Autoren: Heero und Quatre                                                                                              back
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Kommentar: Dies ist die Fortsetzung des RPGs "Im Labor von Dr.J" Erfahrt, wie es mit Heero und Quatre weitergeht, nachdem sie sich von den Strapazen im Labor erholt haben. Bleiben sie wirklich zusammen und wie sieht ihr jetziges Leben aus?

 

If I could turn back time 2/3

Ich lief den ganzen Weg wieder zurück, den ich mir natürlich gemerkt hatte. Ich war gut darin, mir Strecken zu merken....na ja, als Soldat konnte man das eben. Dann kam ich endlich vor unserer Haustüre an. Ich stieg die Treppen hinauf und klopfte an. Ich hoffte, er war nicht weggelaufen oder ähnliches, sonst würde ich nämlich noch die nächsten Stunden vor der Tür verbringen können.

Ich wachte von einem Klopfen an der Tür auf. Ich hatte die ganze Nacht gewartet, dass Heero wiederkommt, voller Sorge wo er wohl war und was er tun würde. Im strömenden Regen herumzulaufen mit kurzen Sachen war ja nicht so gesund. Im Morgengrauen war ich dann in einen unruhigen Schlaf gefallen. Ich stand auf und ging zur Tür, fühlte mich wie gerädert. Ich riss sie mit einem Ruck auf, und erblickte Heero, der äußerst ausgeschlafen vor mir stand. „Oh, da bist du ja!“ sagte ich kühl. „Darf man fragen, wo du die ganze Nacht gewesen bist?“ Ich stand mitten in der Tür im Weg, und hatte erstmal nicht vor, zur Seite zu treten.

Ich blinzelte. Das war ja klar. Ich wusste, er würde mich das fragen. Ich senkte den Kopf, um ihm nicht in die Augen sehen zu müssen, denn Quatre kannte mich schon so gut, dass er an meinen Augen erkennen konnte, ob ich lüge oder nicht. Ich zitterte leicht. Ich konnte ihm doch nicht sagen, wo ich gewesen war. "Ich...ich musste nachdenken...über uns.", sagte ich leise. "Dann hat es geregnet und ich hab mich unterstellen müssen...." Ich schluckte

"Aha. Nachdenken also. Und wo..." ich stutzte. Konnte er mir nicht in die Augen sehen? "Vielleicht verrätst du mir ja auch noch, wo du dich acht Stunden untergestellt hast?" Ich hatte das untrügliche Gefühl, dass da etwas war, was er mir nicht sagen wollte.

Mann, wieso war er so neugierig. Am liebsten hätte ich gesagt `Das kann dir doch egal sein`oder sowas, aber dann hätte er noch mehr Verdacht geschöpft. Das war wirklich gar nicht so einfach. Mein Herz war so schwer, ich hatte das Gefühl, ihm einfach alles erzählen zu müssen, doch.... ich konnte es einfach nicht. Ich blickte auf die Steinfliesen der Treppe. "Ich bin zu einer... Bushaltestelle gelaufen." Gott, Heero, dir ist auch schon was besseres eingefallen!! Ich seufzte innerlich.

Er sah immer noch von mir weg. „Bist du sicher, dass du acht Stunden in einer Bushaltestelle gesessen und nachgedacht hast?“ Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme ziemlich ätzend klang. Aber so leid es mir tat, ich konnte das einfach nicht glauben. Dafür sah er weder übermüdet noch durchgefroren genug aus. „Ich hab so das Gefühl, als ob einer von uns beiden hier ganz schön veralbert wird!“ stieß ich wütend hervor.

Ich hob den Kopf und sah ihn wütend an, machte einen Schritt vorwärts. "Gut, wenn du mir sowieso nicht glaubst, dann lass mich wenigstens rein!!", forderte ich. "Es ist mir sowieso egal, ob du mir glaubst oder nicht, ich muss mich vor dir nicht rechfertigen." Seine Augen blitzten vor Wut.

In diesem Moment setzte bei mir etwas aus. Er musste sich nicht rechtfertigen? Es war ihm egal? Ich wusste nicht was ich tat und schlug zu. Er wich noch aus, doch ich traf ihn mit der Faust am Wangenknochen. Er fasste mit der Hand in sein Gesicht und starrte mich entsetzt an, doch ich musste ebenso entsetzt ausgesehen haben. Dann drehte er sich ohne ein weiteres Wort um und ging. „Heero…“ ich machte einen Schritt hinter ihm her, doch er rannte die Treppe hinunter. „HEERO!“ brüllte ich ihm nach, doch ich hörte, wie dieHaustür zuschlug. Dann war es still.

Keuchend rannte ich den Gehsteig entlang. Er hatte mich geschlagen....er hatte mich wirklich geschlagen. Es hatte nicht sehr weh getan, doch der Gedanke daran, dass er es überhaupt getan hatte war viel schlimmer. Ich lief immer weiter und weiter, bis ich kaum noch konnte, aber ich musste zu Duo. Ich wusste nicht mehr, wo ich sonst hin sollte. Schließlich kam ich völlig erschöpft in dem Park an, wo ich Duo das erste mal gesehen hatte. Mir kamen die Tränen. Ich konnte es dieses mal nicht aufhalten, es tat zu sehr weh. Ich stützte mich an einem Baum ab, sank dann jedoch schluchzend zu Boden.

Ich ging in unsere Wohnung und eilte zum Fenster. Heero ging die Straße in Richtung Park hinunter, den Kopf hielt er gesenkt. Ich spürte ein Brennen in den Augen. Warum musste das so eskalieren? Es war doch nur eine Kleinigkeit gewesen, gestern, und jetzt… „Heero…“ flüsterte ich und spürte, wie Tränen meine Wangen herabliefen. „Bitte nicht…“

***

Nachdem ich mein Frühstück beendet hatte, wollte ich etwas frische Luft schnappen. Heero ging mir nicht aus dem Kopf, vielleicht würde ich so auf andere Gedanken kommen. Doch kaum war ich auf der Straße, trugen mich meine Füße auch schon zum Park, wo ich ihn das erste mal gesehen hatte. Ich rechnete natürlich nicht damit, ihm hier zu begegnen, denn das war doch zu unwahrscheinlich… Es war nichts los, ich war, bis auf ein paar Jogger, der einzige Fußgänger an diesem Morgen. Ein paar Radfahrer kamen an mir vorbei, dann war alles ruhig. Umso mehr stutzte ich, als ich eine Gestalt unter einem Baum sitzen sah. Ich konnte nicht erkennen, wer da saß, doch die Situation ähnelte der gestrigen so sehr, dass ich unwillkürlich schneller auf die Person zuging. Dann stockte mein Atem. „Heero…!“ War er nicht nach Hause gegangen?

Ich hatte meinen Kopf an den Baum gelehnt und beobachtete die Leute, die vorbei gingen. Eine Träne kullerte meine Wange hinab, doch es war mir egal. Ich war ja alleine. Ein Liebespaar ging an mir vorbei. Sie hielten sich eng umschlungen und sahen so glücklich aus. Ich konnte nicht anders als ihnen nachzuschauen. Ich würde nie wieder glücklich sein. Wahrscheinlich war mein Leben nicht dazu bestimmt, schön zu sein...ganz im Gegenteil. Mir stockte der Atem als ich plötzlich Duo sah. Kami, nein. Er durfte mich nicht so sehen, er durfte es einfach nicht. Was sollte ich bloß machen? Verzweifelt zog ich die Beine an und legte meinen Kopf auf meine Knie. Die Tränen liefen unaufhörlich meine Wangen hinab.

Im Näherkommen sah ich, dass er sich ganz zusammengekauert hatte und dass seine Schultern zuckten. Er schien zu weinen. Sollte ich ihn ansprechen? Ich ging zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Nach einem kurzen Zögern legte ich ihm den Arm um die Schultern und zog ihn an mich, ohne etwas zu sagen. Er hatte das Gesicht in den Händen verborgen und schluchzte leise.

Ich spürte, wie Duo mich an sich zog und schluchzte noch mehr. Ich konnte einfach nicht aufhören zu weinen. Gott, was musste er nur von mir denken?! Unbewusst lehnte ich mich an ihn, doch den Kopf ließ ich unten. "Wieso....." Ich schluchzte wieder. Ich konnte den Satz nicht zu Ende sagen.

„Wieso was?“ fragte ich sanft und wollte ihn zu mir drehen. Er wollte mich immer noch nicht anschauen. Da griff ich nach seinem Kopf und wollte ihn zu mir herumdrehen, worauf er vor Schmerz aufstöhnte. Erschrocken ließ ich ihn los. „Was hast du?“ Doch bevor er wieder die Hände vor das Gesicht schlagen konnte, hatte ich die blutunterlaufene Stelle gesehen. „War er das?“ fragte ich grimmig.

