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DBZ-Fanfic by Haruka & Nuriko
Pairing: Vegoku
Warnung: Komme, was da kommen mag!!!
Kommentar: Wir sind jung, schön und extrem verdorben!!!^^
Nuriko spielt Vegeta, Haruka spielt Goku
 


Strohwitwer...

„Hmm, heute mal ohne den Kampfanzug… mal sehen… hmm.. schwarzes Shirt, schwarze Hose, hmm.. ob ihm das… argh.. was denke ich denn da schon wieder? Na, egal, schwarz ist wohl o.k.“
Ich stand vor dem Spiegel und begutachtete mein Outfit. Seit Chichi mit Bulma und den beiden Kleinen zur Mutter-Kind Kur gefahren war, war mir ziemlich langweilig hier und ich hatte auch nichts richtiges mehr zu Essen bekommen. Tja, Kochen ist nicht gerade meine Stärke… Und da der G.R. Raum in der Capsule Corp. kaputt war, und Bulma nicht da um ihn zu reparieren, waren wir alle in ein Fitness-Studio in der Stadt umgezogen, um zu trainieren. Vorhin nun hatte Yamchu angerufen, und gesagt, dass eben dieses Fitness Studio heute ein Party veranstaltete, und alle Mitglieder eingeladen wären, mit Anhang natürlich. Naja, mein „Anhang“ war ja nun mal nicht da, also würde ich wohl alleine hingehen… ich war ja mal gespannt wer so alles da war… ob vielleicht auch… „arrrgh! Los jetzt.“
Es dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, bis ich mich mit MT vor das Fitnesscenter versetzt hatte. Wozu sich anstrengen? Die Nacht wurde sicher lang… Gespannt betrat ich die Eingangshalle. Dort stand ein riesiges Buffet. Hmmm, lecker, ich hatte schon mächtigen Hunger. Ein hübsches Mädchen mit einem Tablett voller Sekt stand vor mir und ich nahm mir ein Glas. Da sah ich Yamchu und Krilin an der Bar. Sie winkten mir zu und ich ging zu ihnen hinüber.
„Hi, Goku, schön dass du auch gekommen bist!“ sagte Yamchu. „Hast du schon die Mädels gesehen, wooww! Gut, dass du solo bist“ fügte er grinsend hinzu.  Ich nickte zerstreut. Mein Blick schweifte über die Gäste. Aber ich fand nicht, was ich suchte… Schade! Ich beschloß, mich erstmal um das Buffet zu kümmern.
„Ich geh erstmal was essen, Jungs!“ „Was anderes hätte mich jetzt auch gewundert!“ grinste Krillin, und Yamchu nickte zustimmend. „Guten Appetit, bis später!“

"Verfluchte Scheiße!!!" Missmutig begutachtete ich das verformte Stück Stahl, welches ursprünglich mal einem Trainingsgerät für Hochleistungssportler ähnlich gesehen hatte. Das, was davon allerdings jetzt noch übrig war, konnte man getrost als schrottreif bezeichnen. Prüfend trat ich mit der Fußspitze an die verbogenen Überreste, was zur Folge hatte, dass diese Billigproduktion vollends zusammenbrach. Typisch `Made by Mensch`! Alles was diese Schwächlinge fabrizierten, musste man nur scharf angucken, um es zum Einsturz zu bringen. Dieses Ding hatte mich nicht mal schneller atmen lassen. Sehnsuchtsvoll musste ich an den G.R- Raum denken, der aber dummerweise vor 3 Tagen explodiert war. Nun, ich hatte ihn anscheinend etwas überlastet... mit dem Resultat, dass er mir um die Ohren geflogen war.
