür annimmt. Bevor ich jedoch zu einem Entschluss gekommen bin
spricht Crowley, und seine Stimme klingt flach und irgendwie hoffnungslos.* Ich glaube, es ist besser wir beenden den Abend jetzt…
*Damit dreht er sich von mir weg und macht einen Schritt Richtung der Lichter der ziemlich weit entfernten Strandbar. Umgehend springe ich auf.* Crowley… *Er schüttelt nur den Kopf und geht weiter. Ich ahne, dass er sich mit Worten nicht aufhalten lassen wird und ohne zu überlegen breite ich die Flügel aus und fliege ein Stück voraus, um mich ihm in den Weg zu stellen. Hier ist weit und breit keine Menschenseele, also ist es wohl risikolos meine Kräfte zu gebrauchen. Als ich mit ausgebreiteten Schwingen ein paar Meter vor Crowley lande, außer Atem, mit bloßem Oberkörper, der von Kratzern übersät ist, und sicher auch sonst etwas zerrauft und zerrupft aussehend, von meinem Gesichtsausdruck mal ganz zu schweigen, bleibt er wie angewurzelt stehen. Er sagt nichts, aber sein Blick ist so deutlich, als hätte er die Frage laut ausgesprochen, was das jetzt noch soll. Ich runzle die Brauen, doch mein Tonfall ist bittend.* Willst du das jetzt wirklich ohne Aussprache so auf sich beruhen lassen?
Crowl *-Das- verwundert mich dann jetzt doch ein bisschen. Um ehrlich zu sein hat es mich ja überhaupt schon gewundert warum ich nicht
längst in ein übelriechendes rauchendes Häufchen Dämon verwandelt worden bin, ich konnte Ziras Zorn vorhin spüren wie etwas solides, eiskaltes um mich herum und der Zorn eines Seraphim ist nichts, was man so leicht wegstecken
kann, selbst wenn man mit ebendiesem Seraphim für ein paar Jahrtausende einen Freundschafts-nicht-Angriffs-Pakt hatte. Und selbst wenn er sich offensichtlich so unter Kontrolle hat, dass er mich für diese kleine Aktion eben
nicht in ein Schlackehäufchen verwandelt, war ich doch sehr davon ausgegangen, dass ich von jetzt ab meinen Wein im Ritz -alleine- trinken kann... und dass meine ganzen Erfolgsberichte nach unten schlagartig versickern würden,
denn Zira würde unseren `Pakt´ wohl für nichtig befinden nachdem ich eine unserer ungeschriebenen Regeln so gründlich gebrochen habe. Obwohl mir das eigentlich vollkommen wurscht ist, die Welt ist groß und selbst Zira kann
nicht überall auf einmal sein und mir ins Handwerk pfuschen. -Wie- sehr ich mich nicht nur einfach an seine Gegenwart gewöhnt habe sondern sie sogar -genieße- und wie sehr ich mich auch nach all den Jahrhunderten immer noch
nach wenigstens ein paar hauchfeinen Erinnerungen an früher sehne
ist mir ja eben überdeutlich geworden. Ich hätte nie gedacht, dass diese Sehnsucht nach dem, was ich vor so langer Zeit verloren habe noch so groß sein würde, dass ich selbst -Zira- `angreife´ nur um sie für ein paar Sekunden stillen zu können, vor allem weil ich weiß, dass danach alles nur noch schlimmer sein würde, wie eine alte Narbe die wieder aufplatzt und schmerzt. Und ich bin fest davon ausgegangen, dass es dieses Mal keinen weichherzigen Engel gibt der so tut, als ob er nichts merkt und mir Gesellschaft leistet bis es wieder besser geworden ist. Ich weiß wirklich nicht, was Zira hier noch `aussprechen´ will, für ihn dürfte genauso klar sein wie für mich was eben passiert ist. Und selbst wenn das Erste was ich gesagt habe eine Entschuldigung war -kann- man das eigentlich gar nicht entschuldigen und jede Sekunde die ich noch hier bleibe wird mir das deutlicher. Ich seufze leise und sehe mir den Engel vor mir noch einmal genau an, für das allerletzte Mal wie ich mir denke. Er hat sich immer noch nicht ganz zurückverwandelt, auch wenn er den größten Teil seiner Kraft wieder zurückgenommen hat und im Moment mehr einem `normalen´ Engel als einem Seraphim ähnelt, aber das reicht schon aus dass das, was von meinem Herzen übrig ist, sich schmerzhaft in meiner Brust zusammenzieht. Er ist so ein ganzes Stück größer als ich und ich muss mich hochrecken um mit meinen Fingern seine Wange berühren zu können. Das leichte Zusammenzucken, dass ich dabei spüre, löst in mir eine absolute Traurigkeit aus und ich nehme schnell meine Finger wieder weg, innerlich schimpfend wie ich nur so dumm sein konnte. Irgendwie kann ich Zira nicht mehr ansehen so gerne ich das auch wollte und ich sehe mir stattdessen lieber meine Schuhe an. Ich bin einfach nur müde und am liebsten würde ich mich einfach irgendwo an einem warmen Plätzchen zusammenrollen und die folgenden Jahrtausende einfach verschlafen. Auch wenn ich genau weiß -wer- in meinen Träumen vorkommen wird und dass ich diesen Abend hier niemals werde verdrängen können.* -ER- ist wirklich der beste Drogendesigner den man sich nur vorstellen kann, selbst nach unzähligen Jahrtausenden wird man noch genauso schnell rückfällig wie am ersten Tag... und der Entzug wird mit jedem Tag schlimmer Zira... *Ich lächele ihn traurig an, während ich versuche zu erklären was eben passiert ist auch wenn ich genau weiß, dass auch -das- keine Rechtfertigung ist für das was ich getan habe. Aber Zira kann ja nicht wissen wie das ist, wenn man fällt... und das eigentlich noch nicht mal vorhatte.* Du ahnst gar nicht -wie- sehr ich mich danach gesehnt habe etwas von dem.. `Glanz´ abhaben zu können der dich umgibt, selbst wenn ich dafür dein Vertrauen missbrauchen müsste um es mir zu stehlen. Aber das entschuldigt nicht was ich getan habe Zira, denn auch wenn es mir -wirklich- leid tut wird es immer einen Teil in mir geben, der mich an die Dinge erinnert die ich verloren und nie wieder haben kann und der -alles- tun würde, selbst für den trügerischsten, kürzesten Augenblick an Erinnerungen... selbst wenn das heißt, das Vertrauen meines einzigen wirklichen Freundes auszunutzen und damit vielleicht die Person zu verlieren, die mir am wichtigsten ist. *Ich seufze leise und streiche mir ein paar Strähnen aus der Stirn. Ich bringe es immer noch nicht übers Herz, Zira anzusehen, vor allem nicht nach diesem `Geständnis´. Wie soll er mir auch jemals wieder trauen können nachdem was ich gerade gesagt und getan habe? Und vor allem nachdem ich gemerkt habe wie -dünn- meine Kontrolle eigentlich ist... und dass sie jeden Moment zerbrechen kann, vor allem nachdem ich weiß, dass es Zira widerstrebt, mich einfach `plattzumachen´ wenn ich ihn angreife. Ich grinse humorlos vor mich hin.* Kein Dämon könnte an die `Verführungskraft´ heranreichen die du hast, einfach weil du -bist- was du -bist-. Es war dumm zu glauben ich hätte mich genug unter Kontrolle um dem auf Dauer standhalten zu können...
Zira *Bei seiner Berührung zucke ich unwillkürlich zusammen, und das aus zwei Gründen. Einmal weil ich immer noch so angespannt bin,
und zum zweiten… ich verlange so unglaublich danach. Immer noch… Seine Worte, traurig und hoffnungslos, lassen mich innerlich vor Mitleid beben… gleichzeitig stürzen sie mich in tiefe Depressionen. Ganz offensichtlich sind die
Gefühle die wir zwei füreinander hegen unterschiedlich, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Crowley sieht in mir das, was er verloren hat, eine Sehnsucht nach den alten glücklichen Tagen vor seinem Fall,… er
projiziert irgendwas in mich hinein. Ich als `Person’ bin anscheinend austauschbar, alleine die Tatsache dass ich verkörpere was er vermisst, all dieses perfekte, himmlische, bla bla… ist ausschlaggebend. Ich dagegen… nun… bei
mir ist es schon die –Person- Crowley die mir am Herzen liegt, und das viel mehr als andere, die ich vielleicht `berufsmäßig’ mag, und ich würde mit Freuden auf alle himmlischen Chöre verzichten wenn ich einfach als Mensch hier
auf der Erde mit ihm zusammen sein könnte. Ich seufze tief und betrachte mir seine Gestalt, die eine immense Hoffnungslosigkeit ausstrahlt. Langsam beginne ich zu reden, vorsichtig nach Worten suchend.* Jeder ist nun mal
verschieden und hat andere Erwartungen, nicht wahr? Und bei dir hat es halt gerade einen Kurzschluss gegeben, so möchte ich es mal nennen. Ich denke, wenn ich in Zukunft auch etwas besser aufpasse und wir beide vielleicht mit
Alkohol etwas vorsichtiger sind, sollte es uns wohl gemeinsam gelingen, das ganze unter Kontrolle zu halten… *Ich raffe allen Mut zusammen und trete nahe zu ihm. Indem ich eine seiner Hände in meine nehme sehe ich ihm ins
Gesicht. Er macht eine Bewegung als wolle er mir seine Hand entziehen, doch ich lasse nicht los. Trotzdem weicht er meinem Blick aus, und dabei fällt mir auf, dass ich immer noch fast einen Kopf größer bin als er, was ich auf
einmal als etwas der Situation unangemessen empfinde, weshalb ich es rasch ändere. Die Flügel verschwinden ebenfalls, ich glaube nicht, dass ich sie momentan noch brauche, und auf einen Lidschlag hin habe ich mein Jackett
wieder an. Jetzt fühle ich mich bedeutend wohler, und ich sehe Crowley so lange an bis er meinen Blick – immer noch etwas scheu – erwidert.* Lass uns noch einen Espresso oder sowas trinken *ich deute mit dem Kopf auf die
Strandbar* und dann nach Hause gehen. Ich… ich… *Plötzlich versagt mir fast die Stimme, doch dann sage ich leise* Es wäre schade wenn der Abend so enden würde…* ich schlucke einmal, dann werde ich noch leiser*
… und – mir tut es auch leid…
Crowl *-Jetzt- schaue ich ihn doch an, komplett verdutzt und der seltsame Gesichtsausdruck den Zira hat verstärkt das Ganze noch. Ich
weiß nicht wie er wirkt, vielleicht... schuldbewusst? Aber warum sollte er sich schuldig fühlen, er hat doch gar nichts gemacht? Wie hätte er denn wissen sollen, dass ich auf seine Heilungsversuche auf einmal so anders reagiere
als vorher, er war doch einfach nur er selbst? Jetzt ist Zira derjenige, der irgendwie betreten auf den Boden starrt und ich ziehe leicht an seiner Hand, die immer noch meine festhält um ihn dazu zu bringen mich anzusehen*
-Was- tut dir leid? Du hast doch gar nichts gemacht. Das vorhin war alleine -meine- Schuld, du konntest da doch gar nichts dafür. Du wolltest einfach nur nett sein... und komm mir nicht mit `Wenn ich nicht gefallen wäre, wäre
das nicht passiert´ das ist Quatsch und das weißt du auch.
Zira *Ich hole tief Luft. Was, wenn ich ihm jetzt sage, dass ich den Kuss ganz genauso –gewollt- habe wie er? Und dass mich
letztendlich nur seine Verwandlung davon abgehalten hat, alles wegzuwerfen, meine Tugend, mein Seelenheil, also meine ganze Existenz? Ich glaube nicht, dass ihm das viel weiterhelfen würde… und mir auch nicht. Er will ja nicht
wirklich mich, soviel habe ich inzwischen kapiert. Ich sehe ihn voll an.* Mir tut leid, dass meine Ungeschicktheit dazu geführt hat, dass dieser Abend im Fiasko geendet hat. Und ich möchte, dass er wenigstens noch nett
ausklingt, deshalb lass uns einfach das Ganze hier vergessen.. *Ich bezweifle zwar, dass ich das wirklich kann, es vergessen… dazu brennen meine Lippen immer noch zu sehr von diesem Kuss… noch einmal atme ich tief ein.* Was
mich betrifft, sind wir immer noch Freunde.
Crowl *Jetzt muss ich doch lächeln, das war einfach wieder so typisch -Zira-, dass ich gar nicht anders kann. Ich zwinkere ihm kurz zu
und grinse, während ich ihn langsam neben mir her zurück in Richtung Strand und Bar ziehe.* Hab ja schon immer gesagt, ihr nachthemdtragenden Flattermänner seid einfach die geborenen Tollpatsche... *Er schürzt leicht
missbilligend die Lippen, lässt sich aber anstandslos von mir mitziehen... und geht genauso anstandslos auf meinen Versuch, wieder so etwas wie eine `normale´ Atmosphäre zu schaffen, ein. `Wir tragen keine `Nachthemden´, das
sind Roben...´ ich zucke non-chalant mit den Achseln während ich so gut es geht versuche, das Gefühl von meiner Hand in seiner zu ignorieren. Kein `Genießen von Engelaura´ für mich, für den Moment habe ich wirklich genug.* Ach
papperlapapp, Roben schroben, Nachthemden bleiben nun halt mal Nachthemden.
Zira *Ich schnaube nur verächtlich was vom `Neid der Besitzlosen’ und genieße ganz nebenbei, dass er keine Anstalten macht, mir seine
Hand zu entziehen. Wenn es auch nur eine Kleinigkeit ist, ich habe gelernt, mit Kleinigkeiten auszukommen, und nach dieser Fast-Katastrophe heute bin ich mehr als froh, dass mir wenigstens das geblieben ist. Es kommt mir auch
ganz so vor, als ob wir beide die Nähe des anderen irgendwie brauchten,… so ein bisschen Körperkontakt ist ja auch keineswegs verwerflich, unter Freunden… Trotzdem lösen wir unseren Griff wie auf Verabredung, als wir in
Sichtweite der Bar kommen, wir brauchen offenbar beide auch keine zweideutigen Blicke von anderen. Als wir wieder an dem lauschigen kleinen Tisch sitzen fühle ich mich auch eigentlich ganz wohl. Wenn die prickelnde Spannung von
vorhin auch weg ist... es ist immer noch schön hier und die Gesellschaft ist mir immer noch mehr als angenehm. Ich mag das gar nicht so bald beenden,
wie ich feststelle.* Crowley? *Er spielt mit seinem Kaffeelöffel, scheint irgendwie in Gedanken versunken. `Hmh?’* Wollen wir dann nach Hause laufen? Es ist eine schöne Nacht, und ich bin gar nicht müde… *Bevor er noch antworten kann höre ich plötzlich eine wohlbekannte Stimme meinen Namen rufen. `Raphael? Raphaeeel?? Was für ein Glück dass ich dich endlich finde… ich suche schon die ganze Stadt nach dir ab!’ Verdutzt blickt mich Crowley an und ich muss selten dämlich aus der Wäsche gucken. Die Stimme gehört Jean Pierre, der außer Atem vor mir steht und den ich über diesen ganzen aufwühlenden Geschehnissen aber sowas von total vergessen habe…*
Crowl *Mein erster Gedanke ist, dass ich mir vielleicht auch einen hübschen jungen Austauschstudenten suchen sollte, der mir alte
staubige Bilder zeigt, denn das, was ich mir in Gedanken irgendwie immer als alten schrumpligen Professor vorgestellt habe, entpuppt sich -wirklich- als zwanzigjähriger, außergewöhnlich gut aussehender Student... Mein zweiter
Gedanke allerdings lässt schlagartig sämtliche Alarmglocken in mir hochgehen und meine Nackenhaare richten sich auf wie bei einer fauchenden Katze. -Das- war also dieser komische Geruch den ich gemeint habe im Hotel zu
riechen!! Alles an diesem Kerl -schreit- förmlich `Inkubus!!!´ und mir wird fast übel als ich eine ordentlich Nase von `Unterdämonengestank´ in die Nase bekomme. Auch er scheint mittlerweile mitbekommen zu haben -wer- da so
gemütlich mit Zira am Tisch sitzt, denn seine Augen werden plötzlich groß und zu der umhauenden Ladung an Pheromonen die er verströmt, gesellt sich schlagartig der Geruch von Furcht. Zira allerdings scheint davon gar nichts
mitzubekommen, denn er lächelt den Neuankömmling freundlich an und scheint nicht im allergeringsten etwas Verdächtiges an ihm feststellen zu können. Seine Nase war noch nie besonders gut - und genau wie ich an Engelgeruch
gewöhnt bin, dürfte ihm das leicht dämonische, das der Inkubus ausströmt, wohl nicht sonderlich auffallen.*
Zira *Um ehrlich zu sein passt mir das gerade gar nicht, dass Jean Pierre hier auftauchen muss. Ich nestle den Schlüssel hervor und
halte ihn ihm hin. Mit mühsam freundlich gehaltenem Ton schlage ich vor, dass er schon mal vorgeht.* Ich habe eine Verabredung, wie du siehst, tut mir leid… *Jetzt klingt meine Stimme wirklich zerknirscht, Jean Pierre kann ja
nichts dafür, dass ich ihn vergessen habe. Er nimmt denn auch leicht geknickt den Schlüssel und dreht sich etwas abrupt um. `Schon gut, kein Problem, „Raphie“’. Ich zucke leicht zusammen als ich sehe, wie sich Crowleys Stirn
umwölkt. Nein… diese beiden werden wohl keine Freunde fürs Leben… kaum ist Jean Pierre außer Hörweite knurrt Crowley in sich hinein. `Soso, „Raphie“ also.’ Ich bin etwas unwirsch. So hat Jean Pierre mich sonst auch nicht
genannt, was sollte das eben nur? Es kam mir fast wie Imponiergehabe zwischen rivalisierenden Männchen einer Spezies vor.* Das hat er noch nie gesagt, verstehe ich nicht… *Ich sehe Crowley entschuldigend an.* Ich habe ihm
angeboten bei mir zu wohnen, weil er kurzfristig aus seinem Zimmer geflogen ist,…
Crowl *Ich inhaliere schlagartig eine ordentliche Portion Kaffee und sobald ich mich ausgehustet habe tröte ich Zira förmlich an.* Du
hast -was-??? Zira… hast du -es- dir mal genau angesehen? Ich meine -ganz- genau?? Meine Güte du bist ein Seraphim und siehst nicht was er ist?? *Ich kann eigentlich gar nicht anders als Zira absolut ungläubig anzustarren - er
scheint wirklich nicht die geringste Ahnung zu haben -was- er sich da als Zimmergenossen eingefangen hat. Kein Engel wäre so blöd und würde einem Inkubus anbieten, mit ihm ein Zimmer zu teilen. Auch Engel sind nicht immun gegen
ihre Pheromone und ich kenne so einige Kollegen, die ihnen ihren Abstieg ins untere Departement verdanken. Aber keiner davon ist ein Seraphim, das sind alles nur low-rank-Engel - ahm … gewesen.* Also ehrlich Zira, du bist ein
verflu... ein verd... du bist ein -Seraphim- Kruzitürken nochmal und erkennst nicht mal einen Inkubus wenn er dir förmlich auf die Füße tritt??
