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Hier ist Teil 6

Disclaimer: Die Figuren gehören Toriyama-san, die Story ist frei erfunden

Pairings: Vegeta/Kakarott, Vegeta/Bulma, Kakarott/Chichi

Widmung: Dieser Teil ist für Mako-chan, die schon weiß, warum ^.^

Warnings: Sad, lime, romance, depri  (und sorry für die doofen Namen, die ich mir ausdenken musste, ich weiss nicht, wie ich sie sonst Sayajin-nisch klingen lassen soll^^’) 

Viel Spass!

Haruka

 

You may have my body, but you can’t get my soul - Part  6

Es war wie die Prinzessin vermutet hatte. Ihr kleiner Ausflug hatte die Konsequenz, dass sie ihre Räume bis zur Abreise nicht verlassen durfte. So saß sie denn am nächsten Tag schmollend in ihrem Zimmer und wartete auf den Prinzen. Doch dieser hielt sich lieber zurück. Er war ziemlich durcheinander, und musste sich erstmal über seine Gefühle klarwerden. Er würde sie ja beim Abschied noch einmal zu sehen bekommen. Am Nachmittag, als alles wieder verladen war, einschließlich Ténshi, traf die Prinzessin mit der Hofdame, die ihre Rolle gespielt hatte und den zwei Beratern vor der Gleiter-Andockstation den Prinzen und Mardek. Sie trug eine Staatsrobe, und den Siegelring und das Perlendiadem. Vegeta stellte fest, dass sie darin ebenso reizvoll aussah wie in Reithosen oder dem Abendkleid von gestern. Sie reichte ihm hoheitsvoll die Hand. Er verbeugte sich förmlich und wollte einen Kuss andeuten, als sie die Hand plötzlich umdrehte und ihn unter dem Kinn kitzelte. Er prustete auf ihre Hand. Da von den anderen niemand den kleinen Streich der Prinzessin mitbekommen hatte, sahen alle etwas irritiert aus. Der Prinz sah Bulma in die Augen und entdeckte darin wieder jenes Funkeln. Er musste beinahe grinsen. Doch er riss sich zusammen, und verabschiedete sie formell, wie es sich gehörte. Die Prinzessin dankte ihm artig und liess sich von ihrer Hofdame zum Gleiter führen. Bevor sie einstieg, konnte sie sich jedoch nicht verkneifen, zu sagen: „Bis dann, Hoheit. Ich freu mich schon auf die Hochzeit. Grüßt Káge von mir! Und lasst mir noch ein bisschen Rum übrig!“ Damit verschwand sie in dem Gleiter und ließ den Prinzen mit hochrotem Gesicht und einem missbilligend den Kopf schüttelnden Mardek einfach stehen. Der Gleiter hob ab, stieg schnell auf und verschwand in sekundenschnelle am Himmel.

Mardek wandte sich dem Prinzen zu. Er setzte zu einer Strafpredigt an. „Rum!“ Vegeta hob die Hand. „Mardek, bitte nicht. Ich bin unschuldig. Sie wollte Rum haben. Sie ist ein – nun ein außergewöhnliches Mädchen. Ich glaube, wir werden viel Spaß miteinander haben! Ich bin in meinem Arbeitszimmer.“ Mit dieser Aussage über die Prinzessin, die man zugegebenermaßen vielfach auslegen konnte, ließ er Mardek stehen.

Auf dem Weg in sein Büro dachte er über die Prinzessin nach. Er lächelte. Sie war wirklich etwas Besonderes! Wenn er dagegen an diese Hofdame dachte, die er für seine zukünftige Frau gehalten hatte – er schüttelte sich. Diese Stimme!

Im Arbeitszimmer angekommen setzte er sich an seinen Schreibtisch und blätterte lustlos in seinen Papieren herum. Er rechnete nach. Kakarott war jetzt fast vier Wochen weg. Eine Nachricht hatte er noch nicht, weder gut noch schlecht. Wieso meldete sich dieser Kerl eigentlich nicht? Er hatte doch Bericht zu erstatten! Vegeta verzog das Gesicht. Der Bericht war ihm völlig gleichgültig. Er hatte Sehnsucht… wo mochte Kakarott jetzt sein? Ob er manchmal an ihn dachte? Und wenn, was dachte er wohl über ihn? Das letzte Mal, als er ihn gesehen hatte, war ihm noch total gegenwärtig. Er schloss die Augen. Dieses unbändige Verlangen, dass er in Kakarott gespürt hatte! Für einen Moment waren sie eins gewesen, und das nicht nur körperlich. Ihre Gefühle füreinander hatten sich Bahn gebrochen. Ein Schauder überlief ihn, als er an die Leidenschaft dachte, die sie miteinander geteilt hatten. Aber Lust, Verlangen, Leidenschaft… das war keine Liebe! Was fühlte Kakarott für ihn? Seine Ablehnung als er gegangen war – war sie echt gewesen? Oder verstellte er sich nur, aus welchem Grund auch immer? Er schüttelte den Kopf. Vielleicht würde er es niemals erfahren… Der Prinz überlegte, ob er Oberst Mattren nach Nachrichten fragen sollte, aber er ließ den Gedanken wieder fallen. Zu auffällig. Das Gerede war so schon schlimm genug. Beim Weiterblättern entdeckte er plötzlich Mattrens Siegel auf einem Blatt. Er riss es aus dem Stapel heraus und las die ersten Sätze. Der Bogen flatterte auf den  Boden. Kreidebleich ließ Vegeta den Kopf auf seine Arme sinken und schloß die Augen. Seine Kehle schnürte sich vor Angst zusammen.

