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Zugfahrt - 1. Teil: Erinnerung (yaoi)  von Je-chan  ====================================================

Titel: Zugfahrt - Erinnerung
Teil: 1/4
Autor: Lapis E-Mail: lapis_chan@gmx.net
Rating: ab 16 - denke ich einfach...
Warnungen: lemon, ein bisschen traurig manchmal...
Inhalt: Zwei männliche Wesen... ein leeres Zugabteil... nur ein One-Night-Stand??
Disclaimer: Beide mir!! Finger weg, ja!?!
Kommentar: Ich saß mal wieder ewig lang im Zug und da fiel mir so ganz spontan ein, da könnte man doch... Tja, und jetzt ist sie hier! Eigentlich wollte ich nur diesen einen Teil schreiben, aber aus einem Teil wurden zwei und aus zwei vier....^_^

Der 1. Teil ist aus der Sicht von Sariel und besteht im Grunde genommen größtenteils aus Erinnerungen ^_^

~+~

ZUGFAHRT

~ ERINNERUNG ~

Ich saß wieder im Zug.

Jeden Sonntag morgen das gleiche.

Ich kannte die Strecke so gut, ich hätte sie mit geschlossenen Augen abfahren können und trotzdem gewusst, wie es draußen aussah.

Zwei Monate ist es schon her...

Aber ich habe das Gefühl, als sei es erst gestern gewesen, so deutlich und klar ist alles in meiner Erinnerung.

Eine einzige Stunde hatte mich völlig verändert.

Eine einzige Stunde stellte mein ganzes Leben auf den Kopf.

Dabei war es eher Zufall, dass das passieren konnte.

Oder doch Schicksal?

Göttliche Fügung?

Ich weiß es nicht, will es auch nicht wissen.

Alles was zählt ist, das es passiert ist.

Ich war damals auf einer Party, hatte den letzten Zug verpasst.

Ein Taxi konnte ich mir nicht leisten, also hab ich halt auf den ersten Zug gewartet.

Um halb vier morgens war dieser noch menschenleer, im letzten Abteil war niemand.

Ich musste eineinhalb Stunden fahren und war froh, ein Abteil für mich zu haben.

Ich hasse es, wenn zu viele Leute um mich herum sind, ich habe dann immer das Gefühl, sie würden alle nur mich anstarren, intensiv und durchdringend, als könnten sie mir bis auf den Grund meiner Seele blicken.

Als würden sie erkennen, was ich war...

Eine halbe Stunde war ich allein.

Die letzte Station vor meiner Haltestelle.

Dann stieg er zu.

Ich weiß noch genau, das ich gar nicht erst aufgesehen habe, als die Türen aufgingen.

Konnte mir doch egal sein, oder?!

Erst, als er sich mir direkt gegenüber hinsetzte, blickte ich hoch.

Warum setzte er sich ausgerechnet hier hin, wo doch das ganze Abteil leer war?

Ich weiß noch ganz genau, wie er aussah.

Wunderschön.

Überirdisch schön, so vollkommen.

Er hatte tiefschwarze Augen, man konnte die Pupillen nicht erkennen.

Seine Haut war elfenbeinweiß, wirkte wie Porzellan.

Seine pechschwarzen Haare waren mit einzelnen dunkelvioletten Strähnen durchzogen, glänzten wundervoll im schwachen Licht und reichten ihm bis zur Hüfte.

Es war mir bewusst, das ich ihn anstarrte, aber ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden, ich wollte es auch nicht.

Ich hatte noch nie jemanden so schönen und anziehenden gesehen.

In mir schrillten alle Alarmglocken, riefen mir zu, mich von ihm zu entfernen, aber ich ignorierte sie.

Jemand, der so schön war, konnte nicht schlecht sein, oder?

Ich blieb wo ich war, starrte ihn an und er starrte zurück.

Seine kirschroten Lippen verzogen sich zu einem leichten Lächeln.

"Hi. So spät noch unterwegs? Oder sollte man eher so früh sagen?"

Seine Stimme war... unbeschreiblich.

Ein wenig rau, aber angenehm, nicht zu tief und nicht zu hoch, sie passte zu ihm.

Ich kann es nicht anders erklären, aber sie passte zu ihm, keine andere Tonlage hätte diesen Menschen vervollständigen können.

Ich merkte, dass ich auch lächelte.

Und obwohl ich sonst Fremden gegenüber nicht so... spontan war, hörte ich mich antworten.

"Hallo. Das selbe könnte man dich ja auch fragen! Aber in meinem Fall trifft das Spät zu."

"Hab ich mir schon gedacht."

Ich musste ihn wohl ziemlich verdutzt angesehen haben, denn er lachte warm.

"Ich hab dich vorher noch nie um diese Uhrzeit gesehen. Und außerdem siehst du aus, als hättest du eine Party- oder Disconacht hinter dir."

Ich blickte an mir herunter.

Eine hautenge Bluejeans; ein hellblaues, ärmelloses Shirt mit der Aufschrift 'Cute Devil' (das hat mir eine Freundin geschenkt und da es ihre Party war, hat sie mich praktisch gezwungen, es zu tragen...); darüber ein durchsichtiges, silbernes Hemd.

Ich sah wieder auf, direkt in seine Augen.

Komisch, mir war, als könnte man darin ertrinken.

Dann erinnerte ich mich an seinen ersten Satz.

'Ich hab dich vorher noch nie um diese Uhrzeit gesehen.'

Das klang doch...

"Du fährst wohl öfters um diese Zeit, was?"

"Stimmt", sagte er und lächelte mich an. "Ich bin Luz. Wie heißt du?"

"Nenn mich Sari."

Nun sah er ein wenig verdutzt aus und ich musste lachen.

Schlagartig wechselte sein Gesichtsausdruck von verblüfft zu fasziniert.

Was hatte er?

Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sich seine rechte Hand meinem Gesicht näherte.

Er, nein, LUZ hatte schöne, schlanke Hände, mit langen Fingern.

Sanft stich er mir eine wirre Haarsträhne hinter das Ohr zurück, legte seine Hand sanft an meine Wange, stich mit dem Daumen über meine Unterlippe.

Ich konnte ihn nur anschauen.

Dann kam er näher...

... und sanft berührten seine Lippen meine.

Nur ganz kurz, eigentlich kaum wahrnehmbar, mehr ein Hauch als eine Berührung und trotzdem durchzuckte es mich wie ein Blitz.

Luz zog sich zurück, legte auch seine linke Hand an mein Gesicht und sah mir tief in die Augen.

Und dann näherte er sich wieder und dieses Mal übten seine Lippen einen leichten Druck aus.

Seine Zunge fuhr über meine Unterlippe, drängte mich dazu, meinen Mund zu öffnen.

Ich schloss die Augen und kam seiner stummen Bitte augenblicklich nach.

Blitzschnell huschte seine Zunge in meinen Mund, fuhr über meine Zähne, stupste meine Zungenspitze an um sich sofort wieder etwas zurück zu ziehen, kam zurück und wiederholte das Ganze.

Automatisch rutschte ich an den Rand meines Sitzplatzes, kam ihm gleichzeitig mit meiner Zunge entgegen, verwickelte sie in ein zärtliches Spiel.

Sünde...

Als wir uns schließlich voneinander lösten, ging unser Atem schneller.

Luz legte seine Stirn an meine, sah mir in die Augen.

Seine waren verschleiert vor Begehren und ich zitterte leicht.