Zira *Die Espressotasse bleibt auf halbem Wege vor meinem Gesicht hängen.* Einen -was-? *Crowley lacht, aber es ist kein fröhliches
Lachen. `Also wirklich, Aziraphael, ich hätte dir mehr zugetraut!' Jetzt leicht unwirsch stelle ich die Tasse ab.* Ich weiß nicht ob ich das witzig finden soll, Crowley… *Er sieht mir ungläubig ins Gesicht. `Du –glaubst- mir
nicht? Was denkst du denn, warum ich dir das sage? Um dich zu ärgern?’ Sein Ton ist ärgerlich, und ein Hauch von Spott schwingt mit. Genau die Mischung die bei mir eine Klappe fallen lässt. Ich erhebe mich und sehe ihn kühl
an.* Warum du das erzählst
weiß ich nicht, ich finde es nur reichlich geschmacklos... */…vor allem nach dem, was heute vorgefallen ist…/ zum Glück verkneife ich mir den letzten Teil gerade noch so.* Ich denke ich möchte jetzt nach Hause…
Crowl *Ich bin ganz ehrlich, das ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich einfach absolut -sprachlos- vor mich hinglotzen und
mit dem Mund fliegen lassen kann. Dass Zira nicht merkt, was er sich da eingefangen hat schön und gut, aber warum um alles in der Welt reagiert er so angepisst darauf, dass ich es ihm gesagt habe? Sicher, ich hab vielleicht
nicht die schönsten Worte benutzt aber mit meinen Nerven steht es im Moment ja eh nicht zum besten und so eine wandelnde Hormonschleuder um mich zu haben, wenn ich gerade -selber- Probleme habe meine Hormone zu kontrollieren,
ist im Moment einfach ein bisschen viel zum höflich sein. Und der Gedanke, dass so ein... ein... widerlicher Schleimbeutel im selben Zimmer schlafen soll wie -mein- Engel lässt mir die Galle hochsteigen.* Geschmacklos?? Was ist
daran geschmacklos wenn ich dich auf etwas aufmerksam mache das du nicht bemerkt hast? Was um alles in der Welt hätte ich denn davon sowas zu erfinden, ich wollte dich nur warnen, mehr nicht! *-Das- war offentlich nicht das
richtige was ich hätte sagen sollen, denn Ziras Blick wird noch um ein paar Stufen kälter und seine Stimme schneidet mir förmlich durch Mark und Bein als er antwortet... und durch andere, wesentlich empfindlichere
`Körperteile´, die ich als Dämon eigentlich gar nicht besitzen sollte. `Du hättest mich vielleicht besser vor -dir- gewarnt als irgendwelche harmlosen Menschen in deine... deine Spielchen mit reinzuzerren! Jean Pierre ist ein
sehr netter und vollkommen harmloser junger Mann und ich dulde nicht, dass du ihn aus irgendwelchen... `seltsamen´ Gründen niedermachst. Ich kann auf deine Warnungen gut verzichten … - Dämon. `...Autsch. -Das- hat wehgetan.
Absolut fassungslos -und nicht gerade wenig zornig- starre ich hinter Zira her wie er in Richtung Straße marschiert ohne sich auch nur einmal umzudrehen. Was um alles in der Welt hat er mit `seltsamen Gründen´ gemeint? ...
Moment mal! Denkt er etwa ich wäre... eifersüchtig oder sowas auf diesen Knilch? So wie ich mich vorhin benommen habe liegt es ja nahe dass ich Zira eigentlich als etwas mehr betrachte als nur als netten Kerl und er hat schon
des öfteren mal Witzchen darüber gemacht, dass ich ihn hüte wie eine eifersüchtige Glucke. Wenn man die beiden Sachen kombiniert... schlagartig werde ich rot um die Nase bei dem was Zira sich vielleicht gerade über mich denkt
und es ist reiner Selbstschutz, dass ich meine plötzliche Verlegenheit in Wut umwandle.* Na dann lass dich doch von diesem… diesem Schleimbolzen in die Hölle schicken -Seraphim- und komm ja nicht an und versuch dich zu
entschuldigen wenn du morgens aufwachst und dich wunderst warum deine Flügel schwarz sind und du eine Mistgabel hast statt einer Harfe! Du kannst mir ja so allerhand vorwerfen aber -belogen- habe ich dich noch -nie-! *Der Grill
neben mir gibt schlagartig ein paar sehr beeindruckende Flammenzungen von sich und um mich herum wabert die Luft während ich unter mir den Sand in einen unansehnlichen Haufen glasiges Geschmolzenes verwandele. Dämliche Engel,
müssen immer alles besser wissen, als ob ich mich nicht auskennen würde mit dem Viechzeugs das die untere Etage zu bieten hat! Wütend trete ich nach einer unvorsichtig vorbeikrabbelnden Krabbe und stapfe dann davon in Richtung
Strand. Ein Tsunami oder ein hübscher Wirbelsturm wären jetzt genau das richtige, ich habe den unwiderstehlichen Drang, irgend etwas kaputtzumachen, und zwar irgendwas -Großes-. Scheiß drauf, was der dämliche Flattermann dann
vielleicht von mir denkt... man kann von einem Dämon eben nicht erwarten, dass er friedlich rumsitzt und Tee trinkt wenn man ihn so verletzt...*
Zira Lass diese lachhaften Klischees. Im übrigen trage ich keine Harfe … ich trage ein –Schwert- wie du weißt. Und ich sehe keinen
Grund, warum ich mit schwarzen Flügeln aufwachen sollte, im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten habe –ich- mich unter Kontrolle… *Nun ... Das war eigentlich eine Lüge… jedenfalls falls es meine Kontrolle in Bezug auf Crowley
angeht. Aber da nicht –er- derjenige ist, der mit mir das Zimmer teilt, werde ich wohl nicht Gefahr laufen, dies beweisen zu müssen. Allerdings war das eben auch fies und ungerecht… Während ich zum Hotel zurückstapfe
grummelt es jedoch in mir. Warum sagt er auch sowas. Und überhaupt! Wie kommt er darauf, dass ich `fallen’ könnte, dazu müsste ich ja wohl erst mal überhaupt ein Interesse an Jean Pierre haben… ich glaube einfach nicht, dass er
ein Inkubus ist. Gut, ich habe noch nie was mit einem Inkubus zu tun gehabt, ich habe keine Ahnung wie sehr ich darauf `anspringen’ würde… aber ich denke doch, dass ich einen erkenne wenn ich einen sehe. Oder hat mich die
ständige Gegenwart von einem –zweifellos viel mächtigeren- Dämon, wie Crowley nun mal einer ist, schon `betriebsblind’ gemacht? Und wenn Crowley es nun doch ernst gemeint hat? Er war so furchtbar wütend… oder könnte es
vielleicht sein, dass er auf Jean Pierre eifersüchtig ist? Plötzlich schlägt mein Herz etwas rascher. Eifersucht setzt voraus, dass man … dass man Anspruch auf jemanden erhebt. Ich war ja auch immer eifersüchtig auf Crowleys
`Eroberungen’… - aber dann würde er in mir ja doch nicht nur die Verkörperung seiner heimlichen Sehnsüchte sehen, dann würde er vielleicht doch… mich!? meinen… oder setzt er einfach meine Gesellschaft als selbstverständlich
voraus und will nicht teilen? … Je länger ich nachdenke, umso verwirrter werde ich. Ich weiß bald gar nichts mehr, nur, dass ich vorhin, an der Klippe, drauf und dran war, alles zu vergessen was ich bin und mich ihm wirklich
hingeben -wollte-… auf diese Idee würde ich bei Jean Pierre niemals kommen. Er ist einfach eine nette Bekanntschaft. Punkt. Unter diesen Überlegungen bin ich am Hotel angekommen und gehe schnurstracks zum Aufzug. In
meinem Zimmer wartet schon ein bedröppelter Jean Pierre auf mich. `Habe ich dir jetzt den Abend verdorben, das tut mir leid…’ Ich schüttle vehement den Kopf, wohl auch, um mich selber zu überzeugen.* Aber nein, keineswegs. *Ich
deute auf das breite Doppelbett.* Lass uns die Betten auseinanderschieben. *Er stimmt ohne zu zögern zu und ich mache innerlich die `Daumen hoch’ Geste. Eins zu null für mich, ein Inkubus hätte sicher zahllose Argumente
gefunden, die Betten zusammen stehen zu lassen. Ich gähne breit und deute auf die Dusche.* Willst du zuerst oder soll ich? Ich muss gestehen, ich bin todmüde… *Er lächelt mich an. `Ich bin schon fertig mit allem, mach nur.’
Damit zieht er sein T-Shirt aus und enthüllt einen bemerkenswert wohlgeformten, schlanken Oberkörper, mit gut definierten Muskeln, aber nicht bepackt. Naja er ist schließlich auch noch jung… ungefragt schiebt sich wieder mal
Crowleys Bild vor mein inneres Auge. Er ist nicht mehr wirklich `jung’, aber extrem gut in Form, und immer wieder zieht sein Anblick meine Blicke magisch an… ich verdränge diese Gedanken lieber schnell wieder. Nicht gut jetzt…
Ich nicke Jean Pierre zu und lächle zurück.* Ok. Leg dich ruhig hin, ich werde versuchen, dich nicht zu stören. *Während ich hinaustrete schallt mir noch ein fröhliches `Kein Problem, du darfst das’ nach. Ich muss grinsen. Er
ist einfach nur ein netter, unkomplizierter Kerl. Leicht verächtlich schnaubend trete ich unter den lauwarmen Wasserstrahl. Pah. Inkubus! Crowley hat sie nicht alle… bei dem erneuten Gedanken an ihn schließe ich gequält die
Augen, während das Wasser auf mich herabrieselt. Leider setzt die erhoffte entspannende Wirkung nicht ein, denn ich kann nicht verhindern, dass die Erinnerung an heiße Lippen auf meinen wiederkommt, und dass ich das absolut
genieße… ich sehe an meinem Oberkörper hinab. Die Kratzer sind noch da und brennen leicht unter dem Wasser… aber ich will sie auch nicht einfach heilen. Überrascht stelle ich fest, dass mich dieser `Überfall’ vorhin weit
weniger aus der Bahn geworfen hat, als unser `Wortgefecht’ in der Bar hinterher. Ich seufze tief auf. Ich wollte mich doch gar nicht mit Crowley streiten… aber er war einfach fies zu mir. `Lass dich doch in die Hölle schicken…’
- das tat weh. Als ob ich es darauf anlegen würde! Ebensogut hätte er auch sagen können `Lass dich doch von diesem Kerl vögeln!’ - die Wirkung wäre dieselbe gewesen… und er hat es ja schließlich auch genauso gemeint.
