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Autor: Igí-chan
e-mail:
IgrainneabAyrn@aol.com
Fanfiction: GW
Rating: Fragt mich nicht! Ich kann das echt null einschätzen!
Warnung: Weiß noch nicht
Kommentar: *Little Tenshi Story auf silbernem Tablett servier* Hoffe es mundet ihnen Sir! *gg* ^.^v
 

Pairing: 1+2+1

 

Zu zweit allein - Teil 2/2

oO@Oo

Mit einem kalten Klicken schlossen sich die Handschellen um Duos schmale Handgelenke, nachdem Heero ihm ein blutstillendes Mittel gespritzt hatte.

Ausgestreckt lag der junge langhaarige Amerikaner auf dem Bett, unfähig sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen wenn er denn aufwachen sollte, was Heero nicht hoffte.

Die Einschussstelle an Duos Seite leuchtete inzwischen in allen nur möglichen Farben. Heero wurde eines klar: Er hätte keinen Tag länger warten dürfen! Oder er hätte seine große Liebe an Shinigami, den Gott des Todes, verloren.

Ein kaltes, herzloses Lächeln huschte über Heeros Lippen

Welch eine Ironie!
Perfect Soldier verliert Shinigami an Shinigami!

Nein!

Heero schüttelte imaginär den Kopf, während er die für die Operation erforderlichen Instrumente zurecht legte:

Saubere Leinen schützten das Bett und bewahrten Duos sonstigen Körper vor einer Erkältung, die in Duos Situation tödlich werden konnte; ein Skalpell für den Notfall; eine Kugelzange und ein Medizin-Magnet mit dessen Hilfe man Kugeln entfernte (die trägt er immer bei sich und ich rate euch: malt euch das bloß nicht zu genau aus!); Desinfektionsmittel und Tupfer um die Blutung notfalls zu stillen sollte sie sich erneut unkontrolliert öffnen und ein Nähset. Die Wunde war kaum fünf Zentimeter im Durchmesser, aber Heero ging lieber auf Nummer sicher. [1]
Er legte alles auf den kleinen Nachtisch, den er frei geräumt hatte.

Als er fertig war, ging er in Gedanken noch mal alles durch und überprüfte ob er auch wirklich an alles gedacht hatte.
Wenn nichts schief ging, war das hier in wenigen Sekunden erledigt. Aber Heero ging lieber auf Nummer Sicher!

Er kniete sich über Duos Hüfte und betrachtete die Einschussstelle.

"K'so!", entfuhr es ihm als er erkannte, dass er die Wunde wohl selbst öffnen musste, wenn er das unter der Haut liegende Fleisch nicht noch weiter zerfetzen wollte.

Und so griff er zum Skalpell und vollführte einen kaum sichtbaren Schnitt. Duo rührte sich nicht und das machte Heero fast noch mehr Angst als alle Verletzungen und Wunden.

Etwas Blut quoll aus der kleinen Wunde und Heero stillte die Blutung rasch um die Operation weiter führen zu können.

Als er abermals zu den Instrumenten griff schien sich eine Art Hebel in seinem Gehirn umzulegen. Er konnte fast das Klicken hören als er einrastete. Später wusste er nicht mehr wie lange es gedauert hatte die eine Kugelhälfte aus Duos Körper zu bekommen, geschweige denn wie genau er es hin bekommen hatte.
[2]
Heero kam sich vor, als hätte er eben einen Filmriss durchlebt.
Jede Erinnerung an die endlos erscheinenden Minuten des Eingriffs waren wie ausgelöscht. Es gab sie einfach nicht mehr und nur die kaum vier Zentimeter lange Naht an Duos Taille, die blutigen Gegenstände in Heeros blutbefleckten Händen und das Zittern von Heero und Duo, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, zeugte davon das es die letzten Minuten wirklich gegeben hatte. Eine natürliche Verdrängungsreaktion auf das Unterbewusstsein mutmaßte Heero, während er sich wie ein Schlafwandler vom Bett erhob und die Instrumente einsammelte.

Er überprüfte noch ein letztes mal Duos Fesseln und die Naht, dann wandte er sich, die blutigen Gegenstände in einem Tuch eingewickelt auf dem Arm in, Richtung Küche.

Wie ein Schlafwandler wandelte Heero aus dem Raum, die Treppe hinunter in die Küche. Dort ließ er das Tuch kurzerhand in die Spüle fallen und setzte dann Wasser auf.

