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Hier ist Teil 7

Disclaimer: Die Figuren gehören Toriyama-san, die Story ist frei erfunden

Pairings: Vegeta/Kakarott, Vegeta/Bulma, Kakarott/Chichi

Widmung: Für alle, die mir soo liebe Kommis geschrieben haben!

Warnings: Sad, lime, lemon, romance, depri  

Viel Spass!

Haruka

 

You may have my body, but you can’t get my soul - Part  7

Mardek hatte es noch geschafft, den Prinzen daran zu hindern, in die Mannschaftsquartiere zu stürmen.  Er hatte den Wachen zugerufen, ihn aufzuhalten, er wäre sonst in Gefahr. Dann hatte er ihn beschworen, nicht zu Kakarotts Quartier zu gehen, weil das nur wieder Gerede gegeben hätte. Vegeta wehrte sich wütend. Er wollte so schnell wie möglich zu Kakarott!

„Hoheit, nehmt Rücksicht auf Eure Gemahlin. Wie würde sie sich fühlen, wenn sie irgendwelche Gerüchte aufschnappen würde?“ Das überzeugte ihn schließlich. Er war nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich. Und er hatte sich gelobt, ihr nie wehzutun…

„Also gut, dann bestell’ ihn in mein Arbeitszimmer. Sofort.“ sagte er kurz angebunden und spazierte dahin zurück. Mardek tat, wie ihm geheißen, aber sehr wohl war ihm dabei nicht. Mit gemischten Gefühlen machte er sich auf den Weg zu Kakarott. Vor dessen Zimmer bliebt er stehen. Was sollte er sagen? Einen förmlichen Befehl überbringen, oder ihn darum bitten? Er entschloss sich, erstmal Kakarotts Stimmung abzuwägen, und dann zu entscheiden. Ganz in Gedanken öffnete er die Tür, ohne anzuklopfen. Was er sah, ließ sein Blut gefrieren. Kakarott stand mitten im Raum, die Spitze eines riesigen Katana von unten nach oben auf seine Brust gerichtet, und war anscheinend entschlossen, zuzustoßen. Er hatte seine Augen fest zusammengepresst. Über sein Gesicht liefen Tränen, und er schluchzte leise. Offensichtlich hatte er nicht mitbekommen, dass Mardek den Raum betreten hatte. Der stand wie gelähmt und starrte auf Kakarott. Dieser begann jetzt stockend zu sprechen. „Es wird gleich vorbei sein. Ich mache allem ein Ende. Lebt wohl Chichi und mein Kind, ich liebe euch. Ich hoffe, euer Leben wird glücklich sein. Und leb wohl, Vegeta, …  Du wirst mich sicher nicht vermissen…“ Er holte tief Atem. Mardek wusste, dass er schnell handeln musste. Er machte einen Schritt vorwärts, schrie laut „Kakarott“ und trat gleichzeitig voll gegen die vordere Hälfte der Klinge. Kakarott schrie vor Schreck ebenfalls auf. Das Schwert flog, sich drehend, durch den Raum und prallte klirrend auf den Boden. Kakarotts Hemd war aufgeschlitzt, und ein langer Schnitt zog sich quer über seine Brust. Geschockt starrte er Mardek an. „Wo kommt Ihr denn her?“ fragte er fassungslos und fasste nach der Wunde. Er sah auf seine Hand. Sie war mit Blut verschmiert. Mardek trat mit wütender Miene auf ihn zu. „Bist du verrückt geworden?“ herrschte er Kakarott an. „Machst du schon wieder so einen Unsinn?“ Er holte aus und schlug Kakarott voll ins Gesicht. Der hob nicht mal die Hand, um den Schlag abzuwehren. Er senkte den Kopf, und Tränen tropften auf den Boden. „Was soll ich denn noch hier?“ fragte er heiser. „Es braucht mich doch niemand…“ Mardek sah ihn voller Mitleid an. Doch dann verhärtete sich sein Gesichtsausdruck. Streng sagte er: „Der Freitod ist vielleicht ein Ausweg, aber nur ein Ausweg für Schwächlinge. Du bist kein Schwächling, Kakarott!“ Dieser sah ihn an. Er grinste verächtlich. „Doch, Mardek, das bin ich! Ich habe mich von ihm zu einem lächerlichen Schlappschwanz machen lassen.“  Er schüttelte den Kopf. „Ich konnte mich nicht  gegen ihn wehren. Kein einziges Mal konnte ich mich wehren, egal was er mit mir gemacht hat. Und jetzt…“ er stockte. Mardek wartete. Doch Kakarott wollte offensichtlich nicht weitersprechen. „Und jetzt?“ wiederholte Mardek. Er hatte eine böse Ahnung. „Jetzt – will ich mich nicht mehr wehren. Ich – ich …“ Es durchfuhr Mardek siedendheiss. Kakarott hatte sich in den Prinzen verliebt! Das schlimmste was hatte passieren können, war eingetreten! Wenn Vegeta das erfuhr, würde er sich womöglich von Bulma abwenden oder sie offensichtlich betrügen… er war besessen von Kakarott! Das würde Verwicklungen geben, wenn nicht sogar Krieg! Der Fürst vergötterte sein einziges Kind, und Mardek erinnerte sich gut an den nachdenklichen Blick, den er beim Abschied bei diesem gesehen hatte. Das durfte auf keine Fall passieren. Er überlegte fieberhaft. Dann fasste er einen Entschluss. „Kakarott…“ sagte er so behutsam wie möglich „du sollst dich beim Prinzen melden. Sofort.“ Ein Funken Hoffnung erschien in Kakarotts Augen. Mardek tat unendlich leid, was er jetzt sagen musste, aber der Frieden des Reiches stand auf dem Spiel. „Kakarott, es sieht so aus, als ob der Prinz seine Gemahlin sehr liebt. Ich denke, seine Gefühle für dich sind… nun… erloschen. Und das ist richtig so. Er darf sich solche Sachen nicht erlauben, wenn der Frieden nicht in Gefahr sein soll. Also ist es besser, wenn du nichts zu ihm sagst oder tust, was ihn wieder auf den falschen Weg bringen könnte, das verstehst du doch, oder? Abgesehen davon ist er dir immer noch wohlgesonnen, aber es wird zu keinen Übergriffen mehr kommen. Das ist doch eine gute Nachricht…“ Mardek wusste genau, dass dies jetzt für Kakarott wohl keine sehr gute Nachricht mehr war, aber gleichwohl! „Am besten kommst du gleich mit, dann hast du es hinter dir. Aber zieh dich vorher um.“ Ohne eine Antwort riss sich Kakarott das zerschnittene Oberteil vom Leib und wischte damit notdürftig das Blut ab. Dann zog er ein frisches Hemd über und schritt mit steinerner Miene an ihm vorbei. Mardek folgte ihm und wies im Vorbeigehen einen Wachtposten unauffällig an, das Katana zu entfernen und in Mardeks Quartier zu schaffen. Er hoffte, das dieser erneute Selbstmordversuch nur ein Affekt gewesen war, den er verhindert hatte. Ihm war klar, dass Kakarott wohl immer einen Weg finden würde, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, aber man musste es ihm ja nicht allzu leicht machen.

