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Hier kommt der dritte Teil… Disclaimer: Die Figuren gehören Toriyama-san, die Story ist frei erfunden (sehr frei, hehe) Pairings: Vegeta/Kakarott, Vegeta/Bulma, Kakarott/Chichi Warnings: Sad, sad, sad, romance Viel Spass!
You may have my body, but you can’t get my soul - Part 3 Unruhe… hektische Schritte… Flüstern… dann Rufe… Prinz Vegeta kehrte langsam aus einem tiefen Schlaf in die Realität zurück. Er blinzelte. Wo war er? Dann die Erinnerung… Kakarotts bleiches Gesicht, der blutige Verband, seine Angst… Er hörte Stimmen aus dem Nebenzimmer. Er konnte nicht verstehen, was sie sagten, aber er fühlte, dass etwas nicht in Ordnung war. Ganz und gar nicht in Ordnung. Er wollte aufspringen, besann sich aber eines besseren und ging es lieber vorsichtig an. Probehalber drehte er den Kopf hin und her. Kein Schwindelgefühl. Er setzte sich auf. Immer noch nichts. Er schwang die Beine aus dem Bett und stand auf. Etwas zittrig, aber entschlossen machte er sich auf den Weg nach nebenan. Dort standen die zwei Heilerinnen von gestern und eine Pflegerin an Kakarotts Bett. Sie sahen sehr besorgt aus. Der Prinz konnte gerade noch den letzten Satz aufschnappen „… Fieber ist zu hoch, wir müssen es unbedingt senken. Er hat eine Wundinfektion. Zum Teufel mit diesen tiefen Dolchwunden. Die entzünden sich doch jedesmal…“ fluchte die ältere der beiden Heilerinnen, als die jüngere sie in die Seite stieß und einen warnenden Blick in Richtung Tür folgen ließ. Die ältere drehte sich um. „Hoheit! Ab ins Bett mit Euch, Ihr…“ Weiter kam sie nicht. Der Prinz fiel ihr ins Wort. „Was ist mit Kakarott?“ „Nun, er hat eine schwere Infektion, und das Fieber steigt immer weiter. Wir können nur versuchen, es zu senken und ihm entzündungshemmende Substanzen verabreichen!“ sagte die Heilerin ernst. „Wie stehen seine Chancen?“ fragte er knapp. „Schlecht!“ war die ebenso knappe Antwort. Der Prinz schloss die Augen. Verdammt! Konnte er denn nichts tun? „Kann ich helfen?“ Die jüngere Heilerin sah ihn erstaunt an. „Hoheit, ihr habt doch sicher andere Pflichten, um diesen hier kümmern wir uns schon!“ meinte sie. „Ihr braucht auch noch etwas Ruhe!“ „Was ich für Pflichten habe und ob ich Ruhe brauche, das lasst meine Sorge sein!“ fuhr er ihr über den Mund. Die ältere Heilerin drehte den Kopf weg, damit er ihr Lächeln nicht sah. „Nun, Hoheit, wenn Ihr darauf besteht, so könnt ihr gerne seine kalten Umschläge wechseln, und das Fieber im Auge behalten. Wir haben genug zu tun, und wenn Ihr Euch bereit erklärt, Tag und Nacht an seinem Bett zu wachen, wird es eine große Hilfe für uns sein!“ sagte sie mit ruhiger Stimme. Entschlossen zog sich der Prinz einen Stuhl an Kakarotts Bett. „Das werde ich tun!“ sagte er mit finsterer Miene. ‚Ich muss etwas tun, sonst werde ich noch verrückt’ dachte er. ‚Es ist meine Schuld, und wenn er stirbt, werde ich das ebenfalls nicht überleben.’ Laut sagte er: „Wo sind die Umschläge? Und wie stelle ich seine Temperatur fest?“ Die jüngere Heilerin zeigte ihm, was er machen musste, während die Pflegerin, ein junges Mädchen, den Prinzen verzückt anstarrte. Sah der gut aus! Doch er beachtete sie gar nicht. Konzentriert lauschte er den Erklärungen der Heilerin, und als die drei Frauen den Raum verlassen hatten, machte er sich sofort an die Arbeit. Er tränkte ein Tuch mit kaltem Wasser und legte es Kakarott auf die Stirn und danach noch ein großes nasses Tuch auf seinen Leib. So hofften die Heilerinnen, das Fieber auf einem ungefährlichen Level zu halten. Denn, so hatten sie erklärt, das Fieber an sich war nicht schlecht, da es die Entzündungskeime bekämpfte, doch wenn es zu hoch wurde, würde Kakarott sterben. Der Prinz betrachtete Kakarotts Gesicht. Bleich. Vollkommen regungslos lag er da. Atmete er noch? Der Prinz beugte sich dicht über Kakarott. Er spürte nichts. Voller Panik wollte er schon die Heilerin rufen, doch er riss sich zusammen und fühlte erst einmal den Puls. Da war er, ganz schwach, aber das Herz schlug noch. Erleichtert sah er Kakarott wieder ins Gesicht. „Erschreck mich doch nicht so, Koi“ murmelte er vor sich hin. Koi… er wünschte, er könnte ihn einmal so nennen, wenn Kakarott es hörte. Er seufzte. Das würde wohl ein Traum bleiben. Er nahm das Tuch von Kakarotts Stirn und strich mit der Hand darüber. So heiß… Plötzlich kamen ihm wieder die Tränen. Ärgerlich wischte er sich über die Augen. Keine Zeit für Heulerei. Er hatte eine Aufgabe… Stundenlang saß er an Kakarotts Bett. Die Mahlzeit, die ihm die kleine Pflegerin hingestellt hatte, ließ er unberührt. Er hatte sowieso keinen Hunger. Immer wieder wechselte er die Umschläge, maß die Temperatur. Doch das Fieber wollte nicht sinken. Allerdings stieg es auch nicht. Nach einigen Stunden erschien wieder die Heilerin und wollte ihn wegschicken, da der Verband gewechselt werden musste. Doch der Prinz bestand darauf, dabei zu bleiben. „Ich will es lernen, damit ich auch das machen kann!“ verlangte er. Die Heilerin wunderte sich langsam über gar nichts mehr. Bereitwillig zeigte sie ihm die Handgriffe, und der Prinz erwies sich als gelehriger Schüler. „Ihr könnt gerne als Heiler hier anfangen, Hoheit“ scherzte die Heilerin, doch ein Blick auf Vegetas finstere Miene ließ sie verstummen. „Damit eines klar ist: Das hier tue ich für Kakarott. Und nur für ihn!“ sagte der Prinz mit kalter Stimme. „Ja, Hoheit!“ gab die Heilerin zurück. Die Zurechtweisung hatte gesessen. Mit dem Prinzen war offensichtlich nicht zu spaßen. Dieser kalte Blick… dabei.. wenn er diesen verletzten Unterklasse-Krieger ansah, wurde dieser Blick weich und irgendwie.. zärtlich. Sie fragte sich langsam, wie der Prinz wohl zu Kakarott stand? Und warum hatte dieser im Kerker gesessen? Sie zuckte die Schultern. Es ging sie nichts an, also machte sie sich wieder an ihre Arbeit und ließ den Prinzen mit seinem Schützling allein. Der Prinz saß regungslos auf seinem Stuhl und starrte in Kakarotts Gesicht. War da eine Regung gewesen? Ein Zucken des Lides? Nein, er bildete es sich wohl nur ein. Eine bleierne Müdigkeit ergriff ihn. Er kämpfte dagegen an. Er durfte jetzt nicht schlafen! Was, wenn das Fieber stieg? Entschlossen wechselte er noch einmal die Umschläge. Dann stand er auf, um frisches kaltes Wasser zu holen. Zuerst wusch er sich selber Gesicht und Hals kalt ab, um wach zu werden. Dann füllte er die Schüssel neu. Zurück an Kakarotts Bett sah er, dass dieser sich bewegt haben musste, denn ein Schlauch war verdreht. Vorsichtig brachte er es in Ordnung und sah Kakarott liebevoll an. „Mach keine Dummheiten, Kakarott, du sollst doch gesund werden“ flüsterte er. Er maß die Temperatur, und ein freudiger Schreck durchfuhr ihn. Das Fieber war etwas heruntergegangen! Aufgeregt rief er die Heilerin zurück. Diese maß selbst noch einmal die Temperatur und sah zufrieden aus. „Es sieht so aus, als ob er den Kampf gewinnen könnte“ sagte sie. „Aber die Umschläge müssen weiter gemacht werden, und auch die Temperatur muss überwacht werden. Doch Ihr solltet Euch jetzt ausruhen!