Anstelle ihre Pflicht zu tun und die Reparatur sofort in Angriff zu nehmen, musste ich mir Bulmas lautstarkes Gekeife anhören. Ich hatte das Universum durchquert, war gegen übermächtige Gegner angetreten, hatte ganze Planeten unterworfen...aber dieser Dauerbelastung meiner Gehörgänge war ich nicht gewachsen. Also hatte ich es vorgezogen mich zu verdrücken, mit der Erwartung, dass sie sich so wie jedes Mal schnell wieder einkriegte und am nächsten Tag einen voll funktionsfähigen G.R.-Raum vorzufinden. Als ich allerdings am Morgen danach wieder auf der Bildfläche erschien, war dieser immer noch eine verkohlte Ruine und von Bulma fehlte jede Spur. Schließlich fand ich einen Zettel, auf dem stand, dass sie und Trunks, zusammen mit Chichi und Goten, zu irgendeiner dämlichen Kur gefahren waren. Mein erster Impuls war sie an den Haaren zurückzuschleifen und zu zwingen den Trainingsraum wieder aufzubauen, aber dann kamen mir die Vorteile dieses Zustandes in den Sinn. (Vegeta allein zu Hause!^^) Ich konnte zwar nicht richtig trainieren, aber dafür hatte ich endlich mal meine Ruhe, niemand lag mir ständig  in den Ohren und so beschloss ich es zu geniessen.
Ich hielt es genau einen halben Tag lang aus. Danach war mir so langweilig, dass ich die Wände hätte hochgehen können. Ich musste trainieren. Egal wie! Egal mit wem! Also beschloss ich zu Kakarott zu fliegen. Auf dem Weg verspürte ich ein angenehmes Kribbeln im Bauch. Das war natürlich der Vorfreude auf den Kampf zu zuschreiben und hatte rein gar nichts mit dem Wiedersehen mit Kakarott zu tun.
Als ich ankam war dieser allerdings nicht allein. Yamchu war ebenfalls da und meine Laune sank wieder auf den Nullpunkt. Die zwei unterhielten sich über ein Fitness-Center, dass vor nicht allzulanger Zeit aufgemacht hatte und Yamchu war gerade dabei Kakarott zu überreden es sich mal anzuschauen. Er erwähnte u.a. die neuesten Hightech-Geräte, die es dort gab aber vor allem schwärmte er von den `Heißen Bräuten`, welche sich dort anscheinend massenweise rumtrieben. Ich musste meinen inneren Drang niederkämpfen ihm eine reinzuwürgen. Dieser Typ ging mir sowas von auf die Ketten aber Kakarott schien das nicht zu stören und  er versprach es sich mal anzuschauen. Danach verabschiedeten sie sich lachend voneinander. Immer noch lächelnd wandte er sich dann mir zu. "Hast du nicht Lust mitzukommen? Wie ich gehört habe funktioniert der G.R-Raum gerade nicht, also...?" Eigentlich wollte ich ihm entgegenschleudern, dass er sich sein Fitness-Center sonstwohin stecken könnte, aber da traf mich sein warmer Blick und meine Worte blieben mir im Hals stecken. Sekundenlang blickte ich ihm in die Augen, aber dann löste ich mich und sprang irritiert auf. Er sah mich fragend an. "Ähm...ich muss jetzt wieder..." Schon hatte ich mich in die Lüfte erhoben und wollte davonrauschen, da hörte ich ihn rufen "Überlegs dir Vegeta....ich würde mich freuen." Ohne mich noch einmal umzudrehen, flog ich davon. Irgendwie war mir das ganze wie Flucht vorgekommen, aber schnell verwarf ich den Gedanken wieder. Vor was sollte ich schon fliehen? Seine Worte hallten noch immer in meinem Gedächtnis: "Ich würde mich freuen." Leicht schüttelte ich meinem Kopf. Du wirst doch nicht etwa weich, Vegeta?!
Schon am nächsten Tag spielte ich wirklich ernsthaft mit dem Gedanken, mir dieses Center mal näher anzuschauen. Aus dem Training mit Kakarott war ja nun nichts geworden und ich hatte keine Lust meine Zeit weiterhin unnütz zu vertun. Ich beschloss es auf einen Versuch ankommen zu lassen.
Das traurige Ergebnis dieses `Versuchs` befand sich nun vor meinen Füßen. Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen....Frustriert zog ich mir meine Trainingsklamotten aus und die dunkelblaue Jeans und das schwarze, ärmellose Shirt wieder an und wollte gerade das Gebäude verlassen, als ich Musik hörte und ein paar Leute an mir vorbei gingen. Sie steuerten eine nahegelegene Tür an und als sie sie öffneten fluteten laute Klänge und Lachen den Gang. Mein Blick folgte ihnen und ich erhaschte einen kurzen Blick in das Innere des Raumes.