Der Prinz saß voller Unruhe in seinem Arbeitszimmer. Er konnte es kaum erwarten, Kakarott wiederzusehen. Doch er fürchtete sich auch davor. Wie würde dieser ihm gegenübertreten? Inzwischen hatte Vegeta sich so in seine Hoffnung hineingesteigert, dass Kakarott seine Gefühle doch erwiderte, und ihm beim letzten Mal nur etwas vorgemacht hatte, dass er eigentlich erwartete,  von ihm umarmt zu werden. Mindestens das. Und wenn nicht? Sein Herz krampfte sich zusammen. Nicht darüber nachdenken!

Es klopfte. Vegeta sprang von seinem Stuhl auf und sah mit rasendem Herzen zur Tür. „Ja!“ Er registrierte, dass seine Stimme zitterte. Die Tür öffnete sich und Kakarott betrat den Raum. Vegeta ging um seinen Tisch herum auf ihn zu, bereit, ihn in die Arme zu nehmen. Sein Herz raste zum Zerspringen. Endlich! Endlich war er wieder da. Fast ängstlich suchte der Prinz seinen Blick. Doch Kakarott nahm Haltung an, salutierte und sagte förmlich: „Kommandant Kakarott meldet sich von Mission 128a zurück. Die Mission war nicht erfolgreich. Die Einwohner leisteten erbitterten Widerstand. Wir mussten unverrichteter Dinge abziehen. 1 Mann Verlust …“ Vegeta starrte ihn an. Was sollte das? Hatte er sich wirklich nur Träumereien hingegeben? Fühlte Kakarott wirklich nichts für ihn? Und das letzte Mal… was war das gewesen? Doch nur ein ‚Ausrutscher’, wie Kakarott es ihn danach hatte glauben machen wollen? Aber, es war doch so – intensiv gewesen, die Gefühle waren echt, da war Vegeta ganz sicher. Er sah ihm verzweifelt in die Augen. Kakarott musste doch sehen, dass der Prinz vor Sehnsucht fast zitterte…  Doch Kakarotts Miene war kalt und abweisend. Genau wie der letzte Blick, den er ihm damals zugeworfen hatte, bevor er auf dem Absatz umgekehrt war und ihn verlassen hatte. Er hatte ihn verlassen… er hatte es wirklich alles so gemeint… in Vegeta regte sich die Wut. Dafür hatte er sich wochenlang Sorgen gemacht? Sich bis zum Irrsinn mit der Angst gequält, Kakarott sei tot? In sich die sinnlose Hoffnung genährt, er könnte doch noch seine Liebe erringen? Und der kam wieder und machte Meldung? Seine Augen wurden schmal. „Wie du gehört haben wirst, bin ich inzwischen verheiratet.“ ‚Allerdings. Ich habe genug gehört, du Bastard!’ dachte Kakarott giftig. Er beherrschte sich jedoch eisern. Sein Gesicht blieb völlig ausdruckslos. „Meine Gemahlin ist sehr liebreizend, du wirst sie ja noch kennen lernen.“ „Das freut mich für Euch. Meinen Glückwunsch!“ Kakarott lächelte, doch seine Augen blieben davon unberührt. Vegeta beobachtete ihn genau. Kein Zeichen von Eifersucht oder Zorn? Nichts! Nichts? Garnichts! Also dann! „Du wirst nämlich zur Krönungsfeier erscheinen, Kakarott!“ ‚ fuhr der Prinz fort. Kakarott riss die Augen auf. „Hoheit, ich…“ er stockte. Wollte der Prinz ihn demütigen? Sollte er endgültig am Boden zerstört werden? Doch Vegeta hatte einen Plan. Er würde auch Kordonn mit Gemahlin einladen. Er wusste, dass das Kind inzwischen geboren war, denn Kordonn hatte eine Geburtsanzeige geschickt, immer noch in dem Glauben, Vegeta wäre der Vater. Ein gesunder Sohn! Der Prinz wollte testen, wie Kakarott reagierte, wenn er die junge Mutter und seinen Sohn sehen würde. Das war zwar grausam, aber er musste es wissen! Dass Kakarott jetzt so abweisend war, hatte ihn verletzt. Seine Freude ihn wiederzusehen war verflogen. Er fühlte sich elend. Er hatte sogar schon um Kakarott getrauert, und dieser stand nun einfach vor ihm als wäre er irgendein Soldat, der seinem Herrn Meldung machte. Nun ja. Man würde ja sehen. Hochmütig sah der Prinz Kakarott an.

