back

Original by Nuriko (ursprünglich war es mal eine ff, aber wie sagt man so schön: Zeiten ändern sich!^^)
Warnung: ich habs geschrieben
Disclaimer: alles meins!!!!!!!! (wie lange habe ich warten müssen um DAS mal schreiben zu dürfen *v*)
Titel: Liebe und andere Grausamkeiten

Charaktere:

Yaten Anasazi:

-Alter:17
-Haare: blond, gestuft
-Augenfarbe: grau

Yue Tamao :

-Alter: 17
-Haare: braun, führen Eigenleben^^
-Augenfarbe: braun

Es war wieder einmal einer dieser huldvoll nichtssagenden Tage, die man getrost vergessen konnte, die man am liebsten aus dem Kalender gestrichen und in den tiefsten Tiefen seines ach so be...scheidenen Lebens versenkt hätte. Oh, ich bin mir dessen bewusst, dass ich nicht gerade zu den größten Anhängern der "CARPE DIEM!"- Verfechter gehöre, aber ich verspüre nun einmal nicht das Bedürfnis krampfhaft zu versuchen jeden Tag "sinnvoll" zu nutzen, nur um einmal meinen Enkeln erzählen zu können, was ich für ein erfülltes Leben gehabt und was für Dinge ich doch vollbracht hatte und das nur um zu rechtfertigen, dass mich jenige nun gefälligst zu huldigen hatten. Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass hinter allem und jedem ein Sinn stehen muss? Wem ist der Dumpfsinn eingefallen, das der Lebensinhalt darin bestehen sollte, jeden Tag "effektiv" zu nutzen? Was ist eigentlich mit effektiv gemeint? Etwa jeden Tag wie ein Bekloppter zur Arbeit zu rennen, sich dort vor lauter Stress ein paar Magengeschwüre zu holen und dann mitten in der Nacht total ausgelutscht nach Hause zu trotten und bei all dem Scheiß seine Familie total hinten anstehenzulassen? Vielen Dank auch, aber nein. Mit dem abschreckendsten Beispiel dafür teilte ich mir eine Wohnung, meinem Vater. Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Vater aber seine Lebensphylosophie, falls er überhaupt eine hat, ist nun einmal nicht die meinige. Tja tut mir leid... obwohl eigentlich ja nicht. Sollte es mir vielleicht leid tun, dass es mir nicht leid tat? Schluss damit, ich sah keinen Sinn darin mich mit so etwas jetzt rumzuschlagen. Ich beschloss mein Gehirn erst einmal auf Leerlauf zu schalten und zu dem Zweck pflanzte ich mich vor die Glotze um mir ein paar Soaps reinzuziehen. Das klappte auch ganz gut. Nach 2 Stunden von "Mia-liebt-Tom-aber-der-liebt-Lara-welche-schwanger-von-Niklas-ist-der-aber-schwul-und-nur-mit-ihr- in-die-Kiste-ist-weil-er-sich-mit seinem-Lover-Ricardo-gezofft-hatte-welcher-sich-jetzt-bei-Steve-ausheult", herrschte in meinen Gehirnzellen absolutes Vakuum. Eigentlich müsste vor sowas gewarnt werden: Gucken auf eigene Gefahr. Bei auftretendem Gehirnschwund wird keine Haftung übernommen. Langsam aber sicher machte sich jetzt auch mein Magen bemerkbar und ich beschloss erst einmal den Kühlschrank zu plündern. Voller Vorfreude riss ich dessen Tür auf...und stellte fest, dass die unendlichen Weiten des Weltalls nichts im Vergleich zu der unendlichen Leere darin waren. Na ganz toll!! Dabei sollte doch eigentlich mein werter Herr und Vater einkaufen. Typisch! Sich auf ihn zu verlassen, kam einem Freitod gleich. Tiefer konnte meine Laune nicht mehr sinken. Ich war allein, frustriert, gelangweilt...und mittlerweile wirklich hungrig.

 Von dem lautem Schrillen der Türklingel wurde ich aus meinen Gedanken geholt. Wer immer da auch draußen stand und es wagte, mich und mein wachsendes Elend zu stören, sollte lieber in Deckung gehen oder ganz schnell die Biege machen. Vielleicht war es ja so ein armes Würstchen, was von Tür zu Tür krauchte und versuchte an Frauen in Hauskitteln und mit rosa Lockenwicklern irgendwelche Staubsauger zu verschachern. Manchmal denke ich, dass solche Leute nur aus dem Grund existieren, damit man sich vor Augen halten kann, dass es tatsächlich Individuen gibt, die ein noch traurigeres Leben fristen, als man selber. Geleitet von diesem Gedanken riss ich die Tür auf...und erblickte Yue Tamao - Vielfraß, Nervensäge und bester Freund in einem. (erinnert mich irgenwie an "was Spannendes, was zum Spielen und Schokolade"). Klar freute ich mich über sein Hiersein, aber was meine Stimmung erst so richtig hob, war die Tüte, die er in seiner Hand hielt und aus der ein unvorstellbar leckerer Duft zog. In Windeseile schnappte ich mir selbige und war schon halb drauf und dran mich auf den Inhalt zu stürzen, als mir ganz nebenbei einfiel, dass ich irgendetwas vergessen hatte. "Hallo Yue!- Hallo Yaten!- Es ist schön dich zu sehen.- Finde ich auch. Willst du nicht eintreten?-Aber gern. Ich habe auch etwas zum Essen für uns dabei.-Ach wie nett von dir.-Nicht der Rede wert. Ich hab es ja nur unter Einsatz meines Lebens gegen tollwütige Hunde verteidigt und bin mit letzter Kraft die Treppen..." "Halt endlich die Klappe und beweg deinen Hintern hier rein." "Dieser liebenswürdigen Einladung, kann ich natürlich nicht widerstehen." Breit grinsend ging Yue an mir vorbei, während ich, in der Tüte kramend, ihm folgte. Wir ließen uns im Wohnzimmer auf dem Sofa nieder und machten uns gemeinsam über das Essen her. Dieses unscheinbare Gefäß hatte Leckereien zu bieten, die mir fast die Tränen in die Augen steigen ließen. Kein Wunder! Hatte ich mich doch gerade damit abgefunden, dem Hungertod zu erliegen. "Boah! Das ist das erste Mal, dass in deinem Mund mehr Essbares verschwunden ist, als in meinem." "Kein Wunder! Ich muss ja hier auch auf Vorrat essen, um über die Runden zu kommen. Du bekommst ja jeden Tag was Hausgemachtes von deiner Mum vorgesetzt, während ich mich meistens mit Fast Food über Wasser halte." "Also wenn du familiäre Zuwendung brauchst, dann geh doch ruhig zu mir nach Hause. Dort sitzt nämlich meine Tante, die uns gerade mit einem ihrer sogenannten "Überraschungsbesuche" beehrt und darauf lauert, dass ich dort auftauche, damit sie über mich herfallen kann. `Hach Yue, was bist du wieder groß geworden. Aber was hast du denn mit deinen Haaren gemacht. Morgen werden wir gleich zum Frisör gehen und dir einen vernünftigen Haarschnitt machen lassen. Dabei kannst du auch gleich den von mir gestrickten Pullover anziehen und wenn du fein artig bist, nehm ich dich zur Belohnung noch mit zu ein paar alten Freundinnen, die sicher entzückt über einen so guterzogenen jungen Mann sein werden.`"Während Yue mit flötender Stimme seine Tante imitierte und dabei wild mit seinen Armen gestikulierte, war ich vor Lachen vom Sofa geplumpst. Yue rutschte dann auch zu mir runter und streckte sich lang auf den Teppich aus. Ich rutschte etwas näher zu ihm und legte meinen Kopf auf seinen Bauch.

