Kapitel 5 – Michael                                                                                                                                      back

 

29.12.01

Am nächsten Morgen schrillte Ricks Wecker um sieben Uhr. Alec hielt sich murrend die Ohren zu. „Gott, es ist Samstag, verdammt!“ doch Rick war schon aufgesprungen und ins Bad gegangen. Alec hörte ihn unter der Dusche singen „So when a Hero will save us, I ain’t gonna stay here and waiiiiit…“ und musste grinsen. Rick war definitiv kein Morgenmuffel! Gut gelaunt kam Rick in Shorts aus dem Bad und schwenkte auffordernd die Haarbürste. „Los, Starfriseur, walte deines Amtes!“ Ächzend und stöhnend richtete sich Alec auf. „Was denn, alter Mann? Du bist jünger als ich, also bitte!“ Rick knallte sich mit Schwung auf das Bett und hielt Alec die Bürste unter die Nase. Seufzend ergriff dieser das Utensil und begann, Ricks lange Mähne zu entwirren. Dabei konnte er nicht verhindern, dass es hier und da ziepte. „Autsch! Grobian!“ Rick funkelte ihn gespielt sauer an. „Ich feuer dich gleich!“ „Oh, nein, bitte nicht, meine Frau, meine vielen Kinder!“ alberte Alec „… wenn du mir nicht für jeden Zieper einen Kuss gibst!“ vollendete Rick den Satz, ein mutwilliges Funkeln in den Augen. „Also gut!“ Alec kämmte weiter. „Au!“ Alec hielt inne und gab Rick einen Kuss auf die Schulter. „Hey!“ „Du hast nicht gesagt, wohin!“ Rick näherte sein Gesicht dem von Alec. „Genau – hier!“ Er deutete auf seine Lippen. Alec grinste nur und bürstete weiter seine Haare. „Au!“ Alec stutzte. Er hatte keinen Widerstand gespürt, doch er gab Rick einen Kuss, diesmal auf den Mund. Wieder ließ er die Bürste durch die Haare gleiten. „Autsch!!“  „So werden wir nie fertig!“ „Red nicht, küss mich!“ Alec tat wie ihm geheißen. Dann griff er nach dem Haarband, das vor dem Bett auf dem Boden lag. Mit zwei Strichen wollte er die Haare zusammenfassen, als Rick aufschrie „Auuuuuuuu!“ Alec ließ die Bürste fallen.

„Du Spinner! Das hat nicht weh getan! Ich hab genau gemmmpfff…“ Rick hatte ihn überfallen und presste seine Lippen auf Alecs Mund, seine Rede damit erstickend. Sie tauschten einen leidenschaftlichen Kuss. Außer Atem sagte Alec dann: „Es hat überhaupt nicht geziept, oder?“ „Du bist außergewöhnlich clever für einen Friseur!“ grinste Rick und wollte aufstehen, doch Alec packte seine Handgelenke und warf ihn rückwärts auf das Bett. Rick riss die Augen auf. „Alec?“ Dieser kniete sich über ihn und drückte seine Arme in die Matratze. Er näherte sich Ricks Gesicht und flüsterte: „Das wirst du büßen!“ Er legte sich auf ihn, dann wollte er ihn küssen, doch Rick wehrte sich mit einer Verbissenheit, die ihn erschrocken seine Arme freigeben ließ. Er ging von ihm herunter und Rick richtete sich schwer atmend auf. Sein Handgelenk reibend stand er auf und zog Jeans und ein Hemd an. Wortlos band er seine Haare zusammen und ging in die Küche. Alec verzog sich ratlos ins Bad. Beim Duschen überlegte er, ob er wohl zu grob gewesen war. Beim Anziehen kam er zu dem Schluss, dass Rick solche Spielchen wohl nicht mochte, und beschloss, in Zukunft daran zu denken. Er ging in die Küche und hauchte Rick, der, eine Tasse Kaffee in der Hand, aus dem Fenster starrte, einen Kuss auf die Wange. War er sauer? Er sah eher traurig aus. „Sorry. Ich wollte nicht so grob sein!“ Rick antwortete nicht und sah weiter aus dem Fenster. Alec nahm seine Hand. „Entschuldige. Es wird nicht wieder vorkommen!“ Rick sah ihn an. „In Ordnung.“ Alec sah ihn besorgt an. Er sah aus, als ob er gleich weinen würde. Er setzte zum Sprechen an, doch Rick entzog ihm seine Hand und deutete auf den Tisch. „Dein Kaffee wird kalt!“

