D.N.Angel RPG `Mixed emotions’ Teil 1                                                          back

Was passiert wenn man sich aus den Augen verloren hat und sich dann nach
zwei Jahren  zufĂ€llig an der Uni wiedertrifft?
Alte Erinnerungen und Emotionen werden wach. Klar ^^
Es ist nur die Frage, was man daraus dann macht...
Viel Spaß beim Lesen!
Haruka & Mandalorian

                           

Hiwatari
*Kritisch werfe ich einen Blick auf meine Uhr wĂ€hrend ich, eine schwere Rolle mit Kunstdrucken unter den Arm geklemmt, den Flur entlanghaste. Schon 8:57, in genau drei Minuten beginnt meine erste Vorlesung... und wenn nicht ein Wunder geschieht, werde ich genau um 9:06 in meinem Hörsaal eintreffen, und das heißt, genau sechs Minuten zu spĂ€t. Ich schnaube unwillig und beschleunige meine Schritte noch etwas, auch wenn mir das keinen wirklichen Zeitgewinn einbringt. Warum musste sich Hiroki auch ausgerechnet den ersten Semestertag aussuchen um in TrĂ€nen auszubrechen, dafĂŒr, dass er in einer Woche fĂŒr ein zweisemestriges Praktikum nach Hong Kong fliegt kann ich ja nun mal nichts. Unwirsch schiebe ich mir umstĂ€ndlich eine StrĂ€hne aus den Augen und lasse dabei die Rolle mit den Drucken fallen, die sich natĂŒrlich auch gleich entblĂ€ttert. Seufzend gehe ich in die Knie um alles wieder einzusammeln. Warum ich mich ĂŒberhaupt mit ihm eingelassen habe ist und bleibt mir ein RĂ€tsel und wenn ich ehrlich bin erspart mir diese Reise nach China höchstwahrscheinlich die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige Trennung.* Habe mich sowieso viel zu lange von ihm bequatschen lassen, wenn ich gewusst hĂ€tte, dass er zu solchen melodramatischen Einlagen neigt hĂ€tte ich einen weiten Bogen um ihn gemacht.... *Wer mal einen von seinen `AnfĂ€llenÂŽ miterlebt hat, wĂŒrde mit Sicherheit alles tun, um darum ein zweites Mal herumzukommen... und ich war da keine Ausnahme. Aber jetzt ist nicht die Zeit um ĂŒber Hiroki nachzugrĂŒbeln, ich habe eine Vorlesung zu halten und resolut verdrĂ€nge ich sĂ€mtliche Gedanken an meinen hoffentlich-sehr-bald-nur-noch-ex-lover. Alles wieder sicher zusammengepackt und mit weiteren 2 Minuten VerspĂ€tung biege ich um die letzte Kurve...*

Daisuke
*Verdammt - ist diese Todai riesig. Vom Wohnheim auf dem Campus bis zu dem Trakt, in dem meine erste Vorlesung meines ersten Semesters an dieser Uni stattfindet ist es dermaßen weit, dass ich mir vornehme, ein Fahrrad zu kaufen. Dieser Vorsatz hilft mir im Moment jedoch nur sehr wenig, denn jetzt muss ich die gut 800 Meter zu Fuß zurĂŒcklegen, und ich bin total spĂ€t dran. Außerdem weiß ich natĂŒrlich nicht, wo der Saal, in den ich gehen muss, genau liegt 
 Meine Tasche fest unter den Arm geklemmt setze ich mich in einen eiligen Trab. Keuchend erreiche ich das GebĂ€ude und eile durch die leere Halle zum Lageplan. Zum GlĂŒck ist das Leitsystem narrensicher und ich folge gehorsam und im Laufschritt der grĂŒnen Linie. 0022, 0023, 0024 -  es ist die letzte TĂŒr bevor der Gang einen Knick macht, also noch zwei und ich bin da. Ich setze zum Endspurt an und erreiche mit Höchstgeschwindigkeit die TĂŒr. Im selben Moment biegt jemand von der anderen Seite um die Ecke und ich renne voll in die Person hinein. Wir prallen voneinander ab und ich lande auf dem Hosenboden. Meine Tasche verabschiedet sich im weiten Bogen und verteilt ihren Inhalt auf dem Flur, wĂ€hrend mein `Opfer’ mit einem vernehmlichen `Uff’ eine Rolle mit irgendwelchen großformatigen Bildern fallenlĂ€sst, die sich malerisch auf dem Boden ausbreiten. Geknickt sitze ich auf dem Fußboden. Na toll. Ich habe es schon wieder mal geschafft. Mein erster Tag, der erste Kontakt mit einem Dozenten
 und ich bin der Tollpatsch vom Dienst. Schnell rapple ich mich auf und verbeuge mich.* Gomen nasai, sensei. Das war sehr ungeschickt von mir. *Ich will den Schaden wenigstens begrenzen und gehe also vor ihm auf die Knie, um seine Drucke wieder einzusammeln. Meine eigenen Sachen haben Zeit.*

Hiwatari
*Meine Augenbrauen sind bei diesem reichlich holprigen Kontakt automatisch nach unten und zusammen gewandert, zum zweiten Mal an diesem gottverlassenen Morgen die gut 20 sperrigen Drucke aufheben und neu rollen zu mĂŒssen behagt mir gar nicht. Reichlich ungehalten reibe ich mir die schmerzende Stelle am Kinn, wo mich irgendein ziemlich harter Körperteil meines GegenĂŒbers getroffen haben muss und checke erst einmal mit flĂŒchtigen Blicken den Gesundheitszustand der teuren PapierblĂ€tter, die gerade von dem Verursacher dieses kleinen Unfalls hektisch wieder eingesammelt werden. -Zu- hektisch fĂŒr meinen Geschmack.* Vorsicht damit, die können leicht - `ratschÂŽ... *die Tatsache, dass gerade ein großer Teil meines Gehaltes automatisch fĂŒr die Beschaffung von neuen Lehrmaterialien abgebucht wird ist urplötzlich zweitrangig als das Klingeln in meinem Kopf lange genug aufhört damit ich erkennen kann -wer- da eigentlich gerade einige der besten Monet-Drucke Japans in wertlosen PapiermĂŒll verwandelt und meine Stimme klingt ein ganz kleines bisschen fassungslos.* Niwa??

Daisuke
*Ich sehe den Drucken auf den ersten Blick an, dass sie teuer gewesen sein mĂŒssen, und will sie so schnell wie möglich vom Fußboden wieder in ihr BehĂ€ltnis verfrachten. Die PapierhĂŒlle liegt in meiner Reichweite, und ich raffe hastig die störrischen BlĂ€tter zusammen, wĂ€hrend ich checke, ob die UmhĂŒllung sehr schmutzig geworden ist. Ich bin gerade im Begriff die Drucke Kante auf Kante zu legen als mein Blick auf das Namensschild auf eben dieser HĂŒlle fĂ€llt - `Hikari Satoshi’. - Ohne dass ich es verhindern kann zucke ich heftig zusammen, wobei meine HĂ€nde sich unwillkĂŒrlich um die Bilder krampfen. Diesem Ruck hĂ€lt selbst das beste Kunstdruckpapier nicht stand, und mit einem hĂ€sslichen GerĂ€usch gibt es nach. Obwohl das eine Katastrophe ist und ich mir schon mal Gedanken darum machen sollte, dass die Wiederbeschaffung der Drucke mein Budget fĂŒr mindestens die nĂ€chsten 3 Monate –etwas- reduzieren wird, habe ich im Moment ganz anderes zu tun – nĂ€mlich meine Fassung wieder zu gewinnen. Denn die dunkle, sanfte Stimme, die mich jetzt entgeistert und mit einem –aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden- noch leicht genervten Unterton bei meinem Namen nennt, ist tatsĂ€chlich die von
* Hi.. Hiwatari! Was machst du denn hier? */Gott Niwa, dĂ€mlicher geht es schon nicht mehr. Was wird er hier wohl machen, Spross einer begnadeten KĂŒnstlerfamilie, MusterschĂŒler, 1a Student, HERRGOTT er lehrt hier!/ Ich wage es endlich, den Blick zu heben und sehe sein wohlbekanntes, leicht spöttisches LĂ€cheln. `Hallo Niwa. Na, ich denke, ich versuche meine Vorlesung zu erreichen
 also wenn du mir vielleicht meine Mappe
’* Hai! *Hastig springe ich auf und schaffe es fast, das jetzt schon etwas ramponierte gute StĂŒck –noch- einmal fallen zu lassen, doch er greift geistesgegenwĂ€rtig zu. `Danke’. Er öffnet ohne weitere Umschweife die TĂŒr zum Hörsaal und wĂ€hrend er nach vorne geht und sich beim Auditorium fĂŒr sein ZuspĂ€tkommen entschuldigt raffe ich meine Sachen zusammen und suche mir eiligst einen freien Platz. Vollkommen erledigt lasse ich mich in eine Bank am Fenster fallen. Dieser Auftakt ist so richtig Niwa-like. Chaotisch bis zum geht nicht mehr
 ich hoffe nur, dass das nicht wegweisend fĂŒr mein Studium hier wird. Immer noch leicht fassungslos lasse ich meinen Blick nach vorne zu Hiwatari schweifen. Dass er hier ist hat mich regelrecht geschockt, denn seit seinem Wegzug habe ich nichts mehr von ihm gehört
  und auch nicht damit gerechnet, ihn jemals wieder zu treffen. Aber - wieso nennt er sich Hikari? Ich blicke mich kurz um. Der Hörsaal ist nicht so brechend voll wie ich dachte. Offenbar ist dieser Kurs nicht voll belegt. Seufzend hole ich einen Block und Stift hervor und versuche mich auf den Vortrag zu konzentrieren. Hiwatari hĂ€lt eine Vorlesung ĂŒber die Impressionisten Frankreichs, aber ich höre nur mit halbem Ohr zu und starre ihn einfach an. Meine Gedanken sind derweil in der nĂ€heren und weiteren Vergangenheit. Vor 24 Stunden haben meine Eltern mich zum Bahnhof gebracht. Riku ist nicht gekommen. Ich seufze tief. Ein Grund, warum ich das Stipendium an der Todai, der Tokyo UniversitĂ€t angenommen habe, ist unsere Trennung. Ich hĂ€tte auch an einer Uni in der NĂ€he studieren können, aber ich wollte weg. Weit weg von zu Hause, von allem
 von ihr. Wir waren etwas ĂŒber zwei Jahre zusammen, und ich habe sie wirklich geliebt, da gibt es keinen Zweifel.  Aber die Art und Weise –wie- ich sie geliebt habe, war nicht das, was ich mir unter „Der großen Liebe“ vorstelle. Ich habe mich von klein auf zu Riku hingezogen gefĂŒhlt, dann zwischenzeitlich fĂŒr ihre Zwillingsschwester geschwĂ€rmt, um schließlich, mit fast 15, zu erkennen, dass ich Riku liebe. Seit Dark von mir gegangen war waren wir fest zusammen. Sei es, dass sein Verschwinden eine LĂŒcke hinterlassen hat, die sie ausgefĂŒllt hat,.. oder dass ich, als Teenie der ich nun mal war, unbedingt eine Freundin haben wollte,.. - nein. Ich tue ihr Unrecht. Damals war ich in sie verliebt und das will ich auch gar nicht abstreiten. Dennoch. Ich habe mich auf eine seltsame, nicht beschreibbare Art auch immer zu Hiwatari hingezogen gefĂŒhlt. Ich dachte, dass es vielleicht an Krad gelegen hat, von dem Hiwatari in der gleichen Art `besessen’ war ich wie ich von Dark – nur dass Krad böse war. Aber auch nachdem Krad zusammen mit Dark verschwunden war, blieb dieses Angezogen-werden und ich habe es erst verdrĂ€ngt, als Hiwatari wegzog um an irgend einer Uni eine Assistenten- oder Dozentenstelle anzutreten – ich wusste nicht mal was genau er machen wollte. Er ist einfach so weggegangen, nur ein ganz knapper Abschied, und weg war er. Ich habe ihm das irgendwie nie verzeihen können und oft darĂŒber nachgegrĂŒbelt, so dass Riku manchmal schon sauer geworden ist. `Geh doch deinen Hiwatari suchen, wenn du ihn so vermisst
’ Irgendwie hat mir das immer weh getan. Aber wirklich schlimm in unserer Beziehung wurde es, als wir anfingen, Sex miteinander zu haben. Nicht in der ersten Zeit. Wenn es neu ist, ist die Sache an sich schon atemberaubend genug,
 wenn man gemein wĂ€re könnte man sagen, mit wem ist da eh vollkommen egal. Was zweifelsohne ein Körnchen Wahrheit enthĂ€lt, wenn es auch nicht ganz korrekt ist. Wie dem auch sei, mit der `Gewöhnung’ an dieses irgendwann nicht mehr ganz so neue VergnĂŒgen stellte ich fest, dass ich auch gut ohne Sex auskomme. Ich wollte lieber nur schmusen. Riku war da anderer Ansicht und immer hĂ€ufiger drehten sich unsere Diskussionen darum, dass es ihrer Meinung nach nicht oft genug, meiner Meinung nach fast –zu- oft war
 ich schob die Schule vor, sie bezichtigte mich der GleichgĂŒltigkeit, ich sie irgendwann im Zorn der Sex-Besessenheit, - es war zermĂŒrbend. Irgendwann gab ich das Streiten auf, Riku hingegen nicht. `Herrgott Daisuke du bist sechzehneinhalb Jahre alt und hast keine Lust zum Sex? Das ist doch nicht normal!’ Ich zuckte normalerweise nur die Schultern. Dann war ich eben nicht normal, es war mir gleichgĂŒltig. Ich konnte mich ja nicht dazu zwingen. Dann kamen meist TrĂ€nen. `Findest du mich abstoßend?’ Nein, ich fand sie nicht abstoßend. Es war nur
 ich weiß es nicht. Im FrĂŒhjahr dieses Jahres hat Riku dann die Konsequenzen gezogen. Ruhig und gefasst, aber mit tieftraurigen Augen, hat sie mir mitgeteilt, dass sie sich von mir trennen will. Ich habe nicht widersprochen. Ich mag sie immer noch sehr
 aber  es hat keine Zukunft. –Wir- haben keine gemeinsame Zukunft
 dann habe ich mich an der Todai eingeschrieben. Und nun sitze ich hier in der Vorlesung
 mit Hiwatari als Dozent. Unglaublich.

Hiwatari
*Ich bin mehr als glĂŒcklich darĂŒber, dass ich meinen Sermon ĂŒber Monet und Co. schon oft genug runtergebetet habe um ohne Probleme durch den Vortrag zu kommen... und das, obwohl meine KonzentrationsfĂ€higkeit mit dieser kleinen Kollision im Flur schlagartig auf Jahrestiefststand abgesackt ist. Meine Augen wandern immer wieder ĂŒber die wohlbekannte Figur am Fenster, die mit ebenso wohlbekannter, abwesend-trĂ€umerischer Miene ins Nichts starrt. UnwillkĂŒrlich zuckt ein LĂ€cheln ĂŒber mein Gesicht und ich drehe mich ein wenig zur Tafel, damit es keiner mitbekommt. Wirklich unglaublich, da sieht man sich - wie lange? 2 jahre? nein, noch lĂ€nger nicht mehr... und nichts Ă€ndert sich. Niwa ist noch der gleiche rotstachlige Tollpatsch mit Talent fĂŒr FettnĂ€pfchen wie frĂŒher - Beweis: die klaffende Schlucht zu FĂŒĂŸen meiner `Frau mit SchirmÂŽ - und er hat noch haargenau denselben etwas dĂŒmmlich wirkenden Gesichtsausdruck wie damals in der Schule. Aber auch wenn er konstant so wirkt als sei er mit den Gedanken in irgendeiner watteweichen Wunderwelt hĂ€ngen geblieben, hinter diesen Augen schlummert mehr Grips als in den Köpfen so mancher `KollegenÂŽ hier an der Todai. Und wenn es wirklich drauf ankommt ist er alles andere als ungeschickt. Sekundengenau mit dem Gong der Uhr beende ich meinen Vortrag - die fehlenden Minuten der VerspĂ€tung habe ich dadurch eingeholt, dass mir ja schlicht und ergreifend 4 Bilder zum Besprechen fehlten - und widme mich ein klein wenig abwesend meinem Tafelschwamm um  Funaki-sensei - der ĂŒber 80 ist, arthritisch und fast taub, aber immer noch einer der besten Fachleute, wenn es um japanische Kunst des frĂŒhen Mittelalters  geht - die Tafel vorzubereiten. -So- schrecklich ĂŒberrascht dass Niwa mir hier ĂŒber den Weg gelaufen ist bin ich eigentlich nicht, immerhin ist hier eines der besten kunsthistorischen Institute Asiens untergebracht und mit seiner `VorgeschichteÂŽ bietet es sich ja an, ein Studium in der Richtung anzugehen.... aber -wenn- ich ihn hier erwartet hĂ€tte dann vielleicht fĂŒr ein Gastsemester kurz vor seinem Diplom aber nicht fĂŒr ein Vollstudium - denn der Vortrag, den ich eben gehalten habe richtet sich auschliesslich an –Institutseigene - Erstsemester. Das leichte RĂ€uspern hinter mir unabsichtlich ignorierend klopfe ich den Kreidestaub aus dem Schwamm. Ich hatte Niwa eigentlich eher fĂŒr den `heimatverbundenenÂŽ Typ gehalten, die Uni bei uns in der NĂ€he ist gar nicht mal schlecht auch wenn man sie mit Tokyo natĂŒrlich nicht vergleichen kann. Warum sollte er also.... hinter mir steigert sich das RĂ€uspern zu einem ausgewachsenen Husten und erst jetzt realisiere ich, dass dort jemand ist, der ganz offensichtlich mit mir reden will. Unwillig wedele ich die Kreidewolke beiseite und greife nach dem Fenstergriff* Hai? Ah, Niwa. Wie kann ich dir helfen?

Daisuke
*Der Schulgong ertönt und der Vortrag ist beendet. Hiwatari ist prĂ€zise wie immer. Ich grinse vor mich hin als ich mein jungfrĂ€uliches Blatt Papier in den Ordner zurĂŒcklege und den Stift in die Mappe werfe. Ich war so mit Erinnerungen wĂ€lzen beschĂ€ftigt, dass ich glatt vergessen habe, mir Notizen zu machen. Aber das macht nichts, ich werde mir eine Kopie der Vorlesung besorgen und sie auf dem Zimmer durcharbeiten. Durch einen glĂŒcklichen Zufall habe ich ein Zimmer fĂŒr mich alleine, da der Kommilitone der es sich mit mir teilt sich im Urlaub das Bein gebrochen hat und sein Studium um ein Semester verschiebt. Also wenn nicht noch jemand nachgekleckert kommt werde ich himmlische Ruhe zum Lernen haben. Jetzt knurrt mir der Magen. Ob ich wohl Hiwatari frage, ob er mit mir einen Kaffee trinken geht? Ich krame angelegentlich in meiner Tasche und warte so, bis der Saal leer ist. Hiwatari legt seine Kunstdrucke in die Mappe und mein Gewissen zwickt mich. Zögernd stehe ich auf und gehe die Stufen hinunter zur Tafel, wo er gerade den Schwamm zur Hand nimmt. Einen Moment bleibe ich stehen und sehe ihm bei der Arbeit zu. Er hat sich nicht viel verĂ€ndert in den zwei Jahren. Gewachsen, sicher. Er ist ein StĂŒck grĂ¶ĂŸer als ich, und er ist ein bisschen muskulöser als vorher, seine RĂŒckenmuskeln zeichnen sich unter dem Hemd ab als er die Tafel weiter oben zu putzen beginnt. Ich rĂ€uspere mich, um ihn auf mich aufmerksam zu machen, doch er registriert es offenbar nicht und klopft den Schwamm aus. Der Hustenanfall der mich danach ĂŒberkommt bewirkt allerdings dass er mich zur Kenntnis nimmt. `Niwa.. wie kann ich dir helfen?’* Ich huste noch einen Moment und sehe ihn dann aus trĂ€nenden Augen an.* Kaffee? Essen? Wir? *Das Pieksen im Hals lĂ€sst mich keinen Satz zustande kriegen und ich schĂŒttle nur den Kopf und wedele entschuldigend mit der Hand, bevor ich auf den Gang stĂŒrme um auf dem Klo Wasser trinken zu gehen. Falls er keine Zeit hat, werde ich ihn sicher noch ein anderes Mal irgendwo sehen
 aber jetzt ersticke ich gleich.*

Hiwatari
Gerne. Auch wenn ich meinen Kaffee lieber trinke als esse. *Schmunzelnd reiche ich ihm mein angefeuchtetes Taschentuch und er bleibt mit leicht verdutztem Gesichtsausdruck im TĂŒrrahmen der Toilette stehen, eindeutig immer noch etwas atemlos von seinem kleinen Hustenanfall eben und schaut auf das angebotene StĂŒck Stoff.* Du hast Kreide auf der Nase. *Seine Gesichtsfarbe nĂ€hert sich fĂŒr ein paar Sekunden bedrohlich seiner Haarfarbe, als er sich hastig besagten Fleck aus dem Gesicht wischt. `Ähm ariga... oh, ich gebs dir morgen, gewaschen meine ich.ÂŽ Schneller als ich gucken kann ist mein jetzt leicht eingekreidetes Taschentuch in seiner Tasche verschwunden und Niwa tritt ein kleines bisschen verlegen von einem Fuß auf den anderen. `Echt? Prima! Ähm, Kaffee -trinken- meinte ich ja auch... aber du kannst ja auch was essen, wenn du Hunger hast meine i...hatschi!...’ drollig ĂŒberrascht blinzelt er mich an bevor er in eins seiner berĂŒhmten Lachen ausbricht. `Meine GĂŒte Hiwatari, wie hĂ€ltst du diesen Staub nur aus, du hast nicht einmal geschnieft bei dem ganzen Kreidezeug.ÂŽ Schmunzelnd hebe ich meine Tasche vom Boden und drehe mich Richtung Cafeteria* Hikari. Reine Gewohnheit schĂ€tze ich.

Daisuke
Hi
 kari. *Leicht verwirrt gehe ich hinter ihm her. Er wird den Weg ja kennen. Hikari
 Sicher, auf der Mappe stand es ja auch 
 Ich bin zwar –schon- neugierig, warum er seinen wahren Familiennamen hier fĂŒhrt, aber ich finde es unhöflich ihn danach zu fragen, also schließe ich zu seiner Seite auf und sehe ihn entschuldigend an.* Deine Drucke ersetze ich dir natĂŒrlich, die waren sicher sehr teuer.

Hiwatari
*Ich zucke nur leicht mit den Schultern* um ehrlich zu sein wollte ich ohnehin ein paar Neue beantragen, es gibt ja schließlich mehr Impressionisten als die paar Bilder die ich habe....* mein Mundwinkel rutscht leicht in die Höhe und ich schicke ihm einen kleinen verschmitzten Blick* ...und `Frau mit SchirmÂŽ mochte ich noch nie.

Daisuke
*Ganz leicht verĂ€chtlich schĂŒrze ich die Lippen.* Ich kann die ganzen Franzosen nicht leide.. *Erschrocken sehe ich ihn an. Hoffentlich bin ich ihm nicht zu nahe getreten mit meiner abfĂ€lligen Bemerkung
 aber nein. Er lĂ€chelt breit. Ich will noch etwas sagen wie: offenbar magst du selber nicht, worĂŒber du referierst.. aber wir sind an der Selbstbedienungstheke der  Cafeteria angekommen, er macht vor dem Kaffeeautomaten halt und sieht mich fragend an. `Hast du einen besonderen Wunsch?’ Entschlossen schiebe ich ihn von dem Automaten ein StĂŒck weg.* So weit kommt es noch! Ich zerstöre dein Arbeitsmaterial, und du spendierst mir Kaffee? Das ist meine Runde! *Grinsend zieht er seine Börse. `Ach ja? Und wieviele Automatenchips hast du dir schon besorgt?’* Auto-
. *Er lacht leise vor sich hin und ich sehe ihm fasziniert ins Gesicht. –Lachen- habe ich ihn glaub ich noch nie gesehen
 LĂ€cheln.. ja – wenn es auch meist eher ein trauriges LĂ€cheln war
 erst als er mich fragend ansieht merke ich, dass ich ihn wohl die ganze Zeit dumm angegafft habe. `Automatenchips, ja. Hier ist nichts mit Bargeld, seit sie mal eine Einbruch-Kette hatten und dauernd neue Automaten aufstellen mussten.’ Resigniert hebe ich die Schultern.* Ich habe noch keine. Also gut. Milchkaffee, bitte. Aber das nĂ€chste Mal bin ich dran!! *Mit einem Tablett mit unseren Tassen, zwei Muffins und einer TĂŒte salzige Reiscracker bewaffnet setzen wir uns an einen freien Tisch. Nachdem wir alles unter uns aufgeteilt haben rĂŒhre ich langsam in meiner Tasse herum. Irgendwie weiß ich jetzt gar nicht, was ich mit ihm reden soll
*

Hiwatari
*WĂ€hrend ich pedantisch die Milchschaumkrone auf meinem Cappucino mit einer gleichmĂ€ĂŸigen Schicht Zucker bestreusele und dann ebenso pedantisch ablöffele, schweifen meine Gedanken um mein GegenĂŒber. Niwa hat so eine Art die dafĂŒr sorgt, dass sich Leute um ihn herum einfach wohlfĂŒhlen, und das ziemlich direkt. Er muss nicht einmal irgenwas besonderes machen, in seiner Gegenwart fĂ€llt es sogar mir schwer mich -nicht- zu entspannen. Neugierig stĂŒtze ich mein Kinn in eine Hand und beobachte mein GegenĂŒber beim Kaffee rĂŒhren* Und? wie hat es dich ausgerechnet nach Tokyo verschlagen?

Daisuke
*Autsch! Obwohl eine berechtigte Frage, kommt sie mir im Moment alles andere als gelegen. Ich hoffe ich sehe nicht allzu ertappt aus, als ich langsam den Löffel ablege und erstmal einen Schluck trinke, um mir eine Antwort einfallen zu lassen. Andererseits – es besteht ja kein Grund, ihm meine BeweggrĂŒnde zu verschweigen – also kann ich es ihm auch genausogut jetzt gleich sagen. Ich setze die Tasse wieder ab und sehe ihm in die Augen.* Es war besser dass ich von zu Hause weggehe. Und die  Todai hat einen guten Ruf. *Ich zucke die Schultern und greife nach einem Muffin.* Ich hatte GlĂŒck, gleich beim ersten Anlauf genommen zu werden, es gab viele Bewerber. *Seine Augen fixieren mich nachdenklich, und ich fĂŒhle mich fast ein bisschen so wie frĂŒher auf der Schule, als er noch wegen Dark hinter mir her war.* Hey, Hiwatari, du guckst wieder so wie als Generalbeauftragter damals
 mir wird unheimlich. *LĂ€chelnd sehe ich auf meine Tasse.* Das waren noch Zeiten


Hiwatari
*Mein LĂ€cheln friert leicht ein und ich konzentriere mich wieder auf meine Kaffeetasse* klingt ja fast so als ob du dich danach zurĂŒcksehnst... was genau vermisst du? Jedesmal in Lebensgefahr zu schweben nur weil ich auf der anderen Straßenseite vorbei gehe? Und es ist Hikari, nicht Hiwatari. *Etwas bestĂŒrzt stelle ich fest, wie eisig meine Stimme geklungen hat, aber an die Ereignisse von vor zweieinhalb Jahren erinnert zu werden ist wirklich das letzte was ich brauche.* Gomen, aber im Gegensatz zu dir verbinde ich mit frĂŒher keine `nostalgischenÂŽ Erinnerungen. *Am liebsten wĂŒrde ich gehen... aber Niwa hat einen so bestĂŒrzten Gesichtsausdruck bekommen, dass ich das irgendwie nicht ĂŒbers Herz bringe. Er hat es ja nicht böse gemeint, dafĂŒr, dass ich mehr als empfindlich auf dieses Thema reagiere kann er ja nichts. Ich probiere ein kleines Grinsen und bin erleichtert, dass es auch klappt* Aber vielleicht vermisst du ja nur das GefĂŒhl, von mir Handschellen angelegt zu bekommen?

Daisuke
*-Das- war dann wohl nicht das richtige Thema um Smalltalk zu betreiben.* Hiw
 Hikari-ku
 Sensei. *Ich atme einmal tief durch um mich zu sammeln. Er hat eben wirklich
 verletzt? beleidigt? Ich weiß nicht wie er gewirkt hat, auf jeden Fall hat meine Äußerung keine gute Wirkung auf ihn gehabt.* Gomen. Ich wollte keine schlechten Erinnerungen wecken. Ich – es war halt so eine Zeit
 ich hatte nie Angst vor dir. Auch nicht vor Krad. Und auch nicht um mein Leben
 -Er- war ja noch da. Ich hatte immer das GefĂŒhl, mir kann gar nichts passieren. *Wer –er- ist brauche ich Hiwatari nicht zu erklĂ€ren. Ich spiele mit dem Löffel herum und merke, wie eine lange verdrĂ€ngte Traurigkeit in mir hochkommt, und ohne dass ich es will entschlĂŒpfen mir die Worte die ich bisher zu noch niemandem gesagt habe.* Ich vermisse –ihn-


Hiwatari
*Ich seufze innerlich und frage mich, warum ich eben nicht doch einfach gegangen bin. Nicht, dass es mir egal wĂ€re wie es Niwa geht, ich bin einfach nicht gut im trösten. Und was dieses `ThemaÂŽ anbelangt kann ich Niwas GefĂŒhle nicht teilen. -Ich-vermisse mein `alter egoÂŽganz bestimmt nicht. Ich spare mir ihn darauf hinzuweisen, dass ein bisschen mehr Angst vor Krad -und damit auch vor mir- bestimmt nichts geschadet hĂ€tte, denn das habe ich ihm damals auch schon oft genug gesagt und gebracht hat es trotzdem nichts. Möchtest du noch einen Kaffee? *Er schaut ein wenig verdutzt von seinem Löffel auf. `Hm? Oh, ja danke.ÂŽ Dankbar fĂŒr die kleine Unterbrechung hole ich zwei frische Tassen. Niwa nimmt seine wortlos, die Traurigkeit ist ihm regelrecht anzumerken. Er zuckt ganz leicht zusammen als ich ihm -immer noch im Stehen- leicht eine Hand auf die Schulter lege.* Ich kann nicht sagen, dass ich meinem `FreundÂŽ hinterhertrauere... aber ich kann verstehen warum du -ihn- vermisst.