 „Oberst Mattren:

MISSION 128a: Kommandant Kakarott und sein Team gelten als vermißt. Der zuletzt angegriffene Planet leistete erbitterten Widerstand. Das Geschwader war gezwungen, auf diesem Planeten notzulanden. Seitdem kein Lebenszeichen.

MISSION130: Erfolgreich beendet.

MISSION131:… “

„Nein!“ flüsterte der Prinz. Das konnte nicht sein! Doch nicht Kakarott! Er war einer der Besten! Plötzlich erfüllte heißer Zorn den Prinzen. „Du Bastard! Das hast Du mit Absicht gemacht! Du wolltest dieses Mal ganz sicher sein, dass Dich keiner findet!“ knirschte er. Dann griff rasende Verzweiflung nach ihm. „KAKAROTT! WIE KANNST DU MIR DAS ANTUN!“ schrie er auf. Es klopfte leise, doch er reagierte nicht. Der Diener vor der Tür hatte den Aufschrei gehört, doch ohne Erlaubnis durfte er das Zimmer nicht betreten. Deshalb ging er schnell, um Mardek zu holen.

Als dieser erschien, lag der Prinz auf seiner Liege und starrte an die Decke. Er war kalkweiß im Gesicht und reagierte weder auf Ansprache noch auf ein leichtes Tätscheln seiner Hand. Mardek war erschrocken. War war nun wieder los? Suchend blickte er sich um und sah das Blatt Papier auf dem Boden liegen. Er hob es auf und las sich den Text durch. Sofort war ihm klar, was Vegeta dachte, denken musste. Er setzte sich zu ihm und nahm seine Hand. „Hoheit“ sagte er vorsichtig. Vegeta rührte sich nicht. „Hoheit, es ist doch noch gar nichts bewiesen!“ versuchte es Mardek erneut. Der Prinz sah ihn nicht an. „Er hat es wieder getan. Diesmal so, dass ihm keiner helfen kann. Und ich bin schuld!“ sagte er mit erloschener Stimme. Mardek schüttelte den Kopf. „Haltet Ihr Kakarott für so einen schlechten Menschen?“ Der Prinz sah ihn verständnislos an. „Glaubt Ihr, er würde sein Team in den Tod schicken, nur weil er lebensmüde ist, und nur an sich selbst denkt?“ wurde Mardek deutlicher. Vegeta riss die Augen auf. Natürlich nicht! Das würde Kakarott selbstverständlich niemals tun! Er war also gar nicht freiwillig in den Tod gegangen. Und da er einer der besten Krieger war, konnte er also auch nicht tot sein! Vegeta richtete sich auf und schloss Mardek übermütig in die Arme. „Richtig, ja, du hast recht, Mardek. Kakarott muss leben, naürlich lebt er noch! Also kommt er auch zurück!“ Aber kommt er auch zurück zu mir? Trotz dieses Gedanken war der Prinz nicht mehr verzweifelt. Kakarott würde es schaffen, da war er absolut sicher.

Er trainierte tagein tagaus wie besessen, arbeitete nur auf den Tag hin, an dem er Kakarott zum Kampf herausfordern würde. So vergingen die Wochen. Die Hochzeit rückte näher, von Kakarott kam kein Lebenszeichen. Der Prinz wurde wieder schwermütig, was sich in extrem schlechter Laune gegen alles und jeden äußerte. Die Hochzeit richteten die Brauteltern auf ihrem Schloss aus, also musste sich der Prinz mit seinem Gefolge dorthin begeben. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, aber der Prinz nahm kaum daran Anteil. Er schien jegliches Interesse an allem verloren zu haben. Gerade dass er sich eine Galauniform schneidern liess, aber zu den Anproben war er ungeduldig und wollte immer eilig wieder verschwinden. Ausser Trainieren und Ausritten machte er nicht viel. Mardek sah es mit Grausen. Das wurde ja immer schlimmer. Hoffentlich meldete sich Kakarott noch vor der Hochzeit zurück. Das würde zwar auch nicht ohne Probleme sein, aber Mardek hielt das für das kleinere Übel. Doch seine Hoffnung erfüllte sich leider nicht. Der Tag der Hochzeit war gekommen, und immer noch nichts von Mission 128a…

„Hoheit! Hoheit, wir müssen los! Man erwartet uns zum Mittag, und es ist schon fast 10Uhr! Wir brauchen 2 Stunden…“ „Ja ja Mardek, ich mach ja schon!“ Der Prinz kam aus seinem Ankleidezimmer. Er war in einen schwarzen Anzug gekleidet. Mardek runzelte die Stirn. „Die vorgeschriebene Kleidung für einen solchen Anlass ist weiss!“ monierte er die Aufmachung des Prinzen. „Solange Kakarott nicht zurück ist, trage ich schwarz!“ blaffte der Prinz ihn an. „Hoheit, meint Ihr wirklich, dass das klug ist?“ „Ist mir egal! Ich trage schwarz, basta!“ „Aber ihr werdet die Eltern der Braut beleidigen!“ „Scheißegal.“ „Eventuell wird sich auch Prinzessin Bulma daran stören…“ Der Prinz sah ihn an. „Geschickter Schachzug, Mardek. Aber die Prinzessin pfeift auf höfisches Getue, das hat sie mir selbst gesagt.“ „Die Prinzessin ist eine Frau, und keine Frau läßt sich ungestraft ihren Hochzeitstag versauen, Vegeta!“ Mardek wurde wieder mal unwirsch, und dann gebrauchte er immer die vertrauliche Anrede aus Kindertagen. „Aber…“ „Zieh dich um. Sonst wirst du es bereuen!“ „Mardek, drohst du mir?“ „Ja, Vegeta, ich drohe dir!“ Mardek schob entschlossen das Kinn vor. Das verlieh seinem sonst so freundlichen Gesicht einen so gefährlichen Ausdruck, dass Vegeta lieber tat, was ihm gesagt wurde. Trotzig starrte er dann auf sein Spiegelbild. „Was solls. Ist er sowieso auch gar nicht wert…“ schmollte er. .. ist er wohl. … Der Prinz verdrehte die Augen. Dass seine innere Stimme auch ewig das letzte Wort haben musste!

