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Autoren: Heero und Quatre back E-mails: Heero_Yuy85@web.de und Quatre@animemail.de Homepages: www.gokus-bedroom.de.vu ICQ: Heero: 129884242 Pairing: Quatre x Heero
Warnings: angst, sad, violence, rape, Yaoi ( ist ja klar ^_^ ), lemon blau= Heero Im Labor von Dr. J Teil 5/6 Ich sah im Fallen, wie Quatre in das tiefblaue Wasser fiel und kurz darauf tauchte auch ich in das kalte Nass ein. Unter Wasser hielt ich nach Quatre ausschau, doch ich konnte ihn nicht entdecken. Schnell schwamm ich an die Oberfläche und schnappte keuchend nach Luft. Die Strömung riss mich sofort mit. "Quatre", schrie ich. "Wo bist du?" Ich spürte, wie ich auf dem Grund auftippte, und schwamm schnell zur Oberfläche. Ich war stocksauer auf Heero. Was, wenn das Wasser hier nur einen Meter tief gewesen wäre? Ich sah seinen Kopf zehn Meter vor mir, und was ich noch sah, ließ meinen Zorn verrauchen. Er starrte angstvoll um sich und schrie meinen Namen. Er machte sich Sorgen um mich! „Hier! Hinter dir!“ schrie ich gegen das Tosen des Wasserfalls an. „Wir müssen uns verstecken!“ schrie er wieder. Gemeinsam schwammen wir zur Klippe und krabbelten einen Vorsprung hinauf. Keuchend saßen wir nebeneinander. Plötzlich legte Heero einen Arm um mich. Er sagte nichts, zog mich nur an sich. Aber ich verstand es. „Mir geht es genauso…“ flüsterte ich. Ich sah, wie er etwas ängstlich die Klippen hoch schaute und spürte, wie er leicht zitterte. Ich drückte ihn enger an mich. "Keine Angst, ich bin bei dir.", versuchte ich ihn zu beruhigen. "Sie können uns von oben aus nicht sehen.", fügte ich hinzu. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter und schaute den Felsvorsprung an, auf dem wir saßen. Der Stein war plötzlich rot. Ich runzelte die Stirn und keuchte auf, sah meine Schulter an. Verdammt. Der Verband war von meinem Blut getränkt. Es hatte durch meine Anstrengungen und den Aufprall ins Wasser wieder stark angefangen zu bluten. Als ich meinen Blick wieder nach unten wandte, sah ich, dass Heeros Jackenärmel verdächtig dunkel aussah. Dunkler als vom Wasser… Ich wollte die Jacke von seiner Schulter wegschieben, doch er ließ mich nicht. „Ich muss mir doch deine Schulter ansehen!“ versuchte ich ihn zu überreden. „Nein. Das bringt sowieso nichts, ob du das nun siehst, oder nicht!“ fuhr er mich an. Ich erschrak. „Verdammt, ja! Wo ist die Tasche?“ Ich sah mich danach um und geriet ins Rutschen. Obwohl Heero noch nach mir griff, konnte er mich mit dem verletzten Arm nicht halten, und die nassen Hände rutschten voneinander ab. Ich klatschte ins Wasser zurück und wurde sofort von dem Vorsprung weggerissen. ‚Scheiße, jetzt sehen sie mich..’ dachte ich, und tauchte unter. Ein schrecklicher Schmerz durchzuckte mich und ich konnte Quatre keine Sekunde länger festhalten. "Nein", schrie ich, als er mitgerissen wurde. Ich stand augenblicklich auf und blickte über das Wasser. Ich sah, wie Quatre unter Wasser ging. Ich riss die Augen auf und keuchte auf. Was sollte ich tun? Ich musste hinterherspringen, sonst würde er ertrinken. Schließlich hatte ich ihn auch fallen lassen. Wenn ihm etwas zustoßen würde, würde ich mir das nie verzeihen. Und so sprang ich hinterher. Auch mich riss die Strömung sofort mit, doch ich versuchte, nach Quatre ausschau zu halten. "Quatre", schrie ich, bevor ich unter Wasser gedrückt wurde. Ich hatte irgendwo gelesen, dass man bei starker Strömung besser unter Wasser bleibt. Also holte ich noch einmal tief Luft und tauchte wieder in Richtung des Felsvorsprungs. Die Strömung war stark, aber es ging unter Wasser tatsächlich besser. Als ich glaubte, meine Lunge würde platzen, tauchte ich japsend auf. Ein Blick auf den Absatz, und ich erstarrte. Der war leer. Heero war nicht mehr dort! ‚Oh nein, der Dummkopf wollte mich doch nicht etwa retten?’ ich sah mich verzweifelt um und ließ mich wieder von der Strömung mitreissen. Voller Angst suchte ich Heero. Er war schon ziemlich weit von mir weggetrieben worden, als ich ihn endlich entdeckte. Ich tauchte kurz wieder auf und schnappte nach Luft, bevor ich wieder unter Wasser gerissen wurde. Verdammt, wo war Quatre nur? Unter Wasser trieb ich an einem Felsen vorbei, dessen spitze Ecken meinen Rücken zerkratzten und ich schnappte ungewollt nach Luft, bekam Wasser in den Hals. Ich presste die Augen zusammen und schwamm wieder an die Oberfläche, hustete es aus und schaute mich dann schwer keuchend um. Da sah ich Quatre, der von der Strömung mitgerissen wurde und auf mich zu kam. "Quatre", schrie ich. Im nächsten Augenblick kam eine Welle auf mich zu, die mich gegen den nächsten Felsen warf. Er war kurz untergetaucht, dann kam er wieder hoch und spuckte Wasser aus. Ich hörte durch das tosende Wasser, wie er meinen Namen schrie. Dann geriet er in einen Strudel und das nächste was ich sah, war dass er an einen Felsen schlug. Dann ging er sofort unter. Ich schwamm auf den Felsen zu, in der Hoffnung, dass er sich dort irgendwie festklammern konnte. Doch als ich dort war, war er schon weitergerissen worden. Eilig schwamm ich ihm nach. Ich konnte eine Insel inmitten des Flusses erkennen. Dort mussten wir irgendwie hinkommen. Endlich sah ich ihn direkt vor mir. Ich packte ihn an der Jacke und riss ihn an mich. Dann hielt ich seinen Kopf so gut es ging über Wasser und ließ mich mit ihm auf die Insel zutreiben. Doch er war bewusstlos und wurde immer schwerer in meinen Armen. Nach einer Ewigkeit erreichte ich mit ihm im Arm das Ufer und zog mich keuchend hoch. Dann zerrte ich auch ihn an Land. Ich war zum Sterben erschöpft, doch ich musste Heero wachbekommen. Also schüttelte ich ihn, und presste meine Hände auf seinen Brustkorb. Immer wieder, bis er zu Husten anfing und eine Menge Wasser ausspuckte. Er schlug kurz die Augen auf und klappte sie gleich wieder zu. Er war wieder bei Bewusstsein. Das reichte mir. Ich fiel neben ihm hin und schloss ebenfalls die Augen. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und spuckte das Wasser aus, hustete heftig. Ich öffnete kurz die Augen, doch ich konnte sie nicht offen halten, ich hatte keine Kraft. Ich keuchte atemlos und bewegte mich. "HN" Ich stöhnte auf, als mir bei der Bewegung alles weh tat. Ich beschloss, es lieber erst einmal zu lassen. Schließlich schlug ich die Augen wieder auf und erblickte Quatre, der laut keuchend neben mir lag. Ich wollte lächeln, doch ich konnte es einfach nicht, ich war viel zu erschöpft. Kami, was war passiert? Ich fühlte mich wirklich, als wäre ich gegen einen LKW gedonnert. Ich kniff die Augen zusammen. Ich war mir nicht sicher ob mein Rücken blutete, ich wusste nur, dass es schrecklich weh tat. Mühsam richtete ich mich auf. „Heero, kannst du aufstehen? Hier kann man uns meilenweit sehen!“ Er versuchte hochzukommen, fiel aber mit einem Schmerzlaut wieder zurück. Er kniff die Augen zu und biss in seinen Ärmel. Er hatte offensichtlich starke Schmerzen. „Geht nicht. Verschwinde, Quatre, lass mich hier liegen. Du kannst mich später holen kommen“ murmelte er in seinen Jackenärmel. „Die werden dich nicht am Leben lassen. Ich bleibe bei dir, Heero“ sagte ich entschlossen. Er drehte den Kopf und funkelte mich an. „Hau schon ab! Wenn du hierbleibst, haben wir gar keine Chance. „Wir? Wenn ich dich hierlasse, gibt es kein ‚wir’ mehr!“ schrie ich ihn an. „Die bringen dich um!“ Er zog mühsam die Walther aus der Jacke. „Und wenn du nicht sofort abhaust, erschieße ich mich!“ sagte er kalt. Ich starrte ihn entsetzt an. "Na los, verschwinde schon!!", fuhr ich ihn an. Er schluckte schwer und blieb noch immer wie angewurzelt stehen. Verdammt, er musste endlich abhaun. "Heero, ich .....kann das nicht..bitte..zwing mich nicht dazu!" In mir stieg die Wut wieder hoch. Was brachte es uns, wenn wir beide wieder gefangen wurden? So konnte wenigstens Quatre entkommen, doch er rührte sich nicht vom Fleck, stand nur zitternd da. Ich hob die Pistole und drückte den Lauf gegen meine Schläfe. "Ich meine es ernst Quatre, geh!!" Er riss die Augen auf und keuchte entsetzt auf. „NEIN! Hör auf!“ ich ballte die Fäuste. „Ich gehe.. ja schon!“ Er lag halb aufgerichtet, die Waffe an seiner Schläfe, und starrte mich böse an. Ich schlug die Augen nieder. „Leb wohl!“ Zu mehr hatte ich keine Kraft. Ich drehte mich um und rannte davon, auf ein nahes Wäldchen zu. Ich war sicher, dass ich Heero das letzte Mal gesehen hatte. Plötzlich hörte ich das Geräusch eines Helikopters. ‚Sie kommen!’ dachte ich voller Panik. Ich blieb wie angewurzelt stehen. ‚Ich will nicht dass sie ihn kriegen, und wenn doch, dann will ich bei ihm sein.’ Auf der Stelle drehte ich mich um und rannte zu ihm zurück. Kuso, was machte er da? Wieso rannte er jetzt plötzlich zurück. Er hätte doch nur in das Wäldchen laufen müssen, dann hätten sie ihn nicht mehr gesehn. Ich knurrte ihn an, als er wieder vor mir stand. "Du bist verrückt, Quatre", keuchte ich, denn mein Körper schmerzte wieder furchtbar. Ich hatte keine Kraft mehr die Pistole zu halten und ließ sie fallen. Ich drehte mit einem Stöhnen den Kopf zur Seite und wurde ohnmächtig. ‚Knurr nur’ dachte ich. ‚Ich lass dich nicht im Stich.’ Er ließ die Pistole fallen und sackte wieder zusammen. Der Helikopter war jetzt sehr nahe. Die Bäume wurden schon von seinen Rotorblättern geschüttelt. Ich ergriff Heeros Waffe und holte meine aus der Jacke und entsicherte sie beide. Ich wusste, gleich würden sie uns haben. Dann landete er auf dem Strand. Es kamen 6 Mann aus dem Hubschrauber, alle mit MG im Anschlag. Ich ließ die Pistolen sinken. Es war sowieso zwecklos. „Meine Güte, was für ein Aufwand“ sagte ich sarkastisch, als zwei mich grob packten und zum Helikopter schleiften. Heero mussten sie tragen, er war wieder bewusstlos. Ich wurde in einen Sitz gestossen und angeschnallt. Dann hielt man mir eine Druckluftspritze an den Hals und ich hörte es Zischen. „Na toll! Das hatten wir ja lange nicht…“ konnte ich noch denken, dann wurde es dunkel. Ich kam langsam wieder zu mir. Ich schlug die Augen auf und blinzelte. Was war jetzt schon wieder passiert? Wo war ich? Ich drehte den Kopf zur Seite und schaute mich um. Das erste was ich sah, waren graue Mauern. Dann drehte ich den Kopf zur anderen Seite und erblickte Quatre, der wahrscheinlich bewusstlos neben mir lag. Ich konnte mich im Moment nicht erinnern, wie wir hierher gekommen waren, aber es sah nicht gut aus. Es war etwas dunkel und es sah aus wie.......Ich keuchte auf. Jetzt wusste ich auch wo wir hier waren. Dr.J´s Soldaten hatten uns hier eingesperrt. Verdammt! Ich bewegte mich und stöhnte auf, als mir wieder alles weh tat. Hn. Das hatte ich ganz vergessen. Mir war kalt. Das war das erste, was ich empfand. Meine nassen Sachen klebten an mir und ich fror erbärmlich. Dann kam ein Kopfschmerz dazu. Ich blieb ruhig liegen und hoffte, das er bald nachlassen würde. Dann riss ich die Augen auf. Heero! Wo war er? Hatten sie… da hörte ich ihn neben mir keuchen und drehte mühsam mein Gesicht zu ihm. „Schön dich zu sehen..