Betreten ergriff Alec die Tasse und nahm einen Schluck. Wieder einmal hatte er Rick die Stimmung verdorben. Er setzte sich und trank schweigend seinen Kaffee. Gerade wollte er fragen, was los sei, als Rick anfing zu sprechen. „Mach dir keine Gedanken, ich bin o.k. Ich mag es nur nicht, wenn man mich festhält… jedenfalls nicht – so.“ Er stellte seine Tasse auf die Spüle und seufzte. „Ich muss gleich in den Drugstore. Was machst du heute?“ Alec  sah auf. „Ich werde nach Hause gehen. Hab nichts vor, heute.“ Innerlich flehte er ‚Sag, dass du mich heute noch sehen willst!’ Rick schwieg eine Weile, dann lächelte er. „Lust auf eine Partie Billard? Ich arbeite bis zwei, dann können wir uns treffen.“ Alec sah ihn erleichtert an. Ein warmes Gefühl durchpulste ihn. ‚Er ist mir nicht böse...’ „Gerne! Wo treffen wir uns?“ „Holst du mich hier ab?“ „O.k. Um zwei!“ Alec stand auf. „Ich geh dann gleich mal, Timmy braucht sein Frühstück!“ Er ging zur Wohnungstür, dort blieb er unschlüssig stehen und sah sich nach Rick um. Der stand in der Wohnzimmertür und sah ihn ebenfalls an. Plötzlich grinste er. „Hey, ich hab nicht gesagt, du darfst mich jetzt überhaupt nicht mehr anfas…“ er hatte noch nicht ausgesprochen, als Alec ihn schon im Arm hatte. Er zog Ricks Kopf an seine Schulter drückte ihn schweigend an sich. Rick erwiderte die Umarmung und schwieg ebenfalls. Alec lauschte ihrem Herzschlag, schließlich löste er sich leicht von Rick, sah ihm in die Augen und sagte ernst „Ich werde dir nie wehtun, versprochen!“ Rick schmiegte sich wieder an ihn. „Das weiß ich doch!“

Auf dem Heimweg dachte Alec über Ricks Reaktion nach. Irgend etwas musste ihm einmal zugestoßen sein, dass er so panisch reagierte.

Zu Hause angekommen stellte er fest, dass sein Vater bereits Frühstück für sich und Timmy gemacht hatte. Als er sich bei ihm bedankte, meinte dieser nur mürrisch „Wie lange sollten wir denn warten?“ Dann wandte er sich wieder dem Fernseher zu. Alec ging in die Küche und räumte auf. Täuschte er sich, oder hatte sein Vater ihn aufmerksamer als sonst angesehen? ‚Blödsinn, du leidest unter Verfolgungswahn’. Den Rest des Vormittags war er bei Timmy im Zimmer und sie spielten gemeinsam Tekken. Alec war erschrocken darüber, dass Timmy Spaß an einem so brutalen Spiel hatte, doch dann sagte er sich, dass dieser halt ein 12jähriger war, und 12jährige standen nun mal auf solche Spiele. Mittags bereitete er Bratkartoffeln mit Schinken zu, Timmies Leibgericht, und fragte seinen Vater, ob er mitessen wollte. Doch der brummte nur, er würde abends essen. „Abends bin ich wahrscheinlich noch nicht wieder da.“ Harry Williams sah seinen Sohn an. Schon das zweite Mal hatte Alec den Eindruck, einen Funken Interesse in seines Vaters Augen zu sehen. „Du bist ja wohl nur noch unterwegs!“ „Äh, ich geh Billard spielen, mit ’nem Kumpel“ Harry brummte etwas und stand auf, um sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Alec verabschiedete sich von Timmy und verließ die Wohnung in der Gewissheit, seinen Vater abends total betrunken vorzufinden.

Auf dem Weg zu Rick ging ihm das kurze Gespräch mit seinem Vater im Kopf herum. …nur noch unterwegs… und er hatte Rick als ‚Kumpel’ bezeichnet. Er ballte die Fäuste. „Feigling“ murmelte er vor sich hin. Früher oder später würde er es seinem Vater ja doch sagen müssen. Denn eines stand für ihn unverrückbar fest: Er würde auf jeden Fall mit Rick zusammenbleiben. Mochte kommen was wollte! Von diesem tröstlichen Gedanken beseelt, klingelte er bei Rick und war schon wieder gut gelaunt, als er dessen Stimme hörte. „Warte, Alec, ich komme gleich runter!“ Fast bedauerte er dies, denn ihm war gerade durchaus nach ein wenig Schmusen zumute gewesen…