Er küsste mich wieder, ließ seine Hände dabei unter mein Shirt auf meinen Rücken gleiten.

Ich schlang meine Arme um seinen Nacken, wobei mein Blick auf meine Armbanduhr fiel.

Wir würden das Abteil noch eine dreiviertel Stunde für uns allein haben.

Auch Luz war an den Rand seines Sitzes gerutscht während er den Kuss intensivierte, unsere Knie berührten sich leicht.

Seine Zunge lockte meine in seinen Mund, um das Spiel dort fortzusetzen.

Er schmeckte herrlich, nach einer Mischung aus Erdbeere und Sahne und Karamell.

Meine Hände glitten an die Knopfleiste seines Mantels, öffneten ihn um ihn dann von seinen Schultern zu streifen.

Darunter kam ein hautenges, schwarzes Latextop zum Vorschein unter das ich meine Hände gleiten ließ.

Luz streifte mir das Hemd ab, löste kurz den Kuss und zog mir das Shirt über den Kopf.

Dann fuhren seine Lippen über mein Gesicht, zu meinem Ohr, hinunter zum Nacken.

Er biss leicht in den Halsansatz und strich anschließend sanft mit der Zunge darüber.

Ich erschauderte, konnte ein lustvolles aufstöhnen nicht unterdrücken.

Ich bog den Kopf nach hinten als er mit den Zähnen zärtlich an meiner Schulter knabberte und seine Hände kontinuierlich Kreise auf meinem Rücken zogen.

Mein Verstand schrie mir entgegen, auf zu hören, mit diesem Wahnsinn Schluss zu machen, aber meine Gefühle hielten mich, fesselten mich geradezu an Luz.

Seine Lippen kehrten zu meinen zurück, versiegelten sie mit einem hungrigen Kuss.

Luz zog mich zu sich, ließ mich auf seinen Schoß sitzen.

Eng schmiegte ich mich an ihn, genoss seine Wärme.

Keuchend löste er unseren Kuss, nur um sich schnell sein Top auszuziehen und mich dann energisch an sich zu drücken.

Seine Haut war weich, roch leicht nach Rosen.

Luz' Mund wanderte wieder über mein Gesicht, verteilte sanfte, kaum wahrnehmbare Schmetterlingsküsse, wanderte wieder zu meinem Halsansatz.

Meine Hände fuhren über seinen starken Rückenmuskeln, über die Schultern und seine Oberarme.

Seine Zunge kitzelte leicht in der Kuhle an meinem Halsansatz, fühlte meinen, wie Trommelwirbel rasenden, Puls.

Luz' Hände wanderten über meinen Rücken nach unten, zwängten sich unter meine enge Jeans und die Boxershorts, die ich trug.

Er massierte meinen Po, drückte mich fester an sich - als würde er mich nie wieder loslassen wollen.

Seine Lippen wanderten weiter nach unten, bis seine Zungenspitze sachte an meine linke Brustwarze stieß, sie umkreiste, liebkoste, bis sie sich ihm keck entgegen stellte.

Meine Finger verflochten sich in seinem langen Haar, spielten mit den seidigen Strähnen und ich wandt mich auf ihm, konnte mein Stöhnen nicht mehr zurückhalten.

Mein Verstand schrie mir immer noch entgegen, wie verrückt das alles war, dass ich sofort von ihm weg sollte!

Ich kannte den Menschen nicht einmal und außerdem war das, auf das wir uns gerade zu bewegten, mir verboten worden.

In drei Monaten muss ich von hier weg...

Musste meine neuen Aufträge erfüllen...

Ich würde ihn nie wieder sehen, könnte ihn nie wieder sehen.

Dürfte es nicht...

Warum also gab ich mich diesem Menschen hin?

Warum gefiel es mir so sehr?

Schließlich setzte mein klares Denken völlig aus, als sein Mund wieder für einen leidenschaftlichen Kuss zu meinen Lippen zurückkehrte.

Während unsere Zungen spielerisch einander neckten, sich umeinander schlangen, streifte er sich die Schuhe ab, zog meine Beine hoch und schmiss einen Augenblick später meine zu seinen auf den Boden.

Dann, ohne den Kuss auch nur ein Mal zu unterbrechen, hob er mich kurz hoch und stand auf.

Seine Finger glitten über den Bund meiner Jeans nach vorne und öffneten sie, schoben sie mitsamt meiner Boxershorts hinunter.

Das kühle Latex seiner Hose ließ mich zittern, aber meiner steigenden Erregung tat das gar kein Abbruch.

Luz löste seine Lippen von meinen, sein Mund wanderte wieder nach unten, huschte noch einmal kurz über meine Nippel, kitzelte mich mit der Zunge am Bauchnabel und knabberte mit seinen Zähnen leicht an meinen Hüftknochen.

Ich bebte und grub vor lauter Anspannung meine Hände in seine Schultern.

Und dann - endlich - schloss sich sein Mund leicht um die Spitze meines erigierten Gliedes.

Entzückt stöhnte ich auf, warf den Kopf zurück und presste ihm meinen Unterleib ungeduldig entgegen.

Seine Hände legten sich an meine Hüfte, hielten mich eisern fest, als er begann, mit seiner Zungenspitze leicht, kaum merklich, über die gesamte Länge meines Gliedes zu streichen.

Bald schon ersetzte er seine Zunge mit seinen Lippen, ließ ab und zu seine Zähne sanft an meinem Fleisch knabbern.

Ich zitterte unkontrolliert; mein ganzes Fühlen war nur noch auf die Empfindungen gerichtet, die Luz mit seinem Mund hervorrief.

Ich wob meine Finger in sein Haar, wollte seinen Kopf näher an mich drücken, wenn ich schon selbst stillhalten musste.

Doch in diesem Augenblick kam der Zug ruckartig zum stehen und ich plumpste unelegant nach hinten auf den Sitz.

Luz wurde mitgerissen, er löste nicht ein einziges Mal die Berührung seiner Lippen.

"Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund einer technischen Störung verzögert sich die Weiterfahrt um wenige Minuten. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis."

Nur am Rande hatte ich die Ansage des Lokführers mitbekommen, viel zu sehr beschäftigten mich Luz' Hände, die sanft über die Innenseite meiner Oberschenkel strichen und sie leicht auseinander drückten.

Sein Mund machte mich schier wahnsinnig und alles in mir schrie danach, ihn endlich ganz zu spüren.

Ich zappelte und wandt mich unter ihm, bis ich ihn an den Schultern packt und nach oben zog um ihn hungrig und intensiv zu küssen.

Unser Kuss dämpfte sein überraschtes und lustvolles Stöhnen, als ich ihm die restlichen Kleidungsstücke absteifte und mich ungeduldig an ihm rieb.

Das Gefühl, das mich durchströmte als unsere Erektionen aneinander stießen war unbeschreiblich!

Mir war, als würden kleine Blitze meine Nervenbahnen entlang jagen, mein Blut kochte und Schweiß benetzte meinen Körper.

Ich löste meine Lippen von seinen, wanderte mit ihnen über seine Wange, seinen Hals, die Brust, hielt nur kurz inne um seine Nippel zu reizen und glitt dann weiter nach unten.

Luz' Bauchnabel reizte mich, also kitzelte ich ihn dort ausgiebig mit meiner Zunge, genoss sein glucksendes, warmes Lachen gemischt mit leisem Stöhnen.

