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Alle Charaktere gehören (leider nicht mir sondern) Toriyama-san

Alles frei erfunden, vielleicht ein bisschen absurd, was soll’s.

 

Hier kommt mal was harmloses, nettes, nur love, lime, eiapopeia und n bissi Eifersucht…

Viel SpaĂź!

Haruka

 

Junggesellenparty

 

Er saß im Schlafzimmer seiner Mutter und drehte den goldenen Ring zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her. Er hielt den Diamanten in den Abendsonnenstrahl, der durch das Fenster hereinfiel. Dieser erstrahlte in hellem Feuer. Dann hob er den Ring hoch und hielt ihn an sein linkes Auge. Blinzelnd schaute er hindurch. „Übermorgen ist es also wirklich soweit...“ sagte er zu dem jungen Mann, der ihm gegenüber saß. Er musterte ihn prüfend. Ja, tatsächlich, seine Mutter hatte Recht. Der Smoking stand ihm wirklich gut. Sein schulterlanges Haar war sauber gescheitelt, die zwei widerspenstigen Strähnen, die ihm immer wieder in die Stirn fielen, mit Gel zurückgestrichen. Ein wirklich erfreulicher Anblick. Das fand sicher auch Pan, die sich momentan im Zimmer nebenan für ihre Junggesellinenparty umzog. Seufzend wandte er sich von seinem Spiegelbild ab. Pan… seine zukünftige Frau. Er konnte sich immer noch nicht recht an diesen Gedanken gewöhnen. Er würde sie heiraten, und Goten war sein Trauzeuge. Alle würden kommen. Goku und Chichi, Piccolo, Krilin mit Frau und Tochter, die auch eine verdammt hübsches Mädchen geworden war, Yamchu, und sogar Ten Chin Han.

Videl und Gohan – seine Schwiegereltern. Komischer Gedanke!

Seine Gedanken schweiften zurück in die Vergangenheit. Er dachte an seine Kindheit, an die vielen Abenteuer, die er mit Gohan, Piccolo, und Goten bestanden hatte, als Vegeta und Goku im Jenseits waren und sie von ihren Vätern so gut wie nichts wußten, außer aus den Erzählungen ihrer Mütter. Er verdrehte die Augen. Mütter! Bulma und Videl hatten ihn und Pan regelrecht verkuppelt, und Chichi hatte mehr oder weniger mitgeholfen. Aber irgendwie war das nicht der springende Punkt. Er hatte Pan zwar sehr gerne. Sie hatten sich immer gut verstanden, und sie war ein sehr hübsches Mädchen. Es war irgendwann fast automatisch klar, dass sie zusammenbleiben würden. Aber das mit der Hochzeit ging ihm jetzt eigentlich zu schnell. Er war noch nicht so weit. Dachte er zumindest. Denn warum sonst hätte er sich fast ein wenig davor gefürchtet? Im Vergleich zu ihm war Pan irgendwie doch auch noch ein Kind. Er seufzte wieder. Bald würde ihn Goten zu seinem Junggesellenabschied holen. Sie feierten ihre Parties lieber zwei Tage vor der Hochzeit, damit sie nicht total verkatert vor dem Altar erschienen. Irgenwie hatte er gar keine Lust auf eine Party. Aber es musste wohl sein…

Es klopfte an der TĂĽr. Trunks steckte den Ring in sein Etui zurĂĽck und legte es auf das Nachttischchen.

„Ja?“ Goten kam grinsend mit einer Flasche Sekt und zwei Gläsern herein.

„Hallo, ich habe schon mal was zum Aufwärmen mitgebracht. Hab gerade die ersten Mädels kommen sehen, für Pans ‚Jungfrauen-Abschied’..“ er zwinkerte Trunks zu. Der lächelte gequält. „Sollen wir lieber hierbleiben? Vielleicht kriegst du ja auch eine ab..“ scherzte er etwas lahm. „Heute machen wir einen drauf, Alter, da denke ich doch nicht an Frauen!“ gab Goten etwas ruppig zurück. Trunks wunderte sich etwas über den scharfen Tonfall, aber Goten reichte ihm schon ein Glas Sekt. Trunks kippte den Inhalt auf einmal hinunter. Goten hob die Augenbrauen, und schenkte ihm nach. „Wollen wir nicht erstmal anstoßen?“ fragte er neckend.

„Oh, sorry, hab ich vergessen“ murmelte Trunks und hielt sein Glas hoch.

„Kanpai!“ Sie stießen an und tranken. Wieder leerte Trunks sein Glas in einem Zug.

„Was ist denn los? Willst du dich jetzt schon dichtmachen?“ fragte Goten etwas irritiert.

„Ach was, es schmeckt nur gut!“ Trunks’ Augen hatten einen leichten Glanz. Goten wollte die Gläser wegstellen, doch Trunks nötigte ihn, auszutrinken und als dieser den Kopf schüttelte, schenkte beide Gläser einfach wieder voll. Die Flasche war schon fast leer.

„Ok, das Glas trinke ich noch, aber dann gehen wir, einverstanden?“ Goten wollte Trunks aus dem Zimmer bekommen, bevor er schon volltrunken losging.

„Einverstanden. Hick.“ Trunks hatte auch das dritte Glas bereits ausgetrunken. Die erste Auswirkung machte sich in Form von leicht geröteten Wangen und besagten glänzenden Augen bemerkbar. Auch Goten leerte sein Glas jetzt schnell und lotste den grinsenden Trunks aus dem Zimmer. Es war niemand im Flur, nur aus dem Wohnzimmer hörte man Kichern und Gläserklingen. Die Party war in vollem Gange.

„Lass uns abhauen“ murmelte Trunks und drängte Goten zur Ausgangstür.

„Du fährst!“ bestimmte er und flankte über die geschlossene Tür von seinem Cabrio auf den Beifahrersitz.