Wenige Augenblicke später stand Rick vor ihm. Er trug eine enge schwarze Lederhose und eine Jeansjacke, darunter ein weisses Sweatshirt, das seinen goldenen Teint betonte. Alec starrte ihn sprachlos an. Rick lachte und legte ihm zwei Finger unter das Kinn. „Mund zu, du sabberst!“ erklang seine Samtstimme. Alec schnaufte empört, griff sich eine Handvoll Schnee und wollte sie ihm unter das Shirt stopfen, doch Rick umarmte ihn und küsste ihn heiß. „Wer wird denn gleich so sauer sein?“ raunte er in Alecs Ohr. Doch dieser ließ sich nicht beeindrucken. „Du bist ganz schön eingebildet, mein Lieber!“ gab er zurück und schob ihn von sich. „Klar, hab gerade in den Spiegel gesehen!“ erwiderte Rick frech und ging erhobenen Hauptes los. Alec sah ihm erleichtert nach. Rick war wie immer. Von der morgendlichen Unstimmigkeit war nichts mehr zu merken. Er holte Rick mit wenigen Schritten ein und stopfte wieder mal die Hände in die Taschen. Rick sah ihn von der Seite an. „Du siehst übrigens auch zum Sabbern aus“ sagte er lächelnd. Alec sah an sich herunter. Jeans, schwarzer Pulli, Ledermantel … „Was soll daran zum Sabbern sein?“ Rick stoppte und hielt ihn auf. Dann hob er eine Hand und strich durch Alecs seidige schwarze Haare. „Das…“ dann fuhr er den Umriss seiner muskulösen Schultern nach „…das…“, zeigte sodann auf Alecs Augen „die da…“, er strich an seinen Wangen herunter, zeichnete die Konturen von Alecs Lippen mit der Zeigefingerspitze nach und kam nahe an Alecs Gesicht heran „… und…“ damit legte er seine Lippen auf Alecs und stupste leichte seine Zungenspitze dagegen. Alec öffnete seine Lippen und raunte „Wenn du noch Billard spielen willst, solltest du damit aufhören, denn sonst schleife ich dich an den Haaren wieder zu dir, wie ein Neandertaler…“

Rick ließ seine Zunge kurz vorschnellen und drehte sich dann von Alec weg. „O.k.! Wie du meinst.“ Damit ging er wieder los. Alec schüttelte den Kopf und folgte ihm. Sie erreichten das Billardcafe in der South State Street und Alec verzog das Gesicht. Ausgerechnet hierhin wollte Rick? In diesem Laden war er ab und zu mit seinem Ex-Freund gewesen. Rick ging vor ihm, deshalb sah er Alecs Gesichtsausdruck nicht. Er betrat das Billard-Cafe und wurde sogleich begrüßt. „Hi Rick, auch mal wieder hier?“ Der Typ am Tresen hob die Hand. „Hi Ron!“ erwiderte Rick. Alec kannte ihn vom Sehen, er hatte letztes Jahr auch schon hier gearbeitet. Doch Ron schien ihn nicht zu erkennen, und Alec war das auch ganz recht. „Wenn ihr Billard spielen wollt, müsst ihr eine Stunde warten, die Tische sind alle besetzt. Was wollt ihr trinken?“ „Orangensaft“ bestellte Alec, „Whiskey…“ „Ohne Eis, alles klar!“ grinste Ron. Alec sah Rick an. „Bist du oft hier?“ „War ich, bis vor einem halben Jahr. Ich habe hier immer Flipper gespielt.“ „Mit wem denn?“ „Mit – jemandem.“ Ricks Mund schnappte zu wie eine Auster. Alec sah ihn forschend an. Gab es in Ricks Leben auch eine enttäuschte Liebe? Er beschloss, das herauszufinden.

„Lass uns ’ne Runde Flippern, bis ein Tisch frei wird“ meinte Rick und zog Alec mit sich. Alec flipperte nicht so gerne, ging aber mit. Rick warf einen Dollar ein und drückte einmal. Er sah Alec fragend an. „Ehm, ich mag nicht so gerne Flippern, ich kanns auch nicht besonders“ sagte dieser. Rick zuckte die Schultern. „Ok, spiel ich den Dollar alleine ab, dann setzen wir uns an einen Tisch“ lächelte er. Alec lächelte zurück froh, dass Rick nicht beleidigt war. Am Fenster  war ein kleiner Tisch frei. Alec stellte ihre Drinks dort hin, setzte sich und zündete sich eine Zigarette an. Er streckte die Beine lang aus, entspannte sich, sah Rick beim Flippern zu und bewunderte dessen Reaktionsschnelligkeit. Wenn Rick sich sehr konzentrierte, kniff er leicht die Augen zusammen und presste die Lippen aufeinander. Dadurch sah er anders aus, nicht mehr so weich, und trotzdem unglaublich sexy… Alec spürte, wie ihm warm wurde. ‚Dieser Traumtyp will mit dir zusammensein’ dachte er und war glücklich. Das Spiel ging eine ganze Weile. Alec hatte sich bereits die zweite Zigarette angezündet, als der letzte Ball ins Aus ging. Rick hatte gleich im ersten Spiel den Highscore übertroffen und riss euphorisch die Arme hoch. „JA!“ er sah strahlend zu Alec hinüber. Der saß lässig zurückgelehnt auf seinem Stuhl, klatschte lautlos Beifall und lächelte ihn an, die Zigarette im Mundwinkel. In diesem Licht schimmerten seine Augen wie blanker Stahl. Rick war wie entrückt von diesem Anblick.