Ich sah zwar nur seine Rückenpartie und die auch nur für Sekundenbruchteile, aber es bestand trotzdem kein Zweifel: Kakarott
Meine Füße trugen mich fast automatisch wieder den Gang zurück und ich fand mich vor der Tür wieder. Zögernd blieb ich davor stehen. Dann aber folgte ich meiner inneren Stimme und drückte die Klinke herunter....

Ich hatte mir gerade so richtig den Bauch vollgeschlagen und suchte noch nach einem würdigen Nachtisch, als mich plötzlich eine angenehme Stimme ansprach. „Hallo, dich habe ich hier ja noch nie gesehen, kommst du jetzt öfter?“ Ich drehte mich um und sah ein ausgesprochen hübsches Mädchen vor mir, mit langen braunen Haaren, ebenso braunen Augen, die mich freundlich anblickten, und einem süßen Lächeln auf den Lippen. Unwillkürlich musste ich zurücklächeln. „Ich komme noch nicht lange hierher, aber, ja ich denke, dass ich jetzt öfter hier trainieren werde.“ Sie sah mich von oben bis unten an. „Du siehst nicht so aus, als ob du noch viel trainieren müsstest…“ meinte sie verschmitzt. Ich merkte wie ich rot wurde. Komplimente bekam ich nicht oft zu hören, schon gar nicht von Frauen. Chichi meckerte nur an mir herum und Bulma, naja, die war auch nicht sehr freigiebig mit Lob. Nicht dass ich darauf aus gewesen wäre… Die einzige Person, deren Anerkennung mir überhaupt was bedeutete, würde sich wohl eher die Zunge abbeißen, als irgendetwas in dieser Richtung zu sagen. „Ich, ähm, ich…“ brachte ich nur heraus. Um mich aus der Situation zu retten fragte ich sie „Weißt Du, was für ein Dessert zu empfehlen ist?“ „Klar, auf alle Fälle das Eis mit Kirschen und Amarena-Likör! Soll ich dir eins holen?“ „Ja… danke…“ irgendwie entglitt mir die Situation. Ich wollte doch gar nichts von ihr, und sie benahm sich schon so, als ob wir zusammen hier angekommen wären. Sie hakte mich wie selbstverständlich unter und zog mich zu einer Art Bar, an der eine Eiskarte hing. Sie zeigte auf ein Bild von einem Eisbecher und hob zwei Finger. Der Kellner nickte und machte sich an die Arbeit. Während er die Becher zubereitete, ließ ich den Blick wieder über die Gäste gleiten. Wieder erfolglos. Wollte er wirklich nicht hier trainieren? Meine Bitte hatte ihn wohl nicht sonderlich beeindruckt. Und so schnell wie er wieder abgeflogen war, hatte das auch nicht gerade meine Hoffnung beflügelt. Ich ärgerte mich bereits über die Worte, die ich ihm nachgerufen hatte. Als ob es ihn einen Deut kümmerte, worüber ich mich freuen würde! „Und selbst wenn!“ schalt ich mich in Gedanken. „Wahrscheinlich hätte er dann nicht mal im Traum vor, diese Party zu besuchen.“ Er hasste Parties, das wusste ich. Warum nur hatte ich dann gehofft, dass er trotzdem hier aufkreuzen würde..? Die Eisbecher waren fertig und ich nahm meinen in Empfang. In Nullkommanichts hatte ich ihn geleert, was mir einen erstaunten Blick meiner Begleiterin eintrug. Das Mädchen sprach mit mir, aber ich hörte ihr nicht richtig zu, denn gerade hatte die Tür zum Flur sich geöffnet. Gespannt sah ich auf die Eintretenden. Auch nichts. Nur eine Gruppe von Leuten, die ich nicht kannte. Enttäuscht drehte ich der Tür den Rücken zu und sah in das vorwurfsvolle Gesicht des Mädchens. „Hörst du mir überhaupt zu? Ich sagte ich heiße Setsuko. Und du?“ „Go.. Goku“ stotterte ich verlegen. „Gogoku?“ grinste sie. „Nein, nur Goku!“ „O.K. Nurgoku, wollen wir was trinken?