„Übrigens, du bist zum Oberst befördert!“ sagte er, und warf die Anstecknadel vor sich auf den Tisch. „Danke, aber das kann ich nicht akzeptieren. Die Mission war ein Misserfolg…“ begann Kakarott. „Es gibt noch andere Verdienste, für die man befördert werden kann!“ grinste der Prinz ihn spöttisch an. Kakarotts Augen blitzten. Er hatte den Seitenhieb verstanden. Rot vor Zorn ballte er die Fäuste, wahrte aber mühsam die Fassung. Schließlich griff er nach dem Abzeichen und verbeugte sich. „Danke, Hoheit!“ stieß er hervor, so höflich er noch konnte. „Wegtreten“ der Prinz wedelte mit der Hand und ordnete seinen Schreibtisch, ohne Kakarott noch einmal anzusehen. Dieser verließ innerlich tobend vor Wut das Zimmer, und schloss die Tür eine Spur zu laut. Vegeta sah ihm nach und musste nun doch grinsen. „Na, ein paar Emotionen hast du ja doch noch…“ murmelte er. Doch dann verzog sich sein Gesicht grimmig. Schlechtgelaunt starrte er vor sich hin. Er hatte sich das Wiedersehen ganz anders vorgestellt…

Wenig später erschien Mardek. Er war nervös. Kakarott war ihm unterwegs begegnet und sah sehr zornig aus. Er hatte einige Wachen angewiesen, darauf zu achten, dass er nicht wieder Dummheiten machte. Dann hatte er sich auf den Weg zu Vegeta gemacht. Dieser saß mit düsterer Miene an seinem Schreibtisch und spielte gedankenverloren mit seinem Stift. Als Mardek eintrat sah er auf. „Ich möchte, dass Graf Kordonn und Familie zur Krönungsfeier erscheinen!“ sagte er ohne abzuwarten, was Mardek wollte. Dieser war entsetzt. Was sollte das denn wieder? Wollte er Kakarott provozieren? … aber er hatte den Verdacht, dass es nicht gut wäre, den Prinzen jetzt auf diesen anzusprechen. Daher suchte er schnell ein anderes Argument. „Aber Hoheit! Das Kind ist geboren, es ist erst wenige Tage alt, und die Krönung ist bereits übermorgen!“ „Genau!“ Mehr sagte der Prinz nicht, doch sein Lächeln verhieß nichts Gutes. „Wie ihr wünscht. Die Vorbereitungen sind beendet, es ist alles fertig.“ „Sehr gut Mardek, auf dich kann man sich verlassen!“ sagte der Prinz freundlich, doch sein Blick war eiskalt. Er war in Gedanken ganz woanders, das merkte Mardek genau. Und er hatte irgendwie das Gefühl, dass es sich bei dem, was den Prinzen beschäftigte, nicht um die Krönung oder seine Ehefrau handelte…

Die zwei Tage vergingen ohne besondere Vorkommnisse. Der Prinz nahm die Mahlzeiten mit Bulma ein, sie waren freundlich, aber distanziert zueinander. Nach dem Essen zogen sie beide sich in ihre Gemächer zurück, immer mit irgendeiner Ausrede damit die Dienstboten nichts merkten. Der Tag der Krönung begann mit einem strahlenden Sonnenaufgang. Da es gleichzeitig ein Volksfest werden würde, war das Wetter wichtig. Mardek lief mit zufriedenem Gesichtsausdruck durch den Palast und über den Hof und sah nach dem Rechten, aber alles lief hervorragend. Das einzige, was ihm Sorgen machte, war der Prinz! Der hatte grauenhaft schlechte Laune und wäre am Morgen am liebsten noch mit Káge ausgeritten, was ihm Mardek unter Androhung schlimmster Repressalien verbot. Wieder mal war er dabei, den Prinzen wie einen Schuljungen abzukanzeln. Er trieb es aber auch zu weit!

„Vegeta, manchmal habe ich das Gefühl, bei dir ist eine Schraube locker! Wieso musst du jedesmal vor offiziellen Anlässen so eine Show abziehen!“ Mardek kochte vor Wut und war kurz davor, den Prinzen zu vermöbeln. Obgleich er zwanzig Jahre älter war, stand er voll im Training und konnte es kraftmäßig mit dem Prinzen durchaus aufnehmen. Außerdem war er gut einen halben Kopf größer als Vegeta. (was ja keine Kunst ist, *fg*) Dieser war bockig. „Es sind noch zwei Stunden! Da kann ich doch wohl eine Stunde ausreiten…“ „Und wenn dir was passiert, wenn du wie ein Irrer durch die Gegend galoppierst?“ „Willst du mich verscheißern? Was sollte mir denn passieren? Ich bin ein guter Reiter und habe Káge voll im Griff…“ „Nichts da. Du gehst jetzt duschen und  kleidest dich dann  um!“ Vegeta blitzte ihn an. „Verdammt, Mardek, behandle mich nicht wie einen kleinen Rotzbengel! Ich bin der Prinz!“ „Du benimmst dich aber nicht so! Ich behandle dich genau so, wie du es verdienst! Und jetzt komm endlich in Wallung!“ Vegeta gab auf. Es hatte keinen Zweck, wenn Mardek so drauf war, konnte man nichts mehr machen. Grollend verschwand er im Bad.

