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Dies ist mein erste DBZ Fanfic. Eigentlich fast ’ne soap! Ich habe auf Videlo’s Seite so viele gelesen und da hat’s mir in den Fingern gejuckt, es auch mal zu probieren. Seid bitte nachsichtig, wie gesagt, ist mein Erstling.

Die Idee kam mir bei einem Song vom Digimon 3 Album,

er heißt „Der Weg zu dir“- so wie die Story auch!

 

Pairings: Vegeta/Son Goku (natürlich ;-P), Bulma/Yamchu (war mal Zeit ;-))

Warnings: Love, Eifersucht, Lemon, usw. usf.

Die Figuren gehören nich’ mir sondern Toriyama-san, blablabla

Die Handlung ist frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt… blabla

Viel spass!

Haruka

 

Der Weg zu dir - Teil 1

 „Goku! Goookuuuu!“ Chichis Stimme gellte durch das Haus. Goku erwachte mit einem Ruck. Benommen richtete er sich auf. 

„Ja doch! Moment!“ er sprang auf und reckte sich. Was war das nur für ein Traum gewesen? Er war völlig durchgeschwitzt und kein bißchen ausgeruht. Kopfschüttelnd stellte er sich unter die Dusche.

„Goookuuuu! Du musst Goten zur Schule begleiten, der Bus ist schon weg, beeil dich doch mal!“

Ach ja, die Ferien waren zu Ende. Aber musste sie deshalb gleich so schreien? Er zuckte die Schultern und ging, sich fertig abtrocknend, die Treppe hinunter in die Küche.

„Morgen Papa!“ Goku lächelte Son Goten an. Wenigstens einer, der gute Laune hatte!

„Goten kann doch alleine zur Schule fliegen, er ist alt genug!“

„Das ist er auf keinen Fall. Du fliegst mit! Und wieso muss ich dich immer dreimal wecken, Goku?“ meckerte Chichi auf ihn ein.

„Lass gut sein, Chichi, ich hab’ schlecht geschlafen!“ versuchte Goku sie zu besänftigen.

„Und alles muss ich alleine machen, nur weil du vor lauter Training an nichts anderes denkst. Ich komme mir schon vor wie Bulma, und du bist genau wie dieser Flegel Vegeta… – wo willst Du denn jetzt hin?“

„Ich warte draußen auf Goten, und danach fliege ich zur Capsule Corp –

trainieren“ sagte Goku resignierend und verließ fluchtartig die Küche.

„Hör mir gefälligst zu, wenn ich mit dir rede“ kreischte Chichi noch hinterher, musste dann aber an den Herd eilen, weil die Milch überkochte.

Mißmutig trat Goku nach einem Stein, der nach 150 m Flug einen Baumstamm durchschlug. Er haßte Streit! Er war eigentlich nie unfreundlich zu Chichi, während sie ihn andauernd ankeifte. Warum hatte er Chichi eigentlich geheiratet? Um sich herumkommandieren zu lassen? Irgendwie erinnerte sie ihn eher an eine große Schwester, die ihn ständig bevormundete, als an eine liebende Ehefrau. Und überhaupt, Liebe! Was war das eigentlich? Sicher, er hatte zwei Kinder gezeugt, die Gefühle dabei waren auch sehr – naja, intensiv gewesen, aber das war sicher nicht Liebe. Er war sicher, dass Liebe sich anders anfühlte, etwa so wie, wie, ja, eben wie in seinem Traum heute Nacht.

Ärgerlich schüttelte er den Kopf um diese Gedanken zu vertreiben. Diesen Traum vergaß er mal ganz schnell wieder. Was er darin erlebt hatte war illusorisch und würde es auch bleiben. Trotzdem gingen ihm ein paar Zeilen aus einem Song im Kopf herum:

Ich sehe dich am Morgen,
Wenn du die Straße runtergehst
Ich sehe dich am Abend,
In Gedanken bin ich bei dir wenn du schläfst

Ich warte auf ein Wunder,
Und dass es endlich passiert,
Ich möcht’ es mit dir teilen,
Doch ich habe Angst dass ich den Mut verlier’ 

Goten kam aus dem Haus.

„Kann’s losgehen, mein Sohn?“

„Klar, Papa.“ Goten grinste.

„Mama ist ja mal wieder gut drauf heute morgen, was?“ sagte er und blinzelte Goku verschwörerisch zu. Goku seufzte nur. Unterwegs gabelten sie noch Trunks bei der Capsule Corp auf. Während Goku ein paar Worte mit Bulma wechselte, fielen Goten und Trunks sich um den Hals. Sie freuten sich, nach den Ferien endlich wieder zusammen zu sein. Trunks und sein Vater Vegeta waren zum Trainieren weggewesen. Goku seufzte wieder. Die hatten es gut. Die hatten wenigstens sich! Plötzlich sah er Vegeta am Fenster stehen, der die Begrüßungsszene beobachtete. Als dieser Son Gokus Blick auffing, drehte er sich abrupt um und trat in den Schatten des Raumes zurück.

„..alles in Ordnung mit dir, Goku?“ hörte er Bulma noch fragen. Seine Freundin aus Kindertagen betrachtete ihn besorgt.

„Ja..ja.. ist schon alles ok..“ sagte er geistesabwesend und starrte auf das leere Fenster. Bulma sah ihn misstrauisch an. Ihr konnte er so leicht nichts vormachen

„Du weißt, dass du mit mir reden kannst? Über alles!“ sagte sie nur.

Goku lächelte sie an. „Danke, Bulma!“ Aber er dachte: ‚Ich glaube, das lasse ich mal lieber.’

Dann flog er mit den Kindern davon. Er sah nicht Vegeta, der ihnen vom Fenster aus nachblickte.

Ich will dir soviel sagen,
doch ich find’ den Anfang (noch) nicht
Ich trau’ mich nicht zu fragen,
Doch wenn sich unsere Blicke treffen
Weiß ich
Hunderttausend Wege führ’n zu dir
Ich öffne alle Türen, doch ich kann nicht weiter
Glaube mir
Hunderttausend Wege führ’n zu dir –
Ich trete auf der Stelle, ich komm’ nicht weiter
Glaube mir

Nachdem Goku die Jungen an der Schule abgesetzt hatte, ging er in der Stadt in ein Cafe. Er setzte sich an einen Tisch, bestellte einen Kaffee und starrte trübselig in seine Tasse, als ihn eine vertraute Stimme ansprach.

„Na, so mies gelaunt heute?“ Es war Yamchu, der grinsend vor ihm stand. Goku grinste etwas gequält zurück.

„Naja,…“

„Ärger mit Chichi?“

„Eigentlich nur das übliche.“

„Verstehe…“ Yamchu setzte sich an den Tisch „Ich darf doch?“

„Sicher, sicher…“ Goku nickte, starrte aber weiter vor sich auf die Tasse.