Die Reise zu Prinzessin Bulmas Elternhaus war kurz. Binnen zwei Stunden waren sie da. Der Empfang war formell, lang und ermüdend. Bulma, ebenfalls in vorschriftsmäßiger Kleidung, wusste jedes Wort der Zeremonie auswendig und patzte kein einziges Mal. Zu Vegetas Ehre musste Mardek zugeben, dass auch dieser die Etikette tadellos beherrschte. Stolz dachte er bei sich, dass Vegetas Ausbildung durch ihn also nicht die schlechteste gewesen sein konnte. Er fing einen Blick Bulmas auf, den diese dem Prinzen zuwarf. Sie verdrehte die Augen und machte eine Grimasse. Vegeta nickte und grinste unverhohlen. Mardek rammte ihm den Ellenbogen in die Seite. Der Prinz verzog keine Miene, nahm sich jedoch vor, diesen Stoß Mardek mit Zins und Zinseszins heimzuzahlen. Vor allem, weil Bulma schon wieder so frech grinste. Sie hatte das Intermezzo natürlich mitbekommen. Vegeta stöhnte innerlich. Diese Ehe würde alles mögliche werden, aber eines gewiss nicht: Langweilig! Die Begrüßungszeremonie war vorüber, und man schritt zur Trauung. Die Verehelichungen auf dem Planeten Vegeta waren eine formelle Angelegenheit ohne jegliche Romantik. Es wurden Eheverträge ausgetauscht, alle Beteiligten, Zeugen und zu guter Letzt die Brautleute, unterzeichneten diese, dann erhielten die Brauteltern ein Exemplar und jeder Ehepartner. Damit war die Ehe geschlossen. Als rechtsgültig unter Adeligen galt die Ehe jedoch erst, wenn ein männlicher Erbe geboren war, was die zukünftigen Eltern am Anfang der Ehe oft unter einigen Stress setzte, besonders, wenn sie sich nicht mochten. Und das war bei den unter Adeligen üblichen arrangierten Ehen absolut keine Seltenheit! Diese Gedanken gingen dem Prinzen im Kopf herum, als er seine Unterschriften leistete. Nachdem er die dritte Ausfertigung unterzeichnet hatte, sah er verstohlen auf seine frischgebackene Ehefrau. Ernsthaft schrieb sie ihren Namen und Rang unter jedes Exemplar. Er musste lächeln. Sie sah unglaublich süß aus, mit ihren vor Aufregung geröteten Wangen. Als auch sie fertig war, trat der Brautvater auf die beiden zu und legte ihre Hände ineinander. Wie es die Zeremonie vorschrieb, verschränkten sie sie miteinander.

„Ich gebe Dir, Vegeta, meine Tochter Bulma zur Frau. Möge sie dir immer gehorsam sein.“ Bei diesen Worten verzog Bulma angewidert das Gesicht. Vegeta sah es und musste schmunzeln. Darüber würde noch zu diskutieren sein, das wusste er jetzt schon. Dann sagte sie die korrekte Antwort. „Das will ich und das werde ich.“ Schon ging es weiter. „Nimm du, Bulma, Vegeta zum Mann. Möge er dir allezeit ein guter und treuer Ehemann sein.“ Vegeta überlief es kalt. Guter und treuer… Mit schmerzhafter Deutlichkeit stand Kakarotts Gesicht vor seinem geistigen Auge. Er vergaß fast, zu antworten. Ein Schlag ins Kreuz rüttelte ihn wieder auf. Mardek! „Das – will ich und das werde ich.“ sagte er stockend und registrierte, dass Bulma ihn ebenso beobachtet hatte, wie er sie vorher.. Der Fürst sah ihn aufmerksam an,  fuhr dann aber mit der Zeremonie fort. Er legte ein zum Ring geschlossenes Band um die verschränkten Hände. Auf dem Band waren beider Namen eingestickt.

„So nehmt dieses Band als Zeichen Eures Verbundenseins, und bewahrt es auf. Und wenn einer von Euch stirbt, so soll es zerschnitten werden und der, der lebt soll seinen Teil verbrennen als Zeichen seiner Trauer, und fortan alleine leben, und wenn einer von Euch untreu wird, so soll es zerschnitten werden und der, der verlassen wird den Teil des anderen verbrennen als Zeichen seiner Verachtung und dessen Namen aus seinem Herzen löschen. So ist es Brauch. „So ist es Brauch“ murmelten Bulma und Vegeta zusammen. Vegeta sah Bulma an. Sie blickte mit einem merkwürdigen Ausdruck in den Augen zurück. Alles fröhliche und unbeschwerte war daraus verschwunden. Dann sagte der Fürst noch: „Sobald ein männlicher Erbe geboren ist, wird die Ehe bestätigt.“

Damit war die Zeremonie vorbei. Das frischvermählte Paar ließ die Gratulationen und guten Wünsche über sich ergehen und die Gesellschaft begab sich anschließend  zum Festbankett. Es wurde nicht mit Anspielungen auf den bald zu zeugenden Thronerben gespart, und schnell waren es sowohl Vegeta als auch Bulma richtig leid. Diese legte ihren Mund dicht an Vegetas Ohr.