Goten startete den Wagen und fuhr los in Richtung Yamchus Wohnung. Dort sollte die Junggesellenparty steigen. Auf dem halben Weg dorthin sagte Trunks plötzlich:

„Fährst du noch kurz bei ’nem FastFood Restaurant vorbei? Ich will noch was essen. Irgenwie ist mir der Sekt schon in den Kopf gestiegen.“

Goten schüttelte den Kopf. „Wir können kurz bei mir anhalten, ich habe noch Essen von heute mittag im Kühlschrank.“ Er bog von der Hauptstraße ab und fuhr in Richtung seiner Studentenbude, die er seit seiner Oberschulzeit bewohnte, weil ihm Chichis Muttertrieb so langsam aber sicher auf die Ketten gegangen war. Sie hatte zwar gezetert, aber das Argument, dass der Schulweg sonst so weit wäre, hatte sie umgestimmt.

Sie fuhren mit dem Fahrstuhl in die fünfte Etage hoch und Goten schloss auf. Trunks stiefelte sofort ins Wohnzimmer und warf die engen neuen Schuhe und seine Smokingjacke von sich. Er stellte den CD Player an. Linkin Park. Sehr gut. Zufrieden lümmelte er sich auf das Sofa. Er hörte Goten in der Küche rumoren und dachte an die vielen Abende, die sie hier schon gemeinsam vor dem Fernseher, mit Videospielen oder auch einfach nur mit Musikhören und Quatschen verbracht hatten. Ja, er kannte Goten schon sein ganzes Leben lang. Oder besser gesagt, dessen ganzes Leben lang, denn er war ein Jahr älter. Dieser kam jetzt mit einem Tablett voll Sashimi und grünem Tee aus der Küche. Sie setzten sich an den Tisch und begannen zu essen. Während des Essens redeten sie nicht. Trunks warf ab und zu einen verstohlenen Blick auf Goten. Der hatte keinen Anzug an, sondern schwarze Jeans und ein weißes T-shirt, dazu eine schwarze Lederweste. Seine Haare standen wie immer wirr vom Kopf ab und seine tiefschwarzen Augen blitzten Trunks gerade schelmisch an.

„Was schaust du so? Gefällt dir mein Outfit nicht?“

„Doch! Sieht cool aus. Ich wünschte, ich hätte mir nicht diesen affigen Anzug angezogen…“

„Soll ich dir was leihen? Kannst von mir Klamotten haben, wenn du willst!“

Trunks nickte. Er war schon dabei, sein weißes Rüschenhemd aufzuknöpfen.

„Gute Idee. Am besten…“

„Ich weiß! Graue Hose, schwarzes Shirt. Alles klar!“ Goten war schon im Schlafzimmer verschwunden und seine Stimme klang undeutlich aus dem Kleiderschrank hervor. Trunks starrte ihm hinterher. ‚Goten kennt mich besser als ich selbst“, dachte er auf einmal. ‚Er weiß viel über mich … aber nicht alles, und das ist besser so.’ Er sah zu Goten auf, der mit einem Arm voll Klamotten wieder erschien.

„Hier, such dir was aus. Zwei graue Hosen, eine Jeans, eine Leder, und mehrere schwarze Shirts. Wird ja was dabei sein…“ er starrte Trunks an, der mit freiem Oberkörper auf dem Sofa saß. Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihm breit.

Trunks griff sich die graue Jeans und ein schwarzes Shirt mit Netzeinsatz am Ärmel und wollte im Bad verschwinden.

„Kannst ruhig hierbleiben, ich seh nicht hin“ scherzte Goten lockerer, als ihm zumute war, doch Trunks murmelte was von „Frisch machen“ und war weg. Eine Minute später war er wieder da, umgezogen und eindeutig besser gelaunt. Goten fand, dass das schwarze Shirt extrem gut zu seinen hellen Haaren aussah, und sagte ihm das auch. Zu seiner Überraschung errötete Trunks leicht und grummelte was davon, dass man solche Komplimente ja wohl eher Frauen machen würde. Goten wurde knallrot und sagte mit abgewandtem Blick: „Tut mir leid, ich wollte dich nicht beleidigen…“

Trunks sah, dass er Goten irgendwie verletzt hatte und ergriff seinen Arm.

„Nicht böse sein, war nur ein dummer ..!“ Spruch, wollte er sagen, doch den letzten Teil des Satzes verschluckte er, weil ihn Goten in diesem Moment ansah. Der Ausdruck in dessen Augen war so – undefinierbar, dass er hastig seinen Arm losließ und gespielt munter sagte: „Na, dann wollen wir mal los…“ Goten nickte. Er räumte das Tablett in die Küche, machte die Anlage aus und schnappte seine Jacke.

Sie fuhren im Fahrstuhl wieder abwärts, und Trunks konnte Goten nicht in die Augen sehen. Er wusste nicht, was das eben gewesen war, er wusste nur eines: dass er jetzt Null Bock auf eine lärmige Party hatte. Aber was konnte er tun? Ihm kam der rettende Gedanke. Er fasste sich an den Magen und krümmte sich zusammen. „Auu, mein Bauch!“ jammerte er. Goten sah ihn erschrocken an. „Was ist denn?“ „Ich weiß nicht, es tut so weh!“ Sie waren gerade unten angekommen. Goten drückte die 5 und es ging wieder aufwärts.

„Ich verstehe das nicht, so plötzlich? Die Röllchen waren doch frisch, und mir ist ja auch nicht schlecht?“ murmelte er, während er Trunks stützte und ihn im Wohnzimmer auf das Sofa bettete. Dann ging er, um eine Wärmflasche oder sowas zu holen.

„Auu, aua!“ jammerte Trunks noch ein bisschen, bis Goten wieder mit einem Heizkissen da war. Er legte es ihm auf den Bauch und sah ihn besorgt an.

„Soll ich einen Arzt rufen?“

„Nein, noch nicht, ich hoffe es ist gleich wieder besser! Vielleicht hat sich der Fisch nicht mit dem Sekt vertragen…“ sagte Trunks schnell.

