DBZ-Fanfic by Haruka & Nuriko                                                                                        back
Pairing: Vegoku
Warnung: Komme, was da kommen mag!!!
Kommentar: Wir sind jung, schön und extrem verdorben!!!^^
Nuriko spielt Vegeta, Haruka spielt Goku
 

Strohwitwer... 5/?

Ich störte also nicht? Das war merkwürdig, denn der Blick, den Vegeta gerade auf mich abgeschossen hatte sagte mir genau das Gegenteil, und auch Piccolo wirkte nicht gerade begeistert, mich zu sehen. Als Dende mich nach meinem Befinden fragte, lag mir auf der Zunge zu sagen: „Danke, schlecht, weil der Kerl den ich liebe hier gerade einem anderen am Hals hängt“ aber ich riss mich eisern zusammen und ließ mich auf seinen leichten Plauderton ein. „Ganz gut…“ Ja, ich war lange nicht hier gewesen und ich wäre auch jetzt lieber nicht hier, sondern … na egal. Ob ich einen Grund hatte, hochzukommen? Lass mich überlegen – Vegeta die Zähne einschlagen? ‚Cool bleiben, Goku, vielleicht ist ja alles nur ein Missverständnis’ redete ich mir selber gut zu. ‚Auch wenn es so aussieht, als ob…’ „… nicht das geringste Interesse, mit dir zu reden, Kakarott“ Ah ja! Es sah also nicht nur so aus! Den heftigen Schmerz ignorierend, den mir seine Worte verursachten, und den letzten Rest meiner naiven Zuversicht zusammenkratzend, versuchte ich es noch einmal und sprach ihn diesmal direkt an. Doch alles was ich hörte, war, dass ich genau das nicht tun und gefälligst verschwinden sollte. In diesem Moment löste sich auch noch das letzte bisschen Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden könnte, in Luft auf und hinterließ ein quälendes Nichts  in meiner Seele. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, mischte sich auch noch Piccolo in das Geschehen ein. Den Kopf wendend teilte er uns mit, dass er noch was mit Vegeta ’unter vier Augen’ zu besprechen habe. Dann verschwanden die beiden, immer noch engumschlungen, im Palast. Um vor mir selber mein Gesicht zu wahren, rettete ich mich in Sarkasmus.  „Aber Hallo, was für ein schönes Paar! Jetzt ist mir auch klar, warum du mich loswerden wolltest“ murmelte ich bitter, doch ich hatte vergessen, dass Namekianer sehr scharfe Ohren haben. „Schönes Paar? Machst du Witze?“ Klar machte ich Witze, weil ich sonst nämlich entweder einen Tobsuchtsanfall bekommen, oder zu flennen anfangen würde, und diese Blöße würde ich mir nun ums Verrecken nicht geben! Nein, mein Freund, so nicht! Das hatte ich ja wohl schon durch mein Erscheinen hier zur Genüge getan. Besonders weh tat, dass es ausgerechnet Piccolo war… aber der wusste sicher nichts von mir – von *uns*. Und was hieß auch ausgerechnet Piccolo? So langsam fragte ich mich, wie viele Eisen Vegeta wohl noch im Feuer haben mochte? Yamchu… Ten Shin Han.. weiß der Geier wer noch. In meiner Verletztheit trieb meine Fantasie immer wildere Blüten, und begeistert führte ich die selbstzerfleischenden Mutmaßungen fort, baute daraus einen  Panzer aus Eis um mein Herz, bis… „Und warum wollte Vegeta dich loswerden?“ Dende sah mich neugierig an. ‚VERDAMMT ICH WEISS ES DOCH NICHT! WAHRSCHEINLICH WEGEN IHM!’ schrie es in mir.