„Willst Du nicht drüber reden?“

‚Nicht wirklich’ dachte Goku. Laut sagte er: „Ach lass’ mal, das wird schon wieder!“ Er trank seine Tasse leer und stand auf.

„Ich will eine Runde trainieren. Machst Du mit?“

„Klar, wo denn, bei Bulma?“

„Nö, da trainiert sicher schon Vegeta. Irgendwo draussen.“ Goku zahlte seinen Kaffee und sie verließen das Lokal.

Die Freunde flogen gemeinsam zu einem See. Dort trainierten sie den ganzen Tag, Son Goku bis zur Erschöpfung. Yamchu sah ihn verwundert an.

„Also, Alter, ich finde, du übertreibst ganz schön! Ich denke, wir gehen jetzt einen trinken, und dann erzählst Du mir mal, was los ist!“ Ehe Goku widersprechen konnte hatte er ihn schon in die Stadt zurückgezerrt und war mit ihm in eine Sushi-Bar gegangen. Eine hübsche Kellnerin fragte sie nach ihren Wünschen.

„Sake bis zum abwinken“ sagte Yamchu nur, und sie lächelte und brachte das gewünschte.

Goku sträubte sich zuerst etwas, doch Yamchu flößte ihm drei bis vier Gläser von dem Wein ein. Goku, der keinen Alkohol gewöhnt war, merkte bald eine leichte Benommenheit, gleichzeitig fühlte er aber auch, wie der Druck etwas von seiner Seele wich. Er trank noch ein paar Gläser und es wurde richtig lustig. Sie alberten eine Weile herum, wobei auch Yamchu einige Gläser Wein trank, aber nicht so viel wie Goku. Endlich fand er den Zeitpunkt günstig.

„So, dann leg mal los!“

Goku sah Yamchu unschuldig an. „Loslegen? Womit denn?“

Yamchu ließ nicht locker. „Komm, Du hast doch was!“

Goku war angegangen vom Wein und hatte sich nicht mehr ganz unter Kontrolle. „Ich liebe Chichi nicht mehr“ murmelte er nur.

“Waaaaas?“ Yamchu konnte es nicht fassen. „Echt? Stimmt das?“

„Eigentlich nicht. Ich meine, ja, ich liebe sie schon, aber irgendwie.. nicht.. so!“

„Hääh? Ich peile gar nix! Was meinst Du mit so?“

„Naja, eben wie ich glaube, dass es sein sollte. Ich.. ich mag sie … irgendwie, aber  sie nervt mich auch!“

„Ihr habt doch die Kinder..“

„Ja, klar, und ich liebe meine Söhne auch sehr, aber ich glaube, ich bin nicht verliebt in Chichi..“

„Wer ist sie denn?“

Goku machte ein dummes Gesicht. „Wer?“

„Mann, in wen bist du sonst verliebt, wenn nicht in Chichi? Denn du bist verliebt, das sieht ein Blinder!“

„Quatsch keinen Mist, Baka. In wen soll ich denn verliebt sein?“

„Weiss ich doch nicht! Halt, moment, klar: In Bulma, oder? Deshalb wolltest Du nicht zur Capsule Corp. weil da Vegeta ist und..“

„Stop. Red nicht so einen Unsinn.“ Goku wurde langsam unwirsch.

„Nicht Bulma?“

„Nein!“

„Mann, da bin ich aber froh.“ Erleichtert lehnte sich Yamchu zurück.

 „Hääh?“ Jetzt schaute Goku Yamchu forschend an. „Wie war das?“

„Um ehrlich zu sein, also, na gut, weißt Du, eigentlich liebe ich Bulma immer noch sehr. Aber sie ist ja nun mal mit Vegeta zusammen, und deshalb halte ich mich raus.“ Yamchu blickte traurig auf sein Weinglas.

Jetzt war es Goku, der traurig dreinblickte.‚Ja, sie ist mit Vegeta zusammen’ dachte er.

Yamchu hielt seinen Blick für Mitgefühl und schlug ihm auf die Schulter. „Lass mal, Goku, ich komme schon klar. Wir reden hier von dir!“

Doch Son Goku hatte keine Lust mehr zu reden. Er wollte lieber noch etwas Wein. Er leerte sein Glas und schenkte sich und Yamchu nach. „Was solls! Hoch die Tassen, alter Kumpel!“

Und so kam es, dass die beiden Freunde gegen Mitternacht aus der Bar taumelten.

„Isch musssnaHause..“ lallte Goku. „Isch nisch“ das war Yamchu. Sie flogen zu Gokus Haus, wo sie von einer tobenden Chichi empfangen wurden.

„Kein Verantwortungsgefühl.. die Jungs an der Schule vergessen… unmöglich…“

Goku zuckte nur die Schultern und ließ sie stehen. Sie flogen zur Capsule Corp und klingelten und lärmten vor der Tür herum. Bulma kam hellwach heraus. Sie war noch im Labor gewesen.

“Schhh.. leise! Hier schlafen schon alle. Kommt rein!“

In der Küche verlangten die beiden noch mehr Wein. „Nichts da!“ meinte Bulma und wollte ihnen Tee vorsetzen, aber Goku wurde störrisch. „Wein!“ Yamchu war bereits am Küchentisch eingeschlafen.

„Lass gut sein, Goku, du bist volltrunken!“ entschied Bulma und brachte ihn ins Gästezimmer. Dort warf Goku sich aufs Bett und zog Bulma mit sich. Die war etwas perplex „Goku, ich.. was..“ Er kuschelte sich an sie. „Du bissss meine besse Freunnin, Bulma, weisssu dass?“ murmelte er in ihre Halsbeuge und war auch schon eingeschlafen. Gerührt strich sie ihm über das verstrubbelte Haar. „Und du bist mein bester Freund, Kleiner“ flüsterte sie, beugte sich über ihn und küßte ihn sacht auf die Wange.

„Wie romantisch“ hörte sie eine kalte Stimme hinter sich. Sie fuhr herum:

„Vegeta!“

„Lasst euch nicht bei eurem kleinen Tete-a-tete stören, viel Spaß noch!“ Er drehte sich um und knallte die Tür hinter sich zu.

„Idiot!“ brüllte Bulma hinter ihm her.

„Nich so laut“ murrte Goku im Halbschlaf und drehte sich um.