Niedergeschlagen gehe ich mit einem Handtuch um die Hüften in mein jetzt dunkles Zimmer zurück, wo Jean Pierre auf seinem Bett liegt und die Augen geschlossen hat. Offenbar schläft er schon. Naja, es ist auch tief in der Nacht,
mittlerweile… lautlos lege ich mich auf mein Bett und starre an die Decke. Crowley, und immer wieder Crowley rotiert in meinen Gedanken herum. Warum musste heute nur alles so schief laufen … wieder ist mir, als fühlte ich
Crowleys Lippen auf meinen und ich seufze ganz leise und sehnsüchtig, als plötzlich Jean Pierres sanfte Stimme ertönt. `Ist alles in Ordnung?’* Ja, alles ok, schlaf nur. *Ich höre leise seine Decke rascheln und dann spüre ich
eine Hand auf meiner Schulter. `Es tut mir wirklich leid. Ihr habt euch meinetwegen gestritten, stimmts?’ Ich will es erst abstreiten, nicke dann jedoch seufzend. Was soll’s? Es ist ja die Wahrheit… `Du magst ihn, oder?’ Irgend
etwas in mir verlangt plötzlich danach, mit jemandem darüber zu reden.* Ja… ich mag ihn. *Jean Pierres Stimme klingt wie Samt. `Ich verstehe das sehr gut. Wenn man jemanden mag ist man ziemlich empfindlich, was dessen
Äußerungen angeht, und verletzbar…’ ich registriere jetzt erst, dass er die ganze Zeit sacht meine Schulter gestreichelt hat und gerade anfängt, meinen Nacken zu kraulen. Er neigt sich zu meinem Ohr herunter und seine Stimme
wird noch etwas weicher während seine Hand jetzt meine Brust liebkost. `Ich mag –dich-, Raphael… schon vom ersten Moment an…’ Ich lächle mit geschlossenen Augen und genieße seine Zärtlichkeiten. Alle Sorgen scheinen von mir
abzufallen und ich fühle mich unsagbar wohl, als er sich ohne zu fragen neben mich legt und den Arm um mich schlingt. Es kommt mir vollkommen richtig vor, dass er das tut, schließlich ist er zärtlich und nett, er sagt, er mag
mich und er –duftet- irgendwie so gut… irgendwo in meinem Kopf ertönt eine kleine Warnstimme, dass ich das eigentlich nicht zulassen dürfte… aber mein Körper hat längst entschieden, dass er das gut findet und hört einfach nicht
zu. Jean Pierre lässt seine Lippen meinen Kieferknochen entlanggeistern und küsst mich sacht auf den Mundwinkel. Seine Hände sind jetzt überall und der betörende Duft vernebelt mir die Sinne, so dass ich keine Gegenwehr leiste
als er mir das Handtuch von der Hüfte wickelt. Auf irgend eine Weise ist auch er plötzlich nackt und indem er anfängt meine Brust zu küssen schiebt er sich über mich. In diesem Moment schrillen endlich sämtliche Alarmsirenen in
meinem Kopf auf einmal los. Zu meiner Bestürzung bekomme ich aber außer einem Stöhnen keinen Ton heraus. /ICH DARF DAS NICHT…. ICH –WILL- DAS NICHT… HÖR AUF!/ Ein gurrendes Lachen dringt an mein Ohr, und mein plötzlich
glasklarer Verstand vernimmt eine kleine spöttische Stimme in meinem Kopf. `Meinst du nicht, es ist jetzt ein bisschen zu spät für einen Rückzieher?’ Damit spüre ich eine Hand um mein Glied, das sich zu meinem Entsetzen bereits
deutlich aufgerichtet hat. Endlich finde ich meine Stimme wieder, wenn auch rau und atemlos.* Hör… hör sofort damit auf… *Er lacht nur und zu meiner tiefen Abscheu vor mir selbst endet mein schwacher Protest in einem
erneuten Stöhnen, als sich heiße Lippen um eine meiner Brustwarzen schließen und die Hand mich fest zu massieren beginnt. Mein Verstand schreit mir zu, mich zu wehren, den unwürdigen Wicht an die Wand zu schmettern, ihn in ein
Häuflein Asche zu verwandeln, ihn in die Hölle, aus der er kommt, zurückzuschicken, - aber der schwache Menschenkörper versagt mir den Dienst und gibt sich den fleischlichen Begierden freudig hin, die mein vor ohnmächtiger
Verzweiflung tobender, jedoch durch die teuflischen Pheromone außer Gefecht gesetzter Verstand endlich als die widerlichen Buhlereien eines Inkubus demaskiert hat… Voller Qual will ich aufschreien, doch ein gieriger Mund
erstickt den Laut im Keim während ebenso gierige Hände mich an Stellen berühren, die noch –niemals- jemand anderes als ich berührt hat, berühren –durfte-... Heiße Tränen der Wut quellen aus meinen Augenwinkeln und tropfen auf
das Kissen, während eine grausame Vorstellung mich peinigt. /Ich darf das nicht zulassen, er darf mich nicht besitzen… warum bin ich nur so schwach? Verflucht noch mal, Crowley warum habe ich bloß nicht auf dich gehört?? …
jetzt werde ich wahrscheinlich wirklich zur Hölle fahren und wenn wir uns jemals wieder sehen wirst du mich hassen und mit Verachtung strafen… Crow…leyy…. Hilf …..mir….. doch…/*
Crowl *Unter anderen Umständen würde ich das panische Geschrei, das mich auf meinem Weg zurück in Richtung Hotel begleitet,
wahrscheinlich genießen, genau wie das Chaos das sich hinter mir ausbreitet, aber im Moment habe ich gerade ganz andere Sorgen. Ich -koche- vor Wut, und meine Umgebung tut das auch, während ich mir ohne Rücksicht auf Verluste
einen Weg durch die Menge bahne. Aziraphael, dieser absolut himmlische -Idiot-! Warum um alles in der Welt kann er nicht -ein einziges- Mal auf mich hören! Jetzt haben wir den Salat... und wenn ich nicht voran mache hat `da
unten´ ab morgen einen neuen Mitarbeiter. Engel und Dämonen haben nicht per se eine Art telepathische Verbindung, auch wenn beide Rassen das Potenzial dazu haben… aber wir haben schon soviel Zeit miteinander verbracht, dass
starke Emotionen wie Angst oder Wut schon mal überschwappen... oder wie in diesem Fall absolute Panik und Horror. Dieser Dreckhaufen von Insel hat wirklich ein Sauglück gehabt, dass mich Ziras mentales Äquivalent eines
Nebelhorns dermaßen aus der Bahn geworfen hat, dass der hübsche kleine Taifun, den ich am basteln war, um etwas überschüssige Energie loszuwerden, prompt wieder in sich zusammengefallen ist und mich von einem nur sehr wütenden
Dämon in einen -sehr- wütenden... und sehr nassen Dämon verwandelt hat. Nicht, dass diese Flüssigkeit auch nur den geringsten Hauch einer Überlebenschance gehabt hätte. Um mich herum kocht selbst die Luft und die Glasfront des
Hotels zersplittert vor lauter Hitze in tausend Einzelteile während ich durch das Foyer stürme. Dieser dämliche, dämliche bald-nicht-mehr-Engel-wenn-nicht-was-passiert muss sich ja auch immer in die tollsten Situationen
reinreiten. Da warne ich ihn wegen des verdammten Inkubus, aber -er- weiß es natürlich wieder besser... und lässt sich von diesem Stück Scheiße auch prompt `verführen´. Im ersten Moment war ich ja ziemlich in Versuchung mich
-nicht- einzumischen, ein ordentlicher Stüber würde diesem eingebildeten Harfenschwinger mal mehr als gut tun... im nächsten Moment allerdings hatte ich schon meine Flügel ausgepackt und war auf dem Weg zurück. Stüber schön und
gut... aber –wenn- dieser verdammte Engel schon gen Hölle fährt dann will wenigsten -ich- dafür verantwortlich sein! Schließlich ist das -mein- Engel - und kein verfluchter Inkubus hat seine Schmutzfinger an ihn zu legen,
nicht, solange es noch ein paar funktionsfähige Stücke von mir gibt. Normalerweise wäre ich schon längst hier gewesen, nur dummerweise haben sich die Reste meines Taifuns als dermaßen hartnäckig und störend entpuppt, dass ich
die Fliegerei wieder sein lassen musste wenn ich -überhaupt- irgendwann mal ankommen wollte. Eine zweite, wesentlich energieärmere Panikwelle inklusive versuchtem Hilferuf erwischt mich auf meinem weg durch das Treppenhaus und
mit einem wütenden Knurren verwandele ich die schwere Brandschutztür vor mir in ein armseliges Häufchen geschmolzener Schlacke. Ich kann schon förmlich die Knochen dieses Wichts unter meinen Krallen knacken fühlen, bevor ich
ihn in ein dampfendes Häufchen Dämonenreste verwandele. Zunächst knackt allerdings nur die Tür zu Ziras Zimmer... und als ich das Bild sehe, das sich mir danach bietet, sehe ich endgültig rot. Mit einem schrillen Wutschrei
fällt auch noch das letzte bisschen `Menschlichkeit’ von mir ab und das Vieh hat gerade noch Zeit, einen erstickt-überraschten Angstlaut auszustoßen bevor ich ihn mit einem absolut ekstatischen Gefühl der Freude gegen die
nächstbeste Wand klatsche. -Das- hier sieht doch schon mehr nach effektiver Stressbewältigung aus als ein paar doofe kleine Wirbelstürme. Irgendwie -persönlicher- nicht wahr? Als ich mit ihm fertig bin ist -tatsächlich- nicht
mehr über als ein paar traurige rauchende Reste und ein hübsches rotes Muster an der Wand. Sehr zu meinem Bedauern war dieser kleine Wicht keine wirkliche Herausforderung für mich, vor allem nicht, weil ich dermaßen vor Wut
brodele. Eine leise Bewegung im hinteren Teil des Zimmers lenkt meine Aufmerksamkeit von der modernen Kunst an der Wand vor mir wieder auf den zweiten Bewohner dieses Zimmers und ich knurre leise. Aziraphael...* Du dämlicher
Engel! *Bevor er noch irgendwas machen kann habe ich auch schon die paar Meter zwischen Wand und Bett zurückgelegt und zerre ihn kurzerhand am Schlaffittchen aus dem Bett. Er quiekt erschrocken auf und versucht verzweifelt, das
Bettlaken, in das er sich eingewickelt hat, an Ort und Stelle zu halten. Aber das interessiert mich nicht groß, ich bin schließlich nicht nur hier um dumme Engel vor dem Fallen zu bewahren.* -Wenn- du schon unbedingt zur Hölle
fahren willst, dann will -ich- dafür verantwortlich sein! -Niemand- kriegt dich … außer mir! *Damit schließe ich auch die letzte, millimetergroße Lücke zwischen unseren Gesichtern und -dieses- Mal ist es kein Engelduft der mir
den Kopf verdreht, sondern ganz alleine mein eigener Wille, als ich ihn tief und hungrig küsse...*
Zira *Der Inkubus scheint langsam genug davon zu haben, mich nur zu begrabschen und zu küssen. Er lacht kehlig, als er mit einem Knie
meine Schenkel spreizt. Seine Stimme klingt einschmeichelnd, als er sich dazwischen schiebt. `Entspann dich doch mal, es ist dann für uns beide schöner. Sieh nur, dein Körper will es doch… gibt dir einen Ruck… du bist doch so
ein schöner Engel, kaum zu glauben, dass du noch nie die Freuden der Lust erfahren hast… genieße einfach. Es wird dir gefallen…’ Ich liege nur noch da, körperlich kann ich mich sowieso nicht wehren, die verfluchten
Höllenpheromone haben mich auf Hochtouren angeheizt und mein Körper verlangt mit jeder Faser nach Sex. Die Erregung ist fast schon schmerzhaft, doch der Ekel in meinem Kopf ist stärker. Wenn dieses Ungeheuer mich nimmt, soll er
jedenfalls nicht den Triumph haben, dass ich es auch noch `genieße’ – egal wie sehr mein Körper nach Erlösung schreien mag. Ich schaffe es, zwischen den Zähnen einen Fluch hervorzustoßen.* Fahr zur Hölle, wo du hingehörst,
Versucher! *Ich schreie in meinem Geist nochmal um Hilfe, wenn auch diesmal nicht mehr so intensiv. Meine mentalen Kräfte fangen an, nachzulassen, und wenn ich auch wütend bin, so tut mir doch gleichzeitig das Herz weh. Hat
Crowley meinen `Hilferuf’ aufgefangen? Ich weiß, dass er zuweilen Emotionen von mir liest, ebenso wie ich ab und zu seine empfangen kann. Aber wenn es so ist … warum ist er dann nicht hier? Der Inkubus schickt sich jetzt
wirklich an, Ernst zu machen, aber ich liege nur willenlos da. Meine körperlichen Qualen verblassen neben der Pein, die mir die plötzliche Erkenntnis verschafft, dass Crowley wohl –nicht- kommen wird. Wenn es ihm wirklich egal
ist, was mir mir passiert, kann ich auch genauso gut aufgeben… der Inkubus packt grinsend meine Hüften, hebt mich leicht an und ich schließe voller Panik die Augen. Ich ertrage das nicht, ich will nicht, dass er mich schändet…
aber das Schlimmste ist nicht, dass ich dann zur Höllle fahre, sondern dass ich Crowley jetzt für immer verlieren werde … ich presse die Lider fester zusammen und ein qualvoller Aufschrei will aus meiner Kehle, als der Dämon
sich mit einem gierigen Knurren in Position bringt und sich schwer auf mich legt, doch ehe ich noch begreife was passiert, knallt es schrecklich laut von der Tür her und das Gewicht ist von mir genommen. Gleichzeitig
verschwindet ein großer Teil der ekelhaften Lustgefühle, die diese Höllenkreatur in mir ausgelöst hat, wenn auch nicht alles. Ein hässliches Platschen an der Wand kündet vom Ende des Inkubus, und als ich die Augen wieder öffne,
sehe ich Crowley vor einem blutigen Haufen stehen der gerade in lodernden Flammen verkohlt. Crowley ist in seiner menschlichen Gestalt, jedoch umwabert von Flammen und Dunst, die sein wahres Äußeres erscheinen lassen. Er steht
kurz davor, seine menschliche Form aufzulösen, und wer weiß, was geschieht, wenn sich sein dämonisches Selbst manifestiert… Jetzt wendet er sich von den kläglichen Überresten ab und mir zu. Bevor ich irgend etwas sagen, Dank
oder Erleichterung zum Ausdruck bringen kann, faucht er mich auch schon voller Wut an. Der Dämonenumriss schwindet zwar wieder und es ist seine menschliche Gestalt, die mich jetzt voller Wut anbrüllt, doch meine Erleichterung
verwandelt sich in Unsicherheit, als ich seinen Gesichtsausdruck sehe. `Du dämlicher Engel!’ Damit reißt er mich aus dem Bett und ich umklammere das Laken, damit er meine Blöße nicht sieht. Doch er kümmert sich gar nicht darum,
sondern drückt mich fast brutal mit dem Rücken an die Wand und bringt sein Gesicht dicht vor meines. Seine Atem ist heiß und geht stoßweise, seine gelben Augen lodern fast orangefarben, die senkrechten Pupillen sind vor Zorn zu
schmalen Schlitzen verengt, und doch… in seiner Stimme klingt außer Wut noch etwas anderes mit als er spricht, etwas, das die Lust, die trotz der Abschwächung immer noch in mir glimmt, wieder anfacht… und seine Worte lassen
keinen Zweifel daran, dass mein Gefühl mich nicht trügt. `-Wenn- du schon unbedingt zur Hölle fahren willst, dann will -ich- dafür verantwortlich sein! -Niemand- kriegt dich - außer mir!’ Als ich seine Lippen zum zweiten Mal
heute auf meinen spüre, schwinden mir fast die Sinne. Das hier ist nicht dasselbe wie vorhin auf den Klippen, er –küsst- mich nicht einfach – er nimmt mich in Besitz. Seine Lippen sind wie ein glühendes Eisen, er brennt die
Worte “Du gehörst mir“ in meine Haut und dieses Mal gibt es für mich kein Halten mehr. Ich antworte leidenschaftlich und mit Inbrunst, und falls das überhaupt noch möglich ist, presse ich mich fester an seinen Körper, während
ich ihn dankbar koste, ihn willkommen heiße, ihn geradezu verschlinge. Die Laute, die dabei aus meiner Kehle dringen, entspringen einer Mischung aus Glück, Ekstase und Verzweiflung, und ein Schluchzen, das sich gewaltsam Bahn
brechen will, zerreißt mir fast die Brust… aber ich weiß, das hier liegt nicht an Dämonen-Pheromonen, ich weiß, dass –ich- das mit aller Kraft –will-. Dieses Mal ist mein Körper mit meinem Geist eins, und ich spüre, dass ich
das Richtige tue. Doch plötzlich, abrupt, bricht Crowley den Kuss und lässt mich mit einer unerträglichen Leere zurück. Er hat mich von sich geschoben und geht auf Abstand. Schwer atmend an der Wand lehnend sehe ich ihn
verwirrt und benommen an.* Was … was ist?
Crowl *Ich schüttele abwehrend den Kopf und fletsche unwillkürlich leicht die Zähne, während ich krampfhaft versuche, Wut und Hunger
wenigstens wieder einigermaßen auf ein `normales’ Level - normal für einen Dämon jedenfalls - herunterzubekommen. Ich fühle mich ein bisschen so, als hätte ich einen Finger in eine Hochspannungsdose gesteckt während meine Füße
in einer salzigen Pfütze stehen und ich weiß nur zu genau, dass nicht mehr viel fehlt bis ich genauso `unstoppbar´ werde, wie vorhin auf der Klippe. Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, dass Zira auf meinen zweiten Kuss
genauso reagieren würde wie auf den ersten, er ist noch viel zu durcheinander um sich verwandeln zu können. Und dass es ihn vielleicht nicht -ganz- so kaltlässt, nachdem, was der Inkubus wohl mit ihm angestellt hat war auch zu
erwarten... aber dass er wirklich -dermaßen- enthusiastisch antworten würde, hat mich mehr als überrascht und auch reichlich aus der Bahn geworfen. Dieser dämliche Pheromon-sprühende Schleimbeutel, der jetzt in der Ecke kokelt,
muss ihn doch heftiger beeinflusst haben als ich dachte. Ein leicht bitter-saures Gefühl steigt in meinem Magen nach oben bei dem Gedanken daran, dass er mich wahrscheinlich nur geküsst hat, weil er im Moment `auf Drogen´ ist
und nicht aus einem anderen Grund, und -das- wiederum irritiert mich fast genauso sehr wie die Tatsache, dass er mich zurückgeküsst hat. Knurrend knacke ich mit den Fingerknöcheln um den plötzlichen Drang, etwas kaputtzumachen
unter Kontrolle zu bekommen und schnappe hitzig in seine grobe Richtung. Ich triefe förmlich vor Sarkasmus und eigentlich hätte meine Stimme ein paar Löcher in die Wände brennen müssen, so ätzend wie sie klingt.* Nichts ist,
alles in bester Ordnung, -Engel-. Lass dir das besser eine Lehre sein, du dämlicher, unvorsichtiger Flattermann.