“ flüsterte ich heiser. Er antwortete mir nicht. Ach ja. Er war wütend, weil ich zurückgekommen war. Seufzend schloss ich die Augen. „Wie geht’s dir?“ murmelte ich. Wieder nichts. Ich machte die Augen wieder auf. Er sah schlecht aus. „Blöde Frage, seh ich ein…“ murmelte ich wieder und schloss die Augen erneut. Reden war so anstrengend… Ich sah ihm in die Augen. `Ja, das war wirklich eine blöde Frage`, hätte ich ihn jetzt angefahren, wenn ich die Kraft dazu gehabt hätte. Stöhnend schloss ich die Augen wieder und drehte meinen Kopf von ihm weg. Wirklich klasse, jetzt hatten sie uns beide wieder. Wieso war dieser Baka nicht gegangen? Am liebsten wäre ich jetzt aufgestanden und hätte gegen diese hässliche, graue Mauer getreten, doch ich konnte mich kaum bewegen. Schwach hob ich meine Hand und tastete nach meinem Rücken. Als ich die Hand zurückzog und sie betrachtete, war sie blutig. Dieser verdammte Felsen!! Er hatte sich an dem Felsen blutig geschlagen. Das war schlimm, weil er jetzt noch schwächer sein würde. An Flucht war erstmal nicht mehr zu denken, wahrscheinlich überhaupt nicht mehr. Ich resignierte. Es hatte ja sowieso alles keinen Sinn mehr. Wir waren gefangen, und er war stocksauer, er wollte mich nicht mal mehr sehen. Wahrscheinlich konnte ich jetzt die Freundschaft in den Wind schreiben, ganz zu schweigen von … mehr. „Du hättest uns beide erschießen sollen…“ murmelte ich und drehte mich weg. `Du hättest uns beide erschießen sollen` Diese Worten hallten lange in meinem Kopf und ich drehte diesen wieder in Quatres Richtung. Er hatte sich von mir weggedreht. Ich seufzte leise. Ja, vielleicht hätte ich das wirklich tun sollen. Aber jetzt war es sowieso egal, wir waren gefangen und wir mussten das beste daraus machen. Ich versuchte mich langsam zur Seite zu drehen, was mir schließlich auch unter Schmerzen gelang. "Quatre", hauchte ich. "Wir dürfen nicht ... aufgeben!" Er gab mir zuerst keine Antwort. Nichts in der Richtung: „Aber nein, Quatre, ich könnte dich nie erschießen..“ – wahrscheinlich gab er mir sogar Recht. Nach einer Weile des Schweigens hauchte er mir zu, dass wir nicht aufgeben dürften. „Du hast recht. Das will ich auch nicht. Und ich werde auch nicht aufgeben.“ Ich konnte ihn nicht ansehen und sagte es deshalb der grauen Wand. „Es wäre nur etwas einfacher für mich, wenn du nicht so verdammt kaltschnäuzig wärst.“ Ich hielt den Atem an. ‚Oh Scheisse, Scheisse, was erzähle ich denn da für ein jämmerliches Zeug?’ dachte ich wütend. „Vergiss was ich gesagt habe. Ist mir so … rausgerutscht.“ Das klang ja nun oberlahm. Ich gab es auf und schwieg einfach wieder. Kaltschnäuzig? Das dachte er also die ganze Zeit von mir. Na und? Besser so als die ganze Zeit so rumzumosern wie er. Von mir aus konnte er sich in eine Ecke setzen und flennen, es war mir egal. "Hn" Ich setzte mich etwas auf und presste die Augen zusammen, als mir der Rücken und meine Schulter wieder weh taten. Mein Blick fixierte die graue Wand, was übrigens besser war, als diese kleine Heulsuse anzusehen. Er konnte mir gestohlen bleiben."Alter möchtegern-Soldat" Wieder dieses ‚Hn’, die Antwort für jede Gelegenheit. Wahrscheinlich hatte ihn meine Äußerung verletzt. Er setzte sich auf und verzog vor Schmerzen das Gesicht. Dann starrte er die Wand an. Just als ich mich um ihn kümmern wollte, ihm sagen wollte, dass es mir leid tat, seine Gefühle verletzt zu haben, revidierte ich meine Meinung. Verletzt? Gefühle? Dieser Eisbrocken hatte keine Gefühle. Er hatte mich gerade ‚Möchtegern-Soldat’ genannt! „Ach ja! Mr. Perfect Soldier! Was hat denn meine Qualifikation mit meinen Gefühlen zu tun? Aber vielleicht sollte ich solche Fremdwörter lieber nicht benutzen! Ich meinte solche Fremdwörter wie ‚Gefühle’“ sagte ich sarkastisch. „Ausserdem hat dir der Möchtegern-Soldat das Leben gerettet! Aber das wolltest du ja sicher wieder gar nicht. Soll auch nicht wieder vorkommen!“ Ich funkelte ihn wütend an. Am liebsten hätte ich ihm eine reingewürgt, Schmerzen hin oder her. Ich versuchte, ihn einfach zu ignorieren. Er war ja wirklich schlimmer als Duo, sogar als Relena. So starrte ich weiter die Mauer an und presste vor Wut die Lippen fest zusammen. Er machte mich so wütend. Was redete er nur dauernd von Gefühlen?! Gefühle waren für Schwächlinge. Na ja, passte ja perfekt. Ich konnte nur hoffen, dass er bald aufhören würde zu reden. Wie erwartet starrte er nur bockig die Wand an. Ok. Mit mir nicht. „Davon mal abgesehen, dafür, dass du so kalt tust, bist du ganz schön abgegangen, in der Höhle!“ Mir war jetzt alles egal. Sollte er doch denken, was er wollte. „Merkwürdig, für jemanden, der keine Gefühle haben will, oder? Und dass du mich liebst, hast du sicher nur gesagt, weil du mich rumkriegen wolltest, habe ich Recht?“ Ich atmete heftig. Wie konnte er so abweisend sein? Was hatte ich denn schon getan? Ich knurrte. Wieso machte er das? Ja, er wollte mich provozieren. Er wollte, dass ich sauer wurde. Gut, das hatte er geschafft. Ich war nicht nur sauer, ich war stinksauer. Ich drehte den Kopf leicht zur Seite und warf ihm einen meiner `Todesblicke`zu. "Halt den Mund, Quatre", zischte ich ihn an. „Ja klar! Halt die Klappe Quatre, das will ich nicht hören!