Bulma erhob sich und verließ leise das Zimmer. Sollte dieser ungehobelte Vegeta doch denken was er wollte. Sie waren eh schon länger kein Liebespaar mehr. Eigentlich nie gewesesen. Da aber Trunks seinen Vater liebte, und er auch gut zu Trunks war, arrangierten sie sich so gut es ging. Ab und zu teilten sie auch noch die Matratze miteinander. Aber ansonsten hatten sie eine Vereinbarung, dass jeder machen konnte was er wollte. Also was sollte diese gespielte Eifersucht? Wahrscheinlich sein übersteigerter Stolz. Auch egal. Sie ging in die Küche zu Yamchu zurück. Der lag mit dem Oberkörper auf dem Tisch und schnarchte leise. Sie trat neben ihn und schüttelte ihn sanft. „Hey, du Saufbold!“ flüsterte sie ihm ins Ohr. Er reagierte nicht. Eine schwarze Haarsträhne war ihm in die Stirn gerutscht. Er sah so jung aus, wenn er schlief, trotz der Narben. Irgendwie.. süß.. Ohne zu wissen, was sie  da tat strich sie sachte über sein Haar. Davon wurde er wach. „Was? Bulma!“ stammelte er.

„Los du Schluckspecht, ab ins Bett mit dir!“ Bulma schob ihn zu einem weiteren Gästezimmer und schubste ihn aufs Bett. Dann wollte sie den Raum verlassen, doch Yamchu richtete sich blitzschnell auf und packte sie am Arm. „Bulma…“ er klang erstaunlich nüchtern.

„Was ist?“

„Geh nicht weg!“ flehend sah er sie an.

„Yamchu, ich..“ erschrocken riss Bulma sich los und rannte hinaus.

Yamchu warf sich auf das Kissen zurück. „Das wars dann wohl“ murmelte er bitter.

Bulma stand mit klopfendem Herzen vor der Tür. Was war denn mit ihr los? Yamchus Berührung an ihrem Handgelenk hatte sie wie ein Stromschlag getroffen. Dann riss sie sich zusammen. Unsinn! Nachdem sie ihn wegen Vegeta verlassen hatte, würde er sich sicher wieder mit ihr abgeben! Wers glaubt.. wahrscheinlich war er stockbesoffen und wusste nicht was er tat. Aber ihr Herz klopfte immer noch stürmisch wenn sie an die Berührung dachte… Da sie jetzt sowieso nicht würde schlafen können, ging sie ins Labor zurück.

 

Vegeta wälzte sich im Bett hin und her und kochte vor Wut. „Blödes Weib“, dachte er wütend. „Liegt mit Kakarott im Bett und küßt ihn einfach. Das mir! Ich glaub ich spinne.“ Am liebsten würde er sie zur Rede stellen. Oder noch besser,  er würde Kakarott ordentlich die Meinung geigen. Jetzt sofort! Er sprang auf und ging leise zu dem Gästezimmer, in dem Goku schlief. Er öffnete und schloß lautlos die Tür und ging zum Bett. Er knipste die Nachttischlampe an. Son Goku lag auf dem Rücken und schlief regungslos weiter. Vegeta betrachtete ihn eingehend. Jeden Gesichtszug musterte er, seine Haare, seine Gestalt, seine Muskeln. Plötzlich stahl sich ein kleines Lächeln um Vegetas sonst so verkniffenen Mund. „Kakarott“ sagte er, nicht sehr laut. Son Goku bewegte sich im Schlaf und murmelte etwas. „Bulma…“ Schlagartig verfinsterte sich Vegetas Gesicht wieder. „Kuso“ murmelte er, machte das Licht aus und wollte gehen. Dabei trat er gegen einen Stuhl der mit einem lauten Knall umfiel. Son Goku fuhr hoch und schaltete das Licht an. Blinzelnd starrte er ihn an. „Vegeta! Was willst Du denn hier?“

„Dich zur Rede stellen. Du hast meine Frau zu dir ins Bett gezerrt!“ knurrte Vegeta.

„Vegeta, ich..“

„Ich sage dir nur eins Kakarott: Lass die Finger von ihr. Ich warne dich!“ damit drehte Vegeta sich um und verließ das Zimmer. Goku ließ sich zurück aufs Bett fallen. „Na toll!“ fluchte er. Jetzt war auch noch Vegeta eifersüchtig auf ihn. Fantastisch!

 

Im Nebenzimmer war Yamchu von dem Geräusch des umfallenden Stuhles aufgewacht. Verwirrt sah er sich um. Wo war er? Ach ja, das Trinkgelage mit Goku.. und .. sein Ausrutscher vorhin bei Bulma. Ups! Vegeta würde Kleinholz aus ihm machen, wenn er es erfuhr. Was sollte er machen? Sich davonstehlen? Nein, er würde sich bei Bulma entschuldigen und dann verschwinden. Im Labor war noch Licht, also würde sie wohl da sein. Sie arbeitete ja öfter mal die Nacht durch. Leise stand er auf und schlich durch das Haus zum Labor. Vegeta hatte sich noch etwas zu trinken aus der Küche geholt und traf im Flur auf ihn.

„Na, wo willst Du denn hin?“ fragte er Yamchu misstrauisch.

„Zu.., zu..“ ihm kam der rettende Einfall „zu Son Goku. Ich will mal sehen, wie es ihm geht…“

„Viel Spaß! Der Gute ist ja echt gefragt heute“ meinte Vegeta nur höhnisch und ging an Yamchu vorbei.

„Moment, Vegeta! Wie meinst Du das?“

„Ich habe gerade Bulma mit ihm im Bett erwischt“ lachte Vegeta und ging in sein Zimmer.

‚Also doch. Goku, du verdammter Lügner!’ dachte Yamchu verbittert und verließ niedergeschlagen die Capsule Corp. Er ging nach Hause und warf sich wütend auf sein Bett.

„Ihr könnt mich alle mal…“ rief er laut, und drehte sich auf die Seite. Ein Bild von Bulma mit Goku im Bett drängte sich immer wieder vor sein geistiges Auge, aber irgendwann fiel er in einen unruhigen Schlummer.

 

Ich kenne deine Freunde,

Oder die du dafür hältst

Du kannst nicht viel erwarten,

Es wird keiner da sein wenn du auf ihn zählst

 

Bulma hatte die Geräte abgeschaltet. Sie wollte ins Bett und lief leise über den Flur. Gearbeitet hatte sie nicht mehr viel, weil ihre Gedanken um die Geschehnisse der vergangenen Stunde kreisten. Warum hatte Vegeta so seltsam reagiert?  Was war mit Goku los? Er war auf jeden Fall nicht so wie immer gewesen… Und vor allem: „Bulma, geh nicht weg…“ Konnte es sein? Sie stand vor Yamchu’s Zimmer.Vorsichtig öffnete sie die Tür. Der Raum war leer! Wo war er denn hin? Ratlos schloß sie die Tür wieder. Auf dem Weg in ihr Schlafzimmer sah sie noch nach Trunks. Er schlief friedlich in seinem Zimmer. Zärtlich betrachtete sie ihren Sohn. Er war ihr ganzer Stolz. Er kam sehr nach seinem Vater, wenn auch nicht äußerlich, dafür aber im Wesen. Das, was sie bei Vegeta langsam nervte, sein übergroßes Ego, erfüllte sie bei Trunks mit Mutterstolz. Ja, Trunks würde mal ein großer Kämpfer werden. Und eigentlich war er ja auch ein Prinz! Leise zog sie die Tür zu und wollte in ihr Zimmer gehen. Plötzlich fuhr sie zusammen. Vegeta stand vor ihr.