Luz hielt plötzlich meinen Kopf fest und ich sah überrascht zu ihm auf.

Was war los?

Hatte ich was falsch gemacht?

Unsicher geworden löste ich mich etwas von ihm.

Unverwandt sah ich ihm in die Augen, sein Gesicht kam langsam näher.

Mit rauer, warmer und verheißungsvoller Stimme raunte er an meinem Ohr: "Ich will dich!", ehe sein Mund den meinigen eroberte.

Wenn ich nicht sowieso schon gewusst hätte, was er damit meinte, seine sanften Finger an meinem Hintern hätten es mir gezeigt.

Kaum merklich glitt einer seiner Finger in mich, bald gefolgt von einem zweiten und dritten.

Luz' andere Hand pumpte langsam mein Glied und ich wusste bald nicht mehr, was schöner war: die Streicheleinheiten an mir oder in mir!

Als er seine Finger aus mir zurück zog spürte ich ein enttäuschendes Gefühl der Leere, kam mir irrsinniger Weise verlassen und einsam vor.

Luz drückte mich zurück auf die äußerste Kante des Sitzes und spreizte meine Beine.

Mit einem weiteren Kuss hob er mich leicht an und drang langsam in mich.

Es tat weh.

Nicht sehr, aber trotzdem verkrampfte sich mein Körper für einen Moment.

Luz hielt inne, seine Lippen wanderten liebkosend über meinen Hals, er kitzelte mit seiner Zunge an meinem Ohr und lenkte mich ab.

Ich spürte, wie sich meine Muskeln wieder lösten, wie ich mich unter ihm entspannte.

Luz bemerkte es auch, denn er fing wieder an, sich zu bewegen.

Zu erst, war es ein seltsames Gefühl, aber bald schon war es nicht mehr in Worten zu beschreiben!

Diese Empfindungen, die er in mir auslöste, immer, wenn er diesen einen Punkt in mir berührte!

Es war... himmlisch!

Noch nie in meinem bisherigen Leben hatte ich solche Gefühle gehabt!

Noch nie hat mir etwas so viel Freude bereitet, mir völlig den Verstand geraubt.

Nie hätte ich gedacht, dass sündigen so schön sein kann!

Schon bald beschleunigte Luz seinen, nein, unseren Rhythmus, jagte mit jedem Stoß wohlige Schauer durch meinen Körper, trieb mich weiter in Richtung Finale.

Meine Beine hatten sich wie von selbst um seine Taille geschlungen, meine Hände strichen unruhig über seinen Rücken und Luz verschluckte mein Keuchen und Stöhnen in seinen leidenschaftlichen Küssen.

Als er dann eine Hand auf mein Glied legte und begann, es im Takt zu seinen Stößen zu pumpen, dachte ich, ich würde innerlich zerreißen, so intensiv waren meine Empfindungen.

Luz' Atem ging genau so schnell wie meiner, längst schon hatte keiner von uns auch noch genügend Luft, damit wir uns küssen konnten.

Er hatte seinen Kopf in meiner Halsbeuge vergraben, saugte zwischen Keuchen und Stöhnen an meinem Hals, liebkoste die Haut mit Zunge und Zähnen.

Ich wusste nicht, in welche Richtung ich mich eher drängen sollte - seine Hand oder sein Glied?

Ich war zu nichts mehr fähig, war wie flüssiges Wachs in seinen Händen.

Seine Stöße wurden heftiger und kurz vor seinem Höhepunkt drückte seine Hand um mein Glied stärker zu und er biss nicht gerade sanft in meinen Halsansatz.

Beinahe Zeitgleich kam auch ich.

Meine Welt explodierte in den verschiedensten Gefühlen, nicht Blut sondern heiße Lava durchströmte meine Adern und meine Sinneswahrnehmung war so klar wie nie zu vor.

Ich roch, schmeckte und fühlte Luz viel intensiver als jemals davor.

Lange Zeit blieben wir noch ineinander verschlungen, kamen nur langsam wieder zu Atem.

Zugegeben, es war höllisch unbequem aber um nichts in der Welt hätte ich mich jetzt schon freiwillig von Luz getrennt.

Weder Luz noch ich hatten bemerkt, dass der Zug schon längst wieder losgefahren ist.

Das sanfte schaukeln des Waggons ließ mich beinahe einschlafen, Luz' Nähe gab mir einfach das Gefühl der Geborgenheit.

Nach einiger Zeit wurde es mir kalt und ich bemerkt auch, dass Luz' Rücken und Oberarme von einer leichten Gänsehaut Überzogen war.

Ich löste meine Beine, die ich immer noch um ihn geschlungen hatte und Luz zog sich langsam, ja fast widerwillig aus mir zurück.

Erst als sein warmer Körper nicht mehr auf mir war, bemerkte ich WIE kalt es wirklich war und rieb mir fröstelnd die Arme.

Während wir uns anzogen hielten wir immer wieder inne um sanfte Küsse auszutauschen.

Schließlich saß Luz angezogen auf seinem Platz und zog mich auf seinen Schoß, strich mir über den Rücken und küsste mich immer und immer wieder.

Ich war erschöpft, mein Körper schmerzte und ich hatte das Gefühl, dass meine Beine mich nachher garantiert nicht mehr bis zu meiner Wohnung tragen würden, aber ich fühlte mich glücklich.

Einfach nur vollkommen glücklich.

Das angenehme Gefühl der Geborgenheit wurde unterbrochen als der Zugführer die nächste Station ankündigte - hier musste ich aussteigen.

Langsam und widerwillig löste ich mich von Luz, schenkte ihm ein kleines, trauriges Lächeln und erklärte: "Meine Haltestelle."

"Oh."

Enttäuscht sah Luz mich an.

"Jetzt schon?"

Ich nickte, hatte einen Kloß im Hals der mir das Gefühl vermittelte, nie wieder auch nur ein Wort sagen zu können.

Er küsste mich, erhob sich und schob mich vor sich her zur Tür.

Ich schlang die Arme um seinen Hals, presste mich eng an ihn.

Alles in mir schrie danach, ihn nicht gehen zu lassen, einfach weiter zu fahren, bei ihm zu bleiben.

Der Zug hielt und ich öffnete die Tür.

Luz sah mir tief in die Augen und sagte: "Keine Angst, wir werden uns auf jeden Fall wieder sehen!"

"Ja?", flüsterte ich.

Ein letzter Kuss, ein letztes Mal kostete ich von seinem süßen Geschmack, dann schob ich ihn leicht von mir und stieg aus.

"Zurückbleiben bitte!" und das Pfeifen an der Türe kündigte an, das diese gleich zugehen würde.

"Natürlich sehen wir uns wieder! Wo ich dich doch endlich gefunden habe, mein Engel!"

Die Tür war zu und der Zug fuhr los.

Erschrocken blickte ich ihm hinterher.

Mein Engel...

Woher nur wusste er...?

***

Frustriert stich ich mir eine Haarsträhne zurück.

Pha, von wegen wir sehen uns wieder!

Schon seit acht Wochen kein einziges Lebenszeichen von ihm!

Wer wollte sich auch mit einem so unansehnlichen Geschöpf wie mir schon abgeben?

Wahrscheinlich wollte er nur mal eben jemanden haben.

Ein einfacher One-Night-Stand, mehr nicht.

Traurig blickte ich mein Spiegelbild im Fenster an.