Wie im Traum säuberte und desinfizierte der Pilot von 01 alle Instrumente und räumte sie akkurat wieder an Ort und Stelle. Schließlich fand er sich am Küchentisch sitzend wieder. Eine Tasse Kaffee in der bebenden Hand, wie er gerade die schwarze Brühe mit dem Salzwasser seiner Tränen verdünnte.

Heero fasste sich überrascht an die Wange und betrachtete fasziniert das Glitzern das nun seine Fingerspitzen bedeckte.

*Du weinst Heero Yuy...*, sagte eine gefühlslose Stimme in seinem Kopf. *Dein Körper ist erschöpft und ausgebrannt. Deine Nerven liegen blank. Gib es doch einfach zu. Du hast keine Kraft mehr. Hast keine Lust mehr zu kämpfen...*

Heero schüttelte den Kopf.

"Verschwinde... verdammt lass mich in Ruhe!", flüsterte er, setzte die Tasse ab und vergrub beide Hände in seinen verstrubbelten Haare.

*Wie soll ich dich denn in Ruhe lassen, Heero Yuy?*, fragte die Stimme zurück und noch immer war sie bar jeden Gefühls. *Ich bin nichts anderes als dein klarer Verstand, den du auch in dieser Situation nicht so einfach los werden kannst. Ich sage nur die Wahrheit.*

Wieder schüttelte Heero den Kopf, leerte dann mit einem Zug die Kaffeetasse und warf sie in die Spüle, wo sie mit einem dumpfen Laut landete, herumrollte, aber nicht kaputt ging.

"Verdammt!", grollte Heero abermals, schob die Stimme beiseite und ging wieder nach oben. Er wollte gar nicht daran denken, wie lang er schon auf den Beinen war. Noch konnte er sich nicht hinlegen.

Heero ging wieder zu Duo.

Der erwartete ihn schon, mit glasigem Blick und getrockneten Tränen auf den bleichen Wangen.

"Heero?", hauchte er fragend als Pilot 01 das Zimmer betrat. "Heero?"

Yuy setzte sich neben Duo aufs Bett und eine unglaubliche Liebe und Ruhe überspülte ihn.

Zärtlich strich er Duo eine verschwitzte Haarsträhne aus den Augen und hauchte einen liebevollen Kuss auf die nun stummen Lippen.

"Ich bin hier, Koi.", flüsterte er und ergriff Duos Hand, die immer noch in den Handschellen steckte. Duo war offenbar noch so unter Droge, das er nicht bemerkte, das er noch gefesselt war.

Duo nickte, schloss die Augen wieder und drückte Heeros Hand leicht.

"Was...", fragte er leicht unsicher. "Was ist... passiert?"

Heero ließ Duo nicht los. Er lehnte sich leicht über ihn und streichelte geistesabwesend die hohe Wange seiner Liebe.

"Die Kugel muss wohl beim Eintritt in deinen Körper zerbrochen sein. Eine Hälfte war noch in deiner Seite. Ich musste sie raus holen.", erklärte er mit beruhigender, fester Stimme.

Duo nickte fahrig.

"Deshalb juckt meine Seite so." Ein leichtes, kaum merkliches Lächeln spielte auf den weichen Lippen des Verletzten.

Heero nickte. "Ja. Wenn alles gut läuft, ist die Wunde bis in zwei Tagen verheilt."

‚Wenn alles gut geht!', wiederholte Heero im Geiste. Es war noch nicht sicher ob die Infektionsgefahr so weit gebannt war, das die Wunde gut verheilte, weder nässte, noch eiterte.

Duo nickte ebenfalls. Das Lächeln war wieder verblasst und er öffnete wieder die Augen.

"Heero, mir ist kalt." Er sah zu Heero auf, seine Augen schienen seinen Kameraden um etwas zu bitten.

01 runzelte die Stirn. "Soll ich noch eine Decke holen?"

Energisch schüttelte Duo den Kopf.

"Nein!"

Er versuchte sich zu bewegen und ein Winseln entkam seiner Kehle als er an die Grenzen der von den Fesseln erlaubten Beweglichkeit prallte.

"Warte!", bat Heero rasch, richtete sich auf und öffnete innerhalb von Sekunden die Handschellen.