„Ich hab die Schnauze voll“ murmelte sie. Der musste grinsen. „Du hast ein wahres Wort gelassen ausgesprochen“ murmelte er zurück. „Trotzdem nicht ganz schicklich für eine Prinzessin!“ Bevor Bulma ihn anfauchen konnte, erstarrte sie förmlich vor Wut. Denn:

„Ah, da turteln sie schon, wie süß!“ quiekte die Hofdame, die an Vegetas Empfang als Prinzessin aufgetreten war. Die echte Prinzessin sprang auf.
“Wir turteln nicht! Und – ich bin nichtsüß!“ zischte sie die Hofdame an. Diese starrte sie erschrocken an. Auch Vegeta war der Höflichkeit halber aufgestanden, obwohl er nicht wusste, was die Prinzessin vorhatte. Die packte seine Hand, grapschte sich das Zeremonienband, dass zwischen ihren Tellern lag, und zog Vegeta aus dem Saal. Der Fürst war ebenfalls aufgesprungen. „BULMA!“ donnerte er. „Aber Kinder…“ rief die Fürstin „wo wollt ihr denn hin?“

„ERBEN PRODUZIEREN!“ brüllte Bulma über die Schulter zurück. Vegeta, der einen knallroten Kopf bekommen hatte, sah zu, dass er schnell mit ihr aus dem Saal kam.

Bulma zerrte ihn quer durch den Palast zum Brautzimmer. Sie zog ihn hinein und knallte wütend die Tür hinter ihnen zu. „Idioten!“ fauchte sie aufgebracht. Vegeta grinste nur. Auf dem Tisch standen Gläser und eine Flasche bester Perlwein. Der Prinz goss zwei Gläser voll und reichte seiner Ehefrau eines davon. „Hier, Weib!“ scherzte er, was ihm einen vernichtenden Blick seiner frisch Angetrauten einbrachte. „Das eine sage ich dir, von wegen Gehorsam, das kannst du vergessen!“ blaffte sie ihn an. Vegeta hob sein Glas „In diesem Sinne. Zum Wohl!“ meinte er nur gelassen. Das nahm ihr vollkommen den Wind aus den Segeln. Etwas versöhnt stieß sie mit ihm an und nahm einen Schluck. Sie sah ihn über den Rand ihres Glases aufmerksam an. Warum hatte er vorhin bei der Antwort gestockt? Und sein Gesicht hatte sich schmerzlich verzogen gehabt. War er nur genervt von dieser formellen Zeremonie gewesen, oder… Sie trank ihr Glas leer. Sie hatte da so einen Verdacht… und der gefiel ihr nicht. Überhaupt nicht! Aber – sie würde es herausfinden, da war sie fest entschlossen.

Im Festsaal hatte betretenes Schweigen geherrscht, dann redeten alle durcheinander. Man war sich einig, dass sie ein schönes – wenn auch äußerst explosives – Paar waren, und alle waren gespannt, wie sich die Ehe wohl gestalten würde. Dann entschloss man sich, einfach ohne das Brautpaar weiterzufeiern.

Die hatten inzwischen ihre Gläser geleert und sahen sich etwas unschlüssig an. Jeder wusste, was der andere jetzt dachte, und beide waren etwas verlegen. Schließlich fasste sich der Prinz ein Herz. „Sollen wir, ähm, ich meine… bist du… äh, also…“ „Ich bin nicht müde, falls du das meinst“ fiel ihm Bulma ins Wort. „Aber – ins Bett möchte ich schon…“ sie lächelte ihn an und errötete. Vegeta wurde es mulmig. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Sie war seine Ehefrau, und das hier war seine Hochzeitsnacht. Sie war schön, sie war offensichtlich bereit, die Ehe mit ihm zu vollziehen, aber – was fühlte er? Wollte er es? Ein Teil von ihm fand sie unglaublich begehrenswert und er war drauf und dran, sie in seine Arme zu ziehen. Gleichzeitig hatte er immer noch Sehnsucht nach Kakarott und machte sich große Sorgen um ihn. Er schloss die Augen. Was sollte er nur machen? „Vegeta?“ Er sah sie an. „Hast du was?“ „Äh, nein, was soll ich haben? Außer Durst…“ beeilte er sich zu sagen und goss schnell die Gläser wieder voll. Sie hoben sie sich stumm noch einmal entgegen. Bulmas Lächeln war verschwunden. Sie nippte nur und sah ihm dann ernst in die Augen. Das Band hochhaltend, fragte sie unvermittelt  „Soll ich es gleich zerschneiden?“ Klirr. Vegeta hatte sein Glas fallengelassen. Er starrte sie an. „Was?” “Du hast mich schon richtig verstanden! Ich kenne dich noch nicht lange, und daher kenne ich dich auch nicht sehr gut. Aber ich fühle genau, dass du mich nicht liebst.“ „Wie meinst Du das?“ „Ich dachte, als ich bei dir war, du würdest etwas für mich empfinden. Ich war mir fast sicher! Aber jetzt… glaube ich, dass du garnicht in mich verliebt bist. Oder auf jeden Fall nicht nur in mich! Dass … dass du jemand anderen liebst. Und zwar sehr liebst.“ Vegeta war geschockt. Aber irgendwie war es klar gewesen. Sie war nicht dumm. Ihr konnte man nichts vormachen… Vorsichtig nahm er ihr das Glas ab, und stellte es auf den Tisch. Dann nahm er sie in die Arme. Sie hob die Hände und drückte ihn von sich weg. „Lass das. Wenn du meine Gefühle nicht erwiderst, brauchst du auch nicht so zu tun. Wir erledigen den Job und dann ist es gut…“ doch sie hatte Tränen in den Augen. Vegetas Herz zog sich zusammen. Sie liebte ihn? Sie weinte seinetwegen! Er ließ sie nicht los, sondern zog sie näher zu sich heran. Sie leistete noch ein wenig Widerstand, doch dann gab sie nach und legte ihm den Kopf auf die Schulter. „Sagst du mir, wer es ist?“ flüsterte sie. Stumm schüttelte der Prinz den Kopf. Sie zuckte die Schultern und machte sich von ihm los. Ruhig sah sie ihn an. Die Tränen waren versiegt.