Honigblonde, fingerlange Haare, die wirr in alle Richtungen abstanden.

Dunkelblaue, fast schon violette Augen, um die Iris ein katzengrüner Ring; dunkle Ringe von schlaflosen Nächten darunter.  Ein herzförmiges Gesicht mit einer kleinen Stupsnase, darauf ein paar winzige Sommersprossen, die nur beim genauen betrachten auffielen.

Blasse, nein, fahle Haut.

Der Rest meines Körpers war auch nicht unbedingt sehenswert, schmal und schlank, fast schon zierlich.

Zerbrechlich.

Mit geschlossenen Augen lehnte ich mein Gesicht an die kühle Scheibe, lauschte auf die Schritte der Person, die gerade das Abteil betreten hatte.

Sie kamen in meine Richtung.

Der leichte Duft von Rosen stieg mir in die Nase und fast augenblicklich erschien Luz' Gesicht vor meinem Inneren Auge.

Kühle Hände strichen sanft über meinen Hals.

Überrascht sah ich auf, versank in pechschwarzen Augen.

"Hallo mein Engel!"

**********

 

Zugfahrt - Teil 2: Trennung (yaoi)   von Je-chan
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Hat ein bisschen gedauert, aber hier ist der zweite Teil!! Viel spaß beim lesen!!

Inhalt: Doch mehr als ein One-Night-Stand??

Der 2. Teil ist erst aus Luz' Sicht geschrieben, dann aus Saris.

~+~

Eigentlich wollte ich dich nie wieder sehen.

Schließlich warst du doch - genau wie all die anderen – nur ein One-Night-Stand, ein kurzes Abenteuer.

Zerstreuung.

Ein einfacher Mensch, der mich einfach nur von meinem Alltag ablenken sollte.

Eigentlich...

Und doch halte ich dich wieder in meinen Armen.

Und ich merke, ich habe dich wirklich vermisst, mit all meinen Sinnen.

Und ich gestehe es mir selbst ein: die zwei Monate, die ich mich zwang dich zu vergessen, waren die reinste Qual!

Wenn ich schlief träumte ich von dir und wenn ich wach war meinte ich, überall dein Gesicht zu sehen und deine Stimme zu hören.

Als ich es schließlich nicht mehr ausgehalten habe, haben mich meine Schritte wie von selbst Sonntag morgen zum Bahnhof gelenkt, in das letzte Abteil des ersten Zuges.

Und wirklich, da hast du gesessen, die Augen geschlossen und das Gesicht ans Fenster gelehnt.

Zuerst dachte ich, du würdest schlafen.

Als ich deine zarte Haut berührte merkte ich, dass du wach warst.

Das Unglauben in deinen Augen, als du mich schließlich angesehen hast.

Und dann deine unbändige Freude!

Du hast mich umarmt, mich geküsst und geweint.

Mir hat es fast das Herz zerrissen.

Du hast geweint - meinetwegen, weil du mich genau so vermisst hast, wie ich dich.

Ich habe dich gequält...

Der Gedanke schmerzt mich mehr als alles andere.

Jetzt liegst du ganz entspannt in meinen Armen und schläfst.

Ich bin mit zu dir gegangen; ich will dich nicht alleine lassen.

Du siehst wunderschön aus, mein kleiner Engel.

Ich habe niemals ein schöneres Wesen gesehen, nicht einmal, als ich noch bei IHM sein durfte, als die anderen noch nicht den Verräter, den Gefallenen in mir sahen.

Als ich noch SEIN Kind war...

Dein seidiges Haar liegt dir wirr um den Kopf, deine kleine, süße Himmelfahrtsnase wird von niedlichen, winzigen Sommersprossen bedeckt und deine köstlichen hellroten Lippen sind leicht geöffnet.

Dein herzförmiges Gesichtchen sieht so zärtlich aus.

Du riechst gut, nach einem schönen, warmen Sommertag, den man auf einer üppigen, blühenden Wiese verbringt.

Wenn ich deinen Duft einatme, meine ich, Vögel fröhlich zwitschern zu hören, bilde ich mir ein, ich könnte jede einzelne Blume dieser Welt schmecken.

Ich wünsche mir, du würdest mit offenen Augen schlafen, denn deine Augen sind verzaubernd schön.

Dunkelblau, aber manchmal auch violett, verziert mit einem katzengrünen Ring um die Pupille.

Und ständig strahlen sie.

Nein, eigentlich strahlt dein ganzer Körper.

Wo du bist, geht die Sonne auf...

Du solltest meinen Namen tragen...

Lichtträger...

Oder Lichtgeber...

Man kann ihn übersetzen, wie man will.

Du wirkst so zerbrechlich wie feinstes Porzellan und doch auch stark und unzerstörbar.

Ich habe Angst, dich zu berühren, weil ich mir nicht sicher bin, ob du nicht doch zerbrichst.

Ich kann mich nicht satt sehen an dir, aber ich merke, wie mir langsam die Augenlider zufallen.

Du bist ein unermüdlicher kleiner Nimmersatt und machst mich Müde, raubst mir die Kräfte und machst mich dennoch unsagbar glücklich.

**~~**

Es ist schön warm und ich kann deine warme Brust unter mir fühlen.

Das Gefühl der Geborgenheit ist in deinen starken Armen immer präsent, war noch niemals zuvor stärker.

Ich bin glücklich.

Jeden Abend in deinen Armen einzuschlafen und jeden Morgen darin aufzuwachen macht mich zum glücklichsten und zufriedensten Wesen im ganzen Universum!

Ich schmiege mich an dich und als ich die Augen öffne sehe ich direkt in deine schwarzen Tiefen.

Ohne Angst kann ich darin ertrinken, denn ich weiß, du wirst mich immer wieder daraus befreien; wirst mich nicht darin untergehen lassen.

"Guten Morgen mein Engel!", hauchst du, ehe ich meinen Guten-Morgen-Kuss bekomme.

Seit zwei Wochen wohnst du praktisch bei mir und noch immer bin ich für dich dein Engel.

Weißt du, dass ich wirklich einer bin?

Kannst du es etwa fühlen?

Man hat mir erzählt, dass es solche Menschen geben soll, aber bisher bin ich noch keinem begegnet.

Aber ich bin ja auch noch jung und unerfahren.

Die zwei Wochen, die ich ständig mit dir verbracht habe, gingen unglaublich schnell vorbei.

Ich kann es gar nicht glauben, dass ich nur noch zwei Wochen hier sein kann.

Nein, ich will es auch nicht glauben, will es vergessen.

Nicht daran denken...

Aber ich kann nicht!

Ich muss immerzu daran denken, wie sehr ich dich vermissen werde.

Du wirst mir fehlen...

Ich habe es mir schon längst eingestanden... ich liebe dich!

Ich darf es nicht, aber ich tue es dennoch.

Ich dachte immer, eine Sünde zu begehen wäre schmerzhaft, würde unsäglich in mir drin wehtun.

Aber das stimmt nicht.

Sündigen ist süß, lieblich, köstlich.

Aber es tut auch weh.

Das Wissen, dich verlassen zu müssen, schmerzt mehr als jede andere Wunde, die ich jemals hatte.

Und wenn ich einfach bleiben würde...

Nein!

Das kann ich nicht tun.

Ich muss doch meine Aufgaben erfüllen.

Ich kann doch nicht wegen meinem eigenen Glück unsäglich viele Menschen leiden lassen!

Ich werde stark sein, werde es ertragen.