Schweigend lagen wir da und ich fing an, langsam wegzudösen. Es war schön so etwa zu tun, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ob es dem anderen irgendwie unangenehm war. Ich musste mir auch nicht krampfhaft ein Gesprächsthema aus den Finger saugen, nur um irgendwie die Stille zu überbrücken. Das alles war mit Yue nicht nötig. Ich kannte ihn jetzt schon so lange und er war wohl einer der wenigen Menschen, denen ich rückhaltlos vertraute. Mit ihm konnte ich reden und schweigen. Ich musste mich nicht laufend für Dinge, die ich tat oder nicht, rechtfertigen. Berührungsängste waren kein Thema... Das war allerdings nicht immer so gewesen. Erst musste ein langer Kampf bestritten werden, eher die Mauer, die ich um mich errichtet hatte, von Yue zum Einsturz gebracht wurde. Diese hatte ich aufgebaut, um zu verhindern, dass jemand zu nah an mich ran kam, denn damit hatte ich nicht allzu gute Erfahrungen gesammelt. Ich hatte es ihm weiß Gott so schwer gemacht, wie ich nur konnte, aber den Waffen eines Yue Tamao hatte ich nach einiger Zeit nichts mehr entgegen zu setzen. Er hatte mich durchschaut und mit Ausdauer, Vertrauen... UND UNGLAUBLICH VIEL STURHEIT hinter meine Fassade geblickt. Anderen gegenüber wollte ich mich nie ganz öffnen, wieso auch? Woher sollte ich wissen, dass sie wirklich an mir interessiert waren? Bei Yue war das anders. Er verlangte nur, dass ich einfach nur ich war, Yaten Anasazi. Ich war schon fast im Land der Träume, als Yue fragte, ob wir heute abend noch etwas unternehmen wollten. "Vielleicht ins Cassa?" "Warum nicht?!" "Okay, da gibts aber noch n Problem. Ich kann da ja wohl kaum in meiner jetztigen Klamotte auftauchen und zu Hause erwartet mich das Grauen in Person." "Kannst was von mir haben." "Oh mein Gott! Yaten Anasazi lässt mich an sein Allerheiligstes?! Er öffnet mir tatsächlich die Türen zum Tempel des Fashion-Gottes?! Ich werde einen Blick in die Gefilde des Anasazi-Kleiderschrankes werfen dürfen und sogar..."

