Autoren: Heero und Quatre                                                                                                back

E-mails: Heero_Yuy85@web.de und Quatre@animemail.de

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ICQ: Heero: 129884242 Quatre: 166232258

Pairing: Quatre x Heero

 

Warnings: angst, sad, violence, rape, Yaoi ( ist ja klar ^_^ ), lemon

Kommentar: Quatre ist Dr. J´s Gehilfe. Der Junge hat keine Ahnung, wie er in die Hände dieses bösen Wissenschaftlers kam, er kann sich an nichts mehr erinnern. Quatre soll sich um den 16-jährigen Heero Yuy kümmern, der sich Dr. J´s Befehlen widersetzt hat. Im Laufe der Zeit erinnert sich Quatre immer mehr an seine Vergangenheit, doch Dr. J weiß das zu verhindern. Heero und Quatre sind dabei, sich anzufreunden,

doch dann passiert etwas, was die beiden sehr verändert......

blau= Heero
schwarz= Quatre

Im Labor von Dr. J Teil 3/6

Schmerzen… das erste was ich empfand waren wahnsinnige Kopfschmerzen. Dann ein stechender Schmerz unter dem Arm, und schließlich ein dumpfer Schmerz an meinem Hals. Was war denn passiert… ich lag… in einem Bett. Und ich hielt jemanden im Arm. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und das erste was ich sah, war ein rotbrauner Haarschopf, der an meiner Schulter lag. Das nächste war der Arm, der um mich geschlungen war. Dann traf mich die Erinnerung mit voller Wucht. Ich hatte … oh mein Gott… nein… entsetzt keuchte ich auf. Ich wollte aufspringen, wollte weg… doch dann verfiel ich wieder in Gleichgültigkeit. Und wenn schon… was hatte ich denn schon getan…  dann wieder wusste ich, dass das noch die Nachwirkungen der Droge waren. Und wieder kam das Entsetzen, und ich wollte weg. Und in diesem ganzen innerlichen Tumult fragte ich mich fortwährend, WARUM Heero hier in meinem Arm lag, nach allem, was ich ihm angetan hatte…

Ich atmete tief ein und drehte meinen Kopf, der auf etwas weichem lag. War das das Bett? Noch etwas müde schlug ich die Augen auf. Ich musste wohl eingeschlafen sein, nachdem ich sein Implantat entfernt hatte. Ich hob den Kopf und sah direkt in die Augen von Quatre. Ich lächelte leicht. "Du bist wach. Wie geht es dir?"

Er wurde wach, hob den Kopf und sah mir in die Augen. Dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Er lächelte mich an! Und fragte mich, wie es mir ginge. Hätte er mich beschimpft, bespuckt, geschlagen… alles hätte ich ertragen. Doch dieses Lächeln, verbunden mit dieser simplen Frage, war zuviel. Ich verbarg mein Gesicht in den Händen. Ich schämte mich zu Tode. „Heero…“ flüsterte ich gequält… „Heero… es… tut … mir…“ ich konnte nicht weitersprechen. Ein krampfhaftes Schluchzen schüttelte mich und ich wollte aufstehen. 

Ich lächelte ihn an, als er plötzlich sein Gesicht in den Händen vergrub. Ich blinzelte und schaute ihn erschrocken an, als er meinen Namen flüsterte und stotterte, dass es ihm leid täte. Ich musste schlucken, als er plötzlich laut aufschluchzte. Er wollte aufstehen, doch ich hielt ihn fest und zog ihn an mich. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, ich hatte ja in meinem bisherigen Leben noch niemanden trösten müssen und ich hätte es auch nicht getan, immerhin war ich ein Soldat und das bin ich noch immer. Ich seufzte und legte meine Arme um ihn, strich ihm über den Rücken. "Es ist gut.", flüsterte ich ihm ins Ohr.

Ich wollte nur weg, weg von ihm. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehen, nie wieder. Es gab keine Entschuldigung für das, was ich getan hatte.  Jetzt zog er mich an sich und streichelte mich. ‚Es ist gut…’ NICHTS war gut. Das hätte nicht geschehen dürfen. „Wieso bist du so nett zu mir…“ sagte ich heiser, unfähig, ihn anzusehen. Immer noch schrie alles in mir danach, aus dem Zimmer zu rennen, alles hinter mir zu lassen…

Er hing ziemlich verkrampft in meinen Armen und ich merkte, dass er mir nicht in die Augen sehen wollte. Er wich meinem Blick ständig aus. Ich schluckte. Ich konnte mir denken, wie er sich jetzt fühlte. Plötzlich fragte er mich, warum ich so nett zu ihm sei. Ich hörte für einen kurzen Augenblick lang auf, seinen Rücken zu streicheln und sah ihn an. Er hatte den Blick gesenkt. "Quatre", flüsterte ich. "Du kannst nichts dafür, du.....du warst  nicht du selbst." Mir ging es ja gut, bis auf...ich hatte noch leichte Schmerzen im Unterleib,  aber das war nicht der Rede wert. Das würde vorbeigehn.

Konnte das sein? Er würde mir verzeihen? Er würde mir DAS verzeihen? Zögernd hob ich den Blick und sah ihm in die Augen. Ich suchte nach Spuren von Verachtung, oder Hass… doch er sah mich nur offen und mitfühlend an. ER hatte Mitleid mir MIR! Ich hasste mich dafür, was ich ihm angetan hatte, und er war so freundlich. Das machte das ganze irgendwie doppelt schlimm. Ich spürte, wie mir wieder die Tränen kamen. Das würde er sicher nicht verstehen, er, der Perfekte Soldat weinte sicherlich nie… so verbarg ich schnell das Gesicht an seiner Brust und versuchte das Schluchzen zu unterdrücken. Mühsam sagte ich: „Lass mich bitte los, Heero, du musst das nicht tun…“

Ich seufzte leise, als er sein Gesicht wieder an meiner Brust verbarg und ich strich ihm wieder über den Rücken. Ich konnte immer noch leise, unterdrückte Schluchzer vernehmen. Dann hörte ich, wie er sagte ich solle ihn loslassen und ich müsse das nicht tun. Natürlich musste ich das nicht, aber ich wollte es. Er hatte mir vor nicht allzu langer Zeit das Leben gerettet. "Ich will es aber, Quatre", murmelte ich.

Er war unglaublich lieb, und so fasste ich endlich den Mut, zu fragen, was mich schon die ganze Zeit beschäftigte. „Wieso bin ich eigentlich wieder klar im Kopf?“

"Ich...ich hab dir das Implantat rausgenommen, womit dich Dr. J unter Kontrolle hatte. Gomen, aber ich musste dich K.O schlagen, sonst hättest du mich nicht gelassen." Er war wieder normal, dass wusste ich. Jetzt würde es wieder bergauf gehen. Ich lächelte leicht.