„Ich sage dir das jetzt nur dieses eine Mal, Vegeta. Ich liebe dich. Ich habe mich in dich verliebt, als ich dich das erste Mal sah. Ich hielt das für einen Glücksfall, aber – nun ja. Ich kenne den Ruf, den du hast. Und ich weiß auch, dass du in letzter Zeit eher, nun zurückhaltend gewesen bist. Ich dachte, dass deine Eskapaden aufgehört hatten, läge an mir, daran, dass du dich vielleicht auch in mich verliebt hättest. Vielleicht war ich ein bisschen naiv… Aber jetzt weiß ich, dass ich nicht der Grund dafür war… Wenn du mich nicht liebst, kann ich es nicht ändern. Wenn du jemand anderen liebst, werde ich das akzeptieren, denn ich werde es ebenfalls nicht ändern können. Nur bitte, tu mir einen Gefallen. Demütige mich nicht, indem du öffentlich mit einer anderen rummachst. Denn – damit tötest du mich! Und – solltest du mich irgendwann doch lieben können, … ich…ich werde warten.“ Den letzten Satz sprach sie so leise, dass man ihn kaum verstehen konnte.

Dann ließ sie ihn stehen und ging ins Nebengemach, wo sie schlafen sollten. Vegeta blieb in dem anderen Raum. Er starrte vor sich hin. Seine Hochachtung vor Bulma wuchs und wuchs. Nicht nur, dass sie die Situation voll erfasst hatte, bis auf die Tatsache, dass sie glaubte, ihr Gegenspieler um seine Liebe sei eine Frau, nein, sie ging auch völlig souverän damit um! Aber als Adeliger lernte man hier früh, seine wahren Gefühle zu verbergen. Sie tat ihm leid. Sie konnte ebensowenig etwas dafür, dass sie ihn heiraten musste, wie er. Dazu kam, dass sie  wohl wirklich etwas für ihn empfand, und er… Er seufzte. Gerade ihr hätte er es gegönnt, jemanden zu bekommen, der sie aufrichtig, und nur sie, liebte. Er seufzte noch einmal. Er mochte sie, sogar sehr. Er fand sie attraktiv und sehr anziehend, und konnte sich natürlich auch vorstellen, mit ihr zu schlafen. Aber es würde nicht nur sie sein, an die er dabei dachte, und das konnte er ihr im Moment einfach nicht antun. Wieder einmal schüttelte er über sich selbst den Kopf. Was war nur aus dem hochmütigen, gleichgültigen, egoistischen Kerl geworden, der er einmal war? „Kakarott. Du bist schuld daran, dass ich weich werde“ flüsterte er vor sich hin. Er stellte wieder einmal fest, dass es eigentlich gar nicht sehr angenehm war, ein Herz zu haben. Mitgefühl. Zu lieben. Es tat weh. Verdammt weh. Doch er wollte es nie wieder verlieren…