Kurz darauf musste er die Feststellung machen, dass es sich mit einem Kopfkissen im Gesicht schlecht frotzeln ließ. "Pass bloß auf, sonst liefere ich dich deiner Tante aus und sehe zu, wie sie dir ihren Pulli überstülpt um dich danach zu ihrem Seniorentreffen zu schleifen.""Erpressung!" "Genau das." "Gemeinheit!" "Soisses." "Sadist!" "Meine Berufung." Danach schleifte ich ihn in mein Zimmer und fing an, nach etwas passendem zu suchen. Dabei merkte ich nicht, wie etwas aus der hintersten Ecke meines Schrankes hervorrollte. "Ach Gott wie niedlich!" Ich drehte mich um und sah zu meinem Entsetzen, dass Yue etwas rosanes und extrem plüschiges hin und her schwenkte, was sich als die peinlichsten Ohrenschützer dieser Hemisphäre herausstellten.
 "E I N W O R T U N D D U W I R S T E S B E R E U E N !" "Würde ich doch nie wagen...Puschel." Was dann folgte, war eine Hetzjagd quer durch die Prärie, an deren Ende wir beide röchelnd am Boden lagen. Danach vollendete ich, was ich eigentlich vorgehabt hatte und suchte ein paar passende Sachen raus. Yue bekam ein ärmelloses, weißes Top und eine dunkelblaue Hüfthose verpasst, während ich mich für ein schwarzes Shirt und eine ausgestellt Jeans in der selben Farbe entschied. (Was er wohl sagen wird, wenn er den Schlitz unterhalb seiner Pobacke realisiert?) Dann machten wir uns auf den Weg. "Was gucken die denn so? Hab ich meinen Hosenstall nicht zu, wächst mir ne zweite Nase?" Auffallend viele Blicke hatten sich auf Yue gerichtet, als dieser sich bückte, um seinen offenen Schnürsenkel zu schließen und enrüstete Kommentare von ein paar Rentnern laut wurden. "Ne ne, mit deiner Nase ist alles in Ordnung." Hey, das war schließlich nicht gelogen und außerdem war der Anblick gar nicht mal so übel gewesen. Yue besaß nämlich eine unüble Hinter(n)ansicht "Hey Süßer, heute abend schon was vor?" An der Ecke standen zwei Typen, von denen der eine Yue einer eingehenden Musterung unterzog. Anscheinend schien ihm zu gefallen, was er sah, denn auf seinem Gesicht breitete sich ein dreckiges Grinsen aus. "Schon, aber nicht mit dir." "Sicher? Das kann sich aber schnell ändern, Babe." "Unwahrscheinlich. Bin nämlich für heute ausgebucht." Jetzt schaltete sich sein der andere ein: "Und was ist mit deinem Freund?" "Sein Freund", sagte ich "hat die Buchung vorgenommen." "Ach ja? und das lässt sich auch nicht ändern?" "Ich bleib meinen Terminen immer treu." "Und? kann man sich irgendwo einschreiben?" Jetzt wurde es mir aber wirklich zu blöd. "Es handelt sich um einen Dauervertrag. Läuft auch in nächster Zeit nicht aus. Kannst dich ja mal melden? Wie wärs mit im nächsten Leben?!" Damit ging ich weiter und zog Yue hinter mir her. "Was war das denn bitte?" "Also ich würde sagen eine Anmache." "Also darauf wäre ich jetzt nicht gekommen." "Siehste, gut dass du mich hast." "Toll, jetzt muss man sich nicht nur mit kichernden Weibsen rumschlagen, sondern auch noch Kerle abwehren." "Tja, wir sind halt zu schön für ein Geschlecht allein." Mit diesen Worten waren wir auch endlich beim Club angekommen und stürzten uns ins Getümmel.
Der Laden war wieder mal gekrachte voll und ein Großteil der Leute hatte es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht, auf so vielen Füßen wie möglich rumzutrampeln, allen voran auf meinen. AUTSCH! schon wieder. Hatten die vielleicht n Preisgeld ausgesetzt, oder so? Auf jeden Fall war Tanzen erst mal nicht drin. Yue hatte zum Glück noch ein paar freie Plätze entdeckt, auf denen wir uns niederließen und außerdem waren hier auch meine Füße fürs erste in Sicherheit. "Hallo Yaaaaten, hallo Yuuuue!!!!" Oh nein! Was da auf uns zu kam, war schlimmer als alle zertretenen Füße der Welt! Sogar Verbrennungen 3. Grades würde ich dem hier vorziehen. Ich glaubte schon die guten Seiten an Syphilis zu erkennen, als ich von einer widerlich-süßlichen Wolke eingehüllt und dadurch jeder Gedanke erbarmungslos abgeschlachtet wurde. Wie lang kann ein normaler Mensch eigentlich die Luft anhalten? Auf jedem Fall nicht lange genug, um dem hier zu entgehen. "Hallo Rieke, hi Eri!", begrüßte Yue die zwei Mädchen, während ich nur ein geröcheltes Etwas hervorbrachte, was aber anscheinend allseits als Hallo gewertet wurde. Eri setzte sich neben Yue, während Rieke neben mich rutschte. Können Geruchsnerven eigentlich absterben? Ich würde es wohl bald herausfinden, da es nicht den Anschein hatte, als würden die beiden uns so bald wieder verlassen. Nachdem ich es ausgehalten hatte, 20 Minuten ununterbrochen zugetextet zu werden, brauchte ich ne Auszeit. "Ich hol uns mal was zum Trinken, ok.?" Ohne eine Antwort abzuwarten ging ich.. oder ergriff die Flucht. Wie man`s eben nimmt! Um Yue brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, da ihm das ganze anscheinend nicht so viel ausmachte wie mir. Ich drängelte mich bis zur Bar durch, die heute im Strandlook aufgemacht war und bestellte 4 Gläser von irgendwas. Während ich auf die Bestellung wartete, ertönte neben mir eine bekannte Stimme, die ich aber nicht gleich zuordnen konnte. "Hallo Süßer!" Alles klar. Frage beantwortet. Einer der Typen von vorhin. Ich stellte meine Ohren auf Durchzug, denn für sowas hatte ich jetzt gar keinen Nerv. "Hey Kleiner, willst du mich etwa ignorieren?" "Ich kann`s zumindest versuchen, oder?" "Wäre aber schade. Ich hätte dir gerne einen ausgegeben." "Ach ja?! Wenn du daran gedacht hast, mir nen "Sex-on-the-Beach" zu spendieren, muss ich dich aber leider enttäuschen. Ich hab schon bestellt." Leises Lachen ertönte. Ich drehte nun meinen Kopf, um ihn das erste Mal etwas genauer zu mustern. Ungefähr einen halben Kopf größer als ich, dunkle Haare zu einem Zopf gebunden, grüne Augen....Gar nicht übel! Ich hatte kein Problem das zu zugeben. Wieso auch?! Endlich wurden 4 Gläser vor mir abgestellt und ich war schon im Begriff zu gehen, als ich noch einmal aufgehalten wurde. "Verrätst du mir deinen Namen?" "Wer will das wissen?" Wieder dieses leise Lachen. "Tomo, ich heiße Tomo." "Hmm... Yaten." Dann drehte ich mich um und ging zu unseren Tisch zurück.