Ich drückte ihn nur dankbar an mich. Das würde ich ihm nie vergessen… „Danke“ hauchte ich in sein Ohr. Ich fühlte, dass ich bei ihm sicher war. Dann löste ich mich vorsichtig von ihm und stand auf. „Ich… muss mich wieder normal hinsetzen. Wenn jemand kommt…“ und dann kam das schwerste. „Du… du solltest dich wieder anziehen…“ wie sollte ich z.B. Dr. J erklären, dass Heero nackt war? Ich spürte, dass ich rot wurde und drehte mich schnell von ihm weg. Mein Gott ich fühlte mich schrecklich. Doch dann hörte ich seine Stimme, die sanft sagte: „Hör damit auf, Quatre. Es ist vorbei…“ In diesem Moment wurde mir klar, dass ich ihn liebte. Und dass er das nie erfahren würde, war mir ebenso klar.

Ich stand also auf und bückte mich, um meine Shorts aufzuheben. Als ich mich bückte, durchzuckte mich wieder dieser Schmerz im Unterleib und ich stöhnte leise auf. Ich biss mir sofort auf die Lippen. Hoffentlich hatte Quatre das jetzt nicht gehört. Er fühlte sich doch sowieso schon schlecht wegen dieser Sache und ich wollte ihn nicht weiter beunruhigen. Schließlich war es vorbei. Ich zog also meine Shorts und meine Hose wieder an. Dann setzte ich mich wieder auf das Bett. Ich sah auf zu Quatre.

Er sah mich an. Ich hatte sein Stöhnen gehört, und ich zuckte zusammen. Er hatte Schmerzen, und das meinetwegen! Doch ich ahnte, dass er das vor mir verbergen wollte. Also lächelte ich ihn nur an und dachte ‚Danke, Heero…’ „Was wollen wir jetzt tun?“

"Hn." Ich hielt es für das beste, wenn wir fliehen würden, so wie ich es vorher versucht hatte. Hier rumzusitzen und zu warten, bis Dr. J wieder seine Implantate verteilt, würde uns auch nichts bringen. "Okay, ich schlage vor, wir machen uns aus dem Staub." 

„Aber du bist noch krank. Wir können nicht zu Fuß durch den Wald gehen!“ widersprach ich. Ich sah ihn noch vor mir, wie ich ihn in der Decke im Arm gehalten hatte. Er wollte etwas erwidern, doch da ging die Außentür auf und er warf mir einen warnenden Blick zu. Schnell schob er mein Implantat, das noch auf dem Stuhl lag, unter sein Kissen, und legte sich schnell hin. Ich setzte mich auf den Stuhl und tat so, als ob ich das Krankenblatt studierte. Jetzt öffnete sich die Innentür und Dr. J betrat den Raum. Er trat kommentarlos an das Bett, maß Heeros Temperatur und besah sich das Krankenblatt. „Das Fieber ist weg. Und das bißchen Husten stört nicht. Quatre, kommen Sie mit.“ Ich folgte ihm widerspruchslos, denn ich musste so tun, also ob ich noch unter dem Einfluss der Drogen stand.

Quatre folgte Dr. J kommentarlos aus dem Raum. Ich blickte ihm besorgt hinterher. Ich wusste zwar, dass Quatre vor ihm wieder so tun würde, als stände er unter Drogen, doch was war, wenn Dr. J herausfinden würde, dass es gar nicht so war?? Was würde er dann mit Quatre tun? Nun, wahrscheinlich würde er ihm ein neues Implantat einsetzen. Ich seufzte. Ich konnte nicht mehr für ihn tun, als hier auf ihn zu warten.

Ich folgte Dr. J in sein Büro. Unterwegs fragte er mich beiläufig, wo ich eigentlich herkäme. Ich setzte einen verständnislosen Blick auf. „Schon gut!“ Zufrieden ging er weiter. Er erklärte mir dass das Medikament in Heeros Implantat seine Nervenenden beeinflussen würde, und ihn besser an das Zero System anpassen würde. Am nächsten Tag sollte er an den Helm angepasst werden, und sobald er keine Antibiotika mehr brauchen würde, sollte der erste Testflug stattfinden. Er gab mir einen Stapel Unterlagen, die ich lesen sollte. Bis zum nächsten Morgen sollte ich stündlich Blutproben nehmen, um den Fortschritt der Behandlung mit der Droge zu dokumentieren. Mit den Papieren und meinen Anweisungen ging ich zurück zu Heero. Ich betrat das Zimmer und legte die Papiere auf das Bett. Er sollte sie sich auch durchlesen. Doch er saß nur da und starrte vor sich hin. „Heero? Alles in Ord…“ er ließ mich nicht ausreden, sondern fegte die Papiere auf den Boden, stand auf, und kam drohend auf mich zu.

Ich wusste nicht wieso, aber ich wurde plötzlich wütend und fegte die Papiere vom Bett. Ich kam knurrend auf Quatre zu. "Was willst du hier?? Verschwinde!!" Ich ballte die Fäuste und spürte, wie mein Herz zu rasen anfing.

Ich wusste sofort, dass die Drogen zu wirken begannen. Langsam wich ich zurück."Heero, komm zu dir. Ich will dir helfen!" sagte ich beruhigend. Er sah mich mit glitzernden Augen an. "Helfen? Helfen! Ich brauche keine Hilfe!" Plötzlich brüllte er mich an : "Raus hier!" Ich knallte die Innentür zu und schloss ab, dann die Außentür. Auf dem Monitor sah ich, dass er schwer atmend im Zimmer stand. Dann ging er zurück, warf sich auf das Bett und beobachtete die Tür..

Schwer atmend lag ich nun auf dem Bett. Mein Herz schlug wie wild gegen meine Brust. Er war jetzt draußen, aber er würde sicher wieder vor dem Monitor sitzen und mich beobachten. Ich knurrte und meine Finger krallten sich in die Bettdecke. Ruckartig stand ich auf und sah mich um. Das erste was ich sah, war die Wand, also stürmte ich hin und trat heftig dagegen, wobei ich zurückfiel. Ich sprang wieder auf und schlug mehrmals dagegen, so lange, bis ich keuchend zu Boden sank. Ich musste meine Agressionen rauslassen. Mir wurde langsam warm und mein Herz pochte heftig. Ich lief auf das Bett zu und schlug mit aller Kraft gegen das Holz, immer und immer wieder. Laut keuchend versuchte ich wieder aufzustehen.