Die Krönungszeremonie hatte begonnen. Kakarott musste bei der königlichen Garde stehen. Er war gezwungen mitanzusehen, wie Vegeta und Bulma Händchen hielten und sich in die Augen sahen. Es machte ihn rasend. Sie war so schön! Und sie himmelte Vegeta so offensichtlich an! Alles in ihm krampfte sich vor Eifersucht zusammen. Am liebsten wäre er auf und davon gestürmt. Einmal fing er einen Blick von Vegeta auf. Der frischgebackene König schaute ihn aufmerksam an, aber als er Kakarotts Blick bemerkte, grinste er wieder mal spöttisch. Kakarott fühlte Hass in sich aufsteigen. Dieser Mistkerl machte sich über ihn lustig! Den Rest der Zeremonie stand er mit starrem Blick an seinem Platz und würdigte das Königspaar keines Blickes mehr. Nach einer Weile ließ er seine Blicke über die Menge schweifen. Da erstarrte er. Er hatte Graf  Kordonn gesehen. Und Chichi! Sie saß neben ihrem Gemahl und – sie hatte ein Baby auf dem Arm. Fast wären Kakarott Beine weggeknickt. Sein Kind! Sein Kind war geboren. Und es war hier! Vegeta war schlagartig völlig nebensächlich. Nur sein Kind war ihm jetzt wichtig. Er überlegte fieberhaft, wie er sich ihnen unauffällig nähern konnte. In seine Gedanken hinein ertönten die Fanfaren. Die Zeremonie war vorüber. Das Volk jubelte, und nun sollte die Feier beginnen. Die Menge löste sich auf, die Leute verteilten sich auf dem Festplatz. Die Garde marschierte voran, um das Königspaar in den Thronsaal zu geleiten. Als das Paar im Thronsaal verschwunden war, und die Türen sich geschlossen hatten, war für Kakarott der Dienst beendet. Er begab sich umgehend auf den Festplatz und sah suchend in der Menge umher. Doch er fand den Grafen und Chichi nicht mehr. Ob sie schon wieder abreisten? Ihn befiel Panik. Er wollte sein Kind von Nahem sehen! „Kommandant Kakarott!“ Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Es war Graf Kordonn. Kakarott war wie versteinert und konnte nicht antworten. Da sah der Graf das neue Emblem und korrigierte sich. „Verzeihung, Oberst Kakarott sollte ich wohl sagen…“ sagte er lächelnd. Immer noch war Kakarott sprachlos und starrte wie gebannt auf Chichi, die, den Blick zu Boden gerichtet, neben ihrem Gemahl stand und das Baby im Arm hielt. „Meine Gemahlin kennt ihr ja, nachdem ihr sie dankenswerterweise vor Gefahr bewahrt habt“ fuhr der Graf arglos fort. „Und der kleine Mann da“ er deutete auf das Baby „ist unser Sohn Gohan!“ ,MEIN Sohn! MEIN Sohn!’ schrie es in Kakarott. Er sah in das kleine Gesicht, betrachtete die winzigen Händchen. Alles was er denken konnte war ‚Gohan… mein Sohn. Ich möchte dich bei mir haben… Warum hat er mir das nur angetan…’ Er brachte mühsam hervor „Was für ein schöner, kräftiger Junge, Herr Graf! Meinen Glückwunsch! Aber Ihr mögt mich jetzt bitte entschuldigen, ich habe noch Pflichten.“ „Aber natürlich, lieber Oberst, Dienst geht natürlich vor!“ Wie betäubt ging Kakarott in sein Quartier. Er hatte seinen Sohn gesehen! Er war wundervoll! Er wollte ihn so gerne in die Arme schließen, seinen kleinen Gohan! Ohnmächtig ballte er die Fäuste. „Ich werde euch zu mir zurückholen! Koste es, was es wolle!“ grollte er.

Vegeta und seine Königin saßen derweil mit ihren Gästen, zu denen auch Graf Kordonn mit seiner Familie gehörte, beim Dinner. Er besah sich die Garde und stellte fest, dass Kakarott fehlte. Finster blickend, befahl er, ihn umgehend zu holen. Bulma bekam den Befehl mit und wunderte sich. Als sie jedoch den Gesichtsausdruck ihres Gemahls sah, kam ihr ein Verdacht. War er etwa derjenige, …?

Als es klopfte, wollte Kakarott sich nicht melden. Er war aufgewühlt und konnte nur daran denken, wie er es anstellen sollte, mit Chichi und Gohan zu fliehen. Aber wohin? Es war so aussichtslos… Es klopfte wieder, energischer. „Ja!“ rief er unwirsch. Ein junger Krieger trat ein und meldete den königlichen Befehl. Widerwillig machte Kakarott sich auf den Weg in den Thronsaal. War die Quälerei also noch nicht zu Ende…