Daisuke
*Besorgt sehe ich zu ihm hoch.* Bitte, ich wollte dich nicht vertreiben. Setzt du dich wieder? Ich werde dich mit dem Thema auch nicht weiter quĂ€len
 Ich wollte dich vielmehr schon lĂ€ngst fragen, ob du mir vielleicht eine Kopie von deiner Vorlesung machen kannst
 um ehrlich zu sein, ... Ă€h
 ich war etwas, naja - abwesend wĂ€hrend des Vortrags. Weißt ja,.. ich und die Franzosen
 *leicht verlegen trinke ich einen Schluck und prompt muss ich mich verschlucken. Es ist wirklich unglaublich, wie ich immer in den prekĂ€rsten Situationen durch meine Tollpatschigkeit noch einen oben drauf setze. Aber ich glaube im Moment kommt es von meiner Angst, ihn jetzt verĂ€rgert zu haben
 wĂ€re doch schrecklich wenn ich es mir gleich am ersten Tag mit ihm verderbe, nur weil ich unbedingt alte Geschichten aufwĂ€rmen muss
*

Hiwatari
*Schmunzelnd nutze ich die Position meiner Hand und klopfe ihm erstmal ausgiebig auf den RĂŒcken bis er zumindest keine Anstalten mehr macht auf der Stelle zu ersticken bevor ich mich wieder setze und mich um meinen Kaffee kĂŒmmere.* Jaja, du und die Franzosen. *Schmunzelnd hebe ich eine Augenbraue und krame meine beste Dozentenstimme raus.* Ich muss dir ja mal in aller Deutlichkeit sagen, dass deine Einstellung zum Studium gleich am ersten Tag schon zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst,... es gibt keine Unterlagen, die ich dir kopieren könnte. Am besten fragst du Takeo-san, er macht den Kurs schon zum dritten Mal und dĂŒrfte mittlerweile jedes Wort aufgeschrieben habe das ich jemals wĂ€hrend einer der Vorlesungen von mir gegeben habe. Hat’s auch nicht so mit den Franzosen.... *mein LĂ€cheln wird ein ganz kleines bisschen tiefer* oder du leistest mir heute abend beim Essen Gesellschaft und ich erzĂ€hle dir alles nochmal.

Daisuke
*Nachdem ich wieder Luft bekomme bin ich erstmal nur erleichtert, dass er mir anscheinend nicht böse ist. Sein LĂ€cheln ist warm – aber auch ein ganz klein wenig irritierend..* Essen
 ano. Was isst du denn so? Ich meine
 -wo- isst du denn gewöhnlich zu Abend? In der Mensa?

Hiwatari
*Mit ausdruckslosem Gesicht spiele ich mit ein paar MuffinkrĂŒmmeln.* Hm, normalerweise nehme ich meine frittierten Maden und die gekochten Hundeaugen abends immer im Heizungskeller ein aber fĂŒr dich mache ich mal eine Ausnahme und koche ganz unspektakulĂ€r zu Hause... ich bin zwar kein großer Koch aber immerhin erkennt man bei mir was es zu essen geben soll... im Gegensatz zur Mensa. Ausserdem ziehe ich es vor in einer gemĂŒtlichen AtmosphĂ€re zu essen und nicht mit 500 Mann gleichzeitig in einem Raum. *Ich grinse ihn breit an und hebe wie prostend meinen Kaffeebecher* Vor allem nicht wenn ich einen so netten GesprĂ€chspartner habe, den ich in die Geheimnisse des `französischen GeschmacksÂŽ einweihen soll...

Daisuke
*Bei seinen `appetitlichen’ Schilderungen weiten sich meine Augen leicht, dann muss ich lachen. Bei seinem letzten Satz werde ich leicht verlegen. Wie er das sagt klingt es irgendwie
 jedenfalls werde ich verlegen, was ich mit einem Scherz zu ĂŒberspielen versuche.* Danke dass du mich einen netten GesprĂ€chspartner nennst – ich werde mich auch bemĂŒhen, deine Wohnung nicht in Schutt und Asche zu legen
 *ich sehe auf die Uhr.* Ups. Meine nĂ€chste Vorlesung fĂ€ngt gleich an, Höhlenmalerei! Wenn ich nicht wieder jemanden umrennen will, sollte ich wohl langsam los. Wann soll ich bei dir sein? Und vor allem
 wo?

Hiwatari
*Ich schreibe schnell etwas auf eine der rumfliegenden Servietten und drĂŒcke sie ihm in die Hand.* Bis 6 habe ich noch einen Kurs also sagen wir so gegen halb Acht? Ich wohne im Mitarbeiterblock A, das ist das GebĂ€ude mit den grĂŒngestrichenen Balkonen neben der Sporthalle, kann man eigentlich gar nicht verfehlen. Ansonsten frag einfach irgendwen, die meisten hier wissen zumindest die grobe Richtung. *LĂ€chelnd rĂ€ume ich seine Tasse und unsere Papierchen auf das Tablett.* Falls du doch das BedĂŒrfnis haben solltest zu rennen sei vorsichtig, Watsuki-sensei ist schon etwas gebrechlich. WĂ€re schade um den alten Kerl. *Schon im Gehen, das Tablett vorsichtig vor mir her balancierend, drehe ich mich noch einmal zu ihm um und schenke ihm ein breites Grinsen* 
 und mach dir wegen der Wohnung mal keine Sorgen...ich bin gut versichert.

Daisuke
Dann bin ich ja beruhigt. *Er nickt kurz und geht weiter, und ich sehe ihm unverwandt nach wĂ€hrend ich blind –und erfolglos- nach meiner Tasche taste. Ich bin so froh dass er wieder lĂ€chelt
 der eisige Tonfall vorhin hat mir fast Angst eingejagt. Besser ich fange nie wieder von frĂŒher an
 ich beobachte noch, wie er das Tablett in den Rollwagen schiebt, dann reiße ich mich doch von seinem Anblick los und stelle fest, dass die Tasche unschuldig links an meinem Stuhl lehnt, und nicht rechts auf dem Boden liegt. Mit mir selbst leise schimpfend stehe ich endlich auf und mache mich auf den Weg in den kleinen Hörsaal 0016a. Höhlenmalerei ist nun wirklich kein gut besuchter Kurs.. Auch kein Pflichtkurs - eigentlich habe ich den nur aus Neugierde belegt.

Hiwatari
Mit nur einem Minimum an Hektik grabe ich mich auf der mittlerweile ganz leicht verzweifelten Suche nach einem sauberen Hemd durch meinen Kleiderschrank. Irgenwie habe ich in den letzten Wochen das Waschen wohl ein wenig vernachlĂ€ssigt, denn alles was ich finde sind alte, mir Farbe vollgekleckste Kittel und ein paar T-Shirts die ihre besten Tage schon hinter sich haben. Normalerweise reicht das ja fĂŒr zu  Hause... aber normalerweise bekomme ich auch keinen Besuch. Und diese dumme Sucherei bringt meine ganze Vorbereitungs-Planung durcheinander. Ein flĂŒchtiger Blick streift einen der makellosen AnzĂŒge, die ich bei meinen Vorlesungen trage - aber ich ziehe dann doch ein T-Shirt vor, das noch nicht so ganz nach Lumpenkiste aussieht, auch wenn es etwas eng ist. Anzug wĂ€re zwar ein wenig stilvoller als die verwaschene Jeans-und-Shirt-kombi die ich jetzt trage... Aber das wird heute abend ja auch kein GeschĂ€ftsessen. Auf dem weg in die KĂŒche verpasse ich meinem vollgekleckerten Hemd noch einen letzten bösen Blick. Wieder typisch, da hat man sich durch sĂ€mtliche Vorbereitungen geschafft, ohne sich schmutzig zu machen... und dann springt einem die Bolognesesoße im letzten Moment doch noch aus dem Topf. Ich mache gerade Anstalten, auf die Uhr zu sehen als selbige laut piepst. Ah gut, die Bechamelsoße kann runter. Schnell noch mal gekostet und fĂŒr gut befunden hĂ€nge ich mir dieses Mal ein Geschirrhandtuch vor den Bauch, damit ich mich bei dem Versuch, die Lasagne in die Aufllaufform zu bekommen nicht noch mal bekleckere. Dann hĂ€tte ich nĂ€mlich wirklich ein Problem. Erleichtert aufatmend und immer noch sauber schlage ich 4 Minuten spĂ€ter den Backofen zu. Das muss jetzt erst mal eine Dreiviertelstunde vor sich hinbrutzeln, Zeit, den Wein schon mal aufzumachen damit er ein bisschen Luft ziehen kann. Ich weiß zwar nicht, ob Niwa ĂŒberhaupt Alkohol trinkt, aber zu einem italienischen Essen gehört nun mal ein italienischer Wein. Ein kurzer Blick auf die Uhr - noch zehn Minuten bis er kommen soll, 20 bis das Essen fertig ist. Eine gute Gelegenheit, noch mal alles auf VollstĂ€ndigkeit zu ĂŒberprĂŒfen. Der Salat ist fertig und wartet nur noch auf die – ebenfalls vorbereitete - Soße, der Fruchtsalat mit Mascarpone-Amaretto-Creme steht im KĂŒhlschrank, die KĂŒche ist sauber, der Tisch gedeckt... – halt, Moment, die Servietten habe ich vergessen. Schnell ist dieser Makel behoben, pĂŒnktlich um zwei Minuten vor halb acht zĂŒnde ich die Teelichter an, die ich quer im Wohnzimmer und auf dem Tisch verteilt habe – meine Deckenlampe ist so ein altes, potthĂ€ssliches Halogenmonster, ganz praktisch wenn man lange liest oder versucht alte Inschriften auf schlechten Farbfotos von griechischen Vasen zu erkennen aber ungeeignet fĂŒr irgend etwas, das den Eindruck von GemĂŒtlichkeit haben soll - der Deckenstrahler in der Ecke sorgt fĂŒr etwas mehr Helligkeit. PĂŒnktlich um halb acht bin ich fertig... und ebenso pĂŒnktlich klingelt es genau in diesem Moment an der TĂŒr. Mit einem kleinen LĂ€cheln im Gesicht mache ich mich auf den Weg in den Flur um zu öffnen.*

Daisuke
*Die zweite Vorlesung ist auch gleichzeitig meine letzte fĂŒr heute, so dass ich genug Zeit habe, ein kleines Mitbringsel fĂŒr Hiwatari zu besorgen. Ich kann mich ja schlecht zum Abendessen einladen lassen und mit leeren HĂ€nden ankommen... Direkt am HauptgebĂ€ude der Uni ist die Bushaltestelle, und eine halbe Stunde spĂ€ter schlendere ich durch eine Einkaufspassage und gucke unschlĂŒssig in viele Schaufenster. Was kann ich denn mitnehmen... Blumen? Das ist vielleicht ein bisschen albern, immerhin ist es ja keine Frau, und ich gehe nicht zu einem `Date'. SĂŒĂŸigkeiten? Ich habe, wenn ich ehrlich sein soll, nicht die geringste Ahnung, was er gerne nascht. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass die Zeit mir langsam davonlĂ€uft. Vor lauter Verzweiflung gehe ich in den nĂ€chsten Laden an dem ich vorbeikomme. Es ist ein Bonsai-FachgeschĂ€ft. Ich will schon wieder gehen, denn Bonsais sind teuer und pflegeintensiv und wohl auch etwas ĂŒbertrieben als kleines Mitbringsel, als mein Blick auf eine Schale mit `GlĂŒcksbambus' fĂ€llt. Die Stiele dieser Dracaenen-Art treiben, nur in Wasser gestellt, BlĂ€tter und sind mit ihrem hĂŒbschen hellgrĂŒn neutral genug fĂŒr jede Art von Wohnung
 und auch fĂŒr einen Mann nicht zu `blumig'. Außerdem  liegt der Preis auch in meinem finanziellen Rahmen. Die VerkĂ€uferin ist so nett, das Gesteck dekorativ in eine Folie zu wickeln und es anschließend noch in eine PapiertĂŒte zu stecken. Ich zahle und muss mich jetzt beeilen, um den Bus zu bekommen. Wenn ich mich noch umziehen will sollte ich wirklich schleunigst nach Hause kommen... Um zwanzig nach sieben verlasse ich geduscht und mit frischen Jeans und einem schwarzen Seidenhemd, schließlich besuche ich meinen Sensei! das Haus. Vor dem GebĂ€ude mit den vielen grĂŒnen Balkons bleibe ich an der Namenstafel stehen. Hiwat.. nein. Hikari muss ich ja suchen. Vierter Stock, Appartement 401. Es gibt einen Aufzug und nur einen Moment spĂ€ter, Punkt halb Acht, klingle ich an Hiwataris TĂŒr. Ich bin ein klein wenig aufgeregt... Ich habe ihn ja noch nie `privat' besucht... Er öffnet, ebenfalls in Jeans und einem T-Shirt, das aussieht als ob es eine Nummer zu klein wĂ€re. Man sieht darin noch mehr, dass er deutlich mehr Muskeln hat als frĂŒher. Ich muss zugeben dass er eine ziemlich gute Figur hat... ich dagegen bin immer noch ziemlich - naja sagen wir mal schlank... Über seine Schulter hinweg kann ich ins Wohnzimmer sehen. Dieses ist, außer von einem gedimmten Deckenfluter, der nur ein sanftes gelbes Licht abgibt, von unzĂ€hligen Kerzen beleuchtet. Der Tisch ist regelrecht festlich mit schimmernden GlĂ€sern, weißer Tischdecke und Servietten gedeckt. Ich schlucke leicht. So viel Aufwand.. fĂŒr mich?  Er lĂ€chelt mich an. `Kommst du rein oder wollen wir im Flur essen?'  Hai.. Hiwa.. ich meine Hikar.. sensei. *Vor lauter Anstarren und Bewundern habe ich vergessen, wie ich ihn nennen wollte. Überrumpelt strecke ich einfach meinen Arm mit dem Pflanzengesteck aus. Er nimmt es mir aus der Hand und bedankt sich, wobei sein LĂ€cheln sich noch verstĂ€rkt und tritt zur Seite. Ich gehe an ihm vorbei in den in elegantem Schwarz und Holztönen gehaltenen Flur, und wĂ€hrend ich meine Schuhe ausziehe löst er die Folie ab und legt sie auf ein SchrĂ€nkchen, auf dem sich auch ein SchlĂŒsselbund und ein Telefon befinden. Ich richte mich auf und sehe wie ein amĂŒsiertes LĂ€cheln um seinen Mund und in seinen Augen aufblitzt, und mein Mut sinkt. Habe ich doch danebengegriffen? `“In Liebe“' er hat es halblaut vor sich hingesprochen und ich sehe erst jetzt, dass er einen von diesen kleinen Pflanzensteckern in der Hand hĂ€lt, in die man KĂ€rtchen klemmt, auf denen dann... /OH NEIN/ mit plötzlich heißen Wangen suche ich nach Worten.* Ano.. das hat.. das war.. in dem GeschĂ€ft, die VerkĂ€uferin, ich habe nicht... *Er sieht mich beruhigend an. `Das macht doch nichts.. das macht gar nichts. Setzt du dich schon mal? Das Essen ist gleich soweit.' Er legt das KĂ€rtchen zu der Folie, nimmt das Gesteck und fĂŒhrt mich ins Wohnzimmer an den Tisch. Nachdem ich mich gesetzt habe, fragt er ob ich etwas zu trinken haben will. Ich lehne dankend ab. Ich muss mich erstmal wieder fangen... `Wie du meinst. Ich bin dann mal kurz in der KĂŒche.' Er stellt die Pflanze sorgfĂ€ltig auf ein Sideboard und verschwindet durch eine SchiebetĂŒr, aus der vielversprechende DĂŒfte ins Wohnzimmer dringen.

Hiwatari
*Kaum bin ich in die relative Sicherheit meiner KĂŒche zurĂŒckgekehrt, muss ich mich wirklich ernsthaft zusammenreißen um nicht lauthals loszulachen. Das sieht Niwa wieder -so- Ă€hnlich! Er hat einfach ein absolutes Talent dazu, auch aus der harmlosesten Sache noch irgendeine Art von Unheil zu machen. Ich glaube, wenn er den ganzen feurigen Text auf dem KĂ€rtchen mitbekommen hĂ€tte wĂ€re er jetzt schon in der zweiten, mehr als peinlichen Situation dieses Abends... nĂ€mlich in der, dass ich ihn mit Mund-zu-Mund-Beatmung wieder aus  seiner Ohnmacht erwecken mĂŒsste. Immer noch schmunzelnd, und mit dem festen Vorsatz, das KĂ€rtchen -nicht- wegzuwerfen , bringe ich die heiße Auflaufform an den Tisch. -Eigentlich- könnte man ja schon ein ganz klein wenig beleidigt sein weil er jedes `in LiebeÂŽ mir gegenĂŒber sofort so vehement abgestritten hat... aber das sage ich ihm wohl besser nicht. AmĂŒsiert stelle ich fest, dass er immer noch ein bisschen rosa um die Nase ist und irgendwie Probleme hat, mir in die Augen zu sehen als ich ihm auftue und meine Frage ob er Wein zum Essen möchte beantwortet er nur mit einem etwas unentschlossenen  Nicken. Immer noch etwas abwesend fĂ€ngt er an zu essen und ich reiche ihm passend ein Glas mit Saft als er sich -vorhersehbar- den Mund verbrennt. `Ita!! ... Arigato Hiw.. Hikari- ..sensei.ÂŽ ich lĂ€chele leicht als er schon wieder ĂŒber meinen Namen stolpert und löffele ihm Salat auf den Teller* Gern geschehen. 
 und sag ruhig Satoshi, dann kommst du nicht so durcheinander.* Ich grinse ihn verschmitzt an* Das ÂŽsenseiÂŽ kannst du dir auch sparen, irgendwie passt das nicht ... vor allem wenn ich genau weiß, das du mich schon mal in Frauenkleidern gesehen hast.

Daisuke
Ich muss ein bisschen grinsen.* Hai. Das war 
 *Irgendwie war es damals auch manchmal lustig.. Jetzt fĂ€ngt –er- aber mit der Vergangenheit an! Mir mit der Serviette den Mund abtupfend sehe ich ihn unschlĂŒssig an.* Also.. *Er zieht fragend die Brauen hoch.* Ich.. ich.. also ich.. *ich kann ihn irgendwie nicht `Satoshi’ nennen. Das kommt mir noch seltsamer vor als `Hikari’.* Gomen. Aber Satoshi ist irgendwie so 
 fremd fĂŒr mich. Ich versuche dran zu denken, `Hikari’ zu sagen, ok? Und in der Uni sage ich eh besser `sensei’. *Aufatmend nehme ich noch einen Schluck Saft. Das wĂ€re geklĂ€rt. Mir mit dem kalten Glas die Lippe kĂŒhlend sehe ich ihn leicht schmunzeln und schlage die Augen nieder. Was amĂŒsiert ihn nur die ganze Zeit so? Das kleine KĂ€rtchen im Flur fĂ€llt mir wieder ein und ich merke, wie meine Wangen wieder leicht zu brennen anfangen. Um abzulenken frage ich in normalem Plauderton* Machst du irgendwelchen Sport? Du bist wesentlich – ahm
 muskulöser als vor zwei Jahren. *Meine eigenen schmalen Handgelenke betrachtend denke ich so bei mir, dass ich ihn auf dieses Thema vielleicht nicht unbedingt mit der Nase hĂ€tte stoßen mĂŒssen, aber ich bin nunmal neugierig. Wenn er mich jetzt wegen meiner eher zierlichen Statur hochnimmt, was solls. Es ist ja eine Tatsache
*

Hiwatari
*Ich erkenne zwar einen etwas holprigen Konversationsversuch, wenn ich einen sehe, aber ich denke, ich habe fĂŒrs erste Mitleid mit Niwa. Ich finde es zwar reichlich kawaii wenn er so stottert und verlegen ist aber als komplette Abendunterhaltung ist das dann doch etwas dĂŒrftig. Vorsichtig puste ich erst auf das NudelhĂ€ufchen auf meiner Gabel bevor ich  esse.* Naja, ich jogge viel und ab und an gehe ich Schwimmen. Selbst ich kann nicht den ganzen Tag bewegungslos vor BĂŒchern sitzen. *Ich grinse ihn ĂŒber meine Gabel hinweg an, ihn -ganz- in Ruhe zu lassen schaffe ich dann doch nicht.* Witzig, dass dir das auffĂ€llt.... *Wie beilĂ€ufig lasse ich meine Augen ĂŒber ihn gleiten. Er hat immer noch die alte, schlanke Figur, die zu gerne darĂŒber hinwegtĂ€uscht, dass er alles andere als ein SchwĂ€chling ist. Einer meiner Mundwinkel zuckt verdĂ€chtig, aber ich halte den Mund. Ich will ihn nicht wieder traurig machen nur weil ich der Meinung bin, dass sein Körperbau dem seines alter Egos mittlerweile bis ins Detail gleicht. Die perfekte Statur fĂŒr einen Dieb eben: Schmal, leicht und flexibel. Stattdessen schenke ich ihm lieber noch mal Wein nach.*

Daisuke
*Irgendwie habe ich langsam das GefĂŒhl, dass Hiwatari sich insgeheim ĂŒber mich lustig macht. Oder nein – das klingt zu negativ. Ich glaube schon, dass er sich freut mich zu sehen, warum sollte er mich sonst einladen und all das. Aber stĂ€ndig zuckt ein LĂ€cheln um seine Mundwinkel und seine Augen blitzen ganz verrĂ€terisch. Ich bekomme den Eindruck, dass das was er –nicht- sagt, tausendmal interessanter wĂ€re, als das was er laut ausspricht.* Ich wollte dir nicht schmeicheln oder sowas. Es fĂ€llt mir deswegen auf, weil dein T-Shirt aussieht, als ob du rausgewachsen bist. By the way
 das Shirt kenne ich ĂŒbrigens noch. Du hast es mal bei einem Klassenausflug getragen
 *Da! Schon wieder dieses unterdrĂŒckte LĂ€cheln.* MĂŒhsam halte ich meine Frage zurĂŒck, -was- genau ihn eigentlich an mir so amĂŒsiert und bedanke mich fĂŒr den Wein, von dem ich jetzt einen tiefen Schluck nehme. Ich vertrage Alkohol nicht gut, aber irgendwie brauche ich jetzt welchen
 um das GesprĂ€ch nicht vollkommen versanden zu lassen, mache ich einen Vorschlag.* Ich wĂŒrde auch gerne regelmĂ€ĂŸig was tun.. wollen wir zusammen laufen? Oder Schwimmen? *Mir ist klar dass ich hier neu, vollkommen alleine und ohne Freunde bin.. einen Zimmergenossen habe ich auch nicht – also warum nicht Hiwatari fragen? Immerhin kennen wir uns schon lange – dass er mein sensei ist, dĂŒrfte ja wohl nicht so eine große Rolle dabei spielen. Fast Ă€ngstlich warte ich auf seine Antwort. Er –könnte- ja auch ablehnen. Von wegen, zu enger Kontakt oder sowas
*

Hiwatari
*Es ist ja wirklich faszinierend wie genau mich Niwa eigentlich beobachtet haben muss wenn er selbst ein einfaches khakigrĂŒnes T-Shirt, das ich vor zwei Jahren mal bei einem Ausflug anhatte, wiedererkennt. Und ich kann mich gar nicht daran erinnern so genau beobachtet worden zu sein!* Du hast wirklich ein gutes GedĂ€chtnis. Ich habe gar nicht bemerkt dass ich -soviel- von deiner Aufmerksamkeit fĂŒr mich hatte, dass du dich sogar noch an die Sachen erinnerst, die ich in der Schule anhatte.* Ich schmunzele so vor mich hin wĂ€hrend ich den Wein in meinem Glas kreisen lasse. Dieses Wiedertreffen verspricht interessanter zu werden als ich fĂŒr möglich gehalten hatte....* 
 und wir können gerne was zusammen machen wenn du möchtest, aber ich bin oft frĂŒh unterwegs, ich mag es nicht, wenn der Campus oder die Schwimmhalle so ĂŒberfĂŒllt sind. Also wenn es dir nichts ausmacht morgens um sechs ein paar Runden im Park zu drehen sind wir im GeschĂ€ft.

Dao    *Ich ignoriere das Necken in seiner Stimme und trinke noch einen Schluck Wein. Auch das zweite Glas das mir Hiwatari eingeschenkt hat, ist bereits leer. Ich trinke doch sonst nicht so viel
 Ob es –daran- liegt, dass mir die Zunge so locker sitzt, weiß ich nicht
 jedenfalls sage ich mit noch relativ fester Stimme einen Satz, von dem ich nicht genau weiß, wieso er mir gerade jetzt in den Sinn kommt.* Du bist wahrscheinlich vielen Leuten wichtiger als du selber jemals wahrhaben wolltest
  *von der IntensitĂ€t meiner Worte selber ĂŒberrascht fĂŒge ich schnell etwas unverfĂ€ngliches hinzu* .. Ă€h
  ja. Ich bin auch ein FrĂŒhaufsteher. Dazu hat mich meine Mutter schon wegen diesem Training gezwungen, was ich von frĂŒhester Kindheit an absolvieren musste. Zu spĂ€t gekommen bin ich frĂŒher immer nur, weil mir irgend etwas dĂ€mliches dazwischengekommen ist
 *Er sieht mich einen Moment lang groß an und steht dann abrupt auf. Ein leiser Schreck durchzuckt mich, obwohl die zwei GlĂ€ser von dem schweren Rotwein mein Gehirn schon gut in Watte verpackt haben. War das schon wieder mal falsch, was ich gesagt habe? Ich will schon ansetzen mich zu entschuldigen, als er die Teller, das benutzte Besteck und die leere Auflaufform auf ein Tablett stellt. `Ich hole nur eben den Nachtisch, lauf nicht weg.’ Damit verschwindet er hinter der SchiebetĂŒr. Verdutzt sehe ich ihm nach. Was sollte ich denn wohl fĂŒr einen Grund haben, wegzulaufen?*

Hiwatari
*Wieder zurĂŒck in der KĂŒche stelle ich das Tablett auf die ArbeitsflĂ€che und starre eine Sekunde lang auf die dreckigen Teller. Diesmal lĂ€chele ich nicht. Ob Niwa eigentlich eine Ahnung hat, -was- er da gerade gesagt hat? Und was das fĂŒr eine Auswirkung auf mich hat? Langsam stelle ich die Teller auf die SpĂŒle und den Nachtisch auf das Tablett. Schon frĂŒher hat mich die Vehemenz, mit der Niwa seine freundschaftlichen GefĂŒhle mir gegenĂŒber verteidigt hat, oft aus dem Konzept gebracht... etwas das sich ganz offensichtlich in den letzten beiden Jahren nicht geĂ€ndert hat. Genauso wenig wie der Grund dafĂŒr, dass mich dieses Verhalten immer wieder durcheinander bringt. -Er- ist mir nĂ€mlich auch wesentlich wichtiger als er das vermutlich gerne hĂ€tte... was auch gleichzeitig der Grund ist, warum ich es ihm nie gesagt habe. Ihn mit seiner Anziehungskraft auf mich zu necken oder mir hier und da ein bisschen NĂ€he zu `klauenÂŽ geht alles noch in Ordnung solange ich mir sagen kann, dass ihn dieses Verhalten auf emotionaler Ebene kalt lĂ€sst. Solche... `ÄußerungenÂŽ wie eben machen es mir allerdings schwer dabei im Hinterkopf zu behalten, dass ich fĂŒr ihn nicht mehr bin als -im besten Falle- ein Freund. Zu leicht könnte der Wunsch der Vater des Gedanken werden... und ich mir damit alles verderben. Leise seufzend und wieder um eine etwas freundlichere Miene bemĂŒht schlĂ€ngele ich mich mitsamt Tablett durch die SchiebetĂŒr. Ich sollte endlich aufhören mir unnötig Hoffnungen zu machen... schon gar nicht, wenn Niwa eindeutig kein großer WeinvertrĂ€ger ist.* Ich hoffe der Nachtisch schmeckt, ist das erste Mal, dass ich das Rezept ausprobiert habe...

