Weiß Kreuz RPG `Romeo und Julia’ Teil 2                                                    back

Farfarello
*Nagi sitzt neben mir im Auto und nur jemand der schon so lange mit ihm zusammenlebt wie ich kann erkennen das er ein bisschen aufgeregt ist.es war wesentlich einfacher, ihn zu diesem kleinen Kongressbesuch zu ´überreden´als ich mir gedacht hatte. eine kleine beiläufige bemerkung über einen artikel den ich angeblich gelesen hatte, der name von diesem computerguru und schon bekam nagi diesen niedlich schmollenden hundeblick den er immer dann bekommt wenn er irgendetwas ganz spezielles von mir will und weiß, dass es nicht einfach wird mich zu überreden. Und mich samstags morgens um halb sechs aus dem Bett zu jagen damit ich ihn irgendwo in der Pampa absetzen kann und er auch ja nichts an Vorträgen verpasst gehört normalerweise zu den schwierigen Sachen. Dementsprechend habe ich mich auch zwei Tage lang belagern lassen bevor ich zugestimmt habe ihn zu fahren, alles andere wäre auffälig gewesen. Zwischenzeitlich habe ich mich aber wirklich gefragt ob es eine gute Idee war ihn auf diesen kongress anzusetzen... denn kaum hatte ich ja gesagt war von Nagi nichst anderes mehr zu hören als begeistertes Fachchinesisch, dieser Experte, der als Stargast auf der Veranstaltung auftritt muss wirklich so etwas sein wie der heimliche Gott der Hackerszene. Ausserdem hatte ich immer wieder kleine Anfälle von schlechtem gewissen,denn nagi hatte mich, um mich für die ´umstände´ zu entschädigen die ich mir seinetwegen mache, die ganze woche auf das äusserste verwöhnt. Sogar meinen kochdienst hat er übernommen und sich mehr als nur ein bisschen angestrengt das auch etwas -genießbares- auf den tisch kommt, vor allem etwas das möglichst noch zu meinen lieblingsgerichten gehört. Das -kann- einem schon ans gewissen gehen, schliesslich ist diese ganze kongresssache ja auf meinem und siberians mist gewachsen, und als mehr oder weniger hinterhältige verkupplungsaktion geplant. Nagi würde mich unangespitzt in den boden rammen wenn er wüsste, dass alles nur eine show war um ihm einen tag mit bombay aufzuzwängen. Also hoffen wir doch mal das er es nie erfährt ne? Auf jeden Fall bin ich mit meinen zweifeln nicht alleine, meinem kätzchen geht es auch nicht viel anders. Wir hatten uns gestern noch mal kurz getroffen um alles noch mal zu besprechen...jedenfalls war das auch -ein- grund warum wir uns getroffen haben. Ich schmunzele leicht vor mich hin als ich mich an ein paar szenen unseres kleinen ´arbeitsgespräches´von gestern erinnere. Hoffentlich läuft alles so wie wir es geplant haben, denn ausser dafür sorge zu tragen das -wirklich- kein zimmer mehr frei ist können wir nichts weiter tun ausser den dingen ihren lauf zu lassen und zu hoffen das die beiden sich auch über den weg laufen. Und ich würde es den beiden mehr als nur ein bisschen gönnen wenn sie sich finden, vor allem im übertragenen sinne des wortes. Ich kann einen kleinen anflug von nervosität nicht verhindern als ich vor dem haupteingang des kongresszentrums anhalte und nagi seine sachen zusammensucht um auszusteigen.*ich hole dich dann heute abend um sieben wieder hier ab okay? * er nickt knapp und macht die autotür auf,zögert kurz,und beugt sich dann noch mal zu mir rüber um mir einen kuss auf die wange zu geben.´danke das du dir die ganze mühe machst farf.das ist wirklich lieb von dir.´...autsch. ich habe große mühe nicht verlegen zu klingen als ich ihn leicht in die seite knuffe und anlächele.* so bin ich halt. Und jetzt raus mit dir und mach dir einen schönen tag chibie. er lächelt zurück und steigt jetzt endgültig aus. Ich atme erleichtzert auf als ich mich wieder auf den heimweg mache. Phase eins gut überstanden...jetzt muss ich mir nur noch was schlaues einfallen lassen warum ich ihn -doch- nicht abholen kann...und vor allem warum ich nicht einfach schuldig schicke. Am besten ich weihe den telepathen in unsere kleinen pläne ein, ahnen tut er anscheinend ohnehin schon was. Und bei solchen spielchen ist er immer mehr als nur etwas bereitwillig mitzumischen.*

Ken
*Seit 5 Uhr früh ist Omi wach, schon vor dem Frühstück hat er sich den Veranstaltungsplan des Symposiums aus dem Netz gezogen und ausgedruckt, und sitzt nun Cornflakes kauend und lesend am Küchentisch.  `Wow, nachmittags um zwei ist der Vortrag, danach die Podiumsdiskussion und dann kommt sogar noch ein Programmierworkshop!! Gut, dass ich da übernachte, so kann ich bis Mitternacht dabeibleiben. Mann, Matzsuzaki-sama hat echt Stehvermögen! Zehn Stunden am Stück dem Publikum zur Verfügung zu stehen…’ er klopft  vergnügt auf sein VIP-Ticket, dass er schon vor Monaten bestellt hat. Es hat ein Vermögen gekostet, aber Omi ist ja schließlich auch nicht arm - wenn es auch Takatori-Vermögen ist. Irgendwie scheint er sich damit arrangiert zu haben, dass er ein Abkömmling eines der miesesten Verbrechers in ganz Tokyo ist … ich betrachte ihn  mit einem warmen Gefühl. Schön, dass der Chibie sich so begeistern kann… gleichzeitig habe ich ein leichtes Magengrimmen. –War- es eine gute Idee, das mit Nagi so einzufädeln? Ich bin sicher, dass Omi mir das übel nehmen würde. Klar mag er Naoe, das ist offensichtlich und er hat es mir ja auch eingestanden. Aber so eine Einmischung in sein Privatleben… `He, Ken, bist du muffig weil du meinetwegen so früh aufstehen musstest?’ Er guckt mich besorgt an. O nein, auch das noch! Jetzt hat –er- womöglich noch ein schlechtes Gewissen! Yohji kommt verschlafen in die Küche und schnappt sich einen Becher Kaffee. `Meine Güte was für ein Aufruhr. Man könnte meinen Omi geht zu einem heißen Date, aber nein, er geht zu einem –Computer-Symposium!-‚ er zwinkert dem Chibie schelmisch zu. Dieser guckt ihn erbost an. `Das –ist- ein heißes Date!! Matsuzaki-sama ist der absolute Guru der…’ Yohji grinst nur. `Naoe-`sama’ geht aber nicht zufällig auch dahin, ne?’ Yohji hört das Gras wachsen wenn es um Liebesdinge geht und hat natürlich irgendwann geschnallt dass Omi Nagi zumindest –mag-. Dieser läuft jetzt rot an und ich könnte Yohji augenblicklich durch die Wand drücken und funkle ihn wütend an. Will der mir meinen Plan versauen?* Lass Omi in Ruhe, Kudou! *Er grinst noch breiter. `Yare yare, Hidaka-kun, ist ja schon gut!’ Er verzieht sich mit seinem Kaffee und das ist auch besser für ihn…* Nimm’s leicht, Omi. Er ist nun mal so. *Omi guckt mich an und der Schmerz in seinem Blick trifft mich.* So schlimm? *Er nickt und tippt resigniert auf seine Eintrittskarte. `Damit könnten sogar zwei Leute zu dem Workshop, steht im Programm, ich könnte einen Begleiter mitnehmen…’ Ich runzle die Brauen. Es scheint immer dringlicher zu werden, dass die beiden sich auf dem Event begegnen…* Na komm, Chibie. Fahren wir. Falls wir zu früh dran sind, trinken wir halt noch einen Kaffee zusammen oder so.. *er nickt und sieht schon wieder ganz fröhlich aus, als er seine Laptoptasche schultert. `Ok. Bin bereit.’ Offensichtlich ist die Aussicht `Matsuzaki-sama’ leibhaftig zu treffen, im Moment wichtiger als ein gewisser kleiner `schwarzer’ Eisblock… Auf der Fahrt schildert mir Omi in leuchtenden Farben, was er besagten Guru alles fragen wird und von ihm zu lernen gedenkt. Ich bin kein Computerfreak, also rauschen die Fachbegriffe mehr oder weniger an mir vorbei. Nur eins verstehe ich: Omi ist richtig glücklich. Und ich auch… hoffentlich klappt alles so, wie Farf und ich es uns ausgedacht haben. Bei dem Gedanken an Farfarello kribbelt es in meinem Bauch, und ich muss lächeln. Ich bin froh, dass im Schwarz Haushalt die Waschmaschine kaputt gegangen ist… und irgendwie werde ich, nein, werden –wir- einen Weg finden, uns zu sehen ohne es verbergen zu müssen… ebenso wie Omi und Nagi, wenn es denn so weit kommt. Was ich hoffe.
Wir sind endlich am Tagungsort angekommen. Meine Güte, hier ist aber wirklich der Hund begraben. Nur das Kongress-Center und das angeschlossene Hotel, ein Restaurant und eine Tankstelle. Das war’s. Kein Entkommen für Naoe, egal was er auch versucht. Omi schultert seine Tasche und kontrolliert zum hundertsten Mal die Karte, die an einem Stoffband um seinen Hals baumelt.* Deine Eintrittskarte in die Hacker-Seligkeit, hm? *schmunzele ich. Er grinst nur und öffnet die Tür. `Wollen wir noch einen Kaffee trinken?’ Ich blicke mich suchend um. Kaum noch Parkplätze. Ich schüttle den Kopf. * Iie. Geh du mal, es ist ja schon fast neun! *Mit unverkennbarer Erleichterung nickt Omi mir breit lächelnd zu. `Also bis morgen, KenKen, und danke noch mal für’s fahren… du bist echt lieb!’ Wieder packt mich das schlechte Gewissen. Habe ich ihn jetzt böse gelinkt, oder nicht? Was, wenn Naoe ihn wieder eiskalt abfahren lässt? Dann ist der schöne Tag, der es eigentlich hatte werden sollen, gelaufen… ich schüttle den Gedanken ab. Jetzt ist es dafür eh zu spät!* Hai, Chibie. Viel Spaß und bis morgen! *`Hai. Danke, bis morgen!’ Damit wendet er sich dem Eingang zu und ich fahre langsam los. Vielleicht sehe ich ja Farfarello noch irgendwo… ich habe Sehnsucht nach seiner Umarmung.*

Nagi
*Die Schlange an der Kasse ist ziemlich lang und ich bin froh, dass ich Farf dazu bekommen habe so früh zu fahren. Und es war eine mehr als gute Idee, eine Karte telefonisch zurücklegen zu lassen, denn alle vor mir die gehofft hatten, noch eine ergattern zu können haben Pech gehabt. Ich habe auch nur noch eine ´ganz normale´ Eintrittskarte bekommen, alle VIP Karten waren schon ausverkauft. Kein Wunder, wer würde sich schon einen Workshop bei Matsuzaki-sama entgehen lassen? Es ärgert mich schon ein bißchen, dass ich erst so spät von diesem Kongress erfahren habe, und ich danke Farf geistig, dass er mir Bescheid gesagt hat. Laptop und Veranstaltungsplan unter dem Arm und Eintrittskarte um den Hals knuffe und puffe ich mich durch die Menschenmassen im Foyer. Es ist wirklich manchmal angenehm, Telekinet zu sein, jedenfalls bei solchen Massen. In einem ruhigeren Eckchen angekommen beschaue ich mir den Plan.hmmm...der vortrag in saal b sieht interessant aus...aber der ist erst in einer stunde.also noch zeit sich mal ein bisschen im ´händlerraum´umzugucken.kaufen kann man zwar nichts,aber vielleicht sehe ich ja das ein oder andere Teil das ich gebrauchen könnte.*

Omi
*Ich habe mir die Veranstaltungen, die ich auf keinen Fall verpassen will, notiert und stehe jetzt im Buchforum. Es gibt eine Leseecke, wo man alle Publikationen der Referenten ausleihen kann. Ich stürze mich mit Begeisterung auf die neueste Veröffentlichung von Matsukaki-sama, exclusiv für diese Veranstaltung. Dank meiner teuren Karte bekomme ich auch sofort ein Exemplar ausgehändigt. Ein ältlicher Professoren-Typ will sich beschweren, aber der Mann an der Ausgabe lächelt mir zu und reicht trotzdem –mir- die Schrift. `Es tut mir leid, sensei, aber diese Exemplare sind ausschließlich für VIP-Besucher reserviert. Ich kann leider nichts tun.’ Er blickt bedauernd auf die lapidare Universitätskarte des Profs. Ich sehe diesen schüchtern an.* Sensei… wenn Sie wollen, können Sie es haben. Ich kann es ja danach noch lesen. *Überrascht sieht mich der Mann an und greift erfreut zu. `Danke, das ist sehr nett von dir!’ Der Mann am Büchertisch sieht mich erstaunt an. `Nobler Zug von dir! Hier – ich schenk dir ein Exemplar! Kannst es dir ja signieren lassen!’ Bevor ich mich bedanken kann ist er schon wieder sehr beschäftigt und selig stecke ich die Schrift in meinen Rucksack. Ich –werde- es signieren lassen. Und wenn es das letzte ist, was ich tue! Ich blätttere noch in einigen anderen Zeitschriften aber es ist nichts dabei, was ich nicht aus dem Web schon kennen würde. Unschlüssig sehe ich mich um. Was mache ich jetzt? Ich verlasse den Leseraum und lasse mich zu einer Ausstellung schieben `programmiern Gestern und Heute’. Auch nichts besonderes. Das kenne ich seit ich eine Tastatur bedienen kann, also etwa seit acht Jahren…  und die seitdem stattgefunden habenden Fortschritte kenne ich genau. Also muss ich wohl warten. Das einzige was mich wirklich interessiert ist sowieso Matsuzaki-samas Veranstaltungsreihe. Ich beschließe, mir einen Tee zu gönnen. Geld habe ich genug dabei, und Zeit auch noch, denn der erste Vortrag der mich interessiert beginnt erst in einer dreiviertel Stunde. Im Restaurant ist hochbetrieb, klar. Auf dem Weg zur Selbstbedienungstheke sehe ich aus dem Augenwinkel eine schlanke Gestalt mit schulterlangen Haaren. Im ersten Moment halte ich das dunkelblaue Hemd mit Stehkragen für unsere Schul-Uniform. Ich zucke zusammen. Nagi?!! Dann sehe ich, dass es gar keine Uniform ist und schüttle den Kopf. So ein Quatsch! Er ist bestimmt nicht hier… ein kleiner vorwitziger Gedanke, dass ihm so ein Outfit aber sicher gut stehen würde, schleicht sich in meinen Kopf und ich schüttle ihn erneut, heftiger diesmal. Hier und heute werde ich –nicht- über ihn grübeln…*

Nagi
*Der Händlerraum macht erst um 11 auf wie ich festgestellt hatte -nachdem- ich mich durch die Menschenmassen gezwängt habe und vor noch verschlossenen Türen stehe. Unschlüssig, was ich stattdessen tun soll schlendere ich durch die verschiedenen Ausstellungen. Es ist nichts wirklich interessantes dabei und nach einem Blick in den vollkommen überfüllten Leseraum entscheide ich mich erstmal für ein kleines Frühstück. Als wir losgefahren sind war es noch zu früh, so zeitig am morgen habe ich keinen Appetit. Aber mittlerweile knurrt mein Magen und nach einigem Gedränge und Geschubse bin ich im Besitz einer Tasse Tee und eines etwas undefinierbar aussehenden Gebäckstücks das sich nach vorsichtiger Verkostung als Apfeltasche herausstellt. Ich ergattere einen der wenigen freien Plätze und blättere in meinem Veranstaltungsprogramm während ich esse. Die -wirklich- interessanten Sachen mit Matsuzaki-sama sind erst heute Nachmittag.. aber ich werde mich wohl beschäftigt bekommen. Ich lockere den Kragen meines Hemdes etwas, es ist wirklich warm hier drinnen.. aber Farf hat gedrängelt ob ich denn nicht mal was `Hübsches´ anziehen will wenn ich schon einen meiner `persönlichen Helden´treffe und solange genervt bis ich mich in das Oberteil hab stecken lassen das Schuldig mir mal mitgebracht hat. Ich sehe zwar keinen wirklichen Vorteil darin ob ich jetzt dieses oder ein anderes Teil anhabe, aber wenn es Farf glücklich macht...*

Omi
*Mit einer Tasse Tee und einigen Reishäppchen ausgestattet suche ich ein Plätzchen an dem ich mich niederlassen kann. Die Tische hier drin sind weit und breit besetzt also nehme ich mein Tablett und gehe in den Flur. Hier sind auch noch Tische und Stühle, und es ist etwas mehr Platz und nicht ganz so warm. Ich geselle mich zu drei wichtig aussehenden Herren. Während ich esse lausche ich ihrem Gespräch. Offensichtlich irgendwelche Web-Designer. Sie werfen mir bemüht unauffällige Blicke zu, anscheinend stutzen sie über meine Jugend, aber keiner sagt etwas. Die VIP-Karte scheint zu ziehen… Ich trinke in Ruhe meinen Tee aus und verabschiede mich dann höflich von den dreien. /Ja, das habt ihr wohl noch nicht gesehen, ein Teenie auf nem Programmierer-Kongress…/ Als ich das Tablett zur Geschirr-Rückgabe bringe sehe ich wieder diese Gestalt in Blau. Scheint auch nicht besonders alt zu sein.. Mal sehn ob ich ihn ansprechen kann. Es ist bestimmt lustiger, wenn man jemanden seines Alters zur Gesellschaft hat. Und die gleichen Interessen haben wir ganz sicher….

Nagi
*ich beeile mich mit meinem tee,es ist mir hier wirklich zu voll und zu laut um lange zu bleiben. und diese nervige angafferei geht mir auch auf die nerven. ich kann ja schliesslich nichts dafür das ich gut 20 jahre jünger bin als der rest der anwesenden. ich kämpfe mich wieder aus der cafeteria und versuche einfach mal auf geratewohl eine richtung. mal sehen wo ich ankomme. ein abgedunkelter raum vor dem kaum leute sind erregt meine aufmerksamkeit und ich schaue neugierig durch die schweren vorhänge. hier ist es kühler und ich kann das surren einiger leistungsstarker rechner und leise gespräche hören als ich den vorhang hinter mir zufallen lasse. ein seltsames objekt schwebt vor mir in der luft, offensichtlich wird hier eine hologramm-software vorgeführt. ich kenne zwar schon alles was auf dem markt ist, ich habe selber mal mit dem gedanken gespielt mir so etwas zuzulegen und mich informiert, aber die willkommene kühle und das spärliche publikum bringen mich doch dazu noch etwas zu bleiben. der referent erläutert kurz wie das ganze funktioniert und bietet dann interessierten an selber etwas auszuprobieren. helfer und zuschauer verteilen sich an den verschiedenen arbeitsstationen und schon bald flackern im wechsel die verschiedensten dreidimensionalen objekte durch die luft. auf eine einführung habe ich keine lust aber ich entdecke in einer ecke einen freien rechner und setze mich. die benutzeroberfläche ist ziemlich einfach und schon bald habe ich raus was ich machen muss um aus den vorgegebenen kreisen und rechtecken etwas dreidimensionales zusammenzubauen. nach ein paar minuten drücke ich schon auf enter und auf der hologrammfläche erscheint eine ziemlich nette version von godzilla. ich seufze leicht während ich wieder aufstehe. Ja, ganz nett aber zu einfach für meinen geschmack*

Omi
*Sobald ich mein Tablett los bin sehe ich mich nach dem anderen Jungen um, aber er ist bereits draußen auf dem Flur, ich kann gerade noch seinen Kopf im Gewühl verschwinden sehen. Ich versuche ihm nachzueilen, aber es ist einfach zu voll hier und so gebe ich es seufzend auf. Vielleicht auf einer der Einzelveranstaltungen.. Falls er keine VIP-Karte hat, kann ich ihn ja fragen, ob er mit zum Workshop gehen will. Doch jetzt überlege ich erstmal, was –ich- bis 14 Uhr mache. Eine kleine Notiz erregt meine Aufmerksamkeit. Man kann auch Spiele programmieren. Das sehe ich mir an! Ich hoffe doch, dass das hier etwas anspruchsvoller als unser `Monte Carlo’ dingsda ist. Hoffentlich ist es da nicht so überfüllt, Spiele sind schließlich ein nicht zu verachtender Marktfaktor. Na egal, ich sehe mir das jedenfalls mal an.*

Nagi
*Ich wandere ein bisschen ziellos durch die Flure und weiß mal wieder nicht, was ich mit mir anfangen soll. Es gibt zwar eine Menge interessanter Sachen aber alles ist hoffnungslos überfüllt und an den meisten Eingangstüren werde ich nur noch mit einem `Gomen aber hier ist alles besetzt versuchs in einer halben Stunde nochmal´ oder `Zutritt nur für Inhaber von VIP-Karten´ abgespeist. Ein ganz klein wenig frustriert lande ich schliesslich in einem Workshop für die Simluation verschiedener geographischer Vorkommnisse und schaue  mir an, was alles bei einem Erdbeben Stärke 6 in Tokio kaputtgehen würde. Was mich allerdings nicht sonderlich lange fesseln kann, denn alles was gezeigt wird sind fertige Videoclips und ein bisschen trockenen Theorie, um so etwas `live´ zu programmieren reicht die Rechnerleistung hier bei weitem nicht. Ich schaue zum wiederholten Male auf die Uhr und beschließe dann schon mal in den Saal zu gehen in dem der Vortrag stattfindet den ich hören will. Der geht über eine Stunde und die ganze Zeit stehen will ich nicht. Ich weiss zwar nicht ob `die neuesten Erkenntnisse bei der Internetsicherheit´ viele hier interessiert, es sind hauptsächlich Geschäftsleute da und die wenigstens machen den Eindruck Hacker zu sein, aber man kanns ja nie wissen nicht wahr. Ich suche mir einen Platz möglichst hinten im Raum, sehen kann ich von hier aus gut, das ganze ist aufgebaut wie ein Theater mit versetzen Stuhlreihen. Den Laptop auf den Knien warte ich darauf, dass es anfängt, während der Saal sich füllt*

Omi
*Spiele programmieren ist öde. Diese Erkenntnis kommt mir, nachdem ich in einer knappen stunde ein Progrämmchen geschrieben habe, in dem eine Figur, die Nagi verdächtig ähnlich sieht mit ihren braunen Haaren und der blauen Uniform, vor einer zweiten Figur weglaufen muss, die ich mir nachempfunden habe. So weiß ich zumindest, was ich garantiert nicht machen werde, wenn ich jemals einen normalen Job ausübe. Ich mein, ich kann ja nicht mein leben lang Blumen verkaufen und Leute killen, ne? Dabei ist das Spiel ganz witzig, die Tsukiyono-Figur legt der Naoe-Figur allerhand Hindernisse in den Weg, die diese überwinden muss. Ich spiele es ein paarmal, um Fehler aufzuspüren, und als ich es für fehlerfrei halte brenne ich mir eine CDd. Ich werde es mal mitnehmen… wenn Nagi das sieht, bringt er mich um, aber warum sollte er es sehen? Ein blick auf die Uhr sagt mir, dass der erste Vortrag von Matsuzaki-sama in einer Stunde anfängt. Ich brauche mir keine Sorgen um einen Platz zu machen, da ich einen reservierten habe, aber ich habe auch keine Lust noch weiter herumzulaufen, also gehe ich schon mal in den Vortragssaal. Es sind erst wenige Leute da, weil es fast nur reservierte Plätze gibt. Nur die oberen drei Reihen sind für die `Normalsterblichen’. Ich schmunzle vor mich hin. Ich klinge wie ein Snob… mein Blick schweift über die oberen Sitzreihen, und richtig vermutet, ich sehe den Typ aus dem Restaurant da sitzen. Leicht zu erkennen, da er der einzige ohne Krawatte und Anzug ist. Ich werde mal zu ihm hochgehen, mal sehen ob er Lust hat auf den Workshop.*

Nagi
*Der erste Vortrag den ich mir angehört habe war gar nicht mal schlecht und ich habe mir eine Menge Notizen gespeichert. Ich will zwar nicht wissen, wie ich meinen Internet-Zugang sicherer machen kann, der ist einwandfrei schliesslich habe ich Firewall und ähnliches selber geschrieben, es interessiert mich vielmehr wie -andere- ihre Zugänge sichern... damit ich mir ausdenken kann wie ich trotzdem durchkomme. Während ich darauf warte, dass Matsuzaki-samas Vortrag endlich anfängt bastele ich eifrig an einem neuen Crack für die neue Version von Norton. das wird wirklich knifflig und ich merke gar nicht das ich angesprochen werde. Erst als mich jemand an der Schulter berührt schaue ich etwas erschrocken von meinem Laptop auf. In dem spärlich beleuchteten Saal erkenne ich erst gar nicht -wer-das ist... erst als ein etwas erstauntes `-Du- bist das Naoe-san!´ erklingt, sehe ich mit wem ich es zu tun habe. Auch wenn es mich eigentlich nicht groß wundern sollte das ausgerechnet -er- hier ist, schließlich ist er genauso Hacker wie ich.. ich nicke knapp* Tsukiyono.