„Mann, hast du mich erschreckt. Spinnst du?“ fauchte sie ihn an.

„Keine Panik, Weib! Ich will nur.. ich muß.. was wissen.“ Vegeta musterte sie aufmerksam.

„Was wissen?! Was denn wissen?“ Bulma verstand nur Bahnhof.

„Was läuft zwischen dir und Kakarott?“

„Zwischen mir und.. verdammt Vegeta, was soll diese künstliche Eifersucht? Ich dachte, wir hätten eine Vereinbarung. ‚Jeder macht seins, außer es geht um Trunks’, das waren doch deine Worte!“

„Das ist jetzt zweitrangig. Beantworte meine Frage!“

„Nichts.“

„Wie, nichts?“

„Meine Güte, Vegeta, zwischen mir und Goku läuft nichts, nothing, nada, rien, niente. Kapiert?“

„Und das vorhin?“

„Er war voll. Und hat mir erklärt, dass ich seine beste Freundin bin. Mehr nicht. Aber das ist mehr, als du jemals zu mir gesagt hast, mein Lieber, obwohl wir ein Kind zusammen haben, ist dir das eigentlich klar?“ wütend wandte sie sich von ihm ab.

Vegeta schaute erleichtert, aber auch etwas betreten drein. Sie hatte ja recht! Er räusperte sich.

„ähm, Bulma?“

„Was ist denn noch?“

„Ich könnte auch eine beste Freundin gebrauchen..“

„Ich glaub’ ich hör nicht recht!?“

„Dann nicht, verd…“

„Ach, ’geta-chan, hast du nie bemerkt, dass ich das schon längst bin?“ Bulma wuschelte einfach durch sein Haar. Er sah nicht sehr glücklich aus, hielt aber still.

„Aber keine Eifersuchtsdramen mehr, o.k.?“

Vegeta murmelte etwas das sich nach „sowieso nicht dich gemeint“ anhörte, und wollte sich verdrücken, doch bei Bulma klingelten die Alarmglocken.

„Vegeta! Hiergeblieben!“

Er blieb stehen, drehte sich aber nicht zu ihr um.

“Wen denn dann??“

„Wie jetzt?“

„Tu nicht so. Wenn du nicht wegen mir eifersüchtig warst, dann, dann…“ ihre Augen wurden groß. „Dann warst du es wegen Goku, stimmts?“ Sie grinste. `So ist das also’ dachte sie. ‚Unser Prinz liebt einen Mann! Und nicht irgendeinen Mann, sondern seinen größten Rivalen!’

Schweigen.

„Stimmts?“ Bulma ließ nicht locker.

Schweigen.

„Na gut, du mußt mir nichts sagen, wenn du nicht willst. Ich werde auch nicht mehr darüber reden.“ Bulma drehte sich um und wollte nun endgültig schlafen gehen.

„Bulma?“

„Ja?“

„Danke Bulma!“

Lächelnd schloß sie ihre Zimmertür. So ein Kindskopf. Im Grunde war Vegeta manchmal wie ein großes, trotziges Kind. Doch dann dachte sie wieder an Yamchu, und ihr Lächeln erlosch. Wo war er nur??

 

Vegeta wachte im Morgengrauen auf. Er überdachte die Geschehnisse der vergangenen Nacht. Das Gefühl, das er gehabt hatte als er Bulma mit Kakarott im Bett hatte liegen sehen wirkte noch nach, obwohl ja geklärt war, warum er sie so erwischt hatte. Warum war er deshalb so angefressen? Es konnte ihm doch egal sein, mit wem Kakarott es trieb. Allein dieser Gedankengang trieb ihm den Schweiß auf die Stirn. Aber er konnte sich nicht eingestehen, dass er in Kakarott verliebt war. Zwar war es auf Vegeta nicht ungewöhnlich gewesen, daß sich Männer liebten und auch sexuelle Beziehungen hatten. Aber Kakarott war sein Feind, sein Rivale! Außerdem nur ein Unterklasse-Krieger. Er konnte sich niemals mit ihm einlassen! Basta! Wütend stand er auf und ging unter die Dusche. Als er am Spiegel vorbeikam sah er sich ins Gesicht. „Was willst du dir eigentlich vormachen“ murmelte er seinem Spiegelbild entgegen. Er wußte, daß das alles nur vorgeschobene Gründe waren. In Wirklichkeit würde er es nicht ertragen können, daß Kakarott ihn abwies. Und das würde Kakarott ganz sicher tun. Abrupt wandte er sich von seinem Spiegelbild ab. Er würde in den G-R Raum gehen und bis zum Umfallen trainieren, um auf andere Gedanken zu kommen!

 

Auch Goku wachte auf. Er mußte sich erstmal orientieren, dann fiel ihm wieder ein, wo er war und warum. Seufzend wälzte er sich aus dem Bett. In der Küche hörte er Bulma und Trunks. Sein Kopf dröhnte. Stöhnend  ließ er kaltes Wasser über sein Gesicht laufen. Warum musste er auch so viel trinken? Als er aus dem Fenster sah, zuckte er zusammen. Vegeta, offenbar auf dem Weg zum Training, lief vorbei. Goku sah ihm nach. Eine seltsame Mischung aus Unbehagen und Verlangen stieg in ihm auf. Am liebsten wäre er hinter ihm hergelaufen. Er presste die Lippen zusammen. Warum nur übte Vegeta plötzlich so eine Anziehungskraft auf ihn aus? Vegeta hasste ihn! Sie konnten niemals Freunde werden, geschweige denn.. Goku schüttelte den Kopf. Es würde wieder vorbeigehen. Es mußte! Auf dem Weg in die Küche sah er nach Yamchu. Das Zimmer war leer. In der Küche angekommen fand er nur Bulma vor. Trunks war schon auf dem Weg zur Schule. Bulma sah ihn an und grinste nur. Wortlos stellte sie ihm einen Tasse Kaffee vor die Nase.

„Danke“. Mißmutig schlürfte Goku seinen Kaffee. „Wo ist denn Yamchu?“

Bulma zuckte die Schultern. „Keinen Schimmer. Muß noch in der Nacht verschwunden sein.“ Goku sah sie verblüfft an. „Wieso das denn?“

Bulma wußte es auch nicht, schien aber irgendwie verärgert darüber zu sein. Goku sagte lieber nichts mehr.