Als ich ankam, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass Yue nicht mehr da war. Der konnte mich doch nicht mit den 2 Hühnern allein lassen. Flucht!! aber nein, dafür war es zu spät. Sie hatten mich schon entdeckt. Also fand ich mich mit meinem Schicksal ab und ging weiter. "Wo ist denn Yue hin?" "Der musste mal raus. Hat was von frische Luft schnappen gesagt. Die Luft hier ist ja auch wirklich stickig." Stickiger als du denkst. Anscheinend ist es ihm auch zu viel geworden. Und ich hatte gedacht, dass er das besser aushält als ich. Mein schlechtes Gewissen machte sich breit und als er nach 10 Minuten immer noch nicht wieder da war, stand ich auf, um nach ihm zu suchen. Vielleicht war er ja sauer auf mich. "Hey du kannst uns doch nicht schon wieder allein lassen." Und ob ich das konnte. Ging sogar ziemlich leicht, einfach umdrehen und gehen. Fertig! Erst schaute ich draußen nach. Jede Menge knutschender Pärchen, aber kein Yue. Schließlich fand ich ihn dann auf der Tanzfläche. "Tut mir leid, dass ich dich vorhin allein gelassen hab`!" "Kein Ding. Ich hab doch gesehen, wie sehr dir die beiden auf den Geist gegangen sind, oder besser gesagt auf die Nase. Du sahst schon fast ein bißchen grün aus. Wenn du`s aber trotzdem wieder gut machen willst, dann tanz einfach mit mir." Nichts lieber als das. Wir waren gut aufeinander eingespielt, auch beim Tanzen und schon bald bewegten wir uns im perfekten Zusammenspiel miteinander. Mir war gar nicht bewusst, wie viele Blicke wir auf uns zogen. Erst Yue machte mich darauf aufmerksam, allerdings schien ihn das nicht gerade zu stören, da sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht ausbreitete. In diesem Moment entdeckte ich auch wieder diesen Tomo, neben dem jetzt auch der andere Typ von vorhin stand. Auch Yue hatte die beiden gesehen und sein Grinsen verstärkte sich noch um einen Grad. Die Vetrautheit zu Yue, die aufgewühlte Atmosphäre,das Bewusstsein der vielen Blicke und sicherlich nicht zuletzt die Erleichterung, die 2 Tanten losgeworden zu sein, ließen mich einen Entschluss fassen. "Wenn sie was zu glotzen haben wollen, dann sollen sie es auch bekommen!" In diesem Moment begann ein neues Lied. Langsam fing ich an, mich zu bewegen. Ich schloss meine Augen und ließ mich von der Musik einfangen. Sie umhüllte mich zunehmend wie ein Schleier. Yue begann mich zu umkreisen. Dabei berührten sich des öfteren unsere Körper. Er strahlte eine unglaubliche Hitze aus und ich begann mich immer mehr in einer Art Taumel zu verlieren. Ich nahm niemanden mehr wahr, außer dieser Gestalt, die mit mir im Einklang zu sein schien. Alles andere um mich herum bestand nur aus Silhouetten, Schatten und Reflexen, welche mehr und mehr in den Hintergrund rückten. Schließlich wurde ich von zwei Armen umfangen, die sich von hinten um mich schlossen. Ich schmiegte mich so weit in diese Umarmung, wie es möglich war. Ich fühlte mich gefangen und doch frei, voller Extase und gleichzeitig ausgeglichen, meine Sinne waren umnebelt und doch aufs äußertste geschärft. Nie zuvor hatte ich so etwas erlebt....Langsam verstummte der letzte Ton des Liedes und ich kam langsam wieder in die Realität zurück. Mir wurde bewusst, was gerade geschehen war und ich löste mich von Yue, der mich immer noch im Arm hielt. Unsere Blicke trafen sich und ich konnte in seinem deutlich die Enttäuschung sehen. Hatte ich etwas falsch gemacht? Was war verdammt noch mal gerade eben passiert? So weit wollte ich doch gar nicht gehen. Ich hatte anscheinend die Kontrolle über mich verloren. Wir haben getanzt...und für einen Augenblick hatte ein Gefühl von mir Besitz ergriffen, was...Nein! Das konnte doch nicht wahr sein! Das durfte einfach nicht... Ich musste hier raus!! Weg von den gaffenden Blicken, raus aus dieser aufgeladenen Atmosphäre, die es mir unmöglich machte, klar zu denken...und vor allem: Weg von Yue! Ich schob mich durch die Menge, erreichte den Ausgang und verließ fluchtartig den Raum.

Draußen atmete ich die klare Luft tief ein und versuchte Ordnung in meine Gedanken zu bringen. Was war das gerade gewesen? Eigentlich ja nur ein Tanz, ein ganz normaler Tanz.... Scheiße! Wem versuchte ich hier was vorzumachen?! Das war alles gewesen, nur nicht normal. "Das war ja ne tolle Show eben." "Nicht schon wieder du. Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen. Übrigens! Falls du es noch nicht bemerkt haben solltest: Ich stehe nicht auf Typen." "Bist du dir so sicher? Nach dem, was da drin gerade abgegangen ist..." "Da drin ist rein gar nicht abgegangen. Wir haben nur getanzt und..." Auch wenn ich ihm nicht ins Gesicht sah, konnte ich doch förmlich sein Grinsen in der Nacht spüren. "Tanzen?! Baby, das kam eher ’nem Paarungsritual gleich." "Ich hab halt ein wenig die Kontrolle verloren. Was geht`s dich eigentlich an?" "Ein wenig die Kontrolle verloren. Soso. Also wenn du irgendwann mal ganz die Kontrolle verlieren willst, dann sag mir Bescheid und ich steh Gewähr bei Fuß." "Bescheid." "HÄÄ?" "Du hast doch eben gesagt, dass ich Bescheid sagen soll, wenn ich die Kontrolle verliere UND ICH VERLIERE SIE GLEICH ALSO HAU`JETZT GEFÄLLIGST AB ODER ICH VERGESS MICH." "Ach Schatz, du kannst froh sein, das ich weiß, dass du das nicht ernst meinst, sonst könnte nämlich der Eindruck entstehen, dass du mich irgendwie loswerden willst." "Manchmal sollte man sich auf seinen ersten Eindruck verlassen. Was willst du eigentlich von mir? Du bist doch mit deinem Freund hier." "Das ist nicht mein Freund, wir hängen nur manchmal zusammen rum und zu ersterem: Ich will dir helfen." "Ach, und das sicher ohne jeglichen Hintergedanken. Wenn du das Bedürfnis hast jemandem zu helfen, dann trete doch dem Bund der Samariter bei." "Ich will aber dir helfen. Wir können ein bißchen reden, etwas trinken..." "Sag doch gleich erst abfüllen und dann abschleppen." "Na na, was denkst du denn von mir. So verzweifelt bin ich nun wirklich nicht...wenigstens noch nicht." "Oh, das ist ja sehr beruhigend. Kannst du jetzt aber bitte gehen. Ich versuche nämlich gerade herauszufinden, was mit mir da drin los war." "Okay, ich gehe. Aber was mit dir los war, kann ich dir auch sagen, übrigens genau wie alle anderen Leute, die es mitbekommen haben. Du Warst Einfach Nur Scharf Auf Ihn." Mein erster Reflex war, das sofort zu bestreiten... aber ich hielt inne und erkannte, dass er recht hatte. So banal es auch erschien. Es war Tatsache. Aber wie sollte es jetzt weiter gehen? Ich musste mit Yue reden, das stand außer Frage, aber wie sollte ich mich ihm gegenüber verhalten? Einfach so wie früher? Nein, unmöglich. Es war nicht mehr so wie früher. Meine Gefühle hatten sich verändert, wie genau, das wusste ich selber noch nicht. Aber ich musste es rausfinden. "Tomo?!" Er hatte mir schon den Rücken zugewendet und war im Begriff zu gehen, doch jetzt blieb er noch einmal stehen und drehte sich zu mir um. "Was ist?" "Danke!" Als Antwort erhielt ich ein Lächeln, dann verschwand er im Dunkeln.