Selbst wenn ich bei dir bleiben würde, du würdest irgendwann sterben, schließlich bist du nur ein Mensch.

Deine Lebensspanne ist so unendlich viel kürzer als meine.

Und solange ich meine Aufgaben auf der Erde erfülle kann ich dich immerhin hin und wieder sehen, kann mit dir telefonieren.

Kann ich dich von Zeit zu Zeit in die Arme schließen.

Ich merke gar nicht, wie mir salzige Tränen aus den Augenwinkel über die Wange rinnen, erst als du sie mit sanften Küssen trocknest nehme ich sie wahr.

"Was hast du mein Engel?"

Deine Stimme bringt mich dazu, noch mehr zu weinen.

Zwei Wochen waren so kurz, so absolut nichtssagend!

Ich schüttle den Kopf, kann es dir nicht sagen.

Ich will einfach nur in deinen Armen liegen und die Zeit mit dir genießen.

Du fragst nicht weiter und dafür bin ich dir dankbar.

//**\\

Es ist so weit.

Mein letzter Tag.

Als ich aufwache, schläfst du noch, hältst mich eng an dich gedrückt.

Sanft löse ich mich von dir, du wachst zum Glück nicht auf.

Ich könnte es nicht ertragen, es dir ins Gesicht sagen zu müssen!

Leise decke ich den Frühstückstisch, stelle alles das darauf, was du gerne isst.

Ich ziehe mich an und setze mich neben dem Bett auf den Boden, betrachte dich.

Du bist so wunderschön und ich kann es noch immer nicht glauben, dass du mich liebst.

Im Vergleich zu dir fühle ich mich hässlich und nichtssagend, aber du behauptest immer das Gegenteil.

Eine violette Haarsträhne fällt dir ins Gesicht und ich streiche sie zurück.

Sanft drücke ich einen letzten Kuss auf deine kirschroten, süßen Lippen.

Während ich dir einen kleinen Zettel schreibe, laufen schon wieder die Tränen über meine Wangen, hinterlassen feuchte Spuren auf dem Papier und verwischen leicht die Schrift.

Leise verlasse ich die Wohnung.

Ich muss meine Aufgabe erledigen und dann zu IHM.

Man hat sicher einen neuen Auftrag für mich.

Manchmal frage ich mich, ob ER es weiß.

Weiß, dass ich gesündigt habe.

Weiß, dass ich es jederzeit wieder tun würde.

Meine Schritte lenken mich zu der Wohnung meiner 'Freundin'.

Die Freundin, nach deren Party ich dich das erste Mal gesehen habe.

Sie wird heute sterben.

Denn ich bin ihr sanfter Todesengel. [1a]

Ich bin Sariel. [1b]

**********

Ende Teil 2 [1] Sariel ist zwar ein Todesengel, aber es ist nich bekannt, ob er nun ein grausamer oder ein gütiger ist. Ein gütiger Todesengel ist auf jeden Fall Suriel und da sie sich so ähnlich anhören, hab ich aus Sariel einfach auch einen sanften und gütigen Todesengel gemacht. Sie könnten ja Brüder sein...^^

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Zugfahrt - Teil 3: Wahrheit (yaoi)  von Je-chan
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Teil: 3/4
E-Mail: lapis_chan@gmx.net
Genre: reale Welt Rating: ab 16 - denke ich einfach...
Warnungen: immer noch traurig....
Inhalt: ... und die Wahrheit kommt immer ans Licht...
Disclaimer: Beide mir!! Finger weg, ja!?!

Zuerst wieder aus Luz' Sicht, dann wieder aus Sariels.

~+~

Es ist kühl als ich aufwache und ich merke sofort, dass du nicht bei mir bist.

Dein warmer Körper an meinem fehlt, dein Gewicht auf meiner Brust ist weg, dein Atem erfüllt nicht mehr das Zimmer und es riecht nur noch ganz leicht nach dir.

Wo bist du?

Nirgendwo in der Wohnung kann ich deine Anwesenheit spüren.

Nein!

Du bist bestimmt nur kurz nach draußen, vielleicht zum Bäcker.

Ich stehe auf und gehe ins Bad, stelle mich unter die Dusche.

Während warmes Wasser meinen Körper liebkost denke ich an dich.

Warum bist du nicht hier?

Warum habe ich so ein ungutes Gefühl?

Dieser Druck auf meinem Herzen...

Ich lasse mir viel Zeit, fast eine Stunde stehe ich unter der Dusche.

Doch du bist immer noch nicht hier.

Als ich in die Küche gehe, sehe ich den gedeckten Tisch.

Und den kleinen Zettel, der auf dem Teller liegt.

Meine Finger zittern als ich ihn auseinander falte.

Ich kann nicht glauben, was ich da lese!

Das kann nicht sein.

Langsam setze ich mich an den Tisch und Tränen verschleiern meine Sicht, als ich deine Nachricht das zweite Mal lese.

'Es tut mir leid. Ich kann nicht hier bleiben. Und ich kann, nein ich darf dir nicht sagen warum. Verzeih mir... Ich liebe dich. ...für immer...'

Tränen tropfen auf das Papier.

Meine Tränen.

Ich habe noch nie geweint.

Nicht einmal, als sich alle gegen mich stellten, mich verstießen.

Warum?

Diese Frage brennt in mir.

Warum?

Wenn du mich wirklich liebst, warum tust du mir dann so weh?

Das kann nicht sein!

Du kannst das nicht ernst gemeint haben!

Du kannst mich doch nicht einfach verlassen!

Du hast mir doch gezeigt, dass ich Gefühle habe, von denen ich glaubte, sie würden nicht in mir existieren!

Nicht mehr in mir existieren.

Du hast mich geliebt.

Das hast du gesagt!

Das du mich lieben würdest, dass du mich nie wieder gehen lassen würdest, dass du mich brauchen würdest!

War das alles eine Lüge!?

Hast du mich angelogen?

Mich?!

Mich, Luzifer, den alle den Teufel nennen, den alle fürchten und verachten?

Mich, der ich doch nur dem Wunsch meines Herren nachkam?[1]

Mich, der ich doch euch Menschen nur helfen wollte?

Habe ich mich etwa von dir täuschen lassen?

Warst du derjenige, der mit mir spielte?

So, wie ich sonst mit den Menschen spielte, die mir gefielen?

Nein!

Ich will das nicht glauben.

Ich will nicht so schlecht von dir denken!

Verzweiflung überflutet mich, zieht mich in einen Strudel wirrer Gedanken.

Ich kann nicht mehr klar Denken, alles verschwimmt.

Das erste Mal seit Jahrtausenden hab ich mein Herz jemandem geöffnet, habe ich mir erlaubt, aufrichtig zu lieben.

Und jetzt?

Wofür das alles?

Damit du mit mir spielst?

Damit du mich zerreißen kannst?

Was war ich denn für dich, dass du mich jetzt eiskalt fallen lässt?

Konntest du es mir nicht wenigstens ins Gesicht sagen?

Oder hattest du Angst?

Alles zerbricht.

Nie wieder!

Nie wieder werde ich mich jemandem öffnen.

Egal ob Mensch, Engel oder Dämon.

Ich will diesen Schmerz nicht ertragen!

Gerade will ich die Wohnung verlassen, alles, was mich an dich erinnert hinter mir lassen, als ich eine mir sehr bekannte Aura wahrnehme.