“ Sie nahm eines der Tücher und wollte die Umschäge erneuern, doch der Prinz riss es ihr aus der Hand. „Auf keinen Fall. Ich bleibe!“ blaffte der Prinz sie an. Die Heilerin nickte, da sie wusste, es hätte keinen Sinn zu widersprechen. Der Prinz hatte die Umschläge im Handumdrehen gewechselt und schickte sie weg. Sie gehorchte. Im Hinausgehen nahm sie sich jedoch vor, in einer Stunde nach dem Prinzen zu sehen, da sie sicher war, dass er vor Erschöpfung demnächst zusammenbrechen würde… Als er wieder alleine im Zimmer war, nahm der Prinz Kakarotts Hand in seine und streichelte über den Handrücken. „Bleib’ am Leben, Kakarott. Nicht für mich.Tu es für dich! Ich gebe dich auf und lasse dich in Ruhe, wenn du nur weiterlebst.“ Tränen liefen wieder über sein Gesicht, er beachtete sie nicht. Es war ihm Ernst. Das erste Mal in seinem Leben war ihm jemand wichtiger als er selbst. Und dieser Jemand hasste und verachtete ihn vom ersten Moment an! Aber das war jetzt auch egal. Wahrscheinlich würde es dadurch einfacher sein, sich von ihm zu lösen. In dieser Stunde wurde es Vegeta endgültig klar, dass er sich ernsthaft in Kakarott verliebt hatte, und dass er bereit war, dafür Opfer zu bringen. Selbst wenn es bedeutete, dass er auf ihn verzichten musste. Er legte seinen Kopf auf Kakarotts Bett und schluchzte leise in die Decke. Er weinte wie ein Kind um eine Liebe, die nie erwiderte werden würde.. schließlich, ohne dass er es verhindern konnte, schlief er erschöpft ein. Als die Pflegerin nach einer Stunde erschien, fand sie den Prinzen tief schlafend vor. Der Patient hatte immer noch Fieber, doch schien auch er in einen Genesungsschlaf gefallen zu sein. Sie wechselte vorsichtig die Umschläge und verließ leise den Raum. Der Prinz erwachte trotzdem und erschrak. Hatte er lange geschlafen? Er tastete nach den Tüchern. Sie waren kalt, also hatte wohl jemand die Umschläge erneuert. Er fühlte sich wie gerädert. Hunger hatte er auch, also machte er sich über das Essen her, das immer noch auf dem Tisch stand. Danach ging es ihm etwas besser. Aber er war immer noch müde. Was sollte er tun? Plötzlich stand Mardek im Zimmer. „Hoheit, ihr solltet Euch jetzt wirklich ausruhen. Ich habe mit der Heilerin gesprochen, Kakarott ist anscheinend auf dem Weg der Besserung. Ihr könnt etwas Ruhe gebrauchen!“ Zu seiner Verwunderung stimmte der Prinz ihm zu. „In Ordnung. Aber in zwei Stunden will ich geweckt werden, verstanden?“ damit ging er ins Nebenzimmer und warf sich auf das Bett. Sofort war er eingeschlafen. Mardeks Antwort hörte er schon nicht mehr… Dieser blieb noch einen Moment an Kakarotts Bett stehen. Nachdenklich betrachtete er die reglose Gestalt. ‚Kakarott, er liebt dich wirklich. All diese Grausamkeiten… er hat es einfach falsch angefangen. Ich weiß auch nicht, was daraus werden soll…, ich kann euch beiden nicht helfen.’ dachte er. Ratlos ging er, um die Aufgaben des Prinzen zu erledigen, so gut er es vermochte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass dieser in den nächsten Tagen bereit war, sich um Bürokratie zu kümmern. Wenigstens dem Prinzen konnte er so etwas helfen. Als der Prinz erwachte, war es Nacht. Sofort sprang er auf und eilte zu Kakarott. Der stöhnte und bewegte sich unruhig im Schlaf. Sein Gesicht glänzte vor Schweiß. Alarmiert kontrollierte der Prinz die Temperatur. Das Fieber war wieder gestiegen! Eilig legte er wieder kalte Umschläge auf und ging, die Heilerin zu holen. Es war dieältere der beiden, die die Nachtwache hatte. Sie besah sich den Patienten und machte ein bedenkliches Gesicht. „Offenbar beginnt jetzt erst die Krise. Er braucht eine Infusion!“ sie ging davon, um einen Tropf zu holen, und Vegeta starrte angstvoll auf Kakarott nieder. ‚Nein, bitte…, bitte nicht sterben…’ war alles, was er denken konnte. Hilflos nahm er Kakarotts Hand in seine und begann sie, mechanisch zu streicheln. „Du musst es schaffen, bitte… oh bitte…“ flüsterte er immer wieder. Als die Heilerin kam, trat er widerstrebend vom Bett zurück und sah zu,wie sie den Arm festband und die Infusion legte. Dann sah sie ihn an. „Wir können im Moment nichts tun. Nur abwarten! Wollte Ihr nicht noch etwas schlafen?“ fragte sie behutsam. „Nein, ich werde auf ihn aufpassen!“ sagte der Prinz mit belegter Stimme. Die Heilerin neigte zustimmend den Kopf und mit den Worten „Ich bin im Bereitschaftsraum, wenn Ihr mich braucht“ verließ sie ihn. Der Prinz setzte sich zu Kakarott ans Bett und betrachtete ihn. Dieser stöhnte wieder. Dann murmelte er etwas. Der Prinz horchte auf. Was hatte er gesagt? „Nein.. bitte.. Hoheit, nein,nicht, aah, bitte hört auf..“ Vegeta erstarrte. Offensichtlich fantasierte Kakarott. Der Prinz musste daran denken, wie er Kakarott gewaltsam genommen hatte. Scham stieg in ihm auf. Was hatte er nur getan? Jetzt hatte Kakarott Alpträume – seinetwegen. Wieder murmelte Kakarott etwas. „… hasse Euch, ich hasse Euch!..“ Der Prinz schluckte. Dann straffte er sich. Er hatte es ja nicht besser verdient! Er hatte sich wie ein Schwein benommen. Eine tiefe Traurigkeit bemächtigte sich seiner. Trotzdem würde er alles tun, um Kakarotts Leben zu retten. Wieder griff er nach dessen Hand und streichelte sie. Er ahnte, dass dies, jetzt und hier, die einzige Gelegenheit sein würde, Kakarott so zärtlich zu berühren, ohne von ihm in Grund und Boden verdammt zu werden. Er merkte nicht, dass er sehr lange so dasaß, Kakarotts Hand in den seinen. Irgendwann fiel Kakarott in einen tiefen Schlummer, und seine Atemzüge wurden regelmäßig. Vielleicht wirkte ja das Medikament. Auch der Prinz spürte eine tiefe Erschöpfung. Er stützte den Kopf in die Hände und sah Kakarott an. In dieser Haltung schlief er schließlich ein.