Langsam wurde es ihm wirklich mulmig. Warum hatte er Goten denn angelogen?  Und der machte sich auch noch richtige Sorgen um ihn! Reuevoll wollte er schon zugeben, dass das ganze nur ein Trick war, als Goten sich plötzlich neben ihm auf den Boden kniete und sein Shirt hochschob. Ihm brach der SchweiĂź aus. Gotens Hand fĂĽhlte sich wärmer an als das Heizkissen, das dieser nun etwas wegschob und die Hand an dessen Stelle auf seinen Bauch legte. Er tastete Trunks vorsichtig ab und fragte dauernd

„Tut das weh, oder das, hast du hier Schmerzen?“ Trunks’ Herz klopfte zum Zerspringen. Was tat Goten denn da nur? Und vor allem: Warum reagierte er so heftig darauf? Gotens Hand tastete etwas weiter abwärts, was dazu führte, dass Trunks hastig aufsprang. Das Heizkissen segelte auf den Boden. Er schob Goten zur Seite und verschwand mit den Worten: „Ich muss aufs Klo“ im Badezimmer. Dort lehnte er sich an die Wand und versuchte, seinen Pulsschlag auf das normale Maß zu reduzieren, was ihm angesichts der ziemlich deutlichen Ausbuchtung in seiner Jeans nicht ganz leicht fiel. Seine Haut fühlte sich an, als wäre Goten mit einem Flammenwerfer darüber gegangen, und nicht mit seiner Hand. Um Himmels willen, was war nur los? Seit es mit dieser Hochzeit ernst wurde, hatte er dauernd an Goten denken müssen, an ihre gemeinsame Kindheit, Jugend und Schulzeit. Und immer wieder hatte er solche Vorstellungen, wie es wäre, mit Goten mehr als nur befreundet zu sein. Er konnte es sich nicht erkären, sie hatten doch beide schon Freundinnen gehabt. Naja, allerdings war er noch nie mit einem Mädchen richtig intim gewesen, meistens hatte er es geschafft, sie vorher wieder zu verjagen, er hatte manchmal eine ähnlich ‚charmante’ Art wie sein Vater an sich. Und irgendwie fand er die meisten Mädchen außer Pan ziemlich dämlich. ‚Hühner’ nannte er sie immer, wenn er mit Goten zusammen war. Und wenn es doch mal ernst wurde, war er immer zu voll gewesen, um noch viel mit ihnen anfangen zu können. Er grinste plötzlich. Ja, er ging als Jungfrau in die Ehe! Und Goten? Er wusste es nicht. Der redete nicht über sowas. Und wenn er ehrlich war, wollte er es lieber auch nicht wissen. Der Gedanke, Goten könnte was mit einer Frau haben, löste jedesmal ein Gefühl von nagender Eifersucht in ihm aus. So auch jetzt wieder. Es klopfte an der Tür.

„Trunks? Bist du in Ordnung?“

Hastig betätigte er die Spülung und drehte den Wasserhahn auf. Er kühlte sein erhitztes Gesicht und rief zurück

„Jaja, geht schon wieder, komme gleich!“

Als er ins Wohnzimmer zurückkam, sah Goten ihn besorgt an. „Musstest du dich übergeben?“

„Ja, jetzt ist alles wieder raus, ich fühl mich besser.“ Noch eine Lüge! Er verstand sich selbst nicht mehr.

„Und die Party?“

„Äh, hm, also, auf Alkohol habe ich keinen Bock mehr! Am besten rufe ich an und sage ab!“

„Absagen? Spinnst du?“

„Wieso, die können auch ohne uns feiern, oder?“

„Ohne uns?“

„Oh, ach so, entschuldige, du kannst natürlich hingehen, wenn ich hier bleiben darf. Zu Hause ist bei mir die Hölle los, weißt du noch?“

„Ich würde schon gerne hingehen, bitte komm doch mit. Krilin meinte, Yamchu lädt ein paar ganz süße Mädels ein!“

Trunks’ Miene verdüsterte sich. Warum fing er jetzt davon an? Vorhin hatte er noch gesagt, er denke nicht an Frauen!

„Nein, ich bleibe hier, wenn ich darf. Aber du gehst hin! Grüß’ alle von mir!“

Goten sah Trunks aufmerksam an. „Bist du sauer, wenn ich gehe?“

„Welches Recht hätte ich denn, sauer zu sein?“ fragte Trunks leise.

Goten schluckte. Lieber nicht auf diese Frage antwortend, stotterte er

„Äh, also, und dir geht es wirklich besser?“

“Ja! Nun hau schon ab!“

Zögernd griff Goten nach seiner Jacke.

„Du kannst dich ins Bett legen, ich komme eh nicht früh, oder vielleicht auch ganz früh, nämlich morgen früh!“ Er grinste schwach.

„Bis dann, und viel Spaß!“

Als die TĂĽr sich hinter Goten geschlossen hatte, stand Trunks auf und ging ins Schlafzimmer. Er zog sich Gotens Klamotten aus und warf sich auf das Bett.

„Wozu braucht der Kerl eigentlich so ein breites Bett?“ dachte er grummelig. „Schleppt wohl öfter mal jemanden ab, wie?“

Er legte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Warum hatte er eigentlich so eine Show abgezogen? Die ganze Lügerei mit den Magenschmerzen und alles das! Hatte er etwa gehofft, Goten würde bei ihm bleiben und Händchen halten?

‚Wenn du ehrlich bist, hast du genau das gehofft!’ Die Erkenntnis kam wie ein Donnerschlag. Er hatte gehofft, Goten wĂĽrde bei ihm bleiben! Er wollte mit Goten alleine sein.. um seinen Junggesellenabschied zu feiern –  oder… um an ihn seine Jungfräulichkeit zu verlieren? Er erschrak. Was dachte er denn da? Er wurde flammendrot, vor allem als er wieder eine leichte Regung in seiner Boxershorts verspĂĽrte. Er drehte sich auf den Bauch und vergrub das Gesicht in Gotens Kissen. Es duftete ganz schwach nach dessen Duschgel. Trunks sog den Geruch tief ein und stellte fest, das die leichte Regung nicht mehr leicht war.

‚Das darf nie jemand erfahren.. und du vergisst das auch ganz schnell wieder..’ dachte er. Er warf einen Blick auf den Radiowecker. 22.00 Uhr. Die Nacht hatte noch nicht mal richtig angefangen. Er schaltete auf CD und drückte Start. Es ertönte sanfte Musik. War das Kuschelrock? Wofür zum Teufel hatte Goten Kuschelrock am Bett? Wieder diese nadelfeinen Stiche der Eifersucht. Er glaubte selbst nicht was er tat, aber er zog die Schublade vom Nachtschrank auf. Und – Volltreffer. Darin lag ein Päckchen Kondome! Fast hätte er nachgesehen, ob sie noch vollzählig waren, aber dann schob er die Lade wieder zu und schüttelte über sich selbst den Kopf.