Alec stand auf, schlenderte zu ihm hinüber und nahm die Zigarette aus dem Mund. Rick hob den Kopf und ließ erwartungsvoll die Lider halb sinken. Alec beugte sich zu ihm und sah ihm tief in die Augen, doch er legte nur zwei Finger unter Ricks Kinn. „Du sabberst!“ sagte er leise mit einem halben Lächeln. Dann schlenderte er weiter in Richtung Toilette. Rick schloss die Augen ganz. ‚Touché. Ich liebe ihn’ dachte er grinsend. Dann wandte er sich wieder dem Flipper zu. Er hatte einige Freispiele geholt.

Die erste Kugel war schnell im Aus. Rick schnitt eine Grimasse. ‚Wie immer, Freispiel gleich verlorenes Spiel’ dachte er verdrossen. Es lohnte sich kaum, weiterzuspielen, mit nur noch zwei Kugeln würde er seinen eigenen Rekord sicher nicht brechen. Er war schon fast geneigt aufzuhören und die restlichen Credits draufzulassen, als er spürte, wie er von hinten umfasst wurde. Zwei Hände legten sich über die seinen, welche noch auf den Flipperknöpfen lagen. Die rechte dieser Hände betätigte den Abzug. Rick lächelte und spielte nun doch. Die ersten Ballkontakte forderten seine ganze Aufmerksamkeit, doch irgendwann beruhigte sich die Kugel, und er lehnte sich leicht zurück. „Ich dachte, du magst nicht Flippern“ sagte er über die Schulter und wandte leicht den Kopf. Bevor er eine Antwort bekam, erstarrte er. Was war das für ein Duft? Alec benutzte doch… „Wer erzählt denn so einen Schwachsinn, Babe?“ Rick machte sich los und fuhr herum. Die Kugel lief unbeachtet ins Aus. „Mike!“ „Klar, was hast du denn gedacht?“ Mike, ein gutaussehender Rothaariger mit widerspenstigen Locken und einer Figur wie ein Footballspieler, grinste ihn fröhlich an. Seine hellblauen Augen blitzten. „Schön dich wiederzusehen, Kleiner, ist ja lange her…“

„Ja. Aber ich kann nicht sagen, dass es die längste Zeit meines Lebens war“ sagte Rick knapp. „Hey hey, immer noch sauer, Babe?“ „Nenn mich nicht Babe“ meinte Rick nur ruhig, doch seine Augen hatten sich zu schmalen Schlitzen verengt. Dies verlieh seinem Gesicht einen gefährlichen Ausdruck. „Du bist aber stinkig! Dabei wollte ich dich gerade einladen…“ „Danke, aber ’Nein Danke’.“ Rick hatte sich gefangen und grinste wieder. „Es gibt nichts, was du mir anbieten könntest, was mich dazu bringen würde, noch einmal einen Fuß über deine Schwelle zu setzen!“ „… eine Runde Billard mit mir zu spielen.“ beendete Mike ungerührt seinen Satz. Rick schüttelte den Kopf. „Kein Interesse.“ Er wandte sich wieder dem Flipper zu. „O.k., ich wollte sowieso gerade gehen. Aber willst du dich nicht wenigstens mal mit mir auf einen Drink treffen?“ „Auf Nimmerwiedersehen, Mike. Geh zu deinem Fanclub.“ Rick deutete mit dem Kopf auf zwei Typen, die an der Tür auf Mike zu warten schienen. „Warum bist du denn so abweisend? Sag nicht, du hast einen Freund! Ich bin nämlich im Moment solo“ Mike fasste Rick unters Kinn und hob leicht seinen Kopf an „doch das muss ja nicht so bleiben…“ Er beugte sich vor. Rick trat einen Schritt zur Seite und Mike sah sich dem jetzt nur noch stumm blinkenden Flipperautomaten gegenüber.

„Es ist völlig unerheblich, ob ich einen Freund habe oder nicht, selbst wenn du der letzte verfügbare Mann auf der Welt wärst, würde ich mich nicht mehr mit dir treffen wollen“ sagte Rick kühl. „Wie du meinst. Dann eben nicht heute. Arbeitest du noch in Martinelli’s Drugstore?“ Rick starrte ihn nur an. Mike zwinkerte ihm zu. „Wir sehn uns, Baby!“ Er nickte seinen beiden Begleitern zu und sie verließen den Laden. Rick sah ihnen nach und ballte die Fäuste. Schwer atmend schoss er die letzte Kugel ab. Doch seine Konzentration war dahin und auch die dritte Kugel war bald im Aus. Er ging zum Tisch und setzte sich. Grimmig nippte er an seinem Whiskey. Warum war er auch ausgerechnet hierher gegangen? In diesem Moment kam Alec zurück. „Ich hab einen alten Mitschüler getroffen, sorry, hab mich verquatscht…“ er sah Rick aufmerksam an. „Hast du was?“ Rick zuckte die Schultern. „Das zweite Spiel war für taube Nüsse“ sagte er und bemühte sich um ein Grinsen. In diesem Moment winkte Ron zu ihnen herüber. „Ein Tisch ist frei!“ „Lass uns Billard spielen gehen!“ Alec griff sein Glas und ging hinter Rick her. Was war denn auf einmal los?