Ich starrte immer noch hinter den beiden her und war zu erfüllt von meinen selbstzerstörerischen Gedanken, als dass mir eine sinnvolle Ausrede eingefallen wäre, also hielt ich den Mund. Noch dazu musste ich natürlich erröten! Dende betrachtete mich jetzt aufmerksam. „Irgendwie ist das komisch. Erst kommt Vegeta total mies gelaunt hier an und trainiert, bis er nicht mal mehr stehen kann, und jetzt erscheinst du, und siehst aus, als ob man dir dein Kame-hame-ha geklaut hätte!“ Ich war so durcheinander, dass ich gar nicht richtig zuhörte, nur der letzte Teil des Satzes erreichte mein vernebeltes Hirn. Kame-hame-ha? Gute Idee! Wie es wohl wäre, wenn ich Piccolo und Vegeta eins hinterherschicken würde? Schade um den Palast, aber… Scheiße, ich fing schon an zu denken wie ER. Ich musste wohl ziemlich bösartig aus der Wäsche geguckt haben, denn Dende sah mich bestürzt an. Er schüttelte den Kopf. „Na, entschuldige mich bitte, ich muss mal eben Vegeta heilen.“ Er wollte Vegeta und Piccolo nachgehen, doch ich hielt ihn am Arm fest. „Heilen?“ Hatte ich richtig gehört? Was hatten sie denn getrieben? ’Sex, bis der Arzt kommt’, oder wie? Ich war kurz vor dem Durchdrehen, als er nickte. „Ich sagte doch, Vegeta hat es total übertrieben mit dem Training und Piccolo musste ihn aus dem Raum von Geist und Zeit schleppen, weil er nicht mehr laufen konnte.“ Er grinste mich breit an. „Oder was glaubst du, warum Vegeta sonst so an ihm dranhing? Weil sie frisch verliebt sind?“ Er lachte über seinen Witz, nicht ahnend, wie richtig er damit lag… Nun blinzelte er mir zu. „Aber sag ihm bloß nicht, dass du das von  mir weißt, sonst kann ich mich gleich danach selber heilen.“  Langsam, ganz langsam, sickerte die Bedeutung seiner Worte in mein strapaziertes Gemüt, während ich ihn sprachlos anstarrte.
Im nächsten Moment keuchte er auf, denn ich hatte ihn gepackt und einmal im Kreis herumgewirbelt. Nun drückte ich ihn an mich, dann stellte ich ihn wieder auf seine Füße. Seine Worte hatten den Eispanzer um mein Herz gesprengt,  mich quasi wieder zum Leben erweckt! Doch in meine Erleichterung mischte sich jetzt ein Anflug von schlechtem Gewissen, Vegeta so viel Hinterlist zugetraut zu haben. Eigentlich mehr als nur ein Anflug. „Dende, tu mir bitte einen Gefallen, ja?“ Er schnappte noch nach Luft, fragte aber „Und der wäre?“ „Warte bitte noch ein paar Minuten damit, Vegeta zu heilen. Ich kann es dir im Moment nicht erklären, aber tu’s bitte!“ Ich sah ihm an, dass er mich jetzt für völlig durchgeknallt hielt. „Ich blick’ zwar nicht mehr durch, ihr beide müsst irgendwie verrückt geworden sein, aber“ er nickte langsam  „ich denke mal, du wirst deine Gründe haben.“ Er ermahnte mich noch „Aber mach’ nicht zu lange, es geht ihm ziemlich schlecht.“ Ich strahlte ihn an. „Klar, nur einen Augenblick! Ich ruf dich dann.“ Ich löschte sorgfältig meine Aura und ging auf den Palast zu. Dende blieb etwas ratlos zurück.
„Goku!“ „Hm?“ „Erzählst du mir irgendwann, was eigentlich los ist?“ „Du bist doch Gott, weißt du es denn nicht?“ Er schnaubte nur. Doch ich hatte jetzt andere Sorgen. Die schwarze Verzweiflung hatte einer lähmenden Panik Platz gemacht und ich blieb stehen. Wenn es nicht das war, wonach es eben noch ausgesehen hatte, was war dann der Grund für seine Ablehnung?  Noch zwei Schritte, und ich würde den Palast betreten. Mein Herzschlag konnte problemlos dem Vergleich mit jeder Dampframme standhalten, aber schließlich atmete ich tief durch und ging weiter. ’Was soll’s, schlimmer kann es ja kaum werden!’ dachte ich grimmig, als ich die Tür durchschritt.