„Was hast du jetzt vor? Fliegst du nach Hause?“

„Das muß ich wohl bald. Im Moment habe ich noch keine Lust dazu…“

„Chichi hat schon angerufen. Sie war erleichtert, dass du hier bist. Sie ist zwar sauer auf dich, hat sich aber auch Sorgen gemacht. Ich habe ihr gesagt dass du noch schläfst. Sie meinte, du sollst dich erst blicken lassen, wenn du wieder nüchtern bist.“

„…“

„Goku?“

„Ja?“

„Was ist denn los mit dir? Willst du nicht drüber reden?“

„Bulma, wenn ich wüßte was mit mir los ist, gerne. Ich brauche erstmal ein bißchen Ruhe, ja? Ich werde wohl eine Runde joggen. Aber danke trotzdem!“ Damit ging er hinaus. Vor der Tür blieb er stehen und blickte in Richtung G-R Raum, in dem Vegeta wie ein Verrückter auf einen Sandsack einschlug.

Ich weiß ich könnte der sein
Der dir alles gibt was du willst
Ich würde immer fair sein
Alles tun und dich so nehmen wie du bist

 Ich bin auf deiner Seite
Das war ich schon von Anfang an
Ich warte auf ein Zeichen
Denn wenn sich unsere Blicke treffen

Weiß ich
Hunderttausend Wege führ’n zu dir
Ich öffne alle Türen, doch ich kann nicht weiter
Glaube mir

 

Bulma, die am Fenster stand, folgte seinem Blick. Dann bemerkte sie den Ausdruck auf seinem Gesicht, und schlagartig kam ihr die Erkenntnis. ‚Aber klar doch!’ dachte sie grinsend. ‚Arme Chichi ... die werde ich wohl bald trösten müssen – aber erstmal bin ich selber dran!“ Während Goku sich auf den Weg machte, holte sie eine Kapsel und stieg  in das Cabriolet ein, das daraus zum Vorschein kam. Wenig später war sie unterwegs zu Yamchus Wohnung. 

(Achtung, jetzt wird’s nicht ganz jugendfrei… ^^’)

*Dingdong*

Ein übernächtigter Yamchu machte die Tür auf, nur mit Shorts bekleidet.

„Bulma! Was..?“

„Hallo Yamchu. Warum bist Du gestern nacht abgehauen?“ fragte sie ihn ohne Umschweife. Langes Drumherumreden war nicht ihre Sache.

„Kann dir doch egal sein“ murrte er als sie sich an ihm vorbeidrängelte.

„Ist es mir aber nicht“ Bulma ließ nicht locker.

„Wo ist denn Son Goku?“ fragte Yamchu anzüglich.

„Das wiederum ist mir im Moment egal“ gab Bulma patzig zurück.

„Dann war eure Nacht wohl nicht so besonders, oder wie? Naja, er war ja auch ziemlich betrunken…“

„UNSERE Nacht? Wieso unsere?“

„Gib dir keine Mühe, Vegeta hat mich schon aufgeklärt. Er war ganz schön sauer, das kann ich dir flüstern!“ Yamchu drehte ihr den Rücken zu. Er konnte sie nicht ansehen.

„Dieser .. Vollidiot!“ Das musste gewesen sein, bevor sie ihn auf dem Flur getroffen hatte. Sie trat auf Yamchu zu, fasste seine Schulter und drehte ihn zu sich herum.

„Es gab keine unsere Nacht, Yamchu. Goku ist mein Freund. Mein bester Freund, nicht mein Geliebter. Klar?“ sagte sie sanft, immer noch die Hand auf seiner Schulter.

Yamchu wurde es heiß. „Lass mich los, Bulma!“ sagte er mit heiserer Stimme „sonst…“

„Sonst was?“ Bulma trat noch einen Schritt näher an ihn heran und sah ihm in die Augen.

„Sonst kann ich mich nicht beherrschen..“

„Wer sagt, dass du das sollst?“

Ungläubig starrte Yamchu sie an. „Bulma, ich…“ stotterte er, doch dann erfaßte er die Bedeutung ihrer Worte. Er schlang seine Arme um sie und preßte seinen Mund auf ihre Lippen. Was folgte war ein leidenschaftlicher Kuß. „Bulma!“ stöhnte er dann in ihr Ohr. „Oh Bulma, ich glaubte es wäre vorbei, für immer!“

„Lass die Vergangenheit sein, jetzt ist jetzt“ murmelte Bulma an seinen Lippen und verschloß seinen Mund mit einem weiteren Kuß. Yamchu fuhr mit den Händen unter ihr Top und begann ihren Rücken zu streicheln. Sie seufzte, worauf er seine Hände weiter nach vorne wandern ließ. Sie stöhnte auf. Ja, Yamchu wußte, was sie mochte! Sie packte sein Hinterteil und zog ihn fest an sich. Seine Erregung war deutlich zu spüren, und Bulma konnte sich nicht mehr zurückhalten. Sie schob seine Shorts einfach herunter und packte zu. Yamchu revanchierte sich, indem er ihr das Top herunterstreifte und ihre Brüste mit heißen Küssen bedeckte. Schließlich hob er sie einfach hoch und trug sie in sein Schlafzimmer. Das Thema Bekleidung war schnell erledigt. Er nahm sie wieder in die Arme, und sie preßte sich an ihn. Mit vor Lust verschleierten Blicken sahen sie sich an. „Ich will dich“ keuchte Yamchu. Bulma konnte nur nicken. Während eines weiteren tiefen Kusses drang Yamchu in sie ein. Eine Flamme der Leidenschaft schoß in ihnen hoch, und sie bewegten sich im Rhythmus dieser Leidenschaft. Immer schneller wurden ihre Bewegungen, immer fester stieß Yamchu zu. Als er merkte, dass er gleich soweit sein würde, begann er, sie zusätzlich mit der Hand zu erregen. Sie stöhnte lauter und kam ihm noch etwas mehr entgegen, wodurch er erneut tief in sie eindrang. Es dauerte nicht lange, und Bulma wurde von  ihren Gefühlen förmlich überrollt, und sie riß Yamchu mit in einen überwältigenden Orgasmus.

Fest umschlungen lagen sie außer Atem da und lauschten ihren Herzschlägen. Nach einer Weile legte sich Yamchu neben sie, und sie kuschelte sich an ihn.

„Das war schön“ flüsterte sie. „Ja“ flüsterte er ihr ins Ohr. „Aber es war ein Fehler…“ Bulma riss die Augen auf. „Wieso?“

„Weil du mich jetzt nicht noch einmal los wirst…“ sagte Yamchu und küßte sie zärtlich.

Bulma lächelte. „Na, dann ist es ja gut“ seufzte sie, schloss die Augen und schmiegte sich in seinen Arm. Bald waren sie beide eingeschlafen.