‚Du bist komplett verrückt geworden! Das ist vollkommen normal, das die Dinger da drin sind’ dachte er. ‚Du hast doch selber welche in der Schublade!’ Er knipste das Licht aus und lag mit offenen Augen im Dunkeln. Der zweite Song fing an. Wieder so was softes. Es war ein schönes Lied. Das nächste auch. Er hörte weiter zu und schlief dabei schließlich irgendwann ein.

Als Goten ohne Trunks auf der Party erschien, waren alle enttäuscht.

„Das gibt’s doch nicht! Ein Junggesellenabschied ohne die Hauptperson? So ein Mist!“

„Was hast du ihm denn bloß zu essen gegeben? Oder ist er schon abgefüllt?“

„Hättest du ihn nicht überreden können?“

„Och, Mann, das war unsere letzte Gelegenheit mit Trunks zu schäkern“ sagte Michiko, ein hübsches Mädchen, von der Goten wußte, dass sie schon lange auf Trunks scharf war.

„Schon vergessen, er heiratet übermorgen! Schlag ihn dir besser gleich aus dem Kopf!“ blaffte er sie an. Sie sah ihn beleidigt an.

„Ja, ja ist ja schon gut! Moralapostel!“ sie drehte sich um und ließ ihn einfach stehen. Goten starrte ihr wütend nach und griff sich ein Bier. Er sah sich um. Es waren viele Leute da, alles Freunde und Bekannte aus der Schulzeit. Yamchu hatte die Wohnung wie eine Disco hergerichtet, sogar einen Tresen hatte er aufgebaut. Ein ehemaliger Mitschüler, der jetzt studierte, jobbte als DJ und hatte sich bereit erklärt, heute abend für die Musik zu sorgen. Er schlenderte zu ihm hin.

„Hi, Kentaro“

„Hi Goten! Ist ja ein Ding mit Trunks! Verpasst seine eigene Party!“

„Ja, irgendwie ist es blöd. Ich frage mich, was ich hier eigentlich soll!“

„Ach was, wird schon noch lustig werden! Hast du gesehen? Reika ist auch hier!“ sagte Kentaro augenzwinkernd. Goten sah sich um. Reika stand neben Yamchu und hatte ihn untergehakt. Sie war eine schwarzhaarige Schönheit. Auch noch nach all der Zeit… Auf der Schule hatte Goten sich in sie verliebt und nächtelang Kentaro am Telefon vollgejammert, weil sie ihn keines Blickes gewürdigt hatte. Reika war Kentaros Schwester. Goten hatte ihn immer angefleht, ein gutes Wort für ihn einzulegen, aber es hatte nie etwas genützt. Sie war so etwas wie eine Highschool-Queen, jeder Junge schwärmte für sie. Doch sie war immer abweisend und kümmerte sich nur um die Schule. Es ging das Gerücht, sie wäre in Trunks verliebt, aber der stand ja nur auf Blondinen…

Goten betrachtete Reika. Ja, sie war wirklich eine schöne Frau. Aber das Kribbeln in seinem Bauch war weg. Er zuckte die Schultern. War wohl zu lange her… Da kam sie auf ihn zu.

„Hi, Goten! Ich hab schon gehört, Trunks kommt nicht. Zu blöd, ich bin extra seinetwegen hergekommen. Naja, es wäre ja eh zu spät…“ traurig blickte sie vor sich hin. Goten fragte sich, ob an dem Gerücht vielleicht etwas dran war. Irgendwie gefiel ihm der Gedanke nicht. Ganz und gar nicht.

„Ich habe es schon zu Michiko gesagt. Er heiratet übermorgen. Was denkt ihr euch eigentlich?“

„Ach Goten, sei doch nicht so spieĂźig!  Ich wollte doch nichts von ihm, nur noch mal ĂĽber die alten Zeiten quatschen und so…“

„Und so?“ Goten sah sie an. Sie schaute zurück.

„Und so!“ sagte sie trotzig. Dann drehte sie sich um und schlenderte betont langsam zu Yamchu zurück.

Goten nahm einen Schluck von seinem Bier. Irgendwie war das nicht sein Tag heute. Er sah auf die Uhr. Schon fast Mitternacht. Plötzlich fingen alle an, einen Countdown zu zählen. Er sah überrascht auf. Krilin stand am Lichtschalter und wartete. Bei ‚Zero’ machte er es dunkel im Zimmer. Ein einzelner Spot flammte auf, und ein großer Schrankkoffer wurde hereingerollt. Kentaro spielte eine Fanfare und legte danach eine heiße Dance-Nummer auf. Aus dem Koffer kamen zwei junge Frauen und begannen, aufreizend zu tanzen.

„Oh nein!“ Goten stöhnte innerlich. Stripperinnen! Er hasste solche „Highlights“ auf Parties. Eigentlich hätte es ihm klar sein müssen, dass sich Yamchu irgend so einen Schwachsinn ausdenken würde. Als die Mädchen jetzt tatsächlich begannen, sich auszuziehen, verdrückte sich Goten in die Küche. Alle klatschten und johlten. Er schüttelte den Kopf. Wie konnte man sowas nur toll finden!

Plötzlich mußte er an Trunks denken, wie er „oben ohne“ auf seinem Sofa gesessen hatte. Er schluckte. Warum fiel ihm das jetzt ein? Doch der Gedanke war hartnäckig. Er dachte trotzig: „Und er hat in dem schwarzen Shirt toll ausgesehen, warum sollte ich ihm das nicht sagen!“

Trunks hatte so abweisend reagiert. Goten schüttelte den Kopf. War ja auch egal. ‚Ist es dir wirklich egal?’ meldete sich ein leises Flüstern in seinem Kopf.

„Ja, völlig egal!“ murrte er vor sich hin, und verließ die Küche. Sein Bier hatte er ausgetrunken, und eigentlich würde er am liebsten nach Hause fahren, aber das wäre wohl doch etwas merkwürdig gewesen. So schlenderte er an die improvisierte Bar. Dort stand Toshiyuki, genannt Toshi, ehemaliger Schülersprecher seines Jahrgangs. Auch er jobbte neben dem Studium, in einer Bar als Mixer.