Zira *Ahso… das war also nur eine Lektion. Herbe Enttäuschung würgt in meiner Kehle und –jetzt- habe ich wirklich Mühe, die Tränen
zurückzuhalten. Ich ärgere mich maßlos darüber, das müssen die Nerven sein… Mühsam schaffe ich es, die Verzweiflung, die mich übermannen will, in Zorn zu verwandeln. Meine Stimme klingt sogar ziemlich kalt als ich Crowley
antworte.* Danke. Das war das i-Tüpfelchen auf meinem Tag. Zusätzlich zu der Tatsache, dass ich zweimal knapp einer Vergewaltigung entgangen bin, eine davon durch einen –ganz- bestimmten Dämon, der rein zufällig hier anwesend
ist, zweimal fast auch noch –freiwillig- meine Existenz als Engel hingeschmissen hätte, wegen exakt –dieses- Dämons… werde ich jetzt auch noch als Krönung des Ganzen wie ein Schuljunge abgekanzelt? Gut, ich –habe- mich wie ein
Vollidiot von diesem Inkubus täuschen lassen, … aber deshalb musst du doch nicht gleich… ich meine, ich habe dich wirklich… *Crowley schneidet mir mit einer rüden Handbewegung das Wort ab. `Halt den Rand, Engel. Ich will dieses
Geschwafel nicht hören. Du bist bis zum Stehkragen vollgepumpt mit Inkubus-Aphrodisiaka, also halt die Klappe, bevor du was sagst, was uns beiden leid tun wird.’ Ein ungutes Glühen lässt seine Augen lodern, und seine Stimme
wird einen Tick heiserer. `Oder besser, -dir- dann –wirklich- leid tut… vergiss nicht, wen du vor dir hast.’ Damit hat er es nun endgültig geschafft, mich in das tiefe Loch zu stoßen, an dessen Rand ich schon die ganze Zeit
balanciert habe. Meine Stimme klingt leicht cracked als ich mich von ihm abwende.* Gut - ich habe verstanden. Es tut mir alles unendlich leid – ich … *Irgendwie weiß ich nicht mehr was ich sagen soll und winke nur müde mit der
Hand ab.* Danke für deine Hilfe. Ich kann dir nicht verdenken, dass du mich jetzt verachtest. Naja. Selber schuld denke ich mal. Ich gehe mir jedenfalls jetzt den Gestank abduschen… *Damit verlasse ich das Zimmer recht eilig,
und ich weiß nicht, ob er jetzt geht oder nicht. Der Zwischenfall scheint jedenfalls niemand anderen im Hotel aufgeregt zu haben, und ich frage mich besorgt, ob Crowley wohl irgend etwas mit den anderen Gästen und dem Personal
angestellt hat, aber ich bin einfach nicht mehr fähig, noch irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Ich stelle mich unter den warmen Wasserstrahl und fühle mich angesichts dessen klarer Reinheit erst so richtig besudelt. Ich fange
wie besessen an, mit Duschgel und Shampoo zu hantieren, will den `Duft’ des widerlichen Buhlteufels so schnell wie möglich loswerden. Nach einer langen Weile heftigen Schrubbens und Abspülens fühle ich mich etwas besser, aber
die ganze Zeit über kreist ein vager Gedanke in meinem Kopf herum, der plötzlich schmerzhaft deutlich wird: Ich bin zwar nicht zur Hölle gefahren, aber ich habe Crowleys Freundschaft trotzdem verloren… wohl hat er mich
gerettet, aber jetzt verachtet er mich zutiefst. Sein Blick und sein Ton haben das mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Erkenntnis haut mich buchstäblich von den Beinen und ich lasse mich an der künstlichen Steinwand
herabrutschen, so dass ich mir meinen Rücken schmerzhaft aufschürfe. Doch dieser Schmerz ist nichts im Vergleich zu dem, was in mir tobt. Vorbei… ich kann nur unter dem Wasserstrahl sitzen und vor mich hinstarren. Es laufen mir
zwar Tränen über das Gesicht, aber ich bleibe einfach stumm dort sitzen, bis ich nicht mehr unterscheiden kann, was Tränen und was die Wassertropfen sind, die aus der künstlichen Grotte auf mich herabrieseln. Nach einer endlos
scheinenden Zeit raffe ich mich endlich wieder auf und gehe in mein Zimmer zurück. Ich bin tropfnass und fühle mich wie zerschlagen. Zu meinem Erstaunen ist das Zimmer anscheinend wieder so wie vorher. Zur Sicherheit schalte
ich das Licht ein und mein Eindruck bestätigt sich. Die Tür sieht unversehrt aus, der Brandfleck auf dem Boden ist weg und auch die Tapete ist makellos. Ich starre ungläubig auf die Betten… offenbar sind auch sie frisch
bezogen. Fassungslos lasse ich mich auf die Kante des einen sinken und verstehe jetzt gar nichts mehr.*
Crowl *Der Tequila hinterlässt ein angenehm warmes Brennen in meinem Magen als ich den siebten Shot in ein paar Minuten runterkippe und
ich habe das Glas noch nicht wieder ganz auf dem Tisch da greife ich auch schon zur Flasche, um nachzufüllen. Im Laufe der Jahrtausende habe ich genau wie die Menschen den Alkohol als zumindest kurzfristige Lösung meiner
Probleme schätzen gelernt und nach dem heutigen Tag kann ich einen schönen Vollrausch -wirklich- gebrauchen. Erst der Mist am Strand, dann der Streit beim Essen und jetzt diese Episode mit dem Inkubus... so allmählich ist das
Höchstmaß dessen dem erreicht, was ich an einem Tag verdauen kann -ohne- ein paar Quadratkilometer Land in einen rauchenden Schlot zu verwandeln. Über den Glasrand hinweg sehe ich ein Pärchen Hand in Hand durch die Tür
spazieren, die Kellnerin der Hotelbar scherzt mit ein paar Gästen und in einer Ecke spielen zwei alte Männer Backgammon... und die Normalität dieser ganzen Szene bringt mich fast zum Kotzen. Als ich runterkam sah das hier noch
ganz anders aus aber ein gekonntes Fingerschnippen hat dafür gesorgt, dass Hotel und Bewohner wieder in ihren alten, friedlich-unwissenden Status zurückgerutscht sind. Nichts ist mehr übrig von der Spur der Verwüstung die ich
bei meinem `Auftritt´ hinterlassen habe und es wird niemandem auffallen, dass einige Minuten scheinbar fehlen. Allmählich bereue ich meine Aufräumarbeit, rauchende Ruinen und schreiende Verwundete würden im Moment eher meiner
Gemütsverfassung entsprechen. Ich seufze leise und schüttele unwirsch den Kopf, als sich die Gedanken an den Engel wieder drohen in den Vordergrund zu schieben. Die nächsten zwei Gläser sind fällig, aber auch die schaffen es
nicht, dass das Unwohlsein in meinem Magen verschwindet. Meine Wut ist mittlerweile verraucht, stattdessen habe ich angefangen, mir Sorgen zu machen. Sicher, ich war wütend und sauer und verletzt aber ich hätte Zira nicht so
anfahren dürfen. Schließlich hat auch -er- einiges mitgemacht heute und daran war ich nicht ganz unschuldig... aber auch wenn seine Bemerkungen vorher wahr waren, weh getan haben sie trotzdem. Ich -wollte- ihm doch gar nichts
tun! Was kann ich denn dafür, dass er so verflucht -verführerisch- ist, auch wenn er das gar nicht will. Schmollend spiele ich mit dem Flaschenverschluss. Es muss Zira ganz schön aus der Bahn
geworfen haben, dreimal hintereinander an einem Tag seine `Jungfräulichkeit´ in Gefahr zu sehen und die traurigen Wellen, die er aussendet branden selbst durch den Tequila gegen meinen Geist wie Brecher gegen eine Klippe. Es geht ihm sauschlecht, das kann ich fühlen... abrupt stehe ich auf, schnappe mir die Flasche und zwei Gläser und mache mich auf den Weg nach oben bevor ich es mir doch noch anders überlege. -Ich- bin schuld an der ganzen Misere, also habe ich das auch wieder hinzubiegen. In Entschuldigungen bin ich zwar absolut grottenschlecht, aber Zira hat einen Sensor dafür ob mir etwas leid tut oder nicht. Als ich mich seiner Tür nähere wird mir schon richtig schummerig von den ganzen Emotionen die durch die Luft schweben wie Spinnenweben und ich schüttele hartnäckig den Kopf bis ich wieder klar bin und nach kurzem Zögern zaghaft an die Tür klopfe. Ich weiß das Zira weiß -wer- vor der Tür steht und wenn ich ehrlich bin rechne ich nicht wirklich damit dass er mir aufmacht. Und meine Erwartungen scheinen sich zu bestätigen, denn die Tür bleibt auch nach nochmaligem Klopfen geschlossen. Ich seufze leise und der Stein, der sich zuerst in meinem Magen befunden hat wandert ein Stück nach links oben als ich vorsichtig die Flasche Tequila - wieder voll natürlich - auf der Türmatte abstelle und mich dann auf den Weg in mein Zimmer mache. Eine kurze Handbewegung und an der Flasche klebt plötzlich ein kleines Kärtchen. Für das halbe Dutzend Menschen auf dieser Welt, die entweder verrückt oder gebildet genug wären zumindest die Herkunft der Schrift zu erkennen wäre es immer noch nichts anderes als ein paar irgendwie krabbelige Schnörkel auf einem hübschen Stück Papier das bei einer Analyse einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Asbest aufweisen würde. für Zira und seine `Kollegen´ ist die Nachricht aber genauso einfach lesbar wie für andere eine Zeitung... auch wenn sie vermutlich über das schlichte `Freunde?´ ziemlich enttäuscht wären...*
Zira *Nachdem meine Gedanken wieder in halbwegs geordneten Bahnen verlaufen, komme ich zu dem Schluss, dass Crowley wohl so eine Art
`Wiederherstellungstrick’ angewendet haben muss,… alles was nicht den Inkubus betrifft ist auf dem alten Stand. Halt – nicht wirklich alles. Unsere Freundschaft kann ich wohl immer noch in die Tonne treten… denn sonst wäre er
ja noch hier. Ich stütze das Kinn in die Hand und fühle mich miserabel. Müde, ausgelaugt und hundeelend. Weg ist all der `berufsmäßige’ Optimismus – vor mir breitet sich eine gähnende, öde, unendlich lange, einsame Zeit auf
Erden aus, ohne kleine Neckereien, ohne dass ich meine Augenbrauen missbilligend heben müsste, weil Crowley wiedermal Enten versenkt oder Kleinkinder mit ihren Dreirädern zusammencrashen lässt… keine Whiskey-seligen Abende mehr
in meinem Buchladen-Hinterzimmer, kein `Schnauze, Engel’ wenn ich ihn ermahne, nicht zu sehr über die Stränge zu schlagen, mit anderen Worten – ich bin so gut wie `back to business’… und zwar das dröge, ewig gleiche
Engelsbusiness… tue Gutes und schweige darüber. DAS heißt, wenn es sich nicht gerade nach `oben’ rumspricht, dass ich kurz davor war, mich beim unteren Department zum Dienst zu melden… was ja immer noch kommen kann. Das hängt
wohl von Crowleys Rachedurst ab… womit wir beim Thema wären. –Warum- ist er so wütend auf mich? Sicher – er hat mich gewarnt und ich habe es in den Wind geschlagen, aber kündigt man jemandem deshalb die Freundschaft auf? Dann
diese plötzliche besitzergreifende Art – `niemand kriegt dich außer mir’. Diese Worte, die ich in der ganzen Aufregung zuerst wieder vergessen hatte, sind irgendwann an die Oberfläche zurückgekrochen und wollen nicht aufhören,
in meinem Kopf herumzukreisen. Ich dachte ich hätte in diesem zweiten Kuss etwas gespürt… etwas anderes als blanke Gier und Lüsternheit. Zorn, ja,… aber eine Art von erleichtertem Zorn, wie man ihn jemandem entgegenbringt, den
man sehr mag und der einem schreckliche Sorgen bereitet hat. Den man sehr mag… aber warum hat er mich dann so eiskalt hier sitzenlassen? Er muss doch –gesehen- haben, wie schlecht es mir ging? Ich kann nicht umhin dass ich mich
immer schlechter fühle, je mehr ich über die ganze Misere grüble. Obwohl ich bezweifle, dass ich schlafen kann lösche ich das Licht, lege mich auf das Bett und schließe die Augen. Die Frage, was Crowley jetzt wohl tun mag
verdränge ich lieber schnell. Die möglichen Antworten sind allesamt deprimierend… ich muss wohl vor Erschöpfung eingedöst sein, - wahrscheinlich ist ein guter Teil davon ein Verdrängungsmechanismus um nicht mehr denken zu
müssen – als ich von einem leisen Klopfen hochschrecke. Mein Herzschlag dröhnt mir in den Ohren, ich lausche einen Moment aber es bleibt still. Enttäuscht lasse ich mich wieder zurücksinken. Einen Moment habe ich doch
tatsächlich geglaubt, Crowleys Aura zu spüren. Resigniert stoße ich den angehaltenen Atem aus. So ein Unsinn. Gerade will ich der Tür den Rücken zuwenden, eine kindische, trotzige Geste, als es erneut leise klopft. Dieses Mal
spüre ich Crowleys Aura so deutlich, dass ich ihn fast –sehen- kann. Auch er scheint nicht gerade bester Stimmung zu sein, und plötzlich zittern mir die Hände und, als ich aufstehe, auch die Knie. /Er ist zu mir gekommen…
vielleicht…/ ich werfe mir den Hotel-Bademantel über und haste zur Tür. Als ich sie öffne steht keiner draußen und ich will sie schon zuwerfen, zornig, dass ich mir anscheinend anfange, Sachen einzubilden die nicht da sind. Da
fällt mein Blick auf den Fußboden und meine Hand erstarrt in der Luft. Da steht eine Flasche Tequila, über deren Hals zwei ineinandergesteckte Gläser gestülpt sind. Auf dem Etikett klebt eine Karte, die mit nur einem Wort
beschriftet ist… wie in Zeitlupe bücke ich mich und nehme alles an mich. Leise schließe ich die Tür und gehe erstmal zu meinem Bett zurück. Dort setze ich mich und starre auf das kleine Kärtchen, lese wieder und wieder das Wort, das in aramäisch dort geschrieben steht. Dass Crowley überhaupt diese Sprache benutzt… wieder donnert mir der Puls in den Ohren und ich kämpfe mit mir. Ich will auf der Stelle zu ihm gehen und gleichzeitig sitze ich wie angenagelt hier und kriege keinen Fuß vor den anderen. Mit anderen Worten, ich habe eine Heidenangst. Was wenn wieder alles schief geht… vielleicht sollte ich eine Nacht drüber schlafen, vielleicht will er ja auch erstmal nachdenken, oder … /Feigling…/ Ich schiele begehrlich auf den Schnaps. Wenn ich ein paar davon trinke, habe ich sicher mehr Courage… dann gebe ich mir einen mentalen Tritt. Auf keinen Fall. Ich will klar im Kopf sein wenn ich mit Crowley rede. Sonst gibt es bloß wieder ein Fiasko, man hat ja gesehen wozu Alkohol führt… Bevor ich wieder einen Rückzieher mache, erhebe ich mich und gehe zur Tür. Ich fühle mich keineswegs so forsch wie es wirken mag, aber ich ziehe das jetzt durch. Ich muss einfach… Zu Crowleys Appartement sind es nur ein paar Schritte, und die sind viel zu schnell getan. Ohne Nachzudenken und ohne Luft zu holen klopfe ich gegen das dunkle Holz und erwarte voller Unruhe eine Antwort. Sie kommt fast noch bevor der dumpfe Ton verklungen ist. `Herein.’ Ich öffne die Tür und betrete das Zimmer. Es kein Licht an hier drin, aber die Balkontür lässt etwas Mondlicht hinein. Crowley steht draußen auf der Terrasse, halb mit dem Rücken zu mir, die Arme verschränkt und starrt aufs Meer in den schon schwach zu erahnenden Beginn der Morgendämmerung. `Hallo Aziraphael.’* Ich zucke etwas. `Aziraphael’ ist es eigentlich nur, wenn irgendwas nicht stimmt oder es `offiziell’ ist… ich schlucke einmal hart, schließe leise die Tür und schaue noch mal auf das Schildchen, um mich zu vergewisssern. `Freunde’ - da steht es. Entschlossen trete ich auf den Balkon hinaus und stelle mich neben ihn, die Flasche vor mich hinhaltend.* Wenn du wirklich einverstanden bist, wäre ich gerne noch dein Freund. *-Wirklich- gerne wäre ich ganz was anderes, aber das werde ich jetzt mal lieber außen vor lassen…*
Crowl *Schlagartig fällt der gesamte Mount Everest, der sich im laufe der letzten Minuten langsam aber stetig in meinem Inneren
aufgebaut hat mit einem lauten mentalen `Krabumm´ ein paar Etagen tiefer und ich fühle mich einfach nur unendlich erleichtert. Ich hatte wirklich Angst, dass er nicht kommen würde, dass er meine `Nachricht´ nicht versteht oder
verstehen will und am liebsten würde ich jetzt einfach als knochenloses Dämonenhäufchen vor Erleichterung in mich zusammensacken. Stattdessen ziehe ich ihn einfach sanft aber bestimmt gegen mich, so dass er vor mir steht und
ich die Arme von hinten um ihn legen kann.* -Du- bist wirklich ein dummer Engel und komisch noch dazu... aber ich mag dich trotzdem und da wird sich auch nichts mehr dran ändern... *Ich habe keine Ahnung, ob er die letzten
Worte überhaupt verstanden hat, denn ich habe sie mehr oder weniger in seine Haare genuschelt während ich zufrieden und glücklich meine Nase tief darin vergrabe und Ziras Geruch inhaliere. Es ist mir wurschtegal, was er sich