Omi
*also hat mich mein Eindruck vorhin doch nicht getrogen. Er ist es doch! Mein Herz klopft und ich bin schon wieder so gelähmt wie Julia beim Küssen… schließlich reiße ich mich zusammen. Das gehört hier nun eindeutig nicht hin, wenn ich auch mein Textheft dabei habe… zum üben im Hotelzimmer. Ich erinnere mich wozu ich hier hochgegangen bin. Ich wollte `den anderen Typ’ fragen, ob er Lust hat, auf den Workshop mit mir zu gehen. Dass Nagi hier oben sitzt, zeigt mir, dass er keine VIP karte haben wird.* Ahm. Naoe-san… *ich wähle unbewusst die förmliche Anrede. Weiß auch nicht, brauche ich die Distanz die das schafft? Schließlich küssen wir uns dann und wann schon mal… aber hier ist eine andere Umgebung und andere Voraussetzungen. Ich bemerke dass er mich fragend ansieht und werde mir dessen bewusst, dass ich schon eine weile stumm dastehe und ihn anstarre.* äh.. willst du auf den Workshop gehen?

Nagi
 *offensichtlich hat der weiss mich hier nicht erwartet den er braucht ein Weilchen bis er wieder weiss was er fragen wollte. Auch wenn die frage relativ...dumm? ist. -wer- wollte schon nicht gerne auf diesen workshop gehen.* ich habe keine karte mehr bekommen. *..wie er sich hätte denken können denn schließlich würde ich ja sonst auch unten sitzen und nicht hier oben in der eltzten ecke hocken wo ich bei der Diskussion kaum eine chance hätte mitzureden*

Omi
*Ich sehe ihn wegen seines abweisenden Tonfalls erschrocken an.* Das dachte ich mir schon, dass du keine Karte hast! *Sein Blick wird eisig. Offensichtlich denkt er, ich mache mich über ihn lustig! Zeit, das Missverständnis aufzuklären.* Sieh mal, ich hab so eine VIP-Karte, da kann ich eine Begleitperson mitnehmen! *ich strahle ihn an, ich denke ganz sicher dass er es nicht ablehnen wird, nicht ablehnen –kann-. Doch er schüttelt den Kopf. `Nein geht nicht, ich werde um sieben Uhr abgeholt.’ Enttäuscht senke ich den Kopf.* Na, dann… *Plötzlich kommt mir eine Idee.* Ruf doch an, dass du hierbleiben willst!

Nagi
*Tsukiyono hin oder her... ich würde einfach -zu-gerne zusagen, das ist eine Gelegenheit die ich mir am liebsten nicht entgehen lassen würde und kurzzeitig spiele ich auch mit dem Gedanken ob ich Farf nicht bitten soll, mich später zu holen. Aber der Workshop ist bestimmt nicht vor Elf Uhr zu Ende. Ich seufze leicht und meine Stimme klingt eindeutig etwas bedauernd, während ich erneut den Kopf schüttele* Iie. Farfarello hat mich heute morgen schon hergefahren und ich kann ihm nicht zumuten dass er mich auch noch mitten in der Nacht abholen kommt.

Omi
Dann schlaf doch hier. Ich habe ein.. ich meine, vielleicht kann man ja noch was drehen? *fast hätte ich mich verplappert. Wahrscheinlich würde Nagi eher mit einer Giftschlange in einem Zimmer nächtigen als mit mir.*

Nagi
*ein kleines bisschen Hoffnung flammt in mir auf. Stimmt ja, zu dem Komplex gehört ja auch ein Hotel... aber ob da noch was frei ist? Soviel Volk wie hier rumläuft, bestimmt stehen die chancen schlecht. Genug Geld für ein Zimmer hätte ich auf jeden Fall, ich habe immer eine Kreditkarte inklusive gefälschtem Personalausweis dabei, für Notfälle. Auch wenn Crawford mault, wenn ich die für so etwas `lapidares´ benutzen würde* naja.. Geld hätte ich genug... aber ich glaube nicht, dass noch was frei ist. Und dass Farfarello einverstanden wäre.

Omi
*Ich bin jetzt –wirklich- enttäuscht. Schade. Ich hätte gerne jemand in meinem Alter zur Gesellschaft gehabt.* Willst du nicht wenigstens mal fragen? An der Rezeption? Und anrufen könntest du doch auch! Vielleicht holt dich Farfarello ja doch später ab! *Ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben. Nagi hat zwar schon wieder den leicht genervten Tsukiyono-Überdosis Blick, erhebt sich aber seufzend.  `Also gut. Fragen kostet ja nichts.’ An der Rezeption werden unsere –oder eher meine?- Träume jedoch schnell zunichte gemacht. Der Portier schüttelt bedauernd den Kopf. `Alles belegt, bis auf das letzte Mauseloch. Obwohl..’ Er sieht in seinen Computer. `Zimmer 504 ist ein Doppelzimmer, komplett bezahlt, aber nur mit einer Person belegt. Wir könnten den Gast fragen, ob er mit einem `Untermieter’ einverstanden ist…’ Er sieht uns fragend an.*

Nagi
*Ich schüttele leicht den Kopf und bedanke mich mit einer höflichen Verbeugung bei dem Rezeptionisten* Arigato, aber ich möchte meine Nacht nicht mit einem Fremden verbringen. Trotzdem vielen Dank für ihre Mühe. *Ein -ganz- kleines bisschen Enttäuschung kann ich mir aber nicht verkneifen, es wäre zu schön gewesen, doch zu diesem Workshop gehen zu können. Aber Farfarello würde mich meucheln wenn er wüsste, dass ich mir mit einem vollkommen Fremden ein Zimmer teile. Da würde er mich schon eher abholen kommen - aber das will ich nicht. Ich habe ohnehin schon ein schlechtes Gewissen ihn heute Morgen so früh rausgejagt zu haben. Ich wende mich zum Gehen als ich bemerke, dass Tsukiyono immer noch an der Rezeption steht und mich mit einem etwas leeren Blick anstarrt.* Ist irgendwas?

Omi
*Ich kann nicht gleich antworten, und er geht achselzuckend  los. Ich folge ihm langsam. /Sag ich es oder sag ich es nicht… sag ich es oder sag ich es nicht… sag ich …/* Das ist –mein- Zimmer! *platze ich heraus. Viel kaputt machen kann ich nicht mehr… er wollte es ja eh schon sein lassen.* Wenn du willst, kannst du also hier übernachten. *Ich starre zu Boden und werde leicht rot* …wenn es dir nichts ausmacht… *meine Stimme sinkt zu einem Flüstern herab.

Nagi
*Ich bleibe stehen und blinzele leicht.* -Dein- Zimmer? *Er nickt verlegen und starrt den Boden an während mir ob dieses großen `Zufalls´ leicht der Mund offensteht. Soviel Zufall gibt es doch gar nicht, dass das einzige freie Bett -ausgerechnet- bei dem Kätzchen im Zimmer steht! Ich bin schon beinahe versucht -ihm- das anzudichten als mir wieder einfällt, dass er über dieses Treffen genau so überrascht war wie ich. Also doch nur ein Zufall? Ich lache leise während ich immer noch leicht ungläubig ein paar Haare hinter die Ohren streiche und etwas sarkastisch bemerke* Zufälle gibts ja... *Tsukiyono ist zwar kein Fremder...aber trotzdem habe ich ein komisches Gefühl dabei mir ein Zimmer mit ihm zu teilen. Andererseits müsste ich so Farf nicht rumscheuchen, ich könnte morgen mit dem Bus zurückfahren dann könnte er heute abend sogar noch weg und mit Schuldig einen trinken gehen. Ich bin wirklich -sehr- geneigt zuzustimmen... und auch wenn mir dieser `Zufall´ immer noch irgendwie spanisch vorkommt, -Tsukiyono- ist wohl nicht dafür verantwortlich. Auch wenn es mich wundert warum er als Einzelperson ein Doppelzimmer gemietet hat... aber es ist ja durchaus möglich dass gar nichts anderes mehr frei war.* -Dir- muss es recht sein, es ist schliesslich dein Zimmer. Aber wenn Farfarello nichts dagegen hat würde ich dein Angebot gerne annehmen. *Der Workshop ist es definitiv wert.. und danach werden wir bestimmt so müde sein dass wir ohnehin gleich schlafen gehen.*

Omi
*ich nicke nur, weil ich vor lauter Freude nichts sagen kann. Nagi zieht sein Handy hervor und muss einige Überredungskunst aufwenden, um seinen Gesprächspartner, ich nehme an Farfarello, davon zu überzeugen, dass er hierbleiben kann. Ich höre noch wie er fragt `redest du mit Crawford?’, sich dann bedankt und das Gespräch beendet. Er wendet sich mir zu und nickt `Geht klar, ich bleibe.’ Bilde ich mir das ein oder sehe ich einen Anflug von Freude auf seinem Gesicht? Falls das so ist, dann sicher nicht, weil er in meinem Zimmer schlafen darf.. ich sehe auf meine Uhr.* Mein Zimmer ist dein Zimmer… Lass uns in den Vortragssaal gehen, es ist gleich 14 Uhr.

Nagi
*Es fällt mir schon etwas schwer nicht in ein großes breites Grinsen auszubrechen als wir wieder Richtung Saal gehen. Farfarello war etwas überrascht, hat sich aber relativ schnell rumbekommen lassen. Er will nochmal bei Crawford nachhören ob das in Ordnung geht, hat mir aber zu verstehen gegeben dass ich, egal wie der Ami entscheidet, bleiben kann wenn ich will. Wir würden das dann schon regeln hat er gesagt... und wenn Farf das sagt tut er das auch. Im Gegensatz zu vorhin ist der Saal jetzt brechend voll und wir kommen nur mit Mühe durch den Eingang. Schnell scanne ich die oberen drei Reihen aber es sieht schlecht aus mit einem Sitzplatz. Wahrscheinlich werde ich mich jetzt irgendwo an die Wand quetschen müssen.*

Omi
*Sieht schlecht aus für Nagi, einen annehmbaren Platz zu bekommen. Ich gehe auf die Mitteltreppe zu und überblicke prüfend die Reihe in der mein Platz ist, dicht am Rednerpodium. Fast der ganze Block ist frei.. Die Pätze waren halt wirklich –arschteuer-. Matsuzaki-sama betritt eben die Bühne und es wird ruhig im Saal. Jetzt eilt es. Ich greife entschlossen Nagis Hand und ziehe ihn hinter mir die Treppe runter. Im Laufen zerre ich meine Karte vom Hals und drücke sie ihm in die Hand. Als wir in meiner Reihe ankommen nicken mir die wenigen dort Sitzenden zu, wir hatten bereits einige Worte gewechselt, Thema: wieso interessiert sich ein Junge wie ich nicht für Fussball, sondern für Internet-Security. Ich habe den Streber gespielt und wohl ihr Wohlwollen erregt. Nagi hält geistesgegenwärtig –meine- Karte in die Gegend und wir werden anstandslos durchgelassen. Aufatmend nehme ich meinen Platz ein und Nagi lässt sich neben mich fallen. `Du bist ganz schön dreist!’ Ich grinse zu ihm hinüber.* Dreist, aber effektiv, oder?  

Nagi    *Ich schmunzele leicht während ich es mir in dem großzügigen Plüschsessel bequem mache. Schon ein Unterschied zu den einfachen Hartschalensitzen in den oberen Reihen... vielleicht war das wirklich keine allzu dumme Idee, Tsukiyonos Angebot anzunehmen.* Allerdings. *Auf der Bühne räuspert sich Matsuzaki-sama, der Vortrag geht wohl los. Schnell hole ich meinen Laptop aus der Tasche. Mein Gedächtnis ist zwar alles andere als schlecht aber ich mache mir lieber Notizen anstatt ein Risiko einzugehen. Während auf der Bühne schon die ersten Programmfetzen über den Videoscreen flirren fällt mir siedendheiß etwas ein* Ahm.. Tsukiyono-san? *Er schaut mich fragend an und ich schaffe sogar ein kleines Lächeln* Arigato.

Omi
*Mein Blick hängt gebannt an der Leinwand, auf welche die neuesten Erkenntnisse meines Vorbildes mit einem Beamer projiziert werden. Der Guru aller Hacker erläutert präzise, sein Vortragsstil ist fesselnd und er lockert seine Ausführungen mit kleinen Witzen bezüglich des Hackertums auf. Er weiß, dass er unter den halb-illegalen bis wirklich Gesetze brechenden Freaks, zu denen ich mich dann wohl zählen muss, eine große Fangemeinde hat. Er hat in einem früheren Interview mal zugegeben, dass er als Teenie selber einer Hacker-Bande angehört hat. Er müsste jetzt ungefähr Mitte zwanzig sein, jung für die Karriere die er gemacht hat, aber bereits alt für die Kids im Hacker-Milieu. Auf jeden Fall bin ich überglücklich, ihn mal live erleben zu können, und Nagi sicherlich auch. Dieser spricht mich gerade an und ich wende mich widerstrebend von der Bühne ab. Mir geht blitzartig durch den Kopf, dass Matsuzaki-sama wohl der einzige ist, der es schafft meine ungeteilte Aufmerksamkeit von Nagi abzuwenden, wenn dieser in der Nähe ist… `Tsukiyono-san?’* Hai? *Nagi lächelt mich an.* Arigato. *Ich lächle zurück.* Keine Ursache. *Ich wende mich wieder der Bühne zu, aber mein Herz schlägt ein paar Takte schneller als vorher. Tsukiyono-`san’?? und er lächelt? Offenbar gibt es doch Sachen, die ihn dazu bringen, Emotionen zu zeigen… und wenn er mich jetzt ein kleines bisschen mehr akzeptiert, soll mir das nur recht sein. Andererseits kann es auch nur wieder Mittel zum Zweck gewesen sein, so  wie diese Kuss-Belohnungs-Geschichte… mein Gesicht verzieht sich leicht abfällig. Kein Grund sich zu freuen, dass wir im selben Zimmer schlafen. Was sollte da schon ablaufen? Wahrscheinlich wird er nicht mal mit mir reden… aber dann zieht mich der Vortrag in seinen Bann und das Grübeln wird auf später verschoben.

Nagi
*Ich erhasche aus dem Augenwinkel heraus einen Blick wie sich Tsukiyonos Gesicht sich leicht verzieht als ich mich bei ihm bedanke und fixiere dann  wieder die Bühne. Also gut, das mit dem Dankesagen hätte ich auch bleiben lassen können. Ich weiss zwar nicht -warum- ihm das offensichtlich gegen den Strich gegangen ist aber was sollte es mich kümmern. Das nächste mal lasse ich es halt, und das Lächeln kann ich mir auch verkneifen. Matsuzaki-samas Vortrag ist viel zu interessant um über so etwas nachzugrübeln und auch wenn er relativ langsam und gut verständlich spricht habe ich genug zu tun zuzuhören und gleichzeitig blind zu tippen. Einige der Sachen die er demonstriert sind wirklich gut, wenn auch eher für `legale´ Zwecke geeignet. Aber ein paar Änderungen hier und da und es lassen sich allerhand andere Dinge damit anfangen. Man merkt halt, dass er früher selber mal im eher `schattigen´ Gewerbe tätig war was Computer anbelangt. Alles sehr `umbaufreundlich´. Die nächsten zwei Stunden verschwende ich keinen Gedanken mehr an das Kätzchen neben mir, eine Gehirnhälfte hört zu und tippt, die andere ist bereits in Gedanken eifrig am umbauen. Erst als Matsuzaki-sama sich unter viel Applaus zu einer Mittagspause zurückzieht und um uns herum das große Aufstehen beginnt komme ich dazu mir andere Gedanken zu machen. Und die dringlichsten sind im Moment Toilette und Essen...und zwar in der Reihenfolge. Ein wenig ungelenk vom langen Sitzen packe ich meinen Laptop wieder weg und stehe auf. `Wollen wir etwas essen gehen? Das restaurant hier soll ganz gut sein, auch nicht zu teuer.´ Das Kätzchen scheint vergessen zu haben, dass ihm irgendetwas an mir sauer aufgestoßen ist und schaut mich mit einem hoffnungsvoll-fragenden Blick an. Ich zucke mental mit den Schultern. Essen wollte ich ja eh, wo ist mir eigentlich egal und den Weiß im Gedränge wiederfinden könnte auch schwer werden. Besser also wir bleiben zusammen.* Hai. Du kannst ja schon mal vorgehen, ich habe noch etwas zu erledigen.* Und zwar etwas, das mittlerweile reichlich dringend ist. Ich warte noch kurz auf sein zustimmendes Nicken und kämpfe mich dann ein ganz kleines bisschen rabiater als vielleicht unbedingt notwendig wäre durch das Gewühl zu den Toiletten.*

Omi
*Ich sehe ihm verwirrt nach. Was habe ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht? Nach seinem Lächeln vorhin hatte ich gedacht, es würde jetzt etwas lockerer zwischen uns zugehen, aber sein Gesicht ist wieder verschlossen. Keine Spur mehr von dem Lächeln, dabei habe ich ihn doch wirklich die ganzen zwei Stunden in Ruhe gelassen… Seufzend lasse ich mich mit dem Strom von Leuten zum Restaurant treiben. Also habe ich Recht gehabt. Er akzeptiert mich genausowenig wie immer, und ansprechen brauche ich ihn wohl auch nicht mehr. Meine Kiefermuskeln spannen sich an, als ich grimmig die Zähne aufeinanderbeiße. Also schön, von mir aus! Keine Sorge, Naoe-sama, ich werde dich nicht mehr belästigen.. Wie erwartet ist kaum noch ein Platz im Restaurant frei und ich setze mich, wobei ich meine Jacke vorsorglich über einen zweiten Stuhl hänge, an einen Tisch im Vorraum. Es handelt sich um einen sehr kleinen Einzel-Tisch, der einfach mit zwei Stühlen zum zweier-Tisch umfunktioniert wurde. Da die meisten Teilnehmer hier anscheinend im Rudel auftreten sind die grossen Tische alle mit Taschen, Jacken und ähnlichem belagert. Ich zucke die Schultern. Muss halt reichen… frustriert, und ärgerlich darüber, frustriert zu sein, warte ich darauf dass Nagi vom Klo kommt*

Nagi
*Erleichtert und etwas vorsichtiger als vorhin schlängele ich mich Richtung Restaurant. Ich brauche ein Weilchen bis ich Tsukiyono an einem winzigen Tisch entdecke und mich zu ihm durchgekämpft habe aber nach ein paar Minuten `gomen.´und `Dürfte ich mal?´ habe ich es doch geschafft und lasse mich mit einem erschöpften leisen Seufzer auf den Stuhl plumpsen. Mehr zu mir als zu dem Weiß grummele ich.* Hätte ich gewusst dass das hier -so- voll sein würde wäre ich zu Hause geblieben. Ich -hasse- soviele Menschen auf einem Haufen. *Die Nase in die Karte vergraben, überlege ich kurz was ich nehme und entscheide mich für einen Teller Spaghetti Bolognese. Etwas Japanisches konnte ich auf der Karte nicht finden, anscheinend richtet sich dieses Restaurant ausschliesslich nach dem Geschmack der westlichen Kongressbesucher:*

Omi
*Ich werde Lasagne und ein Glas Rotwein nehmen. Alkohol entspannt… sein Gemaule trägt nicht grade zur Besserung meiner Stimmung bei. Aber gut, soll er. Trotzdem murmle ich hinter meiner Karte vor mich hin* Zum Glück bin –ich- nicht schuld dass du hier bist… * Allmählich kann ich mich selber nicht mehr leiden. Wieviele Male habe ich mich jetzt schon von ihm abkanzeln lassen, egal ob berechtigt oder unberechtigt? Wieso tue ich mir das immer und immer wieder an? Am liebsten würde ich ihn hier sitzen lassen und mir einen anderen Tisch suchen, aber es ist einfach rappelvoll. Also starre ich stur in meine Karte und spreche Nagi nicht mehr an. Soll er doch was sagen, wenn er wieder geruht, mit mir reden zu wollen!

Nagi
*Tsukiyono ist angenehm, wenn auch ungewohnt ruhig und ich erlaube mir meine Gedanken ein bisschen in Urlaub zu schicken anstatt angespannt auf alles und jeden zu lauschen. Schliesslich sitze ich in einem Restaurant voller Businessmänner, es wäre wohl äußerst unwahrscheinlich, dass mich jemand angreifen will. Und der Weiss kann mir hier auch nicht auf die Pelle rücken, egal in welcher Hinsicht. Es dauert nicht lange bis das Essen kommt und während Bombay schon ordentlich zulangt inspiziere ich noch meinen Teller auf versteckte Ungenießbarkeiten und kämpfe ein kleines bisschen mit Gabel, Löffel und Spaghetti bevor ich die schlüpfrigen Dinger etwas genervt telekinetisch auf ihrem Platz festpinne bis ich sie im Mund habe. Nudeln mit Stäbchen ist eine Sache... Nudeln mit Gabel eine ganz andere. Ich versuche so wenig wie möglich Kontakt mit dem Mmetall des Bestecks zu bekommen wenn ich mir einen Happen in den Mund schiebe, der Metallgeschmack in Kombination mit der Soße ist ekelig und nach einem halben Teller gebe ich auf. Die Portion war ohnehin zu groß.. auch wenn Tsukiyono anscheinend noch Hunger hat, denn er schielt kurz begehrlich auf die in Soße ersäuften Nudelhäufchen auf meinem Teller. Ich schiebe den Teller ein kleines Stück in seine Richtung* Du kannst den Rest haben wenn du willst.

Omi
*Mein erster Impuls ist ‚Danke, aber nein Danke!’ Dann überlege ich doch noch mal. Erstens bin ich noch hungrig, und bis der Kellner wieder hier ist kann nur Jahre dauern, und zweitens… ich will eigentlich nicht sauer auf Nagi sein. Ich bin es auch nicht mehr wirklich.. ich fühle mich angesichts seiner Kälte nur immer so hilflos. Ich sollte langsam anfangen, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Er mag mich nicht und basta. Er akzeptiert mich –grade- noch so als Mitschüler und hier als – ach was weiß ich denn. Und sonst habe ich ihn in Ruhe zu lassen.* Danke, gerne. *Ich ziehe den Teller zu mir und habe die Reste in kurzer Zeit verputzt. Endlich richtig satt schiebe ich den Teller weg und sehe auf die Uhr.* Die Diskussion, oder eher Fragestunde, beginnt in 20 Minuten. Ganz schön voll hier. Wollen wir hier sitzen bleiben oder nicht? *ich nippe an meinem Wein und sehe ihn an. Vielleicht geht er auf belanglose Konversation ein. –Nicht- dass mir was dran liegen würde. Ich werde jetzt vernünftig! Keine Anbiederei mehr… Wenn ich allerdings an das Textheft denke, das in meiner Tasche schlummert, wird mir auch nicht besser. Blödes Stück, blöde Anhimmelei, blöde Küsserei! Trotzdem habe ich ein Kribbeln im Bauch als ich mich an das Gefühl seiner Lippen auf meinen erinnere… egal, nicht dran denken. Ich trinke mein Glas aus.*

Nagi
*Ich habe leicht fasziniert beobachtet wie sich meine Nudeln in nichts aufgelöst haben und nippe ab und an an meinem Saft. Hm, gute Frage. Die Diskussion wird bestimmt ein einziges Chaos...* Ich weiß nicht. Es wäre einfacher Fragen zu stellen in dem Workshop, da sind weniger Leute. Aber um hier zu warten ist es mir zu voll.