Plötzlich horchte er auf. Hörte er da ein unterdrücktes Schluchzen? Er ging leise ins Nebenzimmer. Die Prinzessin hatte sich tief in die Decke verkrochen. Sie lag auf dem Bauch und hatte ihr Gesicht in den Kissen verborgen. Sie gab keinen Laut mehr von sich, und Vegeta wollte schon den Raum verlassen, als er plötzlich sah, dass ihre Schultern zuckten. Vorsichtig setzte er sich neben sie auf die Bettkante. Sie reagierte nicht. Er legte sanft eine Hand auf ihren Kopf, und streichelte sie zart. Sie regte sich nicht, aber langsam wurde sie ruhig. Der Prinz hörte nicht auf, sie zu streicheln. Er war voller Zärtlichkeit für sie. Er dachte an ihr erstes Treffen, an ihre unbeschwerte, fröhliche Art. Sollte das etwa verloren sein? War er wieder Schuld daran, dass ein Mensch unglücklich wurde? Sie drehte sich langsam zu ihm um und sah ihn aus verweinten Augen an. „Geh weg. Ich brauche kein Mitleid!“ stieß sie wütend hervor. Ein Funken ihres Kampfgeistes hatte sich also gehalten! Vegeta grinste sie an. „Ist also doch noch Leben in dir?“ spottete er. Damit reizte er sie noch mehr. Wütend richtete sie sich auf. „Hör auf mich zu verscheißern, du Flegel!“ blitzte sie ihn an. Sie sah wunderschön aus, so zornig. Sie ballte die Fäuste. „Raus aus dem Zimmer, oder du kannst was erleben. Vegeta’s Stolz regte sich. „Hör zu, wie redest du denn mit mir, Weib, du hast mir Gehorsam gelobt!“ „Ja, klar, und du willst ein treuer Ehemann sein. Ich habe nur leider schon bei der Trauung gemerkt, dass du mich in Gedanken betrügst!“ fauchte sie ihn an. Bamm! Das saß. Betreten sah der Prinz sie an. „Woher…“ „Woher ich das wußte? Nenn es weibliche Intuition. Außerdem hast Du dermaßen bescheuert aus der Wäsche geglotzt, dass es eigentlich jeder hätte sehen müssen!“ „Ja, gib’s mir nur ordentlich. Mach mich richtig fertig! Und übrigens – deine Ausdruckweise spottet jeder Beschreibung!“ Vegeta wurde langsam sauer. Ganz so musste sie ihn ja nun auch nicht niedermachen. Sie richtete sich jetzt vollends auf, und die Decke rutschte herunter. Vegeta riss die Augen auf und schluckte. Sie trug ein süßes schwarzes Nichts von einem Shorty, das dazu auch noch fast durchsichtig war und ihren perfekten Körper eher unterstrich als verdeckte. „Gibt..ahm .. gibt es dafür nicht auch eine – ahm Kleiderordnung..?“ stotterte er. Sie grinste plötzlich breit. „Oooch, gefällt meinem Herrn und Gebieter nicht, was ich anhabe? Dann werde ich es sofort ändern!“ flötete sie. ‚Ja, bitte, hochgeschlossene weisse Baumwolle’ dachte der Prinz, ‚sonst garantiere ich für nichts mehr!’ Er spürte ein wohlbekanntes Gefühl in der Bauchgegend. Und dann weiteten sich seine Augen noch mehr. Sie streifte sich langsam zuerst den linken Träger von der Schulter. Dann den rechten. „Was .. machst du?“ japste der Prinz. „Ich erfülle Euren Wunsch und entferne dieses Kleidungsstück, das Euch so missfällt“ gab sie zurück. Sie öffnete den einzigen Knopf und ließ das Objekt seines Missfallens vollends herunterrutschen. Vegeta schloss die Augen. „Bitte deck dich zu!“ sagte er heiser. Was wurde das denn hier? Sie machte ihn an, was das Zeug hielt, und er konnte sich nicht mehr lange beherrschen. Statt seiner Bitte Folge zu leisten, knöpfte sie nun sein Hemd auf. Völlig machtlos ließ er es geschehen. Dann umschlang ihn die Prinzessin mit den Armen und zog ihn auf sich. Er stützte sich mit den Händen ab, aber sie zog seinen Kopf herunter. Sie flüsterte in sein Ohr: „Ich habe zwar gesagt, ich werde warten…“ sie knabberte an seinem Hals, und er stöhnte leise auf, gleichzeitig hätte er sich am liebsten selbst eine reingehauen „…aber –“ fuhr sie fort und biss in sein Ohrläppchen, was ihm ein weiteres Stöhnen entlockte, „ich war noch nie sehr gut darin, zu warten…“ Dann küsste sie seine Lippen, sehr zart und vorsichtig. Er reagierte nicht. Nein! Er konnte und wollte nicht… Sie biss ihn leicht in die Unterlippe und leckte darüber. Immer noch beherrschte er sich eisern. Jetzt wanderten ihre Lippen langsam, ganz langsam, von seinem Mund über die Wange zum Hals, und dann über das Schlüsselbein zu seiner Brust. Sie bedeckte diese mit vielen heißen Küssen. Es war zuviel für den Prinzen. Das Verlangen drohte ihn zu überwältigen. Er wollte sich aufrichten, doch sie zog ihn an den Schultern wieder herunter und küsste ihn glühend. Mit einem Aufstöhnen ließ Vegeta sich endlich von ihr mitreißen. Er zog sie fest an sich und erwiderte ihren Kuss voller Leidenschaft. Ihre Hände waren nicht müßig… sie glitten über seinen Rücken abwärts und dann an seinen Hüften nach vorne, wo sie sich an seiner Hose zu schaffen machten. Der Prinz erschrak. Was tat sie denn jetzt schon wieder? Sie wollte jetzt tatsächlich mit ihm schlafen! Was, wenn er im Augenblick der höchsten Lust Kakarotts Namen stöhnte?  Seine Erregung löste sich in nichts auf. Es war vorbei. Dass er wieder an Kakarott denken musste, hatte sein Verlangen zum Verlöschen gebracht. Sanft nahm er ihre Hände und hielt sie fest. „Nicht…“ Sie schaute ihn stumm an. Er sah, dass sie verletzt war. „Verzeih. Es geht nicht. Bitte… gib mir ein wenig Zeit. Ich.. ich mag dich sehr. Vielleicht liebe ich dich ja auch... irgendwann! Es tut mir leid… ich … kann nicht!“

Sie fragte nicht, warum. Sie machte ihm keine Vorwürfe. Und, was am wichtigsten war, sie verspottete ihn nicht. Sie sah ihm in die Augen und stellte fest: „Es ist keine Frau. Du liebst einen Mann. Denn sonst hättest du jetzt mit mir geschlafen.“ Der Prinz starrte sie verblüfft an. Sie war unglaublich. Doch sie sprach schon weiter. „Damit kann ich nicht mithalten. Das kann keine Frau. Aber ich bin nun mal Eure Ehefrau, und wir werden irgendwie einen Sohn zustandebringen müssen, wenn es keine Verwicklungen geben soll. Also, wenn Ihr dazu bereit seid, lasst es mich wissen. Und jetzt möchte ich gerne alleine sein.“ Sie war zur förmlichen Anrede gewechselt. In ihren Augen waren keine Emotionen mehr zu lesen. Sie war die Selbstbeherrschung in Person. Dem war nichts hinzuzufügen. Der Prinz stand auf, verneigte sich und verließ das Zimmer.