vielleicht dabei denken könnte, im Moment habe ich einfach keine Lust, ewig um den heißen Brei herumzutanzen... und wer weiß, wann und ob ich nochmal so eine Gelegenheit bekomme…*
Zira *Im ersten Moment bin ich so überrascht dass ich fast die Flasche fallen lasse, doch dann lehne ich mich froh etwas an ihn. Was
auch immer uns vorhin zu `Feinden’ gemacht hat, jetzt ist es weg, verschwunden, ebenso wie der unselige Dämon und die Spuren der Verwüstung, die Crowley hinterlassen hat. Ich habe seinen letzten Satz nicht richtig verstanden,
aber dass er mich noch mag kam darin vor und das ist eigentlich alles was mir momentan wichtig ist. Einzelheiten kann man auch später noch klären, jetzt kommt es erstmal auf das große Ganze an – und das ist mehr als ausreichend
geregelt für den Augenblick. Ich gehe leicht in die Knie um die Flasche abzustellen, lehne mich dann aber wieder rücklings an ihn und lege die Hände auf seine, die er vor meinem Bauch gefaltet – halt nein…
übereinandergelegt – hat. Einen Moment lang sehe ich schweigend über das Meer.* Ich mag dich auch und ich bin keineswegs komisch… jedenfalls habe ich dich die ganze Zeit nicht einmal lachen gehört. *Ich kann es nicht ändern, in mir wabert dauernd die Erinnerung an diesen zweiten, alles um mich herum versinken lassenden Kuss… und die Worte die er davor gesprochen hat gehen mir auch nicht aus dem Sinn. Trotzdem bleibe ich einfach ruhig in seinen Armen stehen und genieße das Gefühl der Sicherheit. Ich werde besser nichts mehr überstürzen.*
Crowl *-Das- hole ich jetzt nach, auch wenn mein leises Lachen eigentlich eher ein `Erleichterungslachen´ darüber ist, dass mein Engel
offensichtlich seinen trockenen Humor wiedergefunden hat und weniger ein reines Amusement-Lachen. Aber der leicht neckende Ton der sich irgendwie automatisch in meine Stimme schleicht ist echt... wer könnte schon schlecht
gelaunt bleiben mit einem ganzen Armvoll duftigem, warmen Engel zum ankuscheln...* Du solltest doch eigentlich mittlerweile wissen, dass es meist Unheil bedeutet wenn Dämonen lachen, Zira. Schließlich ist unser Sinn für Humor
ja eine Sache für sich ne. Da musst du nur mal die Enten im Park fragen... *Er schnaubt leise, aber amüsiert und irgendwie kann ich der Versuchung nicht mehr widerstehen und ich gebe ihm einen winzigkleinen, federleichten Kuss
auf die Wange bevor ich ihn wieder loslasse und ihm auffordernd meine Hand entgegenhalte.* Lass uns reingehen ja? Ich bin ausgepowert und mir ist kalt... *... und ich bin mehr als gespannt, ob er die angebotene Hand auch
annimmt... denn es dürfte ihm schon klar sein was sie und der Kuss vorhin wohl zu bedeuten haben...*
Zira *Ohne zu zögern nehme ich seine Hand und sehe ihn mit wieder heftig klopfendem Herzen an. Mir ist nicht kalt, im Gegenteil, ich
merke wie eine immense Wärme in mir aufsteigt und das Lächeln, dass ich nahen spüre, dürfte ausreichen, um die gesamte Lagune mit Licht zu versorgen… wenn ich mich nicht zügle. So sage ich nur mit nüchterner Stimme* Dem kann
abgeholfen werden, ich verglühe nämlich grade fast. *Crowley, der mich erst ziemlich glücklich angesehen hat während er mich ins Zimmer zog schickt mir einen irritierten Blick. `Hmh?’ Ich lasse etwas von meiner `leichten’
Euphorie im Zimmer aufflammen und er schließt geblendet die Augen. `Herrgoo… ich meine, lass das. Sonst kommen sie noch und weisen darauf hin, dass man auf dem Zimmer keine Raketen loslassen darf.’ Ich gestatte mir ein
Grinsen.* Naja, dann werde ich mich wohl zurückhalten müssen.
Crowl *Ich grinse meinen Engel mit einer leicht hochgezogenen Augenbraue über meine Schulter hinweg an während ich ein paar mal blinzle
um die ganzen grünen Wirbel und Punkte wegzubekommen die Ziras `Lightshow´ in meinen empfindlichen Augen zum Aufblühen gebracht hat.* Wenn du nicht willst, dass meine Sonnenbrille demnächst einen -Sinn- bekommt wär das ganz
nett ja. Auch wenn ich mir schlechtere Dinge vorstellen kann von denen man erblindet als so ein flatterndes Glühwürmchen im Nachthemd... *Sofort zieht Zira ein Schnütchen und ich winke schnell ab bevor ich mir eine seiner
gefürchteten `das sind keine Nachthemden sondern -Roben-´-Reden anhören darf.* Jaja, ich weiß, das sind -Roben-... aber du bist immer noch das hübscheste Glühwürmchen das ich kenne...*Ich fühle mich jetzt eindeutig etwas
mutiger als vorhin, bis jetzt hat Zira ja noch keine `Unwohlseinwellen´ ausgesendet, ganz im Gegenteil eher und so nutze ich die aufkeimende Euphorie um mir noch einen Kuss zu stehlen... immer noch ein sehr keusches Küsschen,
aber diesmal auf die Lippen anstatt auf die Wange. Dann überfällt mich plötzlich ein gigantisches Gähnen und die Anstrengung des letzten Tages kracht jetzt, wo sich auch die letzten Adrenalinreste in mir verflüchtigt haben, mit
endgültiger Durchschlagskraft über mich herein. Eine halbe Insel erst in Schutt und Asche zu legen und dann wieder perfekt zu restaurieren ist doch ein bisschen anstrengender als nur dafür zu sorgen, dass meine Weinflasche
nicht leer wird...*
Zira *Was für ein scheuer Kuss… kein Vergleich zu den anderen. Aber immerhin – ein Kuss. Und wir sind beide ziemlich klar im Kopf, also
kann ich davon ausgehen, dass er so gemeint war wie er mir vorkam - und nicht durch Alkohol oder irgendwelche Hormonschübe – egal ob nun Adrenalin oder Testosteron - ausgelöst wurde. Ich will daher gerade den Kuss erwidern, um
Crowley zu zeigen, dass das absolut in Ordnung so war, als er mich mit einem riesigen Gähnen fast verschluckt. Ich kichere in mich hinein und gehe auf Abstand.* Ich glaube es ist besser ich gehe, bevor du mich noch aus Versehen
auffrisst… *Sein Blick ist einigermaßen erschrocken und einen Moment denke ich fast er will mich am Arm packen, doch er nickt nur ruhig.* Wie du willst, etwas
Ruhe kann uns beiden nicht schaden… *Ich nicke ebenfalls, stumm, ein kleiner Stachel der Enttäuschung piekst in meiner Brust. Aber es ist vielleicht auch wirklich besser so. Mein Verstand sagt das jedenfalls, mein Gefühl, und das steuert nun mal gerade meinen Mund, hat jedoch andere Pläne.* Eigentlich würde ich lieber nicht in dieses Zimmer zurückgehen…
Crowl Na, dann bleib doch hier. Das Bett ist breit genug für uns beide. *Ein zweites Gähnen überkommt mich und ich merke, wie mir rapide
die Augenlider schwer werden. Wenn ich mich nicht bald langlege, schlafe ich einfach im Stehen ein...* ..und keine Angst ich bin viel zu müde um dich aufzufressen. *Trotz Müdigkeit bekomme ich doch noch ein breites Grinsen
zustande und zwinkere ihm zu während ich ihn sanft in Richtung Bett ziehe.* Außerdem schmeckt Engel irgendwie wie ranziges Hühnchen.. autsch! *Gespielt schmollend reibe ich mir die schmerzende Stelle am Arm, an der Zira mich
gezwickt hat - er mag keine Gewalt... aber so ein kleiner Zwick hier und da zählt für ihn anscheinend als vollkommen legales Mittel, um seine Meinung wirkungsvoll zu unterstreichen - und ich gebe ihm einen winzigkleinen Schubs,
so dass er mit den Kniekehlen gegen die Bettkante stößt und sich setzen muss, wenn er nicht umfallen will. Erstaunlich schnell für meinen kaputten Zustand habe ich mich auch schon um ihn gewickelt bevor er mir doch noch
entkommen kann und während ich noch meine Nase wärmesuchend in seinem Bademantel vergrabe, sacke ich auch schon weg ins Land der Träume..*
Zira *Nachdem ich mich so plötzlich auf dem Bett und in den
`Klauen’ – sprich, in ziemlich enger Umarmung – eines umgehend äußerst zufrieden schnarchenden Crowley wiederfinde, kann ich mir ein kleines, glückliches Seufzen nicht verkneifen. Was für ein Abschluss für diesen Tag … oder besser diese Nacht! Vorsichtig lasse ich mich auf den Rücken sinken, wodurch Crowley etwas von meiner Seite rutscht. Mit einem unwilligen Murmeln dreht er mir den Rücken zu, robbt aber sofort wieder näher. Ich betrachte mir sein verknautschtes, hinten aus der verkrumpelten Hose gerutschte Hemd, den halbaufgebundenen Schlips – selbst die Schuhe hat er noch an. Missbilligend schnippe ich mit den Fingern, und die Sachen sind Vergangenheit. Er wird sowieso neue brauchen, soviel wie die mitgemacht haben. Bei dieser Gelegenheit stelle ich fest, dass Crowley auf Unterwäsche verzichtet… Nachdem er nun so entblättert und immer noch an mich gekuschelt neben mir liegt kann ich mich nicht wirklich gegen gewisse unkeusche Gedanken wehren. Hastig schnippe ich ein zweites Mal, und ein schwarzer Seidenpyjama erscheint, um Crowleys Blöße sittsam zu verhüllen. Halb bedauernd, halb erleichtert ziehe ich die Bettdecke über uns beide, damit Crowley nicht friert - was zur Folge hat, dass –mir- rasch viel zu warm wird. Also muss der dicke, flauschige Bademantel weichen. Jetzt bin -ich- nackt, und auch das ist gar nicht gut für mein Seelenheil… also erscheint ein zweiter Pyjama. Ich schwanke eine Weile zwischen weiß und dunkelblau, entscheide mich dann für letzteres. Es ist vielleicht lächerlich, aber Weiß… – die Farbe der Unschuld scheint mir jetzt doch etwas unpassend zu sein. Endlich ist alles so wie ich es haben will und ich schließe zufrieden die Augen. Ich werde jetzt auch schlafen… und die Tatsache, dass über der Bucht gerade die Sonne orangerot aufgeht, ist mir dabei sowas von gleichgültig… bis auf das Faktum, dass es zu hell im Zimmer ist, so dass ich rasch mit einer Handbewegung die Jalousie schließe. Im Einschlafen merke ich noch, wie Crowley seine Rückseite etwas mehr an mich schmiegt, und ich schlinge den Arm um seine Mitte, um ihn noch enger gegen mich zu ziehen. Sofort greift er im Schlaf nach meiner Hand und hält sich daran fest, was mir ein glückliches Seufzen entlockt. Meine Nase ist in seinem Nackenhaar vergraben und sein mir so vertrauter, warmer, herber Crowley-Duft streichelt meinen Geruchssinn. Der letzte Gedanke, den ich noch wahrnehme ist `Zuhause…’*
Crowl *Mit einem resignierten kleinen Seufzer wurschtele ich mich unter der Decke hervor und gebe jeden Gedanken an weiteren Schlaf
auf, auch wenn ich wirklich noch ein bisschen davon hätte gebrauchen können. Aber irgendetwas Warmes, und unangenehm Helles piesackt mich schon eine gute halbe Stunde und egal wie ich mich drehe und wende, irgendwie ist jedes
mal ein anderes Körperteil von mir unangenehm erhellt. Außerdem habe ich eine ganz ordentliche portion Engel an mir dran die verhindert, dass ich mich ganz von den Jalousien wegdrehe oder einfach den Kopf unter die Decke
stecken kann damit dieser eine blöde Sonnenstrahl mich nicht mehr erwischt. Das ganze Zimmer ist in ein angenehmes Halbdunkel getaucht, nur dieses eine kleine Stück - das im Moment quer über meine Nase verläuft- ist sonnenhell.
Und auch wenn ich es warm mag, Sonne ist doch nicht so ganz mein Fall. Ein wenig zögerlich öffne ich probehalber mal ein Auge. Wenn ich schon nicht schlafen kann, kann ich mir ja auch den Engel noch ein bisschen anschauen.
Direkt vor meiner Nase taucht langsam ein wirrer, blonder Haarschopf auf und ich muss mir ein Niesen verkneifen als ein paar dieser blonden Strähnen gefährlich nahe an meine gepiesackte Nase herankommen. Vorsichtig, um Zira
nicht zu wecken, ziehe ich einen Arm unter der Decke hervor - der andere ist irgendwie fest und ich habe so die starke Vermutung, dass Zira mit seinem nicht unbeträchtlichen Gewicht darauf herumliegt - und wische die
gefährlichen Haarsträhnen zurück. Jetzt könnte ich den Arm eigentlich wieder unter die Decke stecken... aber irgendwie gefällt mir das Gefühl von Ziras Haaren unter meinen Fingern und so beschäftige ich mich lieber damit,
langsam und vorsichtig die Schlafknoten und Wirbel mit den Fingern durchzukämmen und zu ordnen. Der warme, weiche Körper der unter der Decke eng an mich gekuschelt ist verschafft mir zwar noch die eine oder andere Idee was ich
-sonst- noch streicheln könnte, aber fürs erste muss das mal reichen. Wer weiß, wie Zira reagiert, wenn er wach wird weil ein sehr begeisterter Dämon schon mal einfach mit dem Verführen angefangen hat –bevor- er wach war...*
Zira *Ein ganz leichtes Ziepen in meinen Haaren lässt mich aus einem leichten Schlaf auftauchen. Ich bleibe ganz still liegen, ohne zu
erschrecken. Es ist ja klar wer da mit meinen Haaren spielt… vor nicht allzulanger Zeit war ich schon einmal wach und habe den noch fest schlafenden Crowley eine Weile betrachtet, bevor mir die Augen wieder zugefallen sind. Die
gestrige Nacht war wohl doch mehr, als ich locker verkrafte und so habe ich mich einfach in seinen Arm gekuschelt und mich von seiner Wärme erneut in den Schlaf dämmern lassen… und in seinem Arm liege ich immer noch, das
Gesicht an seiner Halsbeuge und den Arm locker um seinen Oberkörper gelegt. Es muss ziemlich unbequem für ihn sein, immerhin liege ich voll auf seinem Arm… Aber anscheinend macht es ihm nichts aus, denn er bleibt ruhig liegen
und fährt fort, vorsichtig mit den Fingern der freien Hand durch mein Haar zu kämmen, was mir ein wohliges Kribbeln verschafft, das vom Kopf aus meine Wirbelsäule abwärts prickelt. Ich versuche noch ein wenig, so zu tun als ob
ich schliefe und genieße die sanften Berührungen. Bald ist mir das aber zu wenig und ich fange an, mich etwas zu rühren, wobei meine Hand `zufällig’ auf seiner Hüfte landet. Gleichzeitig schmiege ich mein Gesicht etwas fester
an seine Halsbeuge … am liebsten würde ich ihm ja einen Kuss auf die Schulter hauchen, aber das lasse ich vorerst lieber noch sein.*
Crowl *Ich muss ein bisschen schmunzeln denn so langsam habe ich das Gefühl, dass Zira nicht mehr -ganz- so fest schläft wie er tut und
seine Lippen an meiner Halsbeuge sind mir mehr als nur deutlich bewusst. Ich zeige allerdings nicht, dass ich weiß, dass er wach ist und lasse meine Hand ganz langsam und sachte von seinen Haaren über seinen Nacken auf seinen
Rücken hinunterwandern wo ich, wie zufällig, ganz leicht an seiner Wirbelsäule auf und abstreiche. Gelegentlich wandern meine Fingerspitzen auch ein bisschen weiter nach aussen über seine Schulterblätter, bei uns `Geflügelten´
ist das auch immer eine besonders empfindsame Stelle, selbst in unseren menschlichen Körpern. Flügel sind generell sehr empfindlich, es tut hö... wahnsinnig weh wenn man sich daran verletzt. Aber die Empfindsamkeit hat auch
Vorteile...*
Zira *Meine Hand rutscht ganz von alleine ein Stück weiter abwärts auf Crowleys verlängerten Rücken als ich mich unwillkürlich
anspanne. Die warmen, intensiven Schauder, die mich von der Hautstelle über meinem verborgenen Flügel aus überlaufen kann ich nun wirklich nicht mehr kompensieren – und will es auch gar nicht. Ein wohliger Seufzer begleitet die
Bewegung, mit der ich mich Crowleys Hand entgegendrücke, was die ganze Sache nochmal deutlich intensiver macht… gleichzeitig lasse ich nun doch meine Lippen seine Schulter streifen bevor ich, ziemlich angefeuert von den sanften
Berührungen, den Kopf hebe und Crowley in die Augen blicke. Sein Gesichtsausdruck ist etwas … angespannt. Meiner wahrscheinlich auch, aber ich ignoriere die leichte Unsicherheit und neige meinen Kopf etwas zu ihm, so dass er
mich küssen könnte, - wenn er wollte. Doch er reagiert erstmal nicht darauf, sondern streichelt weiter das sensible Fleckchen Haut auf meinem Schulterblatt, jetzt sogar noch ein bisschen intensiver. Daraufhin habe ich
schlagartig keine Lust mehr, zu warten ob er mich wohl küssen wird. Ich beuge mich kurzentschlossen vor und schließe die kleine Lücke zwischen unseren Lippen, während meine Hand in seinem Nacken liegt und ihn leicht gegen mich
zieht.