Vegeta hatte ungefähr eine Stunde trainiert und machte eine Pause. Er verließ den G.R Raum und setzte sich vor dem Haus unter einen Baum. Das Training hatte ihn auch nicht von seinen Gedanken ablenken können, was seine Laune nicht gerade verbesserte. Als er gerade beschloß zu frühstücken sah er Goku aus dem Wald laufen. Er hatte ein verschwitztes Shirt und eine Jogginghose an und seine Haare hingen ihm in die Stirn. Er sah Vegeta nicht, riß sich sein Shirt vom Leib und hielt einen Wasserschlauch über seinen Kopf. Er rubbelte sein Gesicht ab und schüttelte das Wasser aus seinen Haaren. Glitzernd rannen die Wassertropfen an seinem muskulösen Oberkörper hinab. Es sah einfach unglaublich aus. Vegeta schluckte. Er hatte das Gefühl, noch nie etwas so erotisches gesehen zu haben und mußte sich zurückhalten um sich nicht auf Goku zu stürzen und ihn auf der Stelle zu vernaschen.

„Ich glaube einfach nicht was ich hier denke“ haderte er mit sich selbst.

Goku drehte sich plötzlich um und sah Vegeta dort unter seinem Baum sitzen.

„Oh, guten Morgen, Vegeta. Ich hatte dich garnicht gesehen“

Hastig griff er nach seinem Shirt und wollte gehen.

‚Lass ihn nicht weggehen’ sagte eine Stimme in Vegeta. „Schnauze“ knurrte dieser sich selbst zu.

„Wie bitte??“ Goku drehte sich um. Er sah ärgerlich aus. „

Der immer freundliche Goku – ärgerlich?“ dachte Vegeta leicht erstaunt.

Goku baute sich vor ihm auf. „Was pflaumst du mich denn so an?“

„Das geht dich garnichts an, Kakarott“ fauchte Vegeta zurück.

„Das geht mich sehr wohl was an, du ungehobelter Kerl“ sagte Goku mit scharfer Stimme. Vegeta stand auf.

„Sieh an, Kakarott, man kann dich ja doch aus der Ruhe bringen…“ höhnte er. Innerlich dachte er ‚Was tue ich hier eigentlich?’ Doch Goku war jetzt wirklich sauer.

„Vegeta, pass auf, was du sagst“ knurrte er. ‚Warum lasse ich mich so provozieren?’ dachte er gleichzeitig, erstaunt über sich selbst.

„Wollen wir es im G.R. Raum austragen, Kakarott?“

„Wie du willst, Vegeta!“

Sie traten nacheinander ein und stürzten sich sofort in den Kampf. Nachdem sie etwa 10 Minuten erfolglos aufeinander eingeprügelt hatten und erkannten, dass sie gleich stark waren, drehte Vegeta die Schwerkraft auf 10 G und grinste Goku spöttisch an. „Mal sehen, ob du jetzt immer noch mithalten kannst, Kakarott!“

„Darauf kannst du Gift nehmen, du Angeber“ knirschte Goku und griff an.

Wieder prasselten die Schläge aufeinander. Doch Vegeta hatte ja schon das intensive Training am Morgen hinter sich und wurde irgendwann unaufmerksam, so dass Goku einen vollen Treffer landen konnte und Vegeta zu Boden geschleudert wurde. Sofort rappelte dieser sich wieder auf und stand schwer atmend an die Wand gelehnt.

„Na, schon genug, Vegeta?“ spottete Goku. Er hatte sich lässig an den Schwerkrafterzeuger gelehnt und grinste Vegeta an. Gegen seinen Willen musste Vegeta zugeben, dass Goku einfach toll aussah. Diese Feststellung verwirrte ihn, und aus der Verwirrung wurde Wut. Er ließ sich doch nicht von diesem Unterklasse-Krieger aus der Fassung bringen. Verdammt, er war ein Prinz! Er würde nicht schwach werden, nicht bei Kakarott und schon gar nicht im Kampf!

„Davon träumst du wohl!“ keuchte Vegeta und griff ihn mitten im Satz an. Mit einem lauten Schrei transformierte er zum Super-Sayajin und verdoppelte seine Angriffsgeschwindigkeit. Er landete einen Volltreffer.

Goku hatte mit einer solchen Attacke nicht gerechnet. Durch die erhöhte Schwerkraft ging er zu Boden, schlug mit dem Kopf gegen den Schaltschrank in der Mitte des Raumes und wurde besinnungslos. Vegeta hielt inne. Scheiße! Was hatte er denn jetzt gemacht? Er beugte sich über Goku und stieß ihn leicht an. „Kakarott, hey Kakarott, lebst du noch?“ Goku rührte sich nicht. Eine Blutlache bildete sich unter seinem Kopf.

Vegeta erschrak. Umbringen hatte er Kakarott nicht wollen. Schnell stellte er die Schwerkraft wieder auf normal. Vorsichtig hob er dann Gokus Kopf an. Eine Platzwunde am Hinterkopf und eine große Beule. Er schüttelte Goku leicht. „Kakarott, Kakarott, aufwachen!“ Plötzlich realisierte er, dass Goku nicht atmete. Er legte sein Ohr an Gokus Brust und tastete nach dessen Puls. Nichts. Herzstillstand. „Verdammter Mist“ fluchte er. Was sollte er jetzt tun? Halt, klar. Wiederbeleben. ‚Wiederbeleben?’ dachte er erschrocken, ‚aber dann muss ich ja – Scheiße!’ Also, wie ging das nochmal, Kopf überstrecken, Nase zuhalten, Mund auf, tief Luft holen und…

Er beugte sich über Goku und öffnete dessen Mund. Er atmete tief ein, legte seine Lippen über Gokus und blies ihm seinen Atem in die Lunge. Eins, Herzmassage, beatmen, zwei, Herzmassage…“ Er keuchte vor Anstrengung. Noch einmal hielt er sein Ohr an Gokus Brust. Nichts. Er bekam langsam  Angst. Nochmal!

Wieder luftholen, Gokus Mund öffnen, Lippen draufpressen, beatmen… keuchend richtete Vegeta sich auf und wollte wieder mit der Herzmassage anfangen. Plötzlich legten sich zwei Arme um seinen Hals und zogen ihn herunter. Goku öffnete die Augen und sah ihn an.

„Seltsame Kußtechnik hast du da, Vegeta” sagte er, mühsam lächelnd.

Dieser sprang auf, als wenn ihn etwas gestochen hätte.