Ich schluckte. Sollte ich ihm antworten? Aber was war, wenn er Quatre dann etwas tun wollte. Ich war mir nicht sicher. Doch dann beschloss ich, es ihm doch zu sagen. "Hai", sagte ich leise und berührte sachte die nun schmerzende Stelle. Mein Blick war auf den Boden gerichtet.

„Hat er dich schon öfter geschlagen?“ wollte ich wissen. Er schüttelte den Kopf. Ich stand auf und streckte ihm die Hand hin. „Komm erstmal wieder mit zu mir. Ich tu dir was Kaltes auf die Schwellung!“ Er blieb sitzen und rührte sich nicht. „Nun mach schon, das muss gekühlt werden!“ Schließlich erhob er sich. Er zitterte, und ich legte ihm mal wieder meine Jacke um. Dann gingen wir schnell zu meiner Wohnung. Dort angekommen, setzte ich erst einmal Teewasser auf, denn er schien ziemlich ausgekühlt zu sein. Dann holte ich ein Coldpack aus dem Eisschrank und wickelte es in ein Tuch. Während er dieses an seine Wange hielt, machte ich uns Tee. In seinen schüttete ich ein kleines Glas Rum, damit er ruhiger wurde, und stellte es ihm vor die Nase. „Trink das, und dann ab ins Bett!“ befahl ich.

Das Eis an meiner Wange war so schön kalt, es linderte den Schmerz etwas. Ich saß an dem Tisch im Esszimmer, als Duo reinkam und mir ein Glas Tee brachte. Ich wischte mir schnell die mittlerweile fast getrockneten Tränen weg. "Arigatou" Ich lächelte dankbar und er setzte sich neben mich. Ich trank einen Schluck und hielt dann inne. Das schmeckte aber nicht nur nach Tee. "Was hast du da denn noch rein?", fragte ich leise und sah ihn neugierig an.

Ich lächelte. „Etwas, das dir hilft, ruhiger zu werden.“ Er setzte zu einer Erwiderung an und ich sagte schnell, um ihn abzulenken „Ich mag es, wenn du japanisch sprichst. Klingt irgendwie ..“ niedlich wollte ich eigentlich sagen, aber ich dachte mir, das würde er sicher nicht gerne hören. „… nett“ vervollständigte ich den Satz.

"Das klingt nett?" Ich lachte leise und stellte die Tasse ab, griff wieder nach dem Eis, um meine geschwollene Wange zu kühlen. Man, Quatre konnte wirklich zuschlagen wenn er das wollte. Ich seufzte. Er war echt unheimlich sauer gewesen. Wieso hatte ich ihn auch angelogen?

Es irritierte mich, dass er lachte. „Hab ich was komisches gesagt?“ Er hielt sich die Wange und seufzte. Sicher dachte er an seinen Freund. Schöner Freund, der einen grün und blau schlägt! „Was hat dein Fr.. *Quatre* denn gesagt?“ fragte ich, den Namen etwas betonend. ‚Vor allem, was hast du gesagt, würde mich mal interessieren’ dachte ich im Stillen.

Was Quatre gesagt hatte? Hn. Er sollte lieber fragen, was ich *Quatre* erzählt hatte, doch ich wollte jetzt nicht darüber reden. Ich war an diesem bekloppten Streit Schuld. Ich hätte mich mit ihm vertragen können, doch ich hab ihn nur noch wütender gemacht. Mit gesenktem Kopf stand ich auf und rannte weg, Richtung Bad. Dort würde ich mich einschließen können und müsste nie wieder rauskommen.

Was war denn jetzt schon wieder los? Anscheinend war alles was ich sagte, etwas falsches. Warum konnte er nicht einfach den Tee mit Rum trinken und schlafen? Seufzend stand ich auf und ging ihm nach. Die Badezimmertür war verschlossen, wie erwartet. Ich klopfte und rief ihn. „Heero, bitte mach auf!“ Keine Antwort. Nur ein unterdrücktes Schluchzen war zu hören. „Heero, ich habe keine Lust, meine eigene Badezimmertür einzuschlagen, also bitte!“

Er rief meinen Namen, doch ich antwortete ihm zuerst nicht. Die Badezimmertür einschlagen? Das war eine Drohung, wie man aus seiner Stimme hören konnte. Von mir aus, sollte er sie doch einschlagen, als ob es mich interessieren würde. Es war ja schließlich seine Tür. "Ich hab dir schonmal gesagt, dass ich vor nichts Angst habe, also tu´s doch!!", schrie ich, während mir unzählige Tränen die Wangen hinabliefen. "Tu´s doch", hauchte ich nochmals leise. Erschöpft lehnte ich mich gegen die Tür, als sich plötzlich vor meinem Kopf alles zu drehen begann.

Als er anfing zu schreien, rannte ich schon los um einen Schraubenzieher zu holen. Die Tür ließ sich verhältnismäßig leicht von außen öffnen, wenn man den Trick kannte, und ich kannte ihn. Heeros Stimme hatte einen unüberhörbar hysterischen Unterton gehabt… Es knackte kurz, und die Tür sprang auf. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um ihn in meinen Armen aufzufangen, als er zusammenklappte. Ich hob ihn auf meine Arme und trug ihn ins Bett. Kalter Schweiß bedeckte seine Stirn, und er atmete nicht. Kreislaufkollaps. Wenig gegessen, ausgekühlt, seelisch am Ende… es war einfach zu viel für ihn. Ich holte tief Luft, presste meine Lippen auf seine und hauchte ihm meinen Atem ein. Einen Augenblick musste ich fast lachen. Das hatte ich mir doch gewünscht, oder? Nur nicht so… nicht auf diese Weise. Kurz darauf hustete er und kam wieder zu sich. Ich deckte ihn zu und setzte mich neben ihn, nahm seine Hand in meine. „Du machst ja Sachen!“ lächelte ich.

Als ich die Augen öffnete sah ich Duos Gesicht über mir und ich spürte, dass er meine Hand hielt. "Wieso....wieso musst du mich immer retten?", hauchte ich schwach und schloss die Augen wieder. Ich hätte gar nicht gerettet werden wollen......es war mir egal. Mein Leben war ja sowieso ein einziger Trümmerhaufen.

Ich drückte seine Hand. „Keine Ahnung. Ich bin halt ein guter Mensch…“ ich grinste. Er sah mich misstrauisch an. Schnell wurde ich wieder ernst. „In Wirklichkeit willst du das gar nicht wissen, Heero. Mir liegt was an dir…“ ’Man könnte sagen, ich hab mich verliebt…’ dachte ich gleichzeitig. Ich versuchte ihn anzulächeln, doch es missglückte etwas. ‚Er denkt ja doch nur an Quatre.’ „Schlaf jetzt ein bißchen, ich bleib bei dir!“ sagte ich und drückte seine Hand noch einmal.

Unbewusst leckte ich mir über die Lippen. Mein Hals war plötzlich so trocken geworden. "Duo.." Meine Stimme versagte fast. Er beugte sich leicht lächelnd zu mir runter. "Ja?" "Kannst...kannst du mir bitte etwas Wasser bringen?" Ich muss wohl ziemlich fertig ausgesehen haben, denn er nickte und lief sofort los, um mir diesen Wunsch zu erfüllen. Erschöpft schloss ich die Augen wieder. Wieso hatte er mich nicht einfach sterben lassen? Mein Leben war doch sowieso nichts wert und bei nächster Gelegenheit würde ich mich sowieso umbringen.

Ich holte ein Glas Wasser und stützte ihn, während er trank. „Hast du Hunger?“ fragte ich ihn dann. „Du hast ja sicher seit gestern nichts mehr gegessen, oder?“ Er sagte nichts. „Nun, vielleicht später dann. Willst du darüber reden, was los war?“

Ich seufzte und drehte den Kopf zur Seite, damit er nicht mehr in meine Augen sehen konnte. "Ich...ich bin ein Lügner", sagte ich. "Bist du sicher, dass du mit mir reden willst?" Das meinte ich ernst. Es war doch auch so.

Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. „Äh, Lügner? Wie meinst du das?“ Wahrscheinlich hatte er Quatre nicht gesagt, wo er die Nacht verbracht hatte. „Falls du meinst, dass du verschwiegen hast, wo du heute nacht warst, denke ich, das ist zu verstehen. Aber …“ ich zögerte einen Moment „es ist doch nichts – äh passiert, ich meine…“ Oder hatte er es sich vielleicht gewünscht? Ich sagte lieber nichts mehr.