Crowl *Na holla, -wer- von uns
beiden is denn jetzt hier der Engel und wer der Dämon? Dafür, dass für Zira `Zwischenmenschliches Zusammensein´ bisher eine reine Theorie aus Büchern war, geht er doch ganz schön enthusiastisch ran. Nicht, dass mich das stören würde, ganz im Gegenteil. Ich habe schneller die Führung in diesem Kuss übernommen als Zira sein `Ave Maria´ herunterbeten kann und ich genieße es ausgiebig, ihn zu schmecken und die warme weiche Innenseite seines Mundes zu erkunden. Meine Finger kneten mittlerweile ziemlich nachdrücklich diesen ganz speziellen Punkt auf Ziras Rücken und ich hebe erstaunt die Augenbrauen als er doch tatsächlich anfängt, irgendwie schnurrende Geräusche zu machen. Ich hatte ja nicht die geringste Ahnung, dass Zira überhaupt zu solchen Lauten fähig ist, und seine so offensichtliche Begeisterung über diesen Kuss ist eine ganz schöne Herausforderung an meine -wankende- Selbstbeherrschung. Schließlich sabbere ich meinem Engel im Geheimen ja schon ein paar Jahrtausende lang hinterher und jetzt endlich habe ich auch mal die Gelegenheit etwas dagegen zu tun. Das Problem ist nur... ich bin immer noch ein Dämon und Zira ist immer noch ein Engel und wir bewegen uns hier gerade auf -verdammt- gefährlichem Terrain... zumindest für Zira...*
Zira *Kaum sind unsere Lippen eins flammt auch schon wieder das Verlangen in mir auf. Crowley bleibt natürlich nicht lange passiv, nach
einer –bemerkenswert langen- Schrecksekunde dominiert er rasch den Kuss und ich lasse ihn nur zu gerne gewähren. Jetzt, ohne fremden Einfluss oder Alkohol-Vernebelung ist das Gefühl sogar noch viel intensiver und vor allem: ich
bin mir so sicher, dass ich das will, wie nie zuvor. Keine Ausreden, keine fadenscheinigen Gründe. Ich –will- Crowley, und ich pfeife auf Hosiannah und Wolke dreizehn… als dieser mich nun auch noch mit beiden Armen umfängt und
den jeweils am besten zu erreichenden Flügelansatz intensiv bearbeitet werde ich zu Engel-Pudding unter seinen Fingern. Die kleinen, gurrende Laute die ich ausstoße, weil ich sie beim besten Willen nicht zurückhalten kann
lassen mich fast kichern. Bin ich eine Taube oder ein Engel? Crowley würde sicher die passende Antwort parat haben, aber er kann im Moment nicht sprechen, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, meine Lippen förmlich zu
verschlingen… und ich habe nicht die Absicht, das so bald zu ändern. Meine andere Hand hat sich längst unter sein Pyjama-Oberteil gemogelt und ist auf dem Weg zu -seinem- kleinen, sensitiven Spot am Schulterblatt. Man soll zwar
nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, aber in diesem Falle ist Rache mehr als süß - und das für uns beide, nehme ich mal an…
Crowl *Mich durchläuft ein angenehmer - und sehr anregender – Schauder, als Ziras geschickte schlanke Finger jetzt selber in Aktion
treten und eins muss man dem Engel wirklich lassen: Er ist ein verflucht schneller Lerner. Aber ich habe auch noch so einiges in petto und mit einem kleinen mentalen Grinsen `schnippe´ ich mal wieder mit den Fingern - nicht mit
meinen echten, -die- sind gerade viel zu beschäftigt damit, aus meinem Engel ein kleines Häufchen wohlig-schnurrenden Brei zu fabrizieren - und schwuppdiwupp ist Ziras Pyjama-Oberteil Geschichte. Mein eigenes habe ich direkt
mit aus dem Weg geschafft, wenn ich auch bei uns beiden zumindest noch die unteren Hälften bedeckt gehalten habe. Wie gesagt, auch wenn Zira noch so begeistert mit von der Partie ist und ich nicht die allergeringste Lust habe
aufzuhören, muss ich mich ein bisschen zur Zurückhaltung zwingen. Bis jetzt ist noch nichts passiert, was Zira mehr als eine ordentliche Rüge einbringen würde und ich kann mir nicht vorstellen, dass er so bereitwillig
Heiligenschein und Harfe wegwerfen würde nur weil ihm ein Dämon mit geschicktem Fingern zu Leibe rückt. Deshalb mache ich auch nichts weiter als ihn zu küssen und ihn sanft zu kraulen, auch wenn er einen irgendwie
protestierenden Laut von sich gibt als ich meine Finger auf seinem Rücken wieder zurück zu hauchzarten Liebkosungen zwinge anstelle der schon recht eindeutigen Streicheleinheiten von vorher. Ich nehme auch etwas Tempo aus dem
Kuss um nicht wieder in diesen Zustand des `ich kann nicht mehr aufhören selbst wenn ich es wollte´ hineinzurutschen, der mich gestern fast den Kopf gekostet hätte. Schließlich nehme ich meine Hände ganz von seinem Rücken und
kämme statt dessen lieber wieder sanft durch seine Haare. Das ist zwar schön, aber noch lange nicht so -gefährlich- wie seine anderen Körperregionen. Reichlich widerwillig breche ich schließlich auch den Kuss und greife sanft
nach seinen Händen, die eifrig dabei sind meinen eigenen Körper zu `begutachten´. Ich hauche eine leichten Kuss auf seine Fingerspitzen und lächele ihn wehmütig an.* Husch jetzt Engel... alles weitere ist zu gefährlich.
Zira *Noch nicht ganz wieder bei klaren Sinnen nach diesem `Hormonschub’ überlasse ich ihm meine Hände ohne Gegenwehr und erwidere sein
Lächeln etwas verwirrt. Warum schaut er denn auf einmal so melancholisch aus der Wäsche? Halt, ... –was- hat er da gerade gesagt?* Crowley... das… *das ist doch wohl nicht sein Ernst. Was glaubt er denn, warum ich überhaupt
noch hier bin? Wenn ich Angst hätte wäre ich schon weg gewesen, bevor er aufgewach ist. –Gefährlich- ist es außerdem nur für mich… meine Gedanken geraten ins übereinander-Stolpern. Wie kann ich ihn davon überzeugen, dass er
keine Rücksicht zu nehmen braucht? Ich bin mir ja noch nicht mal selber sicher, ob ich hier überhaupt eine `Todsünde’ zu begehen im Begriff bin. Sicher, `Wollust’ –ist- eine Todsünde, aber schließlich will ich Crowley nicht nur
deshalb. Ich liebe diesen boshaften, arroganten, klugen, witzigen und buchstäblich bezaubernden Dämon, und das seit Tausenden von Jahren… ich denke man kann doch für Liebe nicht bestraft werden. Naja… oder wenn, dann maximal
mit Verbannung, also bitte! Was würde sich schon groß ändern? Ich wäre hier auf der Erde, und vielleicht würden sie mir ein paar meiner Kräfte nehmen. Aber sicher auch das nicht für immer… So weit, so gut. Es gibt da nur ein
winziges Problem… ich lege erstmal meinen Kopf an Crowleys Schulter und lasse meine Hände wo sie sind, während meine Gedanken Purzelbaum schlagen. –Ich kann es ihm nicht sagen.- Herrgo.. zum Kuckuck, er ist nunmal ein Dämon.
Dämonen lieben nicht. Freundschaft, wie er sie mir entgegenbringt ist sicher das absolute Maximum an Gefühlen, die ein Dämon aufzubringen gewillt ist, und ich fühle mich ziemlich auserwählt, dass –seine- Zuneigung mir gilt…
aber wenn ich ihm damit komme dass ich ihn liebe wird er schneller die Flucht ergreifen als ich gucken kann. Also Klappe, Engel…* Mach dir keine Gedanken über `gefährlich’ oder nicht, es macht mir nichts aus, bestraft zu
werden… *Damit fange ich an, seinen Nacken mit kleinen Küssen zu pflastern. Hoffentlich schmeißt er endlich seine Skrupel über Bord, er ist doch sonst nicht so zimperlich…*
Crowl *Innerlich seufze ich tief auf und ich bringe meinen -eigenen- inneren Dämon, der mir gerade ein paar ziemlich `nette´ Dinge, was
ich so alles mit meinem anscheinend sehr willigen Engel anstellen könnte, ins Ohr flüstert, ziemlich rücksichtslos zum Schweigen. Ziras Lippen in meinem Nacken machen mir die ganze Sache allerdings -sehr- schwer und so
beschließe ich, etwas an unserer Position zu ändern... so leid mir das auch tut.* Dummer Engel... *Zira schaut reichlich verwirrt aus der -mehr oder weniger vorhandenen- Wäsche als er sich auf einmal auf dem Rücken
wiederfindet, von mir und meinem Körpergewicht effektiv an allen Bewegungen gehindert. Für einen kurzen Moment gerate ich noch einmal böse ins Schwanken als er mich treu mit diesen großen blauen Augen ansieht, einen leichten
erhitzten Rotschimmer auf den Wangen, dann habe ich wieder fest die Zügel in der Hand. Ich streichele ihm zärtlich über die Wange, mache aber ansonsten keine Anstalten, meine Position auszunutzen. Meine Stimme klingt
-untypisch- sanft aber nachdrücklich als ich ihm noch einen Kuss auf die Wange hauche und mich dann einfach wieder an ihn schmiege, ohne ihn allerdings groß dabei mit meinen Händen zu berühren.* Mein dummer dummer Engel, glaub
mir, es -würde- dir etwas ausmachen, bestraft zu werden. Schließlich geht es hier nicht um eine Abmahnung wegen ungebührlichen Verhaltens, sondern um den endgültigen Rausschmiss aus den oberen Gefilden, Zira. *Ich löse mich
wieder etwas von ihm und sehe ihn an, damit er sehen kann wie ernst ich das eigentlich meine. Unwillkürlich kriecht so etwas wie Traurigkeit in meine Stimme... auch wenn ich als Dämon natürlich nicht zu solchen `Gefühlen´
befähigt bin... oder sein sollte *Und ich würde mir eher die Flügel ausreißen lassen und bis in alle Ewigkeiten nackt auf Beelzebubs Karaoke-Parties tanzen als zuzulassen, dass dir dasselbe passiert wie mir...
Zira *Langsam dämmert mir, dass Crowley sich auf gar keinen Fall umstimmen lassen wird. Ich muss schon zugeben, als er mich auf den
Rücken verfrachtet hat, habe ich einen Moment lang kalte Füße bekommen und mich trotz meines Verlangens gleichzeitig innerlich von meinen Flügeln verabschiedet… aber jetzt bin ich eher frustiert. So wie er liegt, kann ich
–spüren- dass er mich will… die menschliche Anatomie ist dahingehend ja ziemlich verräterisch. Außerdem muss er dasselbe bei mir festgestellt haben. Seine Zurückhaltung ist so völlig untypisch dass ich mich langsam frage, wer
hier eigentlich `verdorben’ ist und wer `rein’… Nichtsdestotrotz - ich will ihn jedenfalls immer noch. Er liegt schwer und regungslos auf mir, die Arme locker neben sich auf die Decke gelegt, sein Atem streift meine Wange und
sein Haar kitzelt mich am Mund. Ich lege –etwas zögernd- die Arme um ihn, ohne ihn jedoch zu drücken oder zu streicheln. Meine Stimme klingt reichlich dünn vor Enttäuschung.* Was ist los mit dir, Crowley… wieso nimmst du nicht
was dir freiwillig angeboten wird… das ist doch nicht normal… für dich. *Er gibt einen unwilligen Laut von sich und macht Anstalten, sich von mir zu lösen, doch ich halte ihn an den Schultern fest und sehe ihm in die Augen.*
Was ist aus `du gehörst mir’ geworden? *Ich weiß, dass das nicht genau seine Worte waren, aber manches muss man nicht aussprechen um es deutlich zu machen. Er stockt kurz und schüttelt dann den Kopf. Zwischen fest
zusammengebissenen Zähnen, stößt er nur zwei Worte hervor.`Hör -auf-!’* Ich ziehe stattdessen an seinen Schultern und er kann mit angelegten Armen schlecht dagegenhalten, so dass sich unsere Gesichter unaufhaltsam nähern. Kurz
bevor sich unsere Lippen wieder treffen stelle ich ihm flüsternd eine Frage.* Und was, wenn nicht?
Crowl *Mein kleiner Schulterengel -der zwar im Gegensatz zu meinem Schulterteufel ein mickriges, aber manchmal sehr hartnäckiges
kleines Ding ist- wirft mit einem letzten resignierten `also -mehr- geht wirklich nicht, ich habe getan was ich konnte und kann für eventuelle Konsequenzen nicht verantwortlich gemacht werden´ seine Harfe davon und huscht rüber
zu meinem Schulterteufel, um sich bei einer schönen Portion Popcorn das ganze Spielchen anzusehen als Zira mich erneut küsst. Der Hunger in diesem Kuss wäre selbst für einen blinden mit Krückstock unübersehbar und trotz allen
moralischen Episoden bin und bleibe ich nun mal ein Dämon... und ein verdammt `lüsterner´ Dämon noch dazu. Mein Inneres Engelchen bäumt sich noch einmal kurz und sehr erfolglos auf... bevor es resigniert die Leitung dieses
kleinen Events meiner dämonischen Seite überlässt. Zira gibt ein kleines ersticktes Quieken von sich, als ich plötzlich von ziemlich teilnahmslos und zurückhaltend in den vollen `Verführer´-Modus switche und ihm ein für alle
mal klar mache -was- es genau heißt, sich ausgerechnet einen Dämon ins Bett zu holen... vor allem einen mit der Erfahrung im Verführen wie ich sie habe. Ich habe mittlerweile kapiert, dass sich Zira nicht mit einer `Abfuhr´ und
Kuscheln zufrieden geben wird und bevor ich alles an Selbstkontrolle verliere sorge ich lieber dafür, dass mein Engel seinen Spaß hat... aber immer noch ein Engel bleibt. Zum Glück sind die da oben noch immer ziemlich
rückständig, was die Kunst der Verführung und ihre Facetten anbelangt und ich kenne mehr als genug Methoden, dem Engel einen kleinen Vorgeschmack zu verpassen... und dabei dafür zu sorgen, dass er immer noch ein Engel -bleibt-,
wenn auch einer mit schmutzigen Flügeln. Und so halte ich mich nicht allzulange an seinem weichen Schmollmund auf, sondern bin schon bald dabei, mich geschickt und begeistert an ihm entlang zu knabbern und zu schlecken während
meine Hände nicht weniger geschickt als meine Zunge an seinem Körper entlanggleiten... und zwar mit einem klar erkennbaren Ziel. Und das liegt unten.*
Zira */Endlich/ Atemlos und innerlich vibrierend erfahre ich einen abrupten Stimmungswechsel Crowleys. Der Kuss wird von einer
Zehntelsekunde zur nächsten von einer überwältigenden Hitzigkeit, und ehe ich mich versehe erkundet Crowley schon begierig meinen Körper. Dass seine Orientierung dabei ganz unübersehbar auf meine Körpermitte zusteuert, lässt
meinen Atem stocken. Binnen eines Lidschlags ist auch meine Pyjamahose verschwunden und ich liege jetzt vollkommen nackt unter seinen kundigen Fingern und Lippen, die Gefühlswellen von nie gekannter Intensität durch mich jagen.