Er lag also auf dem Bett und trommelte auf das Holz ein. Ich ergriff die Impfpistole mit dem Beruhigungsmittel, die vor dem Zimmer in einem Kasten an der Wand hing. Er würde sicher nicht noch einmal auf meinen Trick hereinfallen, also musste ich einfach schnell sein. Ich schloss die Türen so leise auf, wie ich konnte, und hoffte, dass er es bei seiner Randalierei nicht hörte. Dann riss ich ruckartig die Innentür auf, sprang auf ihn los und feuerte ihm eine Ladung in die Halsmuskeln. Er sah mich nur erstaunt an und klappte auf dem Bett zusammen.

Ich keuchte erschrocken auf, als ich plötzlich eine Nadel in meinem Hals spürte. Wie war er so schnell hinter mich gekommen, ohne dass ich ihn bemerkt hatte. Kurz darauf wurden meine Beine auch schon schwer und ich sackte auf das Bett. Ich sah ihn mit halb geöffneten Augen an. Ich fühlte mich plötzlich so schlecht. Mir war unerträglich heiß und ich schnappte keuchend nach Luft. Was war nur mit mir los? Ich spürte, wie ich anfing zu zittern und ich kniff die Augen zusammen. Ich hatte keine Kraft mehr und fiel rückwärts zu Boden.

Er verdrehte die Augen und schnappte nach Luft. Ich konnte nicht schnell genug zufassen, und er kippte vom Bett herunter und schlug hart auf dem Boden auf. Dann bewegte er sich nicht mehr. „Heero? Heero!“ Ich beugte mich vorsichtig über ihn, falls er angreifen wollte. Doch er war besinnungslos. Ich hievte ihn mühevoll auf das Bett und fühlte seinen Puls. Nichts! Auch keine Atmung! Ich geriet in Panik. „Heero, nein, bitte nicht…“ flüsterte ich angstvoll. „Bleib bei mir… bitte…“ Verzweifelt versuchte ich ihn zu beatmen, und Herzmassage zu machen. Ich hatte irgendwann mal einen Rettungskurs mitgemacht, aber genau wusste ich es nicht mehr. Ich öffnete seinen Mund und blies mit aller Kraft meine Luft in seine Lungen. Dann machte ich so gut ich konnte Herzmassage, und flehte ihn an, aufzuwachen. Endlich hustete er und schnappte nach Luft. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn wieder anzubinden. Er war einfach zu aggressiv gewesen… Mit schlechtem Gewissen schnallte ich seine Arme und Beine fest. Ich wusste, dass er etwas falsches Denken würde.

Ich kam langsam wieder zu mir. Ich atmete tief ein und drehte den Kopf zur Seite, schlug die Augen langsam auf. Ich konnte alles nur verschwommen erkennen und musste mehrmals blinzeln. Als ich wieder klar sehen konnte, blickte ich direkt in die Augen von Quatre, der sich zu mir runter gebeugt hatte. Ich sah ihn im ersten Moment einfach nur an, da ich zu schwach war, um anders zu reagieren. Dann kamen die Erinnerungen wieder. Ja, er hatte mir wieder dieses Zeug gespritzt. Aber was war danach passiert? Ich konnte mich nicht erinnern. Ich wollte meine Arme und Beine bewegen, spürte jedoch, dass diese wieder in den Schlaufen gefangen waren. Ich schluckte hörbar. Diese Position erinnerte mich wieder an das, was vor nicht allzu langer Zeit passiert war. Und als ich Quatre so über mich gebeugt sah, drehte ich panikartig den Kopf von ihm weg und zitterte leicht.

Er kam zu sich und ich wollte ihm sofort sagen, dass alles in Ordnung ist und ich ihm nichts tun würde, doch er zitterte und wollte mich nicht ansehen. Ich legte ihm die Hand auf den Arm, doch er keuchte „Fass mich nicht an…“ ich versuchte ihn zu beruhigen. „Heero, nicht, ich tu dir nichts, ich wollte nur…“ doch er drehte den Kopf zu mir und starrte mich wutentbrannt an. „Was wolltest du ? Ich kann es mir vorstellen!“ zischte er

Ich zerrte wie wild an den Schlaufen und versuchte, mich zu befreien. Wenn er es nochmal versuchen würde, wäre ich ihm wieder ausgeliefert. Ich drehte den Kopf wieder von ihm weg, als er näher kam und seine Hand nach meiner Wange ausstreckte. "Es ist alles gut, Heero. Beruhige dich." Wäre ich nicht gefesselt gewesen, hätte ich seine Hand jetzt weggeschlagen. "Nichts ist gut.", keuchte ich. "Verschwinde!! Komm mir nie wieder zu nahe, du Schwein." Ich knurrte wild. Er sah mich jetzt geschockt an. "Hast du nicht gehört, du sollst abhaun!!", fauchte ich und riss wieder an den Befestigungen. Es war mir egal, ob sich meine Handgelenke erneut aufscheuerten. Die Wut war viel größer als der Schmerz.

Meine Hand zuckte zurück. Ich hatte es gewusst. Es wäre ja auch zu unwahrscheinlich gewesen, dass er mir verziehen hatte. Jetzt, wo die Droge wirkte konnte er sich nicht mehr beherrschen und schleuderte mir seine Wut und seinen Hass entgegen. Scham und Verzweiflung ließen mich den Blick senken. „Heero, ich…“ ich verstummte wieder. Es hatte keinen Sinn. Er war außer sich vor Wut, und was konnte ich schon sagen? Ich HATTE ihn vergewaltigt, hatte ihn mir genommen, und das würde für immer zwischen uns stehen. Ich seufzte. Ich musste das Implantat entfernen. Ich konnte ihn nicht wieder mit einer Injektion betäuben, ich hatte Angst, er würde wieder kollabieren. „Heero, ich werde dir jetzt das Implantat entfernen, es wird sicher wehtun. Aber es muss sein!“ Mit diesen Worten schob ich sein Hemd hoch, um an die Stelle zu gelangen, wo es unter der Haut lag.

Ich versuchte immer noch mit aller Kraft mich zu befreien, doch es war unmöglich, ich hatte einfach zu wenig Kraft und die Befestigungen waren zu stabil. Ich atmete auf, als er seine Hand zurückzog, doch damit war ich nicht zufrieden. Ich wollte, dass er wegging, dass er mich in Ruhe ließ, was er natürlich nicht tat. Dann sagte er, er würde mir das Implantat entfernen und in mir stieg wieder die Wut hoch. Ich beobachtete, wie er mein Hemd hochschob und ich keuchte auf. "Nein, nicht schon wieder. Hör auf damit, lass mich in Ruhe.", schrie ich ihn an. Ich zerrte wieder an den Schlaufen, doch ich hatte langsam keine Kraft mehr, ich hatte mich schon zu sehr verausgabt und das Beruhigungsmittel hatte den Rest getan. "Nein", hauchte ich kraftlos und sah ihn wieder an.