“ ich war nicht zu bremsen. Ich wusste selbst nicht warum, ich wollte ihn endlich aus der Reserve locken, wollte dass er mir Emotionen zeigte. „Du hast doch bloß Angst, dass ich das ausnutze oder dich bloßstelle, wenn du mir zeigst, was du fühlst. Aber eins sage ich dir: Man gewinnt auch dabei. In Wirklichkeit bist du wie ein kleines, verängstigtes Kind, das niemandem vertraut. Und damit kannst du nur verlieren…“ ich verlor den Faden. Ich redete wie ein verdammter Psychotherapeut. An seinem Gesicht sah ich, dass er kurz davor war, mich zu ermorden. „Na los, Heero, dann tu’s doch! Bring mich um! Aber du wirst nicht jeden töten können, nur weil er dich mag…“ ich zuckte die Schultern. „Was rede ich denn.“ Ich drehte mich von ihm weg. `......du wirst nicht jeden töten können, nur weil er dich mag.´ Da kannte Quatre mich wohl ganz schlecht. Ich wollte Relena auch mal töten, wusste er das denn nicht mehr? Dann sah ich aus den Augenwinkeln, dass er sich wegdrehte. Das reichte. Jetzt machte er auch noch einen auf eingebildet. Wütend drehte ich mich um und holte mit der Faust aus, wollte ihm ins Gesicht schlagen, doch ich schrie auf und fiel vorwärts zu Boden, als ich einen schrecklichen, brennenden Schmerz im Rücken spürte. Nun lag ich mit zusammengekniffenen Augen laut keuchend auf dem Boden. Ich stöhnte leise. Er machte tatsächlich Anstalten, mich zu schlagen. Gut so! Wenigstens etwas Gefühl.. doch da schrie er plötzlich auf und stürzte. Er blieb mit dem Gesicht nach unten liegen und stöhnte. Im ersten Moment wollte ich ihn fragen, ob er denn nun nicht mehr so hart war, oder warum er nicht aufstehen wollte… doch dann sah ich, dass seine ganze Jacke am Rücken blutgetränkt war. Ich kniete mich neben ihn. „Heero, verdammt!“ Vorsichtig wollte ich ihm die Jacke ausziehen, doch er wehrte mich ab. „Heero, du baka, nun lass mich doch mal sehen!“ sagte ich sanft. Mein Zorn war verpufft. Ich strich ihm über den Kopf. Zweimal, dreimal. Er rührte sich nicht. Was dachte er jetzt? Egal, ich zog wieder an der Jacke. Dieses Mal duldete er, dass ich sie ihm auszog und sein Shirt hochstreifte. Ich hielt den Atem an. Sein Rücken war blutig und zusätzlich hatte er schwere Prellungen. Er brauchte dringend Hilfe. Er strich mir über den Kopf. Wieso tat er das? Nach all dem, was er zu mir gesagt hatte. Doch ich hatte keine Kraft mich gegen seine Berührung zu wehren. Es tat einfach zu sehr weh. Ich spürte, wie er meine Jacke auszog und mein Shirt hochstreifte und ich ließ es zu. Ich stöhnte wieder leise und schloss langsam die Augen. Wieso tat das nur so verdammt weh? „Heero, das sieht nicht gut aus. Du brauchst einen Arzt.“ Ich stand auf um Krach zu machen. Ich sah mich nach etwas um, womit ich gegen das Gitter schlagen konnte. Mein Blick fiel auf eine Metallschüssel. Sollte das etwas das Klo sein? Ich schüttelte den Kopf. Die waren wohl irre hier? ‚Klar. Bei Dr. J arbeiten nur Irre und unter Drogen gesetzte’ dachte ich grimmig. Ich griff nach der Schüssel und wollte damit auf das Gitter los, als Heero ächzte: „Quatre, nicht!“ Ich blieb stehen. „Du brauchst aber Hilfe. Verdammt, spiel nicht den harten Mann, Heero, ich…“ „Strom.“ „Äh, wie?“ „Starkstrom. Das Gitter…“ keuchte er. Ich sah genau hin. Richtig. Draußen an der Wand war ein Schaltschrank. Warum hatte ich das nicht bemerkt, wohl aber der schwerverletzte Heero, der kaum noch denken konnte. Ich war wohl doch nur ein Möchtegern-Soldat. „Ok. Wir sind quitt. Jetzt hast du mich gerettet“ sagte ich bitter. Dann warf ich die Schüssel gegen das Gitter, worauf sie mit einem lauten Knall und Funkenregen zurück in die Zelle flog. An dem Gitter war eine geschmolzene Stelle. „Oh, Elektroschweißen“ grinste ich schief. Dann traute ich meinen Ohren nicht. Heero gluckste. Oder kicherte. Ich konnte nicht anders, ich musste auch kichern. Ich setzte mich neben ihn und streichelte noch einmal sein Haar. Aber was ich eigentlich gerne gesagt hätte, behielt ich dann lieber doch für mich. ‚Ai shiteru…’ Quatre setzte sich wieder neben mich und strich erneut durch meine Haare. Ich hatte die Augen noch immer geschlossen und meine Wange ruhte auf dem kühlen Steinboden der Zelle. Seine Berührungen beruhigten mich, lenkten mich etwas von den Schmerzen ab. Ich war wirklich froh, dass er bei mir war, auch wenn wir uns manchmal stritten. Ich schlug die Augen auf, als ich plötzlich Stimmen hören konnte und Schritte, die unserer Zelle immer näher kamen. "Es kommt jemand", sagte Quatre. Dann standen sie direkt vor unserem Gitter. Es waren zwei Gehilfen von Dr.J., zwei große, kräftige Männer. "Der Junge da sieht nicht gut aus.", hörte ich einen sagen. "Er scheint sich ernsthaft verletzt zu haben. Er braucht einen Arzt.", fügte er hinzu. "Du hast recht. Komm, wir müssen dem Dr. bescheid sagen.", sagte der andere. Dann gingen beide wieder. Ich schloss langsam die Augen wieder, weil ich keine Kraft mehr hatte, sie offen zu halten. Ich keuchte leise. "Heero", sagte Quatre leise und strich über meine Wange. "Ich bin bei dir. Bitte halt durch!!" Ich stöhnte leise und öffnete die Augen zur Hälfte wieder. Ich wusste, er meinte damit, dass ich wachbleiben sollte, bis Hilfe da ist. "Hai", flüsterte ich kaum hörbar und sah ihn an. Wenn er mit mir redete lenkte mich das wenigstens ab. Nach dem er gekichert hatte, schloss er erschöpft die Augen. Es ging ihm offenbar sehr schlecht. Verzweifelt streichelte ich ihn weiter. Warum kam denn niemand? Ich spürte, wie er etwas ruhiger atmete, und hörte nicht auf, ihn zu streicheln. ‚Ach Heero, mach bloß nicht schlapp..’ wenn er nun sterben würde? Auf einmal bekam ich große Angst. Plötzlich hörte ich, dass jemand sich näherte. Es waren zwei von Dr. J’s Helfern. Einer machte die unglaublich scharfsinnige Bemerkung, dass es Heero wohl schlecht ginge. Am liebsten hätte ich ihn durch das Gitter gezogen. Sie meinten, sie würden dem Doktor bescheid sagen, und ich dachte erbost ‚Beeilung, Herrschaften, sonst passiert was’. Dann keuchte Heero wieder. Ich hätte ihn so gerne in die Arme genommen, aber ich tat es nicht. Erstens, um ihm keine Schmerzen zuzufügen, zweitens, weil ich mich es nun mal nicht traute. Wer wusste schon, ob er überhaupt noch Zärtlichkeiten von mir wollte, so wie ich ihn angemault hatte… Also flehte ich ihn nur an, durchzuhalten, und hoffte, er würde verstehen, was für große Sorgen ich mir machte. Er sah mich an, aber aus seinem Blick war nichts zu lesen. Ich legte meine Hand an seine Wange und wartete auf Dr. J. Ich schlug als nächstes die Augen wieder auf, als ich hörte, dass wieder jemand kam. Quatre strich noch immer über meine Wange, als wieder die beiden Wachposten von Dr. J vor unserer Zelle standen. "Der Dr. hat gesagt, er kann euch im Moment noch nicht rauslassen, ihr seid einfach zu unberechenbar, aber er lässt euch das hier zukommen." Einer der beiden hatte einen großen Koffer in der Hand. Er schloss die Zellentür auf und warf Quatre den Koffer vor die Füße, während der andere etwas zu Essen reinstellte. "Damit müsst ihr für´s Erste auskommen.", sagte der andere und schloss wieder ab. Dann gingen sie wieder. Quatre sah mich an und blickte dann zu dem Koffer. „Dieser Mistkerl!“ fauchte ich. Hielt es nicht für nötig, mal selbst nach Heero zu schauen! Ich sah mich um und entdeckte zwei Liegen an der hinteren Wand. Ich strich Heero noch einmal beruhigend über die Wange und holte die beiden Decken. Ich breitete sie übereinander aus und hievte den ächzenden Heero hoch. „Du musst das Top ausziehen, Koi…“ ich verstummte abrupt. Was sollte das jetzt? Egal, es war mir halt so rausgerutscht. Wie erwartet kam keine Antwort. Ich half ihm, das Top abzustreifen und erstarrte vor Schreck. Sein Rücken sah furchtbar aus. Alles war voller Blut, aber auf den zweiten Blick stellte sich heraus, dass er keine sehr tiefen Wunden hatte. Die Prellungen mussten jedoch höllisch schmerzen. Natürlich würde er das nie zugeben… Seufzend holte ich Desinfektionsmittel und Sprühpflaster aus dem Koffer. Während ich seinen Rücken verarztete, herrschte lastende Stille. Zum Abschluss gab ich ihm eine schmerzstillende Spritze. Als er die Druckinjektion spürte, drehte er sich um und funkelte mich wütend an. „Ist ja gut, nur ein Schmerzmittel. Entschuldige vielmals, dass ich dir helfen wollte!“ ‚Quatre, du Idiot, warum bist du schon wieder so angefressen’ schalt ich mich selbst. Ich räumte alles weg und setzte mich auf eine der Liegen. Missmutig stützte ich den Kopf in die Hände. Sollte diese Streiterei eigentlich ewig weitergehen? Ich öffnete meine Augen zur Hälfe und sah, wie er sich auf eine der Liegen setzte, seinen Kopf in die Hände stützte. Er sah mich nicht an. Dabei hatte ich eher einen Grund, ihn nicht mehr anzusehen. Ich spürte, wie der Schmerz langsam etwas nachließ und mein rasender Herzschlag sich beruhigte. Ich schluckte und wollte mich zur Seite drehen, doch ich fand einfach keine bequeme Postition. Auf dem Rücken konnte ich ja wohl nicht liegen und wenn ich auf der Seite lag, dann tat mir meine Schulter wieder weh. So blieb ich einfach auf dem Bauch liegen. Ich sah wieder zu Quatre. Er war immer noch so still. Irgendwie musste ich ihn doch zum Reden bringen. Ich sah ihn noch immer an. Ich blinzelte, als plötzlich meine Sicht kurz verschwamm. "Quatre, ich....es tut mir leid.", hauchte ich. Dann wurde alles Schwarz. Ich starrte ihn an. Er entschuldigte sich? „Heero, ähm, du brauchst dich nicht zu entschuldigen, äh, es reicht schon, wenn du wieder mit mir sprichst…“ ich stockte. Er lag so komisch da… ich sprang auf und rannte die wenigen Schritte zu ihm. Er war bewusstlos! Dann sah ich, dass an seiner Schulter wieder ein großer Blutfleck die Decke rot färbte. „Verdammt. Was bin ich doch für ein Idiot!“ fluchte ich und riss den Koffer auf. Ich suchte Verbandszeug heraus und versorgte die Schulter. Erleichtert sah ich den Beutel mit Kochsalzlösung, Schlauch und Infusionsnadel. Dr. J mochte ein Schwein sein, aber dumm war er nicht. Da Heero bewusstlos war, konnte ich ihm schnell die Nadel legen und festkleben. Dann setzte ich mich neben ihn und hielt den Beutel hoch. Ich stellte ihn auf langsam tropfen ein, und wartete. Er müsste eigentlich gleich wieder aufwachen… Ich betrachtete ihn. Er sah so friedlich aus… Schade, dass er innerlich so zerrissen war. Ich zweifelte daran, dass wir jemals ‚normal’ miteinander umgehen konnten. Aber wer war schon normal… Als ich wieder zu mir kam, spürte ich ein unangenehmes Stechen in meiner Armbeuge und ich keuchte leise. Da ich nicht wusste, was es war, versuchte ich es mit meiner anderen Hand zu entfernen, doch dann wurde meine Hand festgehalten. "Iie", sagte ich leise. Schließlich öffnete ich die Augen und sah Quatres Gesicht über mir. Ich blinzelte und lächelte leicht. "Quatre" Warum war ich nur so müde? "Was ist passiert?", sagte ich fast lautlos. Ich fühlte mich so schwach. Heero regte sich leicht. Das erste war natürlich, dass er die Nadel herausziehen wollte. Ich hielt sanft seine Hand fest. „Nicht…“ Ein abwehrendes „Iie“ ertönte schwach. Ich lächelte. Das war typisch Heero! Er schlug die Augen auf und lächelte. Irgendwie machte mich dieses Lächeln froh. „Du hast viel Blut verloren, ich hab dir eine Infusion gelegt. Warte eine halbe Stunde, dann geht es dir besser – Koi.