So! und was nun? Musste ich wirklich wieder da rein? Die Antwort lautete wohl oder übel: Ja. Na dann mal auf in den Kampf! Ich betrat wieder den Club und zu meiner Erleichterung schien keiner mir allzu großes Interesse entgegen zu bringen. Sicher lag das daran, dass die meisten schon ziemlich hinüber waren. Die Jugend von heute! Keine Ausdauer mehr! Ich machte mich auf die Suche nach Yue, aber das war gar nicht so einfach. Konnte es sein, dass er alleine los war? "YAAATEN!! Da bist du ja. Wir hatten uns vorhin aus Versehen aus den Augen verloren aber jetzt...." "Jetzt reicht es! Um es auch für dich verständlich zu machen Rieke: 1.) ES WAR KEIN VERSEHEN!!! 2.) Ich kann dich nicht riechen! und 3.) Hast du schon mal daran gedacht dein Parfum als Kampfgas zu verkaufen?" Ich drehte ihr den Rücken zu und wollte mich wieder in Bewegung setzten. Das war schwieriger als geplant, da sich etwas hartnäckig an mir festklammerte. "ABER YAAATEN! Das ist doch nicht dein Ernst!! Das kannst du doch nicht wirklich meinen!!" Ich schüttelte sie wie einen lästigen Käfer ab und in einer anderen Situation hätte ich es vielleicht noch einmal im Guten versucht, aber dafür hatte ich jetzt nun einmal nicht mehr die Muße.

"Tu`mir einen Gefallen, ja? Geh nach draußen und spiel ein bißchen Seilhüpfen. Am besten mit einer Hochspannungsleitung." Damit wandte ich mich von ihr ab und setzte meine Suche fort. Wo konnte es noch sein? Die Toilette? Gut, letzter Versuch. Ich ging einen schmalen Gang entlang und stieß die letzte Tür auf... und stellte fest, dass ich hier wohl etwas fehl am Platze war, da 2 Gestalten gerade gerade heftig miteinander zu Gange waren. "Hups!", war das Einzige, was ich hervorbrachte und ich wollte schon die Tür wieder zuschmeißen, als ich noch einen Blick zurück warf. Etwas wirkte irritierend auf mich. Die eine Person machte nicht den Eindruck als würde sie mitbekommen, was mit ihr angestellt wurde. Sie hing schlaff in den Armen des anderen. Gesichter waren nicht zu erkennen, da sie sich in der äußersten Ecke befanden, allerding reichte der Schein der Lampe von draußen, um die Gestalten bis zu den Hüften zu bescheinen...und das reichte um mich in Rage zu versetzen, denn die eine trug definitiv meine Hose. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stürmte ich auf die Beiden zu, riss sie auseinander und versetzte der einen Figur einen Schlag ins Gesicht. Jetzt erkannte ich ihn auch. Es war der Kerl, mit dem Tomo hier war. Auf jeden Fall sah der jetzt erst einmal Sternchen. Ich kniete mich zu Yue, der nachdem er nicht mehr festgehalten wurde, zusammmen gesunken war und jetzt an der Wand lehnte. Besorgt stellte ich fest, dass er extram blass war und seine Augen kaum offen halten konnte. Ich schlug ihn ein paar mal sanft ins Gesicht, aber das hatte keinen nennenswerten Effekt. Konnte es sein, dass... "YUE? YUE SIEH MICH AN! SIEH MICH AN VERDAMMT NOCH MAL!!" "Ya...Yaten?" Er öffnete seine Augen und meine Befürchtung bewahrheitete sich: Glasiger Blick. Geweitete Pupillen. Scheiße!!! Ich fuhr zu dem Typen herum, der immer noch am Boden kauerte und packte ihn am Kragen. "Was hast du verdammter Scheißkerl ihm untergejubelt? Sag schon oder ich polier dir die Fresse so, dass deine Enkel noch mit Beulen zur Welt kommen werden." "Hey ganz ruhig! War nur was zum locker werden. Wer sagt die außerdem, dass er sichs nicht selber reingezogen hat?" "Yue würde son Mist nie nehmen. Er verachtet jeden, der sowas nötig hat. Sag schon! Was wars?" "Nur ne kleine bunte Pille. Nichts weltbewegendes. Morgen ist er wieder voll da." "Ich sag dir, wenn ihm was passiert, dann mach ich dich fertig. Hau`jetzt gefälligst ab oder ich trete dich hier und jetzt in die Tonne." Daraufhin rappelte er sich hoch und verschwand. Ich bückte mich wieder zu Yue hinunter und zog ihn hoch. Was nun? Ich konnte ihn schlecht zu sich nach Hause bringen. Seine Eltern würden nen Koller kriegen. Das hieß also zu mir.