Im Morgengrauen schlug Kakarott die Augen auf. Er fühlte sich benommen und schwach, und ein dumpfer Schmerz pochte in seiner Brust. Er wollte sich bewegen, doch sein linker Arm war festgebunden, und etwas Schweres lag auf seinem rechten Arm. Vorsichtig hob er den Kopf an. Er konnte nicht viel erkennen, denn es war noch ziemlich dunkel im Zimmer. Da er den Kopf nicht lange halten konnte, ließ er ihn wieder auf das Kissen sinken. Was war das nur für ein Gewicht auf seinem Arm? Er konnte es sich nicht erklären. Doch die Müdigkeit übermannte ihn gleich wieder, und er schlief ein. Vegeta erwachte. Er merkte, dass er auf Kakarotts Arm lag und richtete sich auf. Es dämmerte. Hatte er es sich eingebildet, oder hatte sich Kakarott gerade bewegt? Doch dieser lag ruhig da und schlief. Der Prinz fühlte seine Stirn. Immer noch warm, aber nicht mehr so furchtbar heiss. Er maß die Temperatur. Das Fieber war deutlich gesunken. Der Prinz reckte sich. Er war völlig verspannt vom verbogenen Liegen auf der Bettkante und dem Stuhl. Leise ging er hinaus um die Heilerin zu informieren. Auch diese sah sehr müde aus. Ihre Nachtschicht war fast zu Ende. Sie hatte zwischendurch auch nach Kakarott gesehen, den Prinzen jedoch nicht geweckt, da sie es für richtig hielt, dass er sich etwas ausruhte. Sie gähnte unverholen. „Ich gehe jetzt ins Bett. Meine Ablösung kommt jeden Moment!“ Kaum hatte sie ausgesprochen, kam diese auch schon in Begleitung von Mardek in den Bereitschaftsraum. Sie nickte dem Prinzen höflich zu und nahm den Bericht ihrer Kollegin entgegen. Der Prinz ging wieder zu Kakarotts Zimmer, und Mardek folgte ihm. Vor der Tür blieben sie stehen. „Nun?“ fragte Mardek den Prinzen. „Er schläft. Das Fieber ist runtergegangen, er scheint auf dem Wege der Besserung zu sein.“ antwortete der Prinz. „Habt Ihr euch nicht etwas zu viel zugemutet? Ihr seht schrecklich aus!“ „Das ist mir vollkommen egal. Ich würde alles tun, um ihm zu helfen. Und wenn ich eine ganze Woche nicht schlafen könnte, es wäre mir gleichgültig. Ich liebe ihn, Mardek. Das ist mir in diesen langen Stunden klar geworden. Dies geht über das übliche Begehren hinaus. Ich liebe ihn aus ganzer Seele, und ich würde mein Leben für ihn geben. Und wenn es bedeutet, dass ich ihn freigeben muss, dann werde ich auch das tun. Aber vergessen, vergessen werde ich ihn nie.“ Während er sprach, merkte Vegeta, wie ihm wieder die Tränen kamen. Zornig wischte er sich über die Augen. Es reichte schon, dass er Mardek so ein Geständnis machte, da musste er nicht auch noch vor ihm heulen. Doch Mardek schloss ihn einfach in die Arme und sagte leise: „Hoheit, ich weiß, dass ihr ihn liebt. Das weiß ich vielleicht schon länger als Ihr selbst. Eure aufopfernde Pflege war ein deutlicher Beweis dafür! Und wenn Ihr ihm nicht Euer Blut gegeben hättet, wäre er bereits tot!“ Bitter antwortete der Prinz: „Wenn ich nicht gewesen wäre, wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Das war wohl das mindeste, was ich tun konnte!“ Mardek nickte. „Das mag stimmen, aber es zeugt auch von Eurer Liebe zu ihm. Und wenn er Euch auch nicht wiederlieben kann, so denke ich, wenn Ihr dadurch entdeckt habt, dass Ihr zu wahrer Liebe fähig seid, dann war es das doch schon wert, oder?“ Der Prinz nickte zögernd. Mardek hatte recht, aber die Trauer blieb. Dann nahm er sich zusammen und richtete sich auf. „Ich werde noch mal nach ihm sehen.“ Als er das Zimmer betrat, griff er sich sofort ein Tuch, um wieder kalte Umschläge zu machen. Er tauchte es ins Wasser und trat an Kakarotts Bett. Er legte das Tuch auf dessen Stirn – und sah direkt in seine Augen. „Kakarott! Du .. du bist wach? Ich bin so froh…“ stammelte der Prinz. Doch dann schrak er zurück. Kakarott war bestimmt alles andere als erfreut, ihn zu sehen. Er drehte sich um und wollte hinausgehen. Doch Kakarotts Stimme hielt ihn auf. „Hoheit?“ Er blieb in der Tür stehen. Doch er konnte Kakarott nicht noch einmal in die Augen sehen, und so starrte er hinaus auf den Flur. „Hoheit, was tut Ihr hier?“ fragte Kakarott mit schwacher Stimme. Er hatte die letzten Sätze, die der Prinz mit Mardek gewechselt hatte, belauscht. Doch das würde er niemals zugeben. Er war noch nicht ganz da, sagte er sich, oder warum löste das Geständnis, das der Prinz Mardek gemacht hatte, so ein seltsames Gefühl in ihm aus? Es war fast so, als hätte er Mitleid mit dem Prinzen! Und was hatte Mardek gesagt? ‚Ich weiß, dass Ihr ihn liebt. Ich weiß es länger als Ihr selbst…’ Hatte der Prinz ihm wirklich Blut gespendet? Doch dann verzog sich sein Gesicht zornig. Der Prinz war schuld an allem! Mit ihm brauchte er gewiss kein Mitleid zu haben! Dieser war zu keine Antwort fähig und ging wortlos hinaus. Kakarott sah ihm nach. Was war das nur für ein Mensch? Mardek sah Prinz Vegeta erstaunt nach, der an ihm vorbeistürmte. Was war denn nun los? Er ging zu Kakarott. Dieser war wach. Aha, das war es also! „Hallo Kakarott, wie geht es dir?“ „Keine Ahnung! Wie geht es mir denn?“ war die Gegenfrage. „Nun sei doch nicht so bockig. Sei froh, dass Du noch lebst!“ „Könnte es sein, dass Euch entgangen ist, dass ich genau das Gegenteil will?“ fragte Kakarott sarkastisch. „Ja, ja, ich weiß. Aber das Leben ist zu wertvoll, um es einfach wegzuwerfen, glaube mir!“ Genervt schloss Kakarott die Augen. Er war zu schlapp zum Streiten. Er öffnete sie wieder und sah Mardek an. „Stimmt es, dass der Prinz mir sein Blut gegeben hat?“ fragte er leise. „Ja, allerdings.“ Dieser sah Kakarott ernst in die Augen. „Und er hat 24 Stunden fast ununterbrochen an deinem Bett gesessen und dich gepflegt. Er liebt dich wirklich, Kakarott. Und er bereut, was er getan hat.“ „Ist es nicht ein bisschen spät für Reue?“ fragte dieser. „Jetzt, wo er alles zerstört hat?“ Mardek hob die Schultern. „Ich weiß es nicht. Aber ich denke, er wird es dir noch selbst sagen. Vielleicht solltest du seine Entschuldigung annehmen. Ich meine, er hat es sich verdient…“ „Ich denke darüber nach.“ Damit schloss Kakarott wieder die Augen. Offensichtlich war er nicht bereit, noch weiter mit Mardek zu sprechen. Dieser verließ das Zimmer. Gott, was für eine verfahrene Situation. Der Prinz war in seinem Gemach. Unruhig lief er hin und her. Was sollte er nur tun? Er wollte Kakarott sehen, und doch traute er sich nicht zu ihm hin. Er war so froh, dass er die Krise überstanden hatte, wollte ihn in den Arm nehmen, ihn streicheln, er sehnte sich nach dessen Berührung. „Vergiss es, du Idiot. Sobald er gesund ist, wird er sich davonmachen. Falls“ – ein eisiger Schreck durchzuckte ihn – „falls er es dann nicht noch einmal versucht!“ Sofort eilte er zurück in die Krankenstation. Er fand die Heilerin. „Wie steht es mit Kakarott?“ fragte er sie. „Ich denke, morgen kann er von den Apparaten genommen werden, dann genügt ein einfaches Bett“ antwortete diese. „Er ist auf dem Weg der Besserung. Die Entzündung klingt ab, das Fieber ist fast weg. Jetzt braucht er nur noch normale Pflege.“ „Dann ordne ich hiermit an, dass er dann in mein Gemach gebracht wird.“ Die Heilerin sah ihn überrascht an, wagte jedoch nicht zu widersprechen. Schließlich traute sie sich jedoch, eine Frage zu stellen: „Soll eine Pflegerin zu ihm…“ „Nein! Ich übernehme das!“ fuhr er dazwischen. „Sehr wohl, Hoheit.“ Um seinen Worten die Schärfe zu nehmen, sagte er noch „Dank Eurer sachkundigen Anleitung habe ich ja alles nötige gelernt!“ Die Heilerin errötete „Danke, Hoheit!“ „Schon gut“ damit verließ er die Krankenstation, ging in sein Gemach und schickte nach Mardek. „Hoheit! WAS wollt Ihr tun?“ dieser war entsetzt. Fing der Prinz schon wieder an? „Keine Sorge, ich will ihn nur gesund pflegen. Ich werde ihm nicht zu nahe treten, versprochen!“ Mardek nickte. „Es fragt sich nur, wie Kakarott dazu steht…“ sagte er langsam. Der Prinz sah ihn an. „Das werde ich ja sehen!“ meinte er nur. Damit war Mardek entlassen.