Ich bleibe stehen und warte, bis sich die Gestalt vor mir verfestigt.

Wische mir schnell die Tränen aus dem Gesicht und atme tief durch.

"Hallo Michael. Was führt dich denn zu mir?"

Ein sanfter Blick streift mich, dennoch siehst du mich nicht an.

"Luzifer. Der Herr schickt mich. Er möchte, dass du zu ihm kommst. Frag nicht warum, ich weiß es nicht."

ER will mich sehen?

Nachdem ER mich vertrieben hatte, habe ich SEIN Reich nie wieder betreten.

Selbst wenn ich es gewollt hätte - und ich wollte nicht -, ich hätte es nicht betreten können.

"Wann?"

"Heute."

Bevor ich noch etwas sagen kann, verschwindet Michaels Gestalt wieder.

Komisch.

Erst jetzt nehme ich war, dass er sich gar nicht verändert hat.

Es ist so lange her und er scheint immer noch der gleiche zu sein.

Er ist der einzige, der mich ab und zu 'besucht' wenn er im Auftrag des Herrn auf der Erde ist.

Der Herr...

Was er wohl will.

Na ja, es wird mir helfen, dich zu vergessen, mein Engel.

Ja, du bist wie ein Engel, schön und sanft und doch grausam.

Noch einmal sehe ich mich in der Wohnung um und dein lachendes Gesicht erscheint vor meinen Augen.

Warum???

~~**~~

"Sariel! Da bist du ja wieder! Schön, dich zu sehen! Hast du es schon gehört?"

Raguiel landet vor mir, lächelt strahlend.

Ich zwinge mich dazu, zurück zu lächeln, obwohl ich am liebsten in Tränen ausbrechen würde.

Du fehlst mir!

Ich bin gerade mal einen halben Tag von dir getrennt und schon vermisse ich dich, als hätte ich dich Jahre nicht mehr gesehen.

Um Raguiels Frage zu beantworten schüttele ich nur stumm den Kopf.

Ich traue meiner Stimme nicht, sicher hört man mir an, dass ich geweint habe.

"Der Herr hat Luzifer zu sich bestellt! Das ist DAS Gesprächsthema des Tages, sag ich dir! Und uns beide hat er auch zu sich bestellt! Kannst du dir vorstellen, was der Herr von uns will?"

Wieder nur ein stummes Kopfschütteln meinerseits.

Ich war lange Zeit auf der Erde gewesen, woher sollte ich das wissen?

Doch dann erst durchfuhr es mich.

Wusste der Herr etwa doch......??

Nun bekam ich Angst.

Ich hatte schon von so vielen verstoßenen Engeln gehört, die zu Luzifer kamen.

Wusste der Herr bescheid und wollte mich verstoßen?

Hatte er deshalb Luzifer zu sich bestellt?

Luzifer, der gefallene, einst der schönste Engel des Herrn.

Noch nie hatte ich ihn gesehen, aber die älteren Engel sprachen oft von ihm.

Wir machten uns auf den Weg zum Saal des Herren und Raguiel erzählte mir, was während meiner langen Abwesenheit alles vorgefallen war.

Nur mit halben Ohr lauschte ich ihm, viel mehr zwang ich mich dazu, Luz' Gesicht aus meinen Gedanken zu vertreiben.

Ich muss dich vergessen, es geht nicht anders!

Ich wünschte, ich könnte es ändern, aber ich kann es nicht.

Nein, ich könnte es schon, aber ich habe Angst vor der Konsequenz.

Ich bin ein Feigling!

Als Raguiel und ich die Vorhalle betreten kommt uns Azrael entgegen.

Die Menschen würden sagen, Azrael ist mein Chef.

Er ist der Führer der Todesengel und übermittelt uns unsere Aufgaben.

Ich habe ihn erst ein Mal gesehen, damals, als ich zum Todesengel geweiht wurde; meine Aufgaben werden mir immer von seinen dienenden Vögeln gebracht.

Als ich von meiner Weihung zum Todesengel erfuhr, hatte ich viel mehr Angst vor Azrael als vor dem, was auf mich zu kam.

Ich stellte ihn mir überaus hässlich und furchterregend vor, grausam und eiskalt, ohne erbarmen und Mitgefühl.

Um so mehr überraschte es mich, als ich ihn sah.

Warme, erdbraune Augen, die sanft wie die eines Rehs waren; eine leise, angenehme Stimme, wie das leichte Rauschen des Windes in den Bäumen.

Danach überraschte mich so gut wie gar nichts mehr.

Irgendwie schien das Aussehen der Engel nicht zu ihren Aufgaben zu passen; das hatte ich danach schon mehrmals festgestellt.

Azrael begrüßte uns mit einem Nicken, er sprach sehr selten.

Zu dritt betraten wir den Saal des Herren.

Ich war schon des öfteren hier, aber immer wieder erstaunte mich diese Größe und Herrlichkeit.

Die Wände waren aus Spiegelglas, man konnte hinaussehen, aber nicht hinein.

Schmale, hohe Säulen stützten die verzierte Decke; sie bestanden aus lauter kleinen, geschliffenen Spiegelplatten, die das einströmende Licht in Millionen Farben reflektieren.

Und inmitten des bunten Lichts stand der Thron des Herrn.

Niemals hatte einer seiner Engel seine wahre Gestalt gesehen, niemand konnte sagen, wie er aussah.

Gleißend weißes Licht umgab seinen Körper, verbarg ihn vor unseren Blicken.

Keiner konnte lange seine Augen auf ihn richten ohne das Augenlicht zu verlieren.

Ich heftete meinen Blick genau wie Raguiel und Azrael auf den Boden, als wir zwei Meter vor dem Thron auf die Knie sanken.

Die Stimme des Herrn war angenehm, melodiös wie ein zärtliches Harfenspiel.

Sie ließ mich an Luz denken und Tränen traten mir in die Augen.

Ich zwang mich daran, meine Gedanken auf die Stimme in meinem Kopf zu konzentrieren.

~Ich habe euch rufen lassen, Raguiel und Sariel, weil ihr eine zweite Aufgabe zugewiesen bekommt. Azrael, nach dir habe ich geschickt, damit du Sariels Aufträge reduzierst, damit er die Zeit hat, sich dem neuen zuzuwenden. Und nach Luzifer habe ich schicken lassen, damit er die Engel kennt, mit denen er - ob er will oder nicht - einen kleinen Bruchteil seiner Zeit ver- bringen muss. Da er aber noch nicht anwesend ist, werden wir mit der Verkündung warten.~

Täuschte ich mich, oder klang die Stimme des Herrn verärgert?!

Nach wenigen Augenblicken erklangen Schritte in der Vorhalle und eine weitere Gestalt betrat den Saal.

Luzifer, vermutete ich.

"Du hast nach mir verlangt."

Diese Stimme!

Ungläubig riss ich die Augen auf und zwang mich dazu, still zu bleiben.

Das konnte nicht sein!

Ich musste mich getäuscht haben!

Niemals konnte das wahr sein, das war ein Wunschtraum, eine Halluzination, ein Streich, den mir meine Sinne spielten.

Schließlich drehte ich mich doch herum und erstarrte augenblicklich.

Warum?!

Deine Augen weiten sich erschrocken und du hast Mühe, mich nicht mit offenem Mund anzustarren.

Luz.

MEIN Luz ist Luzifer, der erste gefallene Engel.

Das konnte doch wohl nicht sein!