Omi
*Hm. Nagi scheint ein fall von Demophobie zu sein* Willst du solange aufs Zimmer? *Ich werde auf jeden Fall zu der Diskussion gehen. Wenn ich vielleicht auch nicht selber zum Fragen komme, vielleicht sind ein paar Fragen dabei, die ich stellen wollte.. Ich nehme den Schlüssel aus meiner Jackentasche und halte ihn Nagi vor die Nase.*

Nagi
*So ungerne ich das zugebe aber das klingt nach einer guten Idee.* Hai, arigato. *ich schaue kurz auf die Zimmernummer und lasse den Schlüssel dann in meiner hosentasche verschwinden. Da oben ist es bestimmt ruhig, ich könnte ein paar von den Ideen ausarbeiten, die ich mir während Matsuzaki-samas Vortrag gemacht habe. Ich nutze die Tatsache dass der Kellner gerade vorbeischwebt aus um zu bezahlen und stehe dann auf* Ja mata.

Omi
Ja.. *ich bestelle mir noch eine Tasse Kaffee und bezahle ebenfalls. Während ich Nagi nachsehe, wie er entschwindet schüttle ich leicht verbittert den Kopf. Soviel zum Thema `Es wäre schön, gleichaltrige Gesellschaft zu haben…’ Während ich auf den Kaffee warte beschließe ich, Ken anzurufen. Ich habe das Bedürfnis, eine -nette- Stimme zu hören. -- `Hai! Omi, was ist los?’ er klingt besorgt und ich muss lächeln. Typisch Ken!* Nichts ist los. Stell dir vor, wen ich hier getroffen habe? *eine kleine Pause, dann `Und? Wen?’* Nagi! *`Na, das ist doch toll, oder? Hast du nicht gesagt, du würdest ihn zu dem Workshop einladen wollen?’ Wieso nur klingt Ken so begeistert? Er weiß doch, was mit Nagi und mir läuft! Oder eher – nicht läuft!* Hai, wir gehen zusammen hin… aber *`Na das ist ja wunderbar! Ich freu mich für dich, Chibie’* Ken! Hör doch mal zu! Er ist ein Eisklotz wie immer, ich sitze hier alleine im Restaurant und er ist auf meinem Zimmer, weil ihn die Leute nerven, und ich nerve ihn wohl auch. Zuerst war er ganz nett und freundlcih, und auf einmal, nach dem Vortrag, war er wieder so abweisend und jetzt reicht es mir und ich werde aufhören mir Hoffnungen zu machen! *Ich bin außer Atem und merke erst nach einem Moment, dass die Pause ziemlich lang ist, die auf meinen Wortschwall folgt. `Er ist auf –deinem- Zimmer?’ Was ist das denn für ein Tonfall?* Hai, aber kein Grund für Hintergedanken. Es ist nur alles belegt und da habe ich ihm angeboten, mein zweites Bett zu benutzen. Aber sonst – vergiss es. Da läuft nichts. Überhaupt –nichts-! *Ich merke, dass ich schon wieder verbittert klinge und reiße mich zusammen. Seufzend füge ich abschließend hinzu* Das kann man alles so was von vergessen! *Noch ein Moment Ruhe in der Leitung. `Das – ist schade.’ Klang das enttäuscht?* Ach was. Es war doch von Anfang an aussichtslos. Also was solls, ich mach mich nicht länger lächerlich und Nagi hat seine Ruhe. Ist für alle Beteiligten besser so! *Fast glaube ich selber, was ich da sage… aber eben nur fast. Das ist aber egal, solange ich danach handle, ne?* Ken.. ich muss jetzt zur Podiumsdiskussion, und schalte das Handy ab, ok? Bis morgen dann und mach dir keine Gedanken, es ist alles in Ordnung mit mir! Mata ashita, Kenken! *Damit unterbreche ich die Verbindung und schalte das Handy aus. Naja, so ganz alles in Ordnung ist es ja nicht, bin schon etwas deprimiert. Aber wieso war Ken denn so euphorisch? Und dann so enttäuscht? Sehr seltsam… nachdenklich gehe ich zum Saal zurück.

Nagi
*erleichtert seufzend lasse ich die tür mit einem leichten klick hinter mir ins schloß fallen und begutachte erstmal das zimmer. klein aber sauber und ein bisschen spärlich eingerichtet.  zwei schmale einzelbetten, ein gemeinsamer nachttisch,ein großer tisch samt 2 stühlen und ein winziger fernseher , das wars. ich spinxe kurz ins bad und sehe zufrieden das handtücher und waschzeug hier zum service gehören,sogar zahnbürsten liegen sauber verpackt in dem körbchen mit duschgel und shampoo. dafür das das zimmer so karg ist,ist das bad ziemlich großzügig eingerichtet und meine augen verweilen einen moment nachdenklich auf der badewanne. ich habe zwei stunden zeit bevor der workshop losgeht. . . kurzentschlossen stelle ich meine tasche auf eins der betten und lasse badewasser ein. mehr als genug zeit um ein bad zu nehmen und danach ein bisschen was zu schreiben.  nach all diesen menschen habe ich ohnehin das bedürftniss mich zu waschen, ich war noch nir ein freund von solchen aufläufen. ich gebe ein bisschen duschgel in das badewasser und steige in das jetzt duftende wasser. mit einem genüsslichen kleinen laut lasse ich mich bis zum hals hinuntergleiten,achte allerdings darauf das meine haare nicht nass werde,und schliesse genüsslich die augen. eine halbe stunde baden und dann ein bisschen was programmieren klingt ziemlich gut*

Omi
*die Diskussion ist interessant und ich komme doch dazu, zwei drei fragen zu stellen. Eifrig tippe ich mit. Die anderthalb Stunden vergehen wie im Flug und als Matsuzaki-sama die Runde beendet bedaure ich das sehr. Ich stecke meinen Laptop wieder in die Tasche, dabei fällt mein Blick auf das Script, dass mir der Typ vorhin geschenkt hat. Ich ziehe es heraus und trete an das Pult meines Idols.* Ahm, sensei.. *er sieht mich fragend an. `Was kann ich für dich tun?’ Etwas schüchtern halte ich mein Heft hoch* ich wollte fragen, ob Sie mir das signieren könnten. *Er grinst verschmitzt `Eigentlich setze ich nirgends so leicht meine Unterschrift drunter, aber ok. Gib schon her’ Ich reiche ihm das Heft und grinse ihn an. Ich habe ja schon an seinem Redestil gemerkt, dass er relativ locker ist, aber dass er mit mir redet als wäre er nichts weiter ein älterer Mitschüler finde ich schon  - bedeutend. `Machst du auch bei dem Workshop mit? Du scheinst ziemlich gut zu sein, wenn ich mal von deinen Fragen ausgehe. Wie heißt du?’ Ich sehe ihn verdutzt an.* Hm?  `Na, wegen der Widmung!’ Er meint -ich- sei gut? Dann sollte er Nagi erstmal kennenlernen! Ich sage ihm, er soll es ohne meinen Namen signieren. Ich weiß selbst nicht, warum ich das tue… Wenn ich es Nagi schenke, sieht das doch wieder nach anbiedern aus… doch er gibt mir das Heft schon wieder. Willst wohl deinen Namen nicht verraten. Das kenne ich. Habe ich früher auch nicht..’ das `früher’ betont er ein bisschen und zwinkert mir zu. Ich grinse zurück. Soll er das ruhig denken.* Klar ich komme. Und mein - *fast hätte ich Freund gesagt* ein Schulkamerad von mir kommt auch mit. Jünger als ich, aber ein Genie! *Er grinst mich an. `Na, dann bis später, Omi!’ Auf mein verdutztes Gesicht lacht er und deutet auf meine Eintrittskarte. `Omi Tsukiyono’ steht da drauf. Er geht und ich muss laut lachen. Ich Trottel!*

Nagi
*Äußerst zufrieden mache ich mich, Laptop sicher unter meinem Arm, auf den Weg zu dem Raum in dem der Workshop stattfinden soll. Das heiße Bad, die willkommene Ruhe und meine ziemlich Erfolg versprechenden Änderungen an einigen von Matsuzaki-sama´s Codes haben meine Stimmung deutlich gehoben. Meine Gedanken bewegen sich immer noch fast ausschließlich in meiner Lieblingswelt aus Bits und Bytes, und meine Begrüßung, als ich Tsukiyono an der Tür warten sehe, fällt abwesend-freundlich aus* Oy, Kätzchen. Du siehst zufrieden aus, konntest du deine Fragen stellen? *Hmm...wenn ich die Zeilen 23 bis 48 ein bisschen ändere... der eine Algorithmus sah ziemlich gut aus... wenn ich den da einbaue...ich stutze irritiert als ich merke, wie das Kätzchen mich baff anstarrt und schaue erst verdutzt hinter mich bevor ich realisiere dass der Blick wirklich -mir- gilt* Nani?

Omi
*–Kätzchen-?? Im ersten Moment will ich sauer werden, aber er wirkt so freundlich und lächelt sogar bei seiner Frage, also gehe ich nicht auf das Wort ein. Wie er es gemeint hat ist mir allerdings nicht ganz klar. Als Neckerei? Nickname? Kosewort? Leicht verunsichert antworte ich ihm endlich.* Hai. Hab auch noch ein bisschen mit dem Sensei geplaudert… *Ich schaue unwillkürlich auf meine Laptoptasche. Das Skript ist darin gut verstaut, er hat es ja noch nicht gesehen. Also kann ich mir überlegen, ob ich es ihm schenke oder nicht. Ich beschließe, eine Strichliste zu machen. Wenn morgen beim Abschied mehr Striche bei `nett’  als bei `fies’ sind, kriegt er es. Sonst nicht. Ich grinse vor mich hin. Ich zähle ab jetzt, also zähle ich den ersten Strich mal zu `nett’.*

Nagi
*Was auch immer das Kätzchen hatte, es schien doch nichts mit mir zu tun zu haben. Vielleicht hat er sich gewundert das ich tatsächlich gekommen bin oder so. Was auch immer. Dass er mit Matsuzaki gesprochen hat, macht mich ein bisschen neugierig und während wir unsere Plätze zugewiesen bekommen beschliesse ich, dass ein bisschen Konversation erstmal nicht schaden kann... vor allem nicht wenn es gilt meine Neugierde zu befriedigen.* Und wie ist er so?

Omi
*Ich muss lächeln* Netter Typ. Kommt einem gar nicht wie eine Berühmtheit vor, eher, als ob er höchstens zwei Klassen höher ist als ich. Und witzig. *Ich muss an den Gag mit meinem Namen denken* Er sagte, er freut sich, dass ich beim Workshop dabei bin… er meint ich sei `gut’.. *ich zucke die Schultern* er kennt –dich- halt noch nicht! *Es geht wohl gleich los, und ich schließe meinen Laptop auf meinem Pult an das Stromnetz an und setze mich davor. Nagi setzt schräg vor mir hin, der Platz neben mir war belegt. Aber wer weiß ob er überhaupt da hätte sitzen wollen. Der Sensei erscheint und begrüßt die Teilnehmer, es sind maximal 24 zugelassen, aber da nicht jeder einen `Partner’ dabei hat, sind wir nur 15 Leute. Es ist auch eine Frau darunter, eine richtige Sexbombe, und dem Sensei fallen fast die Augen raus. Ich muss grinsen. Ich weiß schon, wem er am meisten unter die Arme greifen wird… er fängt meinen Blick auf, bläst die Wangen auf und rollt die Augen. Unwillkürlich muss ich kichern und er grinst mich nur breit an.*

Nagi
*Ich tue es Tsukiyono gleich und schliesse meinen Laptop an* du -bist- gut. *Bevor er noch irgendwas darauf antworten kann räuspert sich Matsuzaki und es wird still im Raum. Zufrieden beschaue ich mir den kleinen Kreis von Programmierern der sich hier versammelt hat während ich seiner Einführung lausche. Er will erstmal schauen auf welchem Niveau wir alle ungefähr sind, damit er seine Erklärungen dementsprechend ausweiten oder verkürzen kann und gibt uns eine einfache Aufgabe und 20 Minuten Zeit. Nach 8 Minuten bin ich fertig und lasse einen letzten Check laufen, das Programm hängt nicht und die Zeit die es für einen Durchlauf braucht ist auch zufriedenstellend. Tsukiyono braucht 10 Minuten und lehnt sich dann zurück und lässt genau wie ich den Blick über die anderen Anwesenden schweifen. Außer und ist noch niemand fertig, besonders eine Frau scheint sich schwer zu tun, warum sollte sie sonst als einzige die Hilfe des Senseis brauchen um so etwas Simples zu schreiben. Während ich noch darüber nachgrübele tippt mich mein Nebenmann verhalten auf die Schulter und lächelt mich verlegen an. `Ahm, gomen... kannst du mir vielleicht helfen? Ich weiss nicht wie ich den Algorithmus für die Primzahlen schreiben soll, der den ich habe stürzt immer ab. `Ich seufze ganz leise, so dass es keiner ausser mir mitbekommt und ändere nach einem bisschen Suchen schnell die entsprechende Zeile. Der Algorithmus war nicht falsch, nur war das Programm so unordentlich geschrieben, dass er einfach einen einfachen Zeilenschlussbefehl vergessen hatte. Ich drücke auf Enter und das, Programm läuft jetzt anstandslos durch was mir ein begeistertes `Arigato´ und ein weiteres ungefragtes Grinsen einbringt. Ich nicke knapp und ziehe es dann doch vor, wieder auf meinen Bildschirm zu starren. Hoffentlich sind Tsukiyono und ich nicht die einzigen hier die etwas vom Programmieren verstehen... auch wenn es bis jetzt leider ziemlich danach aussieht*

Omi
*Wieder ein Strich auf meiner `nett’ Seite… er meint es zwar ehrlich, also will er eigentlich gar nicht nett sein. Aber es auszusprechen ist trotzdem nett. Also, Strich nummer zwei. Nein, ich schummle nicht! Ich will ihm noch sagen das er aber –besser- ist, als es auch schon los geht. Die Einstiegsaufgabe ist ein Witz. Trotzdem schaffe ich es nicht, vor Nagi fertig zu werden, denn er hilft bereits seinem Nachbarn als mein letzter check noch läuft. Wie erwartet ist der Sensei bei der Frau. Ich stehe auf und schlendere hinüber. Sie diskutieren gerade ihren Programmaufbau und ich sehe den Fehler schon von weitem. So offensichtlich!* Zeile 26.. murmle ich vor mich hin und der Sensei nickt. Er erklärt ihr was sie machen soll, und geht zum nächsten Tisch. Sie wirft mir einen giftigen Blick zu und macht weiter. Vielleicht hat sie den Fehler ja absichtlich eingebaut… der Sensei schmunzelt vor sich hin. Er scheint den gleichen Gedanken zu haben.. Ich gehe wieder an meinen Tisch, er wird gleich bei mir sein.*

Nagi
*Ich hebe leicht amüsiert die Augenbraue als Tsukiyono für seine Hilfe nur einen eiskalten Blick abkassiert und mit einem leichten Schmunzeln zurück an unseren Tisch kommt. Offensichtlich ist die Dame ziemlich exklusiv in der Wahl ihrer `Helfer´... und ein 18-jähriger Schüler scheint offensichtlich -nicht- zu ihren bevorzugten Ansprechpartnern zu gehören, selbst wenn er so aussieht wie Omi. Ich verkneife mir eine etwas sarkastische Bemerkung ala `dein Charme scheint doch nicht -überall- zu wirken´ und bastele noch ein bisschen an dem Programm, einfach damit es schöner aussieht. Ich habe meine Sachen gerne ordentlich, gut strukturiert und kurz. Eine `Zeile 26´ gibt es bei mir schon gar nicht mehr, wenn man es richtig schachtelt kommt man mit der Hälfte klar. Der Sensei hat sich mittlerweile zu unserem Tisch vorgearbeitet, schaut sich Tsukiyonos Programm an und schlägt ihm anerkennend auf die Schulter. `Wirklich nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Hab mich nicht in dir getäuscht Omi-kun.´ Der Weiß wird ein bisschen rosa um die Nase und stammelt verlegen etwas von wegen `Ach das war doch nur ein einfaches Problem, keine große Sache´. Ich muss fast kichern. Würde ich Tsukiyono nicht mittlerweile besser kennen würde sich das für mich ziemlich nach Angeberei anhören. Aber es -ist- nur eine simple Sache und die Tatsache, dass er noch ein paar Schattierungen dunkler wird als der Sensei mit einem Seitenblick zu der begriffsstutzigen Dame leise kichernd bemerkt `offensichtlich ist es nicht für -jeden- so einfach wie für dich´, würden jedwede Zweifel darüber, dass er sich wirklich über das Lob freut und seine Leistungen eher in den Schatten stellen will als sie hervorzuheben, zunichte machen. Es würde einfach nicht zu dem Kätzchen passen, eine solche Verlegenheits-show abzuziehen nur um Eindruck zu schinden, dafür ist er zu ehrlich. Er scheint zu merken, dass ich ihn ansehe, denn er schickt mir ein etwas verlegenes Grinsen als wolle er sich dafür entschuldigen das Matsuzaki-sama so begeistert über sein Programm war... fast schon so als ob er sich schämt, sich über dieses Lob auch noch zu freuen. Ich seufze leicht, während der Sensei meinem Nachbarn versucht klarzumachen warum es wichtig ist, Ordnung in seinem programm zu halten und nicht alles kreuz und quer zu schreiben. Warum ist der Weiß immer so krankhaft bescheiden? Wenn man in etwas gut ist darf man auch stolz darauf sein und muss sich doch nicht dafür schämen. Vor lauter Grübelei zucke ich erschrocken zusammen als sich mir eine warme Hand auf die Schulter legt. `Na, da haben wir ja noch so einen Youngster. Wo ist denn dein Problem Chibie?´ Ich blinzele verdutzt .* Problem? *Der Sensei deutet auf meinen Bildschirm auf dem nur eine magere Anzahl an Zeilen zu sehen ist. `Na, du scheinst zu hängen... obwohl...´ er beugt sich vor und studiert meinen Bildschirm genauer, drückt anschliessend auf Enter und wird in Millisekunden mit einer Ellenlangen Liste von Primzahlen belohnt und ich verstehe jetzt wie er zu der Annahme gekommen ist, dass ich nicht weiterkäme. Offensichtlich ist mein Programm einfach untypisch kurz geraten. Der Sensei lacht leise und klopft mir auf die Schulter. `Ich glaube ich muss das `Chibie’ zurücknehmen ne? Ich hab dafür immer zwei Zeilen mehr gebraucht, da könnte man ja glatt neidisch werden. `Iich erkenne zwar ein Kompliment wenn ich eins sehe aber ich spare mir die ganze Rot-werderei des Kätzchens.* Arigato. *Der Sensei lacht wieder und grinst mich dann verschmitzt an. `Du bist nicht rein zufällig das `Genie´ von dem Omi-kun mir erzählt hat, huh? Hast du auch einen Namen?´....Genie? ich schaue den Weiß erstaunt an und er wird rot während er an einer Antwort rumstammelt.* Bin ich das? *Ich richte meinen Blick wieder auf den Sensei* Hai, Naoe Nagi. *Warum sollte er denn so was sagen? Bevor das Kätzchen noch dazu kommt sich wieder soweit zu sortieren das er einen vernünftigen Satz rausbringt grinst Matsuzaki-sama mich breit an und zwinkert mir zu. `Na, ich finde das ziemlich offensichtlich, dass du das bist. Da muss ich doch wirklich aufpassen, dass du mir nicht den Rang abläufst.’ Er beugt sich zu mir runter und flüstert mir gutgelaunt ins Ohr. `Vor allem nicht bei den Damen, die haben ohnehin eine Schwäche für gutaussehende, kluge Bishounen.´ Ich schmunzele leicht und werfe einen unauffäligen Blick in Richtung der anwesenden Dame.* Davon habe ich noch nicht viel gemerkt. *Matsuzaki-sama lacht und wuschelt mir kurz durch die Haare. `Hat halt keinen Geschmack, -ich- würde dich sofort nehmen, Nagi-chan.´ Er zwinkert noch mal verschmitzt, richtet sich dann wieder auf und strahlt Tsukiyono an.`Ihr beide seit echt ein Glücksfund!´ Bevor er sich wieder auf seine Runde begibt. Ich sehe ihm leicht amüsiert hinterher und schüttele ganz leicht den Kopf. Tsukiyono hatte mit seiner Einschätzung recht, der Sensei benimmt sich wirklich nicht, als wäre er eine internationale Berühmtheit sondern eher wie ein älterer gut gelaunter Bekannter. Und witzig... na ja, sagen wir mal er versucht es.*

Omi
*Zuerst bin ich froh, dass der Sensei mich einer Antwort enthebt. Aber als ich höre was Matsuzaki-sama so zu Nagi sagt, werde ich unruhig. Der –flirtet- ja regelrecht mit ihm! Und was noch härter ist: er fasst ihn an, und Nagi lässt es sich gefallen! –Und- er lächelt ihn an! Ich sage mir, dass der Sensei nur nett ist und wahrscheinlich jeden so kumpelhaft behandelt, aber es gibt mir einen Stich. –Ich- will auch immer nur nett zu Nagi sein, aber von mir lässt er sich absolut –keine- Annäherung, und sei sie noch so unverfänglich, gefallen, oh nein. Mich behandelt er wie einen Sittenstrolch… oder Schlimmeres. Ich sehe Matsuzaki-sama fast grimmig nach, als er zur Tafel zurückkehrt. Nagi kann ich überhaupt nicht ansehen. Kurz erinnere ich mich, dass der mich ja schliesslich schonmal geküsst hat, aber ich fege diesen Gedanken beiseite. Das war doch nur Mittel zum Zweck… Ich setze mich wieder an meinen Laptop und versuche der nächsten Aufgabe zu lauschen, die der Sensei gerade erläutert, denn ich will auf keinen Fall bei Nagi nachfragen müssen…

Nagi
*die nächsten zwei stunden fühle ich mich ausgesprochen wohl in meiner haut. nachdem die einführung vorbei war und wir uns ans freie arbeiten ranmachen sollten hat der sensei mich, Tsukiyono und einen pickelgesichtigen end-teenager dessen namen ich mir einfach nicht merken kann zusammen an einen tisch gepackt und uns eine aufgabe gegeben an der auch ich ein weilchen zu knabbern hatte. nachdem der rest der versammelten erstmal beschäftigt war hat er sich sogar fast eine ganze stunde zu uns an den tisch gesetzt und tipps gegeben - die teilweise nur im flüsterton über den tisch gingen da sie eindeutig in die weniger legale spalte des hackens einzuordnen waren -. es war wirklich mal eine nette abwechslung die ganze zeit über `fachchinesisch´ reden zu können, ohne das sich nach 5 minuten jemand über kopfschmerzen beschwert und fluchtartig den raum verlässt. ich hab gar nicht gewusst, dass ich mit soviel spaß solange am stück reden kann... denn -gesprochen- haben meistens der sensei und ich. wie-auch-immer-sein-name-war hat die nase kaum von seinem bildschirm gehoben und vielleicht einen halben satz zusammengesprochen wenn es hoch kommt... und Tsukiyono war, dafür dass er über matsuzaki-sama so begeistert gesprochen hat, absolut uncharakteristisch ruhig, und mit einiger verwunderung stelle ich fest das -ich- im laufe der letzten 2 stunden wesentlich mehr gelacht oder gelächelt habe als Mr.smiley-for-ever. was mich irgendwie beunruhigt. als wir für eine halbe stunde pause in die cafeteria gehen und der weiss -immer- noch nicht auch nur ansatzweise etwas der üblichen guten laune erkennen lässt wird es mir dann doch zu unheimlich* du siehst nicht aus als ob der workshop dir spaß macht, eher als wärst du sauer.