Ich kniff die Augen zusammen. "Duo..ich hab Quatre gesagt, ich wäre zum Nachdenken weggeblieben und ich hätte mich.....an der Bushaltestelle untergestellt, weil es angefangen hat zu regnen. Gott, ich bin so ein Lügner!!" Ich schlug die Hände vor´s Gesicht.

Ich dachte nach. Warum hatte er das gesagt? Hatte dieser Quatre denn gar kein Vertrauen, dass Heero ihm nicht sagen konnte, dass ich ihm geholfen hatte? Denn mehr war ja wirklich nicht gewesen! „Nun mach dich mal nicht so runter. Vertraut Quatre dir denn nicht? Ich meine, was war denn schon? Du hättest es ihm doch sagen können, dass ich dir geholfen habe! Soll ich…“ ich wusste nicht, ob es eine gute Idee war, aber ich sprach es trotzdem aus. „Soll ich mal mit ihm reden?“

"Nein, du darfst ihn auf keinen Fall anrufen", sagte ich, etwas lauter als ich es gewollt hatte. "Wenn du ihm erzählst, dass du mich auf der Straße gefunden hast dann......dann kriegt er wieder Schuldgefühle, denn.....wahrscheinlich denkt er dann das wäre alles seine Schuld und..." Ich atmete aus und sah Duo wieder an. "Es geht eben nicht."

Ich sah Heero aufmerksam an. Seine Augen glänzten fiebrig und er war rot im Gesicht, wahrscheinlich hatte er sich was weggeholt. Ich fühlte seine Stirn. Sie war sehr heiß. „Du hast Fieber! Beruhige dich, ist ja gut!“ Ich holte ein kaltes Tuch und legte es ihm auf die Stirn. Dann fragte ich unvermittelt: „Wie heißt Quatre eigentlich mit Nachnamen?“ „Winner…“ er starrte mich an. Offensichtlich wusste er, dass ich ihn ausgetrickst hatte.

Nein, jetzt hatte ich ihm auch noch gesagt, wie Quatre mit Nachnamen hieß. "Duo....." Ich erhob mich etwas und griff nach seinem Arm, hielt ihn so gut ich konnte fest. "Du darfst ihn nicht anrufen!!" Ich keuchte leise und sah ihn flehend an. Ich wusste zwar nicht, ob Duo ihn anrufen wollte, aber es sah so aus.

Ich legte beruhigend meine Hand auf seine. „Keine Sorge, Heero, ich ruf ihn nicht an, wenn du das nicht willst. Bleib ganz ruhig!“ Ich grinste ihn an. „Ich hab dich sowieso lieber für mich alleine! Und jetzt hole ich dir noch was kaltes zu trinken!“ Ich musste ihm ja nicht sagen, dass ich, falls es ihm schlechter ginge, sehr wohl Quatre anrufen würde. Obwohl ich diesen nicht kannte, dachte ich, dass er kein schlechter Kerl sein konnte, wenn Heero ihn liebte. Und er hatte ein Recht, zu wissen, was mit Heero los war. Falls es ihn interessierte…

Ich sah ihn dankbar an und lehnte mich wieder zurück ins Bett. "Arigatou Duo." Es war mir wichtig, dass er Quatre nicht anrief. Ich würde es ihm irgendwann selber sagen müssen. Wann wusste ich nicht....

Er sah ziemlich geschafft aus.  Aber sein Zustand war noch nicht kritisch. Noch nicht. „Ich lass dich jetzt alleine, o.k.? Schlaf ein bisschen, ich bin nebenan, wenn du was brauchst.“ Damit verließ ich das Schlafzimmer und setzte mich auf das Sofa vor den Fernseher. Doch ich konnte mich nicht auf das Programm konzentrieren, meine Gedanken waren bei Heero.

Ich wusste nicht, wie lange ich schon wach da lag, denn ich konnte einfach nicht einschlafen. Ich musste die ganze Zeit an Quatre denken. Was er wohl jetzt gerade machte? Vielleicht war er immer noch sauer auf mich. Ich drehte mich auf die andere Seite und keuchte leise, schob die Bettdecke etwas beiseite. Mir war noch gar nicht aufgefallen, dass es hier so warm war. Mein Kopf fühlte sich an als...als würde er in einem Kochtopf stecken. Und wieso fühlte ich mich nur so schwach. Ich hasste es, schwach zu sein.

Ich war fast am Einnicken, doch plötzlich fuhr ich hoch. Ich durfte nicht einschlafen, wenn mit Heero etwas war, würde ich es nicht mitbekommen. Leise ging ich ins Schlafzimmer, um nach ihm zu sehen. Er hatte die Decke von sich geworfen und auf seiner Stirn standen Schweißperlen. „Heero?“ Er antwortete nicht, keuchte nur leise. Ich fühlte seine Stirn. Er glühte förmlich. Ich beschloss einen Arzt zu rufen. Am Telefon sagte man mir, dass es eine Stunde dauern konnte, bis einer kam. Ich tobte und bettelte, doch es waren wohl alle Bereitschaftsärzte im Einsatz. Wenn es so akut war, sollte ich ins Krankenhaus fahren. Ich knallte den Hörer auf. Was sollte ich jetzt machen?

Ich spürte Hände, die sich unter meinen Rücken und meine Kniekehlen schoben und mich aus dem Bett hoben. Dann drückte die Person, der diese Hände gehörten, mich an sich. Ich öffnete die Augen leicht und konnte Duos Gesicht sehen. Er sah mit einem besorgten Gesichtsausdruck auf mich herab. "Heero, du bist wach!! Wie fühlst du dich?", fragte er. Hn. Also wie neu geboren nicht gerade. Ehrlich gesagt fühlte ich mich ziemlich mies. "Schwach", hauchte ich und lehnte meinen Kopf gegen Duos Brust. Er seufzte. "Ich werde dich ins Krankenhaus bringen!!" Ich riss erschrocken die Augen auf. "Iie" "Heero, du hast sehr hohes Fieber und ich kann hier nicht viel für dich tun!!" So sehr ich auch gegen seinen Plan war, ich konnte nicht mehr versuchen ihn davon abzubringen, da ich im nächsten Augenblick ohnmächtig wurde.

Ich lud Heero in mein Auto und fuhr zum Krankenhaus. Während der Fahrt wachte er auf und flehte mich an, ihn nicht ins Krankenhaus zu bringen. Aber er brauchte dringend ärztliche Hilfe. „Keine Chance, Heero, du musst zum Arzt, und das Krankenhaus ist die einzige Möglichkeit, sorry.“ Wir waren angekommen. In der Aufnahme wollten sie seinen vollen Namen und seine Adresse wissen, und widerstrebend nannte er der Schwester die Daten. Ich schielte auf das Krankenblatt und merkte mir die Strasse. Dann sah er mich wieder niedergeschlagen an.  „Ich versuche, dich gleich wieder mitzunehmen, wenn man dir geholfen hat“ versprach ich ihm. Etwas beruhigt schloss er die Augen.

Die Schwester lief voraus, in ein Zimmer und Duo trug mich hinterher. Ich klammerte mich verkrampft an Duo. "Setzen sie ihn auf der Liege ab!!", sagte die Frau und kramte nach etwas in einem Schrank. Duo ließ mich langsam und vorsichtig auf der Liege ab und ich schluckte, beobachtete die Schwester genau. Was machte sie denn da? Duo nahm meine Hand und hielt sie sanft. Die Krankenschwester kam zu mir und griff nach meinem Arm. "Ich spritze ihnen etwas und dann können sie nach Hause. Dann müssen sie zu Hause noch die Medikamente nehmen, die ich ihnen mitgebe, bis es ihnen wieder besser geht." Sie band meinen Arm ab und spritzte mir das Mittel. "Uhm.." Ich drückte Duos Hand leicht.

Ich hielt seine Hand weiter fest und sah ihn beruhigend lächelnd an. Als die Schwester mir die Medikamente gegeben hatte, verschwand sie auch schon aus dem Zimmer. Es war wohl viel los hier heute abend. Ich sah Heero an. „Willst du noch einen Moment liegen bleiben, oder sollen wir wieder gehen?“ „Gehen“ murmelte er undeutlich. „Zu dir oder zu mir?“ scherzte ich. Er riss die Augen auf. „Naja, ich denke, vielleicht willst du ja langsam wieder nach Hause…“

Ich schüttelte den Kopf. "Ich kann doch nicht...vielleicht nie wieder..", murmelte ich leise, kaum hörbar. Wer weiß, vielleicht machte es Quatre überhaupt nichts aus, dass ich weg war. Es wäre zu verstehen, so wie ich mich aufgeführt hatte. Hn. Ich seufzte und schwang die Beine von der Liege, ging Richtung Tür, den Kopf hielt ich gesenkt. Ich drehte mich um, da Duo noch immer neben der Liege stand. "Kommst du?"