Sie spielten zwei Partien Billard, wobei Alec Rick haushoch schlug. „Ist nicht mein Tag heute. Lass uns gehen“ grinste dieser etwas schief. Alec fragte sich langsam wirklich, was mit Rick los war, denn am Flipper war er doch die Konzentration selbst gewesen. Rick zahlte am Tresen, was Alec kurz mit Unbehagen erfüllte, doch als er Rick darauf ansprach machte dieser nur eine wegwerfende Handbewegung. Sie verließen den Billardsalon und liefen schweigend nebeneinander her. Alec hielt es nicht mehr aus. „Rick…“ „Ja?“ „Hab ich dich geärgert oder so?“ Dieser sah ihn erschrocken an. „Nein, hast du, nicht! Alles in Ordnung!“ Alec griff nach seinem Arm. „Ist in dem Laden irgend etwas gewesen, als ich hinten war?“ Rick sah zu Boden. „So ein Blödmann hat mich vollgequatscht…“ sagte er leise. „Vergiss es am besten. War nichts, hab mich nur ein bisschen geärgert.“ Mehr wollte er offensichtlich nicht sagen, und Alec fühlte sich seltsam zurückgewiesen. Dann sah Rick ihn bittend an. „Schläfst du heute bei mir?“

Alec nickte fast automatisch. Gleichzeitig überlegte er, was das wohl für ein Typ gewesen war, der Rick so verunsichern konnte, und ob diese Bitte etwas damit zu tun hatte, oder als Entschuldigung gedacht war. Rick griff zögernd, fast schüchtern, nach seiner Hand, und instinktiv wusste Alec, dass dies jetzt wichtig für ihn war. Er legte Rick den Arm um die Schulter und fasste mit seiner freien Hand nach der von Rick ausgestreckten. So liefen sie Hand in Hand weiter, Rick legte den Kopf an Alecs Schulter und sah mit einem Mal wieder glücklich aus. „Ich muss dann zu Hause anrufen, dass ich nicht komme, Timmy wartet sonst vergeblich auf mich“ sagte Alec. Rick nickte. „Klar.“ Er blieb plötzlich stehen. „Alec, wenn du zu Timmy willst…“ „Ich denke, er kommt heute schon ohne mich klar. Er will es auch immer so gerne…“ wieder drohte ein Schatten auf Alecs Stimmung zu fallen, doch er schüttelte den trüben Gedanken ab. „Er schafft das!“ sagte er schließlich. Inzwischen waren sie vor Ricks Haus angekommen. „Ich bin wirklich nicht sauer, wenn du zu Timmy gehst“ meinte Rick, als er den Schlüssel in das Schloss schob. Alec fasste seine Schulter und drehte ihn zu sich herum. „Ich habe irgendwie das Gefühl, als ob du mich im Moment mehr brauchst, als Timmy!“ sagte er und sah Rick in die Augen. Der senkte den Blick, drehte sich um und schob die Tür auf. Alec folgte ihm auf dem Fuß. „Warum erzählst du mir nicht, was los war?“ drängte er, als sie hochfuhren. Rick starrte auf den Boden. „Ich… kann über diese Sache noch nicht sprechen. Bitte…“ Alec nickte langsam. „Also gut, ich lass dich in Ruhe. Aber irgendwann…“ Rick nickte. „O.k.“ sagte er leise.
 

Timmy legte den Hörer auf. Alec würde heute also bei Rick schlafen. Er seufzte. Schade, eine Partie Schach vor dem zu Bett gehen machte so schön müde, da brauchte er dann nicht immer so viel zu grübeln. Er sah ins Wohnzimmer, wo sein Vater schnarchend auf dem Sofa lag. Er holte sich ein Paar Würstchen aus dem Kühlschrank und aß sie vor dem Fernseher. Sein Vater schnarchte weiter. Timmy hatte aufgegessen und betrachtete das Häuflein Elend auf dem Sofa. Achselzuckend ging er ins Badezimmer. Dabei hatte er sich vor zwei Jahren mit Dad noch die härtesten Dame-Schlachten geliefert… Damals war Mum noch am Leben, und alles war in Ordnung…Vor dem Spiegel sah er die tiefen Schatten unter seinen Augen, sah, wie mager er war und wie blass. „Scheiße“ sagte er plötzlich laut. Er verzichtete auf Waschen und Zähneputzen und setzte sich vor seinen Computer. Einen Augenblick zögerte er, dann startete er das Textprogramm und begann nachzudenken.