Ich konnte seinen Hass fast körperlich spüren. Ich fühlte mich elend, besonders, da ich ihm nun wieder Schmerz zufügen musste. Ich unterdrückte mit Gewalt den Wunsch, ihn in den Arm zu nehmen und zu streicheln. Stattdessen fasste ich das Pflaster an und riss es mit einem Ruck ab. Er schrie auf, und riss an seinen Fesseln. Von seinen Handgelenken tropfte mittlerweile Blut, da der Verband sich verschoben hatte. Ich sah es, doch ich konnte nichts tun. Durch seine heftigen Bewegungen klaffte der Schnitt ein wenig auf, und ich konnte das Ende des Implantats sehen. Schnell holte ich eine Pinzette aus der Tasche und drückte seine Schulter mit Gewalt auf die Matratze. „Halt still, verdammt, oder ich schlag dich k.o.“ schrie ich ihn an. Meine Nerven waren am Ende. Er hielt tatsächlich einen Moment still, wahrscheinlich war er überrascht von meinem Ausbruch, und ich konnte das Implantat fassen und herausziehen. Wieder schrie er auf. Ich warf das Teil auf den Boden und zertrat es. Dann deckte ich ihm wieder die Decke über, setzte mich auf den Stuhl und verbarg mein Gesicht in den Händen. Ich hatte mich noch nie so elend gefühlt…

Er schrie mich an und ich erstarrte einen kurzen Moment, doch dann spürte ich den Schmerz, als er das Implantat aus meiner Haut zog und ich schrie gequält auf. Dann deckte er mich zu. Keuchend und zitternd lag ich nun unter der Wolldecke und ich drehte meinen Kopf, sah ihn an. Er hatte sich wieder auf den Stuhl gesetzt und seinen Kopf in den Händen vergraben. Er sah jetzt wirklich sehr niedergeschlagen aus, doch er konnte sich nicht denken, wie ich mich fühlte. Er war mir grade wieder gefährlich nahe gekommen. Ich sah ihn eine ganze Weile wütend an, doch dann legte ich meinen Kopf schwach auf das Kissen und beobachtete ihn nur noch aus halb geöffneten Augen. Ich war jetzt wirklich sehr erschöpft.

Durch meine Finger hindurch konnte ich den Blick sehen, den Heero mir zuwarf. Es tat weh. Doch es nützte nichts, ich musste mich dem stellen, also nahm ich die Hände vom Gesicht und stand auf. Als erstes beseitigte ich die Überreste des Implantats, indem ich sie einfach unten in der Tasche versteckte. Dann griff ich nach Pflaster und Desinfektionsspray. Ich vermied es, ihn anzusehen und sagte leise: „Ich muss den Schnitt wieder versorgen, hebst… du bitte den Arm an…“ die Stimme drohte mir zu versagen. Zu meiner Überraschung tat er sofort, worum ich ihn gebeten hatte. Ich beeilte mich, um ihm so gut wie möglich meine Nähe zu ersparen. Es musste schrecklich für ihn sein. Als ich das Pflaster wieder auf die Wunde geklebt hatte, sagte ich vorsichtig: „Ich, ich möchte deine Handgelenke auch verbinden… also… wenn du… ich meine, greifst du mich wieder an?

Er kam auf mich zu und ich zuckte leicht zusammen. Doch sein Blick war eher traurig als verlangend und so blieb ich erst einmal ruhig liegen. Er fragte mich, ob ich den Arm heben könnte und ich tat es. Ich wusste nicht wieso. Vielleicht, weil kein Befehlston in seiner Stimme lag? Er hatte mich einfach gefragt. Ich stöhnte leise auf, als er mir das Desinfektionsspray auf die Wunde sprühte und ich zuckte leicht zusammen, als er näher an mich rückte, um das Pflaster draufzukleben. Dann sagte er, er wolle meine Handgelenke auch verbinden und ob ich ihn wieder angreifen würde, wenn er mich losmache. Ich schluckte. Ich konnte es nicht sagen. Ich war so durcheinander. Ich wusste nur, dass es mir Angst machte, wenn er nahe bei mir war, doch ich würde versuchen, ihn nicht anzugreifen.
"Iie", sagte ich schließlich leise.

Ich hoffte, dass er nicht sofort auf mich losgehen würde, und band die Armfesseln los. Die alten Verbände waren völlig durchtränkt von seinem Blut. Der Anblick rief wieder heftige Schuldgefühle in mir wach. Ich entfernte die Verbände und desinfizierte auch diese Verletzungen. Dann wickelte ich frische Verbände um seine Arme. Die ganze Zeite starrte er von mir weg, manchmal zuckte er zusammen. Ich vermied es, seine Haut direkt mit meiner Hand zu berühren. Das wollte ich ihm nicht zumuten. Dennoch lief ein Schauder nach dem anderen durch seinen Körper. War es so schlimm für ihn, dass ich ihm so nahe war? Ein wilder Hass auf Dr. J erfasste mich, er war daran schuld, dass alles so gekommen war. Ich liebte diesen Jungen, und er hasste mich… ohne dass ich es verhindern konnte, tropfte plötzlich eine Träne von mir auf Heeros Arm. Ich beendete hastig meine Arbeit und stand auf. Wortlos packte ich die Utensilien wieder ein und entfernte mich so schnell und so weit es ging vom Bett.

Ich spürte, wie jedes mal ein Ruck durch meinen Körper ging, als er sich meiner Haut näherte, doch ich spürte, dass er aufpasste, mir nicht zu nahe zu kommen und ich war ihm sehr dankbar dafür. Ich merkte, wie die Wut und der Hass weniger wurden. Wahrscheinlich lag es daran, dass er mir das Implantat enfernt hatte. Ich zuckte leicht zusammen, als plötzlich etwas nasses auf meinen Arm tropfte. Zuerst dachte ich, es sei Blut, doch als ich den Kopf leicht drehte und zu meinem Arm sah, sah ich, dass es nicht so war. Ich schluckte und blickte hoch in Quatres Gesicht. Er weinte. Doch ehe ich etwas sagen konnte, war er aufgestanden und hatte sich weit vom Bett entfernt. "Quatre", flüsterte ich. Ich wollte nicht, dass er weinte. War es wegen...mir? Ich senkte den Kopf und sah auf die Bettdecke. Er hatte mich nicht wieder festgebunden, ich war frei. Ich wollte ihm wieder in die Augen blicken, doch er sah mich nicht an. "Quatre", flüsterte ich erneut, etwas lauter. Ich ließ meinen Kopf auf der Matratze ruhen und wartete auf eine Reaktion von ihm.