“ Ich starrte sie an. Dann musste ich grinsen, schließlich laut lachen. Sie war echt witzig! Sie stimmte in mein Lachen ein und hakte mich wieder unter. Gemeinsam gingen wir zur Bar und setzten uns an den Tresen. Der Keeper sah mich fragend an, doch wieder bestellte sie. „Zwei Caipirinha, bitte.“ Ich sah sie an. „Was ist das?“ „Och, so’n Cocktail, ganz harmlos. Schmeckt aber toll!“ antwortete sie leichthin. Ich beschloss, einen davon zu versuchen. „Na gut, ich probiers mal!“ Da strahlte sie mich an. „Super. Wir machen uns einen tollen Abend, wir beide, ja?“ Das war nun nicht wirklich meine Planung gewesen, aber nachdem seine Erhabenheit wohl nicht zu erscheinen geruhte, dachte ich, ehe ich alleine hier sitzen blieb… außerdem – sie war liebenswürdig, ohne Zweifel. Der Barkeeper stellte uns die Drinks hin. Gesagt war gesagt, und vielleicht wollte sie ja wirklich nur einen netten Abend verbringen, also nickte ich ihr zu und stieß mit ihr an.

Kurz nachdem ich den Raum betreten hatte, bereute ich es auch schon wieder. Überall hampelten aufgeblasene Typen rum, die sich in Pose warfen und ihre lächerlichen Muskeln spielen ließen um dümmlich kichernde Modepüppchen zu beeindrucken. Jedesmal wenn ich solche Blender zu Gesicht bekam, musste ich mich zusammenreißen um meinem inneren Drang nicht nachzugeben, ihnen eine Kostprobe wahrer Kraft zu zeigen. Aber ich verzichtete darauf. Erstens waren sie es nicht wert, dass man sich an ihnen die Finger schmutzig machte und zweitens würden sie es wohl kaum überleben. Alle auf diesen Planeten lagen einfach meilenweit unter meinem Niveau...nun ja, fast alle...bis auf den einen...und auf der Suche nach eben diesem ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen, konnte ihn aber nicht entdecken.
Das war schon seltsam, denn normalerweise war er nicht so leicht zu übersehen. Ohne es zu wollen, stand er häufig im Mittelpunkt. Er hatte etwas an sich, was die Leute um ihn herum fast magisch anzog. Es schien von innen heraus zu strahlen, war schlicht Bestandteil seiner selbst und schwer in Worte zu fassen. Man fühlte sich einfach wohl in seiner Nähe... vor allem wenn er lächelte......
Ich gab mir eine mentale Ohrfeige. Was dachte ich hier eigentlich?? Was interessierte mich Kakarotts Lächeln??? Es  war ja sowieso viel mehr nur ein dämliches Grinsen, was er jedem zuwarf, wirklich jedem....und auch diesem aufgetakelten Weib da vorne, das mit ihm an der Bar saß und ihn gerade angrub... Ich blieb wie angewurzelt stehen und unwillkürlich ballten sich meine Hände zu Fäusten.
Eigentlich wollte ich mich sofort auf dem Absatz umdrehen und verschwinden, aber ich war wie versteinert. Ich konnte meinen Blick nicht von ihnen lösen. Gerade neigte sie sich ein wenig mehr zu ihm hin, sprach ein paar Worte und berührte dabei leicht seinen Arm. Er erwiderte darauf etwas und beide lachten.  
In meiner Brust bildete sich ein Knoten und alles was ich denken konnte war: Ich muss hier raus! Gerade als ich diesen Gedanken in die Tat umsetzen wollte, wandte er seinen Kopf in meine Richtung und unsere Blicke kreuzten sich.
Ich fühlte mich ertappt! Etwas zu schnell drehte ich mich um und wollte gehen. Ich hörte, wie er meinen Namen rief, aber ich ignorierte es und setzte meinen eingeschlagenen Weg durch die Menge fort. Da spürte ich plötzlich, wie sich ein fester Griff um mein Handgelenk schloss. Mit einem Ruck befreite ich mich aus diesem, blieb nun aber doch stehen, drehte mich um und stand vor einem recht verdutzten Kakarott.