Daisuke
*Als er wiederkommt ist sein Gesicht gezwungen freundlich. Besorgt nehme ich das SchĂ€lchen mit dem Mascarpone-was-auch-immer Parfait entgegen und koste pflichtschuldigst.* Es schmeckt hervorragend. *Ich sehe ihn lĂ€chelnd an, er starrt auf seine Dessertschale, jedoch ohne den Nachtisch anzurĂŒhren.* Das ganze Essen war einfach klasse
 und der Wein ist auch super. */Womit wir beim Thema wĂ€ren
/* Ahm. Wenn ich dich irgendwie 
 ich weiß nicht. Wenn ich Unsinn erzĂ€hlt habe tut es mir leid. Ich bin keinen Alkohol gewöhnt, vielleicht
 Ich
 ich wollte nicht
 *in Wirklichkeit habe ich keine Ahnung, was so eine negative Wirkung auf ihn gehabt haben könnte, dass das LĂ€cheln jetzt komplett aus seinen Mundwinkeln und auch seinen Augen verschwunden ist. Ich weiß nur, dass es mir furchtbar leid tut, die gute Stimmung ganz offensichtlich versaut zu haben.* Gomen. Bitte lass dir nicht von mir die Laune vermiesen. Ich bin manchmal ein Tölpel und
 *`Schon gut.’ Diese knappe Äußerung trĂ€gt nicht gerade zu meiner Erleichterung bei, und ich esse schweigend auf. Er steht auf sobald meine Schale leer ist und rĂ€umt ab. Ich folge ihm in die KĂŒche.* Soll ich dir beim Abwasch helfen? *Er schĂŒttelt den Kopf. `Macht die SpĂŒlmaschine.’* Oh.. natĂŒrlich. *Die KĂŒche ist klein, aber voll ausgestattet und pieksauber. Ich ĂŒberlasse ihn widerwillig seiner Hausarbeit, weiß aber auch nicht, was ich noch sagen soll, und gehe zurĂŒck ins Wohnzimmer. Ein Bild an der Wand ĂŒber dem Sideboard fesselt meinen Blick. Es ist eine Bleistiftskizze von Franz Marc, meinem Lieblingsmaler. Ich trete nĂ€her heran und lese die Bildunterschrift. „Landschaft mit Pferd und nacktem Reiter und sich bĂŒckendem, nackten JĂŒngling.“ Ich kneife unglĂ€ubig die Augen zusammen und trete noch ein bisschen nĂ€her. Um ganz sicher zu gehen stelle ich den Dimmer des Deckenstrahlers auf Maximum. Kein Zweifel. Das ist die Original-Bleistiftzeichnung
. Ich habe in meiner Begeisterung nicht bemerkt, dass Hiwatari hinter mich getreten ist. Als seine Stimme an meinem Ohr erklingt fahre ich heftig zusammen. `GefĂ€llt es dir?’ Ich antworte mit einer Gegenfrage.* Ist der –echt-?? *Er nickt und guckt mich interessiert an. `Du kennst Franz Marc?’ * Ja, ich bewundere sein Werk, ich bin ein absoluter Fan von ihm! Aber woher
 *er lĂ€chelt und zieht eine Schublade auf. `Ich habe auch das „Skizzenbuch aus dem Felde“. Ich starre fassunglos auf das BĂŒchlein das er herausnimmt.* Unglaublich.. wie hast du
 Ich habe es mal auf einer Ausstellung in einem Schaukasten gesehen und hĂ€tte es soo gerne angeschaut, aber man hat mir gesagt, der `Unbekannte’ der es als Leihgabe zur VerfĂŒgung gestellt hat, erlaube das nicht. Dann warst das –du-??? *Er drĂŒckt es mir in die Hand. `Hier. Ich erlaube es dir jetzt.’ Ich könnte ihm um den Hals fallen, stattdessen nehme ich es ehrfĂŒrchtig entgegen und fange an zu blĂ€ttern. Er steht mit einem LĂ€cheln neben mir und scheint sich zu freuen. Ich sehe mir die wunderbaren Zeichnungen an und freue mich gleichzeitig, dass er wieder lĂ€chelt.* Er hat eine unglaubliche Art, die Menschen und Tiere nahtlos in die Umgebung einzupassen, ne? *Auch Hiwatari ist Feuer und Flamme. `Hai, ganz deiner Meinung, diese Technik ist einmalig
’ und ehe wir uns versehen sind wir am fachsimpeln und ich habe schlagartig die Missstimmung von vorher vergessen
* 

Hiwatari
*Wie schon gesagt, Niwa hat so eine Art die sich mit depressiven Stimmungen einfach nicht vertrĂ€gt, schon gar nicht, wenn er mit leuchtenden Augen und unverhohlener Begeisterung beinahe schon lĂ€cherlich vorsichtig durch das Skizzenbuch blĂ€ttert und immer wieder kleine Laute der Begeisterung ausstĂ¶ĂŸt. Nur zu gerne lasse ich mich von seiner Art anstecken und schon bald diskutieren wir lebhaft ĂŒber StrichfĂŒhrung, Schatten und Tonwahl der verschiedenen Motive und ich stelle fest, dass mir diese Unterhaltung mehr als nur ein bisschen Spaß macht. Sobald Niwa ĂŒber seine unsichere Art - die immer wieder dafĂŒr sorgt, dass er sich in das eine oder andere FettnĂ€pfchen hineinmanövriert - hinweg ist und sich samt Umgebung komplett vergisst, ist von seinem ĂŒblichen Stottern und verlegenen Rotwerden nicht viel zu sehen. Und schon bald hat er mich soweit, dass ich auf den Knien in meinem Kleiderschrank hĂ€nge, ihn hart auf den Fersen, um nach ein paar alten, kleinen Preziosen aus dem Hikari-Besitz zu graben die Dark entgangen sind und die nur Ă€usserst selten das Licht des Tages erblicken. Meist verbinden ich damit zuviele unangenehme Gedanken um sie mir ansehen zu können aber Niwa hatte da vorher etwas ĂŒber alte Silberarbeiten gesagt...* Verdammt, wo um alles in der Welt habe ich das bloß hingekramt... ah hier, wusste ich doch dass ich das nicht in der Kommode hatte... *Triumphierend ziehe ich das kleine SchĂ€chtelchen aus einem Stapel alter Socken und wische ein paar Staubflusen von der HĂŒlle, bevor ich mich einfach im Schneidersitz vor den Schrank setze.* Hier, man kann sehr wohl die Rachitschajew-Technik bei Silberschmuck anwenden, an den Lötpunkten an der Innenseite kannst du erkennen, dass es so veredelt worden sein muss. *mit sichtlicher Faszination begutachtet er das filligrane Gespinst aus haarfeinen SilberdrĂ€hten, in das an einigen Stellen dunkelblauer Lapislazuli und weiße Jade eingearbeitet ist. `HĂ€tte echt nicht gedacht dass das geht...ÂŽ vorsichtig reicht er mir den Ring zurĂŒck und lĂ€chelt ein wenig unglĂ€ubig als ich ihn wieder, ordentlich verpackt, in seinen Sockenstapel zurĂŒckstecke. `Wirklich, wertvolle Socken hast du.. warum versteckst du solche Sachen im Schrank? Du könntest sie doch...was weiß ich, bei der nĂ€chsten Altkleidersasmmlung aus versehen mit wegwerfen...ÂŽ Ich zucke ganz leicht zusammen bei der Frage. *Na ja, ich lege nun halt mal keinen großen Wert auf diese... `FamilienerbstĂŒckeÂŽ... auch wenn es vom rein kĂŒnstlerischen her betrachtet wirklich schade ist...* Ich zögere kurz, dann hole ich das gerade versteckte PĂ€ckchen wieder raus. Als -Geschenk- wĂŒrde er es nie annehmen aber...* Wenn du willst... kannst du es ja fĂŒr mich aufheben. Bei dir wĂŒrde es bestimmt mehr von der Achtung bekommen die es verdient als bei mir...

Daisuke
*Ich besehe mir kritisch und genau die bezeichneten Stellen und muss ihm widerwillig Recht geben.* Ok. Scheint, dass ich mit meiner Theorie falsch gelegen habe
 aber bei –Gold- geht das nicht. Und das kann ich auch beweisen. *Ich habe vor, meine Diplomarbeit exakt ĂŒber dieses Thema zu schreiben
 wo man diese Technik anwenden kann und wo nicht. Ich bin so in diesem Thema gefangen dass ich gar nicht merke, dass er die Sachen inzwischen wieder verpackt hat und mit leichtem Bedauern stelle ich fest, dass er im Begriff ist, sie wieder in der Sockenkiste verschwinden zu lassen. Auf meinen berechtigten Einwand nimmt er das  PĂ€ckchen wieder in die Hand, um es mir nach einem kurzen Zögern hinzuhalten. Mir stockt der Atem.* Hiwatari! *Vor Schreck vergesse ich alle guten VorsĂ€tze, seinen alten, neuen Namen zu verwenden.* Das geht doch nicht.. ich kann doch nicht.. statt einer Antwort legt er mir das BĂŒndel in den Schoß und steht auf. `Bitte bewahre es fĂŒr mich auf solange du willst. Von mir aus auch fĂŒr immer. Ich mag das Zeug nicht. Sicher, es sind wunderbare Kunstwerke, aber ich kann nun mal mit dem ‚berĂŒhmten Hikari-Erbe’ nichts anfangen.’ Ein bitterer Zug tritt um seine Mundwinkel und ich frage mich, wie oft ich es wohl heute noch schaffen werde, ihm grĂŒndlichst und komplett die Stimmung zu vermiesen.* Ok. Ich werde es aufbewahren. Und in Ehren halten. Mach dir keine Sorgen, es ist bei mir in gu.. *`Schon gut. Gehen wir zurĂŒck ins Wohnzimmer? Ich will dir noch was zeigen’. Kleinlaut folge ich ihm mit dem PĂ€ckchen, das ich unbehaglich in der Hand halte. Schließlich gehe ich in den Flur, um es auf das SchrĂ€nkchen zu legen. Dort kann ich es beim Gehen nicht ĂŒbersehen. Beim Ablegen fĂ€llt mein Blick auf die kleine Karte aus dem Gesteck. Ich kann nicht widerstehen und nehme sie auf, um sie mir durchzulesen. „love of my life, passion grows forever, let’s do it with love“ ich lasse die Karte fallen wie etwas heiß-klebriges. Um Himmels willen, wie schrecklich peinlich. Rasch mache ich, dass ich ins Wohnzimmer zurĂŒckkomme, wo Hiwatari inzwischen mehrere dicke BĂŒcher auf dem Tisch verteilt hat, und in einem eifrig blĂ€ttert. `Hier, schau mal, das ist das mit der Rachitschajew-Technik bei Silber
’ interessiert sehe ich ĂŒber seine Schulter auf die Stelle, wo er mit seinem Finger hindeutet. Nebenbei registriere ich, dass sein Haar nach Pfirsich-Shampoo duftet, und leicht an meiner Wange kitzelt. Indem ich mir die besagte Wange reibe erwidere ich stolz* Jaa, aber bei Gold funktioniert das nicht. Ich habe die Absicht, meine Diplomarbeit darĂŒber zu schreiben und sammle schon fleißig Fakten
 vielleicht kannst du mir ja dabei helfen
 *selber verdutzt ĂŒber meine Dreistigkeit nehme ich mir verlegen einen anderen Folianten und fange angestrengt an zu blĂ€ttern. Doch bald bin ich wirklich davon gefesselt.. Hiwatari hat wirklich supergute Literatur. Bei einer Fotoseite mit verschiedenen Skulpturen von Da Vinci bleibe ich hĂ€ngen.* Ich frage mich, ob der mit Modellen gearbeitet hat. Die Haltung sieht so unmöglich aus
 ob das ĂŒberhaupt geht??

Hiwatari
*Leicht verwundert Blicke ich kurz von dem Museumskatalog ĂŒber alten Silberschmuck auf* Du hast gerade deinen ersten Tag hinter dir und denkst schon ĂŒber deine Diplomarbeit nach? Eifrig, eifrig. Aber helfen kann ich dir gerne, Hikari Natsuki war schliesslich einer der berĂŒhmtesten Anwender dieser Technik in Japan...* Meine Stimme wird ein wenig abwesend bei den letzten Worten als ich neugierig eine mir bis jetzt verborgen gebliebene Kleinigkeit an einem der Bilder studiere. Niwas Frage reisst mich aus meinen Gedanken und ich beuge mich zu ihm rĂŒber um zu sehen was er meint* Hm? Achso... hn, ich weiss nicht. Ich kann mir nicht vorstellen dass er -nicht- mit Modellen gearbeitet hat... *den Blick auf das Bild gerichtet, versuche ich eine der sitzenden Posen nachzuahmen und breche mir dabei fast die Beine* Autsch. Na -einfach- war der Job auf keinen Fall... das da wĂ€re ja noch hinzubekommen glaube ich, aber lĂ€nger als ein paar Minuten... und diese halbschwebende Pose hier sieht wirklich unmachbar aus oder? Ich deute nacheinander auf die Bilder die ich meine `Nein, die geht doch noch finde ich...ÂŽ Er ignoriert meinen skeptischen Blick und steht auf, um sich nach einem letzten Blick auf das Bild in die ungefĂ€hre Nachbildung der Pose zu schmeißen. `Siehst du ! Es.. ist nicht...sonderlich bequem aber es geht!ÂŽ Sein Gesicht wirkt leicht verkniffen. als er auf einem Bein neben dem Tisch steht und versucht, etwas von der GrazilitĂ€t der Statue nachzuahmen.* Naja, -so- ist das ja auch keine Kunst, aber die Nymphe hat den Arm hier viel höher... *Ich befördere besagtes KörperanhĂ€ngsel in die richtige Position was dafĂŒr sorgt, dass Niwa leicht entsetzt aufkeucht* ..und der Kopf sieht in die -andere- Richtung, das Kinn weiter runter.. so ungefĂ€hr... und sie steht auf den Zehenspitzen, nicht auf Plattfuß... ja genau so! *Mit sanften Fingern bringe ich sein Gesicht in die richtige Position und werfe dann noch einen forschenden Blick auf die Abbildung.* Hm der eine Arm gehört nach hier... *Mein rechter Arm wandert um Niwas Mitte um zwischen seinen SchulterblĂ€ttern liegenzubleiben* ...und die Beine mĂŒssten so stehen... aber wie soll man den Kopf dann an die Schulter... autsch *irgendwas in meinem Nacken knackst als ich versuche, die zweite der beiden verschlungenen Figuren nachzuahmen und Niwa atmet hörbar lauter.ÂŽ Das ist ganz schön anstrengend
® ich brumme zustimmend wĂ€hrend ich versuche zu ergrĂŒnden, wie um alles in der Welt ich meinen Kopf an Niwas rechte Schulter bekommen soll wenn meine Beine so stehen..* Hm, vielleicht wenn ich...* Der Versuch, mein linkes Bein in eine geringfĂŒgig andere Position zu bringen scheitert klĂ€glich denn unglĂŒcklicherweise berĂŒhre ich dabei Ă€ußerst unsanft Niwas rechtes... also -das- Bein auf dessen Zehenspitzen er seit geraumer Zeit balanciert. Mit einem erschrockenen Quietschen schlingt er reflexartig die Arme um meinen Hals um nicht umzufallen und ebenso reflexartig greife ich zu und will einen ausgleichenden Schritt nach hinten machen... was jedoch - dank rutschiger Pantoffeln und glitschigem Parkett- nur dazu fĂŒhrt, dass wir -beide- eine Etage tiefer landen, der grĂ¶ĂŸte Teil von mir unter Niwa begraben. FĂŒr eine Sekunde herrscht erschrockene Stille... dann durchbricht Niwas trockenes `Autsch. Blöder Grieche.ÂŽ das Schweigen und ich fange lauthals an zu lachen, meine Arme immer noch um Niwas Mitte geschlungen und mein Gesicht an seine Wange gepresst bringe ich ein mĂŒhseliges ÂŽich glaub da Vinci war ItalienerÂŽ raus bevor mich das Lachen wieder ĂŒbermannt. Auch Niwa kichert mittlerweile haltlos. `Meinetwegen auch das. Mann, mĂŒssen wir dĂ€mlich ausgesehen haben... aber wenigstens bin ich bequem gelandet.ÂŽ Meine Erwiderung bleibt mir im Hals stecken denn just in dem Moment ertönt eine -zumindestens mir- wohlbekannte Stimme aus Richtung der TĂŒre zum Flur. `Na, ich hoffe nur du machst es dir nicht -allzu- gemĂŒtlich, eigentlich wollte ich meinen Freund heute fĂŒr mich.ÂŽ Niwa ist aufgeschreckt und starrt jetzt mit unverhohlenem Horror die Figur in der TĂŒr an, die mit ebenso unverhohlener Anschuldigung im Blick zurĂŒckstarrt. Ich kann merken wie eine von Frust bestimmte Zorneswelle in mir hochsteigt wĂ€hrend ich Niwa wieder auf die FĂŒĂŸe helfe und mir den Staub von der Hose wische.* Hiroki. Ich habe dich gar nicht klingeln gehört. `Nun, das könnte daran liegen, dass ich nicht geklingelt -habe-ÂŽ er wedelt mit einem SchlĂŒsselbund von dem ich weiß das er Ako, dem Hausmeister gehört. Von Berufs wegen hat der natĂŒrlich die SchlĂŒssel zu allen Wohnungen im Komplex und ich möchte gar nicht wissen was Hiroki ihm alles erzĂ€hlt hat um an den SchlĂŒssel zu meiner Wohnung zu kommen. `Ich wollte dich schließlich nicht bei deiner ...ÂŽ er starrt Niwa unverhohlen feindselig an ÂŽ...-Arbeit- stören sondern dir nur etwas zu essen vorbeibringen. Aber ich sehe schon dass das wohl nicht nötig war.ÂŽ Sein Blick wandert ĂŒber die verstreuten Kerzen, eine einsame Serviette und unsere  Kaffeetassen und WeinglĂ€ser auf dem Tisch. `Offensichtlich war -er- gut genug, dass du fĂŒr ihn kochst... sogar den Chianti hast du aufgemacht wie ich sehe. Muss ja wirklich was zu bieten haben, dein neuer Betthase
® hinter mir verschluckt sich Niwa hörbar und ich muss nicht den Kopf drehen um zu sehen dass er tiefrot im Gesicht ist. `Ich bin nicht...ÂŽ aber wenn Hiroki einmal in Fahrt ist kriegt ihn so schnell nichts mehr gestoppt. Sein Tonfall wird noch eine Spur hĂ€mischer als er etwas auf den Tisch knallt, das er die ganze Zeit vorher in der geballten Faust hatte.ÂŽ Oder ist er schon -mehr- als ein einfacher BettwĂ€rmer? Sowas bin ich ja von dir gewohnt, aber der Ring ist wirklich ein novum. Und was die Karte anbelangt hĂ€tte ich dir durchaus etwas mehr Geschmack zugetraut auch wenn ich weiß, dass du ein absolut unromantischer, gefĂŒhlskalter, selbstverliebter Bastard bist, dem das GefĂŒhlsleben anderer Leu... Leute vollkommen ...-egal- ist...ÂŽ Ich schicke einen entnervten Blick inklusive Stoßgebet in den Himmel als Hiroki nach einem letzten dramatischen Schluchzer entschwindet und ich Sekunden spĂ€ter die SchlafzimmertĂŒr schlagen höre. Ich drehe mich entschuldigend zu Niwa.* WĂŒrdest du mich bitte fĂŒr einen Moment entschuldigen?* Er nickt verwirrt und ich lĂ€chele ihn  kurz an bevor ich mich auf den Weg Richtung Schlafzimmer begebe. Hiroki davon zu ĂŒberzeugen, dass Niwa -nicht- die neueste Eroberung meinerseits ist dĂŒrfte ziemlich schwierig sein... und ganz ehrlich gesagt lege ich nicht mal allzu großen Wert darauf dass er -nicht- mehr sauer auf mich ist...*

Daisuke
*Ich starre auf Hiwataris RĂŒcken, als er seinem Freund folgt. In meinem SchĂ€del dreht sich alles, und das nicht nur vom Wein
 Obwohl ich schon damals in der Schule so eine Ahnung hatte, dass er mit den MĂ€dchen nicht allzuviel am Hut hat
 das hier ist doch eine Spur zu heftig fĂŒr mich. Von einem eifersĂŒchtigen Lover fĂŒr das neue Techtelmechtel Hiwataris gehalten zu werden war das Letzte, womit ich heute gerechnet hĂ€tte
 Offenbar wohnt dieser Lover nicht hier, da Hiwatari erwartet hat, dass er klingelt
 aber die Situation ist mir entsetzlich peinlich. „neuer Betthase
  mehr als ein einfacher BettwĂ€rmer
“ und er denkt der Ring ist ein Liebes-Geschenk? Ich schnaube vor mich hin. Ziemlich einfĂ€ltig, ein antikes SchmuckstĂŒck fĂŒr so etwas zu halten
 irgendwie Ă€rgert es mich maßlos, in so ein Eifersuchtsdrama hineingezogen worden zu sein. Hiwatari hĂ€tte ja mal erwĂ€hnen können, dass er liiert ist
 eine innere Stimme fragt mich, warum mich das denn hĂ€tte interessieren sollen
 und genau diese Frage hat sich Hiwatari wahrscheinlich auch gestellt. Dies hier war ja schließlich kein Date – obwohl 
 ich sehe mich im Zimmer um. Das Ambiente lĂ€sst diesen Schluss schon zu, endlos viele Kerzen, Wein, die Pose, in der er uns vorgefunden hat
 Leise betrete ich den Korridor. Aus dem Schlafzimmer dringen Stimmen. Hiroki’s, laut und weinerlich, von Schluchzern unterbrochen, und Hiwataris, leise und beherrscht, doch mit hörbar ungeduldigem Unterton. Mein Entschluss steht fest. Ich werde mich verkrĂŒmeln. Suchend Blicke ich mich um und finde einen Stift beim Telefon. Die Karte liegt auch noch da
 kurzerhand drehe ich sie um und schreibe ein paar Worte darauf: `Ich bin nach Hause gegangen. Danke fĂŒr das Essen. Daisuke.’ Ich lege die Karte auf das Telefon und den Stift daneben, und ziehe meine Schuhe an. Ich will meine Jacke nehmen, als ich plötzlich stutze. Wieso habe ich mit meinem Vornamen unterschrieben? 
 Achselzuckend gehe ich zur WohnungstĂŒr. Leicht bedauernd sehe ich noch mal zurĂŒck. Schade. Es war doch ein schöner Abend, bis dieser Hiroki aufgetaucht ist
 `Du willst gehen?’ Ich habe gar nicht bemerkt, dass Hiwatari wieder aus dem Schlafzimmer gekommen ist.* Hai
 es ist sicher besser wenn ich gehe.

Hiwatari
*Ich seufze leise -und ein klein wenig genervt- als ich Hiroki im Schlafzimmer schluchzen höre und nicke widerwillig.* Er wird eine Weile brauchen, bis er sich wieder beruhigt hat denke ich... *Ich streiche mir ein wenig zerstreut durch die Haare und lĂ€chele Niwa dann entschuldigend an.* Gomen fĂŒr dieses ganze Drama hier, eigentlich hatte ich mir einen schöneren Abschluss fĂŒr diesen Abend gewĂŒnscht. Und den Bildband von Serge Bramly hĂ€tte ich dir auch noch gerne gezeigt. *Irgend etwas klappert nebenan und ich spitze alarmiert die Ohren, bringe aber trotzdem ein kleines Grinsen zustande* 
und bei den Franzosen waren wir auch noch nicht. *Er schaut mich ein wenig ertappt an, zuckt aber dann nur mit den Schultern. `Ich bin ja nicht aus der Welt.. ich meine, wir können uns ja gerne nochmal treffen - wenn –er- nichts dagegen hat meine ich...ÂŽ Sein LĂ€cheln wirkt ein kleines bisschen gequĂ€lt und er spielt ein wenig unbehaglich mit seinem Jackensaum wĂ€hrend ich, halb zu ihm, halb in Richtung Schlafzimmer bemerke.* Ich denke, das habe immer noch ich zu entscheiden wann und wo ich mich mit jemandem treffe... *Aus dem Schlafzimmer ertönt ein lautes Splittern und wir zucken zeitgleich zusammen* 
auch wenn Hiroki da anscheinend anderer Meinung ist. *Es gelingt mir nicht ganz, den Zorn aus meiner Stimme zu halten und Niwa wirkt mit jeder Minute mehr, als ob er bereit wĂ€re seine Seele zu verkaufen wenn er dafĂŒr nur -anderswo- sein könnte. Ich habe Mitleid mit ihm und will ihn schon endgĂŒltig verabschieden als ich mich an etwas erinnere.* Was meinst du, morgen um halb sieben an der Schwimmhalle? Vor der ersten Vorlesung schaffen wir noch locker ein paar Runden - wenn du willst. *Er ĂŒberlegt und nickt dann kurz. `Hai gerne. Und.. Ă€hm.. danke fĂŒr das Essen, war wirklich lecker...ÂŽ Schon im Hausflur dreht er sich nochmal um und lĂ€chelt mich ein wenig unglĂŒcklich an. `Oyasumi, Hikari-kun... und viel GlĂŒck... glaube ich...ÂŽ Damit verschwindet er eilig in Richtung Treppenhaus. Ich sehe ihm noch einen Moment nach... bis mich ein erneutes Scheppern daran erinnert, dass im Schlafzimmer ja noch ein ungelöstes `ProblemÂŽ auf mich wartet. Knurrig schließe ich die HaustĂŒr hinter mir und wappne mich gegen einen erneuten Heulsturm wĂ€hrend ich leise vor mich hinmurmle* Ich warne dich Hiroki, wenn das meine Wai-Ling-Vase war wirst du Hong Kong nie mehr zu sehen bekommen...

Daisuke
*Als der Wecker mich um sechs Uhr aus meinen TrĂ€umen reißt, bringe ich ihn unwirsch zum Schweigen. Benommen liege ich im durch Jalousien gedĂ€mpften Morgenlicht auf dem RĂŒcken und starre an die Decke. Gestern bin ich ins Bett gefallen und wie betĂ€ubt eingeschlafen
 was auch gut so war. Ich hĂ€tte sonst mit Sicherheit noch sinnlos rumgegrĂŒbelt
 und -Ich- will heute mit Hiwatari Schwimmen gehen
?!? Bei dem Gedanken wird mir nicht gerade wohler. Ich fĂŒhle mich total kaputt, habe einen leichten Kater vom ungewohnten Wein und der Abschluss des gestrigen Abends hat mir irgendwie doch ziemlich zugesetzt. Ich hatte mich in Hiwataris Gesellschaft gerade so richtig wohl gefĂŒhlt, hĂ€tte noch stundenlang mit ihm reden, fachsimpeln oder auch einfach nur albern sein können. Es war genau das, was mir bei Riku – und leider auch bei meiner Mutter - immer gefehlt hat
 mit jemandem zusammenzusein –ohne- das GefĂŒhl zu haben, stĂ€ndig irgendwelche Erwartungen erfĂŒllen zu mĂŒssen.  Und dann das! Dieser nervige, weinerliche Hiroki
 irgendwie habe ich nicht mehr die geringste Lust zum Schwimmbad zu gehen. Hiwatari hat sicherlich gestern noch alle HĂ€nde voll zu tun gehabt, seinen Lover wieder zu beruhigen. Und das wird mit Sicherheit nicht nur verbal stattgefunden haben
 Irgendwie regt sich in mir Widerwillen, als ich mir das vorstelle. Und außerdem: Was, wenn Hiroki mit Hiwatari zusammen im Schwimmbad auftaucht, nur um seinen Besitzanspruch zu demonstrieren? Das kann nur wieder ein Fiasko geben! Eine unbestimmte Wut auf diesen Kerl will in mir aufsteigen. Wenn Dark noch da wĂ€re, wĂŒrde er mich sicher wieder aufziehen, ich sei eifersĂŒchtig
 Ich gebe mir einen Ruck und springe entschlossen aus dem Bett. Gesagt ist gesagt. Also auf zum Schwimmbad. Unter der Dusche fĂ€llt mir meine Nachricht an Hiwatari wieder ein. Aus irgendeinem Grund habe ich mit meinem Vornamen unterschrieben
 ich kann mir nicht erklĂ€ren warum. Das tue ich sonst nur bei Vater, Mutter, Großvater, und bei Riku habe ich es auch getan 
 vielleicht ein unterschwelliger Wunsch? Das wird es sein. Ich will vielleicht, dass Hiwatari mir hier meine Familie ersetzt?... Ich nehme diese ErklĂ€rung erstmal so fĂŒr mich hin, aber ein kleiner, nagender Zweifel bleibt. Doch zum GrĂŒbeln habe ich jetzt keine Zeit mehr, wenn ich pĂŒnktlich sein will, also drehe ich kurz die Dusche auf eiskalt und springe japsend heraus. Im Bademantel tappe ich wieder in mein Zimmer und ziehe die Badehose unter die Jeans
 Handtuch, Boxershorts und Shampoo in eine Tasche gepfeffert, mein dunkelblaues Tanktop ĂŒbergeworfen, das leider ziemlich eng an mir klebt, weil ich mich in der Eile nicht richtig abgetrocknet habe, noch kurz mit dem Kamm durch die Haare, Jacke umgehĂ€ngt, die Sneakers an und ab geht’s.

Hiwatari
*Ganz entgegen meiner Gewohnheit 5 Minuten zu spĂ€t und mĂŒhsam ein GĂ€hnen unterdrĂŒckend eile ich auf Niwa zu der mittlerweile schon Anstalten macht, alleine rein zu gehen* Gomen, ich bin zu spĂ€t...* Er dreht sich zu mir um und mir verschlĂ€gt es fĂŒr eine Sekunde die Sprache. Offensichtlich war er schon zu Hause duschen, seine feuerroten Haare hĂ€ngen in kleinen feuchten Löckchen in seine Stirn und das Top das er trĂ€gt zeigt deutlich, dass er bei weitem nicht so schmĂ€chtig ist, wie man auf den ersten Blick denken könnte. MĂŒhsam reiße ich mich von dem Anblick los und lĂ€chele ihn warm an wĂ€hrend ich dem Pförtner meine Mitarbeiterkarte unter die Nase halte und vor Niwa durch das Drehkreuz in den Eingangsbereich der Schwimmhalle gehe* Hast du gut geschlafen?