Als er den Saal betrat, fiel sein Blick zuerst auf das Grafenpaar, dass ziemlich dicht bei Vegeta und seiner Königin platziert war. Er konnte die Augen nicht von seinem Sohn wenden, während er sich in die Leibgarde einreihte. Im entging daher, dass sowohl der König als auch die Königin ihn genau beobachteten. Als Vegeta bemerkte, dass Kakarott ihn keines Blickes würdigte, verzog er wieder finster das Gesicht. Bulma hatte ihren Blick jetzt auf ihren Gemahl gerichtet, und sah ihre Vermutung bestätigt! Er war es, nachdem Vegeta sich verzehrte! Doch schien es irgendwie nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Ein Hoffnungsschimmer? Vielleicht konnte sie am Ende doch Vegetas Herz erringen! Zärtlich griff sie nach seiner Hand, was ihr beifällige Blicke der Gäste eintrug. Der König schrak aus seinen Gedanken, sah ihr in die Augen, lächelte und drückte ihre Hand zurück Er wollte sie nicht blamieren. Aber in seinem Inneren war ihm nicht nach lächeln. Ganz und gar nicht nach lächeln. Wieder sah er zu Kakarott hinüber und – blickte direkt in seine Augen. Dieser sah ihn kalt an und verzog abfällig den Mund. Dann wandte er seinen Blick geradeaus. Plötzlich zuckte er zusammen. Gohan begann zu weinen. Ein allgemeines Murmeln hob an. Der König gebot mit einer Handbewegung Ruhe. „Graf Kordonn, ich beglückwünsche Sie zur Geburt Ihres Sohnes! Ein prachtvoller Kerl! Und wie ähnlich er seinem Vater ist!“ Ein Seitenblick zu Kakarott zeigte ihm, dass dieser errötete. Offensichtlich litt er Höllenqualen. Gut so! Der Graf erhob sich und dankte dem König. Er hatte es natürlich für eine Anspielung auf  die Vaterschaft des Königs gehalten. Da Gohan nicht aufhörte zu schreien, bat er darum, sich mit seiner Familie zurückziehen zu dürfen, was ihm natürlich gewährt wurde. Kakarott beherrschte sich eisern und stand starr bis zum Ende des Mahles. Der König hob schließlich die Tafel auf und zog sich mit seiner Gemahlin zurück.

Da die Garde stehenzubleiben hatte, bis das Königspaar den Saal verlassen hatte, kam Vegeta ziemlich dicht an Kakarott vorbei. Als er auf seiner Höhe war, legte er den Arm um seine Gemahlin. Kakarott fühlte einen heftigen Stich der Eifersucht, und er fragte sich verärgert, warum. Sein Sohn sollte ihm jetzt wichtiger sein, und doch… Dann sah er auf die Königin und diese legte den Kopf an Vegetas Schulter und sah Kakarott herausfordernd in die Augen. Dieser errötete. „Sie weiß etwas!“ schoss ihm durch den Kopf. Grimmig starrte er zurück. Es war ihm egal! Es war vorbei für ihn. Endgültig. Er würde den König aus seinem Herzen streichen. Für immer. Doch die Eifersucht bohrte und bohrte. Und… tief in ihm hielt sich hartnäckig ein winziger Funken Hoffnung, dass alles nur ein Missverständnis war…

Nachdem das Paar endlich verschwunden war, löste sich auch die Riege der Leibgarde auf. 

Kakarott hatte keine Lust, noch länger an den Feierlichkeiten teilzunehmen und ging ins Bett. Grübelnd lag er wach. In ihm kämpften zwei Empfindungen. Er wollte seinen Sohn! Und er wollte immer noch – Vegeta. Mit schmerzhafter Deutlichkeit sah er das Gesicht seines Königs vor sich. Immer wieder musste er an das eine Mal denken, als er Vegeta überwältigt hatte. Vegeta hatte es genossen, das wusste er. Und er – auch! Er haderte mit sich selbst. Warum konnte er es nicht einfach vergessen? Der König konnte es doch offensichtlich auch! Und Chichi? Wieso spielte sie in seinen Gedanken nur noch eine Nebenrolle? Er liebte sie immer noch, aber er sah immer sofort Gohan vor sich, wenn er an sie dachte… Und vorhin, als der König seine Frau umarmt hatte, war die Eifersucht wie eine Flamme in ihm hochgeschossen. Was wollte er denn nun wirklich? War er auch schon so herzlos wie Vegeta und änderte seine Gefühle nach Lust und Laune? Er kam zu keiner Lösung. Schließlich übermannte ihn der Schlaf.