Der Cocktail schmeckte gut und ich leerte das Glas auf einen Zug. Setsuko starrte mich an und meinte: „Isst und trinkst du immer so schnell?“ „Äh, ja, wieso?“ das war mir jetzt peinlich! „Och, nur so, aber bei Cocktails wäre ich da lieber vorsichtig…“ grinste sie und nippte an ihrem Glas. Ich zuckte die Schultern und sagte zu dem Mixer: „Kann ich noch so ein Getränk haben?“ Keine Minute später stand ein volles Glas vor mir. Ich trank auch dieses aus. Mmh, war das lecker! Ich spielte mit dem Gedanken, mir noch ein drittes zu bestellen, als ich plötzlich das unwiderstehliche Bedürfnis hatte, mich umzudrehen.
Ich blickte in Richtung Tür und mein Herzschlag setzte aus. Er war da! Vegeta stand mitten im Raum und starrte in meine Richtung. Mein Herz begann wieder zu klopfen, nein, augenblicklich zu rasen. Ich wollte ihm zuwinken, herüberzukommen, doch als sich unsere Blicke trafen drehte er sich ruckartig um und strebte der Tür zu. Nein! Das konnte ich nicht zulassen! Er würde nicht gehen, ohne wenigstens mit mir gesprochen zu haben… Ich rief seinen Namen. Keine Reaktion. Ohne auf Setsukos Proteste zu achten sprang ich auf und eilte ihm nach, wobei ich zwei, drei Gäste etwas unsanft zur Seite schob. Es gelang mir tatsächlich, ihn einzuholen, bevor er den Raum verlassen konnte, und ich fasste nach seinem Arm und hielt ihn fest. Vegeta riss sich heftig los, blieb aber stehen. Ich verlor fast das Gleichgewicht und hatte zu kämpfen, auf den Füßen zu bleiben. Mein Kopf fühlte sich seltsam hohl an und mir war leicht schwindlig. Aber ich kam nicht auf die Idee, dass das eventuell an den beiden Drinks liegen könnte, schließlich waren die doch harmlos, hatte Setsuko gesagt… überhaupt, Setsuko. Ein Blick zurück an die Bar und ich sah sie allein dort sitzen… egal, das war jetzt nicht so wichtig.
Ich wandte mich wieder Vegeta zu. Dieser hatte sich nun doch wieder zu mir umgedreht und sah mich stocksauer an. Sauer? Etwa auf mich? Ich war verwirrt. Warum denn bloß?
Plötzlich gab es hinter mir einige Unruhe. Meine Aktion mit dem Wegschubsen der Leute hatte natürlich zur Folge, dass einige unfreundliche Bemerkungen wie „Pass doch auf, besoffener Arsch!“ laut wurden. Ich konnte jedoch nicht näher darauf eingehen, denn ein kurzer Blick in Vegetas Gesicht versetzte mich in höchste Alarmbereitschaft. Ich kannte ihn gut genug um zu wissen, dass er kurz vor dem Explodieren stand. Und was für Folgen das haben würde, konnte ich mir lebhaft vorstellen!
Ich versuchte ihn also abzulenken, indem ich ihm die Hand auf die Schulter legte und lächelnd sagte: „Schön, dass du gekommen bist, Vegeta! Das freut mich echt! Hattest du mich nicht gesehen, oder warum willst du schon wieder weg?“

Dieser blöde Kerl!! Warum gab er sich denn mit so einer ab? Macht er das etwa öfters?? Sicher! Hat ja schließlich ausreichend Möglichkeiten dazu. Wahrscheinlich hat er schon einen ganzen Harem um sich versammelt. Lauter dämliche, auftoupierte und willige ... Soll er doch! Ist mir vollkommen egal. Meinetwegen kann er mit der ganzen verdammten weiblichen Erdbevölkerung...