Das erste, was ich sah war Piccolo, der in seiner gewohnten Haltung mit verschränkten Armen an der Wand lehnte und merkwürdig lächelte. Er lächelte? Ich hatte mich nicht getäuscht, denn jetzt wurde dieses Lächeln noch breiter. Er deutete auf Vegeta, der mit geschlossenen Augen an die Piccolo gegenüberliegende Wand gelehnt auf dem Boden saß und leise ächzte. Piccolo machte eine ermunternde Handbewegung und verließ lautlos den Raum. Damit war mein anfänglicher Verdacht nun endgültig ausgeräumt, und ich leistete stumme Abbitte. Ich schloss für einen Moment die Augen. Dann nahm ich allen Mut zusammen und ging zu Vegeta hinüber. Ich ließ mich neben ihm auf die Knie sinken und sagte leise „Vegeta. Ich möchte mit dir reden. Bitte sieh mich an.“

Reden? Zur Hölle, ich will nicht mit dir reden und dich ansehen schon gleich gar nicht! Alles was ich will ist, dass du mich einfach in Ruhe lässt.... mich dich vergessen lässt....
Warum tust du mir das an, Kakarott? Geh doch endlich! GEH! Ich wollte es ihm ins Gesicht schreien, dass er verschwinden sollte... aber ich hatte es vorhin schon nicht fertig gebracht ihn dabei anzuschauen und jetzt... jetzt war er auch noch so verdammt nah... so nah, dass ich seine Körperwärme fühlen konnte, seinen Geruch wahrnahm... seine ganze Präsenz mich regelrecht umhüllte. Unwillkürlich stellten sich meine Nackenhärchen auf und ich realisierte mit Schrecken, dass mein ganzer Körper auf seine Anwesenheit reagierte, indem er anfing zu zittern. Verfluchter Verräter! Warum habe ich die ganzen Jahre gekämpft, unermüdlich bis zur totalen Erschöpfung trainiert, wenn du mich doch, wenn es darauf ankommt, im Stich lässt?.... Bin ich denn wirklich so schwach?
Mit aller mir verbliebenen Kraft versuchte ich es zu unterdrücken, biss die Zähne zusammen bis meine Kiefer anfingen zu knacken und doch kam ich nicht dagegen an. Vor Scham zog ich meine Knie näher zu mir heran so dass ich meinen Kopf darin verbergen konnte und hoffte, dass, wenn ich ihn lange genug ignorierte, er irgendwann verschwand... aber natürlich tat er das nicht, genauso hätte ich wohl hoffen können, dass sich die Erde auftat um mich zu verschlingen. Die Zeit verging auf einmal nur quälend langsam, Sekunden schienen zäh wie Kaugummi... niemand rührte sich, kein Wort wurde gesprochen.... Diese Stille war nervenaufreibender als alles andere. Warum tat er denn nichts? Warum sagte er nichts mehr? Auf was wartete er denn? Unsicherheit erfasste mich und wie immer, wenn man wartete, wurde sie  größer bis es immer schwieriger zu werden schien, überhaupt etwas zu tun... Und er?...
Er tat überhaupt nichts. Er hockte schweigend neben mir und sah mich an... zumindest glaubte ich, dass er mich ansah, denn so genau konnte ich das mit dem Kopf zwischen den Knien nicht ausmachen. Einen Moment lang war ich versucht meinen Kopf ein klein wenig zu wenden um über mein rechtes Knie hinweg zu lunzen, aber dann ließ ich es doch. Was wäre wenn sich unsere Blicke dann treffen würden? Oh, ich wusste genau wie ich dann reagieren würde. Ich würde ihn wie ein hypnotisiertes Kaninchen anstarren und nicht mehr fähig sein, mich gegen seinen Einfluss zu wehren. Also zog ich es vor, ihn weiterhin wie Luft zu behandeln.
"Wir müssen miteinander reden, Vegeta." Ich weiß nicht wie lange wir so da gehockt hatten und als er plötzlich anfing zu sprechen, zuckte ich unwillkürlich zusammen, sagte aber nichts. "Vegeta, bitte!" Ich versuchte den eindringlichen Ton in seinen Worten zu überhören und schwieg beharrlich weiter. "Du kannst mich nicht ewig ignorieren." Das wollen wir ja mal sehen. Für den Anfang machte ich mich doch schon ganz gut, oder?!