Die Stimme des Herrn holte mich wieder aus meinen wirren und wirbelnden Gedanken.

~Luzifer. Wir haben bereits auf dich gewartet. Nun, Sariel und Raguiel, hiermit weise ich euch die Aufgabe zu, über das Schicksal all jeder Engel zu entscheiden, die der Sünde anheim fallen und von meinem Weg abkommen. Ihr werdet, gemessen an ihrem vergehen, entscheiden, ob sie fallen oder einfach bestraft werden.~[2]

"Nein!"

Dieses Wort war aus mir herausgebrochen, bevor ich denken konnte.

Ich spürte, wie alle mich ansahen, wie ihr Atem stockte.

Ich hatte dem Herrn widersprochen...

**********

Ende Teil 3 [1] Ich weiß nicht mehr genau, wo ich es gelesen habe, aber auf jeden Fall war es eine sehr interessante - hm, nennen wir es einfach mal eine interessante Theorie. Und zwar hieß es da, dass Gott um einen Freiwilligen unter seinen höchsten Engeln bat, der zur Erde gehen und dabei helfen würde, die menschliche Spiritualität zu stärken, indem er ständige Versuchung anbieten würde. Luzifer erklärte sich schließlich dazu bereit, da es sowieso eine seiner himmlischen Aufgaben ist, die Menschen über die notwendige dunkle Seite des Lebens zu belehren. Entgegen seiner guten Absichten wurde Luzifer aber im Laufe der Zeit in unserem Bewusstsein zum Teufel und auch die anderen Engel kamen zu dieser Ansicht, weshalb Gott ihn letztendlich verstieß. Diese 'Theorie' hab ich jetzt einfach mal übernommen. Leider weiß ich nicht mehr, von wem sie stammt.... *vergesslich ist* [2] Raguiel und Sariel haben diese Aufgabe gemeinsam über das Schicksal sündiger Engel zu entscheiden. Ich habe mich dazu entschlossen, dass ihnen diese Aufgabe erst übertragen wird.

 

Zugfahrt - Teil 4: Ewig dein (yaoi)   von Je-chan
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 So, der letzte Teil.... ich wollte am Schluss eigentlich noch lemon reinbringen, oder zumindest lime... aber dann hat es mir so gefallen, wie es ist.....

Der 1. Abschnitt ist in der dritten Person geschrieben, der 2. aus Sariels Sicht.

~+~

Alles war still in der großen Halle des Herrn.

Die Anwesenden blickten alle auf den jungen Engel, der es gewagt hatte, dem Herrn ein Wiederwort entgegen zu bringen.

Raguiel packte den Engel neben sich am Arm.

"Sariel! Schweig!"

Luzifer trat näher heran, stellte sich neben Azrael und warf einen langen Blick zu Sariel, der jedoch nicht erwidert wurde.

~Sariel. Komm zu mir.~

Mit zitternden Knien erhob sich der Engel und befolgte die Anweisung des Herrn.

Den Blick fest auf den Boden gerichtet, trat er auf das unbeschreiblich helle Licht zu.

Der Herr streckte einen Arm nach ihm aus und Sariel fühlte, wie die Anwesenheit der anderen Engel verschwand, wie der Herr einen Raum nur um sie beide erschuf.

~Sariel. Warum?~

Der Engel schluckte.

"Weil ich die Aufgabe nicht erfüllen kann, Herr.", flüsterte er schließlich.

~Warum denkst du, du kannst die Aufgabe nicht erfüllen? Du bist ein sanfter und gerechter Engel, aber du empfindest auch nicht übertrieben Mitleid. Du bist wie dafür geschaffen. Raguiel hat die Weisheit, die vonnöten ist, aber er ist nicht immer gerecht. Ihr beide nur könnt die Aufgabe vollkommen erledigen.~

"Ich kann die Aufgabe nicht erfüllen, Herr, weil ich gesündigt habe. Und weil ich es nicht bereue. Und weil ich weiß, dass ich es wieder tun würde."

Bittere Tränen brannten in Sariels sonst so strahlenden Augen.

Er spürte, wie der Raum um ihn und den Herren gelöst wurde und trat einige Schritte zurück.

Die Stimme des Herrn dröhnte in seinem Kopf, als er allen Anwesenden verkündete: ~Sariel, du bist noch ein junger und unerfahrener Engel, dennoch kann ich das, was du mir gesagt hast, nicht hinnehmen. Du wirst auf die Erde verbannt und darfst das himmlische Reich nicht mehr betreten, bis ich die Verbannung löse. Dennoch wirst du weiterhin Azraels Aufträge erfüllen. Raguiel, du wirst die Aufgabe des Gerichts alleine führen. Jeden Engel, den du für gefallen erklärst, wirst du zu Luzifer geleiten und ihm übergeben. Und nun verlasst den Saal. Azrael, begleite Sariel zum himmlischen Tor und lass ihn hinaus.~

Sariel traute sich nicht, Luzifer, Azrael oder Raguiel anzusehen.

Innerlich sprang sein Herz vor Freude über das, was der Herr gesagt hatte.

ER hatte ihn zwar verbannt, aber nicht entgültig aus SEINEM Reich verstoßen.

Er war kein gefallener Engel!

Er konnte auf der Erde bleiben, konnte sich weiter mit Luz-...

Sariels Atem stockte.

Er hätte sich weiterhin mit Luz treffen können, hätte ihn lieben können, hätte bei ihm bleiben können.

Wenn er ein Mensch wäre.

Aber Luz war Luzifer!

Sie verließen die Halle des Herrn und sobald die hohen Türen hinter ihnen geschlossen wurden, packte Raguiel Sariels Arm, drängte mit Fragen auf ihn ein.

Sariel jedoch reagierte nicht, war mit seinen Gedanken ganz weit weg.

Konnte es sein?

Er hatte gesündigt, alles aufgegeben für nichts?

Sariel war sich sicher, dass er für Luzifer nur ein Spielzeug gewesen war, dass der Gefallene ihn für einen einfachen Menschen gehalten hatte, mit dem er sich die Zeit vertreiben konnte.

Der junge Engel nahm seine Umgebung nicht mehr wahr, ließ sich von Azrael willenlos zum himmlischen Tor führen.

Salzige Tränen tränkten das saftige grüne Gras unter seinen Füßen.

Ohne sich umzusehen entfaltete Sariel seine schneeweißen Flügel und verschwand blitzschnell aus dem Sichtfeld seiner Begleiter; einzig ein paar flauschige, kleine Federn erzählten von seiner Anwesenheit.

Luzifer öffnete ebenfalls seine weißen Flügel.

Sie waren zwar weiß, aber wie bei jedem gefallenen Engel nicht mehr so strahlend rein sondern nur noch von mattem Glanz.

Sein Engel WAR ein Engel.

Und er hatte bestimmt nicht mit ihm gespielt!

Langsam wurde ihm alles klar, Erkenntnis überflutete seine Gedanken und Gefühle.

Mit einem sanften Lächeln folgte er Sariel.

**~~**

Müde schloss ich die Wohnungstür auf.

Ich fühlte mich leer.

Entsetzlich leer und einsam.

Wie ein Film lief alles vo meinem inneren Augen ab, ich sah alles noch ein mal.

Wieder brannten die Tränen in meinen Augen.

Verloren.

Ich hatte alles verloren.

Ich durfte nicht zurück zu den anderen.