„Na, Goten, soll ich dir mal einen Spitzencocktail mixen?“ fragte er seinen ehemaligen Klassenkameraden.

„Gern, was hast du denn so?“

„Warts ab. Ist ein Geheimrezept.“

Er schüttete Säfte und Alkohol aus verschiedenen Flaschen in einen Shaker, gab zerstoßenes Eis dazu und schüttelte das Ganze. Goten sah ihm fasziniert zu.

„Woher kannst du das? Sieht ja echt professionell aus!“ sagte er bewundernd.

„Das hat mir mein Chef gezeigt. Der hat sogar schon Cocktail-Mixer-Wettbewerbe gewonnen. Ich war eigentlich nur Bedienung in seiner Bar, aber er brauchte mal eine Vertretung und hat mir einen Crash-Kurs verpasst. Das habe ich wohl ganz gut hingekriegt, denn seitdem bin ich an der Bar und lerne ständig dazu.“

Er schĂĽttete den Drink in ein hohes Glas mit Zuckerrand, hing eine geringelte Zitronenschale daran und steckte einen Zahnstocher mit Cocktailkirsche hinein.

„Voila! Wohl bekomm’s!“ Er reichte Goten das Glas. Der kostete. Und trank das Glas leer.

„Schmeckt lecker. Machst du mir noch so einen?“

„Gerne, aber sei vorsichtig, der hat es in sich!“ meinte Toshi. Dann sah er über Gotens Schulter hinweg.

„Oha, die Damen sind gleich fertig mit ihrer Show, viel haben sie ja nicht mehr an…“ meinte er gleichmütig.

„Interessiert dich das nicht?“ neckte Goten ihn. Toshi sah ihn ernst an. „Nein.“

„Hast recht, ich mag das auch nicht“ stimmte Goten zu. Es ist irgendwie…“

„Abstoßend“ sagte Toshi.

„..abstoßend!“ beendete Goten seinen Satz. Sie sahen sich an und mußten lachen. Toshi sah Goten nachdenklich an.

„Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber…“

„Ja?“

„Kann es sein, dass du nicht besonders gut drauf bist?“

„Stimmt. Ich mache mir ein bißchen Sorgen um Trunks, und die Party hier ödet mich ziemlich an…“

„Ich habe Yamchu auch gesagt, dass ich nur bis 1 Uhr bleiben kann, dann hau ich ab. Ich bin noch mit meinem Freund verabredet…“

„Deinem Freund..“ Goten starrte Toshi an.

Toshi grinste „Ja. Mein Chef. Wir leben zusammen. Wir sind ein Paar.“

Toshi sah, dass Goten leicht rot wurde.

„Hast du ein Problem damit?“ fragte er unsicher.

„Nein, nein, kein Problem, ich.. kenne nur sonst keinen Typen, der mit einem Mann zusammen ist.. ist etwas Neues für mich…“ stotterte Goten. „Naja, ich werde mich dann mal wieder ins Getümmel stürzen…“ er trank hastig seinen zweiten Cocktail aus und ging Richtung Tanzfläche, wo jetzt wieder normal getanzt wurde. Die beiden Stripperinnen waren verschwunden. Toshi sah ihm nach. Gotens Reaktion hatte ihn etwas überrascht. Soo selten waren doch Beziehungen zwischen Männern heute nicht mehr? Er zuckte die Schultern, als zwei Bestellungen kamen und widmete sich wieder seinen Cocktails.

Goten tanzte halbherzig mit zwei oder drei Mädchen. Er dachte immer noch an Toshis letzten Satz. ‚Hast du ein Problem damit?’ Hatte er ein Problem damit? Er war sich nicht sicher. Liebe zwischen Männern? Er dachte an das Gefühl, das ihn überkommen hatte, als er vorhin über Trunks’ Bauch gestrichen hatte. Er konnte die samtige Haut förmlich wieder unter seinen Fingerspitzen spüren. Es hatte ihn – angemacht, das musste er zugeben. Er wand sich unter dieser Vorstellung, aber er musste sich eingestehen, dass Trunks eine seltsame Anziehungskraft auf ihn ausübte. Er sah sich um. Es ging auf 1 Uhr zu und die ersten Pärchen saßen knutschend herum. Seine letzte Tanzpartnerin sah ihn verführerisch lächelnd an. Der Duft ihres Parfüms war schwer und süß. Goten, der die beiden Cocktails deutlich in seinem Schädel spürte, fand den Duft eher ekelhaft als angenehm. Als sie ihn mit ihren Armen umschlang, machte er sich steif und schob sie vorsichtig von sich.

„Sorry, aber mir ist nicht danach!“ murmelte er und wollte sich davonmachen.

Das Mädchen war über die Abfuhr beleidigt und zischte hinter ihm her

„Stehst wohl auf Kerle, wie?“ Goten zuckte zusammen. Das war genau das, was er sich auch schon die ganze Zeit fragte. Oder, nein, nicht auf Kerle nur auf einen Kerl. Auf – Trunks!

Jetzt, nachdem er den Gedanken endlich einmal zu Ende gedacht hatte, war er über sich selbst erstaunt. Wieso hatte er das eigentlich nicht schon früher erkannt? Wahrscheinlich lag es an der absoluten Vertrautheit, die sie beide verband. Sie hatten schon öfter im selben Bett geschlafen, hatten sich bei vielen Gelegenheiten nackt gesehen und sich ohne Hintergedanken umarmt. Wieso machte ihn die Vorstellung, mit Trunks im selben Bett zu liegen, auf einmal so verrückt? Er seufzte. Die Cocktails waren wirklich nicht ohne. Oder warum dachte er auf einmal solche Sachen? Er schlenderte zurück an die Bar. Toshi lächelte ihm entgegen.

„Na, willst du noch was trinken? Ich mach gleich Schluss hier, dann gibt es nur noch Bier oder Schnaps“ sagte er.

Goten zögerte. Dann fragte er: „Könnte ich bei dir mitfahren, dann würde ich noch so einen Cocktail von vorhin nehmen“.