“ Dieses Mal sagte ich es bewusst. Ich wollte, dass er erkannte, was er mir bedeutete. „Schlaf ein bisschen, ich bin bei dir…“ unwillkürlich hatte ich wieder angefangen, ihn zu streicheln. Er schloss gehorsam die Augen. Was er wohl dachte? `Koi´ Dieses Wort ließ mein Herz fast zerspringen. Wann hatte er mich das letzte mal so genannt? In der Höhle? Ich wusste es nicht mehr genau. Ich wusste nur, dass wir uns seit dieser Flucht dauernd gestritten hatten und ich war wirklich wütend auf ihn gewesen. Ich hörte auf seinen Rat und schloss die Augen. Er hatte angefangen, meinen Kopf zu streicheln und ich schnurrte leise. Ich war so froh, dass er mich noch liebte. Was sollte ich ohne ihn tun? Ich seufzte leise. "Arigatou", flüsterte ich. Er schloss die Augen und schnurrte. Dann sagte er leise ‚Arigatou’… und es klang wie eine Liebkosung für mich. Ich war mir nicht wirklich sicher, ob es jetzt das Richtige war, aber ich beugte mich zu ihm hinunter. Während ich weiter sein Haar streichelte, küsste ich ihn auf die Lippen. Es war ein wundervolles Gefühl, ihm nach langem wieder so nah sein zu können. Mein Atem beschleunigte sich ein ganz kleines bisschen, was wohl daran lag, dass er meinen Kuss erwiderte. Ich nahm allen Mut zusammen und unterbrach den Kuss. „Ai shiteru“ flüsterte ich in etwas unbeholfenem Japanisch. Er machte die Augen auf und grinste. „Wieso sprichst du japanisch?“ „Damit du mich auch wirklich verstehst, du baka!“ grinste ich zurück und küsste ihn noch einmal. Ich lachte. Er war so niedlich. Vor allem, wenn er etwas japanisches sagte. "Hn. Ich denke, ich verstehe dich auch so.", sagte ich und lächelte. Ich hob schwach meine Hand und strich damit über seine Wange. "Wir werden hier wieder rauskommen, Quatre", versuchte ich ihm Mut zu machen. Ich wusste zwar selbst noch nicht wie, aber es musste einen Weg geben. Ich wollte gerade etwas antworten, als jemand in den Raum vor der Zelle herein kam. Es war Dr. J. Er musste noch etwas gesehen haben, denn er grinste hämisch. „Es scheint dir ja besser zu gehen, Heero!“ sagte er spöttisch. Ich starrte ihn hasserfüllt an. „Das ist Ihnen doch sowieso egal, Sie…“ „Keineswegs, keineswegs, Quatre. Heero ist nach wie vor wertvoll für mich – das heißt, wenn er wieder auf den Beinen ist. Aber dafür werden Sie schon sorgen, habe ich recht? Sie haben doch ein gewisses – nun, persönliches Interesse, nicht wahr?“ Ich hätte ihn umbringen können. Doch so knirschte ich nur „Das geht sie einen Dreck an, Dr. J!“ Heero drückte meine Hand und schüttelte leicht den Kopf. O.k. er hatte ja recht. Ich durfte dieses Schwein nicht reizen… Doch der redete schon weiter. „Ich werde euch trennen müssen, zusammen seid ihr zu gefährlich.“ Er musste meinen Blick gesehen haben, und grinste wieder ausgesprochen häßlich. „Keine Angst, erst, wenn Sie Ihren – ähm *Freund* gesundgepflegt haben, hehehe…“ Er war im Begriff zu gehen, da drehte er sich noch einmal um. „Und Sie sollten etwas essen, alle beide, nur so ein Rat von mir…“ damit verschwand er endgültig. Ich zitterte vor Wut. Doch Heero redete auf mich ein. „Lass gut sein, Quatre, das will er doch nur! Ich kenne ihn. Er will dich verunsichern, dazu bringen, dass du Fehler machst! Ich sah ihn bewundernd an. Darin, einen kühlen Kopf zu bewahren war Heero unschlagbar! Hoffentlich hatte er auch schon einen Plan… „Was tun wir jetzt?“ fragte ich ihn unsicher. Das war eine gute Frage. Wir konnten im Moment wohl nicht viel tun. Ich sah zu Boden. "Wir können im Moment nichts tun. Wir müssen abwarten, bis...." Quatre unterbrach mich. "...bis du wieder gesund bist und sie dich mir wegnehmen?", schrie er schon fast. "Nein Heero, darauf werde ich nicht warten!!", sagte er kopfschüttelnd. Wenn ich nicht so verletzt gewesen wäre, hätte ich ihn jetzt an den Schultern gepackt und geschüttelt, doch ich konnte nur meinen Kopf zur Seite drehen. "Quatre, du darfst jetzt nicht die Nerven verlieren.", sagte ich. Ich stützte mich auf meinen Ellenbogen und sah ihn an. "Ich liebe dich, Quatre und daran wird sich auch nie etwas ändern, egal, was er mit mir macht." Ich staunte schon fast über mich selbst. Hatte ich das gesagt? Kami, vor zwei Jahren hatte ich es niemals für möglich gehalten, dass ich sowas mal sagen würde und jetzt kam es einfach so über meine Lippen, als wäre es nichts. Quatre lächelte etwas traurig und beugte sich wieder zu mir runter. "Danke Heero", flüsterte er schon fast und küsste mich wieder sanft auf die Lippen. Als er sich wieder von mir löste, erblickte ich den Beutel hinter ihm, den die Wachen vorher in die Zelle geworfen hatten. "Wir sollten lieber etwas essen, wer weiß, was er noch mit uns vor hat", sagte ich schließlich. Quatre nickte nur. Obwohl ich nicht den geringsten Appetit verspürte, quälte ich mir was von dem Essen herunter. Ich konnte sehen, dass es Heero ähnlich ging. Bis auf etwas