‚Quatre…’ er sprach mit mir! Ich stand nur da, mit dem Rücken zu ihm und konnte nicht antworten. Wenn er mich wieder beschimpfte, konnte ich nur flüchten, aber wohin? Und wenn er irgend etwas freundliches sagte, würde ich anfangen zu flennen. Und dann würde er mich noch mehr verachten. Ich schüttelte also nur den Kopf und begann schweigend, alle herumliegenden verräterischen Spuren in die Tasche zu räumen. Es konnte ja schließlich jeden Moment jemand hereinkommen, oder, noch schlimmer, auf dem Monitor beobachten, was hier vor sich ging. Doch er ließ nicht locker, und wiederholte meinen Namen etwas lauter. Mein Herz fing an, wie verrückt zu klopfen. Ich blickte ihm zaghaft in die Augen. Wieder wurde ich von ihnen gefangengenommen, und ich senkte meinen Blick sofort wieder. „Jja..?“ brachte ich hervor.

Ich sah, wie er den Kopf schüttelte und anfing, seine Ausrüstung in die Tasche zu räumen. Als ich seinen Namen noch ein paarmal gesagt hatte, drehte er sich plötzlich um und sah mich an. Doch er konnte meinem Blick nicht standhalten und senkte sofort den Blick wieder. "Ja?", brachter er stockend hervor. Ich konnte ihn nicht mehr so sehen. Es zerriss mir das Herz ihn so niedergeschlagen zu sehen. "Ich....ich wollte mich nicht so aufführen, gomen." Ich schluckte schwer. Ich wusste nicht genau, was ich ihm in meinem vorigen Zustand alles vorgeworfen hatte und ich wollte es auch gar nicht so genau wissen, doch sein Gesichtsausdruck verriet mir einiges. Ich sah wieder auf die Bettdecke und verkrallte meine Hände darin, presste die Augen zusammen.

„Bitte, Heero, du kannst alles tun, aber entschuldige dich um Himmels willen nicht bei mir“ sagte ich und sah ihn wieder an. Er saß mit geschlossenen Augen da und klammerte sich an seine Decke. Zögernd ging ich auf das Bett zu und setzte mich auf die äußerste Kante. „Ich habe dich verletzt. Seelisch und körperlich. Alles was du gesagt hast, stimmt doch!“ sagte ich niedergeschlagen. „Du ekelst dich sogar vor meiner Berührung. Also entschuldige dich nicht. Ich muss mich bei dir entschuldigen, aber ich weiß  nicht, wie!” Ich senkte den Kopf und murmelt noch: „Weil es dafür keine Entschuldigung gibt!“

Er sagte, ich würde mich vor seiner Berührung ekeln. Das stimmte nicht. Er ekelte mich nicht und es würde auch nie so sein, doch es machte mir Angst, wenn er mir zu nahe kam. Ich schluckte. "Quatre. Deine Berührungen ekeln mich nicht. Ich..." Ich holte tief Luft. "Es macht mir nur etwas Angst, aber.....ich bin sicher, das wird vobei gehn." Ich seufzte. "Lass mir nur etwas Zeit." Dann sah ich ihm in die Augen. "Lass uns endlich von hier fliehen, Quatre."

„Gut. Aber wie wollen wir das anstellen?“ Noch bevor Heero antworten konnte, hörten wir die Außentür. Ich sprang auf. Schnell wie der Blitz band ich Heeros Arme wieder fest. Er starrte mich entsetzt an. „Augen zu“ zischte ich ihm zu und er gehorchte zum Glück. Als ich gerade an den Beinfesseln hantierte betrat Dr. J den Raum, in der Hand einen Computerausdruck. Er sah mich argwöhnisch an. „Quatre… was…?“ „Er hat randaliert. Ich musste ihm was injizieren und ihn fesseln. Ich kontrolliere nur gerade die Schlaufen.“ sagte ich mit möglichst neutraler Stimme und hoffte, dass der Doktor nicht merkte, dass mir der Angstschweiß auf der Stirn stand. „Soso. Nun gut.“ Der Doktor sah wieder auf das Papier. „Die Werte sind zufriedenstellend.“ ‚Oh ja, zufriedenstellend, das habe ich gemerkt!’ dachte ich grimmig. „Was ist mit dem Fieber?“ er nahm das Krankenblatt. „Oh, gut. Dann können wir morgen mit den Tests beginnen. Sie bleiben diese Nacht noch hier und morgen wird der Helm des Zero Systems mit ihm abgestimmt.“ Er drehte sich um und verließ auf der Stelle den Raum. Ich sah ihm nach. Dachte dieser Idiot eigentlich daran, dass ich auch mal schlafen musste? Seufzend ließ ich mich auf den Stuhl fallen und starrte vor mich hin. Als mein Blick auf das Bett fiel, sah ich direkt wieder in Heeros Augen. Fasziniert betrachtete ich diese wundervolle Farbe. Ich konnte mich gar nicht davon lösen. Doch er starrte mich schon wieder wütend an. „Wenn du dann genug gegafft hast, könntest du mich vielleicht wieder losbinden?“ blaffte er mich an. Erschrocken sprang ich auf und kam seiner Aufforderung nach. Als ich wieder weg wollte, griff er plötzlich nach meinem Arm. „Heero…“

Ich hielt seinen Arm fest und sah ihn flehend an. "Gomen, ich wollte dich nicht so anfahren.", murmelte ich und senkte den Kopf. "Bitte verzeih mir." Ich seufzte lautlos und ließ seinen Arm wieder los, ließ mich auf´s Bett sinken. "Ich hatte nur Panik, du würdest.."
Ich konnte nicht weitersprechen und schluckte schwer. Ich hoffte, Quatre verstand mich.