Mein innerer Monolog wurde dadurch unterbrochen, dass ich mich jetzt plötzlich Auge in Auge ihm gegenüber sah. Ich wollte gerade dazu ansetzen, ihm ein paar gepfefferte Beleidigungen an den Kopf zu werfen, als mich sein Blick total aus dem Konzept brachte und mein Hirn in Zuckerwatte packte. Ich spürte seine Hand auf meiner Schulter, deren Wärme sich durch meine Kleidung fraß, mein Herz aus dem Takt brachte... und seltsamerweise meine Wut mit einem Schlag abkühlen ließ. Er sagte irgendetwas, aber ich nahm nur den Klang seiner Stimme wahr, sah, dass sich ein leichter Schimmer auf seinen Wangen befand, sich ein Lächeln auf seinem Mund zeigte... wie es wohl ist, wenn man diesen Mund... " ...oder warum willst du schon wieder weg?" Den letzten Teil seines Satzes hatte ich doch noch vernommen und dieser schaffte es, dass ich mich wieder halbwegs aus meiner Versunkenheit befreite. Zum zweiten Mal an diesem Tag, hätte ich mir am liebsten selber eine verpasst. Wütend wischte ich seine Hand von meiner Schulter. "Fass mich nicht an!" "Aber Vegeta..." Bei meinen Worten war er leicht zusammengezuckt, sah mich nun betroffen an und ich spürte, wie sich etwas in mir verkrampfte. Aber ich konnte einfach nicht anders. Ich wollte jetzt wütend sein! Ich musste jetzt wütend sein! ... Denn nur so konnte ich die anderen Gefühle vor ihm verbergen, die wie ein Orkan von allen Seiten auf mich einstürmten. "Warum sollte ich denn hierbleiben, he? Nenn` mir nur einen einzigen vernünftigen Grund!!" Ich funkelte ihn herausfordernd an und er senkte den Kopf. Ich hatte schon, bevor ich die Frage gestellt hatte, gewusst, dass ich keine Antwort darauf erhalten würde... zumindest nicht die, die ich ersehnte. Ich hatte es gewusst!... also warum hatte dann verdammt noch mal trotzdem ein kleiner Teil von mir darauf gehofft, sie zu hören??
Resigniert wollte ich mich wieder dem Ausgang zuwenden. Ich spürte die Blicke einiger Partygäste, denen das Zusammentreffen von Kakarott und mir nicht entgangen war, manche tuschelten aber mir war es gleichgültig. Ich fühlte mich so ausgelaugt, wie nach keinem Kampf zuvor. Ich setzte mich in Bewegung... doch da ließ mich ein kleines, nur geflüstertes Wort erstarren. "Warte!" Für einen Moment setzte mein Herzschlag aus, doch als ich bemerkte, wie Kakarott sich in meinem Rücken Schritt für Schritt näherte, fing es unvermittelt an, wie verrückt gegen meine Brust zu hämmern. Dann spürte ich seinen Atem in meinem Genick und ein leichter Schauder erfasste meinen ganzen Körper. Wir berührten uns nicht und dennoch war mir, als würden kleine Stromstöße von ihm auf mich übergehen."Willst du wirklich einen Grund von mir hören?" Seine Stimme war ganz nah an meinem Ohr. Ich schluckte trocken, meine Kehle war wie ausgedörrt und alles, zu was ich in diesem Moment fähig war, war ein Nicken.