„Klar, kein Problem“ meint Toshi und griff zum Mixbecher. Er stellte Goten den fertigen Drink hin und begann aufzuräumen. Goten sah ihm zu und leerte dabei langsam sein Glas.

„Von mir aus können wir gehen“ meinte Toshi dann. Goten nickte und holte seine Jacke. Sie verabschiedeten sich und verließen gemeinsam die Party, was zu Kichereien und Witzeleien führte, denn Toshi’s Homosexualität war hier allgemein bekannt. Vor der Tür schwankte Goten leicht.

„Ups, die Cocktails hauen einen ganz schön um“ meinte er mit etwas schwerer Zunge. Toshi stützte ihn.

„Komm, ich bring dich zu meinem Auto“ grinste er und schleppte ihn über die Straße. Ihnen fiel das Taxi nicht auf, dass gegenüber anhielt.

Trunks wachte auf. Er wußte zuerst nicht, wo er war. Er schaute um sich, erkannte die Leuchtziffern des Radioweckers. Mitternacht. Ach ja, er war ja in Gotens Wohnung. Seine Vorstellung mit den Magenschmerzen fiel ihm wieder ein. Peinlich, peinlich! Die Wirkung des Sektes war verflogen. Goten war noch nicht zurück. Natürlich nicht. Er war ja auf der Party, seiner Party! ‚Komm doch mit, sind sicher viele hübsche Mädchen da…’ Trunks bekam irgendwie schlechte Laune. Er sah noch einmal auf die Uhr. Sollte er einfach losgehen und auf der Party auftauchen? Kurz entschlossen sprang er auf und zog Gotens Sachen wieder an. Im Bad fuhr er kurz mit dem Kamm durch sein Haar und suchte nach Gel. Kein Gel. Er grinste. Natürlich nicht, bei Gotens Haaren war sowieso Hopfen und Malz verloren. Er schloss die Augen und stellte sich vor, wie er durch diese dichte Mähne wuschelte. Er riss die Augen wieder auf und starrte sich im Spiegel an.

„Du bist nicht ganz dicht, mein Freund!“ sagte er zu seinem Spiegelbild und drehte sich selbst den Rücken zu. Wahrscheinlich würde Goten ihn zum Teufel jagen, wenn er diese Gedanken jemals ihm gegenüber äußerte. Und außerdem – übermorgen – nein morgen war er ein braver Ehemann und dann waren solche Ambitionen noch abartiger, als sowieso schon….

‚Was ist daran abartig, sich zu verlieben?’ flĂĽsterte eine Stimme in seinem Kopf.

„Ich bin nicht verliebt“ knurrte er. Dann stutzte er. Das war es! Er war nicht verliebt, jedenfalls nicht in Pan. Er mochte sie, er fand sie hübsch, er war auch gerne mit ihr zusammen, aber – er liebte sie einfach nicht. Und sie? Hatte sie jemals zu ihm gesagt, sie würde ihn lieben? Er konnte sich nicht erinnern. „Ich hab’ dich lieb“ war alles, was sie mal zu ihm gesagt, und ihm einen schüchternen Teenager-Kuss aufgedrückt hatte. Als er etwas fordernder wurde, hatte sie den Kuss abgebrochen und war rot geworden. Er hatte gedacht, sie brauche noch etwas Zeit, und sie nicht weiter bedrängt. Seitdem hatten sie zwar Händchen gehalten, und auch mal Küßchen getauscht, aber so richtig zur Sache war es nie gegangen. Und wenn er ehrlich war, sie machte ihn auch nicht an. Nicht dass er sie abstoßend fand, oh nein, sie war wirklich niedlich, aber…

‚Aber sie macht dich nicht so heiß wie Gotens Berührung vorhin…’ flüsterte die Stimme wieder.

„Verdammt, ich bin nicht schwul!“ stieß er hervor. Wieso kamen ihm immer und immer wieder solche Gedanken! Er ging entschlossen Richtung Ausgang. Er würde jetzt auf diese Party gehen, sich mit Frauen amüsieren und Goten ganz normal wie immer entgegentreten.

Als die WohnungstĂĽr zuschnappte, fiel ihm auf, dass er keinen SchlĂĽssel hatte. Er zuckte die Schultern. Er wĂĽrde sowieso mit Goten zurĂĽckkommen, und der hatte sicher einen SchlĂĽssel.

Auf der Straße pfiff er ein Taxi heran und ließ sich zu Yamchus Wohnung fahren. Es war fast ein Uhr. Als er den Taxifahrer bezahlen wollte, sah er, wie Goten am Arm eines Mannes die Straße entlang auf ein Auto zuging. Sein Atem stockte. Das war doch Toshiyuki! Er kannte ihn natürlich auch, und im Gegensatz zu Goten wusste Trunks schon länger, dass dieser mit einem Mann zusammenlebte. Ein stechender Schmerz fuhr durch sein Herz. Er zögerte. Der Taxifahrer fragte „Wollten sie nicht bezahlen?“

Trunks antwortete nicht.

„Hallo, junger Mann! Ich fragte sie etwas…“

Trunks sah, dass die beiden in das Auto einstiegen und sagte rau:

„Folgen Sie bitte dem blauen Mazda da vorne!“

Der Taxifahrer sah ihn an, als ob er einen Geist gesehen hätte.

„Das ist nicht Ihr Ernst. Spielen wir jetzt James Bond oder was?“

„Quatschen Sie nicht, machen Sie. Ich zahle das Doppelte was auf der Uhr steht.“ fuhr Trunks ihn an.

Der Taxifahrer zuckte die Schultern und fuhr los.

Trunks lehnte sich zurĂĽck. Sein Herz schlug wie wild. Was hatte das zu bedeuten?

Das Taxi hielt an. Er sah auf. Eine rote Ampel!