Omi
*Ich führe meine Tasse Tee langsam zum Mund und trinke einen Schluck. Jetzt nur keinen Fehler machen…* Sauer? Iie. Warum sollte ich sauer sein? Natürlich macht es mir Spaß! Vielleicht muss ich nur einfach ein bisschen mehr überlegen als du! *Ich checke, ob mein Tonfall vielleicht beleidigt geklungen hat, aber ich glaube nicht. Tatsache ist, dass ich, nachdem ich das Programm mehr oder weniger lustlos heruntergehackt habe, anstatt mich auf die Diskussion mit meinem Idol, -oder sollte ich sagen, Ex-Idol?- zu stürzen wie Nagi es getan hat, ich mich nur immer mehr gewundert habe, wie –locker- und fröhlich Nagi sein kann. Und dass der Stachel sich immer tiefer in mein Fleisch gebohrt hat… Wenn es mir bisher nicht klar war, jetzt ist es eindeutig. So jemand wie ich wird es nie schaffen, Nagi’s Interesse zu wecken, geschweige denn seine Sympathie. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass er in der Zeit, die er mit dem Sensei geredet hat, mehr gelächelt und -gelacht-!!! hat, als im ganzen Jahr vorher?  Ich verstecke mein Gesicht hinter der Tasse, um das deprimierte Lächeln zu verbergen, dass ich einfach nicht mehr unterdrücken kann. Nein... da muss wohl erst jemand wie Matsuzaki-sama kommen.   Zeit, aufzuwachen, Tsukiyono.. für den bist du kein Match.* Macht Spaß, die Programmierei, ne?

Nagi
*Ich hebe leicht eine Augenbraue. Tsukiyono und überfordert?? Er hat schon ganz andere Sachen abgeliefert, dagegen ist -das- hier noch ein Klacks! Mit einem nachdrücklichen `klang´ landet mein Löffel auf dem Tisch und ich trinke ebenfalls einen Schluck* du lenkst ab. Ich weiss nicht -was- dir ganz offensichtlich über die Leber gelaufen ist, aber irgend etwas passt dir nicht. Ich bin kein emotional aufmerksamer Mensch aber -soviel- ist selbst mir aufgefallen. Du bist lustlos und unaufmerksam und das liegt nicht daran, dass du mit dem Programm überfordert wärst. Ich kenne mehr von deinen Codes als du ahnst und -weiß- was du kannst und wo du Probleme hast. Schliesslich ist das mein gottverdammter -Job-! *Ich rühre wieder vollkommen überflüssigerweise in meinem Tee und ärgere mich, dass ich mich darüber ärgere das Tsukiyono so gar nicht sein übliches sonniges Selbst ist. Wer hätte gedacht, dass ich mal anstalten machen würde um rauszufinden warum er -nicht- lacht... Normalerweise strenge ich mich doch eher an, dass ihm das Lachen endlich mal -vergeht-…*

Omi
*Ich zerfleddere meinen Reiskuchen und lasse seine Worte nachwirken. Er hat hundertprozentig Recht… aber das werde ich ihm nicht auch noch auf die Nase binden.* Ach Unsinn. Ich habe gar nichts, und mir ist auch nichts über die Leber gelaufen. Ich glaube ich bin nur ein bisschen müde. Nein, ich bin –sehr- müde, ich werde einfach abbrechen und schlafen gehen, denke ich… du kannst ja noch bleiben, ich lass die Tür offen.

Nagi
*Ich seufze leicht und weiß eigentlich selber nicht genau -warum- ich ihn  am Handgelenk fasse als er aufsteht und mit einem schnellen `oyasumi´ an mir vorbei will. Mit einem kleinen bisschen Nachhilfe dirigiere ich ihn wieder auf seinen Stuhl und zwinge ihn mehr oder weniger sich hinzusetzen. Ich werde dieses Gefühl nicht los, dass sein Verhalten -mal wieder- was mit mir zu tun hat... und auch wenn ich mir diesmal eigentlich keiner Schuld  bewusst bin kann ich einen irrationalen Anflug von schlechten Gewissen nicht verhindern. Es ist schliesslich -sein- Ticket, das mir überhaupt ermöglicht hat zu diesem Workshop zu gehen und auch wenn ich ehrlich zugebe das ich nur ungerne auf den Rest des Abends verzichte wäre es nicht richtig wenn ich bleibe und er wegen mir geht.* -Die- ausrede ist sogar noch schlechter als die Erste. Irgend etwas stört dich und dass es mit -mir- zu tun hat kann ich mir auch denken, auch wenn du mir nicht sagen willst mit -was- ich dich jetzt beleidigt, vor den Kopf gestoßen oder verärgert habe. Und da ich so nicht ändern kann was dich stört und du den Workshop offensichtlich -nicht- genießen kannst wenn ich dabei bin... *Bevor er es richtig mitbekommt ist der Zimmerschlüssel jetzt in -meiner- Hand. Ich stehe auf und zucke leicht mit den Schultern* ...lasse -ich-wohl besser die Zimmertür offen. Ich kann mir die Sachen ja schliesslich morgen einfach rüberziehen. Oyasumi Tsukiyono-san. *Damit gehe ich wieder Richtung Workshopraum um meinen Laptop zu holen. Auf dem weg zum Aufzug, meinen heissgeliebten Rechner wieder fest unter dem Arm, grübele ich darüber nach was um alles in der Welt ich denn wieder getan habe um irgendeine obskure emotionale Saite in dem Kätzchen zum Schwingen zu bringen. Ich habe ihn nicht beleidigt, angefahren oder ignoriert, jedenfalls nicht soweit ich mich erinnern kann. Aber was war es dann? Schlagartig kommt mir ein Gedanke. Matsuzaki-sama hat wirklich -viel- mit mir gesprochen, Scherzchen gemacht und mir generell eine Menge Aufmerksamkeit gewidmet... aber dass das Kätzchen deswegen eifersüchtig ist? Er hat ja selber den Mund nicht aufbekommen, Sensei hat ihn schliesslich -mehr- als einmal direkt angesprochen und schien wegen der knappen Antworten selber etwas verwundert. Ich schüttele leicht den Kopf während ich auf den Aufzug warte. Ich weiss zwar nicht wieso, aber irgendwas sagt mir, dass mangelnde Aufmerksamkeit von Seiten Matsuzaki´s -nicht- der Geund für Tsukiyonos saure Miene ist.*

Omi
*-so- hatte ich mir das nicht gedacht. Nagi verschwindet im Zimmer und ich soll dem Sensei erklären, wieso? Das ist noch schlimmer als zusehen zu müssen, wie die zwei sich immer besser verstehen… ich lasse meinen Tee Tee sein und eile zum Workshopraum. Dort ist Nagi nicht, also wird er schon auf dem Weg zum Zimmer sein. Eine Frechheit, mir einfach den Schlüssel wegzunehmen und über –meinen- Tagesablauf zu bestimmen.. ich stürme grollend zum Aufzug. Er ist bereits drinnen und die Tür schließt sich. Mit einem großen Satz schaffe ich es, noch hineinzuschlüpfen. Er sieht mich fragend an. `Was machst du denn hier? Es geht gleich weiter!’ Dazu hat er das üblich unbeteiligte Gesicht aufgesetzt. Ich ringe um Fassung und nach Worten. Die Etagen rauschen vorbei, und bald leuchtet die 5 auf. Die Tür geht auf und Nagi will den Fahrstuhl verlassen, doch diesmal halte –ich – ihn am Arm fest. Er macht sich –zwar nicht heftig, aber nachdrücklich- los, und wieder steigt Bitterkeit in mir auf.* Ach ja, entschuldige. –Nicht- anfassen… ich weiß! /..außer man heißt Matsuzaki…/ Bitte geh –du- zurück. Ich … es ist besser, wenn einer mitmacht, der auch Spaß dabei hat… ich meine, der was davon hat. Ich bin wirklich müde und habe Kopfschmerzen.  Entschuldige wenn ich dich verärgert habe, das wollte ich nicht… *ich sehe ihn flehend an* Bitte! Ich –weiß- dass du gerne weiter mitmachen wolltest. Und ich - /ich habe keine Lust mehr auf den Sensei und überhaupt auf nichts mehr…/ … egal. Es wäre doch schade, wenn du umsonst hiergeblieben wärst, ne? Du schließt mir das Zimmer auf und dann gehst du wieder runter. Meinen Kram kannst du mir ja dann mitbringen, ne? *siedendheiss fällt mir das Manuskript von Matsuzaki-sama in meiner Laptoptasche ein. Aber mit ein wenig Glück bemerkt er es nicht oder ignoriert es. Ich glaube ja nicht, dass er in meinen Taschen rumschnüffelt…* Bitte, Nag.. Naoe-kun! Ich meine es wirklich ernst, es ist nichts… und ich hol mir morgen die Sachen aus deinem Laptop rüber, ok? *er sieht mich unschlüssig an*

Nagi
*ich betrachte das kätzchen eine weile unschlüssig und bin verwirrter denn je, bevor ich auf unsere zimmertür zutrete, aufschließe und leise vor mich hinbrummele* dieses Kätzchen kostet echt Nerven. Ohne großes Trara drücke ich ihm den Schlüssel in die Hand, vielleicht überlegt er es sich ja -doch-noch anders und steige wieder in den aufzug der freundlicherweise auf mich gewartet hat* selbst -farfarello- ist einfacher zu verstehen als dieser florist! dass er nicht angefangen hat zu weinen, war alles. *ich weiss immer noch nicht ob ich jetzt wütend, beleidigt oder einfach  nur verwirrt sein soll als ich auf dem weg zu unserem computerraum fast Matsuzaki-sama umrenne und eine hastige Entschuldigung rausstammele. Er lacht nur, legt mir einen Arm um die Schulter und zieht mich mit. `Oy, so eilig Nagi-chan? Wo ist Tsukiyono geblieben, haben ihn diese pampigen Reiskuchen in der Cafeteria so fasziniert?´ Ich kann mir ein müdes Seufzen nicht verkneifen, als ich meinen Rechner wieder einstöpsele und hochfahre* Er fühlt sich nicht wohl und hat sich Schlafen gelegt.* Der Blick des Senseis wird besorgt. `Dachte mir schon, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt, heute Nachmittag war er anders. Naja, solange es nichts Ernstes ist...’ Ich nicke zustimmend* Iie, nur ein bisschen übermüdet. `Na, dann ist rs ja gut.´ Er geht wieder nach vorne an die Tafel und räuspert sich.´ So meine Herren...`Eine leicht sarkastische Verbeugung in richtung der Frau´ ... und meine Dame natürlich, weiter gehts im Text!`

Omi
*ich sitze auf dem Wannenrand und sehe dem Wasser zu, wie es läuft und läuft, kleine Strudel und Schaumblasen aus dem Shampoo bildet, das ich reintgeschüttet habe. Ich bin erleichtert, dass Nagi auf meine Bitte eingegangen ist, denn er hat definitiv mehr davon als ich, auf dem Workshop zu sein. Andererseits bin ich auch deprimiert. Irgendwie hatte ich wohl den ganzen Tag gehofft, mit ihm zusammen abends noch ein bisschen im Zimmer zu sitzen und einfach zu quatschen… über den Kongress, alles was uns interessiert und natürlich über den Sensei… Ich hatte mich so gefreut dass er dageblieben ist.. aber jetzt wünschte ich, er wäre nach Hause gefahren. Dann hätte er Matsuzaki-sama nicht persönlich kennen gelernt, und ich wäre nicht so hoffnungslos und vollkommen aus dem Rennen wie ich es jetzt bin… Es ist genug Wasser in der Wanne und ich lasse mich ins Wasser gleiten und schnappe mir das Romeo und Julia Script, das ich schon bereitgelegt habe. Mehr oder weniger missmutig fange ich an, den Text der Sterbeszene zu lernen. Wenigstens –etwas- nützliches kann ich ja noch tun… obwohl die Aussicht, mit ihm auf der Bühne zu stehen, auch ihren Reiz verloren hat. Ich bade eine halbe Stunde, dann reicht es mir und ich trockne mich ab und schlüpfe in eines der Betten. Das Script habe ich mitgenommen, obwohl ich langsam wirklich müde werde. Ich lese mir noch einmal Julias letzte Worte durch, bevor mir die Augen zufallen: Oh willkommener Dolch du, dies sei deine Scheide. *sticht sich den Dolch in die Brust*Dort roste und lass mich ruhn…

         Irgendwie fühlt es sich feucht auf meinen Wangen an. Ich wische ungeduldig darüber. /Kein Grund zu heulen, Tsukiyono. Was hat sich denn schon geändert, außer dass du jetzt endlich klar siehst?/

Nagi
*ich verkneife mir erneut ein gähnen und reibe mir die augen. der workshop ist schon lange vorbei aber irgendwie habe ich mich hier regelrecht festgequatscht. eigentlich wollte ich matsuzaki-kun nur eine kurze frage stellen, wie es dazu gekommen ist dass wir jetzt seit fast zwei stunden zusammen über meinem laptop hängen und ich mittlerweile ein lexikon füllen könnte mit den zahlreichen tipps und tricks die der sensei mir verraten hat weiss ich auch nicht genau.mitternacht ist schon durch und es fällt mir immer schwerer zuzuhören und nicht einzuschlafen. das scheint auch sensei nicht entgangen zu sein denn er schmunzelt und knufft mich ganz leicht in die seite ´hey, ich weiss ja das du das alles viel besser kannst aber -so- langweilig das du gleich einschläfst bin ich doch wohl hoffentlich nicht?´ ich lache leise.* ganz im gegenteil, es ist hochinteressant was du mir hier erzählst matsuzaki-kun... aber ich glaube.. *das nächste gähnen ist stärker als ich und ich schalte resolut meinen laptop aus* ..ich sollte jetzt doch zusehen das ich ins bett komme. *er nickt und gähnt ebenfalls. `Wird auch Zeit, dass ich mich aufs ohr haue, hab morgen noch einen vortrag an der tokioter uni. da sollte ich besser fit sein. auch wenn mir das hier viel mehr spaß macht. `ich schmunzele und stehe auf um mich leicht zu verbeugen* kann ich verstehen. vielen dank für das interessante gespräch sensei.* er schnaubt gespielt sauer und grinst mich dann an. `lass doch endlich diesen sensei-quatsch, du hast mir ja mehr erklärt als ich dir!´ es folgt ein letzter knuff in die seite, dann schiebt er mich zur tür.´ oyasumi nagi-kun. und wehe du mailst mir nicht wenn du diesen verfluchten algorithmus ausgetüftelt hast, bin wirklich gespannt wie du das hinbekommen willst.´* ich werde dran denken. oyasumi. *matsuzaki-kun winkt mir noch kurz während ich zum aufzug gehe, meinen und Tsukiyonos laptop unter dem arm. man, ich bin wirklich alle. die zimmertür ist wie erwartet offen und der raum dunkel. klar, das kätzchen schläft schon. leise lege ich die rechner auf den tisch und schlüpfe aus hemd und jeans. boxershorts müssen reichen, schliesslich habe ich nichts frisches anzuziehen für morgen. müde kuschele ich mich unter meine decke und schliesse die augen. hat wirklich was verpasst der weiß.*

Omi     *Ich werde wach als Nagi ins Zimmer kommt, rege mich aber nicht. Er soll nicht wissen, dass ich seinetwegen unruhig schlafe… es ist so schon alles schlimm genug. Wenn ich gekonnt hätte wäre ich hier abgehauen, obwohl ich weiß, dass ich ihm spätestens am Montag in der Schule wieder über den Weg laufe. Ich habe das grässliche Empfinden, dieser Situation ausgeliefert zu sein. Meinen Gefühlen ausgeliefert zu sein, ohne etwas ändern zu können und ohne Hoffnung, dass diese Gefühle jemals von ihm erwidert werden. Und das macht mich traurig. Und auch wütend. Als rational denkender Mensch sollte man so etwas in den Griff bekommen. Aber als ich jetzt zu dem anderen Bett rübersehe, und im schwachen Licht der Leuchtreklame des Hotels, die durch die offenen Vorhänge scheint, Nagis Gestalt unter der Decke ausmache, schlägt mein Herz hart gegen die Rippen und ich weiß, dass das noch lange nicht ausgestanden ist. Er war lange weg… wahrscheinlich noch mit dem Sensei zusammen… der Workshop ist seit zwei Stunden eigentlich aus. Nun könnte man sagen, er hat überzogen, aber ebensogut könnte er Nagi noch auf einen Drink eingeladen habe. Dass die beiden sich auf Anhieb mochten, war doch offensichtlich… Meine Entscheidung, aufs Zimmer zu gehen war richtig. Mit dem Sensei hätte ich nicht mehr normal reden können, und Spaß hätte ich als drittes Rad am Wagen ganz sicher nicht gehabt… ich starre zu Nagi hinüber. Wie kann er nur so ruhig schlafen, während es mir das Herz zerfetzt? Irgendwann fallen mir die Augen zu. Schlafen. Morgen bin ich wieder zu Hause und kann Ken die Ohren vollheulen… wenigstens einer, der mich versteht…

Nagi
*Ich brauche ein Weilchen, bis sich meine schlafverklebten Augen an die unangenehme Helligkeit gewöhnt haben und ich würde nichts lieber als sie einfach wieder zuklappen und weiterschlafen. Aber ein Blick auf meine Armbanduhr zeigt mir, dass ich möglichst flott aufstehen sollte, ich habe ordentlich reingeschlafen und in nur etwas mehr als einer halben Stunde steht Farfarello unten und will mich abholen. Während ich mich leicht unwillig aus den Decken schäle und mich auf den Weg ins Bad mache stelle ich erstaunt fest, dass Tsukiyono immer noch fest zu schlafen scheint. Seltsam, ich hatte ihn nicht für einen Langschläfer gehalten und er ist ja viel früher ins Bett gegangen als ich. Vielleicht war er ja doch erschöpft? Ich putze mir schnell die Zähne und wasche mich bevor ich wieder in meine Sachen schlüpfe und versuche, meine Strubbelhaare wenigstens halbwegs mit Wasser und Fingern gebändigt zu bekommen. Das dauert länger, als ich dachte und ich habe noch knappe 10 Minuten, um meine Sachen zu packen und in das Foyer zu kommen. Tsukiyono ist jetzt wach, sitzt aber immer noch im Bett und sieht alles andere als ausgeschlafen aus.* Ohayo. *Er brummt irgendetwas und gähnt, sein Blick wird erst etwas wacher als ich mir meine Tasche auf die Schulter hänge und Anstalten mache zu gehen. `Hast du es eilig?´* Hai, Farfarello wartet unten auf mich. `Achso.´ *Er wirkt nicht sonderlich glücklich darüber, aber ich habe keine Zeit mehr, mich damit auseinanderzusetzen und verbeuge mich nur ganz kurz in seine Richtung.* Nochmal danke für die Einladung Tsukiyono-san, bis Montag. *Damit bin ich, meine Uhr immer drohend im Nacken, aus der Tür und auf dem Weg zum Foyer. Farfarello kommt nie zu spät wenn es sich vermeiden lässt... und natürlich lehnt er schon an der Theke und wartet auf mich*

Omi
*Als ich aufwache ist das Bett gegenüber leer. Ich setze mich mit einem Ruck auf und habe sofort Herzklopfen, bis ich das Geräusch der Dusche realisiere. Aso. Er ist im Bad… naja. Nun ist ja bald Schluss mit der Zweisamkeit, ich schätze, gleich nach dem Frühstück. Ein Blick zur Uhr zeigt mir, dass Ken in ca. 2 einhalb Stunden hier sein wird. Auf einmal fällt mir das signierte Skript von Matsuzaki-san ein und ich stehe auf und ziehe es aus meiner Laptoptasche, die Nagi gestern nacht offensichtlich auf den Tisch gelegt hat. Rasch schiebe ich es in die Reißverschlussvortasche der Umhängetasche, in der er seinen Laptop transportiert und hechte wieder ins Bett. Gerade noch rechtzeitig, denn er kommt aus dem Bad. Ich gähne demonstrativ und will gerade was von Frühstück sagen, als er seine Tasche schultert und sich zur Tür wendet. Meine Frage, ob er in Eile sei, beantwortet er damit, dass Farfarello unten auf ihn wartet. Dann bedankt er sich äußerst förmlich bei mir, verabschiedet sich, und ist draußen. Ich starre die geschlossene Tür an und habe einen gallebitteren Geschmack im Hals. Na toll. Obwohl ich weiß, dass es unfair ist, hasse ich ihn in diesem Moment zutiefst. Er hat mir –nie- irgendwelche Hoffnungen gemacht, nicht mal, um sich die Einladung zu erschleichen. Nein, -ich- habe ihm alles freiwillig auf dem Silbertablett präsentiert. Er brauchte es nur anzunehmen.. und warum auch nicht? Von seiner Warte aus alles absolut kein Problem… Ich denke an die signierte Schrift vom Sensei in seiner Tasche. Wenn er dieses Ding findet, was wird er wohl denken? Stellt er es achselzuckend ins Regal, freut er sich… oder was? Da er den Sensei ja anscheinend mag, wird er sich wohl freuen… Und sicher wird er sich wieder –sehr- höflich bedanken… an diesem Punkt meiner Überlegungen ist es mit meiner Beherrschung vorbei – ich lasse mich auf das Kissen fallen und heule wie ein Mädchen.