„Er tut was?“ Erbost starrte Kakarott Mardek an. „Ich will das aber nicht!“ Mardek war es ziemlich leid, mit zwei Sturköpfen herumzustreiten. „Kakarott, er ist der Prinz. Wenn er es sich in den Kopf gesetzt hat, dich gesundzupflegen, dann…“ „Was dann? Ich weigere mich. Er kann mich ja einsperren! Oder noch besser – hinrichten!“ fiel ihm Kakarott ins Wort. Mardek starrte ihn an. Langsam verlor er die Geduld. „Damit macht man keine Scherze! Ich denke, er will dich auch daran hindern, diesen Unsinn zu wiederholen! Und jetzt ist Schluss.“ Er nickte den zwei kräftigen Pflegern zu. Die packten Kakarott auf eine Trage und schleppten ihn mir nichts, dir nichts zu Prinz Vegetas Gemach. Dort legten sie ihn auf das Bett und entfernten sich. Kakarott kochte vor Wut, war aber zu schwach, um aufzustehen und sich davonzumachen. Er war allein im Zimmer. Es war eingerichtet wie ein Krankenzimmer, mit Tüchern, Wasserbehälter, und allem. Das Bett war nüchtern weiss, die Vorhänge aus Samt und Seide waren entfernt worden, er spürte kühles Leinen auf seiner Haut, keine Kerzenleuchter mehr, kurz, alles war weggeräumt worden, was an die Schmach erinnern konnte, die ihm der Prinz zugefügt hatte. Trotzdem war die Erinnerung noch da. Er wollte hier nicht bleiben! Mühsam versuchte er, sich aufzurichten. Doch ein heftiges Stechen in seiner Wunde ließ ihn mit einem Schmerzlaut auf das Bett zurücksinken. Er kniff die Augen zu und wartete, dass der Schmerz nachließ. „Das würde ich vorerst sein lassen!“ Er riss die Augen auf. Vor ihm stand der Prinz, in er Hand eine kleine braune Flasche und einen Löffel. „Die Heilerin sagt, du sollst das dreimal täglich einnehmen. Gegen die Entzündung.“ Er hielt ihm die Flasche entgegen. Doch Kakarott regte sich nicht und.starrte ihn nur trotzig an. Der Prinz grinste. „Du willst hier weg, richtig? Dann würde ich dir raten, das Zeug zu nehmen. Umso schneller geht’s!“ Er schraubte die Flasche auf und goß etwas von dem Saft auf den Löffel. Auffordernd hielt er Kakarott den Löffel vor die Nase. Dieser wollte danach schlagen, doch der Prinz zog den Löffel weg. „Ah ah, schön rein damit!“ Wieder näherte er den Löffel Kakarotts Mund. „Ar..“ weiter kam er nicht, denn der Prinz hatte
ihm blitzschnell den Löffel zwischen die Lippen geschoben und ihn sofort umgedreht, so dass der Saft in Kakarotts Hals lief. Er konnte gar nicht anders als schlucken. Leider verschluckte er sich dabei und musste fürchterlich
husten, was natürlich heftige Schmerzen zur Folge hatte. Nachdem der Husten aufgehört hatte, lag er schweißgebadet auf dem Bett und musterte den Prinzen voller Wut. Dieser hatte sein Gesicht in sorgenvolle Falten gelegt und
machte sich an dem Verband zu schaffen. „Du Trottel! Wenn du so weitermachst, dauert das ewig, bis es verheilt ist. Vielleicht machst du mal, was ich dir sage!“ Kakarott wollte seine Hände wegschlagen, doch der Prinz ließ
sich nicht beirren. Schließlich wurde ihm das Gezappel zu bunt. „Lieg gefälligst still!“ herrschte er seinen Schützling an. „Ich muss den Verband wechseln. Sicher blutet es jetzt durch deine dämliche Husterei…“ er
hatte den Verband durchgeschnitten und wechselte geschickt die Kompresse gegen eine frische aus. Dann brachte er Kakarott dazu, sich aufzurichten. Er begann, eine neue Bandage um dessen Oberkörper zu wickeln. Dabei ließ es
sich nicht vermeiden, dass Kakarott sich an seine Schulter lehnte, wenn er den Verband hintenherum führte. Jedesmal, wenn Kakarott ihm so nahe war, hielt der Prinz den Atem an. Er musste sich beherrschen, ihn nicht in die Arme
zu schließen. Endlich war die Binde zu Ende und er half Kakarott vorsichtig, sich wieder hinzulegen. Dieser war völlig fertig. Trotzdem musste er jetzt etwas wissen. Seine Stimme klang ziemlich krächzend, als er fragte: „Ich bin es dir schuldig.“ Mehr konnte er nicht herausbringen. Er stellte Kakarott noch ein Glas mit Wasser hin, dann verließ er hastig das Gemach. „Du bist es mir schuldig?“ Kakarott lächelte verächtlich. „Diese Schuld kannst du in deinem ganzen Leben nicht abtragen, mein Prinz!“ Erschöpft schloss er die Augen. Wieso musste er nur dauernd schlafen? Ob in der Medizin auch ein Schlafmittel war? Bevor er eine Antwort finden konnte, war er bereits eingeschlafen. Der Prinz war inzwischen zu Mardek geeilt. Er wusste, dass Kakarott mindestens zwei Stunden schlafen würde, also hatte er Zeit, sich um den ‚Staatskram’ zu kümmern, wie er es bei sich nannte. Doch eine angenehme Überraschung erwartete ihn. Mardek hatte bereits einige kleinere Streitfälle unter Grundbesitzern geschlichtet, zwei Ehen geschlossen und ein Urteil gesprochen. Es gab nichts zu tun an diesem Vormittag. Mardek riet ihm ebenfalls zu schlafen. Der Prinz ging zum Schein darauf ein, begab sich jedoch sofort wieder zu Kakarotts Krankenbett und setzte sich auf einen Sessel daneben. Er betrachtete den schlafenden Krieger, dessen Gesicht jetzt gelöst und friedlich war. Er legte vorsichtig seine Hand an Kakarotts Wange. Er schloss die Augen, als er daran dachte, wie dieser in seinen Armen gelegen hatte. Doch dann erinnerte er sich daran, dass Kakarott dann ja immer unter Drogen gestanden hatte, und sein Gesicht wurde traurig. Er lehnte sich in dem Sessel zurück und betrachtete ihn noch eine Weile. Schließlich schlief er ein. Er schlief nicht lange, und als er aufwachte, lag Kakarott immer noch in tiefem Schlummer. Leise verließ der Prinz das Gemach. Kakarott wachte auf Sein Magen knurrte. War das ein gutes Zeichen? Er hatte die letzten Tage nichts gegessen, also war es klar, dass er Hunger hatte. Er seufzte. Sollte er den Prinzen etwa um Essen bitten? Er hatte keine Lust ihn zu sehen, geschweige denn, mit ihm zu sprechen. ‚Ich bin es dir schuldig’ pah! Was war das denn für ein Spruch? Der sollte ihn in Ruhe lassen! Chichi fiel ihm ein. Wie es ihr wohl ging? Ob sie sehr unglücklich war? Oder… wie ein Nadelstich kam ihm der Gedanke… hatte sie sich schon damit abgefunden? Immerhin sah der Graf wirklich gut aus, und wenn sie in seinem Haus liebevoll aufgenommen worden war… Frauen hatten sich zu fügen… er schüttelte den Kopf, um diese trübseligen Gedanken zu vertreiben. Und wenn es so war! Es war sowieso nicht zu ändern. Er liebte sie und wollte, dass es ihr gut ging. Es war ihm doch klar, dass sie nun für ihn unerreichtbar war. Darum hatte er sich ja auch den Dolch in die Brust gerammt… Er tastete nach dem Verband. Er war fest und doch nicht einengend, die Kompresse saß gut… woher konnte der Prinz das? Und vor allem – was brachte ihn dazu, ihn so zu umsorgen? Das schlechte Gewissen? ‚Er hat kein Gewissen! Er hat dich bedenkenlos benutzt und dein Leben zerstört nur um seine Begierde zu stillen! Aus purem Egoismus!’ Kakarott merkte, wie der Zorn wieder in ihm aufstieg. Da ging die Tür auf und ein Servierwagen wurde hereingeschoben. Dahinter erschien der Prinz. Er sah Kakarotts Gesichtsausdruck und die Begrüßung blieb ihm im Hals stecken. Er fuhr den Wagen bis an das Bett und wollte Kakarott helfen, sich aufzurichten. Doch dieser wehrte seine Hände unwirsch ab und kämpfte sich selber in eine sitzende Position. Da er jedoch wegen der Schmerzen die Arme schlecht bewegen konnte, musste der Prinz ihm ein Kissen in den Rücken legen, damit er nicht wieder nach hinten umfiel. „Danke!“ quälte Kakarott sich heraus. Durch die Anstrengung stand ihm wieder der Schweiß auf der Stirn. Der Prinz betrachtete ihn besorgt. Doch in Kakarotts Gesicht stand nur Ablehnung, und so fragte er ihn nur: „Kommst du alleine klar?“ „Meint Ihr, ich lasse mich von Euch füttern?“ blaffte dieser zurück. ‚Ihr’… Vegeta verzog das Gesicht. „Wie du meinst…“ der Prinz drehte sich um und verließ das Gemach. Vor der Tür blieb er stehen. Er hörte das Klirren von Geschirr, dann ein Klappern und einen Fluch. Grinsend ging in das Gemach zurück. Kakarott hatte den Wagen weggeschoben und versuchte, seinen Suppenlöffel zu erreichen, der ihm heruntergefallen war. Schnell hob der Prinz ihn auf und reichte ihn Kakarott. Dieser riss ihm den Löffel aus der Hand. „Danke! Das hätte ich auch allein gekonnt!“ Doch sein keuchender Atem und das Zittern seiner Hände straften ihn lügen. Erschöpft lehnte er sich zurück in sein Kissen. Der Prinz setzte sich neben ihn auf das Bett. Er nahm ihm den Löffel sanft aus der Hand und sagte bittend: „Lass dir doch helfen! Ich tue das gerne, ich habe so viel gutzumachen…“ „Das was du getan hast, kannst du nicht gutmachen!“ murmelte Kakarott erschöpft mit geschlossenen Augen. Er wollte nichts mehr essen, er wollte nur allein sein. Von dem Prinzen abhängig zu sein, war schrecklich für ihn. Doch dieser zog ihn jetzt sanft hoch, und stopfte das Kissen in seinem Rücken zurecht. „Was soll das?“ knurrte Kakarott. „Ich werde dich jetzt füttern, auch wenn es dir nicht passt!“ „Ich habe keinen Hunger!“ fauchte Kakarott. In diesem Moment meldete sich sein Magen mit einem lauten Knurren. „Ach nein? Dann hast du sicher einen Hund im Bett versteckt, wie?“ grinste der Prinz. Er hielt Kakarott einen gefüllten Löffel vor die Nase. Mürrisch begann dieser zu essen. „Gib den Löffel her. Ich esse alleine!“ Der Prinz tat, wie geheißen. Mühsam löffelte Kakarott sein Suppe. Jede Bewegung schmerzte, aber er wollte sich nicht füttern lassen. Nicht von IHM. Der Prinz saß immer noch auf seinem Bett. Warum verschwand er nicht endlich? Er sah Kakarott nicht zu, vielmehr starrte er aus dem Fenster, einen undefinierbaren Ausdruck im Gesicht. Kakarott sah verstohlen zu ihm hin. Was mochte er denken? Seine Augen waren so… traurig… Ärgerlich wandte Kakarott seinen Blick ab. Was interessierte ihn die seelische Verfassung dieses Kerls? Endlich war die Schüssel leer. Mit einem Seufzer ließ er den Löffel sinken und schloss die Augen. Wie konnte Essen nur so anstrengend sein? Wortlos nahm der Prinz ihm beides ab und stellte es auf den Wagen. Dann griff er wieder nach der Medizinflasche. Kakarott starrte ihn finster an. „Gib her!“ forderte er. Doch der Prinz füllte den Löffel mit dem Saft und hielt ihn Kakarott vors Gesicht. Resignierend schluckte der die Medizin und drehte dann den Kopf weg. Der Prinz hatte ihn so.. besorgt angesehen! Langsam ging ihm dieses Bemuttern auf den Geist. Und noch dazu war es sein Feind, der ihn bemutterte. Am liebsten wollte er aufspringen und weglaufen. Da das nicht ging, schloss er die Augen und regte sich nicht. Vielleicht würde der Prinz dann alleine verschwinden… Doch plötzlich spürte er sanfte Hände auf seiner Brust. Sie strichen vorsichtig über seine Schlüsselbeine, ein Gefühl, das ihn erschaudern ließ. Er riss die Augen auf. „Was soll das“ schnauzte er den Prinzen an. „Ich will sehen, ob hier eine Schwellung ist. Und ich muss den Verband wechseln“ sagte dieser streng. Doch eine verdächtige Röte zeigte sich auf seinen Wangen… Resigniert ließ Kakarott es zu, dass der Prinz seinen Verband entfernte, schnell die Kompresse austauschte und ihn vorsichtig wieder aufrichtete, um die neue Bandage umzuwickeln. ‚Er macht das wirklich gut! Woher kann er das denn?’ fragte sich Kakarott. Als er sich am Oberkörper des Prinzen abstützte, konnte er fühlen, dass dessen Herz wild schlug. Er wollte lieber nicht wissen, warum und versteifte sich etwas. Der Prinz merkte es natürlich und beeilte sich, fertig zu werden. Auch er war verunsichert. Ihm war die große Nähe zu Kakarott einerseits sehr angenehm, andererseits war er total befangen. Er nahm das Kissen aus Kakarotts Rücken und stützte ihn beim Hinlegen ab. Dann räumte er die Utensilien zusammen und schob den Wagen in Richtung Tür. „Hoheit?“ Er ging weiter. „Ja?“ „Danke für die Hilfe..“ „Bitte!“ Damit verließ der Prinz den Raum. Vor der Tür blieb er stehen. Sein Atem ging schnell. Wie sollte er nur Kakarott pflegen, wenn er ständig nur daran dachte, ihn in die Arme zu nehmen? Immer wenn er ihm so nahe kam, konnte er sich fast nicht beherrschen! ‚Idiot! Was hattest du dir vorgenommen? Du willst ihn doch in Ruhe lassen! Schon vergessen?’ Er seufzte. Es war schwerer, als er gedacht hatte… Kakarott starrte auf die Tür, die sich hinter dem Prinzen geschlossen hatte. Was sollte das alles? Der Prinz war wirklich sehr fürsorglich. Und er ließ ihn in Ruhe. Keine anzügliche Bemerkung, keine zweideutigen Gesten, wenn man von dem vorhin absah… doch die Berührung war so zart gewesen… als er daran dachte, bekam er eine Gänsehaut. Was ihn wieder in Zorn versetzte. Doch das Medikament wirkte bereits wieder, und er fühlte eine bleierne Müdigkeit. Bevor er einschlief dachte er noch, ob der Prinz vielleicht doch kein so schlechter Mensch war, wie er geglaubt hatte.. doch er kam nicht dazu, diesen Gedanken zu Ende zu denken… Als der Prinz nach einigen Stunden wieder in das Gemach kam, fand er Kakarott tief schlafend vor. Vorsichtig näherte er sich dem Bett. Kakarott atmete gleichmäßig, sein Gesicht war entspannt. Eine Strähne seines widerspenstigen Haares war ihm in die Stirn gerutscht. Vegeta musste sich zurückhalten, um sie ihm nicht wegzustreichen. Er betrachtete Kakarott aufmerksam. Warum war er ihm nur so verfallen? Er hatte ihn vom ersten Moment an fasziniert… Er sah gut aus, sicher, aber war das alles? Oder war es nur sein Widerstand, der Vegetas Ehrgeiz geweckt hatte? Der Prinz war ratlos. So hatte er noch nie für irgend jemanden empfunden. Plötzlich regte sich Kakarott. Er murmelte vor sich hin. Vegeta beugte sich vor, um zu verstehen, was er sagte. „Chichi, vergib mir, … liebe dich….“ Der Prinz starrte ihn betroffen an. Sein Herz wurde schwer. Er schüttelte den Kopf. Sinnlos. Kakarott würde ihm nie verzeihen. Der schlug plötzlich die Augen auf. Und zuckte zusammen. Der Prinz stand über ihn gebeugt… „Was machst du da?“ fuhr Kakarott ihn an. Sofort richtete Vegeta sich auf. „Gar nichts! Ich wollte nur sehen, ob du atmest“ log er.’Er hat immer noch Angst vor mir..’ Dann überspielte er seine Verlegenheit. „Ich verpasse dir jetzt eine Massage!“ „Nichts da. Das wirst du sein las..“ Kakarott kam nicht dazu, den Satz zu beenden, denn der Prinz drehte ihn vorsichtig, aber unerbittlich auf den Bauch. „Auah! Lass mich los, du Perverser!“ fluchte Kakarott. Der Prinz legte seine Hände auf dessen Schultern. „Diese Respektlosigkeit muss bestraft werden!“ grinste er und packte sanft, aber fest zu. Er massierte die Schultermuskeln, während Kakarott ihn beschimpfte. „Finger weg, ich hasse dich, fass’ mich nicht an…“ doch sein Widerstand erlahmte, als er merkte, dass die Massage ihm tatsächlich gut tat. Er schloss die Augen und ließ sich den ganzen Rücken durchkneten. Der Prinz arbeitete schweigend, und Kakarott versuchte sich vorzustellen, dass irgendein beliebiger Masseur am Werk war und doch.. Kakarott war sich Vegetas Anwesenheit nur zu bewußt. Trotzdem genoß er die Massage. Als der Prinz zum Abschluss über seinen Rücken strich, konnte er sich ein wohliges Seufzen nicht verkneifen. Sofort schalt er sich innerlich: ‚Hast du keine Selbstbeherrschung, Idiot? Womöglich bildet er sich noch ein, es gefällt dir!’ Vegeta war der Seufzer nicht entgangen, doch er ging nicht darauf ein. Stattdessen fragte er so beiläufig er konnte: „Wieso benutzt du eigentlich auf einmal so eine vertrauliche Anrede, Kakarott?“ Gespannt wartete er auf die Antwort. Doch Kakarott schwieg. Schließlich wollte der Prinz mit der Massage fortfahren, doch Kakarott hatte genug. Abrupt drehte er sich auf die Seite. Und zuckte zusammen. Der Schmerz in seiner Wunde meldete sich sofort wieder. Keuchend antwortete er nun doch auf die Frage: „Dein Blut fließt in mir.“ Vegeta starrte ihn verblüfft an. So hatte er es noch nicht betrachtet! Aber es stimmte. Ich bin ein Teil von Kakarott… Irgendwie machte ihn das total glücklich. Er lächelte. Kakarott sah ihn misstrauisch an. „Was grinst du so?“ „Ich grinse nicht. Ein bisschen mehr Respekt, bitte!“ „Sehr wohl mein Prinz.“ Vegeta horchte auf. Was war das für ein Ton in Kakarotts Stimme? „Verarschst du mich?“ „Wie könnte ich es wagen?“ Der Prinz begann, das Geplänkel zu genießen. „Sieh dich vor! Du bist mir ausgeliefert…“ Da verschloss sich Kakarotts Gesicht. „Ich weiß!“ sagte er hart. Schon tat Vegeta dieser Spruch leid. „Kakarott, ich… so war das nicht gemeint..“ „Was soll’s, ist doch eine Tatsache!“ Darauf wusste der Prinz keine Antwort. Er stand auf. „Ich lasse dich jetzt alleine. Zum Abendessen sehe ich dich wieder…“ Als er weg war, starrte Kakarott vor sich hin. Eben hätte er fast vergessen, dass der Prinz Schuld war an seiner Lage, er hatte ihn fast gemocht. Verlor er seinen Stolz? Lag es an dieser unwirklichen Situation? Dass er keinen Menschen außer ihm zu Gesicht bekam? Dass er tatsächlich auf ihn angewiesen war? Er war sich seiner Gefühle nicht mehr ganz sicher. Und er suchte verzweifelt nach einem Grund für das verrückte Verhalten des Prinzen. Einerseits hatte er ihn gequält und missbraucht, ihn bis zum Selbstmordversuch getrieben, und jetzt… diese Fürsorge, keine Rede mehr von Liebe oder gar körperlichen Annäherungsversuchen… Er verstand es einfach nicht. Wieder musste er an Chichi denken, aber seine Wut hatte auch hier etwas nachgelassen. Durcheinander und ratlos schlief er wieder ein. Der Prinz war indessen in seinen privaten Trainingsraum gegangen. Er hatte seit Tagen nichts anderes getan, als sich um Kakarott zu kümmern. Umso härter trainierte er heute. Ließ all seinen Frust an den Sandsäcken aus, und konnte doch an nichts anderes denken. Eben, eben wäre fast so etwas wie Vertrautheit aufgekommen, ein ganz zartes Sich-Verstehen… Bis er diesen dämlichen Ausspruch bringen musste! Wütend schlug er auf den Sandsack ein. Er wollte doch nichts als Kakarotts Freundschaft gewinnen.. Jedenfalls erstmal.. ‚Dein Blut fließt in mir..’ er schloss die Augen. Ein gutes Gefühl. Ein Teil von ihm war eins mit Kakarott… Das Abendläuten ertönte. Er duschte und machte sich auf den Weg, um Kakarott das Abendessen zu bringen. Doch plötzlich befiel ihn eine unbestimmte Scheu. Er wusste nicht, was er zu ihm sagen sollte. Er beschloss, bis nach dem Essen zu warten und ihn nur zu verarzten. Auch Kakarott hörte das Läuten in seinem Zimmer. Er dachte an die Abende, an denen er nach dem Abendläuten immer zum Prinzen beordert worden war. An das, was dann jedesmal folgte. Er schluckte. Es war so erniedrigend gewesen! Doch wenn er jetzt mit dem Prinzen zusammen war, kam es ihm vor, als ob dies ein böser Traum gewesen war, er konnte es sich fast nicht mehr vorstellen, dass dies derselbe Mensch war, der ihn so missbraucht hatte. Er seufzte. Was war nur mit ihm los? Noch vor wenigen Tagen hatte er Vegeta aus tiefster Seele gehasst, doch sein Hass schwand immer mehr dahin. Er verstand sich selbst nicht mehr. Er ertappte sich dabei, wie er auf die Tür starrte. Wollte der Prinz ihm nicht das Abendessen bringen? Als die Tür sich öffnete, schreckte er auf und schloss schnell die Augen. Der Servierwagen wurde an das Bett geschoben. Er öffnete die Augen wieder, und sah eine Bedienstete, die ihm Suppe in die Schüssel füllte. Zu seinem Erstaunen fühlte er eine leise Enttäuschung. Doch er brachte es nicht über sich, nach dem Prinzen zu fragen. Die Dienerin reichte ihm schweigend das Essen und entfernte sich. Nachdem sie die Tür geschlossen hatte, grollte Kakarott vor sich hin „Hat’s wohl nicht nötig, seine Hoheit!