Nachdem die Prinzessin alleine war, überdachte sie das Geschehene. Es war zuerst doch gut gelaufen! An seinem Kuss (,Und noch etwas anderem’ dachte sie grinsend) hatte sie doch gespürt, dass der Prinz ihr nicht gleichgültig gegenüberstand! Doch dann… Er hatte ihr nicht widersprochen, als sie ihm auf den Kopf zu gesagt hatte, er liebe einen Mann. Also wer war der Kerl, der so seine Gedanken beherrschte? Sie seufzte. Vegeta war ihr Ehemann. Zumindest erstmal auf dem Papier. Und alles andere würde man sehen… Mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck flüsterte sie vor sich hin: „Ich kämpfe um deine Liebe, mein Prinz!“ Mit diesem Gedanken schlief sie irgendwann ein.

Der Prinz saß im Nebenzimmer am Tisch und trank den Sekt, den Bulma stehen gelassen hatte, aus. Er war deprimiert. Da lag diese wunderschöne Frau, seine Frau, nebenan im Bett und war mehr als bereit, ihm die Nacht zu versüßen, und er saß hier und trauerte dieser sinnlosen Liebe nach. ‚Kakarott! Warum meldest du dich nicht? Du machst mich noch mal fertig!’ dachte er. Die Sehnsucht drohte ihn wieder zu übermannen. Er dachte an sein letztes Beisammensein mit Kakarott, und wieder durchschoß ihn eine Welle des Verlangens nach ihm. Kakarotts fast wütende Erregtheit…, der Prinz hatte gespürt, dass dieser ihn unbedingt wollte. Diese Tatsache allein hätte ihn schon glücklich gemacht, aber dass Kakarott so fordernd gewesen war, hatte ihn völlig schwach werden lassen, und er hatte sich von ihm nur zu gerne bezwingen lassen. Es war so unglaublich schön gewesen … Er legte das Gesicht in seine Hände. Er konnte Kakarott nicht aufgeben. Wo sollte das nur alles hinführen?

Die folgenden Tage behandelten sich die Eheleute gegenseitig mit Respekt. Sie stritten nicht, tauschten aber auch keine Zärtlichkeiten. Sie blieben noch eine Woche im Hause des Fürsten. Als der Tag der Abreise kam, nahm Vegeta seine Frau beim Abschied von deren Eltern in die Arme, um sie zu trösten und ihr den Abschiedsschmerz zu erleichtern. Sie sah ihn dankbar an. In seinen Augen konnte er ihre Liebe zu ihm sehen, und er nahm sich in diesem Augenblick vor, ihr nie wehzutun. Dann stiegen sie beide in den Gleiter. Nachdem dieser abgeflogen war, sagte der Fürst vor sich hin: „Wenn das mal gutgeht…“ Seine Frau sah ihn verständnislos an. „Wie meinst du das?“ Er antwortete nicht. „Ach lass mal, Schatz, die werden sich schon zusammenraufen!“ meinte sie dann. Sie hielt es für die typische Eifersucht des Brautvaters…

 Zu Hause angekommen wurden sie von einer Menschenmenge begrüßt. Man jubelte der jungen, hübschen Gemahlin des Prinzen zu. Anschließend zeigte sich das Ehepaar auf dem Balkon des Schlosses und eine Rede wurde verlesen. Nach der Feier bezog Bulma ihre eigenen Räume im Palast. Der Prinz brachte sie persönlich hin. Unschlüssig stand er dann in der Tür. Bulma sah ihn an. „Möchtet Ihr noch etwas?“ fragte sie kühl. „Bulma… wollen wir das nicht lassen, wenn wir unter uns sind?“ fragte Vegeta. „Wir halten doch beide nichts von diesem Getue!“ „Wie du wünschst!“ Das klang auch nicht herzlicher. Einen Augenblick stand der Prinz noch unschlüssig herum, dann sagte er: „Also gut, wir sehen uns beim Abendessen!“ Er nickte ihr zu und ging sofort in sein Arbeitszimmer, um nach Neuigkeiten von Kakarott zu sehen. Mardek war schon da gewesen und hatte die Mitteilungen sortiert. Ein Blatt lag einzeln neben dem Stapel. Es trug Oberst Mattrens Siegel. Er ging schnell zum Schreibtisch und riss das Blatt an sich.

„Oberst Mattren:

MISSION  128a:…“

Der Prinz schloss die Augen und presste das Blatt an sich. Er wagte es nicht, weiterzulesen. Sein Herz klopfte zum Zerspringen und er fühlte sich schwach. Plötzlich hörte er die Tür. Mardek war hereingekommen.

„Ihr habt es also schon gelesen.“ Sein Gesicht war sehr ernst, und der Prinz versuchte darin zu lesen. Trauer, oder Mitleid, … ? Es war nicht auszumachen. Er presste weiter den Bogen Papier an seine Brust. Unfähig, den Text anzusehen setzte er sich an seinen Schreibtisch und legte das Blatt umgedreht vor sich hin. Mardek sprach weiter. „Ihr habt ein Problem, Hoheit. Dass ihr sofort nach Neuigkeiten über Kakarott sucht, obwohl eine hübsche junge Frau auf Euch wartet, zeigt mir, dass ihr von ihm besessen seid. Wenn Ihr nicht von dieser Leidenschaft lasst, wird es Euch auf die Dauer zerstören. Und… Ihr seid jetzt verheiratet! Denkt doch auch einmal an Prinzessin Bulma, Eure Gemahlin! Ihr müßt diese Liebe überwinden!“ ermahnte ihn Mardek. Ungläubig sah der Prinz ihn an. Was sagte Mardek da? Mit klopfendem Herzen riss er den Bogen wieder hoch und las jetzt doch die wenigen Worte.