Ich wusste genau was er meinte. „Ich versteh dich. Ich wollte eben nur so schnell von dir weg, um dir meine Nähe zu ersparen“ sagte ich ruhig. „Und hör auf, dich zu entschuldigen. Dazu hast du keinen Grund.“ Dann sah ich auf meinen Arm. Seine Hand hatte sich darin verkrallt, und ein kleiner Blutstropfen trat unter seinem Fingernagel hervor. Er folgte meinem Blick und liess erschrocken los. „Gom..“ Ehe ich wusste was ich tat, hatte ich ihm den Finger auf die Lippen gelegt. „Schhh.. du sollst dich nicht entschuldigen. Das hier ist gar nichts. Hörst du? Überhaupt nichts!“ Ich sah auf die Uhr. „Du musst schlafen.“

Er sagte, ich solle jetzt schlafen, doch das war es, was ich jetzt am wenigsten wollte. "Ich bin nicht müde.", murmelte ich. "Ich will noch ein bisschen hier sitzen, mit.....dir." Ich sah ihm in die Augen. Ich blinzelte, als mein Magen plötzlich laut knurrte. "Oh", sagte ich und sah verlegen auf die Decke. "Gomen, ich...hab wohl schon länger nichts richtiges gegessen."

Jetzt wo er es sagte fiel mir auf, dass ich auch schon vor Hunger ganz schwach war. Wir hatten seit dem Fluchtversuch vor zwei Tagen nichts gegessen. Ich sprang sofort auf. „Ich hole uns was!“

„Arigatou Quatre." Ich sah ihn dankbar an und beobachtete, wie er aus der Zelle ging. Ich lächelte ihm hinterher. Es war so lieb von ihm, dass er sich noch immer um mich kümmerte, immerhin hatte ich ihn unzählige Male beschimpft und niedergemacht. Doch ich und er, wir wussten genau, dass er es mir schuldig war, nachdem er mir das angetan hatte. Ich wusste, es würde ihm jetzt noch in der Seele brennen. Ich seufzte und blickte zur Tür, in der Hoffnung, dass er bald wiederkam.

Ich ging in die Küche und ließ mir das Mittagessen auftun. Zwei Teller Suppe! Na toll. „Ich brauche noch Brot, der Patient ist geschwächt“ sagte ich mit neutraler Stimme. Ich bekam ein ganzes Brot und sogar etwas Obst. Damit ging ich zurück in die, innerlich nannte ich es schon „unsere“ Zelle, denn ich war hier auch gefangen. Ob Heero mir wohl jemals verzeihen würde? Bevor ich Depressionen bekommen konnte, war ich schon wieder an Zelle 0 und schloss auf. Als ich eintrat, saß er auf dem Bett und sah mir erwartungsvoll entgegen. Ich schluckte. ‚Er wartet nicht auf dich, sondern auf das Essen!’ wies ich mich innerlich zurecht. Ich lächelte. „Es ist nichts besonderes, aber ich denke, wir werden satt!“

Ich lächelte Quatre an, als er reinkam. Doch dann schluckte ich. Er hatte zwei Teller Suppe in der Hand und es war nicht gerade sehr viel drinnen, doch es war anscheinend alles gewesen, was er kriegen konnte. Ich seufzte lautlos und nahm den Teller entgegen, den er mir reichte. "Arigatou", sagte ich leise und sah Quatre an.

Armer Heero! Er sah nicht gerade begeistert aus, als er das wenige Essen sah. Ich war geknickt, aber ich hatte nicht mehr bekommen. Was sollte ich denn machen? Kurzentschlossen griff ich mir einen Teller und schüttete ihn in den anderen. „Iss du.“ Ich nahm mir ein Stück Brot und einen Apfel. Heero wollte etwas sagen, doch ich schnitt ihm das Wort ab. „Egal was du sagst, ich nehme es nicht zurück. Eher schütte ich es weg!“ sagte ich drohend. Dann kaute ich weiter an meinem Apfel herum. Er schüttelte den Kopf und begann zu essen.

Das war nicht zu fassen. Ich musste ja wirklich erbärmlich aussehn, dass er mir sein Essen gab. Ich wollte es nicht annehmen, aber ich nahm es lieber, bevor er es wegschüttete. Ich schüttelte nur den Kopf, um ihm zu zeigen, wie verrückt es war, was er da machte, aber er ließ sicht nicht stören und kaute weiter an seinem Apfel. Ich konnte spüren, wie mir das Essen wieder Kraft gab. Es war zwar nicht viel, aber es war wohl besser als gar nichts. Ich sah Quatre wieder an. Er kaute so auf seinem Apfel herum, als ob er kaum Hunger hatte
oder...ging es ihm nicht gut? Er sah so nachdenklich aus. "Quatre, iss lieber, wir brauchen Kraft für morgen, für die Flucht."

Ich hielt es für besser, nicht darauf einzugehen. Wie sollte ich ihm denn erklären, dass ich alles für ihn tun würde? Er würde das doch sowieso nicht verstehen. Er wusste ja nicht mal, dass ich ihn tatsächlich liebte. Aber das durfte er auch nicht erfahren. Niemals! Er würde sich nicht in einen Jungen verlieben, und am allerwenigsten in mich! Als er aufgegessen hatte, räumte ich das Tablett auf den Tisch und setzte mich in den Stuhl. Ich machte es mir so gut es ging bequem und schloss die Augen. Heero murrte. „Was wird das jetzt?“  Ich machte ein Auge wieder auf. „Schlafen natürlich! Und du schläfst jetzt auch!“ Ich stand auf und ging auf das Bett zu. Er zuckte wieder zusammen. „Ich mach nur die Lampe aus…“ sagte ich. Es tat weh, dass er solche Angst vor meiner Nähe hatte…

Ich zuckte wieder zusammen, als er auf mein Bett zuging. Ich hatte diese Szene noch vor Augen, als er.....Ich schluckte, doch er sagte, er wolle nur die Lampe ausmachen, was er schließlich auch tat. Ich nickte leicht um ihm zu bestätigen, dass es in Ordnung war, doch das war es nicht. In diesem Moment hatte alles in mir nach Flucht geschrieen, doch es war ja nicht das, was ich wollte. Ich wollte bei Quatre sein, doch mein Körper wehrte sich mit Zittern und Zusammenzucken dagegen und ich wusste einfach nicht, ob ich ihm vertrauen konnte....ich meinte, ich traute mich nicht so richtig meine Augen zu schließen. Ich hatte immer wieder vor Augen, wie er auf mich zukam..... Ich hob den Kopf. "Quatre", flüsterte ich. Er öffnete wieder die Augen und sah mich von seinem Stuhl aus an. "Ja?" Ich sah ihn bittend an. "Weißt du, ich.....ich will nicht immer zurückweichen, wenn du auf mich zukommst und..." Ich musste schwer schlucken. "Hilf mir...bitte...ich will keine Angst mehr vor dir haben müssen, wenn du mir zu nahe kommst." Ich sah wieder auf die Bettdecke. Das war wirklich der falsche Zeitpunkt. Wir waren eingesperrt.....in einer Zelle und ich belästigte ihn mit so etwas. Was war, wenn er es wieder tat?