"Hast du mir denn gar nichts zu sagen?" "Nein!" Ehe ich es verhindern konnte, hatte sich meine Zunge selbstständig gemacht. Nun gut, wenigstens hatte es überzeugend geklungen. "Schön! Wenigstens weiß ich jetzt, dass du deine Stimme doch nicht verloren hast." Aber anscheinend nicht überzeugend genug um ihn zur Aufgabe zu bringen. "Wenn du schon nicht mit mir reden willst, dann hör mir wenigstens zu!" "Nein!" "Vegeta..." "Nein!" "Du sturer Esel, am liebsten würde ich dich..."
Für einen Augenblick hatte ich gedacht, dass er nun wirklich die Geduld verlieren würde... oder hatte ich es gehofft? Doch bevor ich mich mit letzterem ernsthaft auseinandersetzen musste, hatte er sich schon wieder unter Kontrolle und tat etwas, womit ich nicht mehr gerechnet hatte: Er stand auf, wandte sich ab und ging. Er wollte wahrhaftig gehen. Ich konnte es nicht fassen. Seit wann gab er denn so leicht auf? Lag ihm so wenig an mir? Wenn er jetzt geht, geht er dann wirklich für immer?... In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, während mein Herz rasend schnell gegen meine Brust schlug... aus Furcht... Furcht, dass er mich verlassen würde, ich ihn endgültig verlieren würde.... Mein Kopf schnellte nach oben, den Mund geöffnet um zu sprechen, nein zu schreien: "Geh nicht!".... aber er war fort... fort... fort... Dieses eine kleine Wort hallte in meinem Kopf wieder, erfüllte mein ganzes Denken und hinterließ eine grenzenlose Leere. Wenn ich auch so schon nicht gerade in der Blüte meiner Kraft stand, in diesem Moment fiel ich zusammen.... furchtbare Stille umgab mich....
"Los Dende! Da hinten ist er." Mein Kopf ruckte so schnell hoch, dass mein Genick schmerzhaft knackte. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich die Person an, die mit einem Kopfnicken in meine Richtung wies und sich dann seelenruhig abwartend an die Wand lehnte.
Ich nahm nicht wahr, wie sich Dende mir näherte, ich bemerkte auch nicht, wie er mir seine Handflächen zuwandte und mich ein ein goldenes Licht umgab. Alles was ich sah war Kakarott..
.. der zu meinem Entsetzen gerade dabei war, erneut den Ausgang anzusteuern. Aber bevor ich in irgendeiner Form reagieren konnte, blieb er stehen und sagte über seine Schulter hinweg: "Wenn du fertig bist, dann komm in den Raum von Geist und Zeit und nachdem ich dich dort zusammengeschlagen habe, werden wir reden!" Nach diesen Worten ging er mit ruhigen Schritten hinaus.

Niemand kann ermessen, welche Kraft es mich gekostet hat, so ruhig zu bleiben. Während der endlosen Minuten, die wir schweigend nebeneinander gekauert hatten, wollte ich nur eines: Ihn in meine Arme schließen und ihm sagen, dass das alles nur ein großes Missverständnis war, und dass er das doch bitte endlich einsehen sollte. Doch er ließ mich wieder nicht an sich heran, versteckte sein Gesicht vor mir, schnitt mir jedesmal das Wort ab... Normalerweise hätte jeder resigniert und ihn allein gelassen, da er doch offensichtlich nichts anderes wollte, als alleine zu sein. Doch dies war mir zu wichtig - ER war mir zu wichtig. Dann kam ich zu einem Entschluss. Es musste entwürdigend für ihn sein, wenn ich ihn so offensichtlich schwach vor mir sah. Also ging ich, um Dende zu holen. Wenn er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte war, wäre er vielleicht bereit, mir zuzuhören, denn dann könnte er mir ja mit seiner gewohnt überheblichen Art gegenübertreten, wäre mir ebenbürtig ... wenn ich ehrlich war, tat es mir weh, ihn so schwach zu sehen, und ich bereute meine Bitte an Dende bereits. Diese Gedanken führten dazu, nachdem er geheilt war an seinen Kampfgeist zu appellieren und ihn herauszufordern, es im Raum von Geist und Zeit auszutragen. Ich provozierte ihn ganz bewusst. Irgendwo in mir glomm immer noch ein kleiner Hoffnungsfunken, der nur darauf wartete, angefacht zu werden - durch ihn! Außerdem wären wir dort unter uns – ohne Augen- und Ohrenzeugen.  Ich ging also in den Raum von Geist und Zeit und wartete. Da dort die Zeit viel schneller verging als draußen, war es eine lange Wartezeit. Ich musste mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass draußen ja nur ein paar Minuten vergingen, während es hier drin Stunden waren... Immer wieder überlegte ich, was ich zu ihm sagen würde. Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, als die Tür sich endlich öffnete. War er es? Oder war es Dende, der mir sagen wollte, dass Vegeta den Palast verlassen hatte? Atemlos blickte ich zur Tür. Er war es tatsächlich. Also war ich ihm zumindest nicht gleichgültig, sonst wäre er nicht gekommen. Die Tür schloss sich und er blieb mit verschränkten Armen und vertraut-arroganter Miene direkt davor stehen.