„Kakarott! Du verdammter Bastard! Ich werde dich..“

„Lass gut sein Vegeta, mir dröhnt der Schädel. Ich habe genug für heute“ stöhnte Goku und versuchte aufzustehen. Dabei geriet er ins Schwanken und wäre wieder lang hingeschlagen, wenn Vegeta nicht zugegriffen hätte. So kam es, dass sich ihre Gesichter für einen Augenblick wieder sehr nahe waren.  Schwarze Augen versanken in braunen, und eine leichte Röte zeigte sich auf Vegetas Wangen. Er schubste Goku von sich und knurrte:

„Pass lieber auf Kakarott. Das nächste Mal mache ich dich alle!“ Er drehte sich um und stapfte aus dem Raum. Goku sah ihm nach. Warum dieser Zorn? Immer noch wegen gestern nacht? Er seufzte und stand vorsichtig auf. Er mußte sich an die Wand  lehnen, so schwindlig war ihm. Vor allem wenn er an die Augen dachte, in die er gerade geschaut hatte.. tiefschwarze Augen, wie zwei dunkle Seen.. Benommen schüttelte er den Kopf. So ein Unfug. Kam hier ins Schwärmen über die Augen eines Mannes – seines größten Feindes. Obwohl – eigentlich war er ja gar nicht Vegetas Feind. Wenn dieser nur nicht immer so überheblich wäre!

Er schlurfte ins Haus. Dort saß Bulmas Vater am Tisch und sah ihn erstaunt an.

„Goku! Was ist denn mit dir los? Bist du verletzt?“

„Ich habe nur ein bißchen mit Vegeta gekämpft und mir die Birne angestoßen“ sagte Goku leichthin.

„Warte mal, das sehe ich mir an. Uh, eine fiese Platzwunde.. die muss versorgt werden! Einen Augenblick…“

In diesem Moment hielt Bulmas Cabriolet vor dem Haus.

„Na, dann kann sich ja Bulma darum kümmern“ sagte ihr Vater erleichtert.

„Bulma! Komm mal schnell!“

Bulma war entsetzt. „Du kannst auch eine Gehirnerschütterung haben! Ist dir übel?“ forschte sie, während sie Haare aus Gokus Wunde klaubte, diese densinfizierte und ihm einen Kopfverband machte.

„Autsch.. Nein..“

„Wie ist das denn passiert?“

Goku schilderte ihr den Anlaß und den Verlauf des Kampfes und Bulma mußte hinter ihm grinsen. „Na, wieso läßt du dich denn so von Vegeta reizen? Ist doch gar nicht deine Art“ neckte sie Goku. Dieser wurde verlegen.

„Und, wo warst du den ganzen Morgen?“ fragte er, um sie abzulenken

„Bei Yamchu“ sagte sie so nebenbei.

„Bei Yamchu!“ Goku war platt. „Und wenn Vegeta das erfährt?“

„Dann..“

„Dann ist ihm das scheißegal!“ ertönte eine Stimme von der Tür. Vegeta marschierte zum Kühlschrank, nahm sich was zu Essen und eine Flasche Saft und verließ die Küche ohne ein weiteres Wort. Goku starrte Bulma sprachlos an, doch diese grinste nur. Und reichte ihm eine Kopfschmerztablette.

„Bulma…“

„Vergiss es, Goku. Es ist schon länger vorbei. Wir haben uns geeinigt. Er bleibt nur wegen Trunks hier“ sagte sie lächelnd. „Du brauchst mich nicht zu bemitleiden. Ich bin auch kein Kind von Traurigkeit, das weißt du ja.“

Goku nickte. In seinem Kopf rotierte es. Wenn es Vegeta egal war, dass Bulma bei Yamchu war, warum hatte er dann zu ihm, Goku, gesagt, Finger weg von Bulma? Er verstand gar nichts mehr. Er hatte jetzt wirklich genug von Vegeta, vom Kämpfen und vom Nachdenken. Vor allem hatte er irrsinnige Kopfschmerzen.

„Bulma, kannst du Chichi anrufen, ich will mich noch was hinhauen und ertrage im Moment kein Gekreische…“ bat er.

„Klar, mach ich“.

Er ging zu seinem Gästezimmer und hörte im Weggehen, wie Bulma versuchte Chichi zu beruhigen: „Nein, nur eine Beule und ein Kratzer, ja, ich finde diese ewige Klopperei auch bescheuert, nein, heute wird er wohl noch hierbleiben, ja, mach ich, ja, tschau.“

„Ich bringe Trunks zu Chichi, dann hast du hier deine Ruhe! Falls du was brauchst, nimm es dir, und Vater ist im Labor!“ rief sie ihm noch nach. Er dankte ihr innerlich tausendmal, war aber zu kaputt um zu antworten. Chichi packte Trunks ins Auto und machte sich auf den Weg zu Gokus Haus.

„Ich glaube, ich muss mal mit Chichi reden“ dachte sie bei sich.

 Vegeta sah Bulma wegfahren. Er saß unter demselben Baum wie am Morgen und hatte gegessen. Er ließ noch einmal die Erinnerung an die Ereignisse des Vormittags an sich vorüberziehen. Dann dachte er an die vergangene Nacht, als er Kakarott so unschuldig hatte schlafen sehen, und an den Augenblick im G.R. Raum, als er ihn im Arm gehalten hatte, und die Gefühle, die das in ihm ausgelöst hatte.

Er stöhnte. Er wollte Kakarott! Warum konnte er nicht einfach zu ihm gehen und ihm das sagen? Von ihm aus war alles klar. Aber er wußte nicht, wie Kakarott dazu stand. Ob er etwas für ihn empfand. Und da waren ja schließlich Chichi und die beiden Jungs. Er konnte es nicht ertragen, wenn Kakarott ihn abwies. Einen Prinzen wies man nicht ab. Er würde auf keinen Fall den ersten Schritt machen. Sollte Kakarott kommen. Und wenn nicht? Er sah zu dem Fenster, hinter dem Goku jetzt wohl schlafen würde, hinüber. – Nun, er würde damit fertig werden. Basta. Trotzig warf er den Kopf in den Nacken.

Im Gästezimmer lag Goku auf dem Bett und konnte nicht einschlafen. Sein Kopf tat höllisch weh, außerdem konnte er Vegeta draußen unter einem Baum sitzen und finster vor sich hinstarren sehen. Was mochte in seinem Kopf vorgehen? Warum war er immer so zornig? Ob er ihn, Goku, wirklich hasste? Oder war das einfach seine Art zu zeigen, dass er ein Prinz und höher gestellt war?  Vorhin, nach dem Kampf, als Vegeta ihn aufgefangen hatte, da hatte er einen Moment geglaubt, etwas in dessen Augen zu sehen, eine Art von – Besorgnis. Um jemand, den man haßte, sorgte man sich doch nicht? Und er hatte ihn schließlich wiederbelebt, warum so viel Mühe für jemand, den man haßte? Goku seufzte. Und er? Was empfand er denn eigentlich für Vegeta? Nun, Vegeta sah ohne Zweifel gut aus. Wenn sein Gesicht mal nicht ärgerlich verzogen war, oder er sogar mal lächelte, schlug Gokus Herz sofort höher. Anfangs hatte er immer geglaubt, dass er einfach nur froh war, wenn Vegeta mal nicht so schlechte Laune hatte. Doch mit der Zeit mußte er sich eingestehen, dass Vegeta in ihm noch andere Gefühle auslöste. Zum Beispiel – Verlangen! Er hatte schon mehrmals geträumt, mit Vegeta eine wilde Liebesnacht zu verbringen und war jedesmal verwirrt und beschämt aufgewacht. Was würde Chichi wohl denken? Aber das war ihm jetzt eigentlich egal. Wichtiger war ihm, wie Vegeta wohl darüber denken würde. Sollte er mit Bulma darüber reden? Wahrscheinlich wußte sie sowieso schon wieder, was Sache war. Bulma war so. Sie hörte in Liebesdingen das Gras wachsen! Plötzlich sah Vegeta zu Gokus Fenster herüber. Dann warf er den Kopf in den Nacken und stand auf. Goku erschrak. Kam er jetzt her? Nein. Er entfernte sich in Richtung G.R. Raum. Jetzt musste Goku doch grinsen. Der bekam wohl nie genug…