Ich sah ihn erschrocken an. Wie meinte er das? Ich sollte ihm dabei helfen? Auf keinen Fall! Das konnte ich auf gar keinen Fall tun! „Wie… soll ich dir denn helfen?“ brachte ich heraus.

Wie er mir helfen sollte? Ich schluckte. Das wusste ich ja selbst nicht genau. Ich dachte nur, vielleicht könnte er.... "Ich...es ist wirklich schön, in deiner Nähe zu sein, Quatre und ich...." Ich spielte nervös mit meinen Fingern, ich wusste jetzt wirklich nicht, wie ich ihm meine Vorstellung davon erklären sollte. "Es wäre gut, wenn du.....einfach nur.....bei mir sein könntest.." Ich brach ab und senkte den Kopf, schloss die Augen. "Gomen", flüsterte ich und schüttelte den Kopf.

Ich fühlte wieder ein schreckliches Schuldgefühl in mir aufsteigen. Heero entschuldigte sich schon wieder! Ich wusste nicht was ich tun sollte. Alles in mir verlangte danach, ihn in den Arm zu nehmen, aber das war unmöglich. „Heero… ich…“ ich atmete aus. „Wäre es dir recht, wenn ich mich neben dich setzen würde?“ Ich hielt den Atem an. Er schwieg. Schwieg lange. Fast bereute ich es schon, die Frage überhaupt gestellt zu haben, als er leicht, fast unmerklich, nickte. Ich stand auf, ging den einen Schritt und setzte mich behutsam ein Stück von ihm entfernt hin. „O.k. so?“ Dann wartete ich.

Er setzte sich neben mich. Ich spürte seine Zurückhaltung und seine Unsicherheit, er wollte mir nicht zu nahe kommen. Er fragte mich, ob es ´okay´ wäre und ich nickte leicht. "Hai", hauchte ich leise. Solange er sich nicht ruckartig bewegte war es in Ordnung. Jetzt hatte ich nicht das Gefühl, dass er aufdringlich war, ganz im Gegenteil. Ich hob meinen Kopf und sah ihn an.

Ich erwiderte seinen Blick. Mir wurde ganz warm, als ich in seinen  Augen versank. Dann riss ich mich zusammen. „Soll… kann ich .. noch etwas.. näher?“ Mein Blick musste flehend gewesen sein, denn er nickte wieder. Behutsam rückte ich ein Stück auf ihn zu. Er schluckte und ich rückte genauso viel wieder von ihm ab. Ich atmete tief ein. Das war wohl nichts. Wieder wartete ich.

Er rückte wieder weg, nein. "Gomen...komm bitte näher.", sagte ich leise. Auch wenn es mir etwas unangenehm war, ich musste da durch. Ich würde es sonst nie schaffen.

Wieder setzte ich mich etwas näher zu ihm, nicht ganz so nahe wie vorher, aber immerhin – näher. Er sah mich an und ich lächelte ihm zu. ‚Ich liebe dich, Heero’ dachte ich und fühlte mich total schlecht. Was tat ich hier eigentlich? Traurig sah ich zu Boden. Er hatte Angst vor mir! Und ich glaubte irgendwie nicht, dass sich das nochmal ändern würde… Da legte er mir die Hand auf den Arm. „Noch näher, bitte.“ Beim nächsten Mal würde ich so nahe sein, dass ich ihn berührte… aber ich tat, was er sagte und sah ihn an. „O.k.?“

Er kam meiner Bitte nach und näher. Ich spürte, wie er mich berührte, doch ich wich nicht zurück. Ich hatte es ja so gewollt. Er fragte mich, ob es O.k. sei und ich hauchte ihm wieder ein "Hai" entgegen. Dann lächelte ich leicht. "Arigatou Quatre", flüsterte ich und sah ihm wieder in die Augen. Es fiel mir schon leichter, neben ihm zu sitzen.

Er lächelte, und mir wurde warm. Es war so wunderschön, ihn lächeln zu sehen. Als er mir in die Augen sah, glaubte ich zu Boden zu gehen. Ich riss mich jedoch zusammen und sagte sanft: „Wir sollten jetzt wirklich schlafen, Heero!“ Ich machte Anstalten, auf meinen Stuhl zurückzukehren.

Ich stimmte ihm zu und legte mich hin. Dabei rieb ich meinen Nacken, der total verspannt war. Ich sah Quatre an.

Im Aufstehen sah ich, dass er sich den Nacken rieb. Dann sah er mich an. „Bist… du verspannt? Ich könnte dich massieren…“ schlug ich vorsichtig vor. Er sah mich groß an. „Ach, vergiss es“ ich stand auf. „Das… wäre nett von dir“ hörte ich ihn leise sagen. Ich schloss kurz die Augen. Es war ihm recht… Er drehte sich um und ich legte die Hände sacht auf seinen Nacken. Von meinen Fingerspitzen aus strömte Wärme durch meine Arme und dann durch meinen ganzen Körper. Es war so schön, ihn berühren zu dürfen…

Ich sagte, es wäre nett von ihm, wenn er mich massieren könnte, doch ich sagte es sehr leise, denn ich war mir nicht sicher gewesen, ob ich es zulassen sollte. Der Schmerz in meiner Nacken- und Rückenmuskulatur trug aber dazu bei, dass ich diesen Vorschlag annahm. Ich schloss kurz die Augen und atmete aus. Dann drehte ich mich um, so dass ich nun mit dem Bauch auf dem Bett lag. Ich spürte, wie ein leichter Ruck durch meinen Körper ging, als er näher kam.

Ich fühlte deutlich, wie er zusammenzuckte. Erst wurde ich unsicher, doch dann begann ich, kreisende Bewegungen auf seinen Schultern auszuführen. Er spannte seine Muskeln an, aber ich ignorierte es und intensivierte die Massage noch etwas. Langsam entspannte er sich wieder. Dadurch ermutigt, strich ich seinen Rücken herab und wieder herauf, um dann seinen Nacken zu bearbeiten. Er keuchte leise und ich hielt sofort in meinen Bewegungen inne…

Die Massage tat wirklich gut. Ich spürte, wie langsam die Spannung aus meinen Muskeln wich und ich keuchte leise. Plötzlich stoppten seine Hände. Wieso hörte er auf? Ich drehte meinen Kopf leicht zur Seite.“Was ist los?“ fragte ich leise. „Das ist schön, mach bitte weiter.“

Ich antwortete lieber nichts und setzte meine Massage auf seinem Rücken fort. Ich konzentrierte mich auf seine Reaktionen, und als ich merkte, dass er sich immer mehr entspannte, verstärkte ich leicht den Druck. Mein Herz klopfte wie verrückt, doch ich riss mich zusammen. Wieder glitten meine Hände zu seinen Schultern und kneteten die Nackenmuskulatur durch. Dann ging ich zu sanftem Streicheln über. Eine Welle der Zärtlichkeit durchflutete mich und ich beugte mich zu ihm hinunter…

Ich drehte meinen Kopf zur Seite und genoss den Druck, den er auf meine Muskeln ausübte. Ich hatte die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet und ich keuchte leise. Dann strich er nur noch sanft über meine Schultern. Doch plötzlich riss ich die Augen auf, als ich seinen Atem im Nacken spüren konnte. „Nani?“ hauchte ich.