Da stand er vor mir, die personifizierte Ablehnung, und sah mich verächtlich an, doch alles was ich denken konnte war, wie verdammt gut er aussah, selbst mit diesem finsteren Gesichtsausdruck. Ich sog seinen Anblick in mich auf und brachte keinen Ton heraus. Ich stellte mir gerade vor, wie er wohl aussehen würde, wenn er lächelte, mich anlächelte… da wandte er sich ab, und machte Anstalten zu gehen. Mein Mut sank. War ja klar. Doch ich wollte ihn um jeden Preis aufhalten und flüsterte ihm zu, er solle warten. Zu meinem grenzenlosen Erstaunen blieb er tatsächlich stehen. Zu überrascht um lange nachzudenken näherte ich mich ihm und sagte das erstbeste was mir in den Sinn kam, um es sofort wieder zu bereuen. Verdammt, nun hatte ich es! Was um Himmels Willen hatte mich nur geritten, so eine Frage zu stellen? ‚Willst du wirklich einen Grund von mir hören!’… dämlicher ging es ja schon nicht mehr. Doch er hatte genickt! Was sollte ich jetzt bloß sagen? Es gab keinen Grund für ihn! Ich war drauf und dran gewesen zu sagen, dass er meinetwegen – ha! meinetwegen! – hierbleiben sollte! Meine Gedanken rasten. Ich wollte nicht, dass er wegging, ich wollte… am liebsten mit ihm zusammen diese Party verlassen. Ich bemerkte die Aufmerksamkeit der Leute um uns herum, und es war mir unangenehm, so im Mittelpunkt zu stehen. Einen Augenblick lang hatte ich die wahnwitzige Idee, uns beide per Teleportation hier wegzubringen. Doch dann würde er mich wahrscheinlich zusammenschlagen… Er wartete immer noch. Ich wusste nicht ob es diese Tatsache, der Alkohol, oder der Mut der Verzweiflung war, der mich jetzt leise sagen ließ „Es ist vielleicht kein vernünftiger Grund, aber… bleib hier – weil ich dich darum bitte, Vegeta!“

Er hatte sie nur sehr leise gesprochen, dennoch hallten seine Worte immer noch in meinem Kopf wieder und lösten dort ein nie gekanntes Durcheinander aus. Ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt denken, ganz zu schweigen davon, wie ich handeln sollte und in mir wuchs der Wunsch einfach zu verschwinden, durch die Tür vor mir zu treten und alles Chaos hinter mir zu lassen....aber ich gab dem nicht nach. Ich war noch nie vor etwas davongelaufen und ich würde jetzt sicher nicht damit anfangen!... auch wenn die Versuchung, wie ich zugeben musste, noch nie so groß gewesen war, wie in genau diesem Moment.
Für einen Augenblick schloss ich meine Augen und konzentrierte mich ganz darauf, was mir mein Innerstes sagte.
Dann hatte ich endlich einen Entschluss gefasst, holte noch einmal tief Luft und wandte mich wieder Kakarott zu. Dieser stand mit gesenktem Kopf da, hatte seine Augen starr auf den Boden gerichtet und sah aus, als würde er im nächsten Moment Prügel von mir erwarten. So ging das nicht!
 „Sieh mich an!" Meine Worte hatten schroff geklungen und er zuckte dabei leicht zusammen. Dennoch wanderte sein Blick langsam nach oben, blieb jedoch schon bei meinen Füßen hängen. Okay, das war zwar auch ein Teil von mir, aber ganz zufrieden war ich damit noch nicht. „Schau mir ins Gesicht, Kakarott!" Einem Moment zögerte er, doch dann ließ er seine Augen tatsächlich weiter nach oben streifen.... mit ungefähr einem Millimeter pro Sekunde.
Das stellte mich ganz schön auf die Probe, aber ich riss mich zusammen und übte mich in Geduld. Nach schier endloser Zeit, trafen seine Augen die meinen. In den seinigen konnte ich nun die unterschiedlichsten Gefühlsregungen ablesen: Angst, Trotz aber auch einen kleinen Funken Hoffnung....und das gab mir den entscheidenden Anstoß:
„Wiederhole, was du eben gesagt hast!" Meine Stimme hatte neutral, aber trotzdem zwingend geklungen. Nun vertiefte sich der leichte Schimmer auf Kakarotts Wangen, aber ich spürte trotzdem  nahezu körperlich wie er sich einen inneren Ruck gab und seine Worte, wenn auch noch leiser als das erste Mal, tatsächlich wiederholte. Danach senkte er schnell wieder seinen Blick. Ich aber hatte das bekommen, was ich wollte und so konnte ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen.
„Das reicht mir aber nicht!" Während ich mich um die eigene Achse drehte, konnte ich noch aus dem Augenwinkel erkennen, wie sein Kopf mit einem Mal hochfuhr, realisierte den Ausdruck in seinen Augen. Ich ging die restliche Strecke bis zur Tür, öffnete sie, trat hindurch und ließ sie wieder ins Schloss fallen. Dann lehnte ich mich für einen kurzen Moment dagegen, atmete tief durch und hoffte das Richtige getan zu haben. Nach einigen verstrichenen Sekunden raffte ich mich auf und meine Füße trugen mich den Gang entlang nach draußen.....
 

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