 
Rick und Alec lagen wieder auf dem Ecksofa, Alec lehnte in die Ecke gekuschelt und Rick hatte den Kopf in Alecs Schoß gelegt. Dieser kraulte sanft seinen Nacken. Alec war angenehm schläfrig und genoß die Nähe und Vertrautheit, die sie teilten. Rick lag äußerlich auch ruhig da, doch seine Gedanken rotierten. ‚Warum musste ich bloß mit Alec in diesen verdammten Billardsalon gehen. Es war doch wahrscheinlich, dass Mike da immer noch rumhängt!’ dachte er und ärgerte sich maßlos. Aus den Augen, aus dem Sinn, so war es doch gewesen. Und nun… hatte Mike wahrscheinlich wieder Blut geleckt und würde ihm nicht von der Pelle gehen. ‚Vielleicht wolltest du ihn ja treffen, ihm zeigen, dass es ohne ihn geht…’ doch das war ein Gedanke, den er lieber nicht weiterverfolgte. Außerdem gab es da auch noch etwas, das er Alec fragen wollte. Er seufzte. Alec hielt inne mit dem Kraulen. „Was hast du?“ „Müde“ sagte Rick und richtete sich auf. „Wollen wir ins Bett?“ Alec nickte und stand auf. „Ich muss mir unbedingt mal eine Zahnbürste mitbringen“ grinste er, doch Rick sagte nur geistesabwesend „Ja, das wäre sinnvoll.“ Damit verschwand er im Bad. Alec starrte ihm nach. Langsam bekam er ein sehr ungutes Gefühl. Später lagen sie im Dunkeln aneinandergeschmiegt in dem schmalen Bett. Rick sagte nichts, doch Alec wusste, dass er noch wach war. Er begann, sacht Ricks Rücken zu streicheln, seine verspannten Schultern leicht zu kneten und dann wieder seinen Nacken zu kraulen. Dieser seufzte und kuschelte sich an ihn. Alec sagte nichts und streichelte ihn weiter. „Alec?“ „Hmm“ „Mein Vater macht eine große Silvesterparty. Ich soll da hin. Ich würde aber gerne Silvester mit dir feiern, würdest … du mich begleiten?“ Alec stoppte seine Bewegungen und richtete sich leicht auf. „Was?“ „Bitte, Alec“ Ricks Stimme klang ganz klein.

‚Wie bei Timmy’ schoss es Alec durch den Kopf. „Ich hab gar keinen Anzug.“ Alec überlegte fieberhaft. Das wollte er nicht! Auf keinen Fall! Er würde auf keinen Fall in eine Villa unter lauter reiche Snobs gehen, um Silvester zu feiern. „Und Timmy…“ Rick drehte sich zu ihm um und verbarg das Gesicht an seiner Brust. „Bitte, Alec“ wiederholte er, flehend jetzt. „Ich kauf einen Anzug und leihe ihn dir, und danach verkaufe ich ihn wieder, du brauchst dich also nicht zu genieren, weil ich dir was Teures kaufe, und wir werden ein schönes Silvester haben…“ Alec stoppte seinen Redefluss mit einem zarten Kuss. Sein Widerstand war hinweggefegt. „In Ordnung, Angel, wenn dir soviel daran liegt, mache ich es.“ Rick umarmte ihn fest und atmete heftig aus, es klang fast wie ein Schluchzen. Alec streichelte ihn wieder, und merkte, wie Rick sich langsam, sehr langsam, beruhigte. Obwohl er todmüde war, machte er weiter, bis er merkte, dass Rick eingeschlafen war. Dann löste er sich vorsichtig von ihm und drehte sich in eine bequemere Lage. ‚Kauf lieber ein breiteres Bett, das kostet wahrscheinlich nicht mehr als dieser dämliche Anzug’ dachte er, leicht grummelig. Verwaschene Gedanken wehten durch sein müdes Hirn, wer wohl der Typ war, der Rick so unruhig gemacht hatte, und was ihn wohl an Silvester im Hause di Angelo erwartete… doch keiner dieser Gedanken ließ sich festhalten, und er driftete in einen tiefen Schlummer.
 

30.12.01

Alec erwachte davon, dass ihm kalt war. Er lag mit dem Gesicht zur Wand und tastete rückwärts nach der Decke, als er Ricks weiche Haare unter seinen Fingern fühlte. Er drehte sich vorsichtig zu ihm um. Das Haarband war herausgerutscht, das schien öfter zu passieren, und ein rötlich-goldener Schimmer lag auf den ausgebreiteten Haaren, die Ricks Gesicht fast vollständig bedeckten. Rick hatte sich völlig in die Bettdecke eingerollt und schlief noch fest. Alec betrachtete ihn lächelnd, bis ihm Ricks merkwürdige Stimmung am Vortag einfiel. Er runzelte die Stirn und überlegte wieder, was Rick wohl so fertig gemacht hatte. Er war gar nicht mehr er selbst gewesen… Vorsichtig kletterte er über die eingemummelte Gestalt hinweg und ging leise ins Bad. Als er wieder herauskam, ein Handtuch um die Hüften, mit einem zweiten sein Haar abrubbelnd, sah er zum Bett hinüber und fand Rick wider Erwarten immer noch in festem Schlaf vor. Nachdenklich zog er sich an und ging in die Küche, in der Absicht, der Wundermaschine einen Kaffee zu entlocken. Überlegend, wo in den vielen Schränken sich wohl die Kaffeetassen befanden, stand er vor der Küchenzeile, als er sanft von hinten umschlungen wurde. Rick hauchte einen Kuss auf seinen Nacken und murmelte, immer noch verschlafen „Morgen, du Frühaufsteher, kann ich dir helfen?“