Auf einmal war er wieder verspannt. „Nani?“ hörte ich ihn leise fragen, und ich richtete mich sofort wieder auf. „Nichts, nichts, ich musste mich nur selber mal etwas verbiegen, mein Kreuz“ log ich schnell und streichelte ihn noch ein wenig. „So, reicht das?“ fragte ich dann. Ich war wohl zu weit gegangen, also musste ich auf Distanz gehen, dachte ich…

Er fragte mich nun, ob es reichte. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Wenn es nach mir ginge, könnte er ruhig weitermachen, er machte das wirklich gut, doch ich wusste nicht, ob es ihm recht war. Es schien ihm etwas unangenehm zu sein weiter zu machen, da ich mich ja erschrocken hatte und er mir jetzt wahrscheinlich lieber etwas Freiraum lassen wollte. Ich seufzte leise und legte meinen Kopf wieder auf die Bettdecke, beschloss, es für heute gut sein zu lassen. "Hai", sagte ich leise. "Arigatou."

Ich seufzte ebenfalls und deckte ihn zu. Dabei strich ich die Decke etwas länger als nötig glatt, und merkte gar nicht, dass er mich anstarrte. Als ich den Blick hob, sah ich den Ausdruck in seinen Augen und zuckte zurück. „Oh, sorry!“ murmelte ich. „Ich.. äh…“ ich hielt lieber meinen Mund und setzte mich mit abgewandtem Blick auf den Stuhl. Mein Herz klopfte wie verrückt. Hatte ich ihn wieder verschreckt? 

Er deckte mich zu und ich blinzelte, als er die Decke eine längere Zeit glatt strich. Ich runzelte die Stirn und sah ihn an. Da zuckte er zurück und entschuldigte sich bei mir. Schweigend setzte er sich wieder auf seinen Stuhl und schaute mich nicht mehr an. Jetzt tat mir etwas leid, dass ich ihn so angestarrt hatte, er dachte jetzt wahrscheinlich, dass......Oh Gott, ich machte alles falsch. "Quatre, ich...." Ich stoppte. "Wann wollen wir fliehen?"

Ich dachte einen Moment nach. Es würde besser sein, wenn wir noch eine Nacht schlafen konnten. Andererseits war die Dunkelheit unser Verbündeter. „Ich schlage vor, wir brechen in 4 Stunden auf. Dann können wir noch schlafen, und es ist trotzdem noch dunkel.“

"Okay." Ich legte meinen Kopf wieder auf die Matratze und seufzte leise. Dann schloss ich die Augen. Ich kuschelte mich in die Bettdecke und rollte mich herum, so dass ich bequemer lag. "Gute Nacht", sagte ich gähnend.

Ich saß auf meinem Stuhl und spürte, wie ich langsam immer steifer und verspannter wurde. So würde ich kein Auge zu tun. Ich überlegte. Konnte ich ihn fragen? Innerlich schüttelte ich den Kopf. ‚Wo denkst du hin?’ dachte ich. ‚Heero wird den Teufel tun, und dich ins Bett lassen…’ doch es war einfach zu unbequem. Also griff ich mir die zweite Decke, die noch zusammengefaltet an seinem Fussende lag, breitete sie auf dem Boden aus, und machte Anstalten, mich auf den Fussboden zu legen. Heero richtete sich plötzlich halb auf und sah zu mir herunter.

Ich konnte hören, wie er sich bewegte und leise seufzte, doch ich dachte mir nichts dabei, versuchte einzuschlafen. Ich schlug die Augenjedoch auf, als ich hörte, wie er von seinem Stuhl aufstand. Ich drehte mich in seine Richtung und sah, wie er nach einer Decke griff, sie auf dem Fußboden ausbreitete. Ich blinzelte. Wollte er etwa auf dem Boden schlafen? Dann sah er zu mir hoch. Ich musste es ihm anbieten, ich konnte doch nicht zulassen, dass er dort schlief. Er würde morgen mit schrecklichen Kreuzschmerzen aufwachen. "Du willst wirklich auf dem Boden schlafen?", fragte ich ungläubig. "Leg dich doch zu mir!!", sagte ich leise. Ich klang wahrscheinlich etwas unsicher, aber ich hatte ihn gefragt. Und nur so konnte meine Angst weniger werden. Ich musste mich ihr stellen.

Hatte ich richtig gehört? Ich sollte – durfte mich zu ihm legen? Mir war klar, was es für ihn bedeutete, mir solch ein Angebot zu machen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Wenn ich es annahm, und irgend eine falsche Bewegung machte, konnte das alles wieder zerstören, was wir an Vertrauen wieder aufgebaut hatten. Wenn ich es nicht annahm, war er vielleicht verletzt… Ich stand also auf und nahm die Decke hoch. Dann legte ich mich an die äußerste Kante des Bettes und wickelte mich fest in die Decke ein, so dass ich Heero nicht mit meinem Körper berührte. „Danke… das ist sehr – lieb von dir!“ flüsterte ich in den Raum hinaus, da ich mich nicht traute, mich zu ihm umzudrehen. Zu nah… viel zu nah!

Ich rückte etwas zur Seite. Ich beobachtete, wie er die Decke hoch hob und sich an die äußerste Kante des Bettes legte. Er wickelte sich in die Decke ein, ohne mich anzusehen und sagte, dass es lieb von mir sei. Er sagte das jedoch, ohne sich zu mir umzudrehen. Ich hatte vollstes Verständnis dafür, denn ich wusste, wie er sich fühlte. Ich lächelte leicht und schloss die Augen wieder. "Ist okay", sagte ich leise, bevor ich einschlief.

„Ist okay…“ ich schloss fast glücklich die Augen. Ich glaubte fast, ein Lächeln herausgehört zu haben. Vielleicht… konnten wir ja wenigstens Freunde sein. Mit einem etwas besseren Gefühl schlief ich schließlich ein.

Teil 4                                                                                                                             back