Nicht, dass es mich gestört hätte, wenn Heero mit zu mir kam. Aber ich hatte den Eindruck, dass er sehr gerne nach Hause gehen würde. Ich sagte jedoch nichts und stützte ihn leicht an seinem Arm, als wir zum Auto gingen. „Also zu mir“ sagte ich nur noch einmal pro Forma. „Ich nehme ja nicht an, dass ich dich wieder unter einen Baum setzen soll.“ Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr ich direkt zu mir nach Hause. Dort verfrachtete ich ihn wieder in mein Bett. „Ich hol dir noch was zu trinken und dann schläfst du erstmal. Ich werde auf dem Sofa bleiben, dann hast du deine Ruhe.“

Dann hab ich meine Ruhe? Dachte er, er würde mich stören. Nein, das tat er nicht. Im Gegenteil, es beruhigte mich, wenn er da war. "Duo, du..." Ich sah auf die Bettdecke und atmete aus. "Du musst nicht gehen, also ich...ich meine..ich hab nichts dagegen, wenn du dich zu mir setzt."

Er hatte nichts dagegen! Toll! Ich war langsam todmüde, und ich wusste, wenn ich mich neben ihn legte, würde ich sowieso nicht schlafen. Daneben fand ich es nicht sonderlich erstrebenswert, neben jemandem im Bett zu liegen, der absolut nichts von mir wollte. Das war nun mal so. Und deshalb würde ich jetzt auf dem Sofa schlafen. Basta. „Das ist nett von dir, Heero, dass du nichts dagegen hast, aber eigentlich will ich es auch nicht… aus verschiedenen Gründen. Schlaf gut!“ Damit stellte ich das Glas Wasser auf den Nachttisch und verließ das Schlafzimmer.

„Wenn was ist, komm ruhig und weck mich“ sagte ich noch.

Hn. Er wollte also nicht. Ich schnaufte und legte meinen Kopf auf das Kissen. Was war los? Hatte ich etwas falsch gemacht? `aus verschiedenen Gründen` Ich hatte wirklich gerne gewollt, dass er neben mich kam, doch....was sollte ich machen? Was ich tat machte ich falsch... Ich seufzte und schloss die Augen. Ich hatte vielleicht Quatre verloren und....und Duo auch..

Ich lag hellwach auf dem Sofa. „So ein Mist, hier kann ich genausowenig schlafen wie da!“ Warum, warum, warum. Warum musste ich ihn auch treffen, und warum auch noch in ihn vergucken? Ich würde ihm helfen, ganz klar, aber mehr war doch sowieso nicht drin. Also hieß es, sich fernhalten von Heero. Grimmig schloss ich wieder die Augen. ‚Bleib standhaft, Duo’ sagte ich mir immer wieder. Wenn er dich ruft, ok, aber sonst…

Ich öffnete die Augen und drehte den Kopf zur Seite. Ich war wohl kurz eingeschlafen. Ich streckte mich leicht und griff mit der Hand nach meinem Glas, weil ich Durst hatte, doch...es war leer. Ich atmete genervt aus. Wieso hatte ich auch vorher so viel trinken müssen?! Hn. Dann blieb nur noch Duo. Ob er mir etwas bringen würde? Na ja, er hatte ja gesagt, wenn ich etwas brauchen sollte, soll ich ihn rufen. "Duo?", rief ich.

Ich war wohl doch eingeschlafen. Doch als ich Heeros Stimme hörte, fuhr ich auf. „Ja?“ „Ich.. ich hab Durst, könntest du mir noch mal Wasser bringen?“ Ich rappelte mich hoch. „Klar doch“ sagte ich seufzend. Ich ging zu ihm um das Glas zu holen und füllte es im Bad mit Wasser. Dann stellte ich es auf seinen Nachttisch. Als ich mich schon zum Gehen wandte, hielt mich seine Stimme auf. „Duo…“ „Ja?“ Ich wartete.

"Uhm...." Ich wusste nicht, wie ich es sagen sollte. Scheu blickte ich zu ihm hoch. Dann sagte ich einfach was ich dachte. "Es wäre schön wenn.....wenn du noch etwas hier bleiben würdest...falls...du nichts dagegen hast." Na ja, wenn er etwas dagegen haben würde, dann würde er sowieso gehen, so wie vorhin..

Ich setzte mich zu ihm und streichelte seine Schulter. Gleichzeitig wusste ich nicht, was ich sagen sollte, einerseits wollte ich ja bei ihm sein, andererseits… „Ich habe nichts dagegen, Heero. Ich… mag dich nämlich. Mehr, als wahrscheinlich gut für mich ist.“ Ich biss mir auf die Lippen. Warum hatte ich das nur ausgesprochen? Na, nun wusste er es jedenfalls. Wenn er mich jetzt wegschicken wollte, musste er es eben tun.

Er mochte mich? Ich griff nach seiner Hand. "Duo ich...ich mag dich auch...sehr.", sagte ich leise. "Und ich habe so ein wahnsinniges Glück, dich getroffen zu haben." Gott, was redete ich da eigentlich!? Ich wollte gar nicht wissen, wie sich das anhörte. Doch er sah mich nicht so an, als würde er das kitschig finden, im Gegenteil. Bildete ich mir das nur ein oder begannen seine Augen wirklich zu leuchten. Ich lächelte und rückte etwas zur Seite, damit er neben mir Platz hatte. "Du kannst zu mir kommen...wenn du willst."

Wenn ich wollte? Wollte ich? Und – was wollte ich eigentlich? Im ersten Moment war ich unheimlich glücklich, dass er das gesagt hatte, doch irgendwo in meinem Hinterkopf flüsterte etwas ‚Lass es, da ist immer noch Quatre…“ ich brachte diese Stimme zum Schweigen und legte mich neben ihn auf die Seite. Ich stützte meinen Kopf auf und sah ihn an. „Geht es dir besser?“ Ich traute mich nicht allzu nahe an ihn heran, ich wollte ihm zwar gerne nah sein, aber…  es war wohl nicht so ratsam, also hielt ich lieber Abstand.

Er hatte sich in einem größeren Abstand neben mich gelegt. Wieso kam er nicht näher? Oh, sicher...er dachte wohl an Quatre. Ja, ich dachte auch an ihn, aber ich war jetzt bei Duo und außerdem taten wir ja nichts...was war schon dabei, wenn er neben mir lag?! Ich lächelte leicht und sah ihn an. "Hai, es geht mir schon besser. Und..." Ich stoppte kurz. Der Blick, mit dem er mich ansah, ich hätte schmelzen können. "Und danke nochmal für deine Hilfe.", brachte ich schließlich noch heraus.

Wieder sagte er etwas auf japanisch, und ich zuckte fast zusammen. Das ging mir immer irdendwie unter die Haut…  wusste auch nicht, warum. Er musste was gemerkt haben, denn er stockte mitten im Satz. „… danke ..“ ich bekam kaum mit was er sagte und brauchte eine Weile, um zu kapieren, dass er eine Antwort erwartete. „... äh, ja, bitte… gern geschehen“ stotterte ich. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm wenden. Wenn ich nicht gleich hier rauskam, dann würde ich… lch beugte mich langsam vor.

Ich sah, dass er sich langsam vorbeugte und ich schluckte. Wollte er...?? Ich wusste es nicht genau, doch es sah so aus. Mich ebenfalls etwas vorbeugend blickte ich noch immer in seine großen, blauen Augen. "Duo...", hauchte ich. Was sollte ich tun?

Als er meinen Namen aussprach, wachte ich wie aus einem Traum auf. Was tat ich hier eigentlich? Das sah mir doch schwer nach Minus-Machen aus! Selbst wenn ich ihn jetzt küssen würde, oder sogar mehr… Er würde doch sowieso wieder zu seinem Freund zurückgehen! Und … bevor ich meine innerliche Predigt beenden konnte, kam er mir plötzlich ein kleines Stück entgegen. Ich focht noch einen kurzen Kampf mit meinem Gewissen, dann streckte ich die Arme aus und zog ihn an mich.