Daisuke
Koma. *Meine Antwort ist kurz und trocken, und er grinst vor sich hin als wir unsere SchlĂŒssel ausgehĂ€ndigt bekommen und zu den Umkleiden laufen.  Ich sehe ihn neugierig an, als wir schließlich Seite an Seite vor den SchrĂ€nken stehen und uns ausziehen.* Und selbst? *Es Ă€rgert mich maßlos, aber ich werde doch tatsĂ€chlich rot bei meiner Frage. Ich kann mir ja vorstellen, was da gestern Nacht wahrscheinlich noch abgegangen ist, und ich kann nicht sagen, dass mir diese Vorstellung sonderlich gefĂ€llt. Hiwatari schneidet nur eine komisch/genervt/zufriedene Grimasse, die von ‚frag mich bloß nicht’ bis hin zu ‚heiße Versöhnung’ alles bedeuten kann – und mir vergeht das weitere Fragen schlagartig. Also entweder bin ich total verklemmt
 oder homophob, oder was auch immer
 wenn mich einer fragen wĂŒrde, -warum- ich so angespannt reagiere wĂŒsste ich keine logische Antwort, soviel ist mal sicher. Inzwischen steht Hiwatari in schwarzer Badehose vor mir und es zeigt sich, dass er tatsĂ€chlich Ă€ußerst durchtrainiert ist. Er nimmt meine bewundernden, vielleicht ein bisschen neidischen Blicke lĂ€chelnd zur Kenntnis und ich bin schon wieder mal verlegen. Meine eigene, etwas schmale Statur ist mit Sicherheit nicht so ein erbauender Anblick
 * Na los, lass uns Schwimmen. 40 Bahnen oder so? *Er nickt und nach kurzem Abduschen stĂŒrzen wir uns in die Fluten.*

Hiwatari
*WĂ€hrend Niwa schon mit einem eleganten Kopfsprung ins Becken taucht lasse ich mich erst vorsichtig ins Wasser um meine Schwimmbrille ordentlich zu benetzen damit sie nicht beschlĂ€gt. Kontaktlinsen sind ja ne feine Sache aber beim Schwimmen muss man immer etwas aufpassen. Noch ein letztes mal am Gummiband gezupft und auch ich mache mich an die Arbeit. Normalerweise schwimme ich auf Zeit und oft auch mehr als einen Kilometer... aber heute bin ich ganz froh, dass Niwa die kĂŒrzere Strecke gewĂ€hlt hat und ich meine Uhr vor lauter Hetze zu Hause liegen gelassen habe. Ich bin wirklich nicht in Höchstform heute, kein Wunder wenn man bedenkt dass ich letzte nacht vielleicht drei Stunden Schlaf bekommen habe, wenn es ĂŒberhaupt so viele waren. Hiroki wieder zu beruhigen hatte sich als schwieriger herausgestellt als ich gedacht hatte - er hatte sich dermaßen in die ganze Sache reingesteigert dass ich schliesslich irgendwann aus lauter Verzweiflung zu dem einzigen Mittel gegriffen habe was ihn absolut zuverlĂ€ssig zum Schweigen bringt: Sex. Und wĂ€hrend sich mein Noch-Lover direkt danach zufrieden und wieder friedlich zusammengerollt und meinen Futon mit Beschlag belegt hat, konnte ich nicht einschlafen. Und da ich nichts von fruchtlosem Decke-Anstarren halte habe ich nachts um halb zwei noch die SpĂŒlmaschine eingerĂ€umt, das Wohnzimmer wieder in seinen Urzustand versetzt und versucht, die kleine Keramikskulptur - die ich mal von einem meiner Ex-Lover bekommen und auch nach Ende der Beziehung behalten habe, da sie mir ausgesprochen gut gefallen hat, etwas von dem Hiroki zum GlĂŒck nichts weiß - die den EifersuchtsanfĂ€llen meines Liebsten zum Opfer gefallen war wider zusammenzusetzen. Irgendwann so gegen vier bin ich dann auch ins Bett gewankt, dass ich da natĂŒrlich um sechs noch nicht sonderlich fit bin ist auch logisch. So ist es dann auch nicht verwunderlich dass Niwa schon auf mich wartet wĂ€hrend ich noch meine letzte Bahn schwimme. Zuvorkommend bietet er mir seine Hand an damit ich besser aus dem Wasser komme und natĂŒrlich nehme ich an.* FrĂŒhstĂŒck?

Daisuke
*Ich sehe auf die Uhr und rechne. Noch eine Stunde bis zu meiner `Kunstgeschichte des Mittelalters’.* Gerne! *Vorsichtig schaue ich ihn an. Ich hoffe nicht, dass ich jetzt zu ihm nach Hause muss, um vielleicht wieder diesem Typ gegenĂŒberzutreten
 aber ich glaube nicht, dass Hiwatari mir das antun wĂŒrde.* Ahm.. und wo? *Er seufzt ergeben und zuckt die Schultern `Ich denke in der Cafeteria
 bei mir ist nicht sturmfrei.’ Ich muss wohl ein etwas komisches Gesicht gezogen haben, denn seine Mundwinkel gehen leicht nach unten. Er murmelt irgendwas von einem Problem, das eh bald gelöst sei.. doch ich frage lieber nicht weiter nach. So weit sind wir nocht nicht vertraut, dass ich plump in seiner Beziehungskiste rumkramen wĂŒrde
 außerdem – wie gesagt. Immer wenn ich darĂŒber nachdenke packt mich ein leichter Widerwillen. Also lĂ€chle ich ihn an, so fröhlich es mir möglich ist. Und ich kann aus dem Stegreif eine –Menge- Fröhlichkeit vorspielen – jahrelanges Training
* Einverstanden! Ikuse.

Hiwatari
*Niwas plötzliche `BegeisterungÂŽ lĂ€sst bei mir leicht die Augenbrauen in die Höhe gehen, ich kenne ihn eigentlich zu gut um darauf noch reinzufallen. An Hiroki - und damit natĂŒrlich auch an die Ereignisse gestern Abend erinnert zu werden, scheint ihm aus irgendwelchen GrĂŒnden unangenehm zu sein und ich lasse das Thema lieber ruhen. Auch wenn es typisch fĂŒr Hiroki ist, mir noch kurz vor dem endgĂŒltigen `Auf WiedersehenÂŽ so viele Schwierigkeiten wie möglich zu machen. WĂ€hrend wir schweigend duschen und uns wieder anziehen bemerke ich, dass Niwa es geradezu krampfhaft vermeidet mich anzusehen... bestimmt etwas, das mit meinen fĂŒr ihn neuen sexuellen PrĂ€ferenzen zu tun hat. Innerlich seufzend nehme ich mir vor, in Zukunft aufzupassen wann und wo ich ihn anfasse, schließlich will ich ihn ja nicht `verschreckenÂŽ. Und ich wĂŒrde mir lieber die Finger abhacken um auch ja nicht in Versuchung zu geraten als wieder auf seine Gesellschaft zu verzichten.*

Hiwatari
*Meine Euphorie scheint bei Hiwatari nicht besonders gut anzukommen, und das Duschen gestaltet sich ziemlich schweigsam. Wir stehen uns gegenĂŒber in der ansonsten leeren Dusche und Hiwatari wendet mir gerade den RĂŒcken zu. Ich wasche mir die Haare und betrachte dabei angelegentlich seine Ă€ußerst wohlgeformten Hinterbacken
 meine Augen gleiten höher die gut definierten RĂŒckenmuskeln entlang bis zu seinen Schultern und dem eleganten Schwung seines Nackens, in dem jetzt ein paar nasse HaarstrĂ€hnchen kleben. UnwillkĂŒrlich muss ich lĂ€cheln, weil diese paar StrĂ€hnen geradezu niedlich aussehen
 ich fĂŒhle mich fast versucht, sie irgendwie wegzustreichen, oder gradezuziehen, oder
 plötzlich - ganz ungebeten, schiebt sich Hirokis Bild vor meine Fantasien und verziehe das Gesicht. Was mache ich hier eigentlich? Gaffe einen Kerl von hinten an der einen festen Freund hat? Ich schĂŒttle ĂŒber mich selbst den Kopf. Was sind denn das fĂŒr Anwandlungen? In diesem Moment registriere ich an einer winzigen Bewegung, dass Hiwatari sich umdreht und hastig senke ich den Blick. Er wendet mir jetzt die Vorderfront zu und ich versuche, meine Blicke ausschließlich auf meine HĂ€lfte der Dusche zu fixieren
 er soll auf gar keinen Fall merken, dass ich ihn heimlich betrachtet habe. Wer weiß was er sonst von mir denkt.. dass ich ihn anbaggern will oder sonstwas
 ein One-night-stand.. *Mir schießt das Blut in die Wangen bei dem Gedanken, dass er so von mir denken könnte und ich wende ihm schnell den RĂŒcken zu. Ich will ja nicht riskieren dass er sich gleich wieder von mir zurĂŒckzieht, nur weil ich ein Tollpatsch bin der nicht weiß wo er hinzuschauen hat und wo nicht. Trotzdem ist er immer noch sehr schweigsam, als wir nebeneinander zur Cafeteria gehen, und ich grĂŒble krampfhaft ĂŒber ein GesprĂ€chsthema nach. Alles was mit gestern zusammenhĂ€ngt ist tabu
 also – fachliches? Ich brauche eine ganze Weile, bis ich eine Idee habe. Wir sitzen mit Milchkaffee und Toast an einem der Tische, als ich mich wieder traue ihn anzusprechen.* Ahm
 wegen der Franzosen
 ich weiß, ich nerve vielleicht oder es scheint als ob ich dich ausnutzen will
 aber besser ich hole den Stoff so bald wie möglich nach, ne? *Er guckt irgendwie undefinierbar vor sich hin, und eilig fĂŒge ich an* aber ich kann auch wirklich diesen Takio oder wie der heißt fragen, der der immer mitschreibt, weißt schon


Hiwatari
Takeo. *Ich habe ihn vollkommen automatisch korrigiert und grinse ihn jetzt ein ganz kleines bisschen verlegen an* Gomen. *Ich zucke mit den Schultern und merke wie ein bisschen von meiner guten Laune zurĂŒckkehrt als mir eine Idee kommt *Oh, tu dir keinen Zwang an und nutz mich nur aus, dann muss ich wenigstens kein schlechtes Gewissen haben wenn ich dir den `kreativ MalenÂŽ Kurs am Freitag mal fĂŒr eine halbe Stunde oder so ĂŒberlasse. Der große KĂŒnstler von uns beiden bist immerhin du, ich bin nur ein Crack was die Theorie anbelangt.

Daisuke
*Spöttisch schnaube ich in meine Tasse.* Hai hai „Ich-kann-alles-malen-was-ich-einmal-gesehen-habe“-sama! *Neckend schaue ich ihn an.* Du traust mir wirklich zu, einen Kurs zu leiten? Wie komme ich zu der Ehre? *Innerlich leicht grollend denke ich mir, er wird sicher irgendwas mit seinem Lover vorhaben
 dann sage ich mir, dass mich das einen feuchten
 angeht.* Aber wenn du meinst, versuche ichs halt mal


Hiwatari
*Ich zucke leicht mit den Schultern und seziere den Fettrand von meinem Schinkenbrötchen* Ich wĂŒrde es nicht vorschlagen wenn ich nicht der Meinung wĂ€re dass du das kannst, schließlich kenne ich deine kĂŒnstlerischen FĂ€higkeiten mehr als genau. Mir wĂŒrde es zwar nicht schwer fallen, dir irgendein beliebiges Bild bis ins letzte Detail perfekt zu kopieren..., aber ein eigenes Bild mit einer eigenen Idee... das ist etwas ganz anderes. Wir beide fallen was das anbelangt ja ziemlich aus dem Rahmen
 *Das letzte Statement habe ich in meinen Kaffee genuschelt und hoffe, dass er es nicht mitbekommen hat. Auch wenn es stimmt...-normalerweise- sollte ich als Hikari der KĂŒnstler sein und er als Niwa der KunstsachverstĂ€ndige... aber irgendwie hat dieses Schema nie auf uns gepasst.* Naja, auf jeden Fall wĂ€re ich dir dankbar, wenn du denn Kurs fĂŒr die letzte halbe Stunde ĂŒbernehmen könntest, einfach helfen falls es Fragen gibt und nachher abschließen, mehr musst du nicht machen. Dann brauche ich wenigstens nicht das ganze Institut nach jemandem umzukrempeln, der den ganzen Kurs ĂŒbernimmt nur weil ich eine halbe Stunde frĂŒher weg muss. ich revanchiere mich auch bei dir.

Daisuke
*Die Anspielung auf unsere `Familientraditionen’ habe ich wohl verstanden. Ich weiß, dass er das nicht anzĂŒglich gemeint hat
 trotzdem ist es ein winziger Stimmungskiller. Ich verstehe langsam die Welt nicht mehr. Wieso reagiere ich so unglaublich prompt auf alles was er sagt oder tut? Egal ob positiv oder negativ – jede seiner Handlungen oder Äußerungen trifft mich direkt ins Herz. Ich wusste ja, dass ich ihn gut leiden kann, das habe ich daran gemerkt, wie sehr ich ihn vermisst habe. Aber das hier.. Verwirrt trinke ich meinen Milchkaffee leer.* Kein Problem. Du brauchst dich auch nicht zu revanchieren
 Die Vorlesung reicht vollkommen. Das spart auch 
 *`Ein weiteres Mal fĂŒr mich zu Kochen
’ hĂ€tte ich fast gesagt, und damit mein selbstauferlegtes Tabu gebrochen. Ich denke nicht, dass ich seine Wohnung noch mal von innen sehen werde.* 
 Zeit, hinter diesem Takio herzulaufen. *beende ich stattdessen den Satz. Er guckt etwas komisch. `Takeo’ verbessert er mich mechanisch, und ich muss trotz – oder auch gerade wegen - der leichten Spannung zwischen uns – kichern.* Hai, sensei. Noch einen Kaffee? *Ich wedle mit meiner Geldbörse* Ich hab jetzt Automatenchips..

Hiwatari
*Ich hebe in einer gespielten ÂŽWow, ne echt?ÂŽ Geste die Augenbrauen und schmunzele ihn an* Milch und zwei mal Zucker bitte, anders ist diese GruselbrĂŒhe hier ja nicht auszuhalten.... *Mit einem irgendwie bestĂ€tigenden Gesichtsausdruck verschwindet er Richtung Automat und ich habe ein paar Minuten Zeit, um meinen Kopf wieder zu sortieren. Irgendwie herrscht heute eine komische Stimmung zwischen uns beiden - was ja eigentlich nicht sonderlich verwunderlich ist - ich habe immer das GefĂŒhl, als mĂŒsste ich aufpassen was ich sage oder tue, vorsichtig sein um ihn nicht zu verletzen. Niwa scheint irgendwie distanziert, obwohl er sich alle MĂŒhe gibt, das nicht zu zeigen und es vermutlich selber gar nicht so mitbekommen wird dass er irgendwie mehr Abstand hĂ€lt als gestern. Sein Stuhl ist weiter von mir weg gerĂŒckt, wenn wir nebeneinander hergehen ist immer ein winziges bisschen extra Abstand da... wenn ich ihn nicht besser kennen wĂŒrde wĂŒrde ich ja sagen, dass das ganz normales Verhalten ist fĂŒr einen Hetero der ziemlich rabiat darauf hingewiesen wurde dass ein Freund schwul ist und der jetzt nicht genau weiß, wie er damit umgehen soll. Aber das wĂŒrde irgendwie nicht zu Niwa passen, er ist eigentlich kein Typ dafĂŒr, sich wegen so etwas zurĂŒckzuziehen, jedenfalls wĂŒrde ich ihn nicht so einschĂ€tzen. Das kann ja dann nur eins bedeuten....* Bist du sauer auf mich?

Daisuke
*Ich balanciere ultravorsichtig die zwei Tassen auf ihren Untertellern zum Tisch. Eins muss man diesem Kaffeeautomaten lassen – der Kaffee ist wirklich brĂŒhheiß. Ich stelle die Tassen ab und krame nach Milchdöschen und ZuckertĂŒtchen in meiner linken Jackentasche, die Teelöffel zaubere ich aus der rechten. Warum ich kein Tablett genommen habe wird mir ewig schleierhaft bleiben, aber das ist irgendwie schon immer an mir vorbeigegangen, dass man fĂŒr mehr als zwei GegenstĂ€nde besser eines benutzt. Besagte Teelöffel fallen jedoch bei Hiwataris Frage scheppernd auf die Tischplatte, anstatt ordentlich auf den Untertassen zu landen. Ich schließe kurz die Augen. Na fein. SpĂ€testens an –dieser– Reaktion wird er gemerkt haben, dass irgendwas nicht stimmt, also kann ich mir das ganze Schauspielern ab sofort sparen. Ich lasse mich auf meinen Stuhl fallen und starre einen Moment auf meine Tasse.* Sauer
 nein.

Hiwatari
*Ich beuge mich ein bisschen vor und angele mir einen der Löffel, Zucker und Milch und beschĂ€ftige mich erstmal mit meinem Kaffee. Ich -wusste- das was nicht in Ordnung ist, und zwar etwas, das ĂŒber das normale Unbehagen hinaus geht. Eine Frage und Niwas fröhliche `HĂŒlleÂŽ zerbröckelt zu nichts -  schmerzhaft erinnere ich mich an die ganzen anderen Gelegenheiten bei denen genau das passiert ist.* Sondern? *Die Frage ist vorsichtig aber bestimmt, ich weiß zwar nicht ob ich hören möchte was jetzt vielleicht kommt aber ich kann nicht einfach so tun als wĂ€re nichts.*

Daisuke
Ich bin verwirrt. *Ich kann irgendwie nur diesen einen Satz rausbringen, denn ich weiß, wenn ich jetzt anfange, dann werde ich reden und reden und mir wahrscheinlich fĂŒr jetzt und immer alles mit ihm verderben.. also lasse ich es lieber sein. Ich muss meine Gedanken selber erstmal wieder in die Reihe kriegen, bevor ich ihm erklĂ€ren kann, was mit mir los ist. Ich habe Fragen.. Fragen die ich ihm nicht jetzt und nicht hier in dieser Cafeteria stellen möchte, wie zum Beispiel, warum er damals so abrupt und kaltschnĂ€uzig weggegangen ist
 oder warum er mir nie von seiner HomosexualitĂ€t erzĂ€hlt hat, denn das weiß er nicht erst seit kurzem, das ist mir irgendwie ziemlich klar
 und warum er mich zu sich zum Dinner bei Kerzenschein einlĂ€dt ohne seinem Lover davon zu erzĂ€hlen. Das sind Fragen, die jetzt aus mir herausplatzen wĂŒrden, sich wahrscheinlich total vorwurfsvoll anhören wĂŒrden und die zu stellen ich eigentlich auch nicht wirklich glaube, das Recht zu haben
 obwohl ich mich im Moment genau so fĂŒhle, als ob ich das Recht hĂ€tte, 
 ich sags ja. Ich bin verwirrt.*

Hiwatari
Das hilft mir jetzt nicht gerade weiter...*das leise Murmeln in meine Kaffeetasse sollte eigentlich sarkastisch klingen aber irgendwie hört es sich einfach nur mĂŒde an. Es ist mehr als nur deutlich, dass Niwa etwas auf dem Herzen hat und dass es nicht stimmt das er -ĂŒberhaupt- nicht sauer auf mich ist, ist ziemlich klar rauszuspĂŒren. -Einige-GrĂŒnde dafĂŒr -wie meinen plötzlichen Wegzug von zu Hause- sind mir relativ klar... aber wesentlich mehr liegen im Dunkeln. Ich schĂ€me mich fast ein bisschen dafĂŒr aber ich bin erleichtert als der Gong das Ende dieses `GesprĂ€chsÂŽmarkiert... auch wenn es nur vorlĂ€ufig ist. Etwas abrupt stehe ich auf, die Kaffeetasse noch in den Fingern* Gomen, ich muss los sonst komme ich schon wieder zu spĂ€t. *Niwa starrt immer noch in seine Kaffeetasse und nickt nur knapp.. was mich irgendwie dazu bewegt doch noch einmal neben ihm stehen zu bleiben.* Ne Daisuke... *Bei der ungewohnte Verwendung seines Vornamens schaut er ein wenig verdutzt von seinem Kaffee hoch und ich bringe ein halbes LĂ€cheln zustande das höchstwahrscheinlich nur etwas als `der Wille zĂ€hltÂŽ taugt und meine Augen nicht erreicht. Die sind traurig und irgendwie kann ich gar nichts dagegen machen* Wenn du.. ich meine -falls- du... falls dir doch noch etwas einfallen sollte.. was du vielleicht fragen oder sagen willst... fĂŒr dich habe ich immer Zeit. *Und dann tue ich etwas, von dem ich ziemlich sicher bin, dass ich es spĂ€ter bereuen werde. Ganz sanft, und nur schwer als reine Freundschaft misszudeuten berĂŒhre ich mit meinen Lippen seine SchlĂ€fe. Diesmal ist mein LĂ€cheln etwas wĂ€rmer* Ja mata Niwa-kun.

Daisuke
*Ich will gerade antworten, dass es nicht darum geht, dass mir etwas nicht einfĂ€llt, sondern dass es besser ist, wenn ich darĂŒber nochmal schlafe bevor ich es ausspreche, als er sich vorbeugt. Seine Lippen streifen meine SchlĂ€fe als er ein `Ja mata, Niwa-kun’ in mein Ohr flĂŒstert und mir zulĂ€chelt, bevor er sich umdreht und davongeht. Ich sitze wie erstarrt und sehe ihm fassungslos nach. Der rationale Teil meines Hirns redet verzweifelt auf mich ein, dass das ein Versehen war. Er wollte mir was ins Ohr sagen und ist halt an meine SchlĂ€fe gekommen. Aber der Teil in mir, der die ganzen letzten 24 Stunden weitaus mehr beschĂ€ftigt war, nĂ€mlich die emotionale Abteilung, fĂ€llt meinem Verstand ins Wort, und behauptet das sei sehr wohl –Absicht- gewesen
 der Verstand widerspricht vehement, das könne gar nicht sein, die Emotionen streiten wiederum das ab bis ich die Faust auf den Tisch haue.* Shimatta! Ich kann ja keinen klaren Gedanken fassen! *Die wenigen Kommilitonen, die im Moment hier sind, sehen erstaunt zu mir rĂŒber und ich springe auf. Wutentbrannt und immer noch verwirrt gehe ich nach Hause und ziehe die Joggingsachen an. Die Kunstgeschichte des Mittelalters kann mich. Nachdem noch eine weitere Frage zu meiner Sammlung hinzugekommen ist, nĂ€mlich: WAS ZUR HÖLLE SOLLTE DAS JETZT?? muss ich das tun, wobei ich schon immer am besten Denken konnte: Ich muss jetzt laufen!!

 

Daisuke
*Ich jogge, schon die vierte Runde, in gleichmĂ€ĂŸigem Tempo um den Campus, aber die Ruhe, die mich sonst immer beim Laufen erfasst, will sich einfach nicht einstellen. In mir herrscht ein Chaos, ĂŒber das meine Ă€ußerliche Gelassenheit perfekt hinwegtĂ€uscht. Immer und immer wieder kreisen meine Gedanken um die Ereignisse der letzten 24 Stunden, und meine Emotionen schlagen PurzelbĂ€ume. Ich hatte mich wirklich gefreut Hiwatari wiederzusehen
 trotz der peinlichen BegleitumstĂ€nde. Dann der Besuch bei ihm gestern abend, - es war schön und irritierend zugleich. Der melodramatische Auftritt seines Lovers war schrecklich und peinlich, aber noch schlimmer ist, was es mit mir gemacht hat, zu erkennen, dass Hiwatari ganz offensichtlich auf MĂ€nner steht
 wieso bin ich darĂŒber sauer??  â€Š Denn das –bin- ich! Aber nicht etwa auf Hiwatari oder die Tatsache, dass er schwul ist - sondern auf seinen hysterischen Freund. Je mehr ich darĂŒber nachdenke, umso klarer wird mir, dass ich den Gedanken daran, was sie gestern Nacht todsicher noch gemacht haben, absolut nicht mag 
 und irgendwo in mir lauert auch noch eine weitaus beunruhigendere Tatsache, die ich bis jetzt tunlichst vermieden habe, wahrhaben zu wollen
 Ich dachte zuerst, ich sei davon abgestoßen und wollte deshalb nichts mehr davon hören und sehen, dass er mit einem Kerl zusammen ist
 aber das ist schlicht und ergreifend falsch. Ich stöhne leise auf und verziehe genervt das Gesicht. Fakt ist dass ich ganz einfach eifersĂŒchtig bin. Wenn ich mir Hiroki und Hiwatari zusammen vorstelle, wie sich sich berĂŒhren, kĂŒssen
 miteinander –schlafen- 
 krampft sich in mir was zusammen. Und das trĂ€gt nicht gerade zu meiner guten Laune bei
 außerdem verunsichert mich, dass Hiwatari irgendwelche Spielchen zu spielen scheint. Wieso muss ich diese ganzen `Wahrheiten’ StĂŒck fĂŒr StĂŒck selber rauskriegen,
 und dann noch auf so unangenehme Art und Weise? Wieso `verheimlicht’ er mir Hiroki und mich diesem? Und wieso hat er mich –gekĂŒsst-? Denn das hat er, zweifelsohne. Meine Ratio meldet sich schĂŒchtern zu Wort. /Hey, er ist schwul. Wahrscheinlich macht er das aus Reflex, Freundinnen kĂŒssen sich ja auch untereinander zur BegrĂŒĂŸung und zum Abschied, ohne dass gleich Hintergedanken dabei sind... und da du ja jetzt Bescheid weißt
 vielleicht wollte er um gut Wetter bitten./ 
 Aber irgendwie wollen mich meine eigenen beruhigenden Gedanken so gar nicht ĂŒberzeugen. Hiwatari ist nicht der Typ der irgend etwas gedankenlos macht. - Aber wenn er mich wirklich mit einer bestimmten Absicht gekĂŒsst hat
 was soll ich daraus deuten? Er kann doch wohl nichts von mir wollen. Immerhin hat er eine feste Beziehung, weiß, dass ich hetero bin und außerdem – warum ist er denn damals einfach weggezogen? Leise keuchend lasse ich mich auf eine Parkbank sinken und stĂŒtze die Ellbogen auf die Knie und den Kopf in die HĂ€nde.* -So- groß kann die Zuneigung dann ja wohl nicht gewesen sein! *Ich habe es vor mich hingemurmelt und stelle fest, dass meine Stimme bitter klingt. Erschrocken lausche ich meinen eigenen Worten nach. Macht mir das etwa was –aus-?? 

Hiwatari
*Niwa kommt bereits zum vierten Mal unter meinem Fenster vorbei, und dass ich etwa konzentriert darauf achten wĂŒrde, dass sich die GesprĂ€che in meinem Kurs aussschließlich auf –Fachliches- konzentrieren kann man auch nicht gerade behaupten. Ich starre lieber weiter aus dem Fenster, ĂŒberlege wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass er noch eine fĂŒnfte Runde schafft... und hadere mit mir selbst warum ich auch um alles in der Welt so ein gottverdammter –Idiot- sein musste. Niwa einfach zu kĂŒssen – auch wenn es nur auf die SchlĂ€fe war - war ganz augenscheinlich keine sonderlich gute Idee... vor allem wenn wir uns etwas ĂŒber zwei Jahre nicht gesehen haben, es ziemlich offensichtlich ist, dass irgendwas zwischen ihm und der Ă€lteren Harada ganz und gar nicht in Ordung ist – denn das ist so ungefĂ€hr der einzige Grund, den ich mir denken kann warum er wohl Abstand von zu Hause sucht - und er zu allem Überfluss gestern wohl auch das erste Mal mit dem Fakt in BerĂŒhrung gekommen ist dass zumindest die Möglichkeit besteht, dass ich ein mehr als nur platonisches interesse an ihm haben –könnte- 
 - denn die Tatsache, dass ich schwul bin scheint ihn  doch ein wenig ĂŒberrascht zu haben. Seufzend schaue ich kurz auf die Uhr und drehe den Kopf dann wieder Richtung Klasse, die schlagartig ein wenig ruhiger wird. Anscheinend waren vier Runden um den Campus genug, sonst wĂ€re er zwischenzeitlich wieder vorbeigekommen. Bedauerlich, denn ich glaube nicht, dass Niwa sich in Zukunft geradezu um meine Gesellschaft reißen wird, ein Fakt, der irgend etwas in meinem Brustraum sich krampfhaft zusammenziehen lĂ€sst. Es gongt und mit mittlerweile jahrelanger Übung verteile ich schnell noch ein paar Strafaufgaben an die schlimmsten SchwĂ€tzer und Tuscheler – die mich reichlich schockiert dabei ansehen, dass ich nach aussen hin auch noch so abwesend wirken kann und –trotzdem- das meiste um mich herum mitbekomme scheint noch nicht ganz eingesickert zu sein- und mache mich dann versonnen, daran den Raum fĂŒr den nĂ€chsten Kurs vorzubereiten. Töpfern. Soll gut sein zum Frustabbau habe ich mir sagen lassen. Bitter grinsend packe ich einen Tonklumpen aus seiner feuchten Umwickelung und fange an, ihn in 8 gleichgroße StĂŒcke zu schneiden. Die BegrĂŒĂŸungen der eintrudelnden Studenten erwidere ich teilnahmslos. Ich –muss- mit Niwa reden, und zwar so schnell wie möglich. Dass er sauer auf mich war, war ja klar zu erkennen. Reichlich unsanft fange ich an, die Tonklumpen weichzukneten wĂ€hrend ich automatisch mit meiner `Töpfern fĂŒr Erstsemester, erste StundeÂŽ-Rede anfange sobald es erneut gongt. Ich werde sehen dass ich Niwa so bald wie möglich erwische, am besten noch heute. Auch wenn danach vielleicht auch noch das letzte bisschen Hoffnung auf mehr zerschlagen ist... das Risiko auch noch Niwas Freundschaft zu verlieren ist mir einfach zu groß um alles einfach auf sich beruhen zu lassen....*