Ich schleppte ihn nach draußen und setzte ihn erst einmal auf einer Bank ab. Mann, was hatte der denn gegessen. - Stahlträger?? Vielleicht kam er mir aber auch nur so schwer vor, weil meine Beine so zitterten. Half alles nichts. Von allein würde er sich sicher nicht von hier fort bewegen. Wann kam der nächste Bus? Ein kurzer Blick auf die Uhr machte diese leise Hoffnung zunichte. Viel zu lange hin. Na dann! Ich nahm Yue so gut es eben ging auf den Rücken und strebte die Richtung heimatliches Domizil an. Auf halbem Weg fing Yue an mit den Zähnen zu klappern, da es doch recht kühl geworden war und wir auf Jacken verzichtet hatten. Das musste ihn wohl ein wenig munterer gemacht haben. Auf jeden Fall munter genug, um sich noch fester an mich zu kuscheln und seine Arme um mich zu schlingen. Seine Wange berührte jetzt meine und sein warmer Atem streifte mein Gesicht. Unwillkürlich musste ich an die Situation auf der Tanzfläche denken. Das führte nun zu einer ungeplanten Reaktion meinerseits. NEIN! BITTE NICHT! Ich, der hier keuchend einen absolut weggetretenen Yue rumschleppte, dem gerade jemand an den Arsch gewollt hatte, schaffte es tatsächlich auf ihn geil zu werden. Reiß dich zusammen! Du kannst doch jetzt keinen Ständer bekommen! Denk an was ganz furchtbares! Schleim! Würmer! Die Kochversuche meines Vaters! Die Stinkmorchel aus dem Club! Polyester! Das wirkte. Endlich erreichten wir unser Ziel. Aber jetzt sah ich mich noch einem weiteren Problem gegenüber: Stufen! Soweit das Auge blickte. Und der Fahrstuhl? Defekt! Hatte ich in meinem vorherigen Leben irgend etwas verbrochen, was das hier rechtfertigte? Irgendwie schaffte ich es, mitsamt Yue, die Stufen zu erklimmern. In der 1. Etage realisierte ich, wie sich meine Lunge verabschiedete. In der 2. Etage verfluchte ich denjenigen, der es gewagt hatte, meine Schuhe mit Bleisohlen zu versehen. In der 3. fühlte ich gar nichts mehr und in der 4. wollte ich mich nur noch hinlegen und sterben. Keine Ahnung wie, aber irgenwann stand ich tatsächlich vor meiner Wohnungstür. Ich kramte nach dem Schlüssel, schloss auf und stolperte hinein. Wohin jetzt mit ihm? Am Besten gleich ins Bett. Also schaffte ihn in selbiges. Erleichtert stellte ich auch fest, dass er nicht mehr so blass war und seine Atmung ruhig ging. Kunststück! schließlich hatte ich hier den Packesel gemimt. Eigentlich wollte ich noch baden, aber ich entschied mich doch dagegen, da ich vollkommen groggy war und nicht vorhatte, in der Badewanne zu ersaufen. Auf ins Traumland... doch Stopp!... hier tat sich ein bis jetzt ignoriertes Problem auf, da Yue das gesamte Feld für sich in Anspruch nahm. Also ich schlief auf gar keinem Fall auf dem Boden. Das hier war schließlich mein Bett und ich hatte auch vor, es für mich in Anspruch zu nehmen. Ich konnte ihn aber auch nicht einfach rauskicken. Wohl oder übel musste ich mich damit abfinden, mein Nachtquartier teilen zu müssen.

Ich stieg über ihn hinweg und versuchte es mir so bequem wie möglich zu machen, was aufgrund von Yues überdimensionalem Platzverbrauch sich als gar nicht so einfach herausstellte. Nur nicht zu nahe kommen! Wenn es dann wieder zu einer Reaktion meinerseits wie der von vorhin kam und Yue aus welchem Grund auch immer aufwachte, könnte das mächtig peinlich werden. "Du Schaffst Das Schon Yaten! Du Bist Die Selbstbeherrschung In Person!! So Emotionslos Wie Granit! Du Bist Ein Stein! Ein Felsen!..." Gerade als ich es halbwegs geschafft hatte, mich selbst davon zu überzeugen, drehte sich Yue auf einmal zur Seite und zwar so, dass seine Hand zielgenau auf meinem Schoß landete...FELSEN! STEIN!! GRANIT!!! OH MEIN GOTT!!!! Jetzt bloß nicht bewegen. Die kleinste Bewegung und...Yues Hand rutschte zwischen meine Schenkel und als ob das nicht genug war, kuschelte er sich auch noch eng an meine Seite. Ich lag steif (Anmerkung der Autorin: und das in jeder Hinsicht ^__~ ) wie ein Brett da und wagte es nicht zu atmen. Ich versuchte ihn dazu zu bringen sich wieder umzudrehen, aber stattdessen drückte er sich noch enger an mich und schob sein Bein zwischen die meinigen. HILFE!!! Was sollte ich denn jetzt machen? Bewegen war nicht drin, aber genau so wenig konnte ich in dieser Position liegen bleiben. Etwas Hartes presste sich schon fast schmerzhaft an meine Hose und ich stand kurz davor mein letztes bisschen Beherrschung zu verlieren. Das hier war Folter pur... "Okay Yaten, du musst versuchen es zu ignorieren. Das kann doch nicht so schwer sein. Der Geist ist stärker als der Körper. Der Körper ist nur ein Gefäß, welches dem Geist gehorchen muss. Also los GEHORCHE GEFÄLLIGST!!!" ... Irgenwie brachte das nicht den erwünschten Erfolg. Die Stimmen von zig1000den Hormonen übertönten dieses eine kleine, sowieso schon schwankende Stimmchen. Es hatte ungefähr den gleichen Effekt, wie sich einem Tornado entgegenzustellen und ihn anzubrüllen, dass er es ja nicht wagen sollte über sein Haus zu mähen. Was sollte ich denn jetzt machen? Okay, ich wusste, was ich gern machen würde, aber ihn flachzulegen, hier und jetzt, dazu noch in dieser Verfassung... ich wäre nicht besser, als dieser Wichser von vorhin. Doch schon die Vorstellung daran ihn zu küssen... zu streicheln... ihn überall zu berühren... Scheiße! Warum hatte ich mich nur so wenig unter Kontrolle? Etwa sexuell nicht ausgelastet?... nein, so simpel war das nicht... ich bin zwar scharf auf ihn, aber wenn es allein das wäre, hätte ich mich schon längst über ihn her gemacht. Das Letzte aber, was ich wollte, war ihm wehzutun. Der Gedanke allein, was der Typ von vorhin mit ihm angestellt hätte, machte mich fertig. Als hätte Yue gespürt, was mich beschäftigte, rutschte er noch näher zu mir (soweit das überhaupt möglich war) und vergrub sein Gesicht in meiner Halsbeuge. Dies hatte nun allerdings weniger eine beruhigende Wirkung auf mich, sondern ich wurde mir wieder der Hand zwischen meinen Beinen bewusst. Außerdem berührten seine Lippen jetzt meine Haut und sein Atem strich über meinen Hals. Ein Schauder erfasste meinen ganzen Körper, ließ mich erzittern. "Ich kann nicht mehr...", brachte ich gequält über meine Lippen. "Dann lass es doch einfach sein!" Erschrocken drehte ich meinen Kopf und blickte in ein Paar mir so vertrauter Augen.