“ Dann begann er zu essen, nicht ohne sich zu fragen, warum er denn jetzt wohl so beleidigt war… Nach dem Essen kam die Heilerin, um sich seine Wunde anzusehen. Nachdem sie den Verband abgenommen hatte, nickte sie. „Ihr seid in guten Händen, Kakarott“ sagte sie lächelnd. „Eure Verletzung heilt zufriedenstellend. Bald könnt ihr wieder aufstehen“ Erfreut sah Kakarott sie an. „Wann?“ fragte er. Er brannte darauf, mit dem Training zu beginnen. Irgendwie wollte er jetzt doch leben. Und sein Leben war kämpfen. Doch die Heilerin, die etwas Salbe auf seine Verletzung aufgetragen hatte und ihm bereits einen neuen Verband anlegte, mäßigte seinen Eifer. „Eine Woche Bettruhe noch, und regelmäßig die Medizin einnehmen. Ich lasse Euch noch die Salbe hier, sie muss zweimal am Tag aufgetragen werden. Soll ich Euch täglich einen Masseur schicken?“ Kakarott stutzte. Wollte er das? Oder… Zu seiner eigenen Überraschung hörte er sich sagen: “Danke, dafür hat der Prinz bereits Sorge getragen.“ „In Ordnung, das ist nämlich sehr wichtig. Ich werde bald wieder nach Euch sehen.“ Sie verabreichte ihm seine Medizin und verabschiedete sich „Gute Besserung, Kakarott.“ „Danke.“ Sie war fertig und verließ den Raum. Vor der Tür traf sie auf den Prinzen und berichtete von Kakarotts Fortschritten. Er wollte in das Zimmer, doch als er hörte, dass sie bereits den Patienten versorgt hatte, ließ er es lieber sein. Was sollte er denn jetzt mit ihm reden? Er begab sich in sein Arbeitszimmer und setzte sich an seinen Schreibtisch. Düster starrte er vor sich hin. „Blöde Kuh! Wieso hat sie denn das alles schon fertig?“ schmollte er. Unschlüssig sah er sich um. Was wollte er denn jetzt machen? Er entschloss sich, ein paar Stunden zu schlafen und im Morgengrauen wieder zu trainieren. Zum Frühstück würde er wieder nach Kakarott sehen. Und davon würde ihn nichts und niemand abhalten. Er warf sich auf das Ruhebett und fiel wider Erwarten in einen tiefen Schlummer. Währenddessen lag Kakarott in seinem Bett und wartete. Er wollte es nicht zugeben, aber er wartete auf den Prinzen. ‚Er wollte doch kommen. Blödmann. Warum versetzt er mich denn?’ dachte er wütend. Auch wütend auf sich selbst. ‚Was will ich denn von dem? Der kann mich kreuzweise. Mistkerl.’ Aber irgendwie machte sich wieder diese Enttäuschung in ihm breit. ‚Ist doch klar, dass du wütend bist!’ beruhigte er sich selbst. ‚Er sperrt dich hier ein und dann lässt er dich alleine versauern!’ Vorsichtig drehte er sich auf die Seite, und ächzte vor Schmerz. „Daran ist auch dieser Bastard schuld!“ murmelte er, bevor die Medizin wieder dafür sorgte, dass er einschlief. Er dachte noch ‚Ich werde noch süchtig nach Schlafmittel, wenn das so weitergeht’, dann war er eingeschlafen. Am nächsten Morgen wachte er davon auf, dass Geschirr in seinem Zimmer klapperte. Er öffnete die Augen und sah den Prinzen, der gerade ein Tablett mit Leckereien füllte. Dieser sagte: „Guten Morgen, Kakarott, Frühstück ist fertig. Du darfst wieder normal essen, hat die Heilerin gesagt.“ Kakarott freute sich, den Prinzen zu sehen, und ärgerte sich gleichzeitig darüber, dass er so empfand. Er war auch noch verstimmt wegen des Abends vorher, obwohl er das nie zugegeben hätte. „Toll, ich würde aber lieber aufstehen und alleine in meinem eigenen Quartier essen“ maulte er deshalb. Ein Schatten flog über das Gesicht des Prinzen. Musste ihm Kakarott denn bei jeder Gelegenheit seine Ablehnung unter die Nase reiben? Doch er überspielte es. „Nun iss erstmal, dann sehen wir weiter!“ sagte er versöhnlich. Er staunte über seine Beherrschung, doch irgendwie fiel es ihm leicht, nicht wütend zu werden. Kakarott langte kräftig zu, und seine Laune besserte sich zusehends. Am Ende der Mahlzeit lehnte er sich zufrieden zurück, und seufzte. „Ah, das hat gut getan nach all dieser Suppe!“ „Dann können wir ja jetzt die Medizin nehmen und den Verband wechseln!“ bestimmte der Prinz und entfernte das Tablett. „Wir? Willst du auch Medizin nehmen?“ grummelte Kakarott. Der Prinz grinste nur und begann, den Verband zu lösen. Ohne Murren ließ Kakarott sich verarzten, und als der Verband wieder frisch war, fragte der Prinz: „Soll ich dich jetzt massieren?“ ‚Na endlich’ dachte Kakarott, ‚ich dachte, du fragst nie!’ Laut sagte er jedoch: „Wie du willst!“ und drehte sich gespielt gleichgültig auf den Bauch. Der Prinz fühlte jetzt langsam einen leichten Ärger in sich aufsteigen. „Pah, dann eben nicht. Ich werde dir nichts aufzwingen“ antwortete er provozierend und wollte aufstehen. „Nun, äh, ja, bitte, doch…“ stammelte Kakarott. ‚Was tust du denn da? Lass ihn doch abhauen’ dachte er gleichzeitig. Der Prinz musste wider Willen grinsen. ‚Aha, hat dir wohl doch gefallen, wie?’ dachte er und legte seine Hände auf Kakarotts Schultern. Behutsam begann er ihn zu kneten. Zuerst versteifte dieser sich, doch nach und nach entspannte er sich immer mehr, bis er schließlich wohlig seufzte. Dem Prinzen wurde es warm. Es fehlte nicht viel, und er würde Kakarotts Nacken küssen! Er musste aufhören.. sonst.. Da drehte Kakarott sich um. „Danke, das ist genug“ sagte er. Der Prinz sah ihm in die Augen. ‚Hilfe, ich kann mich nicht beherrschen…’ er beugte sich langsam herunter. Kakarotts Augen weiteten sich. ‚Was tut er da? Will er..’ er lag völlig still. Erst im letzten Moment schnellten seine Hände vor, drückten gegen die Brust des Prinzen. „Lass mich bloß in Ruhe!“ schnauzte er ihn an. Dieser richtete sich schnell wieder auf. „Was denn? Alles im grünen Bereich!“ blaffte er zurück, stand auf und griff nach dem Tablett. „Bis heute mittag!