Hiwa  *Der Taxifahrer drĂŒckt genervt auf die Hupe, zum dritten mal innerhalb der letzten 2 minuten. Als ob davon der stau schneller weggehen wĂŒrde. Reichlich desinterresiert folge ich den Schimpftiraden des Mannes. Tokyos Straßen sind immer das reinste Chaos, aber heute ist es besonders schlimm. Der Monsunartige Regenschauer der seit heute morgen ĂŒber Tokyo tobt hat fast den kompletten Straßenverkehr lahmgelegt, und nur die Tatsache, dass auf dem Flughafen eine zweistĂŒndige Startsperre wegen Gewitters lag hat verhindert, dass Hiroki seinen Flug verpasst hat. Ich schaue einer vorbeitreibenden Zeitung nach, die mich unwillkĂŒrlich an etwas von Dali erinnert. Na ja, wenigstens hat das Scheisswetter und die VerspĂ€tung die wir hatten dafĂŒr gesorgt, dass keine Zeit mehr fĂŒr lange – und bei hiroki auch immer trĂ€nenreiche - Abschiedsszenen war. Der dezente Hinweis, dass eben der letzte Aufruf fĂŒr seinen Flug kam – und der weniger dezente Hinweis dass er sich das Anrufgeld ruhig sparen könnte - hatten schnell dafĂŒr gesorgt dass Hiroki sich endgĂŒltig von meinem Hals losgeeist hat und mit einem – zugegeben - verletzt klingenden `Teme!ÂŽ ohne einen Blick zurĂŒck Richtung Hong Kong entschwand... nicht wirklich die feine englische Art, jemandem `Sayonara’ zu sagen mit dem man die letzten zwei Monate geschlafen hat - aber ich hatte einfach nicht mehr die Nerven dazu auch nur den geringsten Anschein von Zuneigung zu heucheln. Es war schon schwer genug seine depressive Abschiedsstimmung – die sich in exzessivem Klammern und literweise Salzwasser und albernen romantischen Anwandlungen Luft gemacht hat – zu ertragen ohne ihn zu meucheln und das Maß an dem was ich alles noch ertragen oder vorgeben kann ist mittlerweile mehr als voll. Ich habe einfach andere Sorgen als Hirokis verqueres Seelenleben. Nachdenklich kaue ich an meinem Daumennagel. Es hatte mich schon ein bisschen gewundert, dass Niwa vorgestern nach der Vorlesung zu mir gekommen ist um nachzufragen ob er fĂŒr die Vertretung am Freitag irgend etwas spezielles mitbringen solle, ich hatte eigentlich schon fast damit gerechnet den Kurs absagen zu mĂŒssen – um ehrlich zu sein hatte ich schon den Anschlag fĂŒr das schwarze Brett in meiner Tasche - und so sehr ich mich auch darĂŒber gefreut habe, dass Niwa â€“ĂŒberhaupt - noch mit mir spricht, die Art und Weise –wie- er das getan hat, hat dafĂŒr gesorgt, dass irgendein kleines bröckeliges Ding in mir noch ein bisschen kleiner und bröckeliger wurde. So sehr ich mir auch vorgenommen hatte es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, die paar dutzend Worte die wir vielleicht in der letzten Woche gewechselt haben beschrĂ€nkten sich ausschließlich auf `GeschĂ€ftlichesÂŽ - und auch das nur dann wenn es sich nicht anders einrichten ließ. Ich habe richtiggehend gemerkt wie mich mit jedem weiteren Tag ohne Möglichkeit zur Aussprache der Mut, ĂŒberhaupt eine zu wollen ein bisschen mehr verlassen hat. Aber es gab einfach keine Möglichkeit mit ihm zu reden! –Wenn- ich ihn ĂŒberhaupt mal gesehen habe saß er in einem meiner Kurse, in der Cafeteria mit dutzenden von Leuten drumherum oder lief gerade, den Arm voller BĂŒcher, sichtbar eilig den Flur entlang. In der ersten Semesterwoche sind immer Dutzende von Erstbesprechungen von Seminaren,  Einstufungstests fĂŒr die verschiedenen praktischen Kurse und jede Menge Orientierungsveranstaltungen der Fachschaft. Wenn –er- gerade nichts zu tun hatte konnte man mit Sicherheit davon ausgehen dass –ich- beschĂ€ftigt war. Und einfach abends bei ihm auftauchen? Als Dozent ist es fĂŒr mich eine Kleinigkeit, herauszufinden in welchem der Studentenkomplexe er wohnt und ich hĂ€tte das auch tun sollen als sich abzeichnete, dass ich ihn ansonsten nicht erwische aber ich hatte Hiroki versprochen, seine letzten Tage in Tokyo mit ihm zu verbringen. Er wĂ€re mehr als sauer gewesen wenn ich ihn abends alleine gelassen hĂ€tte nachdem er mich schon den ganzen Tag nicht zu sehen bekommt. Seufzend drĂŒcke ich dem Fahrer ein paar Geldscheine zwischen die Finger und steige einfach aus. In ein paar Sekunden bin ich pitschenass aber der Regen ist warm und ich habe einfach keine Lust mehr, noch lĂ€nger in diesem Wagen festzusitzen wenn es zu Fuß nur noch ein paar Minuten bis nach Hause sind. Eine kleine hartnĂ€ckige Stimme in mir drinnen lacht hĂ€misch und fĂŒr den Bruchteil einer Sekunde wird mir eiskalt... //Krad!...//.... bis ich realisiere, dass das nur meine ĂŒbereifrige Phantasie ist. /Ja, klar. Als ob du dich –davon- hĂ€ttest beeindrucken lassen. Hirokis GefĂŒhle waren und sind dir scheißegal, wenn es dir in den Kram gepasst hĂ€tte, hĂ€tte er sehen können mit wem er seine letzten Japantage verbringt ne. Du brauchtest doch nur ne Ausrede um darĂŒber hinwegzutĂ€uschen das du schlicht und ergreifend –Schiss- davor hattest, dass Niwa dich sang und klanglos einfach rauswirft wenn du bei ihm auf der Matte stehst. Du hattest –Angst- Hiwatari/  //Ach sei still!// Grundlos wĂŒtend trete ich gegen ein vorbeischwimmendes StĂŒck Holz und wische mir das Wasser aus den Augen* Warum sollte ich Angst haben vor... Niwa! *Erschrocken stelle ich fest das ich laut seinen Namen gerufen habe
 und ich erschrecke mich noch mal als die schlanke Gestalt im Trainingsanzug abrupt stehen bleibt und sich umdreht. `Oh, Hikari-kun. Auch beim joggen?ÂŽ Ich schĂŒttele leicht den Kopf und gehe langsam auf ihn zu wĂ€hrend er auf der Stelle lĂ€uft um im Regen nicht auszukĂŒhlen.* Iie, mein Taxi hat festgesteckt und ich bin den Rest zu Fuß gegangen.

Daisuke
*Der Wecker piept nervenaufreibend. Ich schlage die Augen auf und seufze erstmal tief. Freitag. Der Abschluss meiner ersten Woche an der Todai
 und ich kann nicht sagen, dass es eine –gute- Woche war. Seit unserem FrĂŒhstĂŒck am Dienstag habe ich nicht mehr privat mit Hiwatari gesprochen. Die wenigen Worte, die wir ĂŒberhaupt gewechselt haben drehten sich nur um fachliche oder organisatorische Dinge. So wie um den Kurs, den ich heute fĂŒr ihn ĂŒbernehmen soll. Grummelnd murmle ich vor mich hin.* Todsicher, damit er sich mit seinem Liebsten ein frĂŒhes, schönes Wochenende machen kann
 *Genervt von meiner eigenen Bitterkeit schwinge ich die Beine aus dem Bett. Schließlich hat mich ja niemand gezwungen, diesen Kurs zu vertreten. Und dass wir kaum miteinander gesprochen haben lag einmal daran, dass in er ersten Woche ein Termin den nĂ€chsten jagt, und zum zweiten habe –ich- auch nicht gerade viel MĂŒhen unternommen, um Hiwatari `privat’ abzupassen
 wĂ€hrend ich unter der Dusche stehe frage ich mich zum ich-weiß-nicht-wie-vielten-Mal warum sich ĂŒberhaupt so viele – um genau zu sein, fast alle – meiner Gedanken um Hiwatari drehen. Bei meinen abendlichen Joggingrunden habe ich ihn öfter mit Hiroki ausgehen sehen.. Hiroki –immer- an seinen Arm geklammert und auf ihn einredend.. und es hat mir noch jedesmal einen Stich versetzt. Hiwataris Art wĂ€hrend des Unibetriebs war freundlich-distanziert, nichts mehr von den kleinen Anspielungen die ich von frĂŒher kannte geschweige denn AnnĂ€herungen wie zum Beispiel der Kuss
 irgendwas in mir schnappte zurĂŒck. Mein Eindruck war wohl doch richtig gewesen. Hiroki ist – und bleibt - der feste Freund von Hiwatari. Punkt. Zwischen uns gibt es nichts weiter als Freundschaft. Und mehr will ich schließlich auch garnicht, oder??? Das heißt, wenn man das höfliche Miteinander-Umgehen der letzten Tage ĂŒberhaupt noch so nennen kann
 Ich ziehe mir die Badehose unter und marschiere los zum Schwimmbad. Ich habe ja nichts weiter vor in meiner Freizeit, da ich noch keine Kontakte zu knĂŒpfen Zeit hatte, deshalb habe ich mir angewöhnt, morgens zu Schwimmen und abends zu Joggen. Das hat von der Zeiteinteilung auch immer gut geklappt. Ich bringe die kleine Stimme in mir unwirsch zum Schweigen, die wispert, dass ich ja vielleicht hoffe, Hiwatari im Schwimmbad zu sehen
 oder abends beim Joggen zu treffen. Im Schwimmbad ist kaum Betrieb, wie jeden Morgen. Von Hiwatari ist nichts zu sehen. Kein Wunder. Ich weiß, dass er erst spĂ€t – oder eher frĂŒh - nach Hause gekommen ist, denn ich habe ihn mit seinem Lover ĂŒber den Campus gehen sehen, als ich mir mitten in der Nacht etwas zu trinken geholt habe und dabei aus dem Fenster sah. Vor der TĂŒr seines Wohnblocks haben sie sich lange gekĂŒsst, und ich habe wie gebannt in der dunklen GemeinschaftskĂŒche gestanden und aus dem Fenster rĂŒbergestarrt
 Das GefĂŒhl das ich dabei in mir spĂŒrte war unbeschreiblich, aber ich kannte es. Ich hatte es vorher schon einmal in dieser IntensitĂ€t empfunden
 und das war, als Dark Harada Risa gekĂŒsst hat
 Ich verließ die KĂŒche fast fluchtartig. Danach konnte ich ziemlich lange nicht einschlafen. Jetzt schwimme ich meine Bahnen und versuche, mich mental auf den Vormittagskurs und den anschließenden ‚kreativ Malen’ Kurs vorzubereiten. Ich schwimme jetzt immer 60 Bahnen, da meine Zeiten sich so verbessert haben dass ich es zeitlich gut schaffe, auch wenn ich hinterher noch dusche. Mit noch feuchten Haaren eile ich um halb neun in die Cafeteria, um mir einen Milchkaffee und ein Croissant zu gönnen, bevor ich mich in den Unibetrieb stĂŒrze. Punkt neun sitze ich in ‚Kunstgeschichte des Mittelalters’. Der Dozent sieht mich missbilligend an, da ich erst  zur zweiten Veranstaltung hier erscheine. Ich murmle was von ‚verhindert’ und seufze innerlich. Wieviele Vorlesungen werde ich wohl noch zu Hause durcharbeiten mĂŒssen, und das nur wegen Hiwatari
 Wider Willen fĂ€llt mir ein, dass er mir ja noch die `Franzosen’ schuldet
 ich verdrĂ€nge den Gedanken schnell. Daraus wird eh nichts
 ich werde doch mal diesen Takio, halt nein – Takeo.. ansprechen mĂŒssen. Genervt hole ich meinen Stift raus. Verdammt. Bei jeder noch so kleinen Gelegenheit muss ich an Hiwatari denken. Fast gewaltsam zwinge ich mich, den AusfĂŒhrungen von Kikuchi-sama zu folgen, denn er hat mich schon zweimal finster angeblickt
 sicher lĂ€sst er mich den Stoff das nĂ€chste Mal wiederholen! Zwei Stunden spĂ€ter, nach einem Brunch und zwei Tassen Kaffee, mache ich mich mit leichter NervositĂ€t im Bauch auf den Weg zu meiner ersten Gelegenheit als Gast-Dozent. Hiwatari habe ich heute noch nicht gesehen. Aber das wird sich ja gleich Ă€ndern
 Im Kunstraum 2A ist er gerade dabei, den Kittel auszuziehen. Darunter trĂ€gt er einen hellblauen Sommeranzug, der hervorragend zu seiner Augenfarbe passt
 unwirsch schiebe ich den Gedanken beiseite, denn er kommt auf mich zu indem er auf seine Uhr blickt. `Ah. Niwa-kun
 Danke dass du schon kommst.’ Ich grolle innerlich ein wenig. Der gehetzte Blick
 er kann es wohl kaum erwarten, mit seinem Liebsten ins Wochenende zu fahren
 entsprechend kĂŒhl ist meine Antwort.* Hai. Ich löse dich jetzt ab. *Er nimmt seine Tasche und ist auch schon an der TĂŒr.* Danke. Ich revanchiere mich garantiert. Ja, ne. *Damit ist er weg. Ich sehe ein, dass er wohl in Eile ist, trotzdem bin ich etwas angefressen – und ich Ă€rgere mich ĂŒber mich selbst deswegen. Ich stelle mich rasch vor und mache dann die Runde durch die Staffeleien der ausschließlich weiblichen Kursteilnehmer, deren neugierige Blicke ich ignoriere. Ich konzentriere mich ganz auf die Arbeiten, um mich abzulenken und nicht schon –wieder- mit GrĂŒbeleien um Hiwatari anzufangen. Es sind sogar ein paar vielversprechende AnsĂ€tze vorhanden, und bald bin ich tatsĂ€chlich ganz bei der Sache. Allerdings Ă€ndert sich das irgendwann schlagartig. Als ich gegen Ende der Kurs-Zeit noch mit einer Studentin ihr Landschaftsstilleben durchspreche und mir gleichzeitig mein leicht knurrender Magen bewusst wird, schnappe ich die Namen `Hiroki’ und `Hikari’ auf.. und bin auf einmal angespannt wie eine Bogensehne. Ich bewege mich unauffĂ€llig nĂ€her zu den beiden Sprecherinnen, die leicht hĂ€misch grinsend leise, aber jetzt fĂŒr mich gut hörbar, weitertuscheln. „Ach, die sind doch eigentlich ein hĂŒbsches Paar.“ „Von wegen! Hikari-sama war doch nur noch mit dem zusammen, weil der so geklammert hat!“ „Wieso –war-?“ – „Na, weil Hiroki fĂŒr ein Jahr ein Praktikum in Hong Kong macht. Hikari-sama kann froh sein, dass der heute nach China abdampft!“ „Ach, deshalb ist er so frĂŒh weg, Abschied feiern
“ Kichern der anderen Studentin „Nein er bringt ihn zum Airport. Wahrscheinlich, damit er sicher ist, dass er wirklich verschwindet. Den Kerl ertrĂ€gt nicht mal ein gefĂŒhlskalter Typ wie er lange
“ Die andere Studentin lacht, sagt dann aber einen Satz, der mich aufhorchen lĂ€sst. „Ach, ich weiß nicht. Ich glaube irgendwie nicht, dass Hikari-sama wirklich gefĂŒhlskalt ist - vielleicht hat er bisher nur nicht den richtigen gefunden. ... Er hat manchmal ganz traurige Augen
 dann sieht er aus dem Fenster und ist ganz abwesend als ob er jemanden schrecklich vermissen wĂŒrde
“  Ich gehe weiter durch die Reihen. In meinem Kopf rotiert es wieder mal und ich merke es kaum, als die Studentinnen ihre Sachen packen und sich verabschieden. Mata ne, sempai
 * Ja, mata. *Abwesend bleibe ich an meinem Pult sitzen und starre vor mich hin. Hiroki geht nach Hongkong
 Hiwatari ist nur aus Gewohnheit mit ihm zusammen geblieben
 Hiroki geht nach Hongkong.. ist also
 weg??? Urplötzlich fĂ€ngt mein Herz wild an zu schlagen. `Das Problem dĂŒrfte sich eh bald von selbst lösen
’ –das- also hat er damit gemeint! Ich schließe den Raum ab und mache mich auf den Weg in mein Zimmer. Hunger habe ich schlagartig keinen mehr, dafĂŒr ein flaues GefĂŒhl in meinem Magen. Denn: Was bedeutet die Tatsache, dass Hiroki weg ist, nun fĂŒr –mich-? WĂ€hrend ich darauf warte, dass das Wasser kocht, mit dem ich mir einen Tee machen will, starre ich aus dem Fenster* Nun, ich schĂ€tze ich werde es erfahren
 Ich bin fest entschlossen, es zu erfahren. Bald. --- Am Abend breche ich zu meiner ĂŒblichen Joggingrunde auf, obwohl es in Strömen gießt. Der Regen ist warm, also macht es mir nichts aus, wenn ich nass werde. Ich drehe meine Runden um den Campus, mittlerweile schaffe ich schon 6 Runden in derselben Zeit wie sonst 5. Und so wie ich um den Platz kreise, kreisen meine Gedanken wieder mal ausschließlich um Hiwatari. Als ich zum dritten Mal an der Turnhalle vorbeikomme, höre ich jemanden – nein, ich höre –ihn- meinen Namen rufen. Ruckartig bleibe ich stehen und drehe mich um, sehe wie Hiwatari durch den Regen auf mich zugelaufen kommt. Sein blauer Anzug ist durchgeweicht und die Haare hĂ€ngen tropfend in sein Gesicht. Sein Blick ist undefinierbar und mein Herz fĂ€ngt wieder an zu rasen. Etwas atemlos versuche ich einen Scherz* Na, auch beim Joggen? *Er verneint und redet von Stau und Taxi
 doch ich kann ihn die ganze Zeit nur anstarren. Was wird er jetzt machen
 eine kleine innere Stimme verspottet mich, dass er ganz nach einem heißen Bad und frischen Klamotten aussieht
 als er mich wieder anspricht. `Wie lief es in dem Kurs?’* Ich schlucke einmal heftig bevor ich hastig abwinke.* Ach, sehr interessant - ahm, ich meine, gut, da sind ein paar talentierte MĂ€dchen dabei
 hat Spaß gemacht
 *Sein Blick wird wieder auf diese unnachahmliche Hiwatari-Art prĂŒfend, und ich schaue rasch zu Boden.* Na, ich werde mal 
 muss noch drei Runden laufen
 *ich wĂŒrde so gerne fragen, ob wir uns spĂ€ter sehen
 aber ich bin befangen und so halte ich lieber mal den Mund, wĂ€hrend ich noch einen kleinen Moment auf der Stelle weitertrabe.*

Hiwatari
*Ich lausche ganz leicht auf, irgendwie klingt das nicht so, als ob er mit `interessantÂŽ die kĂŒnstlerischen ErgĂŒsse der Damen gemeint hĂ€tte. Ehe ich es verhindern kann, checke ich sĂ€mtliche Kursteilnehmerinnen auf sogenannte `attraktive AttributeÂŽ durch
 und komme zu einem –fĂŒr mich- unangenehmen Ergebnis. Ich bekomme nur so halb mit das Niwa was von `weitermachenÂŽ sagt und mir jagt schlagartig ein Schreck durch den Körper. Das hier ist die erste Möglichkeit seit einer Woche, dass ich  mit ihm alleine bin... aber wie kann ich verhindern, dass er sich einfach verabschiedet und weiter lĂ€uft?*Chotto matte, Niwa-kun... ahm, hast du heute abend noch Zeit?* Die kleine Nörgelstimme in meinem Kopf schlĂ€gt sich metaphorisch die Hand vor die Stirn. Also, es –noch- mehr nach einem schlechten Anbaggerversuch klingen zu lassen ist schon fast nicht mehr möglich. Jetzt aber schnell eine Idee her....* ...ich meine ich bin dir ja noch was schuldig weil du mich heute Nachmittag losgeeist hast, und im naturwissenschaftlichen Museum ist freitags immer `Dschungel-NachtÂŽ, soll ganz interessant sein habe ich mir sagen lassen... *Habe ich natĂŒrlich nicht, aber der Zeitungsartikel den ich vor ein paar Tagen gelesen habe klang –wirklich- interessant... und es klingt nach einem passenden Grund fĂŒr ein Treffen. Museum als Gegenleistung... japp, das passt wahrscheinlich ganz gut zu mir...* Also falls du noch nichts vorhast, ich wĂŒrde mich freuen....* Ein wenig lahm klappe ich den Mund wieder zu. Zu behaupten Niwa wĂŒrde begeistert ĂŒber diesen Vorschlag sein wĂ€re die LĂŒge des Jahrhunderts. Mit einem heißkalten GefĂŒhl im Bauch sehe ich interessiert auf meine Schuhe und beiße die ZĂ€hne zusammen, wĂ€hrend ich auf die Antwort warte...*

Daisuke
 *Ich habe lange genug gewartet, langsam wird es peinlich. Ich will nun endgĂŒltig loslaufen, als er mich doch noch aufhĂ€lt.  Ob ich heute Zeit habe? Irgendetwas in mir fĂ€ngt freudig an zu hĂŒpfen. –NatĂŒrlich- habe ich Zeit, ich habe schließlich jeden Abend Zeit
 ein kleines fieses Stimmchen in mir flĂŒstert was von Anbaggern und LĂŒckenbĂŒĂŸer, doch ich höre einfach nicht darauf und warte gespannt, was er wohl vorschlĂ€gt. Kino? Einen Club? Noch mal zusammen essen? Oder
 - ein –Museum-?!! Wenn es mir bis jetzt noch unklar war, welcher Art das VerhĂ€ltnis zwischen mir und Hiwatari ist, dann hat sich das gerade schlagartig geĂ€ndert. Ich wische mir mit dem Ärmel durch das regennasse Gesicht und schlucke einmal kurz, dann habe ich mich wieder gefangen.* Hai. Können wir machen. Wann wollen wir uns treffen? *Also - wenn ich Hiwatari wĂ€re, wĂŒrde ich mein Angebot glaube ich jetzt zurĂŒckziehen, denn meine Stimme klingt in etwa so, als ob er mir vorgeschlagen hĂ€tte, gemeinsam alle vorhandenen Paletten und Pinsel im Kunstraum zu sĂ€ubern. Seine Miene drĂŒckt auch eine gewissen EnttĂ€uschung aus, aber er schenkt mir ein LĂ€cheln, das allerdings ziemlich blass ausfĂ€llt. `Na dann
 was hĂ€ltst du von halb Acht?’* Acht. Muss noch Duschen und Essen. *Meine Antwort ist knapp und ich könnte mich ohrfeigen dass ich so schnippisch klinge
 was habe ich denn erwartet? Mein Gott, er hat gerade seinen Langzeit-Lover in die WĂŒste, bzw. nach China geschickt. Da wird er sicherlich nicht am selben Abend mit mir ein romantisches Mondschein-Date haben wollen – mal ganz davon abgesehen, dass ich das ja sowieso nicht will. Das hĂ€mische Stimmchen in mir hĂ€nselt, dass ich dafĂŒr aber reichlich angepisst sei
 ich gebe mir einen Ruck und winke ihm kurz mit der Hand.* Ich bin um Acht bei dir. Ja, ne. *Damit laufe ich los. Seine Antwort, falls er mir denn eine gegeben hat, höre ich nicht mehr. In mir rumort es und ich laufe schneller und schneller. Als ich im hinteren Teil des Campus bin, wo er in einen Park ĂŒbergeht, kann ich nicht mehr. Ich bleibe keuchend stehen und starre in den wolkenverhangenen Himmel. Ohne dass ich es verhindern kann, ballen sich meine HĂ€nde zu FĂ€usten, und plötzlich habe ich das BedĂŒrfnis zu schreien
* KUUUUUUUUSSSOOOOOOOOOOOOOOOOO
 Der Schrei klingt leicht atemlos, aber danach ist mir besser und ich laufe locker weiter als wĂ€re nichts gewesen. Die entsetzten Blicke der zwei Jogger die mir entgegenkommen, ignoriere ich. Was wissen die denn schon


Hiwatari
Hai, ich freue mich schon....*Mit einem herzenstiefen Seufzer schaue ich kurz Niwas verschwommener Figur hinterher* ...im Gegensatz zu dir... *Frustriert wische ich mir durch das Gesicht, froh darĂŒber dass es regnet. Echt wunderbar Hiwatari, du musst es dir ja prĂ€chtig mit ihm verdorben haben wenn er auch nur bei dem -Vorschlag- etwas zusammen zu machen gleich dermaßen in Freudentaumel ausbricht. Dabei ist ein -Museum- ja wohl bitte das UnverfĂ€nglichste was es nur geben kann, ich möchte gar nicht wissen was passiert wĂ€re wenn ich ein Glas Wein in einem netten kleinen Bistro oder vielleicht Kino oder Eishalle vorgeschlagen hĂ€tte, sicherlich wĂ€re dann auch seine Höflichkeit zu ende gewesen und er hĂ€tte sich -im besten Falle- irgendeine Ausrede einfallen lassen. Denn dass er nur aus reiner Höflichkeit zugesagt hat ist ziemlich offensichtlich. Mit reichlich vermiester Laune fummele ich meinen HausschlĂŒssel aus der Tasche und gehe die vier Etagen aus reiner Gewohnheit zu Fuß hoch, auch wenn Ako am nĂ€chsten Tag wahrscheinlich mault wegen der nassen FussabdrĂŒcke vom Eingang bis zu meiner WohnungstĂŒr. Im Moment könnte mir nichts egaler sein als ein angepisster Hausmeister. Oben angekommen dusche ich erstmal heiß und ziehe mir etwas Trockenes ĂŒber - auch wenn es mir ziemlich egal ist ob ich krank werde oder nicht, immerhin könnte ich dann ein paar Kurse absagen, in meinem Bett bleiben und mir die Decke ĂŒber den Kopf ziehen... eine ziemlich verlockende Aussicht. Aber seit ich mein `zweites IchÂŽ los bin geht es mir gesundheitlich erstaunlich gut, nicht mal meine ĂŒblichen Kreislaufprobleme haben sich in letzter Zeit bemerkbar gemacht. Die waren immer eine gute Entschuldigung fĂŒr alles... wahrscheinlich das einzige wofĂŒr Krad jemals gut war. Unkonzentriert versuche ich eine Zeit lang etwas fĂŒr die Impressionisten-Vorlesung am Montag vorzubereiten aber stĂ€ndig wandern meine Augen zur Uhr. Grade mal kurz nach Sechs... noch zwei Stunden bis Niwa kommt. Frage mich allerdings warum mich das interessiert, wirklich -freuen- kann ich mich auf heute Abend nicht. Aber alte Gewohnheiten sind eben schwer loszuwerden. Vollkommen unmotiviert fĂŒr jede Art der Arbeit hole ich mir aus der KĂŒche eine dose Saft und lasse mich einfach rĂŒcklings auf mein Sofa plumpsen. Mit leerem Kopf starre ich abwechselnd an die Staubflecken an der Decke und auf meine nackten Zehen. Noch zwei Stunden... ziemlich viel Zeit,  wenn man nichts wirkliches zu tun hat...*

Daisuke
*Leicht erschöpft und völlig durchnĂ€sst, nun doch ein bisschen vor KĂ€lte zitternd, lasse ich mir eine heiße Wanne ein. Der Waschraum ist ausgestorben, die meisten sind wohl schon auf der Piste oder im Fernsehraum. GenĂŒsslich rĂ€kele ich mich in dem heißen Wasser und entspanne mich langsam. NatĂŒrlich sind auch jetzt meine Gedanken bei  Hiwatari. Nachdem ich meinen Frust herausgebrĂŒllt hatte, war ich etwas klarer im Kopf. Jetzt liege ich hier und ziehe Bilanz: Also. Montag. Hiwatari und ich treffen uns das erste Mal nach langer Zeit. Wir freuen uns beide, das war offensichtlich. Wir unterhalten uns nett, und ich merke, dass er die alte, seltsame Anziehungskraft immer noch auf mich ausĂŒbt. Er lĂ€dt mich zum Essen ein. Bis auf eine kleine Mißstimmung ist es ein super-Abend, bis sein durchgeknallter Lover aufkreuzt. Von da ab ging alles irgendwie schief
 Wenn ich ehrlich sein soll, hat Hiwatari sich gar nicht mal groß anders verhalten danach
 wenn man von diesem verwirrenden Kuss auf meine SchlĂ€fe mal absieht. Der einzige, der anders war, bin doch ich! Ich habe mich benommen, als ob er irgendwie meine Erwartungen enttĂ€uscht hĂ€tte
 Erwartungen, die ich ausserdem vor mir selber vehement abstreite
 Wie also bitte soll er etwas erfĂŒllen, von dem nicht mal ich zugebe, es zu wollen? Und –ja- – ich –habe- ihn die Woche ĂŒber gemieden. Dass er weder im Schwimmbad noch beim Joggen auftauchen wĂŒrde war eigentlich klar, nachdem ich am Dienstag so ruppig zu ihm war. Und mein Auftreten war auch dazwischen mehr als kĂŒhl
 energisch unterdrĂŒcke ich die `ja abers’ die in mir hochkommen wollen und steige aus der Wanne. Vor dem Spiegel sehe ich mir ernst selber in die Augen.* Du solltest dir langsam eingestehen, was los ist, Niwa. Denn wenn du mal richtig nachdenkst, dann kommst du auch drauf, -warum- es mit Riku nicht so geklappt hat, wie es zwischen einem PĂ€rchen unseres Alters eigentlich normal gewesen wĂ€re
 *sehr nachdenklich hĂ€nge ich mir meinen Bademantel ĂŒber und schlurfe in Pantoffeln in mein Zimmer. Noch eine Stunde
 ich werfe mich auf mein Bett und starre an die Decke. Ich werde diesen Abend -nicht- versauen. Und wenn er `nur’ mein Freund sein will, ist das doch schon viel. Jedenfalls schonmal genau –soviel-, wie ich vor zwei Jahren von ihm wollte. Und alles andere
 nun - abwarten. Ich merke wie meine Lider schwer werden und denke trĂ€ge darĂŒber nach, den Wecker zu stellen. Doch bevor ich das in die Tat umsetzen kann, muss ich eingeschlafen sein, denn als ich plötzlich mit einem Ruck hochfahre, zeigt selbiger Wecker 20.10 Uhr! Fluchend springe ich auf, reiße den Kleiderschrank auf und zerre hastig irgendwelche Jeans und ein weißes T-Shirt hervor, fahre in Socken und Sneakers und stĂŒrze mit mir hadernd ins Bad. Warum habe ich eigentlich nicht die Telefonnummer von Hiwatari?? Vor dem Spiegel trifft mich fast der Schlag, meine Haare stehen groteskt nach einer Seite ab. Eigentlich mĂŒsste ich sie nochmal waschen und föhnen, aber erstmal feuchte ich sie einfach ein bisschen an und versuche, irgendeine Form reinzukriegen. Es hat keine Sinn, sieht total bescheuert aus. Also reiße ich mir nochmals fluchend das Shirt vom Leib und halte den Kopf kurzerhand unter die Brause. Lieber patschnass, als bekloppt aussehen
 Als ich eine Viertelstunde spĂ€ter, um 25 Minuten zu spĂ€t, mit einem vollgetropften T-Shirt und mit Haaren, die sich wild von der Feuchtigkeit kringeln, vor Hiwataris TĂŒr stehe und klingle, kann ich nur hoffen, dass er auf mich gewartet hat...