Vegeta begleitete seine Königin zu deren Gemach. Vor der Tür wollte er kehrtmachen, doch sie fasste seinen Arm und fragte leise: „Bekomme ich einen Gute-Nacht-Kuss?“ Er sah in ihre klaren Augen und konnte ihr die Bitte nicht abschlagen, obwohl er eigentlich lieber alleine gewesen wäre. Also begleitete er sie hinein. Sie ging sofort ins Schlafzimmer. Nach einem Augenblick rief sie leise: „Kommst du, mein König?“ Mit gemischten Gefühlen ging er zu ihr hinein. Sie hatte sich ein Nachtkleid angezogen, welches nicht ganz so aufreizend war wie das schwarze Nichts, das ihn schon einmal fast um den Verstand gebracht hatte. Es sorgte jedoch dafür, dass sein Puls sich etwas beschleunigte. Sie breitete die Arme aus. Er küsste sie flüchtig auf die Wange und wollte das Zimmer verlassen, doch sie hielt seine Hand fest. „Vegeta!“ sagte sie sanft. Er sah ihr wieder in die Augen. Da erkannte er, dass sie Bescheid wusste. „Vegeta, bleib hier. Ich liebe dich. Und er… egal wer er ist, er liebt dich bestimmt nicht so sehr wie ich! Wo ist er denn? Ich bin hier! Bei dir…“ Er versank in diesem Blau… Zögernd legte der König seine Arme um sie. Sie schmiegte sich zärtlich in seine Umarmung, duftend wie eine Blumenwiese. Ihre Haut war seidig glatt und er konnte deutlich ihre Brüste durch das Nachtgewand spüren. Ihre Nähe, ihre zärtlichen Berührungen und ihre sanfte Stimme, die jetzt seinen Namen hauchte, ließen ihn wie berauscht reagieren. Sie hatte recht! Wo war denn Kakarott? Er hatte ihn so enttäuscht…  Und sie… war so nah… Bulma hob ihm den Kopf entgegen  Er näherte seinen Mund langsam dem ihren. Sie schloss die Augen und öffnete leicht die Lippen. Schließlich küssten sie sich, zuerst sanft, dann immer fordernder. Vegetas Gedanken rotierten. „Will ich es? Warum will ich es auf einmal? Ach verdammt, sie ist schließlich meine Frau! Und sie ist schön … “ Seine Gedanken wurden unterbrochen, weil er merkte, dass sie begann, ihn auszuziehen. Schnell hatte sie ihn von seinem Hemd befreit. Sie strich mit den Händen über seinen Rücken, dann über seine Brust, küsste seinen Hals und bewegte ihre Finger langsam abwärts. Wieder spürte er das vertraute Ziehen in den Lenden, und als sie ihn bei der Hand nahm und in Richtung Bett lenkte, ließ er es geschehen. Sie blieben davor stehen, sie bot ihm ihre Lippen, und er küsste sie, dieses Mal schon stürmischer, leidenschaftlicher, bis sie ihre Arme um ihn schlang und sich fest an ihn presste. Er schloss die Augen. Sie fühlte sich so gut an! Und sie ließ keinen Zweifel daran, dass sie es wollte, ihn wollte! Er schob alle Gedanken an Kakarott beiseite, entledigte sich rasch seiner Kleider und ließ sich von ihr auf das Bett ziehen.  Er zog auch sie ganz aus und bedeckte ihren Körper mit heißen Küssen. Sie stöhnte unter ihm, und er wurde noch leidenschaftlicher. Sie klammerte sich an ihn und flehte ihn an, sie endlich zu nehmen. Der König wollte sie jetzt besitzen und tat, was sie von ihm verlangte. Ihre Körper bewegten sich im Rhythmus ihrer Leidenschaft, und als sie aufschrie, und von ihrem Orgasmus erschüttert wurde, ließ auch Vegeta seiner Lust freien Lauf. Mitten in der äußersten Ekstase, kurz bevor auch er explodierte, traf ihn die Erkenntnis wie ein Blitz, dass er Kakarott sozusagen gerade betrog. Phantastischerweise steigerte der Gedanke an seinen Geliebten in diesem Augenblick seine Lust ins Unermessliche, und der Orgasmus überrollte ihn förmlich. Er musste an sich halten, um den Namen nicht herauszuschreien. ‚Kakarott!’ dachte er ‚oh Kakarott…’ Keuchend sank er auf Bulma nieder und schloss die Augen.  Er konnte sie nicht ansehen. Er war von den Emotionen, die ihn in diesem Moment durchfluteten, überwältigt. Außerdem hatte er ein schlechtes Gewissen. Wie konnte er gerade jetzt an Kakarott denken? Irgendwie hatte er sie eben beide betrogen… Langsam kamen Atem und Herzschlag zur Ruhe. Bulma streichelte sacht seinen Rücken. Etwas später ließ der Prinz sich neben sie gleiten. Mit dem Rücken zu ihr starrte er vor sich hin. Er wollte nicht sprechen und sie nicht ansehen. Im Grunde fühlte er sich entsetzlich. Schuldgefühle plagten ihn, und er musste schon wieder an Kakarott denken. Doch ihr fiel das nicht auf. Sie war glücklich. Schließlich schloss er die Augen und schlief  fast sofort ein. Bulma betrachtete versonnen seinen Rückseite und strich dann über sein dichtes Haar. Ein zufriedenes Lächeln umspielte ihre Lippen. ‚Jetzt gehörst du mir…“ dachte sie… Irgendwann schlief auch sie ein.

Am nächsten Morgen wollte Mardek seinen König wecken, fand ihn jedoch nicht in seinem Bett vor. Voller Sorge eilte er zu Kakarotts Quartier. Vegeta war doch nicht etwa dort? Doch auch dessen Zimmer war leer. Ratlos ging Mardek zum Arbeitszimmer des Königs, um dort auf ihn zu warten.

Dieser erwachte gerade neben seiner Gemahlin. Er betrachtete sie nachdenklich. Sie sah süß aus… Ob er wohl gestern ein Kind gezeugt hatte? Bei diesem Gedanken kam ihm die Erinnerung an Kakarotts Sohn. Kakarott… er seufzte. Erschrocken sah er auf Bulma, doch sie murmelte nur und drehte sich um, ohne aufzuwachen. Erleichtert stand er vorsichtig auf. Er wollte jetzt nicht mit ihr reden. Er war sich nicht im klaren, ob er die Ereignisse der letzten Nacht gut finden sollte… sicher, sie hatte ihn gewollt, und er sie, aber jetzt, im Licht des Morgens, blieb ein schaler Nachgeschmack. Er, der früher bedenkenlos und ohne Unterschied Männer und Frauen verführt hatte, war nun voller Skrupel gegenüber diesen beiden Menschen. Er hatte tatsächlich ein Gewissen … Daran war nur dieser Unterklasse-Krieger schuld, der ihn mit seiner ehrlichen, aufrichtigen Art langsam aber sicher umgedreht hatte. Der König wusste nur nicht, ob er das begrüßen oder verfluchen sollte… Als ihm Kakarotts gestriges Verhalten wieder einfiel, regte sich trotzdem wieder sein Zorn. Verdammt, was hatte er ihm denn getan? Wieso war er so ablehnend zu ihm? Wenn Kakarott sich nicht bald wieder einkriegte, würde er ihm Manieren beibringen, dass war mal sicher.