Alec drehte sich zu ihm um und zog ihn an sich. Er genoß das Gefühl von Ricks samtiger, noch schlafwarmer Haut unter seinen Händen und streichelte ihn erst einmal ohne zu antworten. Dieser seufzte und schmiegte sich an ihn. „Die Tassen stehen direkt hinter dir im Schrank“ murmelte er an Alecs Brust und strich über seinen Rücken, um ihn dann sehr fest zu halten. ‚Besitzergreifend?’ dachte Alec, ‚Nein, eher haltsuchend…’ Er hauchte einen Kuss auf Ricks Stirn und lächelte. „Danke, genau das habe ich wissen wollen!“ Er schob ihn leicht von sich und suchte Augenkontakt, doch Rick wandte den Blick ab. „Ich geh duschen, machst du mir auch einen Kaffee?“ „Rick…“ Er war schon aus der Tür, ehe es Alec gelang, ihn aufzuhalten Alec sah ihm nach. Es war also nicht nur eine momentane Verstimmung gewesen…  Er glaubte zwar nicht, dass er der Grund dafür war, aber was war es dann?

Sie tranken ihren Kaffee im Stehen und schweigend. Rick war ungewöhnlich still und nachdenklich, Alec wusste nicht, was er sagen sollte und drehte seine Tasse in den Händen. „Ich muss los, Timmy wartet und ich muss heute auch ins Cafe, Kaffeetheke, weil Sarah, die sonst da arbeitet, krank ist.“ Rick nickte. „Klar, kein Problem.“ Er sah Alec jetzt in die Augen, und irgendwie schien es doch ein Problem zu sein. „Heute abend?“ fragte Alec wie nebenbei, immer noch unsicher, wie er mit diesem anderen Rick umgehen sollte. „Wenn du kommen kannst?“ Mit einer entschlossenen Geste nahm Alec Rick die Tasse aus der Hand und stellte sie zusammen mit seiner auf den Tisch. Dann zog er ihn an sich. „Natürlich. Reden wir dann?“ fragte er einfach. Er spürte ein Nicken, ein ganz kleines. „Gut!“
 

Zuhause angekommen stellte Alec fest, dass sein Vater bereits wieder das Frühstück gemacht hatte. Er saß mit Timmy am Tisch und hatte Kaffee vor sich. Als Alec herein kam blickte er auf und sah ihn forschend an. „Wo treibst du dich eigentlich in letzter Zeit ständig herum?“ Alec wich seinem Blick aus. „Ich war gestern Billard spielen, und es ist etwas später geworden, deshalb habe ich bei Rick übernachtet.“ „Lerne ich diesen Rick auch mal irgendwann kennen?“ Alec starrte seinen Vater überrascht an. Seit wann interessierte es den denn wieder, was er machte?
“Sicher…“ murmelte er und verließ fluchtartig die Küche. ‚Scheiße. Lange geht das nicht mehr gut’ dachte er wütend. Warum hatte er seinem Vater nicht von Anfang an reinen Wein eingeschenkt? ‚Weil er ewig besoffen und desinteressiert ist’ versuchte er sich selbst zu beruhigen. ‚Weil du zu feige bist, ihm zu sagen, dass du einen Jungen liebst’ höhnte sein Gewissen. Er hörte, wie sein Vater ins Wohnzimmer ging und den Fernseher einschaltete, und ging erleichtert in die Küche zurück. Timmy saß noch am Tisch und sah ihn fragend an. „Hast du was?“ Alec sah ihn irritiert an. War es so offensichtlich? „Dad ist irgendwie anders, oder?“ wich er Timmies Frage aus. „Stimmt. Er scheint nicht mehr ganz so viel zu saufen“ sagte Timmy, „und …“ er stockte. „Er wollte von mir wissen, wie Rick so ist.“ Alec starrte ihn an.