Hiwatari
*Nachdem ich eine halbe Stunde lang ungefĂ€hr alle 2 Minuten auf die Uhr gesehen habe, ob es denn schon Acht ist habe ich mich doch wieder vom Sofa erhoben und wandere seitdem leicht planlos durch die Wohnung. Damit ich nicht ganz so aussehe, als hĂ€tte ich sie nicht mehr alle, habe ich mir meinen Staublappen geholt und wische hier und da mal ein wenig pseudo-Staub. Zwischenzeitlich habe ich in weiser Voraussicht und weil in dem Artikel etwas von begrenzten Karten stand, im Museum angerufen und zwei StĂŒck zurĂŒcklegen lassen, gerade noch rechtzeitig wie mir die VerkĂ€uferin erklĂ€rte. Ich habe richtig Herzklopfen bekommen bei dem Gedanken dass wir vor dem Museum stehen wĂŒrden und nicht mehr reinkönnten, Niwa wĂŒrde wahrscheinlich wieder irgendwelche Verschwörungen wittern oder Ă€hnliches. Ich seufze leise und wedele fast einen Bilderrahmen ohne Bild von meinem BĂŒcherregal. Ich kann mir nicht helfen, irgendwie werde ich mit jeder Minute nervöser und nervöser. HartnĂ€ckig und mehr aus Trotz als aus Motivation setze ich mich dann doch noch an meine Vorbereitungen fĂŒr Montag und schaffe es auch tatsĂ€chlich bis viertel vor Acht noch etwas zu arbeiten. Dann allerdings ist es auch mit meiner vorgetĂ€uschten Aufmerksamkeit schlagartig vorbei. Gezwungen ruhig tausche ich meine Shorts gegen eine löchrige Jeans und ein Tanktop, die Luftfeuchtigkeit nach dem heftigen Regen ist wirklich tödlich... außerdem bin ich immer noch nicht zum Waschen gekommen. Etwas sorgfĂ€ltiger als sonst – was ich, sobald ich es bemerke mit einem lauten Schnauber quittiere - kĂ€mme ich mir noch mal die Haare. Um drei vor Acht bin ich fertig, sitze wieder auf dem Sofa und muss feststellen, dass mir ein ganz kleines bisschen ĂŒbel ist... scheiß NervositĂ€t. Um eins vor Acht gehe ich noch mal schnell in die KĂŒche und trinke einen Schluck Wasser. Um fĂŒnf –nach- Acht ertappe ich mich wie ich im Flur stehe und die HaustĂŒr anstarre. Um elf nach Acht hat sich ein großer Teil meiner NervositĂ€t in EnttĂ€uschung verwandelt und ich wĂŒnsche mir ich wĂŒrde rauchen damit ich etwas hĂ€tte um mich von diesem nagenden GefĂŒhl der Traurigkeit abzulenken. Um zwanzig nach Acht landen Jeans und Tanktop als unordentlicher Haufen auf dem Bett und ich schlĂŒpfe wieder in meine alte, abgeschnittene Jeansshorts. Kein Grund gut auszusehen, wenn ich nirgendwo hingehe, nicht wahr. Und wo war noch mal die Nummer vom Museum, damit ich Bescheid sagen kann, dass ich die Karten doch nicht brauche? Mist, weg. Na egal. Um dreiunzwanzig nach Acht angele ich eine verstaubte Flasche Ume von meinem Regal und suche nach dem passenden Glas. Um sechsundzwanzig nach Acht verschĂŒtte ich einen Großteil des Flascheninhaltes auf meinen Parkettboden als es an der TĂŒr klingelt. Erst als es das zweite Mal lĂ€utet schaffe ich es, meine karnickelĂ€hnliche Schreckstarre zu lösen, mir den verkippten Ume von meinem nackten Bauch zu wischen und die TĂŒr zu öffnen.* Konban wa Niwa. ich hatte gar nicht mehr mit dir gerechnet.

Daisuke
*Als ich gelĂ€utet habe passiert erstmal gar nichts. Es ist sehr ruhig in der Wohnung. Ich klingle noch ein zweites Mal, in mir schon die leise BefĂŒrchtung, dass er ohne mich gegangen ist. Ein bisschen hastig, oder? Ich hĂ€tte bestimmt lĂ€nger gewartet
 aber so wie ich mich vorhin benommen habe, hat er sicher gedacht, ich komme gar nicht
 das macht mich ein bisschen traurig, und das spiegelt sich sicher auch in meinem Gesicht wieder, als er plötzlich doch die WohnungstĂŒr öffnet. `Konban wa Niwa. ich hatte gar nicht mehr mit dir gerechnet.’ Ich stehe erstmal wortlos da und schaue ihn nur an. Er trĂ€gt eine ziemlich enge abgeschnittene Jeans und sonst nichts. Die Abendsonne, die seitlich durch das Flurfenster fĂ€llt hĂŒllt ihn in einen goldenen Schimmer, durch Licht und Schatten wird seine Figur so richtig modelliert, seine Haare glĂ€nzen, er sieht aus wie eine perfekte Bildkomposition 
 kurz - er bietet alles in allem einen Anblick, bei dem mir der Mund trocken wird. Das KĂŒnstlerherz in mir lacht – und nicht nur das. /Bravo Niwa
 also wenn dir jetzt nicht klar wird was in dir vorgeht, dann weiß ich ja nicht
/ Ich bringe meine innere Stimme zum Schweigen und betrachte ihn genauer. In der Hand hĂ€lt er ein leeres Glas, und sein nackter Oberkörper glĂ€nzt an einigen Stellen feucht, als ob er sich
 mein Blick fĂ€llt auf den Boden.* Hast du was verschĂŒttet? *Sein Blick scheint sich durch mich durch zu bohren, und schnell bringe ich meine Entschuldigung hervor.* Gomen nasai, Hiw-.. kari ich
 es tut mir leid. Ich bin aus Versehen eingeschlafen, und weil ich deine Telefonnummer nicht habe, konnte ich nicht Bescheid sagen.. und dann musste ich mir die Haare nochmal waschen weil ich einfach dĂ€mlich aussah. *Ich fahre wie zur BestĂ€tigung durch meine feucht-wirren StrĂ€hnen. Ein winziges LĂ€cheln nistet sich in seinen Mundwinkeln ein, und ich atme leicht auf.*

Hiwatari
*Ich kann einfach nicht anders und mein Gesicht verzieht sich zu meinem gewohnten LĂ€cheln. Diese Entschuldigung ist schon wieder so Niwa-like, keinem anderen wĂŒrde ich sie abkaufen aber so wie er da steht, verlegen rot um die Nase, mit tropfnassen Haaren... es ist einfach –zu- schwer böse zu sein.* Schon okay, geh doch bitte kurz noch ins Wohnzimmer ich ziehe mich nur schnell wieder um. *Ich warte gerade solange bis er im Flur steht und ich die TĂŒre wieder zu machen kann bevor ich mit einem weiteren kleinen LĂ€cheln im Bad verschwinde. /`Schon okayÂŽ also, huh? DafĂŒr, dass du eben schon vorhattest, dich bis zur Bewusstlosigkeit zu saufen damit du eine Entschuldigung fĂŒrs Heulen hast, biste aber ziemlich schnell wieder glĂŒcklich. Ein LĂ€cheln von ihm, ein bisschen rote Farbe und verlegen dreingucken und du verfĂ€lltst ihm jedes mal aufs neue. Weisste was Sat-chan... das is absolut erbĂ€rmlich!/ wĂŒtend auf meine eigene innere Nörgelstimme, die immer so verdammt nach Krad klingt, platziere ich das leere Ume-Glas einfach auf dem Badewannenrand und wasche mir mit einem feuchten Lappen die klebrige FlĂŒssigkeit vom Bauch. *Ach halt doch endlich die Schnauze und halt dich aus meinem Leben raus... *etwas nachdrĂŒcklicher als nötig pfeffere ich den Waschlappen in meine ĂŒberquellende WĂ€schetonne und schlĂŒpfe ins Schlafzimmer um mich anzuziehen. Zwei Minuten spĂ€ter –einer meiner Socken hatte sich unter dem Bett versteckt- bin ich mit einem Aufwischlappen auf dem Weg ins Wohnzimmer. Ein Blick bestĂ€tigt mir meine BefĂŒrchtung... Niwa sitzt wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Sofa und sieht ungemĂŒtlich aus. Irgendwie versetzt mir das einen kleinen Stich, am Montag hatte er auch kein Problem damit, sich die Sachen anzusehen wĂ€hrend ich in der KĂŒche war, und das Skizzenbuch, das ihm so gefallen hatte liegt aufgeschlagen auf dem Tischchen vor ihm.* Gomen, hat ein bisschen gedauert, ich wische das hier grad noch weg dann können wir los wenn wir wollen.* Er nickt und steht auf und ein kleines Zwinkern schummelt sich in meine Augen. Schmunzelnd nehme ich ihn sanft an den Schultern und drehe ihn ein bisschen so, dass er in den großen, goldgerahmten Spiegel gucken kann, der eine meiner WĂ€nde verziert. Seine Augen weiten sich ein kleines bisschen, als er sieht, warum ich so schmunzele. Offensichtlich hat er wĂ€hrend meiner Abwesenheit seine nassen Haare gezwirbelt und jetzt stehen ihm einige StrĂ€hnen im Dreadlockstyle vom Kopf ab.* Es sei denn du willst dir vielleicht –nochmal- die Haare kĂ€mmen, dann warte ich natĂŒrlich gerne. *Und bevor sich mein neu eingebautes RĂŒck-Niwa-nicht-zu-sehr-auf-die-Pelle-Warnsystem einschalten kann plappere ich auch schon weiter, mein altes teasendes Grinsen ordentlich an seinem Platz.* Auch wenn ich ja finde, dass du mit diesem Strubbelkopf reichlich kawaii aussiehst.

Daisuke
*Anstatt mit dem Aufwischen zu beginnen tritt er auf mich zu und ich zucke fast unmerklich zusammen, als er meine Schultern fasst. Das Schmunzeln in seinem Gesicht und die plötzliche NĂ€he
 was hat er vor
? Doch er dreht mich nur zum Spiegel und ich sehe mit Schaudern was ich mit meinen Haaren angestellt habe. Ich neige dazu sie zu zwirbeln, wenn ich nervös bin
 und momentan war ich grade mal –sehr- nervös. Ich glaube er war –wirklich- ungehalten dass ich zu spĂ€t gekommen bin
 sein `Schon ok’ wirkte doch sehr gezwungen. Verlegen will ich die Haare glattstreichen als er mit einem ziemlich neckischen Grinsen meint, dass ich so `kawaii’ aussehen wĂŒrde. Dieses Statement fĂŒhrt a) dazu dass ich rot werde, und b) unglaublich froh bin. Denn anscheinend ist diese komische Spannung zwischen uns ausgerĂ€umt, er ist genauso neckend-anzĂŒglich wie frĂŒher. Obwohl ich nicht weiß ob das nun gut oder nicht gut ist, wenn er wie frĂŒher ist - jedenfalls, was meine neue Erkenntnis betrifft, dass unser VerhĂ€ltnis doch etwas komplizierter zu sein scheint als einfach `Freundschaft’
 trotz allem merke ich, dass ich auch sogleich lockerer werde. Ich sehe ihm im Spiegel in die Augen und gebe nur ein gedehntes `Ach, ja?’ zurĂŒck. WĂ€hrend er sich schon abwenden wollte hĂ€lt er jetzt inne. Sein Blick wird kurz forschend, dann nickt er.* Yap. Kawaii. *Ich grinse ihn an.* Na, dann
 *Er guckt mich nur komisch an und deutet dann auf den Boden, den er sodann wirklich aufwischt. Als er den Lappen in die KĂŒche bringt sehe ich nochmal in den Spiegel und zwirble schnell noch ein paar StrĂ€hnen. Kawaii also


Hiwatari
*Jetzt doch reichlich verwirrt wasche ich den Lappen aus bevor ich ihn wieder in seinen Putzeimer unter der SpĂŒle packe. Also, aus Niwa werde ich einfach nicht schlau. Er hat so locker auf meinen kleinen `AusrutscherÂŽ reagiert, ich hĂ€tte eher gedacht, dass es ihm unangenehm wĂ€re wenn ich ihn `kawaiiÂŽ finde. Jetzt vollkommen durcheinander gehe ich wieder zurĂŒck ins Wohnzimmer.* Wollen wir? *Dass er immer noch vor dem Spiegel steht, verwundert mich zwar nicht... aber dass seine Haare anstatt brav wieder in ihre alte Form zurĂŒckzukehren wenn möglich höchstens -noch- wuscheliger sind als vorher... das verblĂŒfft mich schon ein bisschen. In dieser Sekunde gibt mein kleiner alles-Versteher tief in mir drinnen mit einem resignierten Schulterzucken auf, packt seine Koffer und kĂŒndigt. Am besten sollte ich gar nicht -versuchen- aus Niwas Verhalten schlau zu werden, offensichtlich ist er -nicht- eingeschnappt ĂŒber mein Statement und er wirkt definitiv fröhlicher als noch vor ein paar Minuten. Und da ich eh nicht vorhersagen kann was welche Reaktion bei ihm auslöst - oder damit wohl irgendwie immer falsch liege -  sollte ich einfach aufhören mir den Kopf zu zerbrechen und mich so benehmen wie es mir grade gefĂ€llt. Niwa im Schlepptau schliesse ich meine WohnungstĂŒr ab und schmunzele als er direkt auf die Treppen zusteuert ohne den Aufzug auch nur zu beachten.

Daisuke
*Auf dem Weg nach unten frage ich Hiwatari, wie weit es zu diesem Museum ist. `Eine Viertelstunde zu Fuß, oder wir warten auf den Bus.’ Ich bin fĂŒr Laufen, denn vom Bus sehen wir gerade die RĂŒcklichter und regnen tut es auch nicht mehr, und so gehen wir eintrĂ€chtig die Straßen entlang. Der Feierabendverkehr lĂ€sst langsam nach, und es herrscht nicht mehr so ein furchtbares GedrĂ€nge auf den Gehwegen wie zur Rush-Hour. Ich bin die ersten paar hundert Meter etwas schweigsam, weil mir immer noch Hiwataris `kawaii’ im Kopf rumspukt. Es hat mir geschmeichelt
 wieso auf einmal? Wenn er frĂŒher ab und an solche SprĂŒche losgelassen hat, habe ich mich immer ein wenig geĂ€rgert
 /vielleicht weil du jetzt hoffst, dass er es so meint?/ Ich lĂ€chle ein wenig ĂŒber meine innere Stimme und merke dann, dass meine Hand schon zum zweiten Mal beim Gehen an seine gestupst ist. Offenbar laufe ich zu dicht neben ihm.* Gomen.. *ich bringe ein klein wenig mehr Abstand zwischen uns. Muss ihm ja nicht gleich auf die Pelle rĂŒcken
*

Hiwatari
*Gut, dass ich mir geschworen habe mir kein Kopfzerbrechen mehr ĂŒber Niwas Verhalten zu machen... sonst wĂ€re jetzt die nĂ€chste GrĂŒbelattacke fĂ€llig. Vorher meidet er mich regelrecht und bringt soviel Abstand zwischen uns wie es nur irgend geht und jetzt rempelt er mich fast um beim Laufen. Nicht dass ich mich beschwere, es ist vielmehr, dass ich mich zurĂŒckhalten muss seine Hand, die stĂ€ndig gegen meine streift, nicht einfach festzuhalten. Auch wenn er lockerer wirkt als vorher, auf HĂ€ndchen halten ist er bestimmt nicht sonderlich versessen. ich beschrĂ€nke meine Antwort auf ein breites Grinsen und ein* Kein Problem, du bist ja nicht giftig. *und halte ihm höflich die TĂŒr zum Foyer des Museums auf. Schnell noch an der Kasse die reservierten Karten abgeholt und schon fĂŒhrt uns eine uniformierte Mitarbeiterin eine halbdunkle Treppe hinauf. `Wie soll man denn was von den Exponaten sehen wenn hier ĂŒberall das Licht...ÂŽ Ich höre wie Niwa ganz leicht nach Luft schnappt als wir die letzten Stufen zur großen Halle raufkommen und uns stimmungsvolles, grĂŒnes Licht mit passender Dschungeldeko und leise UrwaldgerĂ€usche empfangen. Die ganze Halle ist vollgestellt mit kleinen Zweier- und Vierertischen, die konzentrisch um eine runde BĂŒhne in der Mitte aufgebaut sind auf der sich gerade ein junges MĂ€dchen im hautengen Phytonlook das zweite Bein hinter das Ohr klappt. Ich nehme jetzt doch ganz leicht Niwas Handgelenk denn die Mitarbeiterin wartet ganz offensichtlich ungeduldig darauf, dass wir ihr zu unserem Tisch folgen. Zwei schön gedruckte Programme liegen schon da und wir sitzen noch nicht ganz auf den StĂŒhlen da stellt auch schon ein freundlich lĂ€chelnder junger Mann zwei bunte Cocktails vor uns auf den Tisch. An der einen Raumseite erkenne ich ein riesiges Buffet das laut Programm nach der Artistenshow, die ja gerade lĂ€uft, eröffnet werden soll.*

Daisuke
*Ich sehe mich erstmal grĂŒndlich um. Überall stehen große KĂŒbel mit Palmen und BlattgewĂ€chsen, KĂ€fige mit bunten Vögeln dazwischen. Der Catering-Service ist stilecht in Tropen-AnzĂŒge gekleidet. Alles in allem ein perfektes Ambiente. Ich nehme einen Schluck von dem Cocktail und leiste innerlich Hiwatari Abbitte. Er schleppt mich zu so einem Super-Event, und ich verfluche ihn innerlich fĂŒr einen verstaubten Museums-Besuch. Der Cocktail ist lecker und ich habe ihn recht schnell ausgetrunken. Hiwatari runzelt leicht die Stirn und grinst mir zu. `Pass lieber auf, die Dinger haben es oft in sich
’ Doch der aufmerksame Kellner hat mir schon den nĂ€chsten hingestellt. Ich danke ihm und schaue fasziniert der BĂŒhnenshow zu, wo die Dame im Python-KostĂŒm sich jetzt eine lebende Schlange um die Schultern legt und anfĂ€ngt mit ihr zu tanzen. Ich beobachte das Schauspiel fasziniert. Die TĂ€nzerin ist unglaublich gelenkig und auch ziemlich gut bestĂŒckt was weibliche Reize angeht. Alles in allem ein Ă€ußerst Ă€sthetischer Anblick, und ich löse meinen Blick erst von der BĂŒhne, als Applaus aufbrandet und sie sich verbeugt. Als ich wieder einen Schluck von meinem Cocktail nehme, merke ich, dass mich Hiwatari seltsam ansieht. /Ist er verĂ€rgert?/ Auf meinen fragenden Blick hebt er den Lageplan, der auf der RĂŒckseite des Programms gedruckt ist, an. `Wollen wir uns ein bisschen umsehen?’ /War wohl Einbildung
/ erleichtert stimme ich zu.* Gern!

Hiwatari
*WĂ€hrend Niwa den Plan studiert, um zu sehen wo er denn eigentlich hin will nehme ich einen Schluck von meinem kaum angerĂŒhrten Cocktail und seufze unhörbar. Also, wie auch immer Niwas Benehmen zustande kommt - mit irgendwelchen besonderen GefĂŒhlen mir gegenĂŒber hat es wohl nichts zu tun. Die Schlangendame hat mich zwar auch interessiert, aber eher wegen der außergewöhnlichen Beweglichkeit als wegen gewisser `anderer ReizeÂŽ. Niwa hingegen war recht eindeutig von genau eben diesen Reizen besonders fasziniert - was mich nicht so ĂŒberraschen sollte wie es es tut, denn immerhin war er ja auch mit der Ă€lteren Harada liiert... und ich weiß zumindest, dass diese Beziehung ein gutes Jahr gehalten hat, wenn nicht sogar noch lĂ€nger.... und dass sie nicht durch und durch `platonischÂŽ war. Energisch schiebe ich diesen Gedanken von mir, -so schnell- wollte ich mir den Abend dann doch nicht verderben.* Hast du dich fĂŒr etwas entschieden? Die VorfĂŒhrung in der Restaurationsabteilung wĂŒrde ich ganz gerne sehen aber die ist erst in einer guten Stunde glaube ich.

Daisuke
Können wir dann machen, klar. Und jetzt
 ganz kleinen Moment noch. *Ich blĂ€ttere noch ein Weilchen in dem Programmheft herum bis ich mich entschieden habe. Ich lese mir kurz einen Artikel durch und deute dann auf einen Punkt des Planes, auf dem `Mineralsammlung’ steht.* Ich wĂŒrde mir gerne mal die Sammlung von Kristallen anschauen. Im Programm steht, dass sie ein paar außergewöhnlich große und schöne Edelsteine und Halbedelsteine haben, die irgendwie mit besonderer Beleuchtung in Szene gesetzt werden
 hast du Lust? *Ich bekomme keine Antwort und sehe auf. Hiwatari starrt grĂŒblerisch in seinen Drink.* Ahm. Hiw.. Hikari? *Er blickt wie ertappt auf. An was hat er wohl gerade gedacht? Vielleicht an Hiroki? Bevor mir dieser Gedanke die Stimmung vermiest, frage ich ihn lieber nochmal.* Hast du das mit den Kristallen gelesen? Die sollen irgendwie mit besonderer Beleuchtung in Szene gesetzt werden
 hast du Lust die anzuschauen?

Hiwatari
*Ich werfe Niwa einen vorsichtigen Blick zu aber dieser ist schon vollkommen fasziniert von dem Gefunkel und Geglitzere der verschiedenen Edelsteine was mir ein kleines Schmunzeln auf die Lippen hext. *Schau nicht so gierig Niwa-kun, der Sicherheitsbeamte guckt schon. *Ruckartig geht sein Kopf in die Höhe und er sieht in die Richtung in die ich mit einem leichten Kopfnicken gedeutet habe.. wo allerdings nur eine Ă€ltere Dame steht und einen riseigen Turmalin bewundert. `Ha ha, sehr witzig, Herr Generalbeauftragter. Als ob -ich- vor irgendwelchen Sicherheitsfuzzies Angst hĂ€tte.ÂŽ Er schnaubt mich leicht empört an aber in seinen Augen ist ein kleines Funkeln zu sehen, so dass ich weiß, dass er mir diesen Scherz nicht krumm genommen hat.* Aber vor mir.... *Er zuckt reflexartig zusammen als etwas metallisches sein Handgelenk berĂŒhrt und ich lache amĂŒsiert auf und wedele mit meinem SchlĂŒsselbund.* Keine Angst Niwa-kun die Zeit der Handschellen ist vorbei... *mein Grinsen wird ein kleines bisschen diabolisch als ich dicht an seinem Ohr flĂŒstere und mich dann wieder den SchaukĂ€sten zuwende, als ob nie etwas gewesen wĂ€re*..leider.

Daisuke
*Ich reibe, unwillkĂŒrlich schaudernd, mein Handgelenk und stelle mich dann neben ihn. Das letzte Wort war zwar  leise, aber ich habe es gehört. Den Blick auf einen großen, ausgehöhlten Hyazinth gerichtet, der von einem Halogenstrahler beleuchtet wird, so dass die Kristalle sich gegenseitig an Glitzern ĂŒberbieten, sage ich beilĂ€ufig* Wieso `leider’ - Hast du irgendwelche Vorlieben, von denen ich wissen sollte? *Ich gebe weiter vor, den Stein zu betrachten, beobachte aber seinen Gesichtsausdruck aus den Augenwinkeln. /Ich weiß, das ist dĂŒnnes Eis, Hiwatari, aber du bist nicht der einzige, der anzĂŒgliche SprĂŒche machen kann./

Hiwatari
*Eine meiner Augenbrauen begibt sich unwillkĂŒrlich auf Wanderschaft. Ich weiß ja, dass Niwa nicht auf den Mund gefallen ist aber normalerweise zieht er ein einfaches Rotwerden vor. Die `zweideutigenÂŽ SprĂŒche die ich jemals von ihm zu hören bekommen habe kann ich mir an drei Fingern abzĂ€hlen... und mit einem vierten hĂ€tte ich gerade in dieser Situation nicht gerechnet. Trotzdem gelingt es mir, meinen Gesichtsausdruck amĂŒsiert-beilĂ€ufig zu halten* Hm, außer der, dass ich dich schon mal ganz gerne an irgendwelchen EisengegenstĂ€nden festkette? Nein, eigentlich nicht das ich wĂŒsste. *Mein HalblĂ€cheln wird ein bisschen mehrdeutig als ich ihm im spiegelnden Glas der Vitrine in die Augen sehe.* Auch wenn ich eine -winzigkleine- SchwĂ€che fĂŒr Erdbeersirup habe....

Daisuke
Soso. Erdbeersirup. *Ich wende ihm den RĂŒcken zu als ich zum nĂ€chsten Schaukasten weitergehe. Ich bin ein bisschen high von den beiden Cocktails, und entsprechend mutig.* Auf Eis oder auf  Haut? *Fast nicht glaubend, dass ich das jetzt tatsĂ€chlich gerade ausgesprochen habe, beobachte ich trotzdem Hiwataris GesichtszĂŒge in der Glasscheibe vor uns und freue mich diebisch, als ihm dieselben leicht entgleisen. Trotzdem glaube ich es ist besser, das ganze etwas zu `entschĂ€rfen’. LĂ€chelnd sehe ich ihn an.* Gomen. Das war ein dummer Spruch


Hiwatari
*Ich zucke nur leicht mit den Schultern und schmunzele zurĂŒck.* Ich denke mal den habe ich verdient. *Irgendwie freue ich mich diebisch das Niwa solche Scherzchen macht. Ich weiß zwar, dass einiges der Alkohol sein wird der aus ihm spricht, aber er ist nicht -betrunken-, nur halt etwas mutiger als sonst. Ich wende mich wieder dem großen Edelsteinspringbrunnen zu den ich betrachtet habe und lasse einige der glattgerubbelten kleinen Halbedelsteine die in den verschiedenen Auffangbecken herumschwimmen durch meine Finger gleiten. Mein Gesicht ist betont ausdruckslos und nur der Hauch eines LĂ€chelns klebt in meinem Mundwinkeln* -mit- Eis auf Haut habe ich am liebsten.

Daisuke
*Meine Wangen sind sowieso etwas warm durch die beiden Drinks. Also fĂ€llt es wohl nicht weiter auf, dass mir auf seine Antwort hin leicht das Blut ins Gesicht schießt. Ich schĂ€tze mal ich kann ihm nicht wirklich das Wasser reichen was solche Neckereien betrifft und lasse es deshalb ganz einfach sein.* A propos Essen
 sollte jetzt nicht das Buffet eröffnet werden? *Da ertönt auch schon ein tiefer Ton. Irgendein obskures Urwald-Blasinstrument sicher. Daraufhin strömt alles Richtung der großen Tafel an der hinteren Wand der großen Halle. Auch die Besucher,  die eben noch ganz fasziniert vor den Edelsteinen gestanden haben, machen sich davon. Hiwatari sieht mich unschlĂŒssig an, doch mir knurrt langsam der Magen. Ohne große Umschweife packe ich einfach seine Hand und ziehe ihn mit.* Los komm, bevor alles ausgerĂ€ubert ist. *Ich schlĂ€ngle mich geschickt mit ihm durch die Menge und bald stehen wir vor den allerbesten Leckereien ganz vorne am Tisch. Fast – nein
 tatsĂ€chlich bedauernd lasse ich seine Hand wieder los. Irgendwie habe ich das GefĂŒhl gemocht, sie zu halten
 und lasse meine Augen ĂŒber die edlen Leckereien flitzen, von denen ich in nullkommanichts zwei Teller vollgepackt habe. Wieder am Tisch stelle ich ihm einen davon hin.* Hat doch was, wenn man weiß, wie man ĂŒberall durchkommt, ne? *Ich grinse ihn verschmitzt an* Gelernt ist gelernt.