"YUE!! Du bist..." Seine Lippen legten sich sanft auf meine, schnitten mir das Wort ab und ich lag wie vom Donner gerührt da. Langsam löste er sich wieder von mir. "...noch vollkommen high.", beendete ich den Satz. Ich wollte ihn von mir schieben aber er machte dieses Vorhaben zunichte, indem er sich auf mich rollte und nach unten drückte. Langsam näherte sich mir sein Gesicht. Ich wollte meines abwenden aber er umfasste es sanft mit seinen Händen und ein Blick in diese Augen ließ jede Art von Widerstand erschlaffen. Seine Finger fuhren sanft über meine Lippen. Ich versuchte etwas zu sagen aber da seine Finger nun durch seine Zungenspitze ersetzt wurden, war mir auch das nicht möglich. Mein letztes bisschen Vernunft schrie mir zu, dass das hier falsch und seine Gefühle für mich nicht echt waren. Plötzlich stoppte er und wieder trafen sich unsere Blicke, meiner von den widersprüchlichsten Empfindungen erfüllt, seiner dagegen pure Entschlossenheit. "Glaub mir Yaten! Ich war noch nie so klar wie in diesem Moment." "Aber die Pille..." "Keine Pille dieser Welt könnte diese Gefühle in mir auslösen. Vorhin im Club ist mir eines klar geworden und zwar, dass ich nicht mehr die geringste Lust habe, mich zu verstellen " "Zu verstellen? Heißt das , dass du schon vorher..?" "...in Yaten Anasazi verliebt warst? Ja. Genau das. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, dass du auch nur annähernd das selbe für mich fühlen könntest, aber vorhin habe ich es gespürt. Es war wie.... Magie." Das letzte Wort hatten wir beide gesprochen und nun sahen wir uns schweigend an. Er ließ mir Zeit, mir über etwas klar zu werden. Ich konnte jetzt die Flucht ergreifen, einfach davonrennen oder aber ich tat das, was ich schon die ganze Zeit wollte... Die Wahl fiel mir nicht wirklich schwer.