„Sind Sie irre? Fahren sie weiter, er entwischt uns sonst!“

„Also, ich fahre gewiss nicht bei Rot! Das kannst du dir abschminken, Bürschchen! Und jetzt bezahle und steig aus, sonst setzt es was!“

Wütend gab ihm Trunks das Geld und stand schwer atmend auf der Straße. Von dem blauen Mazda war nichts mehr zu sehen. Er blickte sich um. Er war ganz in der Nähe von Gotens Haus. Niedergeschlagen machte er sich auf den Weg dorthin. Vielleicht… war ja Goten schon da… An dem Haus angekommen, sah er nach oben. Alles war dunkel. Er klingelte. Keine Reaktion. Unschlüssig sah er sich um. Da entdeckte er eine Bar auf der anderen Straßenseite. Hatte sie noch offen? Er ging nachschauen…

Toshi und Goten fuhren schweigend durch die Nacht. Toshi sah Goten von der Seite an. „Hast du was? Du wirkst den ganzen Abend schon so niedergeschlagen.“

Goten schĂĽttelte den Kopf. Dann nickte er.

Toshi fuhr rechts heran, parkte das Auto und sah zu Goten hinĂĽber.

Der schwieg eine lange Zeit. Dann begann er:

„Ich, ach ich weiß nicht… übermorgen, nein morgen heiratet Trunks und ich sollte mich für ihn freuen, aber.. aber “

Toshi sagte nichts. Goten wurde es unbehaglich. Toshi lächelte so seltsam.

Goten sah Toshi fragend an.

„Aber du willst ihn für dich!“ stellte Toshi ruhig fest.

Goten starrte ihn an.

„Was sagst du da? Ich.. ich bin doch nicht ..“

„Schwul? Du kannst es ruhig aussprechen. Es ist nichts abfälliges daran.“ Toshi lächelte. Goten war ganz rot geworden. Dessen Gedanken überschlugen sich. Wenn er es genau bedachte, wenn er alle Anzeichen zusammennahm und ganz ehrlich zu sich selbst war, dann.. dann HATTE TOSHI RECHT! Er wollte Trunks wirklich für sich. Er.. er liebte Trunks. Einen Mann. Seinen besten Freund. Den er sein Leben lang kannte. Er drückte seinen Kopf gegen die Kopfstütze und schloß die Augen. Es war eine Katastrophe! Jetzt hatte er es vor sich selbst zugegeben. Wie sollte es nun weitergehen?

Als ob Toshi seine Gedanken gelesen hätte, sagte der plötzlich:

„Sag es ihm!“

„Niemals!“ kaum hatte er es ausgesprochen, hätte er sich am liebsten die Zunge abgebissen. Toshi grinste ihn breit an. „Wusst’ ichs doch! Ich habe ’ne Antenne für sowas…“ feixte er.

Goten starrte zu Boden.

„Woher willst du das wissen. Ich weiß selber nicht mehr, was ich fühle…“

„Du willst wissen, woran ich das merke? Ganz einfach. Du bist eifersüchtig auf Frauen, die was von ihm wollen, das habe ich vorhin auf der Party mitgekriegt.“ sagte Toshi ganz sachlich. „Wenn du von Trunks sprichst, hast du ein Leuchten in den Augen und wenn jemand was gegen ihn sagt, wirst du extrem sauer.“

„Er ist mein Freund! Das ist doch normal!“

„Na gut. Es ist dein Leben! Ich werde mich nicht einmischen. Aber wenn er erstmal verheiratet ist, wird alles total schwierig, glaube mir!“

Goten dröhnte der Schädel. Er wollte nur noch weg.

„Fährst du bitte weiter? Ich muss ins Bett!“ murmelte er. Wie sich das gestalten sollte, wusste er noch nicht, wahrscheinlich würde er sich auf das Sofa legen. Mit Trunks im selben Bett – das wäre jetzt zuviel für ihn.

Statt einer Antwort startete Toshi den Wagen und setzte Goten wenig später vor der Haustür ab. Dieser bedankte sich und wollte schon die Autotür zuwerfen, als er noch ein „Viel Glück“ vernahm. Er war zuerst perplex, dann wollte er etwas erwidern, aber Toshi war schon losgefahren. Seufzend fuhr Goten hoch. Als die Fahrstuhltür sich öffnete, erschrak er. Eine dunkles etwas lag vor seiner Wohnungstür. Als er die Flubeleuchtung einschaltete, sah er – graue Jeans, schwarzes T-shirt…

„TRUNKS!“

Der schreckte auf. Und starrte ihn aus verquollenen Augen an. Er war in die Bar gegangen und hatte auf die schnelle vier Tequila gekippt. Dann hatte er sich hierher geschleppt.

„Da bissu ja…“ lallte er.

„Trunks, bist du betrunken?“ Goten war entsetzt. Was war denn in den gefahren?

Schnell schloß er die Wohnungstür auf und bugsierte Trunks hinein. Er zerrte ihn zum Sofa und drückte ihn in die Polster. Doch der stand gleich wieder auf. Goten zuckte die Schultern, dann setzte er sich selbst hin und starrte ihn böse an. Mit ihm mitkommen wollte er nicht, aber alleine saufen, das konnte er.

„Kannst du mir sagen, was das soll?“ fragte er.

Trunks sah ihn bockig an.

„Meine Sache.“

„Ist es nicht. Wenn ich mir überlege, dass ich mir Sorgen um dich gemacht habe... Du Saufbold! Deinetwegen habe ich die Party vor Schluss verlassen…“

„Meinetwegen? Das ich nicht lache!“ Trunks grinste verächtlich. Eigentlich hatte er das, was nun kam, nie sagen wollen, aber der Alkohol hatte ihn die Kontrolle verlieren lassen.

„Du musst wissen, ich war gerade vor der Tür, als du Arm in Arm mit deinem Schnuckiputz zum Auto geschlendert bist…“

„Schnuckiputz? Hast du sie jetzt nicht mehr alle? Das war doch Toshi!“

„Jawohl, Toshiyuki Orikasa, ein Schwuler!“

„Hast du ein Problem damit?“ unbewußt stellte Goten Trunks die gleiche Frage wie Toshi ihm vorhin.

„Nein, keine Spur. Mir macht es nichts aus, wenn mein bester Freund was mit einem anderen Kerl hat…“ er verstummte. Was redete er denn da? Hatte Goten was bemerkt? Doch der sah ihn nur sauer an.

„Du legst dich jetzt ins Bett und schläfst gefälligst!“ blaffte er Trunks an und schob ihn in Richtung Schlafzimmer. Er schubste ihn aufs Bett und zog ihm Jeans und Shirt aus, als ihm etwas einfiel.