Ich keuchte erschrocken auf, als er mich an sich zog, doch dann ließ ich mich in seine Arme sinken und schloss die Augen, lehnte meinen Kopf gegen seine Brust. "Ich hab dich lieb.", flüsterte ich und sah zu ihm auf. Er schaute mich liebevoll an und ein Schauer durchfuhr mich. Ich lächelte.

Ich streichelte einigermaßen hilflos über seinen Rücken. Ich wusste einfach nicht, wie ich mich verhalten sollte. Die Situation ausnutzen? Das wäre reichlich unfair gewesen, und hätte wahrscheinlich auch nichts gebracht. So hauchte ich nur einen Kuss auf seine Stirn und murmelte „Ich dich auch. Du ahnst ja nicht, wie sehr…“ Ich ließ mich auf das Kissen sinken und schloss die Augen. „Lass uns schlafen, Heero…“ sagte ich, körperlich und seelisch erschöpft. Ich spürte seine Nähe, und war gleichzeitig froh und traurig. ‚Wie soll das nur weitergehen’ dachte ich noch, doch dann übermannte mich der Schlaf.

Er lehnte sich zurück und ich seufzte lautlos. Seine Augen waren geschlossen und er sah so friedlich aus, so...süß. `Ach Duo´ Ich beugte mich hinunter und kuschelte mich enger an ihn, leckte sanft an seinem Hals. Die Haut dort war so wunderbar weich und glatt. Ich lächelte wieder und legte meinen Kopf kurz auf seine Brust.

Ich wurde ruckartig wach. Er hatte.. hatte er? ’Oder hab ich das geträumt’ dachte ich erschrocken. Sein Kopf ruhte an meiner Brust, und an meinem Hals war eine Stelle etwas kühler, also hatte er! Einen Moment war ich verwirrt, dann spürte ich leichten Ärger in mir aufsteigen. Was spielte Heero hier für ein Spiel? Nun, ich würde es herausfinden. Ich richtete mich leicht auf, wodurch er etwas wegrutschte, doch ich hielt ihn fest und zog ihn eng an mich. Eine Sekunde zögerte ich noch, dann küsste ich ihn auf die Lippen.

Duo zog mich eng an sich und küsste mich. Sofort schlang ich meine Arme um ihn und hielt ihn fest, erwiderte seinen Kuss sanft. Das war wirklich wunderschön, ich glaubte zu träumen. "Duo...", keuchte ich, als wir uns wieder voneinander gelöst hatten. Ich hob meinen Kopf etwas und begann, an seinem Ohrläppchen zu knabbern. "Mhm.."

Ich fühlte mich wie im Traum. Allerdings wurde der Traum sehr real, als ich seine Zähne an meinem Ohr spürte. Meine Hände fuhren unter sein Shirt und ich streichelte samtige Haut, während meine Lippen seinen Hals liebkosten und ich ihn noch etwas fester an mich zog. Irgendwo in meinem Gehirn wisperte etwas ’falsch, ganz falsch’ doch ich hörte nicht zu. Das hier war einfach zu überwältigend, und.. er wollte es ja wohl auch!

Ich spürte seine Lippen auf meinem Hals und ich legte den Kopf etwas zurück, damit er meinen Hals weiter bearbeiten konnte. Leise keuchend schloss ich die Augen, als er wieder eine nasse Spur über diesen leckte. "Das ist...so gut..", hauchte ich und ließ mich rückwärts auf´s Bett sinken. Er machte mich so schwach, ich konnte nicht mal mehr sitzen. Ich seufzte genussvoll.

Er lag halb unter mir, schloss die Augen und seufzte unter meinen Liebkosungen. Ich schob sein Shirt hoch und küsste jetzt seine Brust, meine Hände streichelten an seinen Seiten auf und ab. „Du fühlst dich wahnsinnig gut an“ flüsterte ich, rutschte etwas höher und glitt mit meiner Zunge über seine Lippen. Ich spürte, wie er leicht den Mund öffnete und ließ meine Zunge die seine streicheln. Er umschlang mich fest und erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Es war ein unglaubliches Gefühl und in meinem Gehirn kreiste jetzt nur noch eine einzige Frage: Wie weit wollte er gehen?

Er war so unglaublich zärtlich. Mein Herz schlug Purzelbäume, als ich seine Lippen wieder auf meiner Brust spürte. "Mhm..." Er leckte vorsichtig an meiner Brustwarze und ich legte den Kopf zurück, kraulte währendessen seinen Nacken. "Was...." Ich keuchte. "...machst du nur mit mir?!", lachte ich leise.

Ich musste grinsen. „Ich mache mit dir, was immer du willst, dass ich es tue, Baby“ raunte ich ihm ins Ohr und knabberte zärtlich an seinem Hals. Ich hatte alle Zweifel über Bord geworfen und genoss es in vollen Zügen, ihm so nahe zu sein. Meine Hand streichelte über seine Brust und ich küsste ihn wieder. Ich hoffte nur, dass ihn nicht plötzlich das Gewissen plagte. Es war einfach zu schön…

Ich vergrub meine Finger in seinem Haar und sah ihn aus halb geöffneten Augen lusterfüllt an. "Du kannst..alles mit mir machen, was du willst.", hauchte ich und drückte seinen Kopf leicht auf meine Brust. Er senkte seine Lippen wieder dort und dann konnte ich seine Zähne an meiner Brustwarze spüren. "Hn..."

Es schien ihm ernst damit zu sein, denn er zeigte mir ganz unmissverständlich, was er wollte. Also widmete ich mich erstmal ausgiebig seiner Brustwarze, während meine Hand langsam über seinen Bauch nach unten strich. Ich spürte, wie seine Finger etwas fester in mein Haar fuhren und lächelte in mich hinein. Ich leckte über seine Brust und schob meine Hand noch etwas weiter nach unten, bis ich am Bund seiner Shorts ankam. Dort hielt ich erstmal an und wartete auf seine Reaktion.

Ich spürte, wie seine Hand sich langsam ihren Weg nach unten bahnte. Ganz langsam strich er mit den Fingerspitzen meinen Bauch hinab und überall wo seine Finger vor kurzem noch gewesen waren, glühte jetzt meine Haut. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Als er schließlich an meinem Hosenbund ankam, hielt er inne. Ich öffnete die Augen und sah ihn an. "Mach...bitte weiter, das ist...schön." Ich keuchte leise und zog seinen Kopf zu mir, um ihn noch einmal zu küssen.

Ich war total aufgeregt und befangen. Weitermachen, hatte er gesagt! Dann küsste er mich leidenschaftlich und ich brannte lichterloh. Ich krabbelte auf ihn und presste meinen Unterleib gegen seinen, dabei fühlte ich seine – und meine! Erregung sehr deutlich. Ich umarmte ihn fest und hauchte an seinen Lippen: „Ich hab mich total in dich verliebt, Heero. Und du machst mich verrückt…“

Ein Kribbeln fuhr durch meinen Körper, als er seinen Unterleib gegen meinen presste. Kami, er machte mich noch verrückt. Leise keuchend schlang ich meine Arme um ihn und drückte ihn fester an mich. "Du machst mich noch verrückter, Duo", keuchte ich und leckte an seinem Ohrläppchen.

Seine Körper sprach eine deutliche Sprache, und ich rückte ein wenig beiseite, um seine Shorts herunterschieben zu können. Mit zitternder Hand hob ich den Bund etwas an und stoppte dann doch wieder. „Letzte Chance, ‚Halt’ zu sagen..“ flüsterte ich ihm ins Ohr.

Er wollte meine Shorts runter schieben, doch dann stoppte er plötzlich. `Halt sagen?` Wieso sollte ich jetzt halt sagen wollen? Ich wollte es auch. Ich....brauchte es, ich brauchte..ihn. Ich sehnte mich so sehr danach. "Iie...ich will es auch." Ich lächelte sanft.

Ohne ein weiteres Wort führte ich mein Vorhaben aus. Ich strich dann mit meiner Hand seinen Rücken entlang bis ich an seinem Hinterteil angekommen war. Dann ließ ich sie um seine Hüfte gleiten und tastete mich an seinem Oberschenkel hoch. Als ich in seinem Schritt angekommen war, begann ich ihn dort zu streicheln, worauf er leise stöhnte.

"Mhm...Duo...." Meine Finger ergriffen das Bettlaken und krallten sich daran fest, während ich meine Augen zusammenkniff und ihm meine Hüfte entgegendrückte. "Hai..", keuchte ich atemlos und spreizte unbewusst meine Beine. Ich wollte mehr....das war umwerfend. "Das ist...gut.", hauchte ich.