Mit diesem Gedanken machte er sich auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer. Sein Gesicht verzog sich genervt, als er Mardek dort vorfand. Der wartete nicht erst lange und fuhr ihn an: „Wo kommt Ihr denn her, Hoheit?“ „Geht dich nichts an!“ Drohend baute Mardek sich vor ihm auf. „Vegeta…!“ „Schon gut, ich habe bei meiner Frau genächtigt! Zufrieden?“ Mardek gab keine Antwort, aber sein Gesichtsausdruck verriet seine Gedanken. ‚Sehr gut, mein König!’ dachte er befriedigt, ‚das war ja auch Zeit!’ Irritiert blickte er auf, als Vegeta sich bereits wieder in Richtung Ausgang bewegte. „Was habt Ihr vor?“

„Trainieren…“ war die lakonische Antwort. Dann fiel die Tür ins Schloss. Mardek seufzte. Der wurde auch nie erwachsen…

Bulma wachte auf. Das Bett neben ihr war leer. Enttäuscht stand sie auf um ins Nebenzimmer zu gehen, aber ihr Gemahl war auch dort nicht zu finden. Verdrießlich zog sie sich an, und klingelte nach ihrer Zofe, um sich Frühstück bringen zu lassen. Warum war er denn weg?

„Ist wohl doch nicht so einfach, wie ich dachte“ murmelte sie vor sich hin.

Unterdessen betrat der König die Trainingshalle. Es war niemand da. Leer und verlassen standen die Geräte. Vegeta blickte sich um. Von irgendwo hörte er ein Geräusch. Er ging weiter in die kleinere Halle, und dort fand er ihn, Kakarott, der gerade Aufwärmübungen machte.

„Guten Morgen, Kakarott!“ „Guten Morgen, Hoheit“ gab dieser zurück, ohne aufzublicken.

„Sieh mich gefälligst an, wenn du mit mir sprichst“ fauchte Vegeta ihn an. Kakarott hob die Augenbrauen und sah den König an. „Guten Morgen, Hoheit“ wiederholte er aufreizend. Sofort war dessen Zorn entflammt. „Was erlaubst du dir…“ doch dann hielt er inne. Kakarott wollte ihn anscheinend provozieren. Ohne ihn! Er liess nicht mit sich spielen. „Du trainierst mit mir!“ befahl er kurz angebunden. Kakarott tat nichts dergleichen und fuhr mit seinen Übungen fort. „Ich befehle dir, sofort mit mir zu kämpfen“ knirschte Vegeta, kurz vor dem in die Luft gehen. Betont langsam richtete sich Kakarott auf. „Wie ihr wünscht, Majestät!“

Sie gingen in einen Kampfring und begannen sofort, aufeinander einzuprügeln. Kakarott legte seine volle Kraft in jeden seiner Schläge. Seine Wut, seine Eifersucht, sein ganzer verletzter Stolz brachen sich Bahn. Vegeta war überrascht von der Heftigkeit des Angriffs, und konnte erstmal nur versuchen, die Schläge zu parieren. Als er merkte, dass er nicht zum Zuge kam, wurde er zornig. Er liess sich doch nicht vorführen… Er steigerte seine Kampfkraft, und es gelang ihm, Kakarott einen Treffer im Gesicht zu versetzen. Einen Augenblick war dieser unkonzentriert, und Vegeta legte noch einen vollen Schlag auf Kakarotts Kopf nach. Entgegen den üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Kampftraining hatten sie auf Helme und Handschuhe verzichtet, und so ging Kakarott wie ein Stein zu Boden. Er schlug mit dem Hinterkopf auf und wurde bewußtlos. Irritiert beugte sich Vegeta über ihn. Hatte er so hart getroffen? Er prüfte Kakarotts Atmung. Alles in Ordnung. „Kakarott? Hey? Aufwachen!” Dieser rührte sich nicht. Seine Augen waren geschlossen. Wo Vegeta ihn getroffen hatte, war ein Bluterguss zu erkennen. Vegeta strich vorsichtig mit den Fingerspitzen darüber. Wieder einmal überollte ihn eine Welle der Zärtlichkeit. Fast gegen seinen Willen beugte er sich tiefer herab und schloss die Augen. „Sorry“ murmelte er und berührte mit seinen Lippen die seines geliebten Gegners. In diesem Moment öffnete dieser die Augen. Und klappte sie gleich wieder zu. So sanft… Vegetas Kuss war leicht wie ein Windhauch über seine Lippen geglitten. ‚Wieso wehre ich mich nicht? Er spielt mit mir… wiedermal nimmt er sich, was er will…’ doch er konnte sich nicht rühren. Der König hob seinen Kopf wieder an und wollte Kakarott durch das Haar streichen, da packte dieser seinen Arm und hielt ihn fest. „Lasst das sein, Hoheit!“ sagte er mit kalter Stimme. „Geht zurück zu Eurer liebreizenden Gemahlin und lasst mich endlich in Ruhe! Das ist doch nicht normal, was Ihr hier macht! Was soll das, wieso tut Ihr das schon wieder?“ Vegeta starrte ihn an. Der zärtliche Moment war verflogen, und sein Zorn regte sich wieder. Seine Augen begannen gefährlich zu glitzern. „Wieso?“ er beugte sich wieder herunter. „Damit du nicht vergisst, dass du mir gehörst, Kakarott!“ sagte er dicht an dessen Mund. Dann küsste er ihn wieder, dieses Mal hart und brutal. Mit einer einzigen fließenden Bewegung war Kakarott auf den Beinen, hatte des Königs Arme gepackt und ihm auf den Rücken gedreht. Sein Gesicht dicht vor dem Vegetas, keuchte er: „Und jetzt sage ich dir was, mein König! Ich gehöre niemandem, nur mir selbst, und dass vergisst du besser nie wieder!“ Damit ließ er ihn ruckartig los und drehte ihm den Rücken zu. Halb und halb erwartete er einen Angriff, doch nichts geschah. Statt dessen sagte Vegeta spöttisch: „Und, Kakarott, hast du schon die Flucht mit Chichi und deinem Sohn geplant?“ Dieser zuckte zusammen, doch er beherrschte sich. Mit zusammengebissenen Zähnen stieß er hervor: „Und ihr, Hoheit? Habt Ihr Eure Gemahlin schon geküßt?“ Er drehte sich zu ihm um. In seinen Augen war ein provozierendes Funkeln.