„Wieso warst du denn überhaupt da? Ich meine bei Yamchu?“

„Hatte Sehnsucht nach dir…“ brabbelte Trunks und war schon halb weggetreten.

„Trunks?“ doch der begann leise zu schnarchen. Was hatte er nur getrunken, dass er so voll war? Goten ging ins Wohnzimmer und warf sich aufs Sofa.

Trunks’ Worte gingen ihm im Kopf herum.

‚…wenn mein bester Freund was mit einem anderen Kerl hat…’

„einem anderen Kerl?“ Goten war verwirrt.  Wieso hatte Trunks das gesagt? Konnte es sein, dass er eifersĂĽchtig war?

‚Ja, klar, Goten, träum’ weiter’ sagte seine innere Stimme. Aber der Gedanke war da, und er bohrte und bohrte in seiner Seele. Was, wenn…

Leise stand er wieder auf und ging ins Schlafzimmer. Die Nachttischlampe war noch an und hüllte Trunks in einen matten Lichtschein. Er hatte die Decke weggestrampelt und lag nur in Shorts auf dem Rücken. Goten schluckte, als er Trunks’ Körper betrachtete. Er deckte ihn vorsichtig wieder zu. Dann schaute er in dessen Gesicht. Es sah gelöst und – wunderschön aus im Schlaf. Der Anblick erfüllte Goten mit Zärtlichkeit. Ohne zu überlegen, zog er sich Jeans und Shirt aus und schlüpfte unter die Decke. Mit klopfendem Herzen lag er neben Trunks und lauschte auf dessen regelmäßige Atemzüge. Er konnte Trunks’ Wärme spüren, ohne dass dieser ihn berührte. Er fühlte sich, als ob er unter Strom stünde – hundemüde, aber unfähig, einzuschlafen. Plötzlich seufzte Trunks und drehte sich zu ihm um. Eine Alkoholfahne schlug Goten entgegen. Angewidert drehte er sich weg.

„Saufbold“ murmelte er erbost. Irgendwann schlief er dann doch ein.

Im Traum streichelte er Trunks’ Rücken und küßte ihn auf die Schulter. Der legte den Kopf in den Nacken und murmelte ‚Hmm, Koi, das ist so schön…’

Goten lächelte und biss leicht zu. Leises Keuchen war die Folge. Dann drehte sich Trunks zu ihm um und küßte sanft seine Lippen. Goten sah in dessen tiefblaue Augen und glaubte, in einem Meer zu versinken. Vorsichtig strich Trunks mit der Zunge über Gotens Unterlippe. Der verstand die Aufforderung und gewährte Trunks’ Zunge Einlass. Ein leidenschaftlicher Kuss folgte. Außer Atem lösten sie sich voneinander, und Goten versank erneut in diesen meerblauen Augen. ‚Ich liebe ihn’ war alles was er denken konnte. ‚Ich will ihn nicht verlieren’…

„Ich liebe dich.“ Er sprach es laut aus und sah Trunks dabei weiter tief in die Augen. Der umarmte ihn fest und flüsterte in sein Ohr: „Ich dich auch…“

Schlagartig erwachte Goten. Und blickte in eben diese meerblauen Augen, die allerdings gerade etwas rot unterlaufen waren. Trunks hielt ihn mit beiden Armen umschlungen, ihre Körper waren eng aneinandergedrängt, seine Lippen nur wenige Zentimeter von Gotens Mund entfernt.

„Trunks…“

„Ich dich auch!“ sagte dieser. Seine Stimme klang heiser. Seine Lippen kamen immer näher… Goten kniff die Augen zu. Unwillkürlich machte er eine abwehrende Bewegung. Er träumte noch. Sicher war das ein Traum! Aber wieso roch er dann wieder Trunks’ Alkoholfahne?

Trunks hatte seine Ablehnung gespürt. Er ließ ihn los und drehte ihm den Rücken zu. Goten fühlte eine fast schmerzhafte Enttäuschung.

„Ich verstehe. Mit mir willst du nicht…“ sagte Trunks nur.

„Trunks, ich..“

„Schon gut. Alles klar. Es ist Toshi, habe ich recht?“

„Aber nein, Trunks, so ist es doch nicht, aber du, ich… ich meine.. deine Hochzeit..“

„Verd.. verstehst du denn nicht? Ich scheiß’ auf die Hochzeit. Ich liebe dich!“ Trunks wandte den Kopf und funkelte ihn wütend an. Dann stutzte er. In Gotens Augen standen Tränen.

„Goten! Goten was ist denn? Habe ich dir weg getan?“ Trunks drehte sich wieder zurück und nahm Goten vorsichtig in die Arme. Der lehnte seinen Kopf an Trunks’ Schulter und schluchzte.

„Ja. Ja das hast du. Du tust meinem Herzen weh, weil ich dich auch liebe, und weil du morgen heiratest, und ich dich verlieren werde…“

Trunks hob Gotens Kopf von seiner Schulter und küsste sanft jede einzelne Träne weg. Dabei kamen seine Lippen Gotens Mund wieder gefährlich nahe…

Dieses Mal zuckte Goten nicht zurück. Und als Trunks’ Zunge um Einlass bat, öffnete er die Lippen und fühlte nun zum ersten Mal in der Realität Trunks’ Kuss. Es war.. überwältigend. Er erwiderte den Kuss leidenschaftlich und seine Zunge ging in Trunks’ Mund auf Entdeckungsreise. Schließlich mußten sie keuchend abbrechen, weil sie keine Luft mehr bekamen. Sie hielten sich eng umschlungen.

“Was tun wir hier?“ flüsterte Goten.

„Wir zeigen uns endlich unsere wahren Gefühle“ flüsterte Trunks zurück. Keiner von beiden bewegte sich. Jeder wollten den anderen am liebsten nie wieder loslassen.

„Und morgen?“

Trunks zuckte die Schultern. „Ich werde es Pan und allen anderen erklären. Ich kann sie nicht heiraten. Jetzt nicht mehr! Ich will dich!“ Er blickte Goten zärtlich in die Augen.

„Willst du mich auch haben?“

Goten hatte das GefĂĽhl, noch nie in seinem Leben so glĂĽcklich gewesen zu sein.

„Ja, Trunks, das will ich!“

 Ende

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