Es gefiel ihm offensichtlich, also verstärkte ich meine Bewegungen etwas, während ich mit der anderen Hand versuchte, mir meine eigene Shorts von den Beinen zu zerren, was gar nicht so einfach war. Ich küsste ihn und murmelte halb verzweifelt „Hilf mir doch mal, Heero!“

Ich musste lachen. Er sah zu komisch aus, wie er mit einer Hand versuchte seine Shorts runterzuschieben und es ihm nicht gelang. Ich keuchte und richtete mich lächelnd etwas auf, um ihm zu helfen. Mit beiden Händen zog ich ihm die Shorts von den Hüften. Auch er war schon ziemlich erregt. Ich lächelte und blickte unschuldig auf sein steifes Glied. "War ich das?"

‚War er das? Mal überlegen… ich glaub schon!’ Ich musste grinsen. Er war einfach süß! Ich nahm ihn in meine Arme und küsste ihn zärtlich. „Das warst allerdings du!“ flüsterte ich in sein Ohr. Ich drängte mich näher an ihn. „Aber dir geht es ja auch nicht viel anders“ stellte ich dann fest. Er keuchte leise als wir uns berührten und nickte atemlos. Nachdem wir uns dahingehend einig waren, musste ich nur noch wissen, wie weit er nun wirklich gehen würde. Und das bekam ich wohl nur heraus, wenn ich es ausprobierte.

Lächelnd beugte ich mich vor und küsste seinen Hals. Dann begann ich sanft, an der Haut zu knabbern und er keuchte. "Das magst du wohl.", lachte ich leise und fing schließlich an, an der weichen Haut zu saugen. "Du schmeckst...gut." Es war unglaublich. Wir lagen hier und verwöhnten uns gegenseitig. Ich konnte das einfach nicht glauben. Es war...wie ein Traum.

Ob ich es mochte? Ich würde ihm schon zeigen, *wie* sehr ich es mochte! Ganz langsam schob ich mich über ihn und drückte sanft seine Beine auseinander. Dann ließ ich mich dazwischen gleiten und küsste ihn heiß. „Ich mag es… und ich mag dich… sehr“ flüsterte ich ihm dann zu und übte einen leichten Druck auf ihn aus. Er holte tief Luft. „Ist es ok?“ fragte ich leise.

Ich legte meine Hände um seinen Nacken und beugte mich etwas vor, um seine Stirn zu küssen. "Hai...", hauchte ich. Ich lehnte mich etwas zurück und schloss die Augen wieder, während ich meine Beine um seinen Körper schlang, um ihn fester an mich zu drücken. "Duo..", keuchte ich.

Seine Antwort war eindeutig und bewirkte, dass ich tiefer in ihn hineinglitt. Ich stöhnte auf und bewegte mich in ihm. Er zog mich fest an sich und keuchte leise in mein Ohr. Langsam steigerte ich die Intensität meiner Bewegungen und spürte, wie er sich unter mir anspannte. „Das.. ist… fantastisch!“ brachte ich hervor.

Ich stöhnte, als er langsam begann, sich zu bewegen. "Duo...du fühlst dich...so gut an.", keuchte ich leise in sein Ohr. Es war ein wunderbares Gefühl, ihn in mir zu haben, es war einfach... unbeschreiblich. In dem Moment hatte ich alles andere vergessen. Nur dieser Augenblick zählte. Ich hob den Kopf und presste meine Lippen wieder auf seine. Er öffnete sofort seinen Mund und erwiderte meinen Kuss wild. Ich stieß meine Hüfte einmal heftig in seine Richtung, sodass wir beide aufstöhnten. "Härter, Koi!!", keuchte ich.

Ich erfüllte seinen Wunsch und ließ meine Bewegungen heftiger werden. Ich ließ mich völlig von seiner Leidenschaft mitreißen und verbannte alle Gedanken an später oder morgen aus meinem Kopf. Ich fühlte, wie er auf meine Stöße reagierte und steigerte mich noch mehr. Wir konnten beide unser Stöhnen nicht zurückhalten und er schlang fest seine Arme um mich. Wir küssten uns wieder heiß und ich wusste, lange würde ich es nicht mehr aushalten. „Heero.. ich kann gleich .. nicht.. mehr..

"Hai...", keuchte ich in sein Ohr, als ich plötzlich seine Hand um mein Glied spürte. "Uhm..." Ich stöhnte auf, als er anfing, meine Erektion im Rhythmus seiner Bewegungen zu pumpen. Der Druck in meinem Unterleib wurde mit einem mal unerträglich und ich kniff die Augen zusammen. "Aaaaah......Duo..." Ich warf den Kopf in den Nacken und ergoss mich wimmernd in seiner Hand.

„Hai…“ das klang unglaublich sinnlich für mich, und ich schloss meine Hand um seine Erregung, um ihn heftig zu massieren. Sein Stöhnen trieb mich noch mehr an, und ich konnte mich mich fast nicht mehr zurückhalten. Dann wurde er ganz ruhig und schloss die Augen. Ich zog ihn fest an mich und hielt ihn, während er kam. Kurz darauf war auch ich soweit und verströmte mich mit einem Aufseufzen in ihm. Dann hielt ich ihn eng an mich gekuschelt fest und küsste sanft seine Lippen.

Keuchend lag ich unter ihm. "Das war....wundervoll.", hauchte ich und hob den Kopf leicht, um ihn zu küssen. Glücklich und zugleich erschöpft schloss ich die Augen wieder und seufzte. Mein Körper kribbelte noch immer und es fühlte sich an, als ob kleine Blitze durch meinen Unterleib zucken würden. Mit einem Lächeln auf den Lippen drehte ich den Kopf zur Seite, so dass meine Wange auf der Matratze ruhte.

Ich löste mich sanft von ihm und glitt neben ihn, behielt ihn jedoch in meinen Armen. Was ging wohl jetzt in ihm vor? Ob er an Quatre dachte? Ich wollte nicht, dass er wieder zu ihm zurückging, ich wollte, dass er bei mir blieb. Aber ich konnte ihn damit nicht so einfach überfallen. „Geht es dir besser? Hast du Lust, noch auf einen Drink mit in den Club zu gehen?“ fragte ich ihn lächelnd.

Ich drehte ihm wieder meinen Kopf zu und sah ihn verliebt an. "Ja...gern", sagte ich leise und lächelte leicht. "Mit dir..gerne", fügte ich hinzu und küsste ihn erneut. Duo war so lieb. Mit ihm wäre ich wahrscheinlich überall hingegangen. Vorsichtig befreite ich mich aus seiner Umarmung und setzte mich auf.

Ich erwiderte seinen Kuss und war gleichzeitig glücklich und ängstlich. Er war so anhänglich dass ich fast vergessen hätte, dass er nicht frei war. So wie er sich jetzt gab, konnte ich fast glauben, dass er doch… ‚Unsinn’, schalt ich mich selbst. ‚Irgendwann kriegt er das heulende Elend und kehrt reumütig zu seinem Quatre zurück…’ Aber daran wollte ich jetzt nicht denken. Wir zogen uns wieder an und machten uns gemeinsam auf den Weg in den Club. Der Keeper grinste wissend, als wir es uns einträchtig an einem Tisch gemütlich machten und mir war das ganze etwas peinlich. Ich fragte mich erneut, was Heero wohl denken mochte und sah ihn grübelnd an.

Leicht lächelnd griff ich nach Duos Hand und hielt sie fest. Er sah mich an und drückte meine Hand. "Was möchtest du trinken?" Ich überlegte. Es war mir eigentlich egal. "Hn. Bestell du, mir ist es egal." Er nickte und erhob sich, ging zum Tresen vor. Ich sah ihm lächelnd nach.

Ich bestellte eine Flasche Rotwein für uns beide und ging zum Tisch zurück. Als Sam das gewünschte brachte, hatte er wieder dieses Grinsen im Gesicht. Ich bemerkte, dass Heeros Gesicht finster wurde und zischte Sam zu: „Wenn du deine Zähne behalten willst, hör auf zu feixen und zieh Leine!“ Dann schenkte ich uns die Gläser voll. „Das ist ein nicht allzu herber Rotwein, schmeckt ganz gut…“ sagte ich unbestimmt in Heeros Richtung, denn der sah immer noch etwas zornig hinter Sam her. „Hey, reg dich nicht auf, er ist ganz in Ordnung…“ sagte ich leise und legte meine Hand auf Heeros Arm.