Duos Körper schien daraufhin zusammen zu sinken, Verspannungen zu lösen, von denen weder Heero noch Duo zuvor etwas gewusst hatten.

Der junge Amerikaner seufzte und rekelte sich einmal, nur um mit einem Schmerzlaut zusammenzuzucken und eine Hand an seine Seite zu pressen wo ein Pflaster die frische Naht schützte.

Heero nahm die Hand von der Wunde fort und schloss die seine fest um Duos.

"Lass das.", bat er. "Du musst jetzt ruhig liegen bleiben, Koi. Sonst heilt die Wunde nicht richtig."

Duo funkelte Heero böse an und knurrte: "Du sollst mich nicht so nennen!" Aber er blieb ruhig liegen und ließ Heero auch weiter seine Hand halten.

‚Liegt wohl an der Betäubung.', mutmaßte Heero und runzelte nachdenklich die Stirn, während er mit der anderen Duos Wange streichelte. ‚Sonst würde er es niemals zulassen das ich ihn berühre.'

Über den indigoblauen Augen lag ein glasiger Schleier und Duos Daumen streichelte vorsichtig über Heeros angenehm kühle Handwurzel.

"Ich hab Hunger auf Schokolade.", murmelte Duo nachdenklich und zählte dann fasziniert Heeros Haare, allerdings verzählte er sich andauernd und kicherte dabei. [3]

Heero sah nachdenklich auf Duo herab. Er wusste das eine Narkose derartige Nebenwirkungen auslösen konnte, allerdings hoffte er das Duo bald wieder einschlief.

"Schlaf.", befahl er sanft und löste Duos Hand aus seinem Haar. "Wenn du wieder aufwachst bekommst du was zu essen."

Auf Duos Gesicht breitete sich eine Kleinkinder-Miene aus und er nuschelte: "Will nich' alleine schlafen." Eine seiner Hände krallte sich in Heeros frische Tank-Shirt. "Du musst da bleiben."

Heero rollte sich über Duo und legte sich neben ihn. Er löste Duos Hände aus seinem Shirt, nahm den anderen Pilot vorsichtig in die Arme, um die Naht nicht zu strapazieren und legte sich hin.

"Schlaf, Koi.", sagte er und bettete Duos Kopf an seiner Schulter.

Ein Nicken antwortete ihm und nach kürzester Zeit hörte er nur noch gleichmäßigen, ruhigen Atem.

oO@Oo

Zu Heeros Erleichterung verheilte die Wunde sehr gut.

Und nach einer halben Woche, an einem gewittrigen Abend konnte er die Fäden ziehen. Zurück blieb ein kaum merklicher drei Zentimeter langer weißer Strich an Duos Seite.

Pilot 02 verzog zwar das Gesicht angesichts dieser "Verschandelung seines Aussehens" wie er es nannte, Heero fand das es nur noch ein weiterer Faktor von Duo war, den er lieben konnte. Eine weitere kleine Besonderheit, von der nur er etwas wusste. Es war wie ein Schatz, den er sorgsam hütete, tief in seinem Herzen.

Als die Fäden gezogen waren sah Heero zu Duo, der am Küchentisch sass und nachdenklich in seinem Reis herum stocherte.

"Was glaubst du?", fragte der schließlich und riss Heero damit aus seiner Beobachtung. "Können wir mal versuchen die anderen zu erreichen?"

Heero wiegte nachdenklich den Kopf.

Sie hörten regelmäßig die Radiostationen ab, doch in letzter Zeit war es erstaunlich still geworden und Heero traute dieser Stille nicht so ganz.

"Am Ende der Woche.", gestand er zu. "Wenn wir bis Ende dieser Woche nichts mehr hören, dann nehmen wir Kontakt zu den anderen auf."

Duo nickte, stopfte sich den letzten Rest Reis in den Mund, erhob sich und stellte die Schüssel ins das Spülwasser.

Für die Küche war Heero zuständig und da ließ er sich auch nicht rein reden.

Duo war das Recht. Er konnte Heeros Nähe zur Zeit nicht mehr ertragen. Es war einfach zu... es war...!

‚Bei unserer heiligen Mutter Maria. Wie soll ich eine ganze weitere Woche mit ihm aushalten?', dachte Duo, während er sah wie die weiße Porzellanschüssel im Schaum versank. Er mochte Heero. Sehr. Zu sehr! ‚Seine Augen! Verdammt noch mal ich werde verrückt in dieser Woche!'