“Hallo. Geht es dir wieder gut?“ ich versuchte, mit einer neutralen Floskel zu beginnen, doch vergebens. „Mach es kurz, Kakarott, ich will hier nicht übernachten!“ „Ich habe soviel Zeit wie ich will, denn ich habe Dende gebeten, die Tür frühestens in drei Minuten wieder zu entriegeln, du weißt, was das bedeutet…“ Er starrte mich an. „Sechs Stunden? Du hast uns für sechs Stunden hier eingesperrt?“ Ich grinste. „Allerdings!“ Er sah zornig aus, beherrschte sich jedoch. „Willst du dich sechs Stunden lang mit mir schlagen?“ fragte er spöttisch. „Ich will mich eigentlich überhaupt nicht mit dir schlagen, aber das ist ja das einzige, womit man dich zu einer Reaktion bringt…“ dass das nicht ganz stimmte, war mir in lebhafter, wenn auch im Moment unwillkommener Erinnerung, denn ich spürte, wie ich leicht errötete. Er musste es gesehen haben, denn er sah einen Augenblick lang nicht mehr ganz so hochmütig aus, doch dann wurde sein Blick wieder kalt. „Komm bitte zur Sache, Kakarott. Was ist denn nun so wichtig…“ Alles hätte er machen können, mich beschimpfen, oder schlagen, mir Vorwürfe machen, mir sogar sagen, dass er nichts von mir wollte, aber diese Frage war eine Unverschämtheit!
„Was so wichtig ist? Du Arschloch!“ Voller plötzlich entflammter Wut stürzte ich mich auf ihn und verpasste ihm einen heftigen Schlag. Er reagierte blitzschnell und konnte die größte Wucht abfangen, dennoch keuchte er auf. Natürlich ließ er nicht lange auf die Erwiderung warten, und bald waren wir in eine wüste Schlägerei verwickelt. Wir schenkten uns nichts und prügelten rücksichtslos aufeinander ein. Bald zierten uns beide diverse Blessuren, aufgeplatzte Lippen, Blutergüsse, Prellungen. Es lag so unglaublich viel Wut in unser beider Schläge, dass ein unbeteiligter Zuschauer wohl angenommen hätte, dass wir uns abgrundtief hassen würden, dabei… dabei… Die ganze Idiotie dieses Kampfes wurde mir auf einmal klar, deshalb ließ ich meine Arme plötzlich sinken und fing mir dadurch noch einen harten Schlag in den Magen ein, worauf ich zusammenknickte und mir die Arme um den Leib wickelte. Vegeta hielt inne und sah mich heftig atmend, doch schweigend an, wohl darauf wartend, dass ich wieder in Kampfstellung gehen würde. Doch ich hatte die Nase voll. Auch diese Prügelei war doch wieder nur ein Ausweichmanöver, eine Vermeidungsstrategie - Kinderkram. Ich würde jetzt ein für allemal für Klarheit sorgen! Ich blieb in meiner gekrümmten Haltung stehen und keuchte: „Was so wichtig ist? DU bist so wichtig für mich, du Vollidiot! ICH LIEBE DICH! Und ich will dich! Für den Rest meines Lebens… Dein Herz, Deinen Körper, UND Deine Seele! Und nicht nur den Sex mit dir! Das ist das, was ich dir sagen wollte, bevor du mich liebenswürdigerweise rausgeworfen hast! Und wenn dir das zuviel verlangt ist, dann sag es, dann verschwinde ich dort“ ich deutete in das endlose Nichts hinter mir „bis die Tür wieder aufgeht, und du hast deine Ruhe. Und draußen werde ich dir auch nicht mehr über den Weg laufen, wenn es sich vermeiden lässt.“ Ich ließ mich auf die Knie sinken, senkte den Kopf und schloss die Augen. „Falls du Zweifel an meiner Aufrichtigkeit gehabt haben solltest, hoffe ich, sie hiermit ausgeräumt zu haben…“ fügte ich noch sehr leise hinzu und verstummte dann. Ich hatte alles gesagt. Jetzt hing es von ihm ab.