Dieses Grinsen gefiel mir gar nicht. Es erinnerte mich an das Grinsen von...Dr. J? Konnte das sein? Hn. Auf jeden Fall mochte ich es ganz und gar nicht. Ich wandte meinen Blick wieder zu Duo, als ich seine Hand auf meinem Arm spürte und er mir sagte, dass der Kellner ganz in Ordnung sei. "Hn" war mein einziger Kommentar dazu und ich griff nach meinem Glas, um den Wein zu probieren.

Ich sah Heero nachdenklich an. Hatte er einen sechsten Sinn? Mir war auch schon mal der Gedanke gekommen, dass Sam vielleicht doch nicht so in Ordnung war… ich hob das Glas. „Cheers“ sagte ich, wobei ich ihm in die Augen sah. Er blickte lächelnd zurück. Ich wurde unsicher und trank von meinem Wein, um es zu überspielen. „Was..“ ich hatte plötzlich einen Kloß in der Kehle und räusperte mich „.. hast du jetzt eigentlich vor?“ Eigentlich hatte ich das Thema vermeiden wollen, aber irgendwann würde es sowieso auf den Tisch kommen, warum also nicht gleich?

Ich setzte mein Glas ab und blickte auf den Tisch. Was ich jetzt vor hatte? Er meinte wohl, ob ich wieder zu Quatre zurückgehen würde....Wenn ich das nur wüsste. Ich hatte selbst keine Ahnung, wohin ich jetzt gehn sollte...ob ich bei ihm bleiben sollte. Sicher, es gefiel mir bei ihm aber.... Konnte ich Quatre einfach allein lassen? Nein, das konnte ich nicht. Er war immerhin noch mein....mein Koi. Lautlos seufzend sah ich Duo wieder in die Augen. "Ich...ich weiß nicht. Vielleicht sollte ich...." Ich brachte es irgendwie nicht über´s Herz ihm zu sagen, dass ich gehen musste...irgendwann.

„…nach Hause gehen?“ half ich nach. Er sah mich traurig an. „Ist doch so, das wolltest du gerade sagen, oder?“ Er nickte. Ich riss mich zusammen und lächelte ihm zu. „Ist schon o.k., das war mir doch klar!“ Ich musste ihn nicht auch noch traurig machen, es reichte ja, wenn ich es war. Immerhin hatte ich eine schöne Erinnerung.. ich musste unwillkürlich grinsen, aber es war kein sehr fröhliches Grinsen. „Lass uns wenigstens noch ein Glas Wein zusammen trinken!“ sagte ich gespielt munter und schenkte uns nach.

Ich sah ihn mit einem verzeifelten Ausdruck an. "Duo, es...es ist nicht so wie du denkst, ich.." Er fühlte sich jetzt wahrscheinlich schlecht und das wollte ich nicht. Ich wollte ja bei ihm bleiben, aber....Was sollte ich nur tun? Da hatten wir es schon wieder. Ich kam mit dem normalen Leben einfach nicht zurecht. Ständig musste mir jemand sagen, wie ich etwas tun sollte...was ich tun sollte. Damals hatte mir das Dr. J gesagt. Ich schüttelte den Kopf, um ihm zu signalisieren, dass ich nicht mehr wusste, was ich dazu sagen sollte. In meiner Verzweiflung griff ich wieder nach dem Glas und kippte mir einen ganzen Schluck rein. Ich presste die Augen zusammen, als es mich schüttelte. Das war wohl etwas zu viel gewesen.

„Hey langsam! Ein bisschen Zeit wirst du ja noch haben…“ Mist. So wie das jetzt rüberkam, sollte es gar nicht klingen. So vorwurfsvoll… ich sah Heero besorgt an, doch der trank nur noch einen ebenso großen Schluck Wein. Wollte er sich mit Gewalt betrinken? „Heero, bitte, ich will nicht, dass du dich mies fühlst, ich wusste doch, was los ist. Ich werde nicht…“ genau, was würde ich nicht? Ihn Quatre wegnehmen? Ich tat ja so, als ob das nur meine Entscheidung wäre! Er war ja schließlich kein Gegenstand, den man jemandem nach Belieben wegnehmen oder überlassen konnte… „Ich werde nicht versuchen, dich zu beeinflussen…“ rettete ich die Situation.

"Ich würde mich auch nicht von dir beeinflussen lassen.", grinste ich. Das Glas hielt ich noch immer in der Hand, um ab und zu einen Schluck daraus zu nehmen. Der Wein war wirklich gut und noch besser war, dass er mir half, nicht mehr so viel an meine Probleme denken zu müssen. Ich lehnte mich auf meinem Holzstuhl zurück und schaute Duo an.

„Nicht?“ ich konnte nicht verhindern, dass es etwas enttäuscht klang. Ich schüttelte das ungute Gefühl ab und meinte zu ihm: „Solltest du nicht etwas langsamer trinken? Rotwein knallt ganz schön rein!“ Doch er grinste weiter und trank noch einmal aus seinem Glas. Sein Grinsen schien mir jetzt sogar etwas herausfordernd zu sein. Innerlich mit den Achseln zuckend, trank ich ebenfalls mein Glas leer und schenkte uns noch einmal nach. Die Flasche war zu zwei Dritteln leer. Und das in der kurzen Zeit! Ich war auch nicht mehr so ganz nüchtern, und irgendwie hatte ich den Wunsch, dass Heero noch einmal mit zu mir kommen würde. „Also, um es kurz zu machen: Willst du nachher nach Hause oder kommst du wieder mit zu mir?“ sagte ich so neutral wie es mir möglich war.

 

"Ist mir egal....", meinte ich und stellte das Glas ab. "Wohin du willst.." Ich konnte irgendwie nicht mehr klar denken. Ich lehnte mich über den Tisch und griff nach seiner Hand, nahm sie in meine. Sie war so schön warm. Ich blinzelte, als meine Sicht plötzlich kurz verschwamm und griff mir an die Stirn. Was war das? "Hn" Als ich wieder zu Duo hoch sah, blickte er mich besorgt an.

Egal.. na, er war wohl ziemlich voll. „Ich schlage vor, ich bring dich noch mal zu mir und morgen früh, wenn es dir wieder gut geht...“ – jetzt konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, denn das würde höchstwahrscheinlich bis mittags dauern – „..gehst du dann nach Hause, einverstanden?“ Ich wollte es auch noch etwas hinauszögern, dass er ging, das musste ich zugeben. Er nickte nur und stand leicht schwankend auf. Ich war einen Geldschein auf den Tisch und machte mich mit Heero, der schwer an meinem Arm hing, auf den Heimweg. Unterwegs stöhnte er, ihm sei schlecht. Das hatte mir gerade noch gefehlt! „Schaffst du es bis zu mir?“ fragte ich etwas ängstlich, denn ich befürchtete, er würde sich übergeben müssen.

Ich schluckte. "Hai...ich..ich glaub schon." Mir war jetzt wirklich total übel, doch ich würde es noch bis zu Hause schaffen. Ich lief immer langsamer, denn ich hatte noch dazu Bauchschmerzen bekommen. Arghh....ich hab wohl wirklich zu viel getrunken. Mit gesenktem Kopf ließ ich mich von Duo weiterzerren. Der Boden fing mittlerweile an sich zu drehen.

Ich besah mir Heero genauer. Er sah wirklich schlecht aus und sein Gesicht glänzte vor Schweiß. Das Laufen fiel ihm immer schwerer. Ich überlegte nicht lange, schlang mir seinen Arm um die Schulter und meinen um seine Taille und stützte, nein trug ihn den Rest des Weges. Endlich waren wir bei mir angekommen und ich schloss die Tür auf. Kaum war sie offen, stürzte Heero zum Klo und knallte die Tür zu. Die Geräusche ließen keinen Zweifel, das es ihm schlecht gehen musste. Ich holte für alle Fälle Aspirin und ein Glas Wasser sowie einen Eisbeutel aus der Küche und wartete.

Ich hatte mich auf dem Rand des Klodeckels abgestützt und keuchte leise. Mir war so schlecht, aber ich hatte doch jetzt garantiert schon alles aus meinem Magen befördert, was noch übrig war. Ich griff mir an meine heiße Stirn und schloss die Augen kurz, bevor ich langsam aufstand. Mich an der Wand abstütztend schwankte ich nach draußen ins Wohnzimmer und ließ mich erschöpft auf die Couch sinken. "Hn" Ich schloss wieder die Augen und ließ meine Hand auf der Stirn liegen.