Und den, den ich liebe würde ich wohl auch nie wieder sehen.

Langsam zog ich mich aus und verkroch mich im Bett, nur um gleich darauf in Tränen auszubrechen.

Es roch so wunderbar nach dir.

Dein Rosenduft hüllte mich ein, als würde ich wieder in deinen Armen liegen.

Und genau das wünschte ich mir.

Mehr als alles andere.

Es schmerzt...

Mein Herz schmerzt furchtbar und bei jedem Schlag scheint es deinen Namen zu rufen: Luzifer, Luzifer, Luzifer.

Um mein Schluchzen zu unterdrücken beiße ich mir fest auf die Unterlippe, so stark, dass ich mein Blut schmecken kann.

Stürmisches Klingeln lässt mich aufsehen.

Wer will den ausgerechnet jetzt etwas von mir?

"Ich bin nicht zu hause!", murmel ich in das Kissen und ziehe mir die Decke über den Kopf.

Doch auch nach zehn Minuten hört das Klingeln nicht auf.

Im Gegenteil, da hielt jemand ständig den Finger auf dem Knopf.

Es nervte, störte mich in meinem Selbstmitleid und meiner Trauer.

"GOTTVERDAMMT!", brüllte ich.

*Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen*, schoss es mir durch den Kopf, aber was solls?!

Ich war eh ein Sünder, warum sollte ich mich jetzt auch noch darum kümmern?

Missmutig zog ich mir ein Shirt und eine Boxershort an, wischte mir die Tränenspuren mit kaltem Wasser aus dem Gesicht und warf meinem Spiegelbild einen bösen Blick zu.

So, wie ich aussah, würde ich eh jeden vertreiben.

Mit einem Ruck riss ich die Wohnungstür auf um den Störenfried anzuschreien, doch ich brachte keinen Ton heraus.

"Ich dachte schon, du willst mich überhaupt nicht mehr rein lassen, mein Engel."

Du stehst vor mir, ein Lächeln umspielt deinen Mund und deine Augen glitzern.

Du zwängst dich an mir vorbei in die Wohnung und wie eine Puppe schließe ich die Türe und folge dir in das Wohnzimmer.

Ich kann noch immer nicht glauben, dass du hier bist!

Was willst du nur?

Oh Gott, es erdrückt mich!

Meine Gefühle fahren Karussell und ich will mich einfach nur in deine starken Arme werfen, deinen kräftigen, weichen Körper an meinem spüren, deinen Atem in meinem Haar, deine Finger auf meiner Haut.

"Luzifer... ich..."

Meine Stimme ist nicht mehr als ein kraftloses Flüstern und ich bin mir nicht mal sicher, ob du mich gehört hast, denn du reagierst überhaupt nicht.

Du stehst da, mitten im Zimmer und starrst mich an.

Dein Lächeln ist längst verschwunden und du siehst ernst aus.

Langsam kommst du auf mich zu, bleibst einen Meter vor mir stehen.

"Sariel. Ich glaube, wir müssen miteinander reden."

Nein!!

Bitte nicht!!

Sag nicht, dass alles nur ein Spiel für dich war, zerstör mir nicht die Hoffnung, die du hast aufleben lassen, als du vor der Tür standst.

Sag nicht, dass ich dir nichts bedeute!

Du kommst noch näher, bis du direkt vor mir stehst, dein Körper ganz leicht meinen berührt.

Nur noch ein paar Millimeter Stoff trennt unsere Haut und ich kann deine Wärme spüren.

Und die Tränen, die mir schon wieder in die Augen steigen.

"Sariel..."

Ich senke den Blick.

Ich will dir nicht in die Augen sehen, wenn du mich zerstörst.

Ich will dir nicht zeigen, wie sehr du mich verletzt.

Deine schlanken Finger schließen sich um mein Kinn und heben es an, du zwingst mich, dich anzusehen.

Dein Gesicht kommt näher und dein sanfter Atem streichelt meine Wangen, trocknet die Tränen.

Du lehnst deine Stirn an meine und deine Lippen nähern sich meinen.

Ich spüre sie, als du hauchst: "Ich liebe dich!"

Dann küsst du mich.

*Ich glaube, ich träume*, schoss mir durch den Kopf.

Das kann doch gar nicht wahr sein!

Doch deine liebkosenden Lippen beweisen mir das Gegenteil, als du mich tief und tastend küsst, mir den Atem nimmst.

Wie von selbst legen sich meine Arme um deinen Nacken, schmiege ich mich an dich.

Du hast mir so gefehlt!

Nur wenige Stunden waren wir getrennt, aber du hast mir gefehlt.

Und wieder fließen meine Tränen und es überrascht mich, dass sie sich mit deinen mischen.

Du weinst?

Luzifer weint?

Ohne etwas zu sagen nimmst du mich auf deine Arme und trägst mich ins Schlafzimmer, legst mich auf das große Bett.

Deine sanften, forschenden Finger schieben sich unter mein Shirt, fahren tastend über meine Brust und spielen mit meinen Brustwarzen.

Mein Stöhnen wird von deinem Mund verschluckt.

Doch dann löst du dich von mir, bringst Abstand zwischen uns.

"Sariel... Warum?"

Warum?

Was - Warum?

Warum ich es dir nicht gesagt habe?

Warum ich es dem Herrn fast gesagt habe?

Warum ich dich nicht von mir stoße, wo ich doch nun weiß, wer du bist?

Warum ich dich nicht wie alle anderen verachte, für das, was du getan hast?

Gerade will ich dir antworten, als du leicht deinen Finger auf meine Lippen legst.

"Sariel... Wenn ich gewusst hätte... Ich dachte wirklich, du seist ein einfacher Mensch - bildschön und bezaubernd, aber ein Mensch. Verzeih mir!"

Du umarmst mich, ziehst mich fest in deine Arme und vergräbst dein Gesicht an meinem Hals.

Was sollte das jetzt?

Vor allem: WAS sollte ich dir verzeihen?

DU hast doch überhaupt nichts falsch gemacht!

DU trägst doch überhaupt keine Schuld an all dem!

ICH hätte anders handeln sollen, hätte auf meine Gefühle, auf mein Herz hören sollen, als dich vor lauter Angst hier alleine zu lassen!

Langsam streiche ich dir über den Kopf, verflechte meine Finger in deinem seidige Haar.

"Du hast doch gar nichts falsch gemacht! Wir haben beide nicht bemerkt, was wir sind, also tragen wir beide einen Teil der Schuld! Woher hättest du es denn auch wissen sollen? Als du noch in SEINEM Reich warst, gab es mich ja noch gar nicht und du wurdest Jahrhunderte vor meiner Erschaffung zum Gefallenen. Und außerdem... Jetzt ist es doch egal! Jetzt ist es doch nicht mehr von Bedeutung! Du bleibst doch bei mir!"

Das kleine, lautlose "oder?" will ich nicht aussprechen.

Du hast gesagt, du liebst mich, also wirst du bleiben.

Ich weiß es einfach!

Du hebst den Kopf leicht und schaust mich an.

Deine Augen scheinen überzufließen vor lauter Liebe und Zärtlichkeit in deinem Blick.

Flüchtig verschließe ich deinen Mund mit meinem.

Dann schmiege ich mich eng an dich, halte dich fest um dich nie wieder gehen zu lassen.

"Ich liebe dich, Luzifer.

~~ENDE (??)~~

C&C biddäh!!                                                                                                                 back