„Ich meinte, so wie du mich immer geküßt hast, Vegeta!“ Er machte einen Schritt auf den König zu. „Hast du schon mit ihr geschlafen?“ fragte er weiter. Er wusste selbst nicht, warum. Dieser antwortete „Wieso interessiert dich das? Aber wenn du es wissen willst, natürlich habe ich mit ihr geschlafen, schließlich ist sie mein Ehefrau, und“ er grinste „nicht gerade hässlich“ ‚nein nein, ganz falsch, halt bloß die Klappe’ schrie es in ihm, doch zu spät. Er sah, wie Hass in Kakarotts Augen aufflammte. Dieser sah ihn nur verächtlich an. „Dann lass endlich deine Finger von mir, du Dreckskerl!“ knirschte er und wollte den Ring verlassen. Vegeta packte ihn und hielt ihn fest. Dicht an seinem Ohr flüsterte er: „Das hättest du wohl gerne!  Los, wir kämpfen weiter, und wenn du gewinnst, geh von mir aus wohin du willst, aber“ er grinste ihn an „gewinne ich, dann mache ich mit dir, was ich will!“

Der Kampf begann von neuem. Keiner schenkte dem anderen etwas, und der Zorn aufeinander wurde mit jedem Treffer, den sie sich versetzten, heißer. Schließlich konnte der König sich einen kleinen Vorteil verschaffen, und Kakarott niederschlagen. Er kniete sich auf seine Brust und presste seine Arme auf den Boden. „Gibst du auf?“ fragte er grinsend. Stechender Schmerz durchzuckte Kakarott. Der König kniete genau auf seiner Verletzung. Statt zu antworten bäumte er sich unter ihm auf und wollte ihn von sich schleudern. Vegeta wehrte den Angriff ab und Kakarott, halb sitzend, rutschte mit den Beinen weg und schlug erneut hart mit dem Kopf auf den Boden. Bewusstlos blieb er liegen. Der König stand auf.  „Das gibt’s ja wohl nicht! Los, hoch du Schwächling!“ wollte er Kakarott aufstacheln. Keine Reaktion. „Jetzt tu nicht so…“ Immer noch nichts. Nun doch besorgt, ging der König in die Knie und beugte sich wieder über ihn. Wieder überkam ihn das Verlangen, Kakarott zu küssen. „Wenn die Gelegenheit so günstig ist, soll man sie nutzen…“ gesagt, getan. Immer noch keine Regung. Nun denn… Vorsichtig öffnete er Kakarotts Oberteil, um ihm über die Brust zu streicheln. Er erstarrte. Ein langer, jedoch nicht sehr tiefer Schnitt zog sich quer über Kakarotts Brustkorb. Was war das? Die Wunde sah frisch aus. Nachdenklich schloss er das Oberteil wieder. „Du dummer Kerl. Was hast du nur wieder angestellt“ murmelte er. Sein Zorn war verraucht. Er wollte nur noch nahe bei ihm sein. Zärtlich legte er seine Hand an Kakarotts Wange. Seine Lippen suchten Kakarotts Mund, er küsste ihn voller Hingabe und spürte, wie Erregung ihn ergriff. Er richtete sich auf. Nein. Nicht so. Sanft schüttelte er Kakarott an der Schulter. Der musste doch langsam wieder zu sich kommen! In Wahrheit war dieser schon längst wach. Er lag regungslos da, und fragte sich, warum er nicht aufsprang und den König vermöbelte. Er spürte Vegetas Atem auf seinem Gesicht. Als dieser ihn küsste, musste Kakarott sich beherrschen, um den Kuss nicht zu erwidern.‚Ich will es, will ihn immer noch,.. es ist so schön, ich will nicht dass er aufhört…’ Schließlich richtete der König sich wieder auf. Als er Anstalten macht, sich zu erheben, schlug Kakarott die Augen auf. „Ah, da bist du ja wieder. Los weiter!“ Vegeta versuchte, seine Stimme kalt klingen zu lassen, was ihm nicht ganz gelang. Kakarott richtete sich auf und stöhnte. Sein Kopf schmerzte, und – verdammt, irgendwie war seine Hose ziemlich eng geworden. Er hob abwehrend die Hände. „Ein anderes Mal, Hoheit, ich habe genug!“ Dieser grinste teuflisch. „Du hast aufgegeben, Kakarott! Also habe ich gewonnen! Lass uns gehen!“ Er erhob sich und zog Kakarott auf die Füße. Resignierend tat dieser, wie ihm geheißen. Sie verließen die Halle und Vegeta sagte nur kurz „Folge mir!“ und flog davon. Seufzend kam Kakarott der Aufforderung nach. Sein Zorn hatte sich in Nichts aufgelöst, in ihm machte sich eine Art erwartungsvolle Beklommenheit breit. Vegeta flog zu dem Bach, zu dem er immer geritten war, als er mutlos auf  Kakarotts Rückkehr gewartet hatte. Kaum waren sie gelandet, gebot er Kakarott, sich zu setzen, und tat es ihm gleich. Er packte ihn an den Schultern und drückte ihn nach hinten in das weiche Gras…

 

To be continued…

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