„Und? Was…“ „Ich hab nichts verraten, hab ich doch versprochen. Aber…“ er verstummte. Alec fühlte sich unbehaglich und stand auf, um Timmies Tabletten zu holen, als er die leise Stimme seines Bruders hörte: „Warum sagst du’s ihm nicht einfach?“ „Das ist doch wohl meine Sache, ob und wann ich mit wem darüber rede, oder?“ antwortete Alec heftig. Timmy zuckte zusammen und sah dann sehr traurig aus. Alec erschrak. Zerknirscht nahm er Timmy in den Arm. „Sorry Tigger, du hast ja Recht. Aber – ich kann es nicht. Wahrscheinlich hältst du mich jetzt für einen Feigling.“ Timmy sah ihn nur an. „Das stimmt doch gar nicht, Alec. Es ist nur nicht sehr fair gegenüber Rick!“ Dazu fiel Alec keine Erwiderung ein. Er reichte Timmy seine Medizin. Timmy war irgendwie so – weise. Er räumte bedrückt die Küche auf und machte sich bald darauf auf den Weg zu Greenwood’s Cafe. Während er automatisch den Dienst an der Kaffeetheke verrichtete, grübelte er die ganze Zeit. Über Ricks seltsamen Stimmungsumschwung, über seinen Vater, über das, was Timmy zu ihm gesagt hatte. „Es ist nicht sehr fair…“ Timmy hatte ja Recht. Rick hatte ihn sofort mit zu seiner Tante genommen, und wollte ihn auch zu seinem Vater mitnehmen, obwohl dieser sicher auch noch nichts davon wusste, dass sein Sohn sich nicht für Frauen interessierte. Und er? Verheimlichte ihn ängstlich, tat Dad gegenüber so, als sei Rick ein ‚Kumpel’! ‚Ich muss es Dad sagen, so bald wie möglich!’ nahm er sich vor. Doch heute abend würde er erst einmal herausfinden, was mit Rick los war…
 

Nachdem Alec gegangen war, hatte Rick sich wieder ins Bett gelegt. Er war lustlos und fühlte sich matt. ‚Wieso kann mich Mike immer noch so aus der Fassung bringen?’ fragte er sich verstimmt. ‚Es ist über ein halbes Jahr her…’ ‚Weil du ihn geliebt hast. Und er hat dich enttäuscht…’ sagte eine leise Stimme in ihm. ‚Das ist vorbei! Und ich habe jetzt Alec…’ ‚Vielleicht enttäuscht er dich auch…’ ‚Das glaube ich nicht…’ ‚Du willst es nicht glauben… was weißt du denn schon von ihm?’ Wütend drehte er sich auf die Seite. Das Zusammentreffen mit Mike hatte ihm schmerzlich vor Augen geführt, dass er zu leichtgläubig war. Die Erinnerung hatte ihn aus der Bahn geworfen. Was, wenn Alec ihm auch wehtun würde? Erschöpft fiel er schließlich wieder in einen unruhigen Schlummer.
 

Feierabend! Mr. Greenwood hatte wieder drei Menüs für Alec eingepackt, wofür ihm dieser sehr dankbar war. Dazu drückte er ihm einen Zwanzig-Dollar-Schein in die Hand. „Weil du immer kommst, wenn Not am Mann ist, Alec!“ sagte er warm. Der lächelte ihn an. „Danke, Mr. Greenwood, Sie sind sehr freundlich.“ Doch das Lächeln erreichte seine Augen nicht. Sein Chef sah ihm nachdenklich hinterher, als der das Cafe verließ. So traurige Augen… „Armer Junge..“ seufzte Mr. Greenwood, wie so oft wenn er Alec so sah.


Zuhause angekommen musste Alec sich um Wäsche waschen, Betten beziehen und aufräumen kümmern. Die mitgebrachten Menüs wärmte er zum Abendessen in der Microwelle auf. Nach dem Abwaschen ging Alec zu seinem Vater und sagte zögernd: „Ich geh dann noch mal zu Rick, Dad, es kann spät werden.“ Dieser grunzte nur undeutlich, sein Alkoholpegel war wieder einmal sehr hoch. ‚Um den brauche ich mir heute keine Gedanken mehr zu machen’ dachte Alec beruhigt und spürte doch einen Stich von schlechtem Gewissen. Sich vornehmend, am Morgen wieder zu Hause zu sein bevor sein Vater wach war, ging er zu Timmy. Er setzte sich auf das Bett und sah ihm eine Weile beim Computerspielen zu. „Tigger, ich geh noch mal zu Rick heute. Und morgen…“ er zögerte. „Was?“ Timmy drehte sich zu ihm um. „Rick hat mich zum Silvesterempfang seines Vaters eingeladen“ antwortete Alec. „Das ist nett von Rick“ sagte Timmy mit seltsamer Betonung, und Alec sah ihn alarmiert an. Doch statt der erwarteten Enttäuschung in seinem Blick sah er nur ein unausgesprochenes „Siehst Du!“ wie einen leisen Vorwurf in dessen Augen aufblitzen. „Timmy, du schaffst es noch, dass ich mich wie ein kompletter Arsch fühle!“ sagte er schließlich, und erhob sich. „Ich hab nur gesagt, es wäre nett…“ sagte dieser leicht lächelnd. „Alles andere hast du dir selbst zuzuschreiben.“ Alec verließ die Wohnung und fragte sich, ob er eigentlich noch wusste, was er denken sollte.

tbc...                                                                                                                               back