Nach dieser gefühlsmäßigen Berg- und Talfahrt war das einzige, was mich dazu veranlasste ihm tatsächlich zu folgen die Überzeugung, dass ich das Extrem in jeglicher Hinsicht bereits hinter mir haben musste. Himmel und Hölle- und das an ein und dem selben Tag! Alles was ich jetzt noch erwartetete war, dass der Schlussstrich gezogen wurde. Endgültig!... Aber trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass sich ein kümmerlicher Rest Hoffnung verbissen dagegen wehrte entgültig den Garaus gemacht zu bekommen und ich wollte auf gar keinen Fall, dass dies Kakarott bemerkte. Daher setzte ich meine in all den Jahren perfektionierte "Du-gehtst-mir-am-Arsch-vorbei"-Miene auf und vermittelte auf meine mir eigene Art, dass ich keinen großen Wert darauf legte viel Zeit mit ihm zu verbringen... und er machte mir daraufhin klar, dass es dafür bereits zu spät war und ich auf einen 6-stündigen Aufenthalt zusammen mit ihm gespannt sein durfte. 1:0 für ihn! Damit hatte er mich kurzzeitig aus dem Konzept gebracht. Ich fing mich jedoch gleich wieder, konterte... und wurde mit einer gewisse Erinnerungen heraufbeschwörender Bemerkung seitens Kakarott erneut ins Wanken gebracht. Oh mann, ich musste das hier so schnell wie nur möglich hinter mich bringen, sonst...
Ich weigerte mich den Gedanken zu Ende zu führen und forderte stattdessen Kakarott auf, endlich auf den Punkt zu kommen... und das führte mir nun vor Augen, dass er auch nicht im entferntesten so ruhig war, wie er nach außen zu sein schien. Normalerweise brauchte es einiges um ihn in Wut zu versetzen, aber in diesem Moment musste nur noch ein einziger Knopf gedrückt werden um ihn richtig loslegen zu lassen ...und ich traf ihn mit geradezu hellseherischer Sicherheit. Ich sah die schiere Wut in seinen Augen aufblitzen und einen Lidschlag später hatte ich seine Faust in meinem Gesicht. Ich konnte noch etwas zurückweichen und nahm dem Schlag somit einiges von seiner Wucht, aber es lag trotzdem noch  jede Menge Dampf dahinter, der mir die Luft aus den Lungen trieb. Wellen des Schmerzes fuhren von der getroffenen Stelle aus durch meinen gesamten Körper...Ich genoss es! Und ich wollte mehr davon! Körperlicher Schmerz war etwas mit dem ich umgehen konnte. Wut, Aggression, ....Ich sah es in seinen Augen, spürte es in meinem Inneren. Ich schlug mit voller Kraft zu. Traf. Wurde getroffen. Weder reden noch nachdenken - nur das auf den bloßen Kampfinstinkt reduzierte Selbst...
Unvermittelt hielt er inne und senkte seinen Arme. Ich realisierte dies zu spät, nutzte instinktiv seine offene Deckung und versetze ihm einen Haken in die Magengegend, der ihn zusammenklappen ließ. Danach wartete ich darauf, dass er sich wieder erhob und es weiterging aber nichts geschah bis er mich auf einmal anblickte und ich konnte etwas in seinen Augen sehen, was mich erstarren ließ. Dann begann er zu sprechen und das, was er sagte erschien mir schier unerträglich....unerträglich weil ich erkennen musste, dass das was er sprach tiefster Ausdruck seiner Selbst war. Das ging über meinen Verstand hinaus! Nach allem, was ich gesagt und ihm vorgeworfen hatte, war er tätsächlich noch fähig sich mir vollkommen zu öffnen, mir sein Innerstes preiszugeben und unser beider Schicksal in meine Hände zu legen...und dabei keinen Augenblick daran zu zweifeln, dass ich dieses Vertrauen verdient hatte, ich es in seinen Augen wert war.....