Hiwatari
*Ich knabbere schon an einer fritierten Garnele. Ich glaube Magenknurren ist ansteckend, denn ich habe ziemlich guten Appetit. Andererseits habe ich die letzten Tage auch nicht gerade sehr viel gegessen...* Hai. Ich gebe hiermit offiziell zu, dass du nicht nur Àusserst dekorativ, sondern auch praktisch bist. Hmmm, darf ich die Kirsche? *Bevor die Gefahr besteht dass er mir widerspricht demonstriere ich, dass ich auch nicht gerade ungeschickt oder langsam bin und stibitze besagtes Objekt einfach von seinem Teller.*

Daisuke
Eyyyyyy! Meins!! *SchĂŒtzend halte ich meine Hand auf die SchĂŒssel.* Außerdem bin ich nicht nur dekorativ und praktisch, sondern auch nett und zuvorkommend, Hiwatari-sama. *Aus Versehen habe ich den falschen Namen gesagt, aber er reagiert nicht und ich gehe geflissentlich darĂŒber hinweg, indem ich ebenfalls eine Garnele verspeise. WĂ€hrend wir essen kommt noch einmal das Python-MĂ€dchen auf die BĂŒhne, dieses Mal sogar mit zwei Schlangen. Ich sehe kurz hoch.* Ach, sie schon wieder. Na das hatten wir ja nun schon mal
 auch wenn ich mich frage, wie sie mit den zwei schweren Biestern klarkommt, schmĂ€chtig wie sie ist
 *dann widme ich mich lieber wieder meinem Essen, bevor noch mehr davon in Hiwataris Mund verschwindet.* Hmm, dieser Fruchtsalat ist sooolecker
. Frag mich ob da wohl Erdbeersoße zu passt
 *ich grinse ihn ĂŒber meinen Löffel hinweg an. Scheint dass der Alkohol mich wirklich frech macht
*

Hiwatari
Erdbeersoße passt zu allem...*schnell lasse ich den zweiten Kirschkern in meiner Serviette verschwinden -Ich hatte die Tatsache, dass Snakewoman fĂŒr kurzzeitige Ablenkung gesorgt hat, dafĂŒr genutzt, auch noch Niwas zweite zu klauen da ich traurigerweise keine abbekommen hatte - und esse dann, Ă€ußerlich vollkommen unberĂŒhrt weiter. Innerlich aber brodelt es und alle meine kleinen Stimmchen quatschen durcheinander. Sollte Niwa -doch- nicht so interessiert an dem SchlangenmĂ€dchen sein wie ich dachte? Er verschwendet jedenfalls im Moment keinerlei Aufmerksamkeit auf sie sondern widmet sich einzig und alleine seinem Teller. Nachdenklich sauge ich ausgiebig an meinem Cocktail. Was, wenn meine Hoffnungen doch nicht so abwegig waren wie ich dachte? Seine ganzen eindeutig, zweideutigen Scherzchen heute abend, die Tatsache, dass er immer mal wieder unauffĂ€lig mit dem Stuhl ein StĂŒckchen nĂ€her rĂŒckt oder generell nicht wirklich was gegen körperliche NĂ€he zu haben scheint wĂŒrde ja dafĂŒr sprechen... energisch bringe ich diesen Gedankengang zu einem vorzeitigen Halt. Wer weiß, warum er heute Abend so locker wirkt, ich darf auch nicht vergessen dass Alkohol durchaus einige Grenzen vergessen lassen kann... am besten ich mache mir gar keine Hoffnungen sondern warte einfach was auf mich zukommt.*

Daisuke
*Nachdem ich meinen dritten Cocktail ausgetrunken habe, fĂŒhle ich mich schon gut angegangen und sehe deshalb den Ober etwas unglĂ€ubig an, der mir den vierten vor die Nase stellt. Die schmecken wirklich gut, also fege ich meine Zweifel – und Hiwataris skeptischen Blick – beiseite und sauge genĂŒsslich an dem Strohhalm.* L..lecker. *Hiwatari nickt und sieht auf seine Uhr. `Wollen wir langsam nach Hause? Ich muss morgen frĂŒh raus, hab noch eine Vorlesung vorzubereiten
’ Etwas störrisch sehe ich ihn an.* Vorlesung? Sonntags? Das ich nicht lache. *Er schneidet eine kleine Grimasse. `Nein, Montags. Und um dir gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen
 Nein ich kann das nicht am Sonntag machen, denn am Sonntag dachte ich, könnte ich dir ja noch mal ein bisschen was ĂŒber französische Impressionisten erzĂ€hlen
’ Ich strahle ihn an.* Au ja. Französisch. Das ist gut. Französisch ist –immer- gut. Bilder, Essen, Wein, KĂŒsse
 */Sex
/ setze ich in Gedanken fort und muss plötzlich kichern. Ich kichere solange bis ich Schluckauf habe, und entschließe mich abrupt, den Rest des Cocktails stehen zu lassen.* Magnichmehr. *Etwas zu hastig aufgestanden, wanke ich ganz leicht und Hiwatari steht rasch ebenfalls auf. `Sei vorsichtig, ich sagte doch, die Dinger haben es in sich.’ Er nimmt meinen Arm und fĂŒhrt mich vorsichtig die dunkle Treppe runter. Mir ist warm, und im Kopf dreht es sich ganz leicht, aber seine NĂ€he ist mir unglaublich bewusst. Ich stolpere einmal und unwillkĂŒrlich schlingt er den Arm um meine Taille. Augenblicklich wird mir noch wĂ€rmer und mein Herz beginnt ziemlich schnell zu klopfen- doch dann ist die Treppe zu Ende und er gibt mich mit einem prĂŒfenden Blick frei. `Geht’s?’ Im ersten Moment will ich den Kopf schĂŒtteln, nur damit er wieder den Arm um mich legt, denn das hat mir –wirklich- gefallen. Aber dann nicke ich ergeben.* Hai. Ikuse. *Er schlĂ€gt ein Taxi vor, doch ich habe das GefĂŒhl dass mir im Auto bestimmt ĂŒbel wird.* Nein, laufen wir lieber. Ich brauche frische Luft


Hiwatari
*Ich gehe vorsichtshalber einen halben Schritt hinter Niwa und beobachte ihn aufmerksam, er ist eindeutig -mehr- als nur ein bisschen wackelig auf den Beinen. Ich wĂ€re wesentlich lieber mit Bus oder Taxi gefahren. Aber ich glaube unbesehen dass ihm die Schaukelei wohl nicht sonderlich gut getan haben dĂŒrfte. Zuerst halte ich noch betont Abstand, aber  als ich ihn zum zweiten Mal mit einem festen Griff an den Oberarm davon abhalten muss, sich langzulegen schlinge ich resolut meinen Arm wieder um seine Taille. Scheiß auf Abstand halten und vorsichtig sein, ich will ja schließlich nicht dass er sich die Knochen bricht. Er stolpert - ich weiss zwar nicht worĂŒber, vielleicht aus purem Schreck- und urplötzlich hĂ€ngt sein ganzes Gewicht an meinem Arm* uff...man, fĂŒr so ein zierliches Persönchen bist du aber ganz schön schwer...

Daisuke
Gomen. *Den Kommentar mit meinem Gewicht kommentiere ich mit einem Schnauben, und wir setzen uns wieder in Bewegung. Als sein Arm sich plötzlich wieder um meine Mitte legte bin ich so erschrocken, dass ich fast lang hingeschlagen wĂ€re. Jetzt spĂŒre ich seine Haut auf meinem nackten RĂŒcken, denn das Shirt ist bei meinem fast-Sturz hochgerutscht. Die Stelle prickelt und seine WĂ€rme brennt regelrecht auf meiner Haut, die in der Nachtluft irgendwie rasch kĂŒhl geworden ist. Entweder merkt er es nicht oder es ist ihm egal. Oder
 aber ich verbiete mir lieber jeden weitergehenden Gedanken. Schweigend laufen wir den Weg zur Uni zurĂŒck. Er sagt nichts, und ich weiß nicht worĂŒber ich reden soll. Ausserdem habe ich das GefĂŒhl, meine Stimme wird bestimmt zittern oder ich stottere nur rum, wenn ich ihn jetzt anspreche. So genieße ich einfach seine NĂ€he und frage mich die ganze Zeit, ob er mich wohl bis zu mir nach Hause bringt oder ich das letzte StĂŒck alleine gehen muss.  

Hiwa *allmĂ€hlich verfluche ich wirklich den Gedanken, ihn in dieses Museum geschleppt zu haben...nicht, dass mir der Abend nicht gefallen hĂ€tte, ganz im Gegenteil, aber so angeheitert wie Niwa ist, wird er mir verflucht gefĂ€hrlich. Die Stelle Haut, wo mein nackter Arm seinen ebenso nackten RĂŒcken berĂŒhrt ist im Moment so ziemlich das Zentrum meines Universums. Es klappt einfach nicht, ich hatte mir verboten auch nur das kleinste bisschen an Freude oder angenehmen GefĂŒhlen fĂŒr diese NĂ€he zu empfinden... aber es ist einfach nicht zu machen. Ich kann Niwa nicht einfach ignorieren, nur weil ich das jetzt gerade so will... auch wenn ich ein verflucht schlechtes Gewissen dabei habe, dass sich so langsam ein ziemlich warmes GefĂŒhl in meinem Bauch breit macht, vor allem als ein ganz leichter Wind aufkommt und ich auch noch eine ganze Nase voll `NiwaÂŽ abbekomme. Als die Wohnkomplexe der Uni endlich in Sicht kommen wĂŒrde ich am liebsten weinen vor Erleichterung... oder Niwa einfach in den nĂ€chstbesten Busch zerren. Aber wĂ€hrend ich noch so vor mich hindenke prĂ€sentiert sich auch schon das nĂ€chste Problem* In welchem wohnst du?

Daisuke
Hinten, beim Sportplatz
 *ich bin ganz in Gedanken versunken, und antworte halb abwesend. Gerade habe ich ĂŒberlegt, ob ich mich nicht noch ein bisschen mehr an Hiwatari ankuscheln kann, denn mir ist kĂŒhl in der Nachtluft und er strahlt so eine angenehme WĂ€rme aus. Seinen Arm habe ich wĂ€hrend des Laufens geschickt durch Ruckeln und Drehen in full-contact mit der ganzen –zugegeben nicht groß nennenswerten- Breite meines RĂŒckens gebracht. Jetzt könnte ich mir durchaus vorstellen, dasselbe mit unseren Körperseiten zu machen
 mein ganzer Körper fĂŒhlt sich inzwischen an, als ob er an eine kleine Batterie angeschlossen wĂ€re, er kribbelt angenehm von Kopf bis Fuß, besonders an den Stellen mit Hautkontakt natĂŒrlich. Als Hiwatari stehen bleibt, nutze ich deshalb die Gelegenheit, mich an ihn zu lehnen. Fast könnte ich dabei schnurren
  nach einem Moment des Genießens dĂ€mmert mir allerdings, dass das hier nicht mein Wohnblock ist
* Ist irgendwas?

Hiwatari
*Ich verdrehe ein wenig verdutzt den Kopf um ihn ansehen zu können* Iie. Wir sind da, ich brauche den SchlĂŒssel.

Daisuke
*Etwas ratlos sehe ich ihn an, dann dĂ€mmert mir was er meint.* Hai. Verstehe. *Ich löse mich –etwas betont umstĂ€ndlich- aus seiner `Umarmung’. Und sehe ihn freundlich an – jedenfalls so freundlich es geht halt.* Danke fĂŒr den Abend. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich geh dann mal
 *Mit diesen Worten drehe ich mich weg. Ein kleiner harter, enttĂ€uschter Klumpen bildet sich in meinem Bauch, der rasch grĂ¶ĂŸer wird. Zugegeben, es ist albern, aber ich hatte gedacht er bringt mich bis vor die TĂŒr – andererseits
 ich brauche keinen Babysitter. Ich hole tief Atem um und will loslaufen, als ich am Arm gepackt werde. `Du gehst –nirgendwo- hin.’* Uhnnhh? *Ich wende verschreckt den Kopf. Er funkelt mich an. `Glaubst du, ich lasse dich fast einen Kilometer mit besoffener Birne alleine ĂŒber den Campus wanken? Und es tut mir leid, -ich- habe keine Lust, jetzt noch einen Kilometer hin, und dann wieder zurĂŒckzulatschen. Also schlĂ€fst du bei mir.’ Damit hĂ€lt er einladend die HaustĂŒr auf. Benommen folge ich ihm in den Flur, worauf er mich zum Fahrstuhl schiebt. `Da musst du jetzt durch, vier Etagen schleppe ich dich auch nicht hoch.’ Er drĂŒckt den Knopf mit der vier und das GefĂ€hrt ruckelt los. Ich sehe ihn vorsichtig an. Er wirkt so unwirsch
* Bist du irgendwie sauer auf mich? Ich habe zwar sicher ein bisschen viel getrunken, aber hab mich glaub ich doch gar nicht danebenbenommen
 ?

Hiwatari
*Ich muss mich wirklich ernsthaft zusammenreißen ihn nicht wie ein kleines Kind an mich zu ziehen und durchzuknuddeln, er ist einfach unbeschreiblich niedlich wie er mich so mit großen und irgendwie schuldbewussten Augen ansieht. Mit ein wenig Anstrengung schiebe ich alles Knurrige aus meinem Gesicht und lĂ€chele ihn sanft an.* Baka, ich bin nicht sauer. Nur... ein bisschen mĂŒde halt. Ich wollte dich nicht so anekeln, gomen. Und bis auf dein freches kleines Mundwerk hast du dich auch nicht daneben benommen... *Erleichterung tritt in seine Augen und ich bin schlagartig froh darĂŒber, dass sein Scharfsinn offensichtlich auch etwas unter den Cocktails gelitten hat. Die `ich bin halt mĂŒdeÂŽ-Masche ist auch schon so alt wie die Socken von meinem Opa. Ich könnte durchaus noch ein paar Stunden ohne Probleme wach bleiben, mehr als fĂŒnf oder sechs Stunden schlafe ich eh nie... aber ich kann ihm ja wohl kaum sagen dass ich nur so barsch war weil mir eigentlich reichlich unwohl ist bei dem Gedanken, dass er die Nacht bei mir verbringt. Aber ich -hatte- wirklich keine Lust ihn noch einmal ĂŒber den kompletten Campus zu schleppen, mein RĂŒcken macht mir jetzt schon wieder zu schaffen. Seit dem kleinen Unfall vertrĂ€gt er sich nicht gut mit so einseitigen Belastungen wie betrunkene Niwas rumschleppen. Also werde ich es mir jetzt gleich mit einem guten Buch auf der Couch gemĂŒtlich machen und so tun als ob es mich gar nicht interessiert dass Niwa im Zimmer nebenan liegt und schlĂ€ft... und zwar in einem großen, breiten, gemĂŒtlichem Bett, in dem durchaus auch Platz fĂŒr -zwei- wĂ€re*

Daisuke
*Er schließt die WohnungstĂŒr auf und wir treten ein. Er deutet auf eine schmale TĂŒr. `Das Bad ist da. Ich habe auch neue ZahnbĂŒrsten, wenn du willst. In der Schublade links vom Waschbecken.’* Hai, domo. Ich wanke –allerdings jetzt mehr vor MĂŒdigkeit, die mich plötzlich anfĂ€llt- durch die bezeichnete TĂŒr. Ich ziehe die Klamotten bis auf meine Boxers aus und falte sie halbwegs ordentlich zusammen. ZahnbĂŒrste im Mund stehe ich dann vor dem Spiegel und starre mir in die von Alkohol und MĂŒdigkeit kleinen Augen.* Wasch wird dasch hier, Niwa
 du wĂ€rscht bescher nach Hausche gegangen
 *Achselzuckend putze ich mir die ZĂ€hne zu Ende und wasche mich. Dann klemme ich mir das KleiderbĂŒndel unter den Arm und tappe in den Flur. Ich erwarte, dass Hiwatari mir das Sofa zurechtmacht, also gehe ich ins Wohnzimmer. Doch da sitzt er, mit einem Buch und einer Flasche Wasser, und scheint mich vergessen zu haben.* Ahm
 ich wĂ€r dann soweit
 *Irgendwie komme ich mir albern vor, wie bestellt und nicht abgeholt
 Er sieht auf und irgendwie habe ich das GefĂŒhl als ob er zusammenzuckt oder sowas. Schnell spreche ich weiter.* Soll ich nicht.. ahm. Das Sofa?

Hiwatari
Dem Sofa geht es gut, danke der Nachfrage. *Ein klein wenig mĂŒhselig löse ich meine Augen wieder von Niwa und lege das Buch zurĂŒck auf den Tisch. Irgendwie ist es etwas komplett anderes, ihn in Shorts in meinem Wohnzimmer zu sehen, statt in Badehosen im Schwimmbad... etwas ganz anderes. Ich vermeide es, ihn nochmal anzusehen und gehe - den etwas verloren wirkenden Niwa im Schlepptau - Richtung Schlafzimmer und öffne ihm einladend die TĂŒr.* Ich wollte dir eigentlich das Bett anbieten, ich bin bestimmt frĂŒh auf, da ist es praktischer, wenn ich auf dem Sofa schlafe. BettwĂ€sche habe ich ohnehin grade heute morgen frische draufgezogen, brauche nur noch mein Schlafzeug. *Rasch schnappe ich mir meine Schlafsachen und frische WĂ€sche fĂŒr morgens und trete dann wieder den RĂŒckzug Richtung Flur an.* Falls du irgendetwas brauchst, ich bin nebenan. Oyasumi, Niwa-kun.

Daisuke
Hiwatari. *Er stoppt kurz und dreht sich nochmal zu mir. `Hai.’ Ich zögere einen winzigen Moment, dann fasse ich mir ein Herz, trete auf ihn zu, lege einfach die Arme um ihn und drĂŒcke ihn kurz an mich.* Danke fĂŒr den schönen Abend,... und dass du dein Bett opferst. Das ist sehr nett von dir. *Ich sollte mich jetzt wieder von ihm lösen und zwar schleunigst, denn Hiwatari ist förmlich erstarrt bei meiner `Attacke’, doch in der RĂŒckwĂ€rtsbewegung halte ich inne, die HĂ€nde auf seinen Schultern. Unsere Gesichter sind nah voreinander, und wir sehen uns in die Augen. In seinem Blick ist sowas wie höchste Anspannung zu lesen, aber auch noch etwas, das bewirkt, dass in meinem Brustkorb irgendwas zu flattern anfĂ€ngt wie ein gefangener Vogel. /Ob er mich jetzt
 kĂŒsst?/ Meine Augen schließen sich ohne mein Zutun und mein Herz fĂ€ngt an zu rasen. Das nĂ€chste was ich spĂŒre sind seine HĂ€nde, die mich sanft zurĂŒckschieben. Mit immer noch geschlossenen Augen höre ich wie er zur TĂŒr geht. `Gern geschehen, Niwa-kun. Oyasumi nasai
’ Dann klappt die TĂŒr. Ich öffne die Augen und bin allein.* Na toll
 *ich habe es nur geflĂŒstert, aber es dröhnt in meinen Ohren nach. /Offensichtlich bist du nicht sein Typ, Niwa
/ Ich lege mich aufs Bett und rolle mich zusammen. Na gut. Dann habe ich mich eben geirrt. Irgendwie spĂŒre ich keine EnttĂ€uschung mehr, oder auch nur Verlegenheit. Es ist mir alles egal. Der Alkohol bewirkt, dass ich ein richtig schönes Leck-mich-am-Arsch-GefĂŒhl habe, als mir die Augen zufallen
*

Hiwatari
*Mit klopfendem Herzen und zitternden Knien, das Gesicht fest in meine HĂ€nde vergraben, sitze ich auf meiner Sofakante und weiß nicht mehr weiter.* KÂŽso, wenn er doch nur die -geringste- Ahnung hĂ€tte wie er auf mich wirkt... *Mit einem etwas fassungslosen Ausdruck betrachte ich meine bebenden HĂ€nde. Warum macht Niwa sowas? Ich weiß, er war noch nie einer von den Menschen, die vor Körperkontakt zurĂŒckschrecken - mit Saehara als Schulfreund wĂ€re das auch unmöglich gewesen - und es sieht ihm durchaus Ă€hnlich, mich zum Dank zu umarmen... aber das Ă€ndert immer noch nichts an der Tatsache, dass jede seiner BerĂŒhrungen, egal wie unschuldig sie gemeint ist, meinen Puls sofort auf 180 beschleunigt
 und zwar jetzt noch mehr als vor zwei Jahren. Nicht, dass es mich vorher kalt gelassen hĂ€tte, ganz im Gegenteil, Niwa hatte immer schon eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich, aber damals wĂ€re es fatal gewesen wenn ich auch nur fĂŒr eine Sekunde nachgegeben hĂ€tte. In den Momenten, wo ich -fast- soweit war, Niwa endlich zu sagen was ich fĂŒr ihn empfinde oder ihn einfach zu umarmen oder zu kĂŒssen... in den Momenten war Krad rasend vor Eifersucht und ich musste alle meine innere StĂ€rke aufbringen damit er mich nicht ĂŒbernimmt und Niwa endgĂŒltig einen Kopf kĂŒrzer macht. Wenn stĂ€ndig der Tod von jemandem droht den du magst, ist es erstaunlich einfach, einige Dinge zu ignorieren. Jetzt, ohne die stĂ€ndige Bedrohung durch Krad, fĂ€llt mir das wesentlich weniger leicht. /Und warum habe ich nur das dĂ€mliche GefĂŒhl, dass Niwa noch irgendetwas erwartet hat? - Zuerst war es nur eine einfache Umarmung, aber dann... irgendwie nicht mehr./ So gerne ich mir auch einreden wĂŒrde, dass Niwa die Augen -nicht- deshalb geschlossen hatte weil er betrunken und ĂŒbermĂŒdet war sondern weil er tatsĂ€chlich darauf gewartet hat, dass ich ihn -kĂŒsse-, es will einfach nicht klappen. Ich bin es so sehr gewohnt, meine Erwartungen zurĂŒckzuschrauben, dass ich selbst ĂŒber eine -eigentlich eindeutige- Situation noch ins GrĂŒbeln komme. Bei jedem anderen hĂ€tte ich eine Situation wie gerade garantiert nicht ungenutzt verstreichen lassen und ob ich dabei die Tatsache, dass mein GegenĂŒber angetrunken ist, dabei ein bisschen ausgenutzt hĂ€tte wĂ€re mir vollkommen egal gewesen. Wer nicht weiß was er vertrĂ€gt sollte die Finger vom Alkohol lassen oder sich nicht ĂŒber die Konsequenzen wundern die sich ergeben können. Aber bei Niwa ist das anders. Ich kĂ€me -niemals- auf den Gedanken ihn  wirklich zu kĂŒssen - der kleine Kuss in der Cafeteria zĂ€hlt nicht, ich meine einen `richtigen’ Kuss - wenn auch nur der Hauch eines Zweifels daran bestehen wĂŒrde, dass er das auch wirklich will. Und die Tatsache, dass er Probleme hatte gerade zu laufen, halte ich fĂŒr eine ganze Menge Zweifel. UnerklĂ€rlich traurig ziehe ich meine Wolldecke enger um mich, um dem Drang, rĂŒberzugehen und wenigstens einen Blick auf ihn zu werfen, eher widerstehen zu können. Mit einem tiefen Seufzer schließe ich die Augen und versuche wenigstens so zu tun als ob ich schlafe. Dass das höchstwahrscheinlich nicht passieren wird ist eigentlich klar. Doch entgegen aller Erwartungen merke ich wie mir schnell die Lider schwerer werden und drehe mich in meine Schlafposition auf die Seite. In meinem Kopf fĂ€hrt Niwa Karrussel mit meinen GefĂŒhlen... aber ein Gedanke klebt immer noch Ă€usserst hartnĂ€ckig in meinem Kopf.* Ich mag mir hier ja einreden was ich will... aber irgendwie war sein Gesicht enttĂ€uscht als ich ihn von mir geschoben habe.

Daisuke
*Der Raum ist von leiser Musik erfĂŒllt, die sogleich von einer Ansage unterbrochen wird. `Es ist jetzt Sechs Uhr. Die Nachrichten’.*  /Gott, viel zu frĂŒh
 ist doch Samstag./ Ich taste blind nach links um die Stimme zum Schweigen zu bringen, aber meine Hand patscht nur auf ein Kissen. Verdutzt öffne ich die Augen.* Huh? Wieso
 *Dann fĂ€llt mir ein wo ich bin, und dass ich ja eigentlich gar keinen Radiowecker besitze. Noch leicht benommen, jedoch ohne spĂŒrbaren Kater, setze ich mich auf und sehe mich im Zimmer um. Es ist nicht besonders groß, vielleicht neun Quadratmeter, und hat als Mobiliar nur das schwarze ein-meter-achtzig Bett im Futon-Stil und einen schmalen WĂ€scheschrank aus schwarzem Holz mit Rattan-TĂŒrfĂŒllungen. Ich frage mich, wo Hiwatari wohl seine AnzĂŒge aufbewahrt
 Das Bambusrollo filtert das Morgensonnenlicht auf ein ertrĂ€gliches Maß, und ich betrachte die WĂ€nde mit der cremefarbenen Tapete. Ein paar alte japanische Malereien mit eindeutig erotischem Inhalt sind vereinzelt aufgehĂ€ngt .. Ich muss schmunzeln. Klar, dass es sich um homoerotische Motive handelt. Das Bett ist mit naturfarbenen Baumwoll-Laken und -BezĂŒgen eingedeckt, und ich bin irgendwie erleichtert, keine geschmacklos-schwarze Satin-BettwĂ€sche vorzufinden,
 obwohl das zu diesem Hiroki gepasst hĂ€tte. Ich stelle –wieder mal- fest, dass alleine der Gedanke, dass dieser hier in diesem Bett –mit Hiwatari- gelegen hat
 - und nicht nur gelegen - in mir einen leisen Groll hervorruft. Meine Gedanken schweifen zum gestrigen Abend zurĂŒck. Gott ich war wirklich betrunken, alleine dass ich den Mut hatte, Hiwatari einfach zu umarmen
 mein Herz klopft rascher als ich an das GefĂŒhl denke, ihn im Arm zu haben. Und dann
 Eine Sekunde lang habe ich wirklich fest damit gerechnet, dass er mich kĂŒsst. /Aber er –hat- es nicht getan. Du kannst dir also jedwede GrĂŒbeleien sparen, ob du das denn willst, soll heißen, ob du wirklich auf MĂ€nner stehst, 
 denn –er- steht offensichtlich –nicht- auf dich, sonst hĂ€tte er wohl kaum diese eindeutige `Einladung’ ausgeschlagen./ Ich lasse mich seufzend wieder in die Kissen sinken. Das Dumme ist nur, dass ich -trotz Trunkenheit- nicht abstreiten kann, dass ich mir in diesem Moment durchaus –gewĂŒnscht- habe, dass er mich kĂŒsst
 und das nicht etwa aus der Neugierde heraus, wie es ist, einen Mann zu kĂŒssen
 - O.k. - vielleicht auch ein bisschen aus Neugierde. Aber wenn ich mir das GefĂŒhl seiner HĂ€nde auf meiner nackten Haut und seiner KörperwĂ€rme an meiner Brust, die ich durch den Stoff seines Tanktops spĂŒren konnte, ins GedĂ€chtnis rufe, erfasst mich ein angenehmes Kribbeln. Ich möchte nicht mein dummes Gesicht gesehen haben, als er mich von sich geschoben hat. Aber was soll’s. Die Abfuhr war mehr als deutlich und ich werde damit umgehen mĂŒssen. /Klare VerhĂ€ltnisse, Niwa!/ Entschlossen richte ich mich wieder auf um mich anzuziehen. Als ich die Decke zurĂŒckschlage und mein Blick auf meine Körpermitte fĂ€llt, wird mir allerdings klar, dass das Thema vielleicht doch nicht so leicht abgetan werden kann, wie ich hoffte. Mein Körper scheint anderer Meinung zu sein als ich, die handfeste Erektion, die sich unter meiner Boxer abzeichnet, spricht BĂ€nde. Leicht genervt lasse ich mich abermals in die Kissen fallen. Ich kann schlecht jetzt und hier Abhilfe schaffen
 also denke ich angestrengt an alles Mögliche um mich abzulenken. Vorlesungen, Jogging, kaputte Kunstdrucke,
 /K’so,.. bei alldem muss ich auch immer gleich an Hiwatari denken./ Als letzten Ausweg denke ich an zu Hause. Riku kommt mir in den Sinn, die dauernden Streitigkeiten, die Trennung und zuletzt unser mehr als kĂŒhler Abschied zwei Tage bevor ich  hierher gekommen bin. Es ist zwar ziemlich gemein ihr gegenĂŒber, aber zufrieden stelle ich fest, dass das wirkt. Kurze Zeit spĂ€ter ist mein Problem beseitigt und ich ziehe mich erleichtert an. Als ich das Bett mache kann ich nicht verhindern, ein klein wenig enttĂ€uscht zu sein. Das war das erste und letzte Mal, dass ich hier geschlafen habe, soviel ist mal sicher
 Ich stelle noch das Fenster auf Kipp und sehe mich ein letztes Mal um. Alles in Ordnung. Ich öffne leise die TĂŒr und tappe auf Socken durch den Flur. Es ist still in der Wohnung. Vorsichtig gehe ich zur WohnzimmertĂŒr und schaue hinein. Hiwatari liegt auf dem Sofa, ganz offensichtlich in tiefem Schlaf auf dem RĂŒcken. Ich nehme die Gelegenheit wahr, bleibe in der TĂŒr stehen und betrachte ihn eingehend. Sein Top hĂ€ngt auf der RĂŒckenlehne, die Jeans hat er noch an wie ich sehen kann, denn ein Bein ragt unter der dĂŒnnen Decke hervor die seinen bloßen Oberkörper halb bedeckt, auf dem die linke Hand ruht. Sein Gesicht ist sanft, die verwuschelten Haare bedecken sein linkes Auge, und seine Lippen sind ganz leicht geöffnet. Ich kann meine Blicke nicht von ihm lösen, und in meiner Brust flattert schon wieder das gefangene Vögelchen. Ich ĂŒberlege ob ich ihn wecken soll, aber es ist eindeutig noch zu frĂŒh.. die brennende Leselampe und die auf dem Schreibtisch ausgebreiteten Papiere zeigen mir außerdem, dass er in der Nacht gearbeitet haben muss. Soviel zu `ich bin halt mĂŒde’
 mein Gesicht verzieht sich etwas. Also war er in dem Moment im Aufzug –doch- irgendwie unwirsch
 ich gehe behutsam bis an den Schreibtisch vor und nehme mir einen Zettel aus der Notiz-Box. `Ich war frĂŒh auf und bin schon mal nach Hause, kein Grund, deinen Schlaf zu stören. Vielen Dank nochmal – fĂŒr alles. Daisuke’ Ich lĂ€chle vor mich hin, als ich den Zettel gut sichtbar an die Lampe lehne. Dieses Mal habe ich bewusst mit meinem Vornamen unterschrieben
 Ich trete leise den RĂŒckzug an und werfe einen letzten Blick auf die reglose Gestalt auf dem Sofa, wĂ€hrend ich mir die Schuhe anziehe. Nur Sekunden spĂ€ter ziehe ich die WohnungstĂŒr mit einem leisen `Klick’ hinter mir zu und mache mich auf den Heimweg. Kurz ĂŒberlege ich, Schwimmen zu gehen, doch dann verwerfe ich den Gedanken. Ich habe andere PlĂ€ne... Zuhause angekommen hole ich mir schnell eine Tasse Tee und ein Toast aus der GemeinschaftskĂŒche. Toast im Mund, krame ich in meinem Zimmer den Zeichenblock, Bleistifte und das Klemmbrett hervor. Wie war das noch? Die Semesterarbeit im Aquarellierkurs war doch, eine menschliche Gestalt zu malen 
 freies Thema. Ich setze mich ans Fenster, nehme noch kurz einen Schluck Tee und fange dann mit meiner Skizze an.