Crowleys Zunge zeichnet eine heißkalte Spur auf meine Haut, während seine Hände ihr vorauswandern. Als er sein Ziel erreicht hat und meine geheimsten und instimsten Stellen berührt krallen sich meine Finger in seinen Schultern
fest und ich spanne mich total an. Gleichzeitig ist der Unterschied zu den widerlichen Berührungen durch den Inkubus jedoch so deutlich wie nur irgendwas. Statt des Ekels den ich bei diesem empfunden habe durchflutet mich
reinste Lust wie eine heiße Welle, und unwillkürlich keuche ich laut auf. Sofort hält Crowley inne. Frustierte Laute ausstoßend ruckle ich ungeduldig mit den Hüften. Er soll weitermachen…* Nicht.. aufhören..
Crowl *Ich kann jetzt doch nicht anders als ein bisschen zu schmunzeln. Diese ganze Situation hier ist dermaßen -surreal-, ich komme mir
fast ein bisschen vor wie damals als ich Opium probiert habe und drei Tage lang der Meinung war, wir wären von fliegenden Schweineaffen umzingelt die versuchen, uns handbemalte chinesische Keramik zu verkaufen. Nur dass das
hier tausendmal besser ist als irgendwelche angepinselten Reistöpfchen. Ich grinse vor mich hin während ich einen experimentellen kleinen Kreis um Ziras Bauchnabel fahre und dafür mit einem höchst zufriedenstellenden Schauder
belohnt werde. Das hier ist -verflucht- gut, auch wenn die Unterschiede zwischen Ziras jetzigem Körper und dem eines Menschen nur äußerst subtil sind, hat seine Kontrolle doch schon so weit nachgelassen, dass er riecht und
schmeckt wie eine ganze -Horde- Engel. Und auch wenn ich sicherlich keine Jungfrau im eigentlichen Sinne des Wortes bin, ist es doch das erste Mal, dass ich einen waschechten Seraphim unter mir habe. Das gibt mir schon einen
zusätzlichen kleinen Kick und ich bin mindestens genauso scharf darauf weiterzumachen wie Zira. Gierig knabbere ich mich von seinem Bauchnabel weiter abwärts bis das Ziel meiner Reise stolz vor mir prangt und förmlich um
Aufmerksamkeit -bettelt- . Neugierig nehme ich eine kleine `Kostprobe´ von Ziras Geschmack und sofort durchzuckt mich ein gritzekalter Ganzkörperschauder der mir sämtliche Nackenhärchen hochstehen lässt. Ich grinse noch einmal
breit und meine Stimme ist das Musterbeispiel für `lustheisere Verführung´ als ich meine ganze Aufmerksamkeit auf meinen so hart erarbeiteten Preis richte.* Keine Angst, Engel, dafür ist es jetzt ohnehin ein bisschen spät...
Zira *Das letzte Wort ist noch nicht ganz verklungen als er mich auch schon in ganzer Länge verschlingt. Ich lasse seine Schultern los
und greife mir stattdessen zwei Handvoll des Lakens, während mich Crowley mit durch äonenlange Übung gewonnener Sicherheit unaufhaltsam immer näher zur Extase saugt, leckt, beißt... ich habe irgendwann keine wirklich treffende
Beschreibung mehr dafür, was er mit mir macht, ich weiß nur, dass ich unkontrollierte, kleine Laute ausstoße als er anfängt mich mich kurzen Unterbrechungen zu necken und mich mit zarten kleinen Berührungen an den Rand des
Wahnsinns bringt. Es dauert nicht lange bis ich versuche, mich selber zu bewegen, was er jedoch effektiv verhindert in dem er meine Hüften niederhält. Ich kann nichts tun als mich zu ergeben und ihn mental und verbal…
jedenfalls was man noch verbal nennen kann… um Erlösung anzuflehen. Das Laken knirscht bedenklich unter meinem Griff als Crowley schließlich mit den Neckereien aufhört, und als er wirklich ernst macht gibt es unter meinen
Händen nach, als ich den ersten Höhepunkt meines Lebens erfahre und mit einem lauten Stöhnen in eine Woge aus Lust eintauche…*
Crowl *Ich bin zwar eigentlich normalerweise nicht der Typ, der eine feuchte Unterhose bekommt, nur weil er seinen momentanen
`Abendsabschnittsgefährten´ mit ein paar wohlgezielten Streicheleinheiten zum Orgasmus bringt... aber es gibt ja bekanntlich für alles ein erstes Mal. Und zum ersten Mal in meiner nicht unbeträchtlichen Lebensspanne sehe ich
mich mit einem totalen Kontrollverlust über meinen eigenen Körper konfrontiert der schlicht und ergreifend deklariert, dass ein Aziraphael auf dem Höhepunkt das verflucht nochmal -erotischste- ist was er jemals zu Gesicht
bekommen hat und mir mit einem Schulterzucken erklärt, dass man bei so einem Anblick nun einmal nichts anderes machen kann als mir den verdammt besten Orgasmus meiner Existenz zu verpassen... und dass, obwohl wir uns immer noch
in einer Phase befinden, die ich unter normalen Umständen als `intensives Vorspiel´ beschreiben würde. Das einzige was ich machen kann, während mir spontan Hören und Sehen vergeht, ist zu versuchen nicht reflexartig zuzubeißen
und es somit bei einem einmaligen Erlebnis zu belassen. Aber zu spüren, wie sich Ziras Körper unter meinen Händen in den wohlbekannten Mustern der Erlösung zusammenkrampft und dabei den wahrscheinlich besten Geschmack in diesem
gesamten Universum in überwältigenden Dosen abzubekommen ist einfach zuviel für mich.*
Zira *Langsam öffne ich wieder die Augen und Fäuste. Indem ich ein paar Stoffstreifen von den Fingern schüttle richte ich mich leicht
auf um zu sehen was Crowley da eigentlich macht. Er hat nämlich sein Gesicht an meinem Bauch versteckt und seine Schultern zucken leicht. Ich kann nicht wirklich glauben dass er weint also muss er -.. * Crowley? *Er hebt den
Kopf und meine Vermutung bestätigt sich. Er lacht. Wenn es auch ein ungläubiges, eher hilfloses Lachen ist…* Was hast du? *In mir wabert noch die Leidenschaft, mein Blut rauscht immer noch in meinen Ohren und meine Herz hämmert
gegen die Rippen. Crowley lacht schon wieder und deutet nur mit dem Daumen nach unten. Ich folge seinem Blick und werde tatsächlich etwas rot um die Nase.* Oh. *Crowley richtet sich auf und stützt den Kopf in die Hand. `Ja. Oh.
Da siehst du mal was du mit mir anstellst. Und dabei soll ich nun auf deine Tugend achten…’ Das tingelige Wohlbehagen in mir weicht einem entschieden heftigen Trotz.* Niemand hat von dir verlangt… *Er hebt die Hand. `Jaja. Ich
weiß. Trotzdem ist mir ein Engel Aziraphael lieber als ein namenloser Dämon – basta.’ Trotz in der Stimme und Enttäuschung im Bauch schnappe ich wütend zurück.* Dass das gerade das absolut göttl.. genialste Erlebnis meines
bisherigen Lebens war bedeutet noch lange nicht, dass ich damit schon zufrieden bin. Basta! *Damit lasse ich mich auf den Rücken fallen und starre an die Decke. In meinem Bauch wabert trotz allen Ärgers immer noch so ein
angenehm kitzliges Gefühl, vor allem weil Crowley ja immer noch halb auf mir drauf liegt… ich schließe genießerisch die Augen.* Kannst du noch ein bisschen höher rutschen,… -bitte-?
Crowl *Ich schmunzele leicht über diesen Temperamentsausbruch, noch immer ein bisschen ungläubig über das, was gerade geschehen ist und
schnurre ein leises `für dich tue ich alles, Engel...´ in Ziras Bauchnabel, der gerade so schön praktisch vor meiner Nase liegt bevor ich mich wieder in bester Schlangenmanier um Zira schlinge, meine Nase tief in seinen Haaren
vergraben. Ich atme langsam und genüsslich seinen warm-weich-schwitzigen Geruch ein, mehr als froh darüber, dass sein `pingeliger Hygienemodus´ im Moment wohl auf Urlaub ist und er nicht wie sonst sofort jedes Anzeichen von
menschlichen Sekreten weggewundert hat während meine Finger wieder einmal durch seine Haare krabbeln. Ich könnte stundenlang so liegen... aber irgendwie habe ich so den Verdacht, dass mich mein kleiner, neuerdings so
`sexbessesener´ Engel nicht sehr lange in Ruhe lassen wird, wenn ich nicht aufpasse. Dass er im Moment nicht gerade sonderlich viel von `Tugend´ und `Keuschheit´ hält, war mir schon klar, das hätte er nicht nochmal extra
erwähnen müssen. Fürs erste habe ich ihn wohl `zufriedengestellt´ ... aber wenn ich ehrlich bin gruselt es mir doch schon ein bisschen vor dem nächsten Mal. Ich habe Zira noch nie so draufgängerisch erlebt, es ist fast so, als
ob er sich regelrecht vorgenommen hätte seine weißen gegen ein paar schwarze Flügel auszutauschen, ganz gleich wie sehr ich ihm auch davon abrate. Sicher, er kann tun und lassen was er will und wenn er es wirklich dransetzt ein
paar Etagen tiefer zu rutschen kann -ich- da absolut nichts gegen unternehmen. Aber ich mag meinen Engel nun mal so wie er -ist- und ich werde alles in meiner Macht stehende tun um zu verhindern, dass es ihm genauso ergeht wie
mir. Dummer Engel, spielt mit dem Feuer... aber ich bin ein gebranntes Kind und ich weiß dass, wer mit dem Feuer spielt, sich früher oder später unweigerlich verbrennen wird...*
Zira *Zufrieden schlinge ich die Arme um Crowleys Hals und `überrede’
ihn, wenn auch mit einiger Mühe, zu einem Kuss. Ein heftiger Schauder überläuft mich, als ich schmecke was Crowley ebenfalls gekostet hat... Einen Augenblick lang scheint es, als ob der Kuss wieder leidenschaftlich werden wolle, aber Crowley bricht ihn dann doch etwas hastig ab und sieht mich strafend an. `Nicht schon wieder, du lüsterner Engel. Wehe wenn er losgelassen!’ Ich kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen, als ich ihn von mir schiebe und mich umdrehe, um mich rücklings an ihn zu kuscheln.* Haben wir jetzt die Rollen getauscht, Dämon? Du bist auf einmal die personifizierte Tugend, und ich … *ein kleiner aber scharfer Biss in die Schulter lässt mich mit einem leisen Aufschrei verstummen. `Und du bist momentan schlimmer als jede orientalische Konkubine, Engel!’ *Ich nicke nur und gähne dann herzhaft.* Da magst du Recht haben. Aber erstens warte ich schon lange genug darauf, und zweitens… *blitzschnell drehe ich mich frontal zu ihm um und küsse ihn tief. Er ist so überrascht, dass er erst nicht reagiert, doch dann schiebt er mich mit einem erstickten Laut von sich. Zufrieden lecke ich mir die Lippen und drehe mich in die vorherige Kuschelposition zurück. Meine Stimme ist ein schläfriges Murmeln.* Zweitens bin ich schon nach dem ersten Mal leider vollkommen abhängig geworden… Gute Nacht. *Er grummelt nur was von `unmöglich dieser Typ’, schweigt aber dann. Im Wegdösen kommt mir noch ein vager Gedanke, dass Crowley jetzt wohl wirklich denken muss, ich sei nur vollkommen den lasterhaften Trieben verfallen… er ahnt sicher nicht mal im entferntesten, dass das daran liegt, dass ich einfach nicht genug von –ihm- bekommen kann… schon gar nicht jetzt, nachdem wir … der Rest des Gedankens verliert sich irgendwo im Nebel als ich einschlafe.*
Crowl *…dass Zira mehr oder weniger spontan einschläft, verwundert mich nicht groß, Sex in jeder Art und Form ist und bleibt nun halt
mal für die meisten die beste Schlaftablette und normalerweise nutze ich gerade diese postcoitale Schläfrigkeit, um möglichst unauffällig und still wieder zu verschwinden bevor irgendwelche Zweifel betreffend meine Motive
aufkommen könnten. Gerade die Frauen sind irgendwie immer der Meinung, dass man bereits nach dem ersten Kuss so gut wie verlobt ist und ein oder zwei eklige Szenen aus meinen frühen Tagen haben mich schnell davon kuriert nach
vollzogener Tat noch lange in der Nähe zu bleiben. Dementsprechend fällt es mir nicht ganz so leicht, die Jahrtausende alten `Reflexe der raschen Flucht´ zu unterdrücken, als aus meinem sexbesessenen kleinen Engel ein
schnarchender kleiner Engel wird, so gut sich sein warmer Körper auch an meinem anfühlen mag. Aber Zira ist schließlich auch nicht irgendeine dämliche babylonische Bauerntochter, die nach einem kleinen Nümmerchen im Heu
plötzlich Angst vor Schwangerschaften und ihrem Vater bekommt und mit einer Mistgabel auf mich losgeht, nur weil ich sie mit einem bisschen guten Wein dazu bekommen habe, ihre so wertvolle Jungfräulichkeit herzugeben. Ich
schnaube leise in Ziras Haare und lächele dann ein bisschen stolz in mich hinein. So wie Zira im Moment drauf zu sein scheint, hätte ich wohl eher ein paar Mistgabellöcher in mir wegen -nicht- vollzogener Taten. Aber so sehr
mir das ja auch schmeichelt, ein -bisschen- Sorgen um den Gemütszustand meines Engels mache ich mir dann ja schon. Es ist fast so, als hätten seine moralischen Vorstellungen in den letzten paar Stunden auf einmal eine radikale
hundertachtzig-Grad-Wendung hingelegt, von `berufsmäßig frigide und verklemmt´ zu `vollkommen Engel-atypisch gierig´. Selbst wenn er sich wirklich schon länger Gedanken über diesen einen Aspekt des menschlich Seins gemacht hat
der ihm bis dato verwehrt war, erwischt mich dieser totale Stimmungsumschwung doch irgendwie unvorbereitet. Es ist fast so als -wollte- er fallen... mit einem kleinen Seufzen schmiege ich mich ein bisschen enger an den warmen
Körper vor mir und in mir wird mein Schulterengelchen wieder wach und piesackt mich mit vorwurfsvollen Gedanken. Ich hätte mich vorhin einfach besser unter Kontrolle haben sollen, ich hätte ihn nicht einfach küssen sollen
nachdem ich den Inkubus platt gemacht hatte. Nicht, dass -ich- irgend etwas von dem was passiert ist wirklich -bereue- aber ich habe einfach Sorge dass -Zira- ein schlechtes Gewissen bekommt sobald erst einmal wieder etwas Ruhe
eingekehrt ist und er die ganzen Ereignisse des Tages noch einmal verdaut hat. Ich weiß zwar, dass er -mir- wahrscheinlich keine Vorwürfe machen würde deswegen, aber dafür würde ich schon selber sorgen. Außerdem weiß er jetzt
ja, welche Wirkung er wirklich auf mich hat und ich befürchte stark, dass er ziemlich auf Abstand gehen wird sobald seine `Engelsinne´ sich von ihrem ersten Schock erholt haben und wieder mit voller Kraft zur Tat schreiten. Und
wenn ich ehrlich bin, würde ich eher ein schönes Weihwasserbad nehmen, als den Engel in meinen Armen wieder herzugeben. Aber es wird mir -verdammt- schwer fallen ihn zumindest soweit gezügelt zu halten dass er nicht einfach im
Rausch des Momentes seinen Heiligenschein wegwirft, nur um irgendeine Art der Neugierde zu befriedigen. Ich weiß schließlich, wovon ich spreche und egal wie draufgängerisch sich Zira im Moment auch aufzuführen scheint