Jetzt, nur mit ihm allein in diesem Haus zu sein. Mit der Gewissheit das in mindestens sechs Kilometer Umkreis nur Wald und keine Menschenseele war, verschaffte eine gewisse Intimität, die Duo dazu brachte zu zittern wenn er auch nur an Heero dachte. Mit ihm allein in einem Zimmer sein. Seinen Körper nahe an dem seinen zu spüren. Er würde verrückt werden.

"Duo?"

Mit einem Schrei fuhr Duo auf, nur um direkt in das ausdruckslose Gesicht von Heero Yuy zu blicken.

"Was ist mit dir Duo?", fragte der Wing-Pilot besorgt und streckte eine Hand nach dem, noch von der Verletzung geschwächten, Jungen aus. "Geht es dir nicht gut?"

Duo wich vor der ausgestreckten Hand, fast schon von Panik erfüllt, zurück. Es war nicht selten geworden das sie sich berührten. Duos Verletzung hatte ihnen keine andere Wahl gelassen in den letzten Tagen. Jetzt kam Duo plötzlich nicht mehr damit klar Heeros Nähe direkt zu fühlen. Er verkrampfte sich und wurde abweisend, wie schon so oft.

"Was sollte sein?", erwiderte er, ein falsches Lächeln auf den Lippen. "Mir geht es gut, Yuy. Mach dir keine Sorgen."

Mit diesen Worten drehte er sich rasch um und flüchtete ins Wohnzimmer, während draußen das Gewitter unaufhörlich seinen Lauf nahm.

Es war nicht mehr aufzuhalten! [4]

Heero drehte sich mit einem Seufzen wieder zur Spüle, packte mit beiden Händen Duos Schale und seine Hände verkrampften sich um das weiße, mit blauen Blüten verzierte Porzellan.

"Verdammt!", knurrte er und das zerbrechliche Geschirr in seiner Hand knackste gefährlich. "Verdammt DUO!", schrie er schließlich und schmiß die Schale von Zorn erfüllt gegen die nächstbeste Wand.

Dann riss er sich die Schürze vom Leib und stapfte, begleitet von Donner und Blitzen ins Wohnzimmer.

Duo starrte vor Schreck erstarrt auf den Zorn entbrannten Heero, der ihn von der Tür her böse anfunkelte.

"Duo! Wir müssen reden!!!!"

‚Es gibt kein Entkommen!', dachte Duo und eine seiner Hände verkrampfte sich zittrig in sein Oberteil. ‚Sieh weg HERR. Denn hier ist kein Platz mehr für dich. Wir sind verloren. Sünder, alle beide...'

"Wir können so nicht weiter machen!"

‚Doch das können wir. Lügen wir uns weiter an! Laufen wir weiter voneinander davon.

Ich weiß es ist Lüge, was ich sage.

Ich liebe dich.

Ich habe Angst....

Heero!!!!'


OWARI
[5]
So, was jetzt folgt, wisst ihr hoffentlich noch alle!

Der Eros-Pakt tritt in Kraft und unsere beiden laufen, so scheint es unaufhörlich in ihr eigenes Verderben.

Wie wird es weitergehen?
Werdet ihr sehen!

Und hier wieder die Kommentare meiner lieben Beta, Lapis-chan! Sie ist einfach toll als Beta! DANKE LAPIS-CHAN! *riesenKuchenüberreich*


[1](*schauder* diese Vorstellung!!)

[2](das ist super! So kommst du drum herum die Operation zu beschreiben. Muss ich mir mal für ähnliche Situationen merken....^^)

[3](kawaiiiiiii^^)

[4](öhm... sollte das nicht vielleicht eher auszuhalten heißen?? Es sein denn du meinst das Gewitter, was ich aber nicht glaube... Oder?? Du meinst doch mit Sicherheit die Situation zwischen den beiden.)
<<Das stimmt schon so. Der Verlauf den die Situation nimmt, der ist nicht mehr aufzuhalten. *g* das Gewitter allerdings auch nich!

[5](der Teil war auch super! Mir hat er auf jeden Fall gefallen! Ich finde es schön, wie du darstellst, dass Duo zwischen seinem Glauben und seiner Liebe zu Heero steht!)

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