Hiwatari
*ein wenig unwirsch grabe ich mich durch meinen Kleiderschrank auf der Suche nach einem, -irgendeinem- T-Shirt, aber alles, was ich finde sind einige meine Oberhemden zu den AnzĂŒgen...und -die- kann ich zum Joggen ja wohl kaum anziehen. Mit einem kleinen Seufzen schnappe ich mir schliesslich eines meiner -fĂŒr den Winter gedachten- Unterhemden und schlĂŒpfe hinein. Nach meinem kleinen Hausarbeitsanfall heute Vormittag -dem auch sĂ€mtliche Berge an SchmutzwĂ€sche die sich angesammelt hatten zum Opfer gefallen sind, der Grund, warum mir eine passende Oberbekleidung zum Sport fehlt - brauche ich jetzt ein bisschen Bewegung an der frischen Luft. - Mit meinem geplanten Arbeitsprogramm fĂŒr heute bin auch auch fertig geworden, meine Montagsvorlesung liegt fertig ausgearbeitet auf meinem Schreibtisch. Auch wenn ich mir wahrscheinlich dafĂŒr hĂ€tte Zeit lassen können, denn dass meine `Französisch-NachhilfeÂŽ fĂŒr Niwa am Sonntag ĂŒberhaupt stattfinden wird halte ich fĂŒr irgendwie unwahrscheinlich. Ich halte beim Schuhe binden kurz inne und seufze leicht. Ich muss ja ehrlich zugeben, dass er heute morgen schon weg war als ich endlich aufgewacht bin, mit fĂŒr mich untypischer VerspĂ€tung, hat mich irgendwie enttĂ€uscht. Normalerweise wache ich ganz von alleine zwischen fĂŒnf und halb sieben auf, ich stehe dann zwar noch nicht immer auf und manchmal schlafe ich auch noch mal fĂŒr eine Stunde oder zwei ein, aber -wach- werde ich grundsĂ€tzlich um diese Zeit. Eigentlich. Heute habe ich wie ein Stein durchgeschlafen bis kurz vor neun, das dĂŒnne Paperback in dem ich auf dem Sofa liegend gelesen hatte verknudelt unter mir. Das kleine Nickerchen als ich mich das erste Mal hingelegt hatte war nur von kurzer Dauer, kaum eine halbe Stunde und danach konnte ich nicht mehr einschlafen und habe mich stattdessen lieber schon mal an meine Vorbereitungen gesetzt. Irgendwann gegen fĂŒnf tat mir dann der RĂŒcken weh und ich habe es mir mit Buch auf dem Sofa bequem gemacht wo es mich dann auch irgendwann hinweggerafft haben muss. Ich widme mich meinem zweiten Schuh und grĂŒbele weiter. Irgendwie finde ich es schade, dass Niwa sich so einfach verdrĂŒckt hat... aber wer wĂŒrde es ihm verĂŒbeln wollen nach den `EreignissenÂŽ vom Abend davor. Keine Ahnung ob er sich noch an unseren `Fast-aber ich habe einen RĂŒckzieher gemachtÂŽ-Kuss erinnert oder nicht, es war ihm bestimmt peinlich morgens in meinem Bett aufzuwachen weil er zuviel getrunken hatte. Mit einem harten Ruck ziehe ich die HaustĂŒr hinter mir zu und nehme die Stufen nach unten im Laufschritt zum aufwĂ€rmen. Was mich wieder zu dem Zettelchen zurĂŒckfĂŒhrt das mich schon den ganzen Tag unterbewusst verfolgt. Dass er gegangen ist bevor ich aufgewacht bin ist ja schön und gut und auch verstĂ€ndlich... aber was sollte dieses `Vielen Dank - fĂŒr allesÂŽ? Was bitte ist denn alles? Irgendwie klingt das so... na, ich weiss nicht wie das klingt aber auf jeden Fall komisch. Als wĂ€re das nicht einfach nur ein normales `Danke und bin wegÂŽ Zettel gewesen, eine einfache Notiz wo wer hin ist, aus Höflichkeit hinterlassen oder so was. Irgendwie bedeutungsschwanger. Und warum hat er mit seinem Vornamen unterschrieben? Dass ich ihm angeboten habe mich Satoshi zu nennen war ja eigentlich nur damit er nicht stĂ€ndig Hiwatari und Hikari durcheinander wirft, aber er ist ja immer beim Familiennamen geblieben. Also warum unterschreibt er mit `DaisukeÂŽ und nicht mit `NiwaÂŽ?? Frustriert schĂŒttele ich den Kopf und mache mich auf den Weg zu meiner ersten Runde. Das Laufen wird mir helfen den Kopf freizubekommen, das hat bis jetzt noch immer geholfen. Über meine sehr seltsame Beziehung zu Niwa kann ich mir spĂ€ter immer noch in aller Ruhe Unmengen von Gedanken machen....was mehr als nur etwas wahrscheinlich ist.*

Daisuke
*Ich recke und strecke mich ausgiebig. Ein Blick auf die Uhr erklĂ€rt, warum mein Magen so knurrt. Es ist fast zwei und ich habe außer dem Toast heute morgen nichts im Magen als zwei Tassen Tee. DafĂŒr ist meine Skizze so gut wie fertig. Zufrieden betrachte ich die Zeichnung. Ich habe die Szene so deutlich vor Augen gehabt, dass ich nahezu jedes Detail hĂ€tte zeichnen können, jede Falte in der Decke, jeden Schatten seiner Wimpern auf den Wangen, jede einzelne HaarstrĂ€hne. Dass die Zeichnung trotzdem etwas vom Original abweicht liegt daran, dass ich mir ein wenig kĂŒnstlerische Freiheit genommen habe
 So trĂ€gt Hiwatari zum Beispiel auf meinem Bild keine Kleidung
 jedenfalls nichts, was sichtbar wĂ€re. Und seine Brust ist nicht bedeckt, sondern der Saum der Decke beginnt knapp unterhalb seines Bauchnabels und endet Mitte der Oberschenkel 
 wie er nackt aussieht ist mir ja aus dem Schwimmbad noch mehr als gegenwĂ€rtig. Den Hintergrund des Zimmers habe ich bis auf vage Schemen weggelassen, nur links das Fenster mit der einfallenden Morgensonne ist deutlich zu erkennen. In der Aquarell-Version werde ich mit dem Licht noch etwas spielen
 Hiwataris GesichtszĂŒge wirken so lebendig dass es mir fast die Kehle zuschnĂŒrt. WĂ€hrend ich beim Zeichnen nur das jeweilige Detail gesehen habe, das ich gerade bearbeitet habe, wird mir jetzt, da ich das Bild als Ganzes betrachte, bewusst wie unglaublich anziehend Hiwatari auf mich wirkt. Bevor diese Tatsache wieder körperliche Auswirkungen hat, lege ich das Klemmbrett lieber, wenn auch seufzend, beiseite und stehe auf. Mich noch einmal streckend gehe ich in die KĂŒche um mir eine Fertigsuppe zu machen. Ich werde wohl nach dem Essen noch eine Runde schlafen. Nachdem ich wie ein Getriebener ununterbrochen fast 7 Stunden gezeichnet habe, bin ich total kaputt
 eine Suppe und zwei Toastscheiben spĂ€ter liege ich k.o. auf meinem Bett. Vor dem Einschlafen denke ich – eigentlich unvermeidlich - noch mal an den vergangenen Abend zurĂŒck. Als ich bei dem verhinderten Kuss ankomme und mir wieder das GefĂŒhl von Hiwataris Haut an meiner ins GedĂ€chtnis rufe, reagiert mein Körper – fast möchte ich sagen selbstverstĂ€ndlich - wieder genauso wie heute morgen. Dieses Mal sehe ich allerdings keinen Grund, meine GefĂŒhle zu unterdrĂŒcken und gebe dem Verlangen nach, mich selbst zu streicheln. Es dauert nicht lange bis ich mit seinem Namen auf den Lippen komme, und wenig spĂ€ter falle ich in einen mehr oder weniger erschöpften Schlummer. --- Als ich wieder aufwache ist es bereits spĂ€ter Nachmittag, wie ich an der Nachmittagssonne sehen kann, die durch mein Fenster aufs Bett fĂ€llt. Ich fĂŒhle mich halbwegs fit und beschließe, meine abendliche Joggingrunde zu machen. So wie immer
 und so wie immer mit der unterschwelligen Hoffnung, Hiwatari zu treffen, wie ich mir widerstrebend eingestehen muss
 WĂ€hrend ich die erste Runde locker abwechselnd laufe und gehe, starre ich auf dem Hinweg ununterbrochen Richtung seinem Wohnblock, und auf dem RĂŒckweg kann ich es kaum erwarten, diesen wieder im Blickfeld zu haben. Ich werde unmerklich immer schneller, erst als ich leise anfange zu keuchen drossele ich mein Tempo. Kein Grund sich Seitenstiche einzufangen
 Ich gehe wieder ein paar Meter und platze fast vor Ungeduld, endlich wieder die bewusste HaustĂŒr zu sehen, als ich plötzlich angesprochen werde. `Hallo Niwa
’*

Hiwatari
*Er zuckt merklich zusammen und wirkt irgendwie ertappt als er sich umdreht um zurĂŒckzugrĂŒĂŸen... etwas, was nur noch dazu fĂŒhrt dass sich das unwillkĂŒrlich amĂŒsierte LĂ€cheln auf  meinem Gesicht noch vertieft.* Zwei Tage in Folge treffe ich dich beim Laufen... ZufĂ€lle gibts....* Ich hatte das eigentlich genau so gemeint wie ich es gesagt hatte aber ich bin reichlich verwundert als Niwa auf diesen Small-Talk Kommentar hin leicht rot anlĂ€uft und irgendwie bekomme ich leichte Zweifel, ob dieses Treffen wirklich so zufĂ€llig war, wie es den Anschein hatte. Schließlich ist das UnigelĂ€nde ausgesprochen groß. `Ja, komisch...ÂŽ das klingt ziemlich verlegen und Niwa scheint auch Probleme zu haben mich anzusehen. Fixiert lieber seine Turnschuhe. Ich kann spĂŒren wie ein ganz kleines bisschen unwohlsein in mir aufkommt und der nĂ€chste Vorschlag kommt einfach nur um diesem Treffen hier einen ganz normalen und vollkommen harmlosen Anschein zu geben, ganz ungefĂ€hr so als hĂ€tte Niwa nicht gestern darauf gewartet, dass ich ihn kĂŒsse... glaube ich zumindest.* Nun, da wir uns ja ohnehin immer treffen, können wir ja auch gleich ein StĂŒck zusammen laufen wenn du willst.

Daisuke
*Mir bleibt erstmal die Sprache weg. Da starre ich angestrengt nach –vorne- in der Hoffnung, Hiwatari zu erspĂ€hen, und dann spricht er mich von hinten an. Sein Statement von dem `Zufall’ treibt mir die Röte ins Gesicht, 
 sein Angebot zusammen zu laufen nehme ich mit gemischten GefĂŒhlen an. Ich freue mich, habe es mir ja schließlich gewĂŒnscht, ihn zu treffen
 aber gleichzeitig bin ich total unsicher. Ich weiß nicht was ich sagen soll
 ein bisschen peinlich ist mir das ganze von gestern schon. Um was zu sagen lĂ€chle ich ihn an und gebe sowas wie `Diese Strecke laufe ich eigentlich jeden Tag, irgendwie bin ich jetzt daran gewöhnt
’ von mir und verfluche meine Einfallslosigkeit. Er nickt nur lĂ€chelnd und lĂ€uft schweigend neben mir her. Dieses LĂ€cheln
 warum verunsichert mich das nur so. Es ist, als ob er was weiß.. aber was sollte er denn wissen? Ich weiß ja selber auch nicht wirklich, was los ist
* Ano
 wegen der Franzosen-Vorlesung
 *langsam komme ich mir schon albern vor, ihn stĂ€ndig darauf anzusprechen, und werfe ihm einen scheuen Seitenblick zu. Aber anstatt genervt sieht er auf einmal regelrecht erfreut aus. Als er mir den Blick zuwendet sehe ich schnell wieder nach vorne. `Hai, gerne. Passt es dir denn morgen nun?’* H.. hai.. *Von der prompten Zusage ĂŒberrumpelt stolpere ich fast ĂŒber meine FĂŒĂŸe. `Und um welche Uhrzeit?’* Wie wĂ€re es nachmittags? So um zwei? *Er nickt zustimmend `In Ordung. Dann wird es abends nicht so spĂ€t.’* Hai. *Ich könnte mich schwarz Ă€rgern, dass ich so wortkarg bin, aber ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll. Diese verdammte Spannung zwischen uns ist fast greifbar, und er hilft mir auch nicht gerade
 Wir beenden unseren Lauf schweigend, und ich kann nicht sagen, dass ich mich sonderlich wohl fĂŒhle. An dem Ende der Strecke, wo er zu sich nach Hause abbiegen muss, bleiben wir kurz stehen. `Also dann.. bis morgen.’ Er sieht mich lĂ€chelnd an und ich nicke bestĂ€tigend.* Hai. Bis morgen
 *Ohne weitere Worte dreht er sich um, und ist schon ein paar Schritte weg.* Hiwatari
 *`Hai.’ –Flashback- Ich sehe plötzlich die Szene vom abend vorher wieder vor mir und schnappe unwillkĂŒrlich nach Luft.. dann reiße ich mich zusammen.* Ahm.. deine Telefonnummer? Ich meine.. falls wieder irgendwas dazwischen kommt
 *Er dreht sich um und sieht mich aufmerksam an. /Hiwatari-Blick/ schießt mir unwillkĂŒrlich durch den Kopf, doch dann nennt er mit ruhiger Stimme seine Nummer. Ich wiederhole sie, er nickt bestĂ€tigend, und macht sich dann endgĂŒltig auf den Weg. `Ja mata’* Ja
 *Mit mĂ€chtigem Herzklopfen mache ich mich meinerseits auf den Weg nach Hause. Irgendwie machen meine Nerven das alles nicht mehr lange mit


Hiwatari
*Sobald ich um die nĂ€chste Kurve in ein etwas buschiges StĂŒck GelĂ€nde komme und weiß, dass er mich auf keinen Fall mehr sehen kann, ist es mit meiner Selbstbeherrschung vorbei und aus dem krampfhaften Grinsen wird zuerst ein leises Kichern, dann ein Lachen das dafĂŒr sorgt, dass mir die TrĂ€nen in die Augen steigen und ich stehenbleiben muss, um vornĂŒbergebeugt nach Luft schnappen zu können. Immer noch fast manisch kichernd stolpere ich ein paar kleine Schritte bis ich von dem Weg runter bin und mich erschöpft flach auf das angrenzende WiesenstĂŒck fallen lasse. Wie kann ein einzelner Mensch nur so blöde sein? Ein breites, zufriedenes LĂ€cheln auf dem Gesicht starre ich auf dem RĂŒcken liegend in den Himmel ĂŒber mir. Mir ist schleierhaft wieso... aber irgendwie ist mir wĂ€hrend dieser `kleinen UnterhaltungÂŽ eben schlagartig etwas klar geworden. Niwa hat sich nicht von mir ferngehalten weil er gemerkt hat, dass ich a) auf Kerle stehe und b) auf ihn ganz im speziellen - auch wenn ich nicht weiß, ob ihm das schon so richtig klar ist-, sondern dass sein merkwĂŒrdiges Verhalten wohl eher damit zu tun hatte, dass... na, sagen wir mal ich verstehe plötzlich, warum er bei dem Vorschlag, ins Museum zu gehen so komisch reagiert hat. Oder warum er enttĂ€uscht ausgesehen hat, als ich ihn gestern nicht gekĂŒsst habe.* Ganz offensichtlich hat Niwa eine SchwĂ€che fĂŒr dich entdeckt... und du DĂ€mlack hast eigentlich genau das Gegenteil angenommen.... *laut ausgesprochen habe ich sofort wieder das GefĂŒhl was fĂŒr ein Unsinn das doch ist und das sich mein vernebeltes Hirn die ganzen relativ eindeutigen Zeichen, die ich meine erkannt zu haben, nur ausdenkt, weil es mir so wunderbar in den Kram passen wĂŒrde... aber diesmal bringe ich diese Stimme resolut zum schweigen. Niwa -ist- stĂ€ndig verlegen wenn er mit mir zusammen ist, er -hat- sich gestern abend auf dem Weg zurĂŒck eindeutig fester an mich gelehnt als unbedingt notwendig gewesen wĂ€re und es ist ziemlich eindeutig, dass er das gemeinsame Schwimmen nicht nur wegen der gesunden Bewegung genossen hat... oder dass er -schrecklich- beleidigt war, weil ich ihm gestern nur in Shorts die TĂŒr aufgemacht habe. Nachdenklich kaue ich an einem Grashalm. Und wenn man von dem Standpunkt ausgeht, dass Niwa seine Vorliebe fĂŒr blauĂ€ugige Unidozenten entdeckt hat, macht auch sein seltsam distanziertes Verhalten nach unserem unterbrochenen Abendessen Sinn. Ich habe ihm schließlich nicht erzĂ€hlt, dass ich zu der Zeit noch liiert war, um ehrlich zu sein, wusste Niwa noch nicht mal, dass sich meine Vorlieben ausschliesslich auf MĂ€nner richten, es muss ein ganz schöner Schreck fĂŒr ihn gewesen sein, so plötzlich zu erfahren dass ich `nicht mehr zu haben, aber theoretisch verfĂŒgbarÂŽ bin. Und offensichtlich hat ihm das gar nicht geschmeckt, denn, genau betrachtet, hatte sein Verhalten ziemlich große Ähnlichkeit mit einem ganz besonderen GefĂŒhl: Eifersucht. Der kleine Kuss in der Cafeteria, oder dass -ich- nach dem Montag Abend mehr Abstand gehalten habe als sonst und nicht wie ĂŒblich mit ihm `geflirtetÂŽ habe dĂŒrfte ihn noch zusĂ€tzlich verwirrt haben. Weiß der liebe Herr im Himmel, was er sich gedacht haben mag, vielleicht sogar, dass ich ihn wirklich nur als kleines HĂ€ppchen auf dem Weg haben wollte, wie Hiroki es mir ja auch vorgeworfen hat. Woher sollte er denn auch wissen, dass ich mit Hiroki nur noch zusammen war, um mir den Stress einer Trennung so kurz vor seiner Abreise zu ersparen. HĂ€tte ich auch nur jemals den Verdacht gehabt, Niwa wĂŒrde sich mehr als rein freundschaftlich fĂŒr mich interessieren, ich hĂ€tte Hiroki noch nicht mal -angesehen-! - Aber wie sollte ich das denn ahnen, wo er doch so offensichtlich in Harada verliebt war... einer der GrĂŒnde, warum ich mehr als plötzlich umgezogen bin ohne eine Nachsendeadresse zu hinterlassen. Kaum war mir klar geworden, wie viel mir Niwa eigentlich bedeutet konnte ich es nicht mehr ertragen ihn mit Harada zusammen zu sehen. Auch wenn es feige ist habe ich es vorgezogen, Abstand zwischen uns zu legen...und sei es auch nur um ihn mit meiner - fĂŒr mich sehr offensichtlichen- Eifersucht nicht unglĂŒcklich zu machen. Jetzt mit einem eindeutig weicheren LĂ€cheln stehe ich geschmeidig wieder auf und klopfe mir das Gras von der Hose. Vielleicht kann ich morgen ja etwas -mehr- Licht in meine Vermutungen bringen - auch wenn ich damit vielleicht ein Risiko eingehe.* No risk no fun...* Mit einem letzten leisen Auflachen mache ich mich endgĂŒltig auf den Heimweg.*

Daisuke
*Zu Hause angekommen, schreibe ich als erstes die Telefonnummer auf einen Zettel. Ich bezweifle zwar, dass ich sie –je- vergessen wĂŒrde
 aber sicher ist sicher. SpĂ€ter, unter der Dusche, lasse ich die letzte Stunde Revue passieren. Ich werde aus dieser ganzen Situation einfach nicht schlau. Gestern abend noch hatte ich das GefĂŒhl, ihm um den Hals fallen zu mĂŒssen, er war die ganze Zeit so
 -nett- und  irgendwie offen
 Heute dagegen kam es mir vor, als ob eine unsichtbare Mauer zwischen uns stand, er war ja nicht unfreundlich, aber distanziert
 leicht grollend stelle ich fest, dass ich mich tatsĂ€chlich wie ein Schuljunge neben seinem Sensei gefĂŒhlt habe. Kein guter Ausgangspunkt, um jemanden anzubaggern
 Hoppla!* -Was- hast du da gerade gedacht? Niwa, so langsam knallst du endgĂŒltig durch, ne? *Unwillig murmelnd verlasse ich die Dusche und schlinge mir ein Handtuch um die HĂŒften, den letzten Gedanken noch mal rekapitulierend. Vielleicht
 wenn ich nur ein klitzekleines Bisschen
 /Idiot. Du hast gestern Anspielungen noch und nöcher gemacht
 was denn noch? Willst du dich ihm wirklich an den Hals werfen? Das könnte ziemlich schmerzhaft enden
/ Trotzig gehe ich in die KĂŒche. /Und wenn schon
 no pain,  no gain!/ Mit einem Joghurt bewaffnet gehe ich auf mein Zimmer und nehme meine Skizze noch mal zur Hand. GrĂŒblerisch starre ich auf Hiwataris Bild.* Wenn ich nur wĂŒsste, wie –du- zu der ganzen Sache stehst
 oder zu mir
 *seufzend mache ich mich daran, mein karges `Abendessen’ zu löffeln. Das bei Hiwatari war da von ganz anderem Kaliber
 und morgen
 plötzlich fĂ€llt mir ein, dass wir zwar eine Zeit ausgemacht haben, aber nicht, -wo- wir uns denn nun treffen wollen. Irgendwie bin ich stillschweigend davon ausgegangen, dass wir uns wieder bei ihm treffen, aber eigentlich bin ich ja mal dran mit einladen. PrĂŒfend sehe ich mich im Zimmer um. Yap, man kann hier Besuch empfangen. Und wenn ich im Konbini ein paar Snacks und was zu Trinken besorge
 aber dazu muss ich es ihm ja auch sagen. Und wenn er ablehnt? Warum sollte er als Dozent in eine Studentenbude
 andererseits
 er ist nicht –so- ein arroganter Typ
 Ich starre auf meinen Notizblock. Ich brauche ihn ja nur anzurufen
 doch schon alleine bei dem Gedanken krampft sich alles in mir zusammen. Ich starre und starre auf die Nummer
 bis sich eine leise spottende Stimme in mir vernehmen lĂ€sst. /Jaja, no pain, no gain, ne?/ Ich atme einmal tief durch und greife zum Handy. /Auf geht’s Niwa, mach dich zum Clown
/ -  Atemlos und mit rasendem Herzschlag lausche ich auf das Tuten in der Leitung. Dreimal, viermal
 fast mutlos will ich schon wieder auflegen
 `Moshimoshi.’* Hai. Niwa hier. Ich
 wegen morgen
 also
 /Gott wie dĂ€mlich. Du stotterst schon wieder so hilflos herum!/ *Am anderen Ende ist es einen Moment still. Dann: `Ja?’* Also, ich dachte,
 vielleichtwillstdujamalzumirkommen
 *Ich habe es mit affenartiger Geschwindigkeit hervorgenuschelt. Am anderen Ende ist es abermals still. Ich höre ein leises GerĂ€usch, das wie ein amĂŒsiertes RĂ€uspern klingt,  dann erklingt wieder Hiwataris dunkle Stimme. `Klar, gerne.’* Echt??? *Ich kann mir den freudigen Ausruf einfach nicht verkneifen, bereue es jedoch sofort, als ich ein leises Kichern durch die Leitung höre.* Wieso lachst du? *Er antwortet mit einer Gegenfrage. `VerrĂ€tst du mir auch, wo du eigentlich genau wohnst?’* Mir innerlich vor die Stirn schlagend nenne ich ihm hastig Block und Zimmernummer. Er scheint es aufzuschreiben, denn es folgt ein `Ok. Hab’s.’ Danach ist erstmal Ruhe. Ich könnte jetzt auflegen, aber irgendwie will ich das GesprĂ€ch noch nicht beenden
 unvermutet `rettet’ Hiwatari mich. `Was machst du denn heute noch?’ * Ano
 ich wollte eigentlich ein bisschen malen,
 aber 
 ich hab meinen Aquarellkasten im Kunstraum liegen gelassen und eine Staffelei habe ich mir auch noch nicht ausgeliehen
 aber heute ist es wohl schon zu spĂ€t, nochmal ins HauptgebĂ€ude zu gehen, ne? *Irgendwie will sich mein Puls einfach nicht mehr beruhigen, seit ich ihn in der Leitung habe und ich warte fast Ă€ngstlich auf seine Antwort.*

Hiwatari
*Auf meinem Gesicht macht sich ein kleines ĂŒberrascht-zufriedenes LĂ€cheln breit,. -eigentlich- hatte ich die `was machst du heute nochÂŽ-Frage nur gestellt, weil ich das GesprĂ€ch einfach nur noch nicht beenden wollte.... aber das Niwa mir diese vollkommen unverfĂ€ngliche Gelegenheit, ihn heute Abend auch noch zu sehen, prĂ€sentieren wĂŒrde, hatte ich mir gar nicht erhofft.* Hai, um die Uhrzeit ist normalerweise alles abgeschlossen....* Amusement und ein winzig kleines bissel Ironie schleicht sich in meine Stimme* ...aber auch wenn Schlösser fĂŒr dich ja eigentlich kein Problem sein sollten, mit den passenden SchlĂŒsseln ist es auf jeden Fall einfacher. Wenn du willst, können wir gerne nochmal zusammen in den Kunstraum gehen, ich hatte ohnehin ĂŒberlegt noch etwas Tuschepapier zu holen. *...eine gerade erfundene LĂŒge, ich habe noch einen ganzen Kasten in meinem Schreibtisch und im Moment gar keine Lust auf Kalligraphie... aber das kann Niwa ja nicht wissen...* Dann kannst du deinen Farbkasten holen und fĂŒr die Staffelei unterschreibe ich dir, dann brauchts du kein Pfand zu hinterlegen... *...und da so eine Staffelei ziemlich sperrig ist kann etwas Hilfe beim Tragen nicht schaden... eine hervorragende Ausrede zu Niwa hochzugehen. -das- behalte ich allerdings lieber fĂŒr mich und mein Grinsen ist mehr als nur ein bisschen verschmitzt als ich auf seine Antwort warte.* Also, was meinst du?

Daisuke
*Dass er meine rhetorische Frage mit so einem Vorschlag beantworten wĂŒrde, habe ich nicht erwartet. Entsprechend bin ich erstmal sprachlos. Nach einer unmöglich langen Pause rĂ€uspert er sich denn auch vernehmlich. `Niwa? Noch da?’* Äh, hai. Ja
 das ist ja echt nett von dir,
 also,
 ich komme dann sofort,
 *ein Blick an mir herab, auf das Handtuch, das eben noch um meine HĂŒften gebunden war, nun jedoch auf dem Boden liegt, lĂ€sst mich schon wieder innerlich aufstöhnen.* 
 ich meine sobald ich wieder was anhabe, Ă€h, ha ha also ich meine etwas womit man auch rausgehen kann
 *ich brauche nicht in den Spiegel zu schauen um zu wissen dass, ich knallrot im Gesicht bin. Verdammt noch mal! Wieso muss ich ihm gegenĂŒber immer so verunsichert sein, dass ich wirke wie der letzte Trottel? Ich ringe um Fassung, um dann tatsĂ€chlich mit normaler Stimme ein: `Also in einer halben Stunde vor dem Haupteingang?’ hervorzubringen. Diesmal ist das Grinsen in seiner Stimme deutlich zu hören. `In Ordnung. Ich bin da. Bis gleich.’ Damit ist das GesprĂ€ch beendet und ich drĂŒcke entnervt den `Aus’ Knopf. /Gut gemacht Niwa. Er wird sicherlich auf einen stotternden, verunsicherten Jungstudenten abfahren../ * Heey. Ich bin fast genauso alt wie er! /Und warum benimmst du dich dann nicht so?/ *Grummelnd ziehe ich mir ein paar Shorts und ein Tanktop an. Schwarz. Das letzte saubere
 angesichts des schwĂŒlen Wetters kein Wunder. Das heißt allerdings, dass ich mich morgen vormittag auch noch im stickigen Waschcenter der Uni rumdrĂŒcken darf
 seufzend schließe ich die TĂŒr ab und mache mich auf den Weg zum Haupttrakt der Uni, tausend kribbelnde Ameisen im Bauch. HĂ€tte nicht gedacht, Hiwatari heute noch mal zu treffen...*

Hiwatari
*Kichernd packe ich mein Telefon wieder in seine Aufladestation. Mittlerweile weiß ich wirklich nicht mehr, wie ich so etwas Offensichtliches wie Niwas NervositĂ€t, wenn es um mich geht, ĂŒbersehen konnte.* Wie ein extrem schĂŒchternes verliebtes MĂ€dchen manchmal... obwohl, -so- schĂŒchtern ist er gar nicht immer... *Ich hole meinen SchlĂŒsselbund vom Haken und stelle schnell den Wasserkocher ab - ich wollte gerade Tee kochen als das Telefon klingelte - wĂ€hrend ein Bild von Niwa nur in Boxershorts in meinem Flur vor meinem inneren Auge aufblitzt.* 
und ein -MĂ€dchen- definitiv auch nicht.* Mein Schmunzeln Ă€hnelt jetzt so in etwa dem einer Katze, die gerade den Goldfisch gefressen hat und auf dem Weg zum Kanarienvogel ist. Ich musste mich eben schrecklich zurĂŒckhalten um Niwa nach seinem kleinen Bekleidungskommentar nicht nonchalant darauf hinzuweisen, dass mich sein offensichtlich mangelhaft bekleideter Zustand nicht im geringsten stören wĂŒrde... und sei es auch nur, um spĂ€ter Zeit zu sparen
* -Wahr- wĂ€re es ja... *Ich schlĂŒpfe in meine Schuhe und mache mich gemĂŒtlich auf den Weg* ...aber man muss es ja nicht gleich ĂŒbertreiben, ne...

Teil 2                                                                                                   back