Alle Kraft war mit einem Schlag aus mir gewichen und ehe ich mich versah, versagten mir meine Beine den Dienst. Für einen Moment verbarg ich mein Gesicht aufstöhnend in meinen Händen....ich wünschte ich könnte mich für immer hinter ihnen verstecken....und fühlte ohne allzugroße Überraschung, dass sie erneut auf Tränen stießen, die mir in kleinen Rinnsalen aus den Augen traten- ich versuchte erst gar nicht sie zurückzuhalten. Für einem Moment betrachtete ich die Flüssigkeit auf meinen Fingern und fragte mich was sie wohl für einen Sinn habe. Warum waren Geschöpfe wie ich fähig zu weinen? Dann hob ich etwas meinen Kopf an und betrachtete denjenigen, der immer noch mit gesenktem Haupt vor mir kniete, gerade so, als würde er auf einen Richterspruch warten, dem er, wie immer er auch ausfallen sollte, Folge leisten würde. Da wusste ich es. Wie sollte man sonst das ausdrücken, für was es keine Worte gab? Dinge die nicht in Worte gepackt werden konnten, für die diese einfach zu klein und unbedeutend waren um sie zu fassen...und in meinem Fall waren sie wohl Ausdruck grenzenloser Dummheit. Wie sollte ich sonst dazu fähig gewesen sein das, was er mir angeboten hatte mit Füßen zu treten? Was sonst hatte mich dazu veranlasst ihn von mir zu stoßen? Was hatte ich geglaubt damit erreichen zu müssen? Mein verletzt geglaubtes Ego zu kitten? Dieses hochgepriesenen, sayajinischischen Stolzes wegen? Wohin hatte er mich denn geführt? Ich löste den Blick von meinen Händen, ließ ihn über den Boden wandern bis er schließlich an meinem Gegenüber haften blieb, der immer noch statuengleich vor mir kniete....Ich hatte denjenigen verletzt, der mir das Wichtigste war.... Ohne es richtig wahrzunehmen hatte ich mich in eine Betrachtung Kakarotts vertieft, da hob er seinen Kopf und unsere Blicke trafen sich, verfingen sich in einander, tauchten ein.... das Verstreichen eines Augenblicks....noch ein winziges, allerletztes Zögern.... dann hielt mich nichts mehr und einen Wimpernschlag später war ich dort wo ich sein wollte, wo ich hingehörte....Bei ihm....

Mehr noch als ich es sah spürte ich, dass er näher kam. Ich blieb wo ich war. Eine lähmende Kraftlosigkeit hatte mich erfasst, dennoch schlug mein Herz wild gegen die Rippen. Mein Gefühlsausbrauch war heftig, aber ehrlich gewesen. War der Sinn meiner Worte bis zu ihm vorgedrungen? Hatte er verstanden, wie viel mir an ihm lag? Als er schließlich dicht neben mir stand senkte ich wieder den Kopf, ballte die Fäuste und wartete. Endlose Sekunden verstrichen, und ich war nahe daran, aufzustehen und in die unendliche Leere hinter mir zu laufen, diese ganze unwirkliche Situation, und mittlerweile am liebsten auch meine Liebe, meine Verzweiflung und - ihn, hinter mir zu lassen. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass er die Hand hob und spannte mich an, halb einen Schlag erwartend. Doch er legte sie mir sacht, fast zärtlich auf die Schulter und sagte mit heiserer, von Emotionen schwerer Stimme nur ein einziges Wort: „Warum?“ Mühsam erhob ich mich und atmete tief ein. „Ich kann es nicht begründen, es ist nun mal so. Ich glaube du könntest mich immer wieder halbtot schlagen, und es wäre trotzdem nicht zu ändern. Ich habe meine Entscheidung getroffen… für dich.“ In seine Augen blickend stellte ich ihm dann die Frage, zu deren Zweck ich das Ganze hier inszeniert hatte, wohl wissend, dass nach deren Beantwortung alles anders sein würde. Für immer. So oder so. „Und wofür hast du dich entschieden, Vegeta?“

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