Goku merkte, wie seine Lider schwer wurden. Er schloß die Augen. Mit Vegetas Bild vor seinem inneren Auge schlief er schließlich ein.

Chichi saß mit Bulma im Wohnzimmer und schluchzte. „Immer geht er nur trainieren, nie ist er für mich da! Und die Jungs schleppt er auch dauernd mit!“

„Chichi, als du ihn geheiratet hast, wußtest du doch, was du bekommst! Du kennst ihn doch auch von Kindheit an!“ Bulma versuchte, sie zu beruhigen. Aber Chichi wurder immer zorniger. „Ja, aber ich bin erwachsen geworden, im Gegensatz zu ihm!“ schimpfte sie. „Er hat kein Pflichtgefühl, keine Verantwortung, gar nichts… er..“

„Liebst du ihn, Chichi?“

„…“

Bulma lehnte sich zurück und musterte Chichi. „Brauchst du einen Geldverdiener und Haushälter oder einen liebenden Mann, Chichi?“ fragte sie herausfordernd. Chichi war sprachlos. Was erlaubte Bulma sich da? Natürlich liebte sie Son Goku. Aber er war nicht so, wie sie sich ihren Ehemann immer vorgestellt hatte, das war wohl wahr.

„Bulma, ich..“

„Chichi, ich denke, du solltest dir mal überlegen, was du von Goku erwartest, und was du bereit bist, zu geben…“

„Ich geben? Ich gebe ihm meine Liebe, meine Arbeitskraft hier im Haus, ich erziehe seine Kinder, und er? Was gibt er mir?“

„Er erträgt deine ständige schlechte Laune, dein Herumgekeife, und ich glaube, an der Erzeugung der Kinder war er ja wohl nicht unmaßgeblich beteiligt, oder?“

Chichi wurde rot. „Du spielst wohl auf Sex an, wie? Da muss ich dir sagen, dass sich da in letzter Zeit nicht viel abgespielt hat zwischen uns. Nicht, dass es mir fehlen würde, ich finde es mit ihm nicht so prickelnd. Wenn er nicht so naiv wäre würde ich denken, er hat eine Geliebte.“

„Da kann ich dich beruhigen, eine Geliebte hat er nicht… aber…“

„Das klingt so, als ob du irgendetwas wüßtest, Bulma! Los, sag mir was los ist!“ Chichi war alarmiert. Betrog Goku sie etwa?

„Ich sage es nicht gerne, Chichi, aber ich glaube, sein Herz hast du verloren. Aber er ist zu anständig, um dich zu betrügen.“

„Wer ist sie?“ schrie Chichi Bulma unter Tränen an. Diese schüttelte nur den Kopf. „Ich sagte doch, er hat keine Geliebte. Das Problem ist etwas anders gelagert, fürchte ich.“

„Rede nicht in Rätseln. Sag was Sache ist.“

„Ich kann dir auch nicht mehr sagen, Chichi, nur dass Goku auf keinen Fall etwas mit einer anderen Frau hat. Am besten wartest du, bis er mit dir redet. Und sei etwas weniger egoistisch und herrschsüchtig, vielleicht kannst du dann deine Ehe retten. Ich rate dir das als Freundin!“  Sie sah auf die Uhr. „So, jetzt muss ich aber. Kann Trunks hier übernachten?“

„Ja, sicher, wenns sein muss...“ Chichi war etwas angepiekt. Schöne Freundin! Bulma war doch sowieso auf Gokus Seite, das war sie schon immer gewesen.

Als Bulma weg war, lehnte sie sich in die Sofaecke und grübelte vor sich hin. Was wollte sie denn wirklich von Goku? Liebe, ja, schon. Aber hauptsächlich ein sicheres Heim und einen Vater für die Kinder. „Ganz schön materiell eingestellt, Chichi“ murmelte sie vor sich hin. Aber es war nunmal so. Eine Frau mußte in erster Linie sehen, dass sie und die Kinder versorgt waren. Liebe war nicht so wahnsinnig wichtig. Das ließ doch mit der Zeit sowieso nach, oder? Wenn sie an Goku dachte, hatte sie nicht gerade Schmetterlinge im Bauch. Eher war sie immer etwas gereizt und unzufrieden weil er ständig Unordnung und Chaos verursachte. Und wenn sie genau darüber nachdachte, war es ihr sogar lieber, im Haus allein zu sein. Die Kinder liebte sie hingegen heiß und innig, da ging sie voll darin auf. Sie kam zu dem Schluß, Goku nicht die Hölle heiß zu machen und einfach weiterzuleben wie bisher. Wenn er weg wäre, hätte sie keinen Ehemann mehr, also würde sie alles so lassen, wie es war. Entschlossen ging sie daran, Essen zuzubereiten.

 

Bulma fuhr wieder zu Yamchus Wohnung. Auf der Fahrt dachte sie über das Gespräch mit Chichi nach. Chichi liebte Goku nicht wirklich, das war ihr klar. Aber sie würde ihn auch nicht einfach gehen lassen. Das war auch klar. Und Goku wußte mit seinen Gefühle offensichtlich überhaupt nichts anzufangen, während Vegeta sehr wohl über seine Gefühle für Goku Bescheid wußte, diese aber nicht zuließ. Verrückt! Bulma parkte vor dem Haus ein und ging zu Yamchus Tür. Bevor sie klingeln konnte wurde diese bereits aufgerissen, und Yamchu umarmte sie stürmisch.

„Da bist du ja endlich, ich dachte schon, du kommst nicht mehr“ flüsterte er ihr ins Ohr.

„Sorry, aber ich…“ weiter kam Bulma nicht, da Yamchu ihre Lippen mit einem fordernden Kuß verschloss. Für den restlichen Nachmittag dachte sie nicht mehr an Goku, Vegeta oder Chichi….

 .. to be continued 

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