Brot und Wurst war sowieso nur eine Wasserflasche in dem Beutel gewesen. Beim Essen merkte ich, wie ausgehungert ich war, trotzdem fiel es mir schwer, etwas herunterzubekommen. Ich war zu wütend auf diesen grausamen Dr. J, und die Angst, was er wohl mit Heero noch vorhatte, schnürte mir die Kehle zu. Ich hatte den Blick gesehen, den er Heero zugeworfen hatte, als er das mit dem ‚Freund’ von sich gegeben hatte… und das hieß, dass er wusste, was zwischen uns war. Und auch, dass es ihm ganz und gar nicht in den Kram passte… Ich dachte fieberhaft nach. Wenn wir den Strom ausschalten könnten… die Gitter waren zwar dick, aber vielleicht ging die Tür ja dann auf, wenn die elektronische Sperre aus war? Mein Blick schweifte zu Heero, der mühsam an seinem Brot rumkaute. ‚Ich liebe dich, Quatre…’ ich war glücklich, dass er das gesagt hatte. Gleichzeitig fragte ich mich, ob diese Liebe den ‚Behandlungen’ von Dr. J wirklich standhalten würde. Wenn ich so an mich dachte… ich hatte alles vergessen. Dass er mir verziehen hatte, war schon Wahnsinn, aber was wenn er sich auch veränderte? Und Dr. J würde alles daransetzen, das war klar. Ich seufzte. Was für eine miese Situation! „Heero…“ Er sah auf. „Hm?“ „Ich liebe dich auch, und wenn du dich veränderst, werde ich es ertragen. Egal was er mit dir macht!“ Irgendwie musste ich ihm das sagen. Gleichzeitig hoffte ich, es würde nie passieren. „Meinst du, wir können den Strom unterbrechen?“ "Hn." Ich blickte nach draußen, wo der Stromkasten war. "Wir kommen nicht an den Kasten da draußen.", sagte ich. Es war wirklich schlecht. Ich seufzte und würgte das letzte Stückchen Brot runter. Das konnte ja kein Mensch essen. Ich hatte mich während des essens schon wieder aufgesetzt, ich fühlte mich wieder besser. Dank Quatre. Plötzlich hörte ich mehrere Schritte. Jemand kam. Nein, es waren mehrere. "Kuso", zischte ich wütend. "Sie kommen." Quatre sah mich entsetzt an. "Nein", keuchte er und drückte sich an mich. Ich hatte gewusst, Dr. J würde etwas mit uns vorhaben. Dass ich Gefühle für Quatre entwickelt hatte, passte ihm gar nicht. Ein perfekter Soldat hatte keine Gefühle und er wollte versuchen sie mir zu nehmen, indem er mir Quatre wegnahm, bzw. mich von ihm trennte. "Ai shiteru", flüsterte ich dem nun zitternden Jungen zu. Dann standen sie vor unserer Zelle. Es waren vier Soldaten. Vier! Ja klar, für jeden zwei. Das hieß, wir wurden beide abgeholt. Jedenfalls würde ich bei Heero bleiben. Ich wurde ruhig. Die vier Männer anzugreifen war sinnlos. In unserem Zustand waren wir keine Gegner für sie. Also setzte ich eine gleichgültige Miene auf, obwohl ich vor Wut kochte. Dieses Gefühl, diesem perversen Wissenschaftler ausgeliefert zu sein, und die Angst um Heero brachte mich fast um den Verstand. Der Strom wurde ausgeschaltet und die Tür geöffnet. Wortlos packten je zwei der Soldaten uns an den Armen und führten uns aus der Zelle einen langen Flur entlang. Mir fiel auf, dass ich in diesem Teil des Gebäudes noch nie gewesen war. Ich flüsterte Heero schnell zu „Kennst du das hier?“ und er schüttelte fast unmerklich den Kopf. Ich bekam einen derben Stoß. „Ruhe!“ Also schwieg ich und versuchte, einen Ausgang zu finden. Aber alle Türen sahen gleich aus. Mist! Vor einer Tür mit einem ‚Zutritt für Unbefugte verboten’ hielten wir an. Einer der Männer klopfte. Dr. J höchstpersönlich machte die Tür auf. „Ah, da sind sie ja. Bringen Sie sie herein!“ Wir wurden in einen kahlen Raum geführt und mussten uns auf zwei Stühle setzen, die mit den Lehnen aneinander standen, so dass wir uns nicht ins Gesicht sehen konnten. Was sollte das? Was hatte er mit uns vor? Ich wusste nur, dass es nichts Gutes war. Als ich mich auf den Stuhl setzte, hörte ich ein Klicken und blickte zur Seite, sah, dass meine Arme festgeschnallt worden waren. Ich atmete tief ein und hätte Quatre angesehen, doch es ging ja nicht, da sein Stuhl mit der Lehne zu meiner stand. Ich knurrte leise und drehte meinen Kopf leicht, um zu sehen, was Dr. J tat. Ich saß also mit dem Rücken zu Heero und Dr. J stand irgendwo hinter mir. Er wandte sich an Heero. „Heero, du hast mich schwer enttäuscht. Ich hätte einen perfekten Soldaten aus dir gemacht, und du? Machst alle meine Pläne zunichte! Das Wing Zero Projekt ist kurz vor dem Scheitern, nur deinetwegen! Nur weil du…“ er machte eine Pause, und die nächsten Worte zischte er fast „mit diesem kleinen Versager da durchbrennen musstest.“ Er schnaubte höhnisch. „Wegen Sex, habe ich Recht? Du! Ich lach mich tot!“ und er lachte tatsächlich ein dreckiges Lachen. Ich spürte, wie Heero sich hinter mir anspannte und versuchte, seine Hand zu erreichen. Jetzt nur nicht provozieren lassen. Doch es war schon zu spät… "Was wissen sie denn schon davon?!", fuhr ich Dr.J an und schüttelte den Kopf. "Sie wurden doch noch nie in ihrem Leben geliebt, oder? Durch Quatre hab ich erst gelernt, was es heißt zu lieben und geliebt zu werden. Sie werden das nie verstehen können, aber es ist mir auch egal ob sie es in ihren Schädel kriegen oder nicht......" Er starrte mich wütend an. "Ich habe mein ganzes Leben lang trainiert oder gekämpft, ich hab es getan, weil ich nichts anderes konnte....sie haben mich dazu erzogen, so ein Leben zu führen und nun hab ich genug davon, verstehen sie das nicht?" Heero sprach offen über seine Gefühle! Wenn die Situation nicht so verdammt verzweifelt gewesen wäre, hätte ich mich halb tot gefreut. Doch während Heero sprach war Dr. J vor mich getreten. Er sah mich abschätzend an. „Soso. ‚Liebe’ also“. Er betonte das Wort auf eine abwertende Weise. Ich starrte wütend zurück. „Ja! Liebe!