“ Damit verließ er Kakarott, der völlig aufgewühlt in seinem Bett zurückblieb… Was war das denn eben? Was der Prinz wollte, war ihm sofort klar gewesen. Aber er hätte es fast zugelassen! War er jetzt auch schon verwirrt? Aber nein, sicher lag es an der Medizin. Sie machte ihn immer so müde… Trotzig dachte er an Chichi. An ihr gemeinsames Kind. Aber irgendwie wirkte das alles so fern… Wie stand er denn nun zu Vegeta? Er schüttelte den Kopf. Wahrscheinlich hatte er einfach Mitleid mit ihm. Vegeta schien ihn aus irgendeinem verrückten Grund tatsächlich zu lieben. Dafür konnte Kakarott zwar nichts, aber Mardek hatte schon recht. Er war der Grund für den Zustand des Prinzen, ob er es wollte oder nicht. Und dieser tat ihm jetzt irgendwie leid. Es war nur Mitleid.. ganz sicher.. Der Prinz lief in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Das hätte nicht passieren dürfen. Er brach sein Versprechen, Kakarott nicht anzurühren. Fast hätte er die Beherrschung verloren. Er fühlte, wie sein Verlangen wieder erwachte. Das durfte nicht sein! Er hatte Kakarott dadurch schon einmal fast umgebracht… Heute mittag würde ihm jemand anderer das Essen bringen, und den Verband am Abend sollte die Heilerin wechseln, er konnte nicht zu Kakarott gehen. Er wusste nicht, ob er sich dann noch beherrschen konnte. Verdammt! Er wollte ihn sehen! Aber es ging nicht. Er konnte es nicht riskieren. Er ging hinaus. Er würde ein wenig ausreiten, das hatte ihm schon immer geholfen, auf andere Gedanken zu kommen… Kurz vor dem Mittagessen erwachte Kakarott wieder. Er nahm sich vor, mit der Heilerin zu sprechen, wenn sie das nächste Mal kam. Er wollte kein Schlafmittel mehr! Sein Leben bestand nur noch aus Essen, Schlafen und verarztet werden. Er hatte genug davon! Er wollte endlich wieder aufstehen! Die Tür ging auf und eine Dienerin brachte das Essen. Wieder fühlte Kakarott diese leise Enttäuschung. Der Prinz kam nicht? Dafür betrat Mardek den Raum. „Hallo, wie geht es dir?“ „Besser. Ich möchte bald aufstehen. Vor allem will ich kein Schlafmittel mehr bekommen.“ „Es hat dir gutgetan. Aber vielleicht ist jetzt wirklich genug damit. Die Heilerin kommt heute abend wieder zu dir.“ Kakarott brannte darauf zu wissen, wo der Prinz war, brachte es aber nicht über sich, nach ihm zu fragen. Doch er erfuhr es auch so. „Der Prinz läßt dir Grüße ausrichten, er wird dich morgen wieder aufsuchen. Im Moment ist er ausgeritten. Er brauchte mal etwas Abwechslung…“ Mardek sah, wie Kakarotts Miene sich verschloss. ‚So ist das also. Er braucht Abwechslung. Und ich? Ich kann hier versauern!’ Niemals hätte Kakarott sich eingestanden, dass er sich auf den Besuch des Prinzen gefreut hatte… Die Zeit bis zum Abendessen verging quälend langsam. Als er fertig gegessen hatte wartete er ungeduldig auf die Heilerin. Sie untersuchte ihn und war sehr zufrieden. „Sehr gut, das heilt wirklich schnell!“ „Dann könnte ich ja auf dieses Schlafmittel endlich verzichten, oder?“ Doch er irrte sich. „Kakarott, es handelt sich um ein Kombinationspräparat, das Euch sehr gut hilft. Warum es absetzen? Noch 2, maximal 3 Tage, und Ihr seid wieder auf den Beinen!“ sagte sie streng. „Bitte haltet Euch an meine Anweisungen! Oder wollt Ihr hier noch länger ans Bett gefesselt sein?“ „In Ordnung. Ich werde tun, was Ihr sagt!“ resignierte er. Nachdem sie gegangen war, starrte er an die Decke. Der Prinz war nicht gekommen. So ein Schuft. Ließ ihn hier allein ’rumliegen und amüsierte sich. Mit diesen düsteren Gedanken schlief er schließlich ein. Der Prinz hatte sein Abendessen im Arbeitszimmer zu sich genommen und lief wieder unruhig auf und ab. Er wollte zu Kakarott. Er hatte einfach das Bedürfnis, ihn zu sehen. Er konnte ihn ja einfach mal fragen, wie es ihm ging. Versorgt war er ja, also brauchte er ihm nicht zu nahe kommen. Er machte sich auf den Weg zu seinem Gemach und spähte vorsichtig hinein. Kakarott lag regungslos auf dem Bett. Leise schloss der Prinz die Tür und ging auf das Bett zu. Kakarott schlief schon wieder fest. Vegeta setzte sich auf den Sessel neben dem Bett und betrachtete den schlafenden Krieger. Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. „Ich liebe dich..“ murmelte er vor sich hin. Vorsichtig nahm er Kakarotts Hand in seine. Dieser regte sich nicht. „Es tut mir wahnsinnig leid, was ich dir angetan habe! Wenn ich könnte, würde ich alles ungeschehen machen. Aber das kann ich nicht. Also versuche ich, es anders gut zu machen. Obwohl das wohl nie gut genug sein wird..“ Er lehnte sich im Sessel zurück, ohne Kakarotts Hand loszulassen. Dieser schlief weiter, und auch der Prinz fiel in einen leichten Schlummer. Irgendwann erwachte Kakarott, und spürte sofort die Berührung an seiner Hand. Er schlug die Augen auf und konnte im Halbdunkel den Prinzen auf seinem Sessel sitzen sehen. Er schlief, und hielt immer noch Kakarotts Hand locker in seiner. Kakarott schloss die Augen wieder und versuchte sich darüber klar zu werden, was er dabei empfand. ‚Eigentlich müsste ich meine Hand wegreißen, aber ich will es nicht. Warum nicht? Tut er mir wirklich nur leid?’ Er wünschte, er könnte mehr erkennen, doch es war zu dunkel im Zimmer. Vorsichtig drehte er sich auf die Seite. Dabei glitt seine Hand aus der des Prinzen. Dieser regte sich. „Kakarott? Bist du wach?“ flüsterte er. Der reagierte lieber nicht, tat so, als ob er fest schliefe. Der Prinz stand auf. Gespannt wartete Kakarott. Würde er das Zimmer verlassen? Da merkte er, dass der Prinz sich auf das Bett setzte, und sich dann dicht hinter ihn legte. Sein Herz stockte. Was kam jetzt? Vorsichtig legte Vegeta einen Arm um Kakarott, indem er es sorgfältig vermied, an die Verletzung zu stoßen, und zog ihn sanft an sich. „Ich liebe dich…“ murmelte er an seinem Nacken und küsste ihn ganz leicht unter dem Haaransatz. Ein Schauder erfasste Kakarott, er unterdrückte ein Keuchen. Er wagte kaum Luft zu holen. Hoffentlich spürte der Prinz nicht, wie sein Herz raste…Lange lag er völlig still da, bis er plötzlich merkte, dass Vegeta eingeschlafen sein musste, denn er atmete ganz regelmäßig. Was sollte er jetzt tun? ‚Schmeiß ihn raus. Was soll das?’ … aber es fühlte sich so gut an… ‚Warum tust du das? Hat er dir nicht genug angetan?’ Kakarott traute seinen eigenen Gefühlen nicht mehr. Wieso hatte er sich nicht gewehrt? Und warum fand er es so angenehm, in Vegetas Arm zu liegen? Er schloss die Augen. Solange Vegeta nicht wusste, dass er wusste, dass Vegeta ihn im Arm gehalten hatte, solange war es so, als ob nichts geschehen wäre, sagte er sich. Irgendwann schlief auch er, mit einem Gefühl der Geborgenheit, wieder ein … To be continued… Teil 4 |
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