Ich setzte mich neben ihn und drückte ihn leicht an mich. Er seufzte und lehnte sich an mich. Ich reichte ihm die Tablette und das Glas Wasser. „Nimm das, dann geht es dir bald besser!“ Er tat wie ihm geheißen, und ich brachte ihn anschließend dazu, sich hinzulegen und legte den Eisbeutel auf seine Stirn. Dann nahm ich seine Hand. „Es tut mir leid, das ist meine Schuld!“ sagte ich betreten. „Ich hätte keinen Wein bestellen sollen… ich hoffe, es geht bald wieder. Versuch am besten zu schlafen.“ Ich hauchte einen Kuss auf seine Wange und wollte aufstehen.

Ich griff nach seiner Hand. "Duo..." Er sah mich mit großen Augen an und ich drückte seine Hand. "Es...ist nicht deine Schuld, okay?! Es ist meine eigene Schuld.", sagte ich leise. Ich drückte den Eisbeutel noch fester an meine Stirn. Das Eis tat so gut. "Also bitte...fühl dich deswegen nicht schlecht..." Die schmerzhaften Bauchkrämpfe, die ich mittlerweile bekommen hatte, hinderten mich am weiterreden und ich rollte mich zu einer Kugel zusammen, spürte, wie der Eisbeutel von meiner Stirn fiel. "Uhm..."

„Soll ich dir einen Tee machen?“ Ich stand auf um in die Küche zu gehen, als mich ein erstickter Laut vom Bett aufhielt. Erschrocken sah ich mich zu Heero um. Er hatte sein Gesicht im Kissen vergraben. „Was ist denn los?“ Behutsam legte ich ihm die Hand auf die Schulter. Er murmelte etwas, und ich fragte nach. „Ich hab dich nicht verstanden…“ Heero hob den Kopf. „Quatre macht auch immer Tee!“ sagte er mit traurigem Gesicht. Ich verließ fluchtartig das Zimmer. Das hatte ich ja toll hingekriegt.

Er lief fluchtartig aus dem Zimmer, nachdem ich das gesagt hatte. Nein, das wollte ich nicht....Ich fasste mir an den Kopf und stieß einen seufzenden laut aus. "Duo" Mist!! Ich konnte ihm nicht hinterher, geschweige denn aufstehen. So blieb ich liegen und vergrub mein Gesicht wieder im Kissen. "Gomen Duo, das hätte ich nicht sagen dürfen.", murmelte ich, bevor ich mit meinen Händen zu meinem Bauch wanderte und versuchte, den Schmerz zu lindern, indem ich sanft darüber streichelte. Aber es war doch so. Quatre hatte auch immer Tee für mich gekocht. Ich schloss traurig die Augen. War Duo jetzt sauer? Oder enttäuscht von mir?

Mechanisch setzte ich Wasser auf und holte Pfefferminztee aus dem Schrank. „Ich Idiot“ murmelte ich vor mich hin. Musste ich ihn ausgerechnet an Quatre erinnern? Sicher, wenn man sich schlecht fühlte, wollte man nach Hause. Außerdem ist es normal, dass man Tee trinkt, wenn man Magenschmerzen hat, und doch… sicher würde er jetzt bald weg sein. Ich starrte trübselig auf den Wasserkessel bis das Wasser kochte. Mit dem fertigen Tee in der Hand ging ich zurück zum Sofa. „Hör zu, ich.. es tut mir leid…“ ich kam nicht weiter. Was tat mir leid? Dass ich Tee kochte? Ich gab es auf, stellte die Tasse neben ihn und setzte mich stumm auf das Sofa.

Ich hob den Kopf und sah in Duos Augen. "Mir tut es auch leid." Ich blickte auf den bunten Teppich auf dem Fußboden. "Ich hätte das nicht sagen dürfen. Ich hätte wissen müssen, dass es dich traurig macht. Gomen.", sagte ich leise und legte den Kopf wieder auf das Kissen. Ihn länger oben zu halten wurde mit der Zeit anstrengend.

Ich räusperte mich. „Schon gut. Trink den Tee, solange er noch warm ist, und wenn es dir besser geht, kann ich .. ich fahr dich dann nach Hause.“ Ich stand wieder auf und er sah mich besorgt an. „Alles klar, Heero. Ich wusste es doch von Anfang an…“ sagte ich sanft. „Es ist ja nicht deine Schuld, wenn.. ich meine, dass… ach vergiss es. Ich geh mal kurz was essen, mir ist schon ganz flau im Magen.“ Damit ging ich zurück in die Küche. Mir war hundsmiserabel und ganz und gar nicht nach Essen zumute.

Traurig blickte ich ihm nach. `Es ist ja nicht deine Schuld´ "Hn." Mein Blick fiel auf die Teetasse, die vor mir auf dem kleinen Tisch stand. Duo hatte für mich den Tee gemacht und jetzt würde ich ihn auch trinken. Vorsichtig setzte ich mich auf und griff nach der Tasse, trank langsam einen Schluck. Wie fühlte sich Duo jetzt wohl?

Ich sah durch die Tür, wie er nach der Teetasse griff und etwas daraus trank. Was mochte ihm wohl durch den Kopf gehen? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass er jetzt gehen musste, denn sonst würde ich ihn nicht mehr weglassen, geschweige denn auch noch nach Hause fahren. Aber die Entscheidung zwischen Quatre und mir musste er allein treffen, - falls es für ihn überhaupt etwas zu entscheiden gab…. Offensichtlich hatte er die Tasse leer getrunken. Ich atmete tief durch und ging zu ihm zurück. „Wenn es dir recht ist, würde ich dich gerne fahren. Ich hab auch noch eine Verabredung…“ das stimmte zwar nicht, aber irgendwas musste ich ja sagen. Es musste einfach jetzt sein.

Erschrocken hob ich den Kopf und sah ihn an. Verabredung? Das hatte er mir vorher aber nicht gesagt. Und vor allem...mit wem? Ich stellte die Tasse ab und nickte. "Hai...es ist nett, dass du mich fährst." Ich wollte ja auch wieder zu Quatre zurück, aber...ob er mich überhaupt noch sehen wollte...nach allem, was passiert ist. "Duo ich...ich werde dich besuchen kommen, ok?"

„O.k.“ Wenn das stimmte, würde ich ihn wenigstens mal wiedersehen. Aber im Moment wollte ich wirklich alleine sein. Die Situation war äußerst schwierig für mich, also wollte ich sie so schnell wie möglich beenden. Ich holte die Schlüssel und ohne weitere Umstände verließen wir die Wohnung. Das Auto stand auf dem Parkplatz im Hof. Heero ließ sich auf den Beifahrersitz fallen und schloss die Augen. War ihm immer noch nicht besser, oder war er auch traurig, so wie ich? Ich wollte ihn lieber nicht fragen, also startete ich den Wagen. „Du musst mir den Weg sagen…“ meinte ich beim Hinausfahren aus der Einfahrt.

Ich öffnete die Augen wieder und seufzte. "Hai" Ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, doch innerlich war ich total aufgewühlt. Duo saß schweigend neben mir, während wir fuhren. Es tat mir so leid, doch ich wusste nicht, was ich noch hätte sagen können. Wir mussten erst einmal beide da durch. Ich würde jetzt wahrscheinlich eine Standpauke von Quatre bekommen, doch was sollte ich machen?! Ich hatte es ja verdient. Ich hatte ihn betrogen, das war mir klar. Ich blickte zum Fenster hinaus, während ich nervös mit meinen Händen spielte.

Mit knappen Worten lotste mich Heero zu sich nach Hause. Es ging schnell, viel zu schnell. Ich hielt vor dem Haus, das er mir zeigte und ließ den Motor laufen. „Ich denke nicht, dass es Sinn macht, wenn ich mitkomme“ sagte ich zögernd und sah ihn an.

Ich schlucke und nickte. "Okay. Dann... bis bald, Duo." "Bis bald, Heero." Wir sahen uns noch ein letztes mal in die Augen. Mir tat das Herz weh, als ich mich losschnallte, aus dem Wagen stieg und die Tür wieder zuwarf. Dann fuhr er vom Hof. Ich sah ihm lange nach, bis ich das Auto nicht mehr sehen konnte. Ich seufzte traurig und drehte mich um, ging langsam zu unserer Haustür. Jetzt war ich wieder da, wo alles begonnen hatte.... der ganze Streit. Ich verspürte den Drang, wieder wegzulaufen, wieder zu Duo zu laufen, doch....gleichzeitig wollte ich auch wieder zu Quatre. Ich vermisste auch ihn. Nachdem ich die Treppen hochgegangen war, klopfte ich schließlich an unserer Holztür. Mein Herz schlug heftig gegen meine Brust. Was würde er tun? Würde er mich jetzt anschreien? Oder überhaupt nicht aufmachen?

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Teil 3                                                                                                                           back