“ fauchte ich. Doch Dr. J ignorierte mich und ging wieder zu Heero zurück. „Und ich? Ich habe dich großgezogen, habe dich ernährt, ohne mich wärst du in der Gosse gelandet, irgendein kleiner Ganove geworden. Nur durch mich hat dein Leben überhaupt einen Sinn! Aber wenn ich es mir recht überlege…“ ich hörte, wie er nahe an Heero herantrat, „kann ich dir dein Leben auch nehmen. Du gehörst mir nämlich, Heero Yuy!“ Ich verkrampfte mich. Würde er Heero tatsächlich umbringen? „Nein…“ ächzte ich. „Tun sie das bitte nicht.. Dr. J.“ Ich schluckte. Quatre klang schon ganz verzweifelt. Mein armer Koi. Ich konnte nichts tun. "Nein, nur durch Quatre hat mein Leben einen Sinn bekommen.", fuhr ich ihn an. "Was bringt es ihnen, wenn sie mich töten? Dann haben Sie überhaupt nichts mehr!", sagte ich und sah ihn böse an. Dr. J kam nahe an mich heran und packte mein Kinn hart, zwang mich, ihn anzusehen. "Du bist so ein kluger Junge, Heero.", zischte er. "Glaubst du wirklich, ich wollte dich töten?" Er lachte leise. "Nein, dann wäre der Zeitaufwand für dich ja umsonst gewesen. Du bist und bleibst mein Eigentum, mein perfekter Soldat." Er ließ wieder von meinem Kinn ab und sah zu Quatre rüber. "Merkst du nicht, dass er dich nur verarschen will, Heero?! Er vertraut dir doch gar nicht." Dr.J zuckte mit den Schultern. "Wer vertraut schon einem perfekten Soldaten?" Ich erzitterte. Dieser Satz brannte sich in meine Seele. Ich hörte was er Heero versuchte einzureden und verzweifelte fast. Das klang sehr plausibel. Heero würde sich doch nicht davon beeinflussen lassen? „Heero, hör nicht auf ihn. Bitte! Glaub an uns! Ich tu es auch!“ flehte ich ihn an. Dr. J, der jetzt wieder vor mir stand, starrte mich höhnisch grinsend an und schüttelte den Kopf, als wollte er sagen, dass es zwecklos war. „Sie Bestie! Lassen Sie Heero in Ruhe! Wenn sie ihm ständig so einen Scheiß erzählen, muss er ja verrückt werden! Oder sind sie eifersüchtig? Wollen Sie ihn für sich?“ Ich tobte vor Wut. Als ich Dr. J verdächtigte, Heero haben zu wollen, verzerrte sich sein Gesicht vor Wut. Dann holte er aus und schlug mich ins Gesicht. Meine Lippe platzte auf und ich schmeckte Blut. „Also habe ich Recht!“ grinste ich. „Voll ins Schwarze getroffen, hä?“ Ich hasste diesen Kerl aus tiefster Seele. Er schlug Quatre, dass konnte ich hören. Jetzt wurde ich aber wirklich sauer. "Sie Schwein, lassen sie es doch nicht an ihm aus!!" Das wirkte. Dr. J kam wieder zu mir. Ich versuchte, mich zu befreien, doch es war sinnlos. "Verschwende deine Kräfte nicht, um diesen Schwächling zu verteidigen!!", sagte er. "Er benutzt dich nur, in Wirklichkeit kann er dich nicht leiden. Heero, du darfst niemandem vertrauen, hast du denn all unsere Lektionen schon wieder vergessen?" Nein, das hatte ich nicht....wie konnte ich auch. Ich hatte nur die ganze Zeit versucht, alles zu vergessen. Doch er ließ es wieder in mir hochkommmen. "Töte ihn, Heero!! Das ist das beste, was du tun kannst.", sagte er ernst und ich sah ihn ungläubig an. "Töte diesen kleinen verwöhnten Bengel!!" "Iie", sagte ich leise. Ich würde niemanden mehr töten. Er knurrte wütend und schlug mir ins Gesicht. "Komm zu dir, Heero!! Du darfst ihm nicht auf den Leim gehen!!" Ich senkte den Kopf und sah zu Boden, doch er kniete sich vor mich hin, um mir noch ins Gesicht blicken zu können. "Du hast auch geglaubt Odin würde immer für dich da sein, nicht wahr? Und was hat er gemacht....er ist einfach gestorben und hat dich alleine gelassen. Gut, das ich da war und dich aufgenommen habe." Ich presste die Augen zusammen. Wieso hörte er nicht endlich damit auf? Ich glaubte es einfach nicht. Was versuchte dieser Perverse Heero nun wieder einzureden? „Heero, hör nicht zu! Er versucht dich wieder in seinen Einfluss zu bekommen! Ich liebe dich! Glaub daran! Ich bin jetzt für dich da!“ Wieder kam der Doktor zu mir herum. „Keine Chance, Mr. Winner! Warum sollte er einem reichen Jüngling aus dem Hause eines Pazifisten vertrauen? Sie und ihre Familie stellen genau das Gegenteil von dem dar, woran er glaubt. Wofür er die ganzen Jahre GELEBT hat!“ „Schwein! Sie mieses, verkommenes…“ Wieder schlug Dr. J zu, diesmal mit der Faust. Er traf meinen Wangenknochen, und ich stöhnte auf. Es tat höllisch weh, doch ich biss mir auf die Lippen. Ich würde keine Schwäche zeigen. „Na, macht es Spaß, Wehrlose zu schlagen?“ höhnte ich. Doch er ließ mich wieder links liegen und ging zu Heero zurück. „Hör ihn dir an, Heero, sein jämmerliches Gewinsel!“ „Heero…“ flüsterte ich. „Glaub mir, bitte…“ Ich bekam es mit der Angst zu tun. Quatre flüsterte, ich solle ihm glauben, doch ich wusste im Moment nicht was ich glauben oder nicht glauben sollte. "Was für ein Versager er doch ist, nicht wahr, Heero?!", sagte Dr.J. "Wenn du ihn tötest, dann werde ich dir verzeihen und wir beginnen noch einmal von vorne." Er packte mein Kinn wieder. "Hat es dir nicht gefallen, all diese Schwächlinge zu töten?" Ich sah ihn nur ausdruckslos an. "Natürlich hat es dir gefallen", sagte er und ließ wieder los. "Also töte auch diesen hier!!" Damit rief er seine Wachen, die vor der Tür des Raumes standen. "Los, bringt sie wieder in ihre Zelle!!" |