Nagi
*Ich schimpfe leise vor mich hin, während ich mich in einen Hauseingang ducke und unwillig schüttele. Warum habe ich bloß nicht auf Farfarello gehört, als er sagte, ich solle einen Schirm mitnehmen, es würde bestimmt regnen, auch wenn der Wetterbericht nichts davon gesagt hatte. Farfarellos Narben lügen nie, vor allem die lange auf seinem Rücken ist ein hervorragender Wetterfühler, aber nein, klein-Nagi musste es ja besser wissen und hat sich lieber auf den Wetterbericht verlassen  als auf die kitzligen Narben eines verrückten Iren. Ich bin jetzt schon pitschenass, dabei habe ich noch ein gutes Stück Weg vor mir. Normalerweise würde mich einer von meinen Kollegen fahren wenn ich zur zweiten Stunde habe wie heute, denn ein Schulbus fährt dann ja nicht, aber Schuldig und Farfarello sind unterwegs, irgendwas für Crawford erledigen. Wahrscheinlich  wartet nachher ein Stapel blutiger Kleider darauf, dass ich sie wasche. Keine tolle Aussicht. Frierend und nass bis auf die Knochen komme ich endlich in der Schule an. –So- kann ich nicht im Unterricht sitzen, da könnte ich mir die Schnupfenviren auch direkt spritzen lassen also mache ich einen kleinen Umweg, zu den Sportumkleiden, um wenigstens ein trockenes T-Shirt anziehen zu können. Außerdem habe ich ein Handtuch in meinem Spind, das muss halt reichen fürs Erste. Wieder halbwegs trocken und nicht mehr ganz so erfroren wie vorher mache ich mich 5 Minuten später auf den Weg in meine Klasse. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheit halte ich auf dem Weg die Augen auf um Tsukiyono zu finden. Ich war ziemlich überrascht als mir beim Tasche Auspacken auf einmal –zwei- Exemplare von Matsuzaki-kuns Skript entgegenpurzelten. Welches davon meins war, war einfach rauszufinden und auch wenn die Widmung in dem anderen Heft keinen Namen hatte kann es eigentlich nur von Tsukiyono gewesen sein. Muss es irgendwie aus Versehen eingepackt haben Sonntag morgen... auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann es in die vordere Tasche getan zu haben. Da hab ich normalerweise meine Stifte und einen Notizblock. Na ja, ich war schliesslich noch nicht ganz wach und in Eile, wer weiss da schon was man für einen Unsinn anstellt ne. Ich lungere noch ein bisschen auf dem Flur rum, der Weiß müsste eigentlich hier vorbeikommen wenn er zu seiner nächsten Stunde will. Ich will es schon aufgeben fürs Erste und in die Klasse gehen als ich hinter mir eine bekannte Stimme vernehme und mich umdrehe. Tsukiyono und irgendeiner aus seiner Klasse, wie ich mir dachte. Schnell schnappe ich mir meinen Rucksack. *Chotto matte kudasai, Tsukiyono-san.* Er bleibt stehen und dreht sich um während ich auf ihn zukomme und in meinem Beutel nach dem Skript krame. Hab ich’s eingepackt... ja da ist es. Mit einem etwas abgelenkten Halblächeln, meine Lehrerin kommt gerade um die Ecke und wirft einen auffordernden Blick in meine Richtung, halte ich es ihm hin* Gomen nasai, das muss ich gestern wohl aus Versehen eingepackt haben. *Er greift mechanisch danach und öffnet den Mund, aber ich verbeuge mich nur kurz, es hat schliesslich schon geklingelt und ich will nicht blöd auf dem Flur rumstehen weil ich zu spät bin. *Tut mir echt leid.* Damit drehe ich mich wieder um und will in meine Klasse*

Omi
*Bevor ich etwas sagen kann, ist Nagi in Richtung seiner Klasse verschwunden. Ich stehe mit leerem Kopf herum und schaue auf das Skript in meiner Hand. Er denkt, er hat es aus Versehen eingesteckt? Im ersten Moment war ich frustriert, weil ich dachte, er will von mir vielleicht nichts geschenkt haben. Ich stecke es in meinen Rucksack und gehe zu meiner Biologie-Stunde. Heute nachmittag ist ja Theaterprobe, da gebe ich es ihm wieder. Diesmal muss ich halt den Mut aufbringen, es ihm `richtig’ zu schenken… Der Vormittag quält sich langsam dahin. In den Pausen vermeide ich die Plätze, von denen ich weiß, dass Nagi sich dort gerne aufhält. Eine unbestimmte Scheu hält mich davon ab, ihn zu suchen. Ich glaube, er wird wieder etwas früher zur Probe kommen, wie bisher auch, dann wird sich schon die Gelegenheit ergeben, es ihm zu erklären. Während ich in der Mensa an meinem Reisfleisch sitze, kommt Nishimura-kun auf mich zu. `Oy Omi-kun, wie war dein Kongress?’ Ich berichte ihm detailgetreu bis auf meine Eifersuchtsattacke von den Vorträgen und dem Workshop, und er verzieht anerkennend das Gesicht. `Wow. Ich bin kein Computerfreak, aber Matsuzaki-sama würde ich auch gerne mal persönlich kennen lernen…’ ziemlich kurz sage ich, dass er –so- was besonderes nun auch nicht ist, worauf Nishimura einen aufmerksamen Blick bekommt. `War Naoe auch da?’ Obwohl es mir nicht passt, dass er so schnell auf diese Tatsache zu sprechen kommt, nicke ich. `Und er fand Matsuzaki-sama….??’* … -Nett-! *Ich greife nach meinem Tee und sehe im raschen Hinsehen, dass Nishimura-san nickt, als habe er diese Antwort erwartet. Doch anstatt eine Bemerkung zu machen, steht er auf. `Wir sehen uns bei der Probe, Omi…’ Ich bleibe missgelaunt zurück. Der Rest des Unterrichts besteht aus einem Mathe-Test, den ich im Halbschlaf bestehe und einer Stunde Kunstunterricht. Dann ist noch eine Stunde Zeit bis zur Theaterprobe, und Nishimura-san fragt mich, ob wir was trinken gehen wollen. Ich sehe mich unauffällig um, kann Nagi aber nirgens entdecken.* Ja, können wir machen! *Wir gehen in das Cafe gegenüber und bestellen Tee und Kuchen. Ich bin ziemlich schweigsam, dafür redet Nishimura umso mehr. Er ist ein witziger Gesprächspartner und schafft es ab und zu, mich aus meiner Depression zu reißen. Jedesmal wenn ich lächeln muss, freut er sich sichtlich. Irgendwie wird mir warm im Bauch. –Ihn- scheint wirklich zu interessieren, wie es mir geht, und es scheint ihm auch was daran zu liegen, dass ich nicht unglücklich bin. Irgendwie tröstlich… wir reden noch ein bisschen, dann ist es Zeit, in die Aula zu gehen. Nishimura-san will noch aufs Klo und so gehe ich eilig vor, in der Hoffnung Nagi alleine anzutreffen. Und richtig, er sitzt wie gehabt auf der Bühnenkante und liest in seinem Text. Ich zottele im Laufen das Skript von Matsuzaki-sama aus meinem Rucksack. Als ich vor ihm stehe, sieht er auf. `Ah, Tsukiyono-san. Wollen wir gleich loslegen? …’ er stutzt und sieht fragend auf das Heft dass ich ihm entgegenhalte und dann mich an. Ich habe Herzrasen und bringe den folgenden Satz nur mühsam heraus* Das war kein Versehen… ich .. ich.. wolllte dir das schenken….

Nagi
Verblüfft schaue ich erst auf das Skript, dann in Tsukiyonos verlegenes Gesicht.* Anou, arigato aber... *ich greife in meinen Rucksack und hole -mein- Exemplar des Skriptes raus um es ihm zu zeigen* ..ich habe schon eins. Matsuzaki-kun hat es mir nach dem Workshop gegeben, offenbar sind nicht alle Exemplare abgeholt worden und er hatte noch eins übrig.* Bei Tsukiyonos Gesichtsausdruck fühle ich mich beinahe schon schuldig das ich wage selber ein Exemplar zu besitzen und ich habe das Gefühl als sollte ich noch irgendetwas sagen... am besten was -Nettes-. Nur bin ich darin leider nicht sehr gut.* Gomen ne, ich meine es ist -wirklich- sehr nett, dass du mir dein Buch schenken willst aber ich habe ja schon eins und da würde es ja keinen Sinn machen, dein Geschenk anzunehmen denn dann hast du keins und ich zwei...*Ich breche ab als sich Tsukiyonos Gesichtsausdruck -wieder- ändert... und zwar nicht zum besseren. K´so... das- war anscheinend falsch*

Omi
*Ich starre auf das Heft in Nagis Hand. `Für Nagi-chan und danke für den schönen Abend, Matsuzaki Tsuyoshi.’ `Matsuzaki-kun’ … `Nagi-chan’ ... Ich stopfe mein Skript in den Rucksack und drehe mich abrupt um.* Versteh’ schon. Kein Problem. *Damit verlasse ich fluchtartig die Aula und renne dabei fast Nishimura über den Haufen, der gerade durch die Tür will. `Hoppla, Omi-kun, wo willst du denn …’  ich lasse ihn einfach stehen und gehe wie betäubt weiter. Im Weggehen höre ich noch, wie Nishimura-kun Nagi anschnauzt, was er denn -jetzt- schon wieder mit mir gemacht habe… Zu dumm, es liegt ja eigentlich nicht wirklich an Nagi. Ich weiß selber dass es total dämlich und kindisch ist, wegzulaufen, aber ich will hier einfach nur noch raus. So schnell ich kann, hole ich meinen Helm aus meinem Spind und sehe zu, dass ich zu meinem Motorrad komme, bevor Nishimura-kun mir noch nachkommt. Mit aufschreiendem Motor rase ich vom Schulhof.*

Nagi
*...ziemlich falsch. Offensichtlich ist Tsukiyono nicht sonderlich zugänglich für Logik. ich -wollte- ihm doch gar nichst Böses aber es wäre nun halt mal Unsinn wenn ich das Skript zweimal habe und er gar nicht! Und natürlich ist sofort sein edler Retter in der Not zur Stelle und schnauzt mich an weil sein Herzblatt abgehauen ist.* -Gar nichts- habe ich gemacht!* Ups, das war wohl etwas sehr laut für meine Verhältnisse. Nishimura blinzelt erstmal verwirrt über diesen ungewohnten Ausbruch meinerseits bevor die Maulerei weitergeht. `Wegen -gar nichts- ist Omi-kun bestimmt nicht abgehauen! Was hast du ihm gesagt?´ *Nichts habe ich gesagt! Er wollte mir ein Buch schenken aber das habe ich schon. *Zur Bekräftigung wedele ich mein Skript vor seiner Nase hin und her* ich habe mich bedankt, gesagt, dass es nett war, dass er es mir schenken wollte, aber dass es ja keinen Sinn macht wenn er keins mehr hat und ich zwei! Ich meine, -Stereolesen- hat noch keiner erfunden, was soll ich mit zweimal demselben Buch!

         *Himmelherrgott noch eins, dieser Verein hier treibt mich noch zum Wahnsinn! Nishimura hat den Mund schon wieder auf aber ich verhindere erfolgreich jeden Satzanfang.* Und -nein-, genau so habe ich es ihm natürlich -nicht- gesagt, mit Tsukiyono reden ist wie mit rohen Eiern jonglieren, egal wie sehr man aufpasst irgendwas geht immer kaputt. Ob ich ihn anschnauze oder versuche freundlich zu sein läuft immer auf dasselbe hinaus, er kriegt alles in den falschen Hals! *Ich habe mich mittlerweile so richtig schön in Aufregung geschimpft, schnappe mir Buch und Rucksack und marschiere zur Tür.* Sag dem Sempai ich bin nach Hause die Probe macht ja eh keinen Sinn -ohne- Julia! *Krawumm... die Tür ist zu. Und ich bin sauer.. mal ganz davon abgesehen, dass ich mit meinem `wie händele ich Tsukiyono -ohne- irgendwelche seltsamen Ausbrüche seinerseits´-Latein wirklich am Ende bin. Ich will nach Hause.*

Omi
*Ich fahre eine Weile ziellos durch die Stadt. Ich habe mal wieder total überreagiert, aber als ich Matsuzaki-samas Widmung auf Nagis Skript gelesen habe, ist sozusagen eine Welt für mich zusammengebrochen. –Was- war zwischen den beiden? Aber was es auch war, ich habe eh keinen Einfluss darauf. Resigniert erkenne ich, dass ich wohl machen kann, was ich will – Nagi will nichts von mir. Ende. Aus. Ich verlasse den Freeway und quäle mich durch den Nachmittagsstau zum Koneko. Nachdem ich die Maschine auf den Hof gestellt habe schleiche ich durch die Hintertür am Laden vorbei und will gerade die Treppe hoch als mich Ken aufhält, der aus dem Gewächshaus kommt. `Oy Omi, keine Probe heute?’ Ich zucke zusammen.* Iie.. ist .. ausgefallen.. *Ich war schon immer ein schlechter Lügner und Ken stellt die Palette mit Lobelien auf den Boden, die wohl er in den Laden tragen wollte. `Was ist los, Omi? Du siehst schrecklich aus…’ ich winke nur müde ab.* Nichts ist los. Ich bin nur endlich aufgewacht… *damit gehe ich in die Halle und die Treppe hoch. Ken nimmt seine Palette Pflanzen und verschwindet im Laden. Gut so. Mir ist absolut nicht nach reden… in meinem Zimmer werfe ich den Rucksack in die Ecke und setze mich an den Computer. E-mails checken, ein paar meiner Lieblingsseiten aufrufen – das alles geschieht rein mechanisch. Ich fühle mich leer und fertig… fertig mit Nagi, fertig mit Romeo und Julia, fertig mit Matsuzaki-sama – mit allem einfach. Als es klopft ist mir auch das schon egal.* Doozo… *Wie erwartet ist es Ken, der hereinkommt. Er setzt sich auf die Bettkante und sieht mich forschend an. `Nagi?’ Ich nicke und schüttle gleich darauf den Kopf. Ken zieht die Brauen hoch, offensichlich kann er damit nichts anfangen.* Ich wollte ihm was schenken, aber er hat es nicht angenommen. *Ich hoffe das reicht als Erklärung, doch Ken hakt nach `und darum bist du so fertig?’ Irgendwie nervt mich die Fragerei jetzt doch. Sicher, Ken macht sich Sorgen, aber das ist doch wohl bitteschön –mein- Problem! Trotzdem antworte ich ihm.* Es war nicht die Tatsache dass er abgelehnt hat, sondern das… *`Warum’ wollte ich noch sagen, doch Ken ist schon aufgesprungen. `Ich weiß schon! Das `Wie’! Der Ton macht die Musik!’ Damit rennt er aus dem Zimmer. Ich starre ihm perplex nach. Was war das denn jetzt? Kurz darauf höre ich den Lieferwagen vom Hof fahren. Ist ihm eingefallen, dass er noch was ausliefern muss? Oder was ist mit ihm los? Seufzend greife ich mir meinen Rucksack. Ich habe viele Hausaufgaben zu erledigen, besser ich fange gleich damit an. Dabei fällt mir wieder mein Skript vom Sensei in die Hände. `Nagi-chan…’ Ich pfeffere es in die letzte Ecke auf meinem Schreibtisch und ziehe meine Hausaufgaben aus dem Rucksack. Zeit, ins richtige Leben zurückzukehren, Tsukiyono….*

Nagi
*Wütend und frustriert stecke ich mir eine weitere Sahnebehäubte Erdbeere in meinen Mund. Der Weiß hat mich echt geschafft, ich weiß wirklich nicht mehr, was ich machen soll. Ein weiterer Löffel von meinem Schokobecher deluxe mit Erdbeeren, Krokant und -extraviel- Schokosoße verschwindet zwischen meinen Lippen. Wie man’s macht macht man’s falsch. -Deshalb- hat er heute morgen so perplex geguckt als ich ihm sein Skript zurückgegeben habe! Aber woher sollte ich denn wissen, dass er es mir –schenken- wollte? Wenn man jemandem etwas schenkt, packt man das Geschenk doch nicht einfach irgendwo in iergendeine Tasche, normalerweise übergibt man sowas doch persönlich, sagt `Naoe-san, ich würde dir gerne etwas schenken´ und gut ist! Warum diese Heimlichtuerei, hatte er Angst, dass ich ihm den Kopf abbeisse weil er mir etwas -schenken- will? Ich weiß, dass ich nie sonderlich erfreut war über seine Nettigkeiten und gemault habe er wäre zu aufdringlich... ich starre gebannt das Häufchen Schokoladeneis auf meinem Löffel an. Ich Dusseltier! -Natürlich- würde er eher versuchen, mir sein Geschenk `unterzuschmuggeln´, als es mir persönlich zu geben, so wie ich ihn in regelmäßigen Abständen anpfeife, dass ich keine Gefallen von ihm will. Und natürlich kostet es ihn Überwindung, es trotzdem zu tun, er war bestimmt nervös wie die Hölle. Ich stöhne leicht auf als alles allmählich an seinen rechtmäßigen Platz klickt. Tsukiyono ist in mich verliebt, eine Tatsache, die ich zu gerne immer wieder vergesse oder verdränge, und wahrscheinlich wäre es egal gewesen -wie- ich abgelehnt hätte, er würde immer denken es wäre wegen ihm und ich würde nur einen erneuten `Anbändelungsversuch´ von ihm abschlagen wollen. Seufzend lege ich meinen Löffel neben das halbgegessene Eis und stehe auf um zu bezahlen. Egal wie ich es angestellt hätte, es wäre für ihn immer einer Abfuhr gleichgekommen... dabei -wollte- ich ihm doch gar nichts Böses! Grübelnd trete ich aus dem Cafe und will über die Strasse.*

Ken     *Ich bin ziemlich impulsiv losgefahren und habe  vor, Naoe zur Rede zu stellen, als mir einfällt, dass die Probe sicher noch nicht zu Ende ist. Ich parke also vor der Schule und warte. Alles ist ruhig, der normale Unterricht ist ja auch schon beendet. Der Schulhof ist menschenleer. Ich starre auf die Uhr, zwanzig Minuten noch, dann müsste Naoe herauskommen. Doch es dauert nur zehn Minuten, dann kommt er aus dem Cafe gegenüber und stellt sich an die Bushaltestelle. Ich steige aus und gehe über die Straße auf ihn zu.* Oy Naoe, ich muss mit dir reden.*

Nagi
*Bei der vage bekannten Stimme stellen sich meine Nackenhaare hoch und sämtliche meiner Kampfsinne schalten instinktiv von `Bereitschaft´ auf `Alarm´. Erst als ich mich umdrehe erkenne ich wieso und meine Stimme klingt kurz ungläubig, bis ich ebenso instinktiv auf kalt umstelle* Siberian?! Was willst du?

Ken
Dreimal darfst du raten… *ich sehe ihn abschätzend an* Ich will –reden- … *Ich komme sofort auf den Punkt.* Omi ist total fertig. Und obwohl er nicht genau sagt warum, bin ich ziemlich sicher, dass du der Grund bist… macht es dir eigentlich Spaß, ihn zu verletzen? *ich muss meinen Ärger mühsam im Zaum halten, als ich seine jetzt auf einmal unbeteiligte Miene sehe.*

Nagi
*Na klar, hätte ich mir ja eigentlich denken können. Tu dem Babykätzchen was und das ganze Rudel kommt angerannt* Glaub es oder glaub es nicht, Weiß,es macht mir keinen Spaß. Ich bin nicht Schuldig, der ein High nach dem anderen bekommt, wenn es den Leuten um ihn herum schlecht geht. Ich kann nichts dafür wenn Tsukiyono dermaßen zart besaitet ist, dass er keine Ehrlichkeit verträgt.*Sein Gesichtsausdruck sagt, dass er mir das nicht wirklich abkauft aber ich sehe eigentlich keine Notwendigkeit mich vor ihm zu rechtfertigen und drehe mich wieder von ihm weg*

Ken
Kannst du mir nicht wenigstens sagen, was eigentlich los war? *Ich versuche doch nur, Omi zu helfen, verdammt…*

Nagi
*Ich seufze leicht. Anscheinend will das Kätzchen nicht verschwinden, ohne mich ausgequetscht zu haben. Deshalb komme ich ausnahmsweise mal direkt zu der ausführlichen Erklärung* Er wollte mir ein Skript schenken das er auf dem Kongress bekommen hatte und hat es offensichtlich in meine Tasche gesteckt als ich nicht im Zimmer war. Zu Hause habe ich es gefunden, gedacht ich hätte es aus Versehen, eingepackt und ihm heute morgen zurückgegeben. Hab mich sogar noch nett entschuldigt, dass ich nicht aufgepasst habe. Vor der Probe kam er wieder damit an, da habe ich erst kapiert dass er es mir -schenken- wollte und das Buch nicht durch meine Schusseligkeit in meine Tasche geraten ist. Ich habe ihm gesagt es wäre zwar nett, dass er mir sein Skript gebe wollte aber dass ich leider schon selber eins von Matsuzaki-kun bekommen habe. Ich habs ihm sogar gezeigt damit er nicht gleich denkt ich würde nur ablehnen weil das Buch von -ihm- kommt aber er hat nur sein Buch gepackt,sich umgedreht und ist gegangen.*Meine Stimme wird noch eine Stufe sarkastischer* Ich plädiere auf nicht schuldig Herr Anwalt.

Ken
*Ich sehe ihn nachdenklich an. Ich glaube nicht dass er mich anlügt, warum sollte er…* Nagi… *unwillkürlich nenne ich ihn so, wie Farfarello und ich ihn halt immer nennen, wenn wir von den beiden reden, und das ist im Moment unser Hauptgesprächsthema, wenn wir nicht gerade mit –anderen- Dingen beschäftigt sind…* warum bist du so zynisch? Kannst du Omi wirklich so wenig leiden, oder was ist los? */Und warum küsst er ihn dann ohne dass es die Rolle erfordert?/ Ich suche nach Worten* Wie ich das sehe, ist dein Verhalten Omi gegenüber nicht ganz konsequent. Einerseits lehnst du ihn ab, aber wenn es dir in den Kram passt, `erlaubst’ du ihm, nett zu dir zu sein. Wenn du dann keine Lust mehr hast oder meinst, anderweitig beschäftigt zu sein, wird er wieder abserviert. Das zynischste ist aber die Küsserei. Er hat wirklich geglaubt, du hast ihn –gerne- geküsst, als du mit dieser Belohnungs-Sache rausgerückt bist. Ich habe nur eine Bitte… werde dir mal klar darüber, was –du- eigentlich empfindest. Omi weiß nämlich, was er fühlt.  Schon lange. Und ich denke nicht, dass es mit einem `Ich kann nichts dafür, wenn er eine Memme ist’ getan ist… *damit lasse ich ihn stehen und gehe zum Lieferwagen zurück. Ich fürchte allerdings, da ist nichts zu wollen… Nagi ist wirklich ein Eisklotz.*

Nagi
*Ich schaue Siberian verwirrt hinterher. Was bitte wollte er mir denn jetzt –damit- sagen? Kurzentschlossen mache ich zwei schnelle Schritte hinter ihm her und blockiere die Tür, so dass er nicht einsteigen kann.* Wie soll ich mich denn bitte `konsequent´ verhalten? Ihm -immer- die kalte Schulter zeigen wenn er mit irgendwas ankommt, egal ob es für mich zum Vorteil ist oder nicht? *Ich zucke mit den Schultern.* Nun, das kann ich machen, ich benehme mich einfach wieder so wie ich es getan habe -bevor- dieses ganze... Schlamassel hier angefangen hat, wenn es das ist, was du für richtig hältst. Tsukiyono wird absolut begeistert sein. *Soviel zum Zynismus, leider hat das Kätzchen da einen Punkt.* Und ich benehme mich nicht so wie ich es tue weil ich Bombay nicht leiden könnte, ich kann ihn nicht mehr oder weniger gut ab als ungefähr 99,9 prozent der restlichen Weltbevölkerung. Ich behandele ihn nicht anders als alle anderen. -Sein- Problem ist nur dass er, im Gegensatz zum Rest, mir -nicht- aus dem Weg geht und sich deshalb die eine oder andere Maulschelle einfängt. Oder meint, er hätte sich eine eingefangen denn seltsamerweise rastet er am meisten aus wenn ich ausnahmsweise mal versuche -nett- zu sein... für meine Verhältnisse jedenfalls. *Ich bin jetzt wirklich der Meinung, dass Thema Tsukiyono zu genüge abgehandelt zu haben und gehe wieder zurück in das Bushäuschen... aber nicht ohne mich mit einem Cheshire-grinsen auf dem Gesicht noch mal zu Siberian umzudrehen*  Und vielleicht -habe- ich ihn ja gerne geküsst...vielleicht war es wirklich nur ein Mittel zum Zweck. Oder beides.