kann ich mir nicht vorstellen, dass er wirklich so bereitwillig fallen würde wie er das vorgibt. Ich war ja auch schon früher immer eher von zweifelhaftem Charakter und habe auch als Engel nicht wirklich viel auf engelhafte
Tugenden gegeben - aber ich war ja auch nur ein ganz `normaler´ Engel, bei weitem nicht so hochrangig wie Zira es ist… und selbst ein paar tausend Jahre hier unten können da nicht wirklich etwas daran ändern. Nach außen hin mag
Zira zwar sehr menschlich scheinen, aber die kleine Episode am Strand hat mehr als deutlich gezeigt, dass unter dieser dünnen Schicht noch immer ein waschechter Seraphim schlummert, jederzeit bereit, in gerechtem Zorn seine
Argumente mit seinem Flammenschwert zu unterstreichen. Und ich weiß, dass diese dünne `Menschenschicht´ sehr schnell zu Staub zerfallen würde sobald er wieder in die himmlischen Ränge zurückkehren würde. Die pure Anwesenheit
des ahm... `Hohen Herren´ da oben würde gar nichts anderes zulassen und Zira würde erst -dann- fallen wenn er die wahre Herrlichkeit des oberen Bosses zu Gesicht bekommen hat, etwas, das normalerweise nur seinem Sohn und einen
paar auserwählten Engeln zuteil wird. Alle anderen bekommen immer nur ein paar kleine Kostproben, mehr würden sie auch gar nicht aushalten und ich kenne eine ganze Latte von Ex-Engeln, die genau diese Sehnsucht nach dem
unverfälschten und `wahren´ Gesicht Jahwes dazu getrieben hat, eine der Todsünden zu begehen, nur um ebendiesen Anblick während des Falls für den Bruchteil einer Sekunde erhaschen zu können, auch wenn das heißt, den Rest
der Ewigkeit in unendlichen Qualen ertragen zu müssen. Ich schaudere leicht und klammere mich unwillkürlich etwas fester an Zira. Diese `Kamikaze-Engel´ führen selbst da unten nur ein Schattendasein und sind tausendmal
schlechter und elender dran als sämtliche `richtig´ gefallenen Engel auf einmal. Selbst wir Dämonen halten uns von ihnen fern, man erträgt ihre Anwesenheit nicht lange ohne selber an die Dinge erinnert zu werden, die man
meist aus purem Stolz verloren hat. Auch die erfinderischsten unter uns können nicht einmal ansatzweise etwas an Folter und Qualen ausdenken die auch nur vage an das herankommen würde was sich diese Engel selber und
-absichtlich- angetan haben... und das soll schon was heißen, denn da unten gibt es ein paar -äußerst- erfinderische Burschen. Und wenn ich mir vorstelle, dass -Zira- einer davon werden könnte... es würde mir das Herz zerreißen
- um es mal menschlich auszudrücken. Und Zira -würde- leiden, egal was er behauptet. Denn -nichts- absolut nichts kann einem Engel so wichtig sein wie die Nähe seines Herren, egal was er zu meinen glaubt. Auch wenn -mir-
das wehtut, denn ein Dämon hat gegenüber -seinem- Herren bei weitem nicht so eine Loyalität wie es bei Engeln üblich ist. Das würde schließlich dem eigentlichen Wesen und Sinn eines Dämonen widersprechen, wir sind schließlich
dazu geworden -weil- wir es mit unserem engelhaften Gehorsam nicht so genau genommen haben, nicht wahr? Ich knurre leise, als sich plötzlich mein Beschützerinstinkt mit unwahrscheinlicher Macht zu Wort meldet und
ziehe meinen Engel unwillkürlich näher. Nein, -das- lasse ich nicht zu, um nichts in dieser Welt und selbst wenn es mich meine Existenz kostet. Zira bleibt ein -Engel-, egal ob er das nun will oder nicht - oder ob es –mir-
Qualen bereitet wieder von ihm abzulassen und zu dem Zustand zurückzukehren, der zwischen uns für die letzten sechstausend Jahre geherrscht hat. Ich kann -alles- ertragen… solange es Zira gut geht. Und nichts wäre schlimmer als
zu wissen, dass ich Schuld daran bin, dass Zira zu einem dieser Schatten wird, nur weil ich mich von ihm habe verführen lassen. Zira würde gar nicht anders können als mich zu hassen, -das- ist wirklich die einzige Emotion zu
der diese Schatten noch in der lage sind. Hass und Verzweíflung ist schließlich alles was sie noch haben. Traurig atme ich Ziras Geruch tief ein und schließe die Augen, um seine Wärme besser genießen zu können. Nein, es ist
besser, wieder zu unserem alten, `freundschaftlichen´ Gefüge zurückzukehren, bevor noch irgend etwas wirklich Ernsthaftes passiert. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, hinüber in sein Zimmer zu gehen aber ich bleibe dann doch
liegen. Wenigstens die paar Stunden lang, die Zira noch schläft, will ich mir einbilden können, dass mein Engel alleine -mir- gehört und dass weder Gott noch der Teufel daran etwas ändern können. Dann habe ich wenigstens eine
schöne Erinnerung, selbst wenn ich weiß, dass eigentlich alles nur Illusion ist. Aber auch ich habe schon genug Menschenpatina angesetzt, um die Wirkung einer solchen Illusion schätzen zu lernen... und ich werde für die Zukunft
dringend eine brauchen in die ich mich ab und an flüchten kann, wenn Trauer und Sehnsucht einfach zu groß werden. Die meisten denken immer, dass Dämonen zu keinen anderen Gefühlen als Zorn, Hass und Wut, gepaart mit einer
ordentlichen portion Sadismus in der Lage wären. Dass diese Emotionen aber eigentlich nur ein Ventil sind, um die Verzweiflung und den Verlust wenigstens etwas ertragen zu können, ahnen die meisten nicht einmal. Dämonen sind
gut im Lügen und im Vortäuschen von falschen Tatsachen... und am besten sind sie darin, sich -selber- zu belügen und sich einzureden, dass alles ja genauso ist, wie sie es immer wollten. Was für ein ausgemachter Blödsinn...
auch wenn ich mich selber dabei ertappe, wie ich es genauso mache. Ich seufze leise und schiebe die ganzen dunklen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren, wieder zurück in mein Unterbewusstsein, um sie da noch ein bisschen
köcheln zu lassen. Im Moment will ich mich auf nichts anderes konzentrieren als den Engel in meinen Armen und so tun, als gäbe es kein `Später´ oder `Danach´ für uns...*
Zira *Nur äußerst schwerfälllig kämpft sich mein Bewusstsein aus tiefem, mit außerordentlich –angenehmen- Träumen verschönten,
Schlummer in die Realität zurück. Nur zu gerne würde ich noch ein wenig die kuschlige Gemütlichkeit in Crowleys Armen genießen, doch leider ist das nicht möglich. Crowley ist nämlich nicht mehr hier. Als mein Gehirn diese
Tatsache vollends verarbeitet hat richte ich mich, mit einem extrem unguten Gefühl in der Bauchgegend, ziemlich ruckhaft auf.* Crowley? *Dass ich keine Antwort bekomme ist eigentlich nur die Bestätigung dessen, was ich schon im
ersten Moment geahnt habe: Crowley ist nicht im Zimmer, wahrscheinlich nicht mal mehr im Hotel. Der Schlüssel steckt auch nicht mehr von innen, und die Wahrscheinlichkeit, dass er mit einem Champagnerfrühstück auf der Terrasse
auf mich wartet geht ziemlich gegen Null, so wie ich das sehe. Mit schwerem Herzen klaube ich meinen Bademantel vom Boden auf und schleiche bedrückt in mein Zimmer hinüber. Ich lasse die Tür ins Schloss fallen und gehe erstmal
duschen. Mit klarem Kopf denkt es sich besser… Mit geschlossenen Augen lasse ich das Wasser auf mich niederregnen und sortiere meine Gedanken. Dass er mich wie einen seiner `Einweg-Lover’ einfach zur Entsorgung hat liegenlassen
schließe ich mal aus. Immerhin hat er mich ja nicht mal `benutzt’ wie er das mit allen anderen zu tun pflegt… ich schneide eine Grimasse. Schade, eigentlich… Im Grunde scheint mir nur ein einziger Grund plausibel zu sein: Sein
neuerdings erwachtes Verantwortungsgefühl. So wie er reagiert hat, seit ich fast dem Inkubus zum Opfer gefallen bin hat er Angst um –mich- und will nicht weiter gehen als bisher. Wahrscheinlich traut er meiner Entschlossenheit
nicht über den Weg, sicher denkt er ich habe eine kurzzeitige `Hormonstörung’ oder sowas… und er fürchtet wohl, dass ich das alles noch bitter bereuen werde. Seufzend verlasse ich die Dusche, ein kurzer Gedanke und ich stehe in
legerer Kleidung vor dem Spiegel. Leger - aber nicht ohne gewissen Chic. Irgendwo ganz hinten in meinem Gehirn scheint immer noch die Hoffnung
auf das Champagnerfrühstück auf der Lauer zu liegen… Die Lobby ist fast menschenleer, und ein Blick auf die Uhr über den Aufzügen zeigt auch warum. Es ist fast dreizehn Uhr, die Leute werden alle irgendwo zu Mittag Essen. Obwohl ich nicht hungrig bin steuere ich die Terrasse des Hotel-Bistros an. Nein, ich glaube wirklich nicht daran, dass Crowley hier irgendwo sitzt. Ich brauche einfach dringend irgendeine Beschäftigung, ich will mit aller Macht verhindern, dass die leise Enttäuschung über Crowleys Rückzieher die Oberhand gewinnt. Ich bin ihm nicht mal böse – ganz im Gegenteil. Meine Zuneigung ist - wenn das überhaupt möglich war – noch um ein paar Grade gestiegen. Ich bin mir sicher, dass das eine riesige Ausnahme ist, was ich hier erlebe. Letztendlich hat er mich gestern auch nur um Freundschaft gebeten, alles was darüber hinaus ging ist ja so ziemlich auf mein Betreiben hin geschehen, und nicht etwa weil er es darauf angelegt hätte. Ich muss leicht grinsen als ich daran denke, dass –ich- quasi –ihn- dazu überreden musste. Ein Rundgang auf der Terrasse ergibt, dass alle Tische dort besetzt sind, - keine Spur von Crowley - und so betrete ich das Bistro durch die Glastüren auf der Rückseite und versuche den winzigen Stachel der Enttäuschung zu ignorieren. Ich sehe mich suchend um, in der Hoffnung wenigstens einen Fensterplatz in dem halbrunden Ess-Saal zu ergattern und mir stockt fast der Atem. Crowley sitzt, mit dem Rücken zu mir, am Panoramafenster an einem der Bistrotische, Pott Kaffee vor sich und einen Aschenbecher, der fast überquillt und hält die Tür im Auge. Ich hebe die Brauen. Crowley pflegt sonst nicht viel zu rauchen, er schmückt sich zwar ab und an mit einem Zigarillo, wenn es das Outfit unterstreicht, aber –das- … ein Kellner kommt beflissen auf mich zu und fragt ob ich alleine bin oder mehrere Plätze benötige. Ich deute auf Crowleys Tisch und der Kellner enteilt um ein Gedeck zu holen. Im Vorbeigehen tauscht er den vollen gegen einen leeren Ascher aus und ich bin ihm dankbar dafür. Ich will nicht dass Crowley weiß dass ich das gesehen habe… Ich umrunde den Mitteltresen, so dass ich mich dem Tisch von vorne nähere. Crowley hat mich sofort erspäht und sein Gesichtsausdruck wird leicht trotzig. Sicher erwartet er, dass ich ihn anschmolle oder ihm Vorwürfe mache oder ähnliches. Ich dagegen habe nichts dergleichen vor. Ich gehe nur äußerlich ruhig – innerlich stehe ich unter Hochspannung - auf den Tisch zu und lächle ihn herzlich an, als ich vor ihm stehe.* Guten Morgen. Oder, besser, guten Tag. Darf ich? *Damit deute ich fragend auf den zweiten Stuhl. Ich werde ihm vorerst seinen Willen lassen und ihn nicht weiter bedrängen. Schon mal was von `Engelsgeduld’ gehört?*
Crowl *Hinterlistiger kleiner Engel, was bleibt mir bei der Frage denn schon anderes übrig als ihm mit einer kleinen Handbewegung den
Stuhl zu überlassen? Gar nichts, außer ich will absichtlich unhöflich sein. Nicht, dass ich damit normalerweise ein Problem hätte, aber eine `Szene´ in einem vollbesetzten Lokal ist auch nicht immer nach meinem Geschmack...
zumindest nicht, wenn ich dabei einer der Hauptdarsteller wäre. Seinen Gruß beantworte ich allerdings nur mit einem unbestimmten Brummen bevor ich die Nase wieder in meine Kaffeetasse stecke und generell eine Atmosphäre um mich
herum verbreite die jemandem -sehr- morgenmuffligen durchaus gerecht werden würde. Zira lässt sich davon allerdings nicht groß beeindrucken sondern ordert sich lieber ein üppiges Frühstück bevor er non-chalant wie immer vor
sich hin babbelt. Ich ignoriere seine Smalltalk-Versuche bis auf ein gelegentliches Brummen vollkommen und kümmere mich stattdessen hingebungsvoll um meine Kaffeetasse samt Inhalt... auf gut deutsch, das hier könnte eine von
vielen gemeinsam verbrachten Mahlzeiten sein bei denen ich aus irgendeinem Grund gerade nicht hervorragender Laune bin. Niemand würde auch nur ansatzweise vermuten, dass mir besagter Kaffee gerade sehr schwer im Magen liegt und
die gute Schachtel Zigaretten die ich in Weltrekordzeit geraucht habe tragen auch nicht gerade zu meinem Wohlgefühl bei. Zira macht sich gerade begeistert über ein paar Muffins her und alleine schon der Gedanke an Essen lässt
die Schmetterlinge in meinem Bauch diverse Loopings und Salti schlagen. Ich bin zwar durchaus mit dem Gefühl des `nervös Seins´ vertraut, aber was mich schon den ganzen Morgen plagt ist um Klassen schlimmer als meine bisherigen
Erfahrungen. Nach einer guten Stunde schlafloser Grübelei neben meinem Engel habe ich es irgendwie im Zimmer nicht mehr ausgehalten und mich mit der Kraft von jahrtausenden an Übung leise und still aus dem Staub gemacht, in der
Hoffnung, dass eine etwas neutralere Umgebung als ausgerechnet mein Bett mir diesen Morgen einfacher machen würde... was sich als totaler Quatsch herausgestellt hat. Wenn überhaupt möglich bin ich jetzt sogar noch wesentlich
hibbeliger als vorhin, vor allem, da ich mich irgendwie nicht entscheiden konnte ob es besser ist wenn Zira hier auftaucht, oder ob es mir lieber wäre wenn er oben bleiben würde. Um ehrlich zu sein, weiß ich -immer- noch nicht
was mir lieber gewesen wäre aber diese Entscheidung hat mir mein Engel ja sozusagen aus der Hand genommen. Ich werfe einen kurzen kritischen Blick über den Rand meiner Tasse. Zira sieht ausgesprochen normal aus heute, kein
Vorwurf im Blick - nicht dass ich damit gerechnet hätte aber man weiß ja nie - keine besonders schuldbewusste Haltung aber trotzdem.... so ganz `normal´ wirkt er doch nicht, auch wenn ich nicht genau festnageln kann -warum-, er
scheint so etwas `Entschlossenes´ um die Mundwinkel zu haben was mir so gar nicht behagt... mit einem kleinen inneren Seufzen senke ich meinen Blick wieder auf die schwarze Spiegelfläche meines Kaffees. Diese Sache hier ist
noch lange nicht ausgestanden, da kann ich mir noch so viele gute Vorsätze machen was Ziras `Unschuld´ betrifft. Wenn der Engel es -wirklich- drauf anlegt seine Flügel zu verlieren, werde auch ich nicht lange standhaft bleiben
können... fürchte ich.*
Teil 3
|