„Oberst Mattren:

MISSION  128a: Erfolglos abgebrochen. Kommandant Kakarott und sein Team haben ihre Ankunft für Sonntag angekündigt.“

Vegeta sah starr auf das Blatt. Kakarott lebte! Und er kam wieder. Am Sonntag schon… Er schloss wieder die Augen. Eine unbändige Freude tobte in ihm, gleichzeitig fürchtete er sich vor dem Wiedersehen. Wie würde Kakarott sich ihm gegenüber verhalten?

Mardek unterbrach seine Gedanken. „Ich schlage vor, ihr bereinigt diese Sache so bald wie möglich. Soll ich Kakarott rufen lassen?“ Verständnislos sah der Prinz ihn an. „Aber… er kommt doch erst am Sonntag…“

„Hoheit, wir waren eine Woche nicht hier. Kakarott ist am letzten Sonntag hier ang…“ Weiter kam er nicht, weil Vegeta schon zur Tür hinausrannte.  „Hoheit! Wartet doch…“ Zwecklos. Der Prinz stürmte davon in Richtung Mannschaftsquartiere.

Kakarott saß in seinem Zimmer. Er hatte die Begrüßung des Paares miterlebt und natürlich auch Bulma gesehen. Sie war wunderschön. Der Prinz hatte sogar glücklich ausgesehen, als er die Rede gehalten hatte. Alle Leute in der Menschenmenge neben ihm hatten sich darüber unterhalten, was für ein schönes Paar sie doch waren. Einer hatte gesagt: „Der Prinz soll bis über beide Ohren in sie verliebt sein, hört man!“ „Und was ist mit diesem Kerl, dem er so nachgelaufen ist? Da war doch angeblich mal was mit so einem Unterklasse-Krieger!“ „Vergiss es! Wer so eine Ehefrau hat, braucht doch kein Verhältnis mehr!“ mischte sich eine Dritter ein. „Stimmt! Sie sollen nicht einmal das Hochzeitsessen bis zu Ende abgewartet haben, so eilig sind sie im Schlafzimmer verschwunden“ grinste der erste der Sprecher. Die Worte hatten Kakarott wie Schläge getroffen. Er hatte den Schauplatz fluchtartig verlassen und war in sein Quartier gerannt. Wütend starrte er vor sich hin. „Was solls, es ist gut, so wie es ist“ murmelte er mit zusammengebissenen Zähnen. „Dann lässt er mich jetzt vielleicht endlich in Ruhe!“ Doch in seiner Seele tobte ein Sturm. Wochenlang, als sie sich auf diesem verdammten Planeten verstecken mussten, hatte er nur an ihn gedacht. Der Prinz war ihm nicht aus dem Sinn gegangen, bis in seine Träume hatte er ihn verfolgt. Auch jetzt wieder durchfuhr ihn ein Stromstoß, als er an ihr letztes, leidenschaftliches Beisammensein dachte. In der langen Zeit hatte er viel gegrübelt. Und seine Sehnsucht war ins Unermessliche gewachsen. In diesem einsamen Versteck hatte er endlich vor sich selber zugegeben, dass er den Prinzen liebte. Als es klar war, dass er nach Hause zurückkehren würde, hatte er versucht, sich vorzustellen, wie er Vegeta gegenübertreten würde. Irgendwann hatte er den Entschluß gefasst, es ihm zu sagen. Was dann weiter geschah, würde man ja sehen. Obwohl er wusste, dass der Prinz heiraten würde, hatte er dort, in der Einsamkeit der Nächte, doch gehofft, dass sich an dessen Gefühl für ihn nichts geändert hatte. Und nun… er verbarg das Gesicht in seinen Händen. Die Leute vorhin bei der Feier hatten Recht gehabt. Der Prinz hatte ihn vergessen, verdrängt, abgeschoben. Eine bildschöne Frau war an seiner Seite. Also würde es ihm jetzt egal sein, wie Kakarott für ihn empfand. Völlig egal. Er hatte sich vollkommen sinnlos all die Zeit gequält, Chichi in Gedanken und körperlich betrogen, mit seinem Gewissen gekämpft und schließlich verloren. So sinnlos… Er lächelte verächtlich über sich selbst. „Du Idiot! Und du hast dich auch noch auf das Wiedersehen gefreut.“ Wie wahnsinnig gefreut hatte er sich. Darauf, Vegeta endlich seine Liebe zu gestehen. Auf den Ausdruck in seinen Augen, wenn er es ihm gesagt hätte. Auf seine Umarmung… ja, er wäre sogar bereit gewesen, Vegetas heimlicher Liebhaber zu werden. „Du warst ein Spielzeug, ein Zeitvertreib! Vergiss es!“ Er spürte wie heiße Tränen sein Gesicht herunterrannen. Er hatte alles verloren. Erst seine Frau und sein Kind, dann seinen Stolz, und nun auch noch – ihn. Vegeta hatte ihm alles genommen. Jäh spürte er einen wilden Zorn in sich aufsteigen. Zorn darüber, dass er ihm überhaupt nachtrauerte. Er war es nicht wert! Doch schließlich verebbte auch der Zorn und machte einer großen Leere Platz. Es war alles so sinnlos. Er würde dem ein Ende machen. Und dieses Mal würde er es richtig machen… Er stand auf und ging an seinen Schrank. Darin lagen immer noch die Geschenke, die der Prinz ihm ganz zu Anfang nach jeder erzwungenen Liebesnacht geschickt hatte. Eines davon war ein edles Katana-Schwert gewesen. Damals hatte er die Geschenke achtlos in den Schrank gelegt und nicht wieder daran gedacht. Jetzt hob er das Schwert aus dem Schrank und wog es prüfend in der Hand…

To be continued…     Teil 7

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