Langsam zog ich ihn zu mir runter bis sich unsere Nasenspitzen fast berührten. Dann legte ich meine Hand an seine Wange und er schmiegte sich hinein. Ich fuhr die Konturen seines Gesichtes nach. Langsam, voller Bewunderung. Meine Finger erreichten sein Kinn, wanderten weiter seinen Hals entlang. Langsam ließ ich sie wieder nach oben gleiten, ich berührte sein Haar, strich ihm sanft eine Strähne aus dem Gesicht. Mein Blick hatte die ganze Zeit auf seinem Gesicht gelegen, damit ich auch die kleinste Regung Yues aufnehmen konnte. Seine Augen hielt er geschlossen und auf seinen Lippen hatte sich ein leichtes Lächeln ausgebreitet. Als ich innehielt, öffnete er sie wieder und ich war wie gebannt von der Wärme, welche sie ausstrahlten. Es war, als ob ich in Licht eintauchte. Langsam hob ich meinen Kopf etwas an und blies sacht über seine Wange. Ich berührte sie mit meinen Lippen, kostete mit meiner Zunge. Immer weiter wanderte ich über seinen Wangenknochen, gelangte zu seiner süßen Nase, erreichte seinen Mundwinkel. Dort verweilte ich kurz, glitt aber dann weiter zu seinem Kinn. Von Yue kam ein unwilliges Murren. Ich hielt inne und sah ihn mit meinem unschuldigsten Blick an. "Fehlt dir etwas?" "Das weißt du ganz genau." Dieser Schmollmund war einfach zum Dahinschmelzen. Aber ich riss mich zusammen. "Wenn du etwas willst, musst du es nur sagen." "Ich will einen Kuss." "Ach ja? Na wenn es nur das ist... dem kann abgeholfen werden." Unsere Gesichter näherten sich einander. Yue schloss seine Augen und legte seinen Kopf leicht schräg. Erwartungsvoll öffneten sich seine Lippen ein wenig. Er bekam seinen Kuss. Punktgenau auf der Nasenspitze platziert. Seine Lider flogen auf und ich erntete einen entrüsteten Blick. "Nicht richtig?" Mein gespielt ahnungsloser Tonfall schien ihm gar nich zu passen. "Womit hab ich das verdient?" "Hm, mal überlegen. Vielleicht mit der Zerreißprobe, der du mich vorhin ausgesetzt hast? Du erinnertst dich? Ich: Mich mich mit letzter Kraft auf das letzte Fünkchen Moral, Anstand und Gewissen stützend. Du: Wohlwissend von meiner prekären Lage und sie hemmungslos ausnutzend." "Ach wirklich?? War das so? Ich kann mich gar nicht daran erinn..." Er verstummte, als er meinen ernsten Blick sah. In seinem machte sich langsam pure Verzweiflung breit. Er wollte schon zu einem Wortschwall von Erklärungen, Entschuldigungen und Bitten ansetzen, aber ich ließ es nicht dazu kommen, indem ich einen Finger auf seinen Mund legte. Mit meiner patentierten Ich-bin-ja-so-enttäuscht-von-dir-Miene: "Sieh an, so kann man sich täuschen... das Gesicht eines Engels..." "Yaten! Es tut mir wirklich..." "...aber ein Gedächtnis so weit, wie eine fette Sau springt." Der Ausdruck auf seinem Gesicht war unbezahlbar. Ich konnte mich nicht mehr mehr zurücknehmen und fing an loszuprusten. "YATEN! DAS IST ÜBERHAUPT NICHT WITZIG!!!" Ach so! Das musste einem ja gesagt werden. Das erklärte aber weder die Lachtränen, die von meinen Wangen rannen noch die Sauerstoffknappheit in meinen Lungen. Ich hatte schon das Gefühl meine letzten Atemzüge zu hecheln, als Yue mich rettete... Meine Lippen wurden von den seinen versiegelt und wir tauschten einen Kuss, der alles andere vergessen machte. Ein unbeschreibliches Gefühl durchfuhr mich, es durchlief meinen ganzen Körper, verbrannte meine Sinne, ließ mich schweben. Ich tauchte ein. Meine Zunge erforschte seinen Mund, nahm diese unglaubliche Süße auf. Langsam winkelte ich meine Arme an, so dass ich mich auf meine Ellenbogen stützen konnte. Dann drückte ich mich immer weiter nach oben, bis ich schließlich in einer sitzenden Position war. Yue saß so auf meinem Schoß. Langsam glitten meine Hände unter sein Shirt, streichelten samtene Haut. Ich fuhr über seinen Rücken, glitt an den Seiten entlang und all das ohne den Kuss auch nur für einen Moment zu unterbrechen. Mit beiden Händen streichelte ich seinen Bauch, krabbelte dann zu seiner Brust hinauf und fing an, mit seinen Brustwarzen zu spielen. Diese richteten sich sofort auf, wurden hart. Von Yue kam ein kleines Stöhnen und für einen Moment lösten sich unsere Lippen, als er sich mit einer schnellen Bewegung das störende Kleidungsstück über den Kopf zog. Ich drückte ihn weiter sanft nach hinten, so dass er auf dem Rücken zu liegen kam, ich zwischen seinen Beinen kniete und mich rechts und links von seinem Kopf abstützen konnte. Mit einem Lächeln bemerkte ich, wie etwas ungeduldig am meinem Shirt zog. Ich kam dieser unausgesprochenen Bitte sogleich nach und einen Bruchteil später, segelte es durch die Luft. Genüsslich fuhr ich mit meinem Mund über seine Brust, umkreiste die Nippel und knapperte an seinem Schlüsselbein. Immer wieder tauschten wir tiefe Küsse. Als ich bemerkte, wie eine Hand an dem Verschluss meiner Hose nestelte, warf ich Yue einen fragenden Blick zu. In seinem Gesicht fand ich ein so unglaublich verlangendes und zugleich vertrauensvolles Lächeln, dass mein Herz vor lauter Liebe zu zerspringen drohte. Ein inniger Kuss besiegelte unsere stumme Übereinkunft. Knopf für Knopf öffnete ich Yues Hose und kostete jeden Millimeter Haut, der freigelegt wurde. Ich setzte mich leicht auf und Yue hob etwas sein Becken an, damit ich sie besser abstreifen konnte. Dann hielt ich für einen kurzen Moment inne und ließ meinen Blick über ihn streifen. Das Bild was sich mir hier offenbarte, brannte sich für ewig in mein Gedächtnis, mein Herz und in meine Seele ein. Eine Landschaft bronzener Haut, zerbrechlich wirkende Glieder, die doch so viel Kraft besaßen, Augen, wie Tore zu einer anderen Welt. Yue löste meine Erstarrung indem er sich aufrichtete und an meinem Hals zu saugen begann. Gleichzeitig machte er sich wieder an meiner Hose zu schaffen. Auch ich konnte nun ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken und fühlte, wie er an meinem Hals leicht grinste. Ungeduldig entledigte ich mich meiner Hose und zog ihn sogleich wieder auf meinen Schoß. Unsere Küsse wurden immer intensiver, so als würde wir einander aufsaugen wollen. Yue begann sich gegen meine Unterleib zu bewegen und es machte mich schier wahnsinnig zu spüren, wie erregt er war. Auch ich hielt es keinen Moment mehr länger aus und drückte ihn auf die Matratze zurück. Ich schob mich zwischen seine angewinkelten Schenkel. Kurz hielt ich noch inne und ein fragender Blick Yue traf mich. Ich erwiderte ihn mit einem beruhigenden Lächeln und langte hinter mich um mir ein Kissen zu greifen, welches ich unter seinen Hintern schob. Wir tauschten noch einen leidenschaftlichen Kuss aus, bevor ich ihn leicht anhob und vorsichtig in ihn eindrang. "Hngh!" Sofort wollte ich mich wieder aus ihm zurückziehen, aber Yue hielt mich fest. "Hör`nicht auf!" "Bist du dir sicher? Ich will dir nicht..." "Du könntest mir niemals wehtun." Bestimmt drängte er sich näher an mich und nahm mich so ganz in sich auf. Er war unheimlich eng und warm und es fühle sich irrsinnig an, in ihm zu sein. Langsam fing ich an mich zu bewegen. Als ich merkte, wie er sich entspannte, stieß ich schneller zu und bewegte dazu synchron meine Hand, welche ich um sein Glied geschlossen hatte. Wir steigerten uns immer weiter und mein Blut rauschte durch meine Adern, so dass es sich anfühlte, als würde ich innerlich verbrennen. Ich spürte, dass Yue gleich so weit war und erhöhte noch einmal das Tempo. Yue bäumte sich auf und kam in meiner Hand, während ich mich mit einem letzten Stoß in ihn ergoss. Funken zerstoben vor meinen Augen und meine Sinne drohten zu schwinden. Erschöpft brach ich über Yue zusammen und versuchte erst einmal wieder zu Atem zu kommen. Mein Herz schlug immer noch wie irre gegen meine Brust und ich spürte auch das von Yue wie wild hämmern. Langsam beruhigten sich beide und ich stützte mich auf um ein wenig nach oben zu rutschen. Unsere Lippen fanden sich wieder zu einem langen Kuss und wir sahen uns dabei an. Was ich in seinen Augen sah, machte mir nur umso deutlicher, wie richtig das hier war. "Ich weiß das erste Mal in meinem Leben nicht, was ich sagen soll." "Na wie wärs mit: Du warst super Yaten?" "Du warst SUPER Yaten." Kichernd ließ ich mich auf die Seite fallen und zog ihn dabei in meine Umarmung. Er kuschelte sich tief hinein und war schon fast eingeschlafen, als er noch etwas flüsterte, was mich zum glücklichsten Menschen der Welt machte. Sanft drückte ich ihm einen Kuss auf die Stirn. "Ich dich auch." Dann übermannte auch mich der Schlaf.

ENDE

Danke fürs Lesen! Nuriko

Sagt nichts! Ich weiß es ja selber: Hemmungsloses abgleiten in den Kitsch >____<
 

back