*Ich starre ihm auf diesen erbarmungslosen Kommentar erbost nach. Im Laufe seiner Rede ist mir die kalte Wut gekommen. Er tut nicht nur so kaltschnäuzig, er ist es tatsächlich! Warum musste Omi sich auch ausgerechnet in Naoe vergucken? Resigniert drehe ich mich wieder zum Auto und schließe die Tür auf. Bevor ich einsteige spreche ich ihn nochmal an.* Du magst ihn also nicht mehr oder weniger als jeden anderen, aber küsst ihn, `vielleicht gerne, vielleicht als Mittel zum Zweck’?? Weißt Du was… du bist nicht –wie- Schuldig, du bist schlimmer! Du verletzt ihn nicht um etwas zu erreichen sondern aus Ignoranz,… Langsam weiß ich nicht wer mir mehr leid tut – du oder Omi. Auf jeden Fall ist es wirklich besser, du zeigst ihm –immer- die `kalte Schulter’ wie du es nennst… dann macht er sich wenigstens keine falschen Hoffnungen mehr. Vielleicht findet er dann jemanden, der seine Zuneigung auch würdigt… *damit steige ich ein und fahre ohne noch mal zurückzusehen los.*

Nagi
*Ich würdige das Statement des Kätzchens nur mit einer ganz leicht hochgezogenen Augenbraue und schaue dem Transporter desinteressiert nach.. Ignoranz? Ja vielleicht. Aber woher soll -ich- auch wissen, wie man mit Menschen umgeht? Vor allem mit welchen die in mich verliebt sind. Das ist ein novum... und in `Zwischenmenschlichen Beziehungen´ war ich schon immer schlecht. Mein Bus kommt endlich und ich steige ein um mich wie immer auf meinen Stammplatz in der letzten Reihe zu setzen. Aber warum sollte ich Siberian deswegen leid tun? Tsukiyono ist ja ganz offensichtlich derjenige dem sein Mitgefühl gehört. Ich zucke mental die Schultern. Was solls, diese Weiß scheinen alle ein bisschen auf der irrationalen Schiene zu ticken. Am besten ich mache es wirklich wie Siberian gesagt hat und vergesse diesen ganzen `nett-sein´ Quatsch möglichst schnell wieder. Es kommt eh nichts dabei rum, und dass Tsukiyono einen ganzen Stall voll Leute hat, die seine `Zuneigungen´ mehr zu würdigen wissen als ich ist mehr als klar. Soll er sich an die halten, nicht an mich. Ich mache ja eh ohnehin immer alles falsch*

Omi
*Ich habe die Hausaufgaben erledigt und liege nun auf meinem Bett, um sinnlos die Decke anzustarren. Ich bin doch selber schuld dass es mir mies geht! Warum muss ich auch immer wieder hinter Nagi herlaufen wie ein kleines Hündchen? Er hat mir mehr als einmal deutlich gemacht, dass ihm nichts daran liegt, mit mir zusammen zu sein, dass ich ihn sogar nerve! Ich habe nicht lockergelassen, und das habe ich nun davon. Es war nur eine Frage der Zeit… plötzlich höre ich Yohjis Stimme von unten. `Omi? Du hast Besuch!’ Nagi?!?! Mein Herz fängt irre an zu klopfen, und ich springe auf, um zur Treppe zu laufen, als es schon an der halboffenen Tür klopft. Dann schwingt sie ganz auf und Nishimura steht vor mir. `Darf ich reinkommen?’ Die Enttäuschung ist mir sicher anzusehen, aber ich reiße mich zusammen.* Hai. Doozo. *Er setzt sich auf das Bett und sieht mich prüfend an. `Du siehst total fertig aus, Omi-kun. Ist Naoe nicht doch wieder daran schuld?’ Ich will es erst abstreiten, doch dann schüttle ich nur den Kopf.* Nein. Daran bin ich ganz alleine Schuld. *Er schweigt eine Weile und beißt sich auf die Lippen, zögert, rückt dann aber doch mit der Sprache raus. `Wollen wir was zusammen unternehmen? Ich meine…’ er hat wohl meinen abweisenden Blick gesehen `Nur so. Kino oder so… oder in den Zoo?’ Er sieht mich so hoffnungsvoll an dass ich lächeln muss.* Hai. Da wir die Probe ja schwänzen… – von mir aus gerne. *Er freut sich so offensichtlich, dass ich mich bemüßigt fühle, ihn zu warnen.* Hör zu… das ist aber nur freundschaftlich, ok? *er grinst und nickt. `Alles Klar. Aber das muss ja nicht so bleiben, ne?’ Dann lächelt er richtig. `Ich mag dich wirklich Omi-kun. Notfalls eben als Freund! Aber was Naoe da macht ist nicht in Ordnung, ich sehe doch wie du leidest. Er weiß mit Sicherheit auch, dass du ihn magst, und lässt dich kaltlächelnd abfahren… Ich könnte ihn…’* Nein. *meine Stimme ist ruhig.* Wenn du willst, dass wir Freunde sind, lass ihn zufrieden. Sowohl verbal als auch sonst. Ich denke, ich werde das ab jetzt auch tun … *Er steht auf und legt den Arm um meine Schultern. `Gut zu hören…’*

Nagi
*Den Bauch voll mit einer Portion instant Ramen, eine Dose Cola und ein paar Reiskräcker in Griffweite, sitze ich vor dem Fernseher und schaue teilnahmslos den Vorspann von `Kingdom Hearts´. Als ich nach Hause kam warteten ein Päckchen und ein Zettel auf mich. In dem Päckchen mein lang erwartetes neues Spiel, auf dem Zettel eine Nachricht von Farfarello. Er und Schuldig haben was zu erledigen, Ramen ist im Schrank und ich soll nicht warten es wird spät. Ich seufze leicht während ich mich durch das Tutorial am Anfang spiele. Ich hätte zu gerne mit Farfarello über das gesprochen was Siberian mir heute gesagt hat. Irgendwie will mir das nicht aus dem Kopf. `Du verletzt ihn nicht um etwas zu erreichen sondern aus Ignoranz,…´ aber ich –wollte- ihn doch gar nicht verletzen! Mechanisch bewege ich meine Figur durch die verschiedenen Aufgaben. Das hatte ich doch gar nicht vor... und kann man jemanden wirklich verletzen, aus Ignoranz heraus? Und was habe ich ignoriert? Tsukiyonos Gefühle für mich? Ich bin ja nicht mal –selber- drauf gekommen dass er überhaupt welche hat, ohne den `dezenten Hinweis´ von Farfarello hätte ich bis heute keine Ahnung davon… - Aber selbst als ich es wusste habe ich keine Anstalten gemacht mein Verhalten deshalb zu ändern und etwas... ich weiß nicht, Rücksicht oder so auf ihn zu nehmen. Mein Gesicht verzieht sich leicht. Ich habe es sogar noch ausgenutzt wenn man es so will, diese ganze Kuss-Belohnungs-Geschichte hätte ja nie funktioniert wenn Tsukiyono –nicht- in mich verliebt gewesen wäre. Und hätte ich nichts davon gewusst wäre ich ja gar nicht auf den Gedanken gekommen ihm so etwas überhaupt vorzuschlagen! Seufzend lege ich meinen Controller weg und knabbere nachdenklich an einem Cracker. Kein Wunder das es dem Weiß mies geht... nicht nur dass ich auf seine Gefühle mir gegenüber einen feuchten Scheiss gegeben habe, ich habe sie auch noch weidlich ausgenutzt. Auch auf dem Kongress. Ich meine, das Angebot, bei ihm übernachten zu können kam ja von ihm, aber ich hätte es vielleicht gar nicht annehmen sollen. Vielleicht hat er sich irgendwelche Hoffnungen gemacht oder Ähnliches, dass ich ihn ja vielleicht doch ein ganz kleines bisschen leiden kann. Aber wenn ich ehrlich bin war Tsukiyonos anwesenheit für mich ja eher so eine Art `kleineres Übel´, damit ich doch noch in den Genuss des Workshops komme. Habe ich ihm das auch –so- zu verstehen gegeben? Und der rasante Abschied am nächsten Morgen hat ihn bestimmt auch nicht gerade glücklich gemacht, er hatte bestimmt gehofft dass wir noch zusammen Frühstücken gehen oder Ähnliches. Und eigentlich hätte ich das auch tun können, alleine schon als nette Geste. Und wenn ich noch mal ganz ehrlich sein soll... es hätte mir eigentlich gar nicht so viel ausgemacht noch etwas Zeit mit ihm zu verbringen. –Eigentlich- ist Tsukiyono ja ganz in Ordnung, er kann zwar aufdringlich und nervig sein, aber ich bin ja auch wirklich überempfindlich was so etwas anbelangt. Objektiv betrachtet hat er mir ja gar nichts getan, er wollte nur nett sein und vielleicht noch ein bisschen Zeit mit mir verbringen. Was ja auch irgendwie verständlich sein sollte... in jemanden verliebt sein heißt ja auch Zeit mit ihm verbringen zu wollen. Glaube ich zumindest. Ich seufze wieder und wünsche mir Farfarello wäre hier.. oder meinetwegen sogar Schuldig. Der eine ist zwar verrückt und der andere ein hoffnungsloser Schürzenjäger... aber trotzdem verstehen sie von solchen `Liebesdingen´wesentlich mehr als ich. Was ja eigentlich ziemlich traurig ist. Ich schalte Playstation und Fernseher aus und starre auf den dunklen Bildschirm. Und Hilfe könnte ich wirklich gebrauchen... denn alleine die tatsache –dass- ich so sehr über Tsukiyono und diese ganze Geschichte nachgrübele macht mich schon durcheinander. –Eigentlich könnte es mir doch vollkommen egal sein... aber das ist es nicht! Ich habe regelrecht ein schlechtes Gewissen, der Gedanke das der Weiß wegen –mir- nicht mehr lachen kann ist irgendwie verstörend. Das kann so nicht bleiben. Erstens bin ich es satt mir ständig Gedanken zu machen und zweitens will ich ja eigentlich gar nicht, dass es ihm schlecht geht. Ich wäre nur nie auf den Gedanken gekommen, dass mein `neutrales´ Verhalten so eine negative Auswirkung haben könnte. Ein bisschen zögerlich stehe ich auf und gehe zum Telefon. Und genau das sollte ich ihm vielleicht sagen... dass ich es nicht böse meine sondern einfach nicht weiß, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Dass das alles ungewohnt und neu ist, bis jetzt habe ich noch niemanden getroffen der mich wirklich –mag-... und sogar noch mehr als das. Schuldig und Farf und Crawford mögen mich zwar auch, aber das ist was anderes. Ich starre gebannt auf die Wählscheibe und bin urplötzlich nervös. Was, wenn es wieder genau das Falsche ist? Vielleicht tue ich ihm damit ja noch –mehr- weh als ich es ohnehin schon getan habe... aber irgendwie glaube ich das nicht. Ich würde ihm gerne verständlich machen, dass meine ablehnende Haltung gar nicht viel mit –ihm- zu tun hatte... sondern dass ich auf jeden so reagiert hätte. Und vor allem dass es mir nicht egal ist ob es ihm gut geht oder nicht. Denn darauf läuft es ja hinaus. Kurzentschlossen wähle ich die Nummer des Koneko und lausche auf das Freizeichen. Am besten frage ich ihn einfach ob er sich irgendwo mit mir treffen kann... dass man so etwas nicht über das Telefon klärt, ist sogar mir klar. Dann habe ich auch noch ein bisschen Zeit mir zu überlegen wie genau ich ihm sagen soll dass ich ihn eigentlich doch ganz ok finde... denn noch schwieriger als zu akzeptieren, dass mich jemand mag ist es für mich, demjenigen zu sagen dass ich ihn ja eigentlich auch mag...*

Ken
*als ich in den Laden zurückkomme fehlt Omis Bike auf dem Hof. Anscheinend braucht er ein bisschen Wind um die Nase.. kein Wunder. Für meinen Geschmack geht ihm die Sache mit Naoe weitaus zu sehr an die Nieren… Ich werde nochmal auf ihn einreden. Naoe ist wirklich ein sturer, emotionsloser Eisklotz. Nichts für Omi… er wird über ihn hinwegkommen, sobald er aufhört, ihm nachzulaufen. Naoe wird es vielleicht noch nicht mal zur Kenntnis nehmen, wenn Omi –nicht- mehr krampfhaft versucht, sein Wohlwollen zu erringen. Es tut mir weh daran zu denken, wie Omi immer wieder von Naoe verletzt und vor den Kopf gestoßen worden ist und trotzdem immer wieder versucht hat, seine Aufmerksamkeit zu erringen. Ein Wunder, dass er es noch nicht von selber aufgegeben hat.. aber Omittchi ist hartnäckig - und verliebt, was die Rationalität ja weitestgehend außer Kraft setzt, wie man an mir und Farfarello deutlich sieht… ich gestatte mir ein kleines Lächeln. Außerdem - Omi glaubt immer an das Gute im Menschen, nur, dass Naoe dafür der Falsche zu sein scheint… als das Telefon klingelt erwarte ich dass Omi dran ist um Bescheid zu sagen, wo er steckt. Meine Augen weiten sich leicht als ich Naoes Stimme vernehme. `Ist Tsukiyono-kun zu sprechen?’ Meine Antwort fällt ziemlich reserviert aus* Und was willst du von ihm? Ich glaube er braucht keine weiteren Erniedrigungen. *Meine Stimme klingt hart und ich erwarte halb und halb dass Naoe den Hörer aufknallt, doch er bleibt wider Erwarten dran. `Ich wollte mich entschuldigen.’ Ich horche auf. Das ist doch mal was. Wenigstens scheint er sich ein paar Gedanken gemacht zu haben. Etwas freundlicher teile ich ihm mit, dass Omi nicht da ist.* Ich weiß nicht wann er wiederkommt, soll er zurückrufen? *Die Antwort überrascht mich – aber auch wieder nicht. `Nein – nein… ich versuche es später noch einmal, oder ich spreche in der Schule mit ihm. Kannst du ihm zumindest ausrichten, dass ich angerufen habe?’ Es folgt eine Pause. `Oder nein – lieber doch nicht. Ich möchte nicht dass –er- mich anruft… schließlich will –ich- mich ja entschuldigen. Wenn ich ihn also heute nicht erreiche, spreche ich morgen nach dem Unterricht mit ihm…’ das klingt nach Flucht.* Hör zu, Naoe. Ich finde es gut dass du dir offenbar Gedanken gemacht hast… jetzt zieh es bitte auch durch. Omi ist wirklich ziemlich mies dran.. und daran hast du einen großen Anteil, das kannst du mir glauben. Also – es wäre schon gut, wenn ihr das klarkriegt. Vielleicht bekommt Omi dann wieder den Kopf – und auch sein Herz – frei… *am anderen Ende ist es still. Als nichts kommt denke ich schon Naoe hätte aufgelegt.* Naoe? `Hai.’ Geht das klar? `Hai.’ *Ein Klicken, dann ist das Freizeichen da. Aufgelegt. Was war das denn jetzt? Ich lege kopfschüttelnd den Hörer auf. Versteh einer diese Kids…*

Nagi
*Ich stecke das Telefon zurück in sein Ladegerät und starre es an. irgendwie war ich komplett durch den wind, dass siberian dran war, und nicht Tsukiyono. Ich hatte so hart überlegt was ich ihm sagen soll, dass ich kaum ein vernünftiges wort rausbekommen habe. Langsam gehe ich zurück zum sofa und starre jetzt auf den schwarzen bildschirm. Er ist also nicht da... irgendwie ärgert mich das, ich hatte dieses `gespräch´so schnell wie möglich hinter mich bringen wollen, die verzögerung gefällt mir gar nicht. Aber ich überlege trotzdem ob ich noch einmal anrufen soll oder warten bis ich ihn morgen in der schule sehe. Es wäre schwer ihn alleine zu erwischen und auf ´publikum´habe ich wirklich keine lust, das geht keinen was an ausser tyukiyono und mich. Aber irgendwie werde ich bei dem gedanken, noch mal anzurufen nervös... das heisst, nervöser als ich ohnehin schon bin, wie ich ärgerlich feststelle. Mit einem leichten schnauben lege ich das kissen, das ich die letzten paar minuten in den fingern gehabt habe wieder weg und gehe in die küche um mir einen tee zu kochen. Es wird warten müssen bis morgen. Siberian klang richtig erleichtert, dass ich vorhabe, klar schiff mit Tsukiyono zu machen. Offensichtlich denkt er, dass ich vorhabe ihm ein für allemal zu sagen das er sich eine `engere beziehung´ mit mir abschminken kann... und nicht das ich ihm eigentlich sagen will das er ganz okay ist. Was auch immer das heissen mag... *

Omi
*Es ist schon Mitternacht vorbei, als ich nach Hause komme. Das Koneko liegt ruhig, alle scheinen schon zu schlafen. Ich schleiche mich in mein Zimmer und falle todmüde ins Bett. Der Tag war noch ganz schön… Nishimura-kun ist ein netter Typ und hat alles Erdenkliche getan, um mich abzulenken… und um mich für sich zu gewinnen. Er kann ziemlich hartnäckig sein… dabei war er nie aufdringlich oder ist mir unangenehm zu nahe gekommen. Aber so kleine Gesten… wie den Arm um meine Schulter legen, oder `zufällig’ meine Hand greifen, um mich auf etwas aufmerksam zu machen.. all das halt, was ich ja mit Nagi auch am liebsten immer getan hätte… Nishimura-kun war ziemlich erfolgreich, mir Nagi zumindest für diesen Nachmittag und Abend aus dem Kopf zu vertreiben. Ich hatte gar keine Zeit zum Grübeln. Erst waren wir im Zoo, dann im Kino, dann in einem Club… volles Programm. Und ich hatte Spaß! Leise meldet sich mein Gewissen zu Wort, dass ich Nishimura’s Zuneigung zu mir genauso ausnutze, wie Nagi meine… So im Dunkeln, im Bett liegend, geht die Grübelei wieder los. Wenn ich irgendwie genauso reagiere wie Nagi, dann heißt das wohl, dass das nicht soo ungewöhnlich ist… und dass Nagi vielleicht nicht so boshaft ist, wie ich heute mittag noch gedacht habe. Vielleicht kann er damit wirklich nicht umgehen… vielleicht war ich einfach auch -zu- aufdringlich.. nicht jeder steht darauf, mit Aufmerksamkeiten überschüttet zu werden. Aber ich hatte mich ja schon zurückgehalten… und dann dieser –lange- Abend, den Nagi mit Matsuzaki-sama verbracht hat… wieder durchfährt mich dieser Stich, und ich weiß, dass ich eifersüchtig war und es immer noch bin. Der Gedanke an Morgen verursacht mir Bauchgrimmen. Morgen ist wieder Theaterprobe,… und ich kann sie nicht schon wieder schwänzen. Ich habe die Hauptrolle, und es gibt keine zweite Julia. Die anderen werden mich killen… außer, ich bleibe gleich zu Hause und melde mich krank. Aber das geht ja auch nicht ewig… Seufzend drehe ich mich auf die andere Seite. Ich werde wohl hingehen müssen. Mir bleibt noch die Hoffnung, dass Nagi fehlt. Aber das ist ungefähr so häufig wie eine totale Sonnenfinsternis! Mir kommt der Gedanke, dass dann Nishimura mein Romeo wäre… bei der Vorstellung muss ich unwillkürlich lächeln. Dann müsste er mich küssen… was ihm wahrscheinlich nicht gerade unangenehm wäre. Ich habe allerdings eine gewisse Scheu davor. Erstens – ich küsse nicht einfach in der Gegend herum, ohne etwas dabei zu empfinden… ein schmerzhafter Stich in der Herzgegend erinnert mich daran, das Nagi das –sehr wohl- tut, wenn er damit einen Zweck erfüllen will, siehe sein `Belohnungs-Dingsda’… außerdem will ich Nishimura nicht unnötig Hoffnungen machen. Ich seufze wieder. Vertrackt, vertrackt… trotz aller Grübeleien schlafe ich irgendwann wegen Übermüdung ein.

***

Omi
Am nächsten Morgen sitze ich etwas unausgeschlafen am Tisch und Ken beäugt mich forschend. `War spät gestern?’* Hai. *Ich habe keine Lust auf Smalltalk, weiß allerdings, dass ihn das misstrauisch machen wird… `Was hast du denn gemacht?’ Sein Blick ist forschend, als er sagt, dass er mich nicht ausfragen will, `nur so interessehalber halt’..* Zoo, Kino, Club. *Ich bleibe einsilbig. Seine Augen weiten sich. `Alleine?!’* Nein. Mit Nishimura-kun. *Sein Blick wird fragend. `Der, den wir neulich mitgenommen haben?’* Hai. *Ich trinke meinen Tee aus und greife meinen Rucksack und den Helm.* Bin dann weg. *Bevor Ken noch was sagen kann bin ich draußen und auf dem Motorrad. Mit einen unguten Gefühl fahre ich relative langsam zur Schule. Was mich heute erwarten wird kann ich nur raten…*

Ken
*Als ich Omi wegfahren höre, kann ich nicht anders als mir leichte Sorgen zu machen. Was wird Naoe diesmal machen? Wird er ihn wieder verletzen, oder kriegt er es auf die Reihe, Omi möglichst schonend klarzumachen, dass es nichts gibt mit den beiden? Omi ist sehr in diese Sache verstrickt… bleibt zu hoffen, dass dieser Nishimura ihn vielleicht ein bisschen aufmuntert. Ich habe keine Ahnung, wie dieser zu Omi steht, aber möglich wäre es schon, dass er vielleicht in Omittchi verliebt ist. Omi hat sicher viele `Fans’ an der Schule,… und ebenso sicher nicht nur weibliche!

Nagi
*Mit kalten Fingern fummele ich an dem Schloß von meinem Mountainbike. Ich komme nicht oft mit dem Fahrrad, aber das Wetter war heute gut und ich wollte früher da sein, als wenn ich mit dem Bus fahren würde. Schuldig und Farfarello haben beide noch geschlafen als ich los bin, also hat auch keiner dumme Fragen gestellt. Das Schulgelände ist bis auf ein paar Frühaufsteher und einige Lehrer noch leer, es ist ein seltsames Gefühl, schon so früh hier zu sein. Aber Tsukiyono ist auch immer früh dran und ich will ihn möglichst schnell abpassen und diese ganze sache hinter mich bringen. ich gähne genervt als ich mich auf das mäuerchen um den schülerparkplatz setze um auf ihn zu warten. Das fussball-kätzchen wäre hellauf begeistert, wenn er wüsste wie schlecht ich diese nacht geschlafen habe, ich konnte einfach nicht aufhören zu grübeln, so sehr ich mich auch darüber geärgert habe. Ausgleichende gerechtigkeit würde er wohl sagen. Obwohl -eine- nacht schlechter schlaf weil ich mir den kopf zerbrochen habe wie ich das, was ich ganz offensichtlich angerichtet habe, wieder gerade biegen kann nicht wirklich ein ausgleich für die ganzen schlaflosen nächte ist, die Tsukiyono höchstwahrscheinlich meinetwegen hatte. Sämtliche weiteren überlegungen werden unterbrochen als ich eine mehr als bekannte gestalt inklusive motorrad auf den parkplatz einbiegen sehe und ich stehe schnell auf, bevor Tsukiyono wieder in seinen üblichen kokon aus bewunderern und speichellleckern verschwinden kann. Er hat mich entweder nicht gesehen oder entschieden mich zu ignorieren, denn als ich ihn anspreche blinzeln mich seine blauen augen unter dem helm verwirrt an. Es könnte allerdings auch an dem liegen was ich gesagt habe* Ohayo Tsukiyono-kun. Können wir reden?

Omi
*so langsam ich auch fahre, irgendwann komme ich doch an der Schule an. Ich stelle das Motorrad an meinem Stammplatz ab und habe vor, mich schnell in meine Klasse zu verdrücken bevor die Mädchen, die mich jeden Morgen vom Parkplatz abholen kommen, auftauchen, denn noch ist alles ruhig und leer. Aus dem Augenwinkel sehe ich jemanden auf der Mauer sitzen, den ich zuerst für Nagi halte. Aber das kann ja nicht sein, denn der Schulbus ist noch lange nicht durch. Ich nehme meinen Rucksack aus dem Koffer als die Person auf mich zukommt. Was mag er wollen? Während ich mir den Rucksack überhänge spricht er mich an. `Ohayo Tsukiyono-kun. Können wir reden?’ Ich starre ihn, jetzt etwas perplex, an. Es ist tatsächlich Nagi.* Was machst du denn so früh hier? *Es ist mir so rausgerutscht, weil ich überrascht und auch erschrocken bin. Ich hatte vor, ihm so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, und jetzt kommt er zu –mir-?* Gomen. Ohayo gozaimasu. *Ich verbeuge mich sogar leicht, um meine Entschuldigung zu bekräftigen.* Hai. Was kann ich für dich tun, Naoe-san? *Lieber mal etwas höflicher sein. Ich will Normalität. Wenigstens das…*

Nagi
*Ich erwidere seine leichte Verbeugung automatisch, Crawford meint immer diese verfluchte japanische Höflichkkeit müsste wohl genetisch veranlagt sein oder so etwas in der Richtung. Er fragt mich, was er für mich tun kann... und ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Glücklicherweise habe ich noch ein bisschen zeit zu überlegen. Denn just in dem Moment, in dem ich den Mund öffne sehe ich ein paar Mädchen aus Tsukiyonos Klasse den Parkplatz betreten, offensichtlich um ihn abzuholen, denn sie kommen geradewegs in unsere Richtung. Mein Gesicht verzieht sich leicht und ich bin etwas erstaunt, dass Omi auch alles andere als glücklich guckt als er die Mädchen bemerkt.* Würde es dir etwas ausmachen irgenwohin zu gehen wo wir ungestört sind? *Mein kaltes, abweisendes Starren ist offensichtlich nicht genug um diese 4 Harpyien von ihrer gottgegebenen Mission abzubringen und ich habe wirklich keine Lust mit Tsukiyono zu sprechen während diese kichernden Hühner dabei sind. Er scheint auch alles andere als unglücklich zu sein, diesen Gänsen noch ein Weilchen zu entkommen denn er dreht sich um als hätte er sie nicht bemerkt und geht schnell in Richtung Schulpark. `Ganz im Gegenteil’. Ich muss mich beeilen, um mit ihm Schritt zu halten, er hofft wohl die 4 in dem Labyrinth aus Büschen und kleinen Nischen abhängen zu können. Um die Uhrzeit ist der Park wie leergefegt und es dauert nicht lange, bis wir einen Platz gefunden haben an dem sonst niemand unsere Unterhaltung mitbekommen könnte. Er setzt sich auf einen der großen Felsbrocken die als Dekoration dienen und schaut mich fragend an. `Wie kann ich dir helfen?´ Ich verbeiße mir mit aller Macht einen Kommentar darauf. Typisch Tsukiyono, sofort jedem und alles seine Hilfe anzubieten.* Gar nicht. *Ich beiße mir auf die Lippen, als sein Gesichtsausdruck für den Bruchteil einer Sekunde schmerzlich wird und schimpfe mit mir. Nicht wieder -so-, schon vergessen, du wolltest dich entschuldigen, nicht ihn noch mehr verletzen. Vielleicht wäre etwas Ehrlichkeit mal angebracht.* Gomen, ich wollte dich nicht anfahren. *Ich atme tief ein und streiche mir die Haare hinter die Ohren. Das ist gar nicht so einfach wie ich dachte....* Ich.. ähm... ich bin ein bisschen nervös. ich wollte mich bei dir entschuldigen.

Omi
*Ich eile durch die Wege des Schulgartens, um die Mädchen hoffentlich loszuwerden. Ich frage mich zwar, warum ich das tue, denn ich hatte ja nicht vor, mit Nagi die nächste Zeit allzu engen Kontakt zu pflegen, um es mal höflich auszudrücken. Ich bin zwar nicht mehr wirklich sauer auf ihn, nur enttäuscht… aber dass er jetzt von sich aus auf mich zukommt kann eigentlich nur bedeuten, dass er ein für allemal klarstellen will, dass ich ihn mit romantischen Anwandlungen verschonen soll. Nun ja, das hatte ich ja ohnehin vor. Als ich mich auf den Felsbrocken setze frage ich mich nur, warum ich schweißfeuchte, zittrige Hände habe und warum meine Stimme so wackelt, als ich ihn frage womit ich ihm helfen kann. Eine Floskel, aber er scheint wieder negativ darauf anzuspringen, denn sein Gesichtsausdruck und sein Ton sind ziemlich genervt, als er kurz `gar nicht’ erwidert. Ich bin im Begriff, aufzustehen und ihn, diesmal –wirklich- gekränkt, zu fragen, was das nun wieder soll, als er sich rasch entschuldigt. Ich bleibe also sitzen und harre seiner Worte. Was dann kommt habe ich allerdings nicht erwartet…* Entschuldigen??? Aber – wieso… *ich verstehe jetzt gar nicht mehr was hier abläuft und sehe ihn nur groß an. Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass das irgendetwas an unserem Verhältnis zueinander ändern wird, - aber … Entschuldigen! Ich reiße mich zusammen um nicht zu schauen wie die Kuh wenn’s donnert und verschränke die Arme. Das habe ich bei Nagi oft gesehen, wenn ich das Gefühl hatte, er wolle sich von etwas distanzieren. Und das will ich ja auch gerade… meine Stimme klingt freundlich, aber auch leicht reserviert* Ich verstehe nicht ganz…

Nagi
Ich seufze leise und lasse mich ebenfalls auf einen der Steine plumpsen. Wie um alles in der Welt sage ich denn jetzt, was mir die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt? Ich murmele unhörbar vor mich hin.* Nein, ich auch nicht... dann gebe ich mir einen Ruck und sehe ihn fest an* Mein Verhalten dir gegenüber in der letzten Zeit hat dich verletzt, auch wenn ich das nicht vorhatte. Oder gemerkt habe. Verflucht, irgendwie klingt das eher, als würde ich etwas aus einem Schulbuch vorlesen, als wie der Versuch einer ernstgemeinten Entschuldigung.* Ich hatte... ein kleines Gespräch mit Siberian gestern. Er macht sich Sorgen um dich... und wenn ich ehrlich bin, hat das was er mir gesagt hat, durchaus Hand und Fuß gehabt. Wie ich mich dir gegenüber benommen habe war alles andere als in Ordnung, vor allem da ich ja wusste, dass du.... *in mich verliebt bist wollte ich eigentlich noch dazusagen, aber ich schliesse schnell den Mund. Sicher würde es ihm nicht gefallen wenn ich das sage.* Nevermind. *Meine Hand ist wieder in meinen Haaren, ein sicheres Zeichen dafür, dass ich nervös bin aber versuche es nicht zu sein.* Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass es mir leid tut. du bist... *wie sage ich es am besten? Nicht zuviel, das würde er mir nicht glauben und zuwenig dann hätte die ganze Entschuldigung gar keinen Sinn. Ich schaue ihm in die Augen, auch wenn es mir irgendwie schwerfällt seinen Blick zu fixieren ohne gleich wieder wegzuschauen. Ich will, dass er merkt, dass ich es ernst meine* Du bist eigentlich ganz in Ordnung. Ich bin es nur einfach nicht gewohnt dass... das jemand meine Gesellschaft nicht  nur duldet sondern sogar sucht. Ich wusste nicht wie ich darauf reagieren sollte, mit -dir- hatte es nichts zu tun.* Ich schließe meinen Mund wieder und warte auf eine eventuelle Antwort. Ich bin soweit durch mit dem was ich sagen wollte... ich hoffe nur, dass es nicht -wieder- das Falsche war*

Omi
*Ich lausche seinen Ausführungen mit steigender Verwunderung. Als er Ken erwähnt bin ich wieder kurz davor aufzuspringen und zu gehen. Ich –brauche- keinen Babysitter der die Dinge für mich richtet… das muss ich Ken unbedingt sagen. Mein Groll schwindet allerdings als Nagi fortfährt. Er muss nervös sein, denn er spielt mit seinen Haaren. Ich habe diese Geste oft beobachtet und mir immer vorgestellt, wie sich das wohl anfühlt, wenn –ich- … nunja. Ich weiß ja jetzt von unseren `Kuss’proben, wie es sich anfühlt. Seidig.. und weich… und irgendwie.. perfekt… energisch schiebe ich diese Gedanken beiseite. Das hier wird mit Sicherheit –keine- Liebeserklärung werden, also bleibe ich sachlich. Seine Feststellung dass er noch nie von jemandem mehr als geduldet wurde erschüttert mich nun doch einigermaßen, und wieder mal ist meine Zunge schneller als mein Hirn.* Aber dann muss es dir doch erst recht…. *stop. `gefallen, wenn dich einer mag’ wollte ich sagen, aber das ist Quatsch. Nur weil er es nicht kannte, heisst das ja nicht, dass er jeden x-beliebigen nehmen muss, der ihn nun zufällig mag. Naja, -mehr- als das. Aber wenn ich nunmal nicht auf seiner Wellenlänge bin… Ich schlucke einmal und sehe ihn fest an* Schon ok… halb so wild. Ich habs ja überlebt… *So, ich bin also `In Ordnung’ ja? Nun gut, besser als nichts. Vielleicht kriegen wir so wenigstens `Romeo und Julia’ gebacken… Ich sehe auf die Uhr. Mein Englischunterricht beginnt in genau zwei Minuten.* Gomen, Nagi.. ich muss zum Englisch. *Ich schultere meinen Rucksack. Ups. Ich habe einfach Nagi gesagt… zu spät um was zu ändern, also rede ich einfach weiter* … und … ich finde dich auch in Ordnung… aber das weißt du ja. Ja mata, bei der Probe nachher, ne? *ich winke kurz und eile von dannen. Ich bilde mir ein, das gut und `erwachsen’ gehändelt zu haben, aber mein Herz hämmert wie verrückt. Vielleicht… so sehr ich es auch zu unterdrücken versuche, dieser kleine unsinnige Funken Hoffnung glimmt fröhlich vor sich hin…*

Nagi
*Bevor ich noch irgendwas sagen kann ist er schon zwischen den Büschen verschwunden... und bevor ich überhaupt weiß, was ich hätte sagen sollen klingelt die Schulglocke und mir fällt siedendheiss ein das Tsukiyono ja nicht der einzige ist, der hier Schule hat. Während ich mich beeile, um in meine Klasse zu kommen lasse ich mir seine Antwort nochmal durch den Kopf gehen. Eigentlich müsste ich ja zufrieden sein, Entschuldigung wurde akzeptiert, er nimmt es mir nicht übel und fertig. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, als würde etwas fehlen... irgendwas nibbelt an mir und ich weiß nicht was. Mit einer gehauchten Entschuldigung lasse ich mich an meinem Lehrer vorbei in meinen Sitz plumpsen. -Irgendwas- ist noch nicht ganz richtig... auch wenn ich nicht weiß was. Mit einem energischen Kopfschütteln verbanne ich zwanghaft alle Gedanken an den Weiß und diese  seltsame Unterredung aus meinem Kopf. Jetzt ist Geschichte angesagt....*

Omi
*Der Vormittag ist ziemlich rasch vergangen und ich sitze in der Kantine. Ich bin gerade beim Nachtisch angekommen als Nishimura-kun an meinem Tisch auftaucht. `Darf ich?’ * Hai, sicher. *Ich rücke mein Tablett etwas beiseite, um ihm Platz zu machen. Die Mädchen sind beim Cheerleader-Training, also habe ich Ruhe. Das heißt… eigentlich wäre ich lieber –ganz- alleine gewesen. Ich habe schon den ganzen Vormittag über das Gespräch mit Nagi gegrübelt, einfach weil ich es so –bedeutend- fand, dass er zu mir gekommen ist um sich zu entschuldigen. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das freut… denn… wenn ich auch jetzt vernünftig sein will.. es ist ja nicht so, dass ich auf einmal nicht mehr in ihn verliebt bin. Ich schaufele meinen Reispudding in mich hinein und merke erst, dass Nishimura mit mir spricht, als er mich antippt. `Oy, Erde an Omi-kun! Ich sagte grade, dass ich heute nicht zur Probe kommen kann… hab einen Zahnarzttermin.’* Hai, sehr gut.. ich … *erschrocken blicke ich auf.* Oh – tut mir leid. Das ist ja unangenehm! *Er sieht mich leicht beleidigt an `Du hörst mir gar nicht zu! Denkst du schon wieder über Naoe nach?’ * Hai… er hat sich bei mir entschuldigt… *Nishimura sieht mich groß an. `Aso… und deshalb ist jetzt alles wieder gut?’ Er nimmt sein Tablett und steht auf. `Weißt du was? Dir ist nicht zu helfen. Ich wünsche dir alles Gute…’ Damit dreht er sich um und geht weg.* Nishimura-kun, warte doch.. *Er schüttelt nur den Kopf. `Hab’s schon kapiert… keine Chance für mich. Ich geb’s auf. Mach’s gut Omi,…’ Er stellt sein Tablett in die Geschirrrückgabe und entschwindet Richtung Ausgang. Seufzend schiebe ich meinen Pudding weg. Mir reicht’s… Mit wem ich es auch zu tun habe… es geht alles immer schief…*

Nagi
*Als Strafe für mein Zuspätkommen in der Geschichtsstunde hat mich Hikari-sensei zum Kartenraum aufräumen verdonnert, und ich habe nicht einmal genug Zeit, um mein spärliches Mittagessen zu essen bevor ich wieder zum Unterricht muss. Anscheinend haben sich heute alle Lehrer gegen mich verschworen, denn jeder kommt mit einer neuen Idee, was wir denn Tolles im Unterricht machen könnten und als es endlich klingelt bin ich richtiggehend k.o. Ich habe keine Lust mehr, mir irgendwo ein Plätzchen zu suchen, bis die Probe anfängt sondern gehe direkt in die Aula um noch ein bisschen in Ruhe an meinem Text zu feilen. Bin mal gespannt, was unser Herr Regisseur heute auf dem Plan hat, sicher ist erst mal eine Standpauke fällig dafür dass ich und Tsukiyono letztes Mal einfach nicht gekommen sind. Ich seufze erleichtert, als ich mich mit hochgeschlagenen Beinen auf unser Requisiten-Sofa setze und anfange durch meinen text zu sehen. Irgendwie bin ich schrecklich müde, der schlechte Schlaf letzte Nacht und die ganze Hetzerei heute haben meine Augenlider schwer gemacht und ich beschließe, sie einfach mal ein paar Minütchen zu zumachen und ihnen ein bisschen Ruhe zu gönnen. Einschlafen werde ich schon nicht...*

Omi
*Ich krame meine Sachen zusammen und gehe Richtung Aula. Es ist zwar noch zu früh, die letzte Stunde heute habe ich aber frei, also kann ich ja schon mal ein bisschen Text wiederholen… im Moment würde ich allerdings am liebsten nach Hause fahren. Ich habe schreckliches Lampenfieber, mit Nagi wieder so eng in Kontakt zu kommen. Ohne es zu wollen bin ich total hibbelig wenn ich an heute morgen denke. In Gedanken versunken betrete ich die leere Aula und gehe zur Bühne. Indem ich meinen Rucksack nach dem Text durchwühle betrachte ich die herumstehenden Requisiten. Es sieht noch total chaotisch aus… als mein Blick auf das Sofa fällt, erstarre ich erstmal. Darauf liegt Nagi und scheint fest zu schlafen. Wenn das der Sempai sieht, ist er wieder zickig… mangelndes Engagement und so… ich lege meine Sachen vorsichtig ab und nähere mich ihm leise. Vor dem Sofa setze ich mich auf den Boden und will ihn nur einen Moment betrachten. Doch aus dem einen Moment werden eine Menge Momente… ich kann mich nicht von dem Anblick losreißen. Sein Gesicht ist ganz entspannt und ich staune wie richtiggehend schön er ist.. eigentlich müsste –er- die Julia spielen. Am liebsten würde ich ihn wachküssen wie der Prinz Schneewittchen, aber dann würde er mich wahrscheinlich telekinetisch quer durch die Aula schleudern… also bleibe ich sitzen und schaue nur. Plötzlich höre ich draußen Geräusche und bekomme einen Schreck. Wieso hat es nicht geklingelt? Oder habe ich es nicht gehört? Aber Nagi wäre doch sicher aufgewacht, wenn es geläutet hätte… Wie dem auch sei, jetzt –muss- ich ihn wecken, sie sind schon vor der Tür. Ich beuge mich zu ihm und nehme sehr sanft seine Hand.* Nagi… wach auf! *Er reißt die Augen auf und ich höre, wie sich die schwere Tür öffnet. Hoffentlich reagiert er nicht wie ich befürchtet habe… Geistesgegenwärtig deklamiere ich Julias Text aus der Todesszene: #Wo ist mein Romeo?? Tot?? Oh .. Was ist das? Ein Fläschchen fest verklemmt in meines Liebsten Hand. Gift wie ich sehe war sein Ende vor der Zeit…# *Der Sempai kommt mit dem Rest der Truppe herein und schaut regelrecht begeistert. `Das nenne ich Einsatz,… damit ist euch das gestrige Fehlen verziehen… dann mal los. Alles auf die Plätze…’*

Nagi
*Ich blinzele noch immer halbschlafend, ein bisschen erschrocken und ungläubig als Sempai, anfängt uns in der Gegend rumzujagen und vier Hände an mir rumfummeln um mich aus meiner Uniform und in mein Kostüm zu bekommen. Als mir bewusst wird, was passiert sein muss, muss ich fast anfangen zu lachen. Einsatz, ja wirklich. Romeo pennt tief und fest und nur `Julias´ Geistesgegenwart ist es zu verdanken, dass der Sempai jetzt nicht als wutschnaubendes Etwas unter der Decke hängt. Tsukiyono macht sich gerade daran, eine große Papprequisite zu verschieben und ich nutze die Möglichkeit und flüstere ihm ins Ohr während ich ihm helfe* schnell geschaltet `Julia´, arigato.

Omi
Iie, do itashimashite, `Romeo’! *ich grinse ihn verschmitzt an* Du warst wirklich ziemlich `tot’ ne? *Wir rücken Julias `Gartenpavillion’ an Ort und Stelle und klopfen uns den Staub von den Sachen. Dann ruft der Sempai uns zu sich, um die nächsten Aktionen durchzusprechen. `Wie weit seid ihr mit eurem Text? Durch? Gut! Dann üben wir heute noch mal eure Kuss- und die Balkonszene, und zum Schluss die Sterbeszene, und ab morgen machen Julia und Romeo dann ihre Rollen mit den anderen Darstellern klar. Uuuund bitte!’ Es geht schon wieder los. Ich brauch nur an die Kuss-Szene zu denken, und schon habe ich keine einzige Textzeile mehr im Kopf. Ich muss wohl ziemlich verzweifelt aussehen, denn Nagi sieht mich besorgt an..*

Nagi
*Ich kichere leise über Tsukiyonos Bemerkung während wir Julias Pavillon in Stellung bringen. Bevor ich allerdings antworten kann ist der Sempai schon über uns hergefallen und bombardiert uns mit Fragen und Aufgaben. Als Tsukiyono jedoch verdaut zu haben scheint -was- heute ausgerechnet alles auf dem Plan steht bekommen seine Augen einen leicht verzweifelten Ausdruck und in mir macht irgend etwas scharf `ping´. Wir haben bis jetzt immer nur -eine- dieser `speziellen´ Szenen am Stück gespielt, nie alle drei hintereinander... und ich frage mich plötzlich ob das okay für ihn ist. Mit mir klarzukommen im normalen Schulalltag mag ja noch gehen... aber -hier- kann er mir nicht aus dem Weg gehen oder seine mühsam beherrschte gleichgültige Fassade lange aufbehalten. Ich sehe ihm etwas besorgt in die Augen während ich skriptgerecht nach seiner Hand greife und sie an meine Lippen führe und mühelos meinen Text spreche. Ich kann Julias Text auch auswendig und sehe ihn fragend von unten an während ich mich noch über seine Hand beuge ob er Hilfe braucht*

Omi
*Die ersten Sätze kommen wie von selbst über meine Lippen, solange kein engerer Körperkontakt besteht scheinen meine grauen Zellen wieder zu funktionieren.* … #ein Heilger darf erhören, doch sich nicht bewegen#… *…`#dann beweg dich nicht und was mein Mund erfleht, ergreift er… so wird mein Mund#.. Ich starre gebannt auf Nagis Lippen als sich sein Gesicht dem meinen nähert. Was mir in diesem Moment alles durch den Kopf schießt! Die Erinnerung an mein erstes Versagen, Text vergessen, seine Lippen auf meinen, seine Wut wegen der Sorge, die gute Note versaut zu haben, sein Vorschlag mit der –Belohnung-… Ich bin vollkommen starr und spiele die Szene saumäßig. Der Text kommt zwar, aber holpernd und ohne Ausstrahlung rüber.. der Sempai ist verärgert und lässt erstmal Mercutio und  Benvolio eine Szene spielen während er uns ins Gebet nimmt. `Was sollte das denn jetzt wieder? Ich denke ihr’ er sieht dabei aber –mich- vorwurfsvoll an `habt den Text intus?? Dass mir das morgen klappt! Sonst …!!’ Sein Blick ist bedeutungsschwanger, und seine Vorstellung selbst bühnenreif. Wäre es nicht so ernst, würde ich lachen. Doch ein Blick in Nagis Gesicht zeigt, dass daran absolut nichts lustig ist… *

Nagi
*Ich bin nicht wirklich überrascht, dass Tsukiyono die Szene nicht so `leidenschaftlich´ rüberbekommt wie der Sempai das gerne hätte. Bei dem ganzen hick-hack seit der letzten Probe hätte ich gar nichts anderes erwartet. Trotzdem werde ich sauer als er Tsukiyono zusammenstaucht und ich bin kurz davor den Mund aufzumachen und ihm zu sagen, dass Omi da gar nichts für kann, es war schließlich nicht -seine- Idee, ausgerechnet uns beide als Romeo und Julia einzusetzen und dass es nicht verwunderlich ist dass er Probleme mit diesen Szenen hat, selbst wenn er -nicht- in mich verliebt wäre - schliesslich sind wir beide -Kerle- und auch wenn es mir nichts ausmacht ob ich Mann oder Frau küssen muss kann man von Tsukiyono ja nicht dasselbe erwarten. Schliesslich hatte er ja auch nicht dasselbe `Training´ wie ich! Mit einem gefauchten, leisen `Temee!´ in Richtung Sempai schnappe ich mir Tsukiyonos Hand und ziehe ihn mit mir in eine ruhigere Ecke der Aula.* Lass uns irgendwo proben wo dieser Idiot -nicht- ständig seinen Senf zu Sachen gibt, von denen er nichts versteht!

Omi
*Er zieht mich hinter die Bühne und schimpft wütend auf den Sempai. Ich folge ihm leicht verdattert, hatte ich doch erwartet das übliche `Herrgott Tsukiyono reiß dich doch mal zusammen’ zu hören… und jetzt ist Nagi auf meiner Seite?* Du bist nicht sauer auf mich? *Ich sehe ihm vorsichtig ins Gesicht, doch er schüttelt den Kopf. `Nein. –Der- weiß doch garnicht, was hier abgeht…’ damit lässt er meine Hand los und sich selbst seufzend auf eine der Kisten fallen, die hinter der Bühne stehen.`Also was proben wir jetzt? Sei dir darüber klar, dass wir das irgendwie auf die Reihe kriegen müssen, wenn wir hier was erreichen wollen.’ Dann murmelt er etwas, was sich verdammt nach `langsam ist es mir fast egal’ anhört, aber das kann ja schlecht sein, ne? Also reiße ich mich zusammen.* Naja.. alles der Reihe nach, würde ich sagen. Die Sache mit der Nachtigall und der Lerche ist ja auch noch da.. *die Tatsache. dass Romeo und Julia bei dieser Szene eigentlich zusammen im Bett liegen, oder es zumindest klar ist, dass sie das vorher getan haben, verdränge ich lieber mal…*

Nagi
*Ich überlege kurz. Die Tatsache, dass er den ganzen Kussszenen möglichst aus dem Weg gehen will ist ja verständlich, aber gerade -da- hapert es ja bei uns. Und eins ist ja klar....der -Text- ist nicht das eigentliche Problem, sondern eher das, was wir dazu spielen müssen. Auch wenn es mir mittlerweile herzlich egal ist ob das klappt oder nicht, wenn wir spielen wollen müssen die Szenen klappen. Selbst wenn ich die Wirkung, die sie jedesmal auf Tsukiyono haben, gar nicht mag* Hai, aber dafür bräuchten wir wenigstens das Sofa als Requisite, nur den Text zu sprechen bringt nichts, den können wir auch so egal was Kitada sagt. Dein Problem ist ja nun mal nicht der Text... *Meine Stimme sinkt zu einem Murmeln, während ich mir nachdenklich durch die Haare fahre. Es führt irgendwie einfach kein Weg dran vorbei und ich sehe Tsukiyono schliesslich wieder an* Wir sollten uns lieber an die Szenen halten, die wir schon gespielt haben, bei der Lerche wissen wir ja noch gar nicht wie Kitada sie haben will.* Soll er selber entscheiden, welche Szene er spielen will, ich werde ihn bestimmt nicht zwingen*

Omi
*Was er sagt klingt, nein – es –ist- logisch. Er erkennt auch glasklar, wo mein Problem liegt. Nur weiß er nicht den Grund dafür.* Du denkst sicher, ich will das nicht spielen, weil ich dich nicht küssen will… *er setzt zum Reden an doch ich spreche schnell weiter* das Gegenteil ist der Fall. Ich will dich… also ich habe absolut nichts dagegen dich zu küssen. Es ist eher, weil… ich dich viel zu gerne küssen will – du mich aber eigentlich ja eher nicht, und dass ich das weiß macht mich so unsicher und gehemmt und deshalb… ach vergiss die Erklärung, ich weiß selber nicht was ich hier rede! *Ich winke verärgert ab. Was laber ich ihn damit voll… das ist für ihn vollkommen unerheblich. Es muss funktionieren, mehr nicht.* Ich reiße mich zusammen. Versprochen.

Nagi
*Mit einem leichten Seufzer atme ich aus und streiche mir wieder durch die Haare. Hätte er mich ausreden lassen hätte er das gar nicht sagen müssen. Dieses halb verpackte Liebesgeständnis macht mich ganz unruhig innendrin. Es ist eine ganz andere Sache, sich so etwas nur zu denken und von anderen gesagt zu bekommen, als es selber zu hören* Das weiß ich doch schon längst... *Auch wenn meine Stimme leise ist, hat er das gehört und starrt mich mit einer Mischung aus Schreck und wachsender Verlegenheit an* … Es ist mir klar, dass du nicht diese Probleme hast, weil du mich -nicht- küssen willst... was -dir- allerdings nicht klar zu sein scheint ist, dass ich überhaupt kein Problem damit habe dich zu küssen. Ich mag es sogar ganz gerne. *Erschrocken über das was ich gesagt habe starre ich eine Sekunde mit offenem Mund ins Nichts. Ich -mag- es ihn zu küssen? Seit wann denn das?... Ich schließe meinen Mund wieder und diesmal ist es an mir, etwas verlegen den Boden zu mustern. Und ich wäre bestimmt nicht verlegen wenn es -nicht- stimmen würde, was ich gesagt habe*

Omi
*Ich gaffe ihn an als wäre ihm gerade ein zweiter Kopf gewachsen. Er –weiß- dass ich in ihn verliebt bin? Und er mag es, mich zu küssen?* Seit wann!? *Es platzt aus mir heraus. Ich weiß nicht, will ich wissen seit wann er weiß dass ich ihn .. mehr als nur als Schulfreund mag oder will ich wissen seit wann er mich –gerne- küsst, oder beides… Eigentlich will ich nur wissen, ob er mich –auch- mag, aber das kann ich nicht fragen. Mir fehlen die Worte. Mein Kopf ist leer und trotzdem rotiert alles darin.. ich fühle mich auf einmal federleicht und gleichzeitig als ob sich die Schwerkraft verdoppelt hat.. ich kann mich nicht rühren, ich kann ihn nur anstarren, doch er sieht auf den Boden vor sich und schweigt… schließlich gelingt mir ein Wispern* Bitte. Ich … will es wissen…

Nagi
*Seine Bitte klingt so eindringlich, dass ich automatisch zum Sprechen ansetze... und dann doch nicht weiß, was ich sagen soll. Mein Kopf hat sich gerade irgendwie in etwas vollkommen Unorganisiertes verwandelt und ich kann partout nichts finden um etwas sagen zu können wie `seit du mich vorgestern in der Cafeteria angelächelt hast´ oder so einen Mist. Ich weiß nur, dass es stimmt, als ich das Gefühl von seinen Lippen auf meinen wieder in mein Gedächtnis rufe. Er sieht mich immer noch an und plötzlich habe ich Angst, dass er mein Schweigen als etwas negatives auffassen könnte und wieder diesen verletzten Gesichtsausdruck bekommt. Plötzlich schrecklich nervös streiche ich mir die Haare aus dem Gesicht und versuche -irgendetwas- zu sagen.* Ich.. ähm.. ich weiß nicht. Ich kann dir nicht sagen seit wann.... *Ich nehme meinen Mut zusammen und schaue ihm fest in die Augen und die Nachdrücklichkeit in meiner Stimme überrascht mich selber* ...nur, dass es stimmt.... /auch wenn mich das genauso wundert wie dich/.

Omi
*Meine Knie sind etwas weich als ich einen Schritt auf ihn zumache und nun meinerseits eine Strähne hinter sein Ohr streiche… ich lasse meine Hand an seiner Wange liegen und sehe ihn an. # So hat mein Mund zum Lohn Sünde für die Gunst?#

Nagi
*Ich bin hin und hergerissen zwischen instinktivem Zurückweichen und dem angenehmen Gefühl seiner warmen Finger auf meiner Wange. Seine Lippen sind nur ein paar Zentimeter von meinen entfernt und sein Blick ist ein bisschen ängstlich, auch wenn seine Stimme fest klingt. Ich muss diesmal nicht spielen um Romeos sanfte Stimme hinzubekommen, es geht ganz von alleine während ich automatisch meine Textzeilen spreche #Dein Mund und Sünde? Oh Vorwurf, süß erfunden, so gib mir meine Schuld zurück…# Ich berühre seine Lippen leicht, fast schüchtern. Im Gegensatz zu vorher ist das -kein- Kuss, den das Skript vorschreibt und in meinem Magen flattert etwas äusserst Fremdes und Ungewohntes als er näher kommt und aus dem leichten Lippen-Berühren ein richtiger Kuss wird. Er hat die Augen geschlossen und ich kann fühlen wie meine es ihm gleichtun während meine Finger auf seiner Hüfte ruhen und ich genieße das Gefühl seiner Wärme, die durch die Kleider meine kalten Finger wärmt und den Geschmack seiner Lippen zum ersten mal wirklich... und es ist ein schönes Gefühl*

Omi
*Meine Hand wandert von seiner Wange in den Nacken und ich lege sacht den anderen Arm um ihn, als ich mit rasch klopfendem Herzen näher an ihn trete. Ich wage es, den federleichten Kuss zu verstärken und spüre, wie sich die Anspannung in ihm auflöst und er sich in meine Umarmung schmiegt, und ein warmes, mächtiges Gefühl steigt in mir auf als er meinen Kuss zärtlich erwidert. Das ist nicht `Romeo’, der  `Julia’ küsst … damit bin –ich- gemeint. Ich blende die Umgebung völlig aus, die Stimmen unserer Mitschüler treten in den Hintergrund. Meine gesamte Wahrnehmung beschränkt sich auf Nagis schlanke Gestalt in meinen Armen, das überwältigend schöne Gefühl ihn zu halten, seinen Duft nach Vanille und Sandel, und den Kuss, nicht der erste und dennoch ganz neu... Nach einem endlosen und doch viel zu kurzen Augenblick trennen sich unsere Lippen fast widerwillig und ich lege meinen Kopf an seine Schulter. Ich habe keine Worte dafür, was ich gerade fühle deshalb streichele ich nur sanft seinen Rücken und lausche auf meinen Herzschlag, der sich langsam wieder beruhigt.

Nagi
*Ich bin noch viel zu baff über die seltsame Entwicklung, die das alles hier genommen hat, um irgend etwas anderes zu tun als Omis Umarmung zu erwidern... und ehrlich gesagt möchte ich im Moment auch gar nichts anderes tun. Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass mich jemand so gehalten hat... und vor allem dass ich es auch noch genossen und erwidert habe. Omi zittert ganz leicht, fast unmerklich und ich ziehe ihn noch ein ganz kleines bisschen fester an mich... und staune –wie gut- wir zusammenpassen, sein Kopf an meiner Schulter und meine Wange an seinen Haaren, und seufze zufrieden während ich ihn einfach so halte und seine Wärme einatme. Selbst das kleine warnende Stimmchen im Hinterkopf, das ich bei jeder Art von körperlicher Berührung bekomme, sogar wenn einer meiner Teamkollegen mich anfasst, hat Sendepause - und das verwundert mich noch mehr als die Tatsache, dass ich hier offensichtlich mal was –richtig- gemacht habe. Ich bin so auf Omi und das glückliche Gefühl, ihn in meinen Armen zu haben fixiert, dass ich mir vor Schreck auf die Zunge beisse als hinter uns plötzlich Kitadas Stimme losbellt. Tsukiyono ist genauso erschrocken wie ich und während ich schon dabei bin, meinen Kopf zu wenden um Kitada anzusehen, reißt er seinen hoch um dassselbe zu tun... und ich sehe für einen Moment Sternchen, als mein Unterkiefer in etwas unsanften Kontakt mit seinem Kopf kommt.* itai... *ich löse einen Arm um Omis Mitte, um mir mein schmerzendes Gesicht zu reiben und funkele den lachende Kitada böse an. `Nana Julia, du sollst Romeo doch nicht k.o. hauen! Aber das sah schon ganz gut aus so, ich wollte nur gucken ob ihr auch wirklich übt.´ Er wedelt kurz mit der Hand und ist schon wieder auf dem Weg zurück zu den anderen. `Weitermachen, weitermachen. Diese Szene –muss- klappen.´ Dann ist er wieder verschwunden* ahou. *Mein Blick richtet sich wieder auf Omi, der sich immer noch mit leicht schmerzverzerrten Gesicht den Kopf reibt und das Pochen in meinem Unterkiefer ist schlagartig vergessen.* Ist es schlimm?

Omi
*Als Nagi sich –ziemlich rasch- von mir löst,schnappt in mir etwas zurück, und ich sehe starr vor mich auf den Boden. Vorbei… Er will sicher nicht, dass jemand das mitbekommt. Kitada hat ja anscheinend nichts gemerkt … aber ich spüre, dass ich ganz heiße Wangen habe. Ich wage nicht, Nagi anzusehen, aus Angst, was ich in seinen Augen lesen werde… Verdammt! Musste der Sempai denn gerade jetzt hier hereinplatzen? Er hat den schönen Moment gründlich – und wahrscheinlich unwiederbringlich – zerstört. Die seltsam verzauberte Stimmung ist dahin… und wer weiß, wie Nagi jetzt reagieren wird. Der Sempai verschwindet wieder und ich reibe mir die schmerzende Stelle an meinem Kopf. Dabei suche ich nach Worten, um Nagi vielleicht noch aufzuhalten, denn sicher wird er jetzt - `Ist es schlimm?’ Überrascht sehe ich jetzt doch auf und in seinen Augen steht nichts als eine leichte Besorgnis. Kein Spott, kein Ärger.* Iie. Halb so schlimm… *Ich verstumme wieder und starre ihn wie gebannt an. Es ist als ob ein anderer Nagi vor mir stünde… Sein Gesicht ist natürlich so wie immer – aber der kalte, abweisend-spöttische Ausdruck fehlt. In meinem Bauch fangen tausend Schmetterlinge einen wilden Tanz an.* Nagi…

Nagi
 Hai?*Was ist denn, warum starrt er mich denn so an? Hab ich jetzt doch wieder irgendwas falsch gemacht? Rasch lasse ich die letzten Minuten nocheinmal ablaufen und untersuche sie ganz genau, ob ich irgendetwas getan habe was ihn wieder verletzt hätte, aber ich kann eigentlich nichts finden. Außerdem...sein Gesichtsausdruck ist irgendwie anders.*

Omi
Ich… *Ja – was wollte ich eigentlich sagen? Eigentlich war das ja mehr ein Ausdruck meiner Überraschung.* Eh… gar nichts. *Ich lächle ihn verlegen an.* Wollen wir weiter üben? *Ein Schatten huscht über sein Gesicht und er bekommt einen harten Zug um den Mund - und ich bekomme einen Schreck. Nein! –So- doch nicht! Ich will ja gar nicht einfach darüber hinweggehen. Schnell ergreife ich seine Hand und sehe ihm jetzt voll in die Augen.* Das war schön, grade. *Sein Blick wird wieder weicher und ein kleines Lächeln hockt in seinen Mundwinkeln als er nickt. `Hai...’*

Nagi
*Mein kleines Lächeln ist echt und ich bin erleichtert. Für einen Moment dachte ich, doch wieder etwas falsch gemacht zu haben. Aber anscheinend ist er nur verlegen. Da ich seine Hand jetzt ja ohnehin festhalte kann ich auch gleich mit dem Text anfangen. Auch seine Erwiderungen kommen jetzt flüssig und ein kleiner Teil in mir freut sich schon auf den nächsten Kuss und macht sich mit einem ganzen Haufen an Gekribbel in meinem Bauch kenntlich.*

Omi
*Nachdem die uns schon vertrauten Szenen gut klappen, schlage ich vor, die Todesszene zu proben und Nagi stimmt zu. Obwohl wir die noch nicht hatten, beherrschen wir beide den Text. Um sich totzustellen, legt er sich auf einer der großen Kisten. Ich setze mich dazu und beuge mich dann halb zu ihm hinunter.* #Was ist das hier? Ein Becher, festgeklemmtin meines Trauten Hand? - Gift,seh ich,war sein Ende vor der Zeit. - O Böser! Alles zu trinken,keinengütgen Tropfen mir zu gönnen, dermichzudirbrächt?–Ichwill dirdeineLippenküssen.Ach,vielleicht hängt noch ein wenig Gift daran und läßt mich an einer Labung sterben!# Mit donnerndem Herzschlag beuge ich mich weiter hinunter und lege meine Lippen auf seine. Eigentlich sollte ich jetzt sagen #Deine Lippen sind warm…# aber ich kann mich nicht entschließen, den Kuss zu beenden. Stattdessen lege ich sacht meine Hände um seinen Nacken und kraule ihn, während sich meine Lippen wie von selbst ein wenig öffnen…

Nag    *Ich sollte zwar eigentlich tot sein... aber Omis Lippen auf meinen fühlen sich einfach -zu- gut an um stillzuhalten und den Kuss -nicht- zu erwidern. seine Lippen öffnen sich leicht  und derKuss wird tiefer, auch wenn er immer noch etwas schüchtern bleibt. Meine Hand wandert wie von selbst an seinen Hinterkopf um ihn tiefer zu ziehen und ich staune wie weich seine Haare sind. Ich strecke mich ihm leicht entgegen, unser Kuss wird noch intensiver und ich wundere mich, warum um alles in der Welt ich nicht schon früher auf den Gedanken gekommen bin ihn –so- zu küssen. So ungerne ich es auch tue, aber früher oder später muss jeder Kuss einmal enden und als er sich leicht atemlos wieder von mir löst kann ich nicht anders als ihn anzulachen.* Sieh an, ein medizinisches Wunder, Romeo lebt wieder. *Neckisch hauche ich ihm einen Kuss auf den Mundwinkel* Kommt sowas nicht nur in Dornröschen vor?

Omi
*Ich nicke stumm. Ich bin viel zu hingerissen von seinem Lachen als dass mir groß was zum Erwidern eingefallen wäre. Nagi grinst nur und zieht mich an sich. Ich denke an die vielen Male, an denen ich traurig und einsam nach Hause gefahren bin, nachdem ich wieder  eine Abfuhr von ihm kassiert hatte. `Was für eine Zeitverschwendung…’ Überrascht sehe ich ihn an. Hat er grade dasselbe gedacht wie ich? Oder meint er unser –was auch immer es ist- jetzt und hier?* Nani?

Nagi
*Ich hatte gar nicht gemerkt das ich das laut gesagt habe und würde mir bei Omis Gesichtsausdruck am liebsten strafend auf die Zunge beißen. Hoffentlich denkt er nicht, dass ich -das hier- für eine Zeitverschwendung halte! Weil ich weiß, dass ich mir und meinem Mundwerk nicht wirklich trauen kann rutsche ich ein Stückchen näher und lege meinen Kopf sanft an seine Schulter. Das sollte ihm wohl zeigen, dass ich -nicht- den Kuss mit Zeitverschwendung meinte. So `abgesichert´, versuche ich mich in einer Erklärung.* Ich meine, dass ich soviel Zeit darauf verschwendet habe, kalt zu dir zu sein anstatt dich zu küssen...oder dich zu umarmen.

Omi
*Ich seufze glücklich, kuschle mich an ihn und hauche einen Kuss auf seinen Scheitel.* Ich habe gerade dasselbe gedacht… aber - ist doch egal… wir sind ja noch jung! *Ich sehe ihn verschmitzt an* das heißt nur, dass wir einiges nachzuholen haben, ne? *Ich will ihn gerade an mich ziehen als der Sempai mal wieder unsere Namen brüllt. Seufzend stehe ich auf.* Die Pflicht ruft, Romeo… *Mir kommt der Gedanke, dass die Proben wohl die einzige Gelegenheit sein werden, bei der wir uns ungestraft, das heißt, ungeniert küssen können, wenn wir nicht gerade auf dem Klo verschwinden wollen. Kein sehr berauschender Gedanke… dementsprechend ist auch meine Miene als wir zu den anderen zurückgehen. Kitada-san ist entsetzt. `Aber was ist denn mit dir los, Tsukiyono-kun? Geht dir die Rolle so ans Gemüt?’* Hai… *soll er doch denken was er will…*

Nagi
*Kitada bekommt fast einen Herzinfarkt, als ich auch mit einem alles andere als glücklichen Gesichtsausdruck auf die Bühne komme. `Und Naoe-san auch noch! Was um alles in der Welt habt ihr denn da hinten angestellt? `Ich erspare mir jeglichen Kommentar darauf, der Sempai hat heute ein unwahrscheinliches Talent an meinen Nerven zu zerren und es wäre bestimmt nichts Freundliches was aus meinem Mund kommen würde. Irgendwo aus dem Hintergrund höre ich ein Mädchen etwas von `Ehekrach oder Mundgeruch, ganz eindeutig´ schnappen ... und das nächste das schnappt ist eins der Stuhlbeine des Sitzmöbels, auf dem sie sich vollkommen unproduktiv herumfläzt. Ich kann mir ein hämisches Grinsen nicht ersparen, während ich mir mein Schwert umschnalle und bemerke zuckersüß zu Tsukiyono.* -eindeutig- 10 Kilo zuviel...* Diesmal sind die Lacher auf meiner Seite und von irgendwo kommt ein `wohl eher 15´ aus der dunklen Aula. Die Schülerin ist nicht sonderlich beliebt, vor allem bei den jüngeren - sie gilt als herrisch und schnippisch. Offensichtlich bin -ich- dann doch nicht ganz so schlimm. Ich achte nicht mehr auf die Flucherei und das Geklapper vor der Bühne sondern strecke `Julia´ mit einem sanften Lächeln meine Hand entgegen.* wollen wir?

Omi
*Mit einem etwas unsicheren Lächeln ergreife ich die ausgestreckte Hand und lasse mir von Nagi auf die Bühne helfen. Dort steht immer noch das Plüschsofa, das ja irgendwie auf unerwartete Art eine entscheidende Rolle gespielt hat. Ich lege mich unter dem Gekicher und Gegiggel der Mädchen und einigen neckenden Kommentaren der anwesenden männlichen Darsteller darauf und stelle mich tot. Oder scheintot halt. Ich bin nur heilfroh, dass der Sempai entschieden hat, der Reifrock müsse bis zur richtigen Aufführung geschont werden, und ich in meinen normalen Klamotten proben darf. Was mich nicht daran hindert, festzustellen, dass Nagi in -seinem- Kostüm einfach verboten gut aussieht. Während er mir hilft, mich dekorativ auf dem Sofa zu arrangieren,  flüstere ich ihm zu, dass sein Anblick mir nicht grade kaltlässt, und stelle lächelnd fest, dass er etwas rosa um die Nase wird. Zufrieden schließe ich die Augen und warte auf meinen Einsatz.

Nagi
*Unwillkürlich fummele ich nervös an meiner komischen Pluderhose und dem engen Wams-ähnlichen Teil mit Schnürchen, in das mich die `Schneiderinnen´ gesteckt haben. Tsukiyono muss einen seltsamen Geschmack haben, wenn er das anziehend findet... und seine Stimme hatte einen Unterklang, als ob ihm ganz andere Sachen einfallen würde als mich -anzuziehen-... als der Sempai sein `äktschn’ brüllt und es still wird brauche ich doch Tatsache ein Sekündchen, bis ich mich wieder an meinen Text erinnere und ich bin sicher, dass Omi das gemerkt hat. Ich bin nur halb bei der Sache, als ich mich vor dem Sofa niederkniee, meinen dramatischen Monolog spreche und Julia einen Abschiedskuss auf die Wange hauche bevor ich mein `Gift´ schlucke um dann ebenso dramatisch zu sterben. Ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve halb auf dem Sofa und halb auf `Julia´...und muss mich hart ins Gebet nehmen dass ich -diesmal- seinen Kuss besser -nicht- erwidere sondern schön tot bleibe*

Omi
*Nagi scheint nicht ganz textsicher zu sein… woran das wohl liegen mag? Ich richte mich manuskriptgetreu verwirrt auf und spreche meinen Text fehlerfrei. Ich schaffe es sogar, den Kuss eher brüderlich-trocken ausfallen zu lassen, kann aber ein winziges Kraulen in Nagis Nacken nicht ganz unterdrücken. Dann kommt der letzte Satz: #Oh willkommener Dolch du, dies sei deine Scheide. *Ich versuche, den Requisite-Dolch bei Nagi aus dem Gürtel zu bekommen, doch er klemmt fest und will nicht locker lassen. Ich helfe mit der anderen Hand nach und streife dabei eine etwas delikatere Region von Nagis Anatomie. Was ich da fühle führt dazu, dass ich leicht die Augen aufreiße und heilfroh bin, dass Nagi mit dem Rücken zum Publikumsraum sitzt/liegt. Das ist doch.. Ich ziehe rasch die Hand weg und hasple die letzten paar Worte hervor. #Dort roste und lass mich ruhn…# Ich `stoße’ mir den Dolch in die Brust und lasse mich zusammensinken. An Nagis Ohr wispere ich leise* Na ein Glück hast du Pluderhosen an … *ich kann mir nicht helfen und muss kichern. Der Sempai klatscht laut in die Hände. `Also bitte, Tsukiyono! Naoe war perfekt, und du schmeißt alles mit deinem Gehasple und Gekicher!! Noch einmal!!’ Entschuldigend raune ich Nagi ein `Gomen’ zu, bevor ich mich wieder aufrichte.* Sempai… kleine Pause bitte!!

Nagi
*Ich danke allen Göttern und Ahnen, dass die Bühne Sterbeszenengerecht in mystisches Halbdunkel gehüllt ist als ich mit hochroten Gesicht eiligst meine Flucht hinter die Bühne und von da aus schnell durch einen Seitenzugang ins Freie antrete. Draußen angekommen atme ich erstmal tief durch und bin mehr als nur ein bisschen glücklich über die frostigen Temperaturen. Mein Gott war das peinlich! Mitten auf der Bühne und ausgerechnet bei der tragischsten Szene in dem ganzen verdammten Stück! Das nächste Mal werde ich aufpassen -wo- ich meinen Kopf hinlege, sicher nicht mehr auf diese Stelle wo ich fühlen kann wie sich sein Brustkorb ganz sachte hebt und senkt und seinen Herzschlag an meiner Wange spüre. Anklagend starre ich auf meine untere Anatomie. -Ganz- bestimmt nicht wenn 20 Mann drumherum stehn und sitzen und uns mit Argusaugen beobachten. Seufzend lasse ich mich auf den Boden gleiten und versuche meine Gedanken -weg- von Tsukiyono und hin zu irgendwelchen `unverfänglichen´ Dingen zu bekommen. Der Sempai wird uns höchstens ein paar Minuten Pause gönnen, bis dahin muss das wieder in Ordnung sein. So sehr ich mich auch anstrenge, ich bekomme Omi einfach nicht mehr aus dem Kopf und mir schießt wieder die Röte in die Wangen. Schon schlimm genug, dass es -überhaupt- dazu gekommen ist... aber dass Omi -ausgerechnet da- hinlangen muss bei dem Versuch den dämlichen Dolch zu ziehen.... -das- und sein amüsierter Kommentar haben nicht gerade dazu beigetragen